DE621108C - Verfahren und Vorrichtung zum Vermischen von Waessern mit pulverfoermigen Adsorptionsstoffen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Vermischen von Waessern mit pulverfoermigen AdsorptionsstoffenInfo
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Description
Das Vermischen von Flüssigkeiten mit pulverförmigen Stoffen bietet in vielen Fällen
Schwierigkeiten, die je nach den physikalischen Eigenschaften der zu vermischenden
Teile mehr oder weniger in Erscheinung treten. Erhebliche Schwierigkeiten macht auch
. das Vermischen von Wasser mit pulverförmigen Adsorptionsstoffen, wie Aktivkohle,
die neuerdings immer mehr für die Reinigung von Wasser herangezogen wird. So ist
in der letzten Zeit ein Verfahren zur Reinigung von Wasser ausgearbeitet worden, nach
dem das zu reinigende Wasser über pulverförmige Kohle filtriert wird, die zwischen
Filterstoffen, z. B. Sandkörnern, fein einge-. lagert ist. Die feine Lagerung wird nach
dem Verfahren in der Hauptsache dadurch bewirkt, daß zunächst eine Suspension aus
Kohle und Wasser hergestellt und diese dann in die Filterstoffe (z. B. den Sand) des Filters
eingespült wird. Auch bei HersHlnnsf
der für die Einlagerung der Kohle in die Filterstoffe erforderlichen Suspension treten die
Schwierigkeiten, denen das Vermischen von-Kohle und Wasser unterliegt, nachteilig in
Erscheinung.
Die wesentlichste Schwierigkeit beim Vermischen von Wasser mit pulverförmigen Adsorptionsstoffen
liegt in der starken Staubentwicklung, die nur mit Mühe vermieden werden kann. Eine andere Schwierigkeit hat
ihre Ursache darin, daß eine wirkliche Mischung zwischen dem Wasser und den pulverförmigen
Adsorptionsstoffen wegen ihres außerordentlich geringen spezifischen Gewichtes nur schwer gelingt.
Durch die Erfindung werden die erwähnten Schwierigkeiten überwunden. Das Verfahren
gemäß der Erfindung wird ausgeführt in einem allseitig geschlossenen Mischbehälter,
in den vorher das zu vermischend» AVasser
eingeleitet wird, und geht in der Weise vor sich, daß die pulverförmigen Stoffe mittels '
Unterdrucks ;n den Mischbehälter eingesaugt werden und daß die anschließend daran erforderliche
Durchmischung der pulverförmigen Stoffe mit dem Wasser mittels im Kreislauf
durch den Behälter geführter Luft vorgenommen wird.
Die Vermischung eines festen Stoffes mit einer Flüssigkeit derart, daß Gas durch einen
Mischbehälter mittels eines Steigrohres und einer Umlaufleitung geführt wird, ist an sich
bekannt und ist schon vorgeschlagen worden für die Vermischung von Flüssigkeit, Gas
und Katalysatorenmasse zum Zwecke der Hydrierung von flüssigen Stoffen, In der Anwendung dieser an sich bekannten Maßnahme
wird aber die Erfindung nicht gesehen. Die vorliegende Erfindung liegt viel- So
mehr in der Vereinigung dieses bekannten Verfahrens mit der Maßnahme des Einführens
der pulverförmigen Stoffe in den Mischbehälter mittels Unterdruck. Beim Ein-
saugen der pulverförmigen Stoffe in den Mischbehälter,, legen sich diese nämlich in
mehr oder minder großer Menge auf den Boden des Behälters. Die Stoffe bilden dort
eine fest aufliegende Schicht, deren Verteilung durch ein anschließendes Mischverfahren
üblicher Art nur unvollständig und schwer gelingt, so daß meist ein beträchtlicher
Teil der pulverförmigen Stoffe der »ο Vermischung mit der Flüssigkeit entzogen
wird. Die Erfindung beruht auf der Feststellung, daß durch Kreislaufführung der im
Behälter enthaltenen Luft über ein Steigrohr, dessen untere öffnung sich in unmittelbarer
Nähe des Behälterbodens befindet, und über die Umlaufleitung nicht nur eine gute Vermischung
der Stoffe erreicht wird, sondern daß diese auch sicher und schnell durch die am Fußende des Steigrohres erzeugte Strömung
vom Boden abgelöst werden.
Die Erfindung wird zum besseren Verständnis
im nachfolgenden an Hand der Zeichnung näher erläutert.
In der Zeichnung ist 1 ein Mischgefäß, das
als Druckbehälter ausgebildet ist. 2 und 3 sind Ventile. Ventil 2 regelt den Zulauf für
das zu vermischende Wasser und Ventil 3 den Ablauf der wäßrigen Suspension. Bei 4 mündet
in den Behälter 1 eine Vakuumleitung. 5 ist ein Vorratsbehälter für pulverförmige
Kohle, der durch einen Schlauch oder eine Rohrleitung 7 unter Zwischenschaltung eines
Regelventils 6 mit dem Mischbehälter verbunden ist. Die Leitung 7 taucht im Vorratsbehälter
5 in die pulverförmigen Stoffe und im Mischbehälter 1 in das in diesem befindliche
Wasser. In den Mischbehälter mündet oben und unten eine Kreisleitung 8, in
die ein Strahlapparat 9 eingeschaltet ist. 10 ist ein· an die Kreisleitung 8 angeschlossenes,
im Innern des Mischbehälters angeordnetes Steigrohr. 11 ist ein kegelförmiges Leitblech,
12 ein Manometer. 13 ist ein Überlauf. 14 bis 18 sind Leitungsventile.
Das Verfahren gemäß der Erfindung vollzieht sich bei Anwendung der in der Zeichnung
beispielsweise wiedergegebenen Vorrichtung wie folgt:
Durch Ventil 2 wird zunächst Wasser in den Mischbehälter 1 bis zum Überlauf 13
eingeleitet. Das Wasser steht nach dem Einfüllen im Mischbehälter und im Steigrohr 10
in gleicher Höhe. Nunmehr wird mittels Vakuumleitung 4 im Behälter ein Unterdruck
erzeugt, durch den pulverförmige Adsorptionskohle aus dem Vorratsbehälter 5 über
die Leitung 7 in das im Behälter 1 befindliche Wasser eingesaugt wird. Ist genügend Kohle
angesaugt, wird das' Ventil 6 geschlossen. In dem Behälter kann für die Folge Unterdruck
beibehalten werden. Zweckmäßig wird er jedoch wieder auf normalen Druck ge-"bracht.
Nach Abschluß sämtlicher Ventile, mit Ausnahme der Ventile 14 und 16 bis 18,
wird jetzt die Wasserstrahlpumpe 9 in Betrieb gesetzt und mit ihrer Hilfe die im
Luftraum des Behälters 1 befindliche Luft über die Leitung 8 und das Steigrohr 10 im
Kreislauf geführt. Die Folge der Luftkreislaufführung ist, daß innerhalb des Mischbehälters
1 ein ständiger Umlauf des Wassers von unten nach oben im Steigrohr 10 einsetzt,
wodurch das Wasser mit der eingesaugten Pulverkohle innig vermischt wird. Wasser
und Kohle treten unten in das Steigrohr ein und oben wieder aus, wobei sie noch gegen die Innenfläche des Leitblechs 11 geschleudert
werden. Ist die Luft des Luftraumes des Behälters 1 eine Zeitlang auf diese
Weise über die Leitung 8, Wasserstrahlpump'e 9' und Steigrohr 10 im Kreislauf
geführt worden, so wird der Kreislauf unterbrochen, womit auch das Umwälzen von
Wasser und Kohle im Steigrohr 10 aufhört. Das Vermischen ist damit beendet, und das
Gemisch wird durch Ventil 3 abgelassen.
Statt die Kohle mit Hilfe des durch Vakuumleitung 4 gesondert erzeugten Unterdruckes
in die im Behälter befindliche Flüssigkeit einzusaugen, kann man den hierzu go nötigen Unterdruck auch auf andere Weise,
z. B. durch die Wasserstrahlpumpe 9, erzeugen. Zu diesem Zweck werden bei sonst geschlossenen
Ventilen zunächst nur die Ventile 6, 14, 16, 17 und 18 geöffnet. Ist genügend
Kohle angesaugt, werden die Ventile 6 und 15 geschlossen und Ventil 16 geöffnet,
so daß der Luftkreislauf beginnen kann.
Das in dem Behälter 1 befindliche Wasser kann mittels des Rohres 10 auch in der Weise iao
umgewälzt werden, daß an Stelle der Kreislaufleitung 8 lediglich am unteren Luftzuführungsflansch
des Rohres 10 Dampf angeschlossen und eingeleitet wird.
Für das Vermischen mit pulverförmigen Adsorptionsstoffen gemäß Erfindung geeignete
Wasser sind z. B. Trinkwasser, Abwasser oder wäßrige Flüssigkeiten anderer Art.
Claims (2)
- Patentansprüche:i. Verfahren zum Vermischen von Wässern mit pulverförmigen Adsorptionsstoffen, wie Aktivkohle, z. B. für die Zwecke der Wasserreinigung, dadurch gekennzeichnet, daß die pulverförmigen Stoffe mittels Unterdrucks in den Mischbehälter eingesaugt werden und daß die anschließend daran erforderliche Durchmischung des pulverförmigen Stoffes mit dem Wasser mittels im Kreislauf über ein Steigrohr durch den Behälter geführter Luft oder mittels in das Steigrohr einge-führten Druckdampfes vorgenommen wird.
- 2. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i, gekennzeichnet durch eine an sich bekannte Mischvorrichtung, bestehend aus einem im Innern des Mischbehälters (i) mit seiner unteren öffnung in unmittelbarer Nähe des Behälterbodens angeordneten Steigrohr (io) sowie einer außerhalb des Behälters (ι) verlaufenden, oben in dessen Luftraum und unten in das Steigrohr mündenden Umlauf leitung (8), in die eine Vorrichtung- (9) zur Kreisführung der Luft durch den Behälter und die Rohrleitung eingeschaltet ist, und durch eine in den unteren Teil des Steigrohres oder des Mischbehälters mündende Zuführungsleitung (7) für die pulverförmigen Stoffe.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEC47566D DE621108C (de) | 1933-02-23 | 1933-02-23 | Verfahren und Vorrichtung zum Vermischen von Waessern mit pulverfoermigen Adsorptionsstoffen |
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| DEC47566D DE621108C (de) | 1933-02-23 | 1933-02-23 | Verfahren und Vorrichtung zum Vermischen von Waessern mit pulverfoermigen Adsorptionsstoffen |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE621108C true DE621108C (de) | 1935-11-01 |
Family
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEC47566D Expired DE621108C (de) | 1933-02-23 | 1933-02-23 | Verfahren und Vorrichtung zum Vermischen von Waessern mit pulverfoermigen Adsorptionsstoffen |
Country Status (1)
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|---|---|
| DE (1) | DE621108C (de) |
-
1933
- 1933-02-23 DE DEC47566D patent/DE621108C/de not_active Expired
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