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Die
Erfindung betrifft Transplantat-Akzeptanz-induzierende Zellen monozytären Ursprungs,
sowie deren Herstellung, und deren Verwendung zur Erzeugung von
Transplantat-Akzeptanz.
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Vorzugsweise
betrifft die Erfindung Transplantat-Akzeptanz-induzierende Zellen
(im folgenden auch TAIC genannt), die sich von humanen Monozyten
ableiten.
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Die
Erfindung beschreibt ferner den monoklonalen Antikörper GM-7,
der spezifisch erfindungsgemäße Transplantat-Akzeptanz-induzierende
Zellen erkennt, die aus dem Menschen abgeleitet sind.
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Die
Erfindung beschreibt außerdem
die Verwendung des Antikörpers
GM-7 zum Nachweis und/oder zur Selektion von Transplantat-Akzeptanz-induzierenden
Zellen.
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Der
Begriff "Transplantation" wird in der Immunologie
für den
Transfer von Zellen, Geweben oder Organen von einem Körper-Bereich
in den anderen verwendet. Der Bedarf für Transplantationen ergibt
sich aus der Erkenntnis, dass zahlreiche Erkrankungen durch die Übertragung
(Transplantation) von gesunden Organen, Geweben oder Zellen von
einem diesbezüglich
gesunden Individuum – dem
Donor – auf
ein an der jeweiligen Erkrankung leidendes Individuum – den Empfänger oder
Wirt – geheilt
werden können.
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Abhängig von
dem Verhältnis
zwischen Donor und Empfänger,
unterscheidet man die folgenden Transplantattypen:
- 1. Autologe Transplantate: Hierbei handelt es sich um Gewebe
oder Zellen, die innerhalb ein- und desselben Individuums von einem
Körperbereich
in den anderen transplantiert werden.
- 2. Isologe Transplantate: Hierbei handelt es sich um den Transfer
zwischen genetisch identischen Individuen. Beispiele hierfür sind Inzuchtstämme von
Ratten oder Mäusen.
Bei Menschen kommen isologe (syngene) Transplantate zwischen genetisch
identischen (monozygoten) Zwillingen in Betracht.
- 3. Allogene Transplantate: Dieser Begriff bezeichnet Transplantate
zwischen genetisch unterschiedlichen Mitgliedern der gleichen Spezies,
wie beispielsweise von einem menschlichen Individuum zu einem anderen,
oder bei Versuchstieren von einem Inzuchtstamm zum anderen.
- 4. Xenologe Transplantate: Hierbei handelt es sich um den Transfer
zwischen verschiedenen Spezies, wie beispielsweise die Übertragung
eines Affenherzens in einen Menschen.
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In
der Regel erzeugen autologe und isologe Transplantate keine immunologischen
Probleme im Sinne einer Abstoßungsreaktion.
Dies gilt jedoch nicht im Falle von allogenen und xenologen Transplantaten.
Derartige Transplantate werden von dem Immunsystem des Empfängers als
fremd erkannt und nach verhältnismäßig kurzer
Zeit abgestoßen.
Bei der allogenen/xenologen Abstoßungsreaktion spielen die T-Lymphozyten (nachfolgend
als T-Zellen bezeichnet) eine zentrale Rolle. Diese Zellen erkennen
die fremden Zellen anhand von deren Haupthistokompatibilitäts-Komplexen
(MHC = major histocompatibility complex). Der fremde MHC-Komplex
sensibilisiert die antigen-reaktiven T-Zellen des Empfängers, und
anschließend
führen
die auf diese Weise aktivierten T-Zellen zur Zerstörung der
Donor-Zellen bzw. des Spendergewebes. Zellen mit unterschiedlichen
MHC-Komplexen werden auch als "MHC-different" bezeichnet.
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Die
Transplantation von allogenen oder xenogenen Zellen, Geweben oder
Organen führt
zwangsläufig zum
gemeinsamen Vorhandensein von Zellen zweier unterschiedlicher Individuen,
d. h. von MHC-differenten Zellen
im Blut des Wirtes. Dieses Phänomen
bezeichnet man als "Chimerismus". Man unterscheidet
Mikro- und Makrochimerismus. Als Mikrochimerismus wird ein Zustand
bezeichnet, bei dem vom Spender abgeleitete Zellen beispielsweise
nach Blut- oder Knochenmarkstransfusion oder nach Transplantation
Lymphozyten-reicher Organe wie Dünndarm
oder Leber, in dem MHC- fremden
Wirt zwar persistierend aber nur vereinzelt nachweisbar bleiben.
Von Makrochimerismus wird dann gesprochen, wenn mehr als 5% der
im Empfänger
gefundenen Zellen vom Spender abstammen, wobei in beiden Fällen zwischen
Blut- und Organ-Chimerismus mit entsprechendem Nachweis von Spenderzellen
im Blut oder in den Organen des Empfängers zu unterscheiden ist.
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In
gewissem Umfang kann Chimerismus zur Entstehung von Toleranz gegenüber Transplantaten
führen.
So wurde bei Personen, die sich beispielsweise infolge einer Leukämie oder
Lymphomerkrankung einer allogenen Knochenmarktransplantation mit
weitgehend übereinstimmendem
MHC-Muster zwischen Spender und Empfänger unterziehen mussten, nach
entsprechender myeloablativer Konditionierung (Zerstörung des eigenen
Knochenmarks und der daraus abgeleiteten Blutzellen) und nachgeschalteter
Stammzell-Transplantation,
ein "Spenderchimerismus" beobachtet wurde.
Bei diesen Patienten stammten mehr als 99% der im Blut nachweisbaren
Zellen aus den Stammzellen des Spenders, und dieser Chimerismus
bildete die Grundlage für Toleranz
gegenüber
allen von diesem Spender transplantierten Organen. Diese Beobachtung
wurde in einer Reihe von klinischen Beispielen von nachgeschalteten
Nieren-, Leber- und Lungensegmentspenden bestätigt [Dey B., et al., "Outcomes of Recipients
of both bone marrow and solid Organ transplants: A review." Medicine (Baltimore)
77, 355–369
(1989)]. Für
die Toleranzinduktion ist es in diesem Zusammenhang nicht entscheidend,
dass ein kompletter Spenderchimerismus – definiert als das Vorhandensein
von mehr als 90% Spenderzellen im peripheren Blut eines allogenen
Empfängers – vorliegt,
sondern es hat sich erwiesen, dass eine Fraktion von 5% Spenderzellen – bezeichnet
als "gemischter" Chimerismus – ausreicht,
um Toleranz zu induzieren [vgl. Übersicht
bei Acholonu I. N. und Ildstad S. T., "The role of bone marrow transplantation
and tolerance: Organ-specific and cellular grafts", Curr. Opin. Organ.
Transplant 4, 189–196
(1999)].
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Prinzipiell
wurde damit zwar belegt, dass der mit einer Knochenmarktransplantation
(KMTx) einhergehende Spenderchimerismus Toleranz induziert, dessenungeachtet
war es jedoch bisher nicht möglich,
bei vollständig
MHC-differenten Spender- und Empfänger- Konstellationen eine erfolgreiche allogene
KMTx durchzuführen.
Dies beruht auf der Tatsache, dass die hierfür benötigte Vorbereitung, d. h. die
Konditionierung des Empfängers
(siehe oben), drei wesentliche Gefahren für den Empfänger birgt. Zum einen führt die
Knochenmarktoxizität
der angewendeten Chemotherapeutika, die mit oder ohne zusätzliche
Bestrahlung verabreicht werden, zu einer erheblichen Morbidität; zum anderen
besteht die Gefahr der Abstoßung
des transplantierten Knochenmarks trotz vorheriger Konditionierung;
und schließlich
besteht das Risiko einer Transplantat-gegen-Wirt Erkrankung, bei der sich
die mit dem Transplantat in den Wirt übertragenen T-Zellen gegen
den Organismus des Wirts wenden (GvHD = graft versus host disease)
[vergl. Wolff S. N., "Hematopoietic
cell transplant from volunteer unrelated or partially matched related
donors: Recent developments." Curr.
Opin. Organ. Transplant 5, 372–381
(2000)]. Diese Erkrankung tritt immer dann ein, wenn das Immunsystem
des Empfängers
durch die vorherige Konditionierung so geschwächt ist, dass die mit dem Knochenmark übertragenen T-Zellen
eine letale Abstoßung
im Empfänger
auslösen
können.
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Zur
Vermeidung der oben aufgezeigten Probleme herrschen derzeit Bestrebungen,
die Konditionierung des Empfängers
möglichst
schwach zu gestalten. Je größer jedoch
die MHC-Differenz zwischen Spender und Empfänger ist, desto stärker muss
die Konditionierung gewählt
werden, um die Abstoßung
des transplantierten Knochenmarks zu verhindern; damit steigt gleichzeitig
wieder das Risiko der Transplantat-gegen-Wirt Erkrankung (GvHD).
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Es
ist bisher nicht genau untersucht worden, für welche Zeit der induzierte
Chimerismus im Empfängerblut
nachweisbar bleiben muss, um eine stabile Toleranzsituation für ein Spenderorgan
zu gewährleisten. Zuverlässige Daten
aus dem Mausmodell sprechen jedoch dafür, dass bereits ein 2 Wochen
lang nachweisbarer Makrochimerismus zur Toleranzentstehung ausreicht
[Weckerle, T. et al. "Allogenic
bone marrow transplantation with co-stimulatory blockade induces
macrochimerism and tolerance without cyto-reductive host treatment." Nat. Med. 6, 464–469 (2000)].
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Die
Notwendigkeit zur Entwicklung von Alternativen zu den derzeit verfügbaren Immunsuppressiva
zur Erzeugung von Toleranz ergibt sich unter zwei wesentlichen Gesichtspunkten.
Zum einen sind die bisher klinisch verfügbaren Immunsuppressiva nicht
in der Lage, die chronische Transplantatabstoßung zu verhindern, und zum
anderen gehen mit der permanenten Einnahme von Immunsuppressiva
erhebliche Nebenwirkungen einher, die den Patienten gegenüber viralen,
bakteriellen und mykotischen Infektionen anfällig machen, und die durch
Malignomentstehung und durch Erkrankungen des Herzkreislaufsystems,
insbesondere durch Herzinfarkte und durch Herzinsuffizienz [vgl.
Wheeler, D. C. und Steiger, J. "Evolution
and Etiology of Cardiovascular Diseases in Renal Transplant Recipients" Transplantation
70, 41–45
(2000)] erhebliche Gefährdungen
erzeugen.
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Munn
et al. haben eine Makrophagen-induzierte T-Zellensuppression beschrieben,
die auf der selektiven Eliminierung von Tryptophan und/oder Steigerung
einer oder mehrerer Tryptophanmetaboliten in der Umgebung der Zellen
beruht [vgl. Munn et al. "Inhibition
of T Cell Proliferation by Macrophage Tryptophan Catabolism" J. Exp. Med. 189,
1363–1372
(1999)]. Ausgehend von dieser Beobachtung schlagen die Autoren vor, T-Zell-vermittelte
Immunreaktionen durch Modifikationen der lokalen extrazellulären Tryptophankonzentration zu
modifizieren, insbesondere durch Inhibieren oder Steigern des IDO-vermittelten
Tryptophan-Metabolismus, vgl. beispielsweise die
US-Patente 6,482,416 und
6,451,840 . Dieser Ansatz stellt somit
nur eine weitere Antigen-unabhängige
und unspezifische gegen T-Zellen gerichtete Immunsuppression zur
Verfügung.
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Es
wird daher dringend ein klinisch umsetzbares Konzept zur Induktion
Spender-spezifischer Toleranz benötigt, d. h., ein Konzept, wonach
die Immunantwort des Wirts gegenüber
den Gewebeantigenen, die auf dem von dem Spender übertragenen
Organ vorhanden sind, spezifisch unterdrückt wird, bei dem jedoch ansonsten
die Immunkompetenz des Wirts vollständig erhalten bleibt.
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Durch
ein derartiges Konzept würde
sich auch mittelfristig eine deutliche Senkung der Diskrepanz zwischen
Organbedarf und Organangebot ergeben, da auf diese Weise weitaus
weniger Organe durch akute und chronische Abstoßungsvorgänge verlorengehen würden. Der
Mangel an verfügbaren
Organen sei anhand einer Statistik aus den USA vom Februar 2001
erläutert:
| Transplantat-Typ | Zahl
der wartenden Patienten |
| Niere | 47.996 |
| Leber | 17.151 |
| Bauchspeicheldrüse | 1.060 |
| Bauchspeicheldrüseninselzelle | 185 |
| Niere-Bauchspeicheldrüse | 2.442 |
| Darm | 151 |
| Herz | 4.222 |
| Herz-Lunge | 210 |
| Lunge | 3.721 |
| Gesamtzahl
der Patienten 7 | 4.800 |
Tabelle
1: Aktuelle Daten aus der "UNOS
(United Nations Organ Share Registry) National Patient Waiting List for
Organ Transplant (Februar 2001)"
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Auf
diese Weise erklären
sich die immensen nationalen und internationalen Bemühungen,
Konzepte für
die Induktion Spender-spezifischer
Toleranz zu entwickeln.
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Aufgabe
der Erfindung ist es daher, Mittel zur Verfügung zu stellen, mittels derer
die T-Zellen des Empfänger-Organismus
auf solche Weise beeinflusst werden, dass sie die jeweiligen fremden
Zellen, Gewebe oder Organe langfristig ohne Abstoßung tolerieren
bzw. akzeptieren. Die Beschaffenheit dieser Mittel sowie ihre Erzeugung
oder Verwendung sollten dabei keine ethischen und/oder rechtlichen
Probleme verursachen, und sie müssen
schnell für
den geplanten Therapieeinsatz in den dazu erforderlichen Mengen
und zu vertretbaren Herstellungskosten erzeugt werden können.
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Zur
Lösung
der Aufgabe dienen die erfindungsgemäßen Transplantat-Akzeptanz-induzierenden
Zellen (TAIC) monozytären
Ursprungs aus vertebraten Lebewesen, besonders aus Säugern und
insbesondere aus Menschen. Es hat sich überraschenderweise gezeigt,
dass erfindungsgemäß modifizierte
Monozyten aus dem Blut des Spenders (Organ-Donors) in der Lage sind,
bei prä-
und/oder post-operativer Gabe den Empfängerorganismus vor dessen Körper-eigenen,
durch den fremden MHC-Komplex aktivierten T-Zellen zu schützen und
damit die Abstoßung
des Transplantats zu verhindern. Die modifizierten Zellen lösen bei
bestimmungsgemäßer Verwendung
zur Induktion von Transplantat-Toleranz als "zelluläre Therapeutika" keine oder keine
nennenswerten Nebenwirkungen im Sinne der zellulären Abstoßung, der Induktion von Tumoren,
insbesondere von bösartigen
Tumoren, und der Transplantat-gegen-Wirt Erkrankung in dem jeweiligen
Patienten aus.
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Es
hat sich überraschenderweise
gezeigt, dass das erfindungsgemäße Verfahren
zur in vitro Modifikation von Monozyten in solcher Weise führt, dass
Zellen erhalten werden, die die Eigenschaften aufweisen, nach der
Injektion in einen nicht-immunsupprimierten allogenen Empfänger die
natürlicherweise
einsetzende Immunantwort gegen Zellen oder Gewebe des Spenders abzuwehren,
und die so in der Lage sind, für
mindestens 3 Wochen im peripheren Blut zu zirkulieren. Nach Gabe
von etwa 105 Zellen/kg Körpergewicht (KG) liegt der
resultierende Chimerismus von GM-7 positiven Zellen, siehe unten,
im Bereich von 5–20%.
Dieser transiente Chimerismus induziert
- a)
Langzeitakzeptanz für
nachgeschaltete Organtransplantationen vom gleichen Spender, vorzugsweise
innerhalb von 10 Tagen nach intravenöser Gabe der Zellen, und
- b) Langzeitakzeptanz in Verbindung mit kurzfristiger immunsuppressiver
Behandlung bei Verwendung der Zellen im Anschluß an die Organtransplantation.
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Wie
in Beispiel 10 gezeigt, ist der immunsuppressive Effekt der erfindungsgemäßen Zellen
nicht mit der Makrophagen-induzierten T-Zellsuppression durch Expression des
Tryptophan abbauenden Enzyms Indolamin-2,3-Diogenase (IDO) verbunden,
wie sie von Munn et al. (siehe oben) beobachtet wurde. Die erfindungsgemäßen TAIC
induzieren vielmehr eine spezifische Toleranz gegen den Donor in
dem Empfänger,
indem sie einerseits alloreaktive T-Zellen inaktivieren, und andererseits
die Bildung regulatorischer T-Zellen
in dem Rezipienten induzieren, vgl. Beispiele 12 und 13.
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Von
Monozyten abgeleitete Makrophagen, welche die Proliferation von
T-Zellen durch eine IDO-vermittelte Eliminierung von Tryptophan
in der Umgebung der Zellen inhibieren, sind daher nicht Teil der
Erfindung.
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Beschreibung der Figuren
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1: Durchflußzytometrische Bestimmung der
Bindungsfähigkeit
von GM-7 an monozytäre
Ursprungszellen vor (linke Graphik) und nach (rechte Graphik) der
erfindungsgemäßen Modifikation
der Zellen. Die x-Achse gibt die Anzahl der gebundenen Zellen wieder.
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2A:
Kaplan-Meier-Überlebenskurven
von Herztransplantaten nach heterotopen Herztransplantationen mit
und ohne prä-operative
Gabe von aus dem Spender abgeleiteten TAIC im Rattenmodell (n =
10 Tiere pro Gruppe).
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2B:
Histologisches Präparat
eines LEW-Allotransplantats am 150. POT (postoperativen Tag) nach
heterotoper Transplantation in das Abdomen einer DA-Empfängerratte,
die am Tag –7
mit 106 LEW-abgeleiteten TAIC vorbehandelt
worden war. Vergrößerungsfaktor:
40.
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2C:
Histologisches Präparat
aus dem Thymus einer mit 106 LEW-abgeleiteten
TAIC vorbehandelten DA-Ratte nach Markierung des Präparats mit
dem für
LEW-MHC-Klasse I spezifischen monoklonalen Antikörper I 1.69. Vergrößerungsfaktor:
40.
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2D:
Durchflußzytometrischer
Nachweis von Spender-abgeleiteten Zellen in vier nicht immunsupprimierte
DA-Empfängerratten
nach Injektion von LEW-abgeleiteten TAIC (Ratten 1–3: 106 Zellen/kg × KG; Ratte 4: 104 Zellen/kg × KG).
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3:
Kaplan-Meier-Überlebenskurven
von Herztransplantaten nach heterotopen Herztransplantationen mit
und ohne post-operative Gabe von aus dem Spender abgeleiteten TAIC
in Verbindung mit einer initialen Gabe von 4 Zyklen Cyclosporin
A (CSA; 5 mg/kg × KG)
im Rattenmodell (n = 6–10
Tiere pro Gruppe).
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4A–C: Kaplan-Meier-Überlebenskurven
von Herz-(A), Leber-(B) und Nieren-(C) Transplantaten nach heterotopen
(A und C) bzw. orthotopen (B) Transplantationen mit und ohne prä-operativer
Gabe von aus dem Spender abgeleiteten TAIC (n = 6 Tiere pro Gruppe).
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4D–F:
Histologische Präparate
von DA-Transplantaten der Niere (D), der Leber (E) und der Haut (F)
nach heterotoper Transplantation in eine LEW-Empfängerratte.
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5A:
Kaplan-Meier-Überlebenskurven
von Herztransplantaten nach heterotopen Herztransplantationen verschiedener
Inzuchtstamm-Kombinationen mit und ohne post-operative Gabe von
aus dem Spender abgeleiteten TAIC in Verbindung mit einer initialen
Gabe von 4 Zyklen CSA (5 mg/kg × KG)
im Rattenmodell (n = 6 Tiere pro Gruppe).
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5B:
Kaplan-Meier-Überlebenskurven
von Herztransplantaten nach heterotopen Herztransplantationen 7
Tage nach Gabe von unterschiedlich präparierten Blutmonozyten aus
LEW-Spendertieren (n = 6 Tiere pro Gruppe).
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6A:
Kaplan-Meier-Überlebenskurven
von Lungentransplantaten nach orthotopen linksseitiger Lungentransplantationen
in Schweinen ("outbred
minipigs") unter
Verwendung einer Tripleimmunsuppression aus CSA, Azathioprin (AZA)
und Steroiden (STE). (n = 4 Tiere pro Gruppe).
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6B: Röntgenthoraxaufnahmen
(posterior-anterior-Technik) von zwei einseitig links lungentransplantierten
Schweinen ("outbred
minipigs") am 41.
bzw. 55. POT. Die Tripleimmunsuppression aus CSA, AZA und Steroiden
wurde 28 Tage nach Transplantation abgesetzt.
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7:
Gemischte Lymphozytenkultur aus CD14+-Monozyten
eines Individuums B (GM-T–: graue Säule; GM-7+: schwarze Säule), Responderzellen eines
MHC-diskordanten Spenders A und bestrahlten Zellen eines Spenders
C zum Vergleich der Suppressoraktivität von CD14+/GM-7+- und CD14+/GM-7–-Zellen.
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8:
Gemischte Lymphozytenkultur von PHA-stimulierten Lymphozyten (PhaLy)
und TAIC ("Mo+Ly" oder "Mo"), in zwei Experimenten
präinkubiert
mit einem Inhibitor (1-MT) Indolamin-2,3-dioxygenase (IDO) zur Untersuchung
des Einflusses von 1-MT auf die Suppressoraktivität der TAIC.
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9:
Flüssigkeits-zytometrische
Bestimmung der Menge von CD14+-Monozyten
und von CD2+-Lymphozyten in der Monozytenfraktion
sowie der Menge der CD-14+/CD3+-Zellen, die als TAIC
effektiv sind, zur Untersuchung des Einflusses der Reinigung der
Zellen zum Anreichern von Monozyten zu Beginn der Kultivierung auf
die Bildung von immunsuppressiven CD14+/CD3+-Zellen.
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10: Flüssigkeits-zytometrische
Bestimmung von GM-7-Expression
im Blut von Patienten postoperativ vor (linke Figur) und nach (rechte
Figur) Injektion von TAIC, zur Untersuchung des Einflusses von TAIC auf
die in vivo GM-7-Expression in Blutzellen.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Die
wesentlichen Schritte des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung
von TAIC monozytären Ursprungs
umfassen:
- (a) Isolieren von Monozyten aus Blut,
vorzugsweise aus humanem Blut;
- (b) Vermehren der Monozyten in einem geeigneten Kulturmedium,
welches ein wachstumsförderndes
Mittel, vorzugsweise den Makrophagenkolonie stimulierenden Faktor
(nachfolgend als M-CSF
bezeichnet) enthält;
- (c) Stimulation der Monozyten mit γ-Interferon (nachfolgend als γ-IFN bezeichnet);
und
- (d) Gewinnung der in Stufe c) gebildeten Transplantat-Akzeptanz-induzierende Zellen
durch Abtrennen der Zellen von dem Kulturmedium.
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Es
konnte erfindungsgemäß gezeigt
werden, dass die Stimulierung mit γ-IFN einen entscheidenen Schritt
bei der Herstellung der TAIC darstellt (vgl. Beispiel 7).
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In
Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung bezeichnet der Begriff "TAIC" (transplant acceptance
inducing cells of monocytic origin = Transplant-Akzeptanz-induzierende
Zellen monozytären
Ursprungs) diejenigen Zellen in der Population, welche in Stufe
(d) des oben beschriebenen Verfahrens gewonnen werden. Diese Zellpopulation
umfaßt
neben den aus Monozyten abgeleiteten Zellen, welche erfindungsgemäß wirksam
sind, auch Lymphozyten, vgl. Beispiel 11, sowie optional weitere
aus dem Buffy-Coat stammende Zellen, wie beispielsweise Granulozyten.
Die Menge der von Monozyten abgeleiteten Zellen innerhalb der TAIC-Population
beträgt
vorzugsweise 50 bis 90%, in besonders bevorzugter Weise 60 bis 70%,
bezogen auf die gesamte Zellzahl.
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Im
Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung bezeichnet der Begriff "gesamte Zellzahl" die Menge der vitalen
Zellen in der jeweils betrachteten Zellpopulation. Diese Menge kann
mittels der "trypan
blue dye exclusion technique" (Trypanblaufärbungs-Ausschlußverfahren)
bestimmt werden, da dieser Farbstoff die Unterscheidung zwischen
vitalen Zellen und nicht vitalen Zellen mit optischen Mitteln erlaubt.
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Die
TAIC gemäß der Erfindung
werden zur Herbeiführung
von Transplantat-Akzeptanz in der Regel in einer Menge von 104–106 Zellen je Kilogram Körpergewicht, vorzugsweise 105 Zellen je Kilogramm Körpergewicht, eingesetzt. Die
Gabe der TAIC kann mehrfach erfolgen, vorzugsweise bei großer MHC-Differenz
dreimal im Abstand von etwa 10 Tagen, wobei die Verabreichung der
Zellen vor oder nach der Transplantation stattfinden kann (siehe
unten). Die hierzu erforderliche Gesamtzellzahl kann innerhalb von
6 bis 8 Tagen nach Blutabnahme kostengünstig bereitgestellt werden.
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Die
erfindungsgemäßen Zellen
(TAIC) haben sich im Tierversuch und in Kultur als risikolos bezüglich der
Malignom-Entstehung erwiesen, ein Ergebnis, welches aufgrund der
Natur der monozytären
Ursprungszelle, von der die erfindungsgemäßen Zellen abgeleitet sind,
auch nicht anders zu erwarten war.
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Wie
unten erläutert,
können
weitere Sub-Populationen von Zellen mit optimierter Wirksamkeit
entsprechend der Erfindung aus der in TAIC vorhandenen Zellfraktion
isoliert werden, welche von Monozyten abgeleitet ist.
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Nach
in vitro Kultivierung und Stimulation der Ursprungszellen (Monozyten)
mit γ-Interferon
entsteht eine Subpopulation von TAIC, siehe Beispiel 9, die den
monoklonalen Antikörper
GM-7 bindet, der von der Hybridomzellinie DSM ACC2542 gebildet wird.
Bei dem monoklonalen Antikörper
GM-7 handelt es sich um einen Antikörper vom Immunglobulin Isotyp
IgG2a, dessen leichte Kette den kappa-Isotyp besitzt. Charakteristisch
für diesen
Antikörper
ist seine stringente Bindungsfähigkeit
an die durch die erfindungsgemäßen Kulturbedingungen
modifizierten Monozyten, da die monozytäre Ursprungszelle nicht erkannt
wird, d. h. eine Bindung des Antikörpers an die Ursprungszelle
findet nicht statt, (siehe Beispiel 9). Darüber hinaus wurde an 20 freiwilligen Probanden
gezeigt, dass GM-7 auch nicht an humane Zellen im peripheren Blut
bindet, siehe 10.
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Der
Antikörper
wurde durch Immunisieren von Mäusen
mit von humanen Monozyten abgeleitetetn TAIC nach dem Fachmann bekannten
Verfahren hergestellt (Davis, W. C. "Methods in Molecular Biology: Monoclonal
Antibody Protocols",
New York: Humana Press Inc. Totowa, 1995). Durch Fusion einer den
Antikörper produzierenden
B-Zelle und einer Myelomzelle aus der Maus wurde im folgenden eine
Hybridomazellinie hergestellt. Verfahren, die der Herstellung solcher
Zellinien dienen, sind im Stand der Technik bekannt (Davis, W. C. "Methods in Molecular
Biology: Monoclonal Antibody Protocols", New York: Humana Press Inc. Totowa, 1995;
Kohler, G., Milstein, C. "Continuous
cultures of fused cells secreting antibody of predefined specifity", Nature 256, 495–497 (1975)).
Die den Antikörper
GM-7 produzierende Hybridomazellinie wurde nach den Vorschriften
des Budapester Vertrages bei der DSMZ (Deutsche Sammlung von Mikroorganismen
und Zellkulturen GmbH, Braunschweig, Deutschland) unter der Nummer
DSM ACC2542 hinterlegt (Datum der Hinterlegung: 13. Mai 2002).
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1 zeigt die in der Durchflußzytometrie
ermittelte Bindungsfähigkeit
von GM-7 an monozytäre
Zellen nach erfindungsgemäßer in vitro
Modifikation. Es läßt sich
erkennen, dass die direkt aus Buffy-coat gewonnenen CD14-positiven
Monozyten den Antikörper
GM-7 nicht binden (die grau unterlegte Wolke ist deckungsgleich
mit der nicht unterlegten Antikörperkontrolle).
Dagegen exprimieren ein Teil der Monozyten nach Kultivierung in
Gegenwart von M-CSF und Stimulation mit γ-IFN ein Antigen, welches vom
monoklonalen GM-7 Antikörper
erkannt wird. Der monoklonale Antikörper GM-7 wurde als Isotyp κ-IgG2a charakterisiert. Das erfindungsgemäße Verfahren
führt somit
zur Änderung
des phenotypischen Musters der Antigenexpression auf der Zellmembran
der modifizierten Monozyten (1).
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Der
monoklonale Antikörper
GM-7 bindet spezifisch an diejenige Zellpopulation, die unter denjenigen Zellen,
die durch das erfindungsgemäße Verfahren
erzeugt worden sind, die wirkungsvollste Transplantat-Akzeptanz-induzieren
(vgl. Beispiel 9).
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Die
Erfindung beschreibt daher solche TAIC, die an den Antikörper GM-7
binden können.
Diese Zellen werden nachfolgend als TAICGM7 bezeichnet.
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Der
Antikörper
GM-7 repräsentiert
somit ein außerordentlich
wirksames und leicht handhabares Mittel zur Selektion und Aufreinigung
der die Transplantat-Akzeptanz-induzierenden Zellen (TAIC). Mit
Hilfe des Antikörpers
läßt sich
eine homogene und hochwirksame TAIC-Population generieren.
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Die
in Stufe c) des oben beschriebenen Verfahrens gebildeten Transplantat-Akzeptanz-induzierenden Zellen,
welche zur Antigen- Bindung
an den Antikörper
GM-7 befähigt
sind, im Anschluß an
die Stufe c) direkt aus dem Kulturmedium selektieren, oder man kann
sie aus der Zellpopulation selektieren, die nach Trennung der Zellen
von dem Kulturmedium entsprechend der Stufe d) des oben beschriebenen
erfindungsgemässen Verfahrens
durch Bindung an den von der Hybridomzellinie DSM ACC2542 produzierten
Antikörper
GM-7 erhalten werden.
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Zur
Selektion wird der Antikörper
mit der Probe unter Bedingungen in Kontakt gebracht, die eine Bindung
des Antikörpers
an die in der Probe befindlichen Transplantat-Akzeptanz-induzierenden
Zellen erlauben. Die aus der Bindung resultierenden Reaktionskomplexe
werden anschließend
von der Probe separiert. Zu diesem Zweck kann der Antikörper vor
dem Kontakt mit der Probe auf einem Trägermaterial immobilisiert werden; er
kann beispielsweise an eine für
chromatographische Zwecke verwendbare Matrix oder an sog. "magnetic beads" gebunden werden.
Dieses Vorgehen ermöglicht,
Transplantat-Akzeptanz-induzierende Zellen aus großen Probenvolumina
zu selektieren und anzureichern.
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Zur
Gewinnung der Transplantat-Akzeptanz-induzierenden Zellen wird nach
der Separierung des Reaktionskomplexes von der Probe die Bindung
zwischen Antikörper
und Transplantat-Akzeptanz-induzierenden Zellen gelöst. Dies
kann nach im Stand der Technik bekannten Methoden wie z. B. durch
kompetitive Verdrängung
oder durch Waschen mit Salzlösungen
erfolgen. Entsprechende Verfahren sind beispielsweise von Utz U.
et al. ("Analysis
of the T-cell Receptor repertoire of human T-cell leukemia virus
type-1 (HTLV-1)
Tax-specific CD8+ Cytotoxic T Lymphocytes from patients with HTLV-1
associated disease: Evidence for the oligoclonal expansion" J. of Virology Feb.
1996, 843–851)
beschrieben.
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Der
monoklonale Antikörper
GM-7 erlaubt ferner den qualitativen und quantitativen Nachweis
der Transplantat-Akzeptanz-induzierenden Zellen monozytären Ursprungs
in Blut- und/oder Gewebeproben des Patienten in vitro. Bei diesem
Patienten kann es sich beispielsweise um den Empfänger eines
noch zu transplantierenden oder eines bereits transplantierten Organs
handeln. Die Bildung von Reaktionskomplexen in der Probe, die das
Vorhandensein und gegebenenfalls die Menge der Transplantat-Akzeptanz-induzierenden
Zellen anzeigen, wird mittels bekannter Verfahren nachgewiesen.
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Zum
Nachweis der Reaktionskomplexe kann vorliegend beispielsweise der
Antikörper
GM-7 direkt mit einem nachweisbaren Molekül gekoppelt ("markiert") werden, das z.
B. kovalent an den Antikörper
gebunden wird. Geeignete nachweisbare Moleküle sind auf dem Gebiet der
molekularen Diagnostik in großer
Anzahl beschrieben und umfassen u. a. Fluoreszenzfarbstoffe, wie
beispielsweise Fluorescein-Isothiocyanat
oder Tetramethylrhodamin-5-isothiocyanat, Lumineszenzfarbstoffe,
radioaktiv markierte Moleküle
und Enzyme, wie beispielsweise Peroxidasen (vgl. Lottspeich, F.,
Zorbas, H. "Bioanalytik", Spektrum Akademischer
Verlag GmbH, Heidelberg-Berlin, 1998).
-
Der
Nachweis des Antikörpers
erfolgt in Abhängigkeit
des Moleküls,
das zu seiner Markierung gewählt wurde.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wurde der Antikörper GM-7
mit dem fluoreszierenden Molekül Fluorescein-Isothiocyanat
(FITC) gekoppelt, sodass der Nachweis des Antikörpers mittels Durchflußzytometrie
und/oder Fluoreszenzmikroskopie erfolgen konnte. Verfahren zur Markierung
von Antikörpern
mit FITC sind dem auf dem Gebiet tätigen Fachmann bekannt.
-
Alternativ
kann der Reaktionskomplex auch in einem zweistufigen Verfahren mit
Hilfe von sekundären Antikörpern nachgewiesen
werden. Dabei kann der unmarkierte Antikörper GM-7 im Reaktionskomplex
mit einem weiteren, markierten Antikörper nachgewiesen werden (vgl.
Lottspeich, F., Zorbas, H. "Bioanalytik", Spektrum Akademischer
Verlag GmbH, Heidelberg-Berlin, 1998). Dieses zweistufige Nachweisverfahren
ist erheblich empfindlicher als der direkte Bindungsnachweis des
Antikörpers,
da mehrere markierte sekundäre
Antikörper
an einen GM-7-Antikörper
binden können
(Signalverstärkung).
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Der
Antikörper
GM-7 erlaubt demgemäß den Nachweis
von TAIC im peripheren Blut der mit TAIC behandelten Patienten,
beispielsweise in Form eines "monitoring", bei dem in definierten
Zeitabständen
die Anzahl der Zellen im peripheren Blut bestimmt wird. Es wurde
erfindungsgemäß gezeigt,
dass die Gegenwart von TAIC, die aus Monozyten des Spenders hergestellt
wurden, im peripheren Blut des Transplantatempfängers im Tierversuch mit Toleranz
des transplantierten Organs korreliert. Diese Erkenntnis erlaubt
dem Kliniker daher das Ausschleichen, d. h. die stufenweise Reduktion
der Dosis gegebenenfalls verabreichter Immunsuppressiva. Bisher
war es aus klinischer Sicht nicht möglich, gezielte Aussagen darüber zu treffen,
ob das Immunsystem eines Patienten zu einem gegebenen Zeitpunkt
nach Transplantation Toleranz aufweist.
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Wie
für den
Fachmann ersichtlich, können
auch monoklonale Antikörper
gegen TAIC aus Monozyten nicht-humaner Vertebraten, insbesondere
aus erfindungsgemäß modifizierten
Monozyten von Primaten und Schweinen, hergestellt werden. Dabei
erfolgt die Immunisierung der entsprechenden Wirtstiere und die
Generierung der jeweiligen Hybridom-Zellinien wie oben für die TAIC
humanen Ursprungs beschrieben. Die Generierung von wirkungsvollen
TAIC-Populationen
aus anderen Spezies leistet einen bedeutenden Beitrag auf dem Gebiet
der xenologen Transplantionsmedizin.
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Für den Fachmann
ist es offensichtlich, dass monoklonale Antikörper gegen TAIC aus Monozyten auch
nicht humaner Vertebraten hergestellt werden können, insbesondere von Monozyten
von Primaten und Schweinen, die erfindungsgemäß modifiziert wurden. In diesem
Zusammenhang wird die Immunisierung der entsprechenden Wirtstiere
und die Generierung der entsprechenden Hybridom-Zellinien ausgeführt, wie
oben für
die TAIC humanen Ursprungs beschrieben. Die Generierung wirksamer
TAIC-Populationen aus anderen Spezies stellt einen wichtigen Beitrag
im Bereich der xenogenetischen Transplantationsmedizin dar.
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Die
Erfindung beschreibt auch eine Sub-Population der TAIC, welche die
Antigene CD3 und CD14 auf ihrer Zelloberfläche ko-exprimiert. Diese Zellen
werden nachfolgend als TAICCD3+/CD14+ bezeichnet.
Derartige Zellen sind bisher nicht im Stand der Technik beschrieben
worden. Monozyten und bekannte, von Monozyten abgeleitete Zellen
tragen den CD14-Marker auf ihrer Oberfläche, sie tragen jedoch nicht
gleichzeitig den zusätzlichen
Oberflächenmarker
CD3.
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TAIC,
welche die Oberflächenantigene
CD3 und CD14 ko-exprimieren, können
entweder direkt aus den in Stufe c) des oben beschriebenen erfindungsgemäßen Verfahrens
gebildeten Transplant-Akzeptanz-induzierenden
Zellen selektiert werden, oder sie können aus der Zellpopulation
selektiert werden, die nach Trennung der Zellen aus dem Kulturmedium
entsprechend Stufe d) des oben beschriebenen erfindungsgemäßen Verfahrens
gewonnen werden, oder sie können
alternativ aus der TAICGM7-Population selektiert
werden.
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Es
konnte ferner gezeigt werden, dass die TAICCD3+/CD14+ die
Gene Foxp3, CTLA4 und Integrin αEβ7 stark exprimieren (vgl. Beispiel 12). Im
Gegensatz dazu, werden diese Gene von den Ursprungsmonozyten nicht
oder nur in geringem Umfang exprimiert. Die Hochregulation der Expression
der Gene Foxp3, CTLA4 und Integrin αEβ7 bildet
daher ein Charakteristikum von TAICCD3+/CD14+-Zellen.
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Wie
in Beispiel 12 diskutiert, ist bisher die Expression der Marker
Foxp3, CTLA4 und Integrin αEβ7 nur für
regulatorische T-Lymphozyten
beschrieben worden. T-Lymphozyten, welche die Oberflächengene
CD4 und CD25 ko-exprimieren, bilden eine Sub-Population der regulatorischen T-Lymphozyten,
welche auch als "Suppressorzellen" bezeichnet werden.
Ihre Funktion ist die Suppression der Immunantwort im Körper. Insbesondere
wird Foxp3 als ein spezifischer Transkriptionsfaktor angesehen,
der als Kontrollgen für
die Entwicklung regulatorischer T-Zellen dient, und der spezifisch
von diesen Zellen exprimiert wird. Die TAICCD3+/CD14+-Zellen
mindestens 1 × 10–9,
vorzugsweise mindestens 5 × 10–9,
und in besonders bevorzugter Weise mindestens 1 × 10–8 μg Foxp3-RNA
je μg Gesamt-RNA
exprimieren.
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CTLA4
wird ebenfalls als Marker für
den Nachweis der regulatorischen Funktion von T-Lymphozyten angesehen,
insbesondere von CD4/CD25 positiven T-Lymphocyten (vgl. Literatur
zitiert in Beispiel 12). Die TAICCD3+/CD14+-Zellen
sollten mindestens 5 × 10–7,
in bevorzugter Weise mindestens 3 × 10–6 und
in besonders bevorzugter Weise 5 × 10–6 μg CTLA4-RNA
je μg Gesamt-RNA
exprimieren.
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Integrin αEβ7,
welches epitheliales Cadherin erkennt, wurde kürzlich von Lehmann et al. in
PNAS 99, Seiten 13031–13036
(2002) als ein neuer Marker für
eine Sub-Population hochpotenter regulatorischer T-Lymphozyten beschrieben,
welcher mit der epithelialen Umgebung interagiert. Die Expression
von Integrin αEβ7-RNA sollte erfindungsgemäß in TAICCD3+/CD14+-Zellen vorzugsweise 1 × 10–12,
insbesondere mindestens 1 × 10–11,
in besonders bevorzugter Weise mindestens 1 × 10–10,
und in meist bevorzugter Weise mindestens 1 × 10–9 μg je 1 μg Gesamt-RNA
betragen.
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Wie
in Beispiel 12 in der Tabelle gezeigt, führt die direkte Ko-Kultivierung von
erfindungsgemäßen TAIC
mit Lymphozyten zu einer erheblichen Steigerung der Zahl an regulatorischen
T-Lymphozyten, insbesondere
an CD4/CD25 doppelt-positiven Zellen in der Lymphozytenpopulation
mit stark hochregulierter Expression der Foxp3, CTLA4 und Integrin αEβ7.
Das Beispiel zeigt ferner, dass dieser Effekt nicht beobachtet wird, wenn
TAIC indirekt mit Lymphozyten ko-kultiviert werden.
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Diese
Ergebnisse zeigen, dass die Stimulierung der Bildung und/oder Vermehrung
von regulatorischen T-Lymphozyten durch TAIC mit der Induktion von
Transplant-Akzeptanz durch die erfindungsgemäßen TAIC im Zusammenhang steht.
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Beispiel
13 bestätigt
diese Hypothese. In diesem Beispiel wurden Lymphozyten aus den Empfängertieren
der Beispiele 3, 4, 5, 6 und 7 mit TAIC aus den jeweiligen Donor-Tieren
in vitro inkubiert. Für
die Induktion der Toleranz wurden TAIC, die mit Lymphozyten aus
den Empfängern
vorinkubiert waren, den Tieren anstelle von TAIC injiziert. Auf
diese Weise konnte Donor spezifische Toleranz induziert werden,
während
Tiere, denen Empfänger-Lymphozyten verabreicht
wurden, die nicht mit Donor abgeleiteten TAIC ko-kultiviert waren,
keine Toleranz erzeugten.
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Die
erfindungsgemäßen TAIC
können
als solche in pharmazeutischen Präparaten verwendet werden. Die
aus Stufe d) des oben beschriebenen erfindungsgemäßen Verfahrens
erhaltenen Zellen können
direkt verwendet werden. Etwa 10 bis 50 der gesamten Zellen der
so erhaltenen Populationen werden von Lymphozyten und Granulozyten
gebildet, welche aus dem ursprünglichen
Monozytenisolat (Buffy-Coat) stammen. Diese Zellen unterstützen die
Bildung der von Monozyten abgeleiteten TAIC der Erfindung in der
Kultivierungsstufe (vgl. Beispiel 11); sie interferieren nicht mit
der Toleranzinduktion, wenn die erfindungsgemäßen TAIC als pharmazeutisches
Präparat
verwendet werden. Die Sub-Populationen
TAICGM7 und/oder TAICCD3+/CD14+ können jedoch aus
der Gesamtheit der TAIC-Population isoliert werden, welche mit dem
erfindungsgemäßen Verfahren
erhalten wurde (siehe oben), und sie können zur Toleranzinduktion
verwendet werden.
-
In
Kulturmedium (vgl. Beispiel 2) können
die TAIC oder die Sub-Populationen
TAICGM7 und/oder TAICCD3+/CD14+ mindestens
48 Stunden lang gehalten werden, ohne ihre Toleranz induzierende
Wirkung zu verlieren.
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Für den Einsatz
als pharmazeutisches Präparat
können
die TAIC oder die Sub-Populationen TAICGM7 und/oder
TAICCD3+/CD14+ suspendiert in z. B. humanem
AB-Serum (universal verwendbar) intravenös als Kurztransfusion verabreicht
werden. Zur Induktion von Transplantat-Akzeptanz bei allogener Transplantation
können
die aus Monozyten des Spenders generierten TAIC oder die Sub-Populationen TAICGM7 und/oder TAICCD3+/CD14+ dem
MHC-differenten Empfänger
entweder prä-operativ
oder post-operativ injiziert werden. Bei prä-operativer Verabreichung sollten
die TAIC etwa 1 Woche vor der Operation ein- oder dreimal injiziert
werden. Bei post-operativer Verabreichung sollte der Zeitraum zwischen
Operation und der erstmaligen Verabreichung der Zellen nicht länger als
7 Tage betragen. Die erfindungsgemäßen TAIC oder die Sub-Populationen TAICGM7 und/oder TAICCD3+/CD14+ sind
dann in der Lage, die T-Zell-Antwort des Immunsystems des Empfängers gegen
das Transplantat abzuwehren und ausreichend lange im Empfängerblut
zu persistieren, um langfristige Transplantat-Akzeptanz zu gewährleisten.
-
Die
prä-operative
intravenöse
Injektion kommt im Rahmen von Lebendspenden in Betracht; wenn es sich
hingegen um eine Leichenspende handelt, so ist die post-operative
Verabreichung der erfindungsgemäßen TAIC
oder der Sub-Populationen TAICGM7 und/oder
TAICCD3+/CD14+ angezeigt. Im Falle einer
Leichenspende wird der Körper
des Spenders durch Kanülierung
der Hauptschlagader mit einem Perfusionsmedium zur Organkonservierung
durchspült.
Hierbei wird das venöse
Blut normalerweie über
die Hohlvene abgesaugt und verworfen. Zur Gewinnung der erfindungsgemäß einzusetzenden
TAIC kann das venöse
Blut gesammelt und wie in Beispiel 1 beschrieben aufgearbeitet werden.
Im Falle der Leichenspende können
die TAIC alternativ auch aus Zellen (Lymphozyten und Monozyten)
der Spender-Milz erhalten werden.
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Bei
postoperativer Applikation der erfindungsgemäßen TAIC im Rahmen der Leichenspende
kann die Zeit zwischen Transplantation und Applikation der Zellen
durch Kombination mit Immunsuppressiva überbrückt werden, um eine akute Abstoßung des
Organs während
des Intervalls zwischen Transplantation und Bereitstellung der aus
dem Spenderblut gewonnenen TAIC zu vermeiden. In diesem Zusammenhang
kommt die therapeutische Kombination mit herkömmlichen Immunsuppressiva,
beispielsweise mit Calcineurin-Inhibitoren wie Cyclosporin A (CSA)
oder Tacrolimus oder mit Azathioprin (AZA), Mykophenolatmophetil,
Rapamycin, monoklonalen Antikörpern
(ATG, ALG, Dicliziumab, Basiliximab) oder mit Steroiden (STE) in
Betracht. Die Gegenwart der Immunsuppressiva (mit Ausnahme der bekannten
IL-2-Receptor-α monoklonalen
Antikörper,
wie Dicliziumab und Basiliximab) im Empfängerblut übt keinen negativen Einfluss
auf die Wirksamkeit der Immunsuppressiva einerseits oder der TAIC
andererseits aus.
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In
diesem Sinne können
die erfindungsgemäß modifizierten
Zellen monozytären
Ursprungs als "Vehikel
zum Toleranztransfer" für jedes
zelluläre
Transplantat (wie beispielsweise Inselzellen, Hepatozyten, adulte Stammzellen
und für
jeden anderen programmierten Zelltyp bzw. Gewebetyp) und Organ (wie
beispielsweise Niere, Leber, Herz) eingesetzt werden, soweit sie
mit den zu transplantierenden Zellen (Organen) genetisch identisch
sind, d.h., sie müssen
vom Spender selbst oder von dessen identischem Zwilling stammen.
Die TAIC erfüllen
ihre protektive Funktion, indem sie das Anwachsen der transplantierten
Zellen/Organe erlauben und damit dem Empfänger die Nebenwirkungen einer
längerfristigen
immunsuppressiven Therapie ersparen.
-
Detaillierte Beschreibung
der Erfindung
-
Ausgangsmaterial
für das
erfindungsgemäße Verfahren
sind Blutmonozyten. Vorzugsweise handelt es sich um Monozyten aus
menschlichem Blut. Zum Zwecke der Induktion von Transplantat-Akzeptanz müssen die
Zellen vom Spender des Transplantats (oder von dessen identischem
Zwilling) stammen. Bei xenologer Transplantation von beispielsweise
Affen- oder Schweineorganen in Menschen, müssen die erfindungsgemäßen TAIC
demgemäß von Monozyten
des jeweiligen Spender-Tieres abgeleitet sein.
-
Zur
Gewinnung der Monozyten kann das Blut zunächst nach üblicher Behandlung mit einem
Antikoagulans auf bekannte Weise, vorzugsweise durch Zentrifugation,
in Plasma sowie in weiße
und rote Blutzellen getrennt werden. Nach der Zentrifugation findet
sich das Plasma im Überstand;
darunter liegt eine Schicht, welche die Gesamtheit der weißen Blutzellen
enthält.
Diese Schicht wird auch als "buffy
coat" bezeichnet.
Darunter befindet sich die rote Blutzellen enthaltende Phase (Hämatokrit).
-
Im
Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird zunächst
die "buffy coat"-Schicht isoliert
und zur Gewinnung der Monozyten beispielsweise durch Zentrifugieren
nach bekannten Verfahren aufgetrennt. Gemäß einer bevorzugten Verfahrensvariante
wird die "buffy
coat"-Schicht auf
ein Lymphozyten-Separationsmedium (Ficoll-Hypac) geschichtet und
zentrifugiert (vgl. Beispiel 1). Beispiel 1 beschreibt eine bevorzugte
Ausführungsform
der Erfindung, bei der Erythrozyten und tote Zellen, die in dem
Buffy-Coat enthalten
sind, durch Zentrifugieren abgetrennt werden, und die weißen Blutzellen
einschließlich
der Monozyten als Isolat auf dem Separationsmedium vorhanden sind.
Danach kann die weiße
Phase von Monozyten vorsichtig abpipettiert werden, und für die Anreicherung
von Monozyten in dem Isolat wiederholt zentrifugiert und gewaschen
werden. Im Laufe dieses Verfahrens, werden sich die Monozyten zusammen
mit einem Teil der Lymphozyten am Boden des Zentrifugationsgefäßes sammeln.
-
Entsprechend
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens,
werden die Bedingungen zur Gewinnung des die Monozyten enthaltenden
Isolats so kontrolliert, dass das Isolat etwa 10 bis 50% Lymphozyten
neben den Monozyten, bezogen auf die Gesamtzahl der Zellen, enthält. Vorzugsweise
enthält
das Isolat 50 bis 90%, und in besonders bevorzugter Weise 60 bis
70% Monozyten und etwa 10 bis 50%, in bevorzugter Weise 20 bis 50%
Lymphozyten, jeweils bezogen auf die Gesamtzellzahl, wobei die Differenz
gegebenenfalls durch Granulozyten gebildet werden kann.
-
Wie
in Beispiel 11 gezeigt, führt
die Gegenwart von Lymphozyten in einer Größenordnung von 20 bis 30%,
bezogen auf die gesamte Zellzahl, während der Kultivierung der
Ursprungsmonozyten mit MCSF und γ-Interferon
zur Bildung einer erheblich höheren
Menge an CD3/CD14-doppelt-positiven TAIC, als wenn nur weniger Lymphozyten
(5%) vorhanden sind.
-
Für die Herstellung
einer ausreichenden Menge an TAIC ist es zunächst erforderlich, die Monozyten zu
vermehren. Zu diesem Zweck können
bekannte, für
Monozyten geeignete Wachstumsmedien verwendet werden, das Medium
muss jedoch einen für
Monozyten geeigneten Wachstumsfaktor enthalten; erfindungsgemäß ist M-CSF
(macrophagecolony-stimulating-factor) besonders bevorzugt. M-CSF
(auch als CSF-1 bezeichnet) wird von Monozyten, Fibroblasten, Lymphozyten
und endothelialen Zellen produziert. Die Konzentration von M-CSF
in dem Kulturmedium kann von 2 bis 20 μg/l Medium, vorzugsweise 4 bis
6 μg/l und
in besonders bevorzugter Weise 5 μg/l
betragen.
-
Anschließend oder
gleichzeitig müssen
die Zellen mit γ-IFN
stimuliert werden, d.h., in Gegenwart von γ-IFN kultiviert werden. Die
Stimulierung der Monozyten mit y-IFN erfolgt nach einer 3 bis 6
Tage langen initialen Vermehrungsphase in dem den Wachstumsfaktor
enthaltenden Kulturmedium. Vorzugsweise am 4. Tag nach Beginn der
Kultivierung wird mit γ-IFN
stimuliert und die Stimulierung erstreckt sich über einen Zeitraum von 24 bis
72 Stunden, vorzugsweise 48 Stunden, unter Brutschrankbedingungen,
d.h., bei 37°C
und 5% CO2 Atmosphäre.
-
Die
Konzentration von γ-IFN
in dem Medium kann von 0,1 bis 20 ng/ml, vorzugsweise 1 bis 10 ng/ml und
in besonders bevorzugter Weise 5 ng/ml betragen.
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Die
Stimulierung mit y-IFN kann gleichzeitig mit der Vermehrung der
Monozyten in dem Wachstumsfaktor enthaltenden Medium beginnen. Die
Stimulierung im Anschluß an
eine 3 bis 6 Tage lange initiale Vermehrungsphase, wie oben angegeben,
ist jedoch bevorzugt. Vermehrung der Zellen und Stimulierung mit γ-IFN sollten
insgesamt nicht mehr als 8 Tage in Anspruch nehmen. In jedem Falle
sollte die Behandlung mit γ-IFN
im Anschluß an
die Vermehrungsphase über
mindestens 24 Stunden, maximal 72 Stunden, vorzugsweise 48 Stunden
durchgeführt
werden. Der Zeitraum für
die Vermehrung und Stimulierung der Zellen sollte demnach ingesamt
4 bis 8 Tage betragen.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung wird die Vermehrung und die Stimulierung mit γ-Interferon
wie in Beispiel 2 angegeben auf solche Weise durchgeführt, dass
die Monozyten zunächst
in einem den Wachstumsfaktor enthaltenden Kulturmedium vermehrt
werden, und dem Kulturmedium nach 3 bis 6 Tagen γ-IFN in einer solchen Menge
zugesetzt wird, dass eine Konzentration 0,1 bis 20 ng/ml, vorzugsweise 1
bis 10 ng/ml und in besonders bevorzugter Weise 5 ng/ml in dem Medium
erreicht wird.
-
Vorzugsweise
wird das erfindungsgemäße Verfahren
in Kulturgefäßen durchgeführt, deren
Oberfläche zuvor
mit fötalem
Kälberserum
(FCS) oder alternativ mit humanem AB-Serum beschichtet wurde (vgl.
Beispiel 2). Die Beschichtung mit FCS kann dadurch erfolgen, dass
man die Oberfläche
der Kulturgefäße vor Ingebrauchnahme
mit FCS bedeckt, und nach einer Einwirkungszeit von einigen Stunden,
insbesondere 4 bis 72 Stunden, vorzugsweise 12–48 Stunden, und in besonders
bevorzugter Weise 24 Stunden, das nicht an der Oberfläche haftende
FCS auf geeignete Weise entfernt. Während der Kultivierungs-Stufe
setzen sich die Zellen nach etwa 24 Stunden am Boden des Kulturgefässes ab.
Aufgrund ihrer adhäsiven
Eigenschaften haften die Monozyten und die während des Verfahrens aus den
Monozyten gebildeten TAIC am Boden des jeweiligen Kulturgefässes. Wenn
das Kulturmedium, wie in Beispiel 2 beschrieben, während der
Kultivierung gewechselt wird, wird der Überstand zunächst vorsichtig
beispielsweise durch Pipettieren oder Dekantieren entfernt, und anschliessend
frisches Kulturmedium eingefüllt.
Vorzugsweise werden die am Boden haftenden Zellen jedoch nicht oder
nur vorsichtig gewaschen, sodass vorhandene Lymphozyten nicht entfernt
werden.
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Die
Ablösung
der adhärenten
Zellen kann auf mechanische Weise, beispielsweise mit einem feinen Zellschaber
oder Spachtel erfolgen.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens
erfolgt die vollständige
Ablösung
der Zellen jedoch durch Behandlung mit einem geeigneten Enzym, beispielsweise
mit Trypsin (vgl. Beispiel 2). Die Trypsinlösung (0,1 bis 0,025 g/l, vorzugsweise
0,05 g/l, kann 2 bis 10 Minuten lang bei 35°C bis 39°C, vorzugsweise bei 37°C, in Gegenwart
von 5% CO2 auf die Zellen einwirken.
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Die
Enzymaktivität
wird sodann auf übliche
Weise blockiert, und die nun frei flottierenden TAIC können auf übliche Weise
durch Zentrifugieren gewonnen werden. Sie stehen nunmehr, entweder
suspendiert in einem geeigneten Medium, beispielsweise in PBS, für den sofortigen
Einsatz zur Verfügung.
Sie können
jedoch auch einige Tage lang, insbesondere etwa 2–3 Tage
lang, in einem Nährmedium
(vgl. Beispiel 2) gehalten werden, wobei dieses Aufbewahrungsmedium
weder den Wachstumsfaktor noch γ-IFN
enthalten sollte. In einem derartigen Nährmedium können die Zellen mindestens
48 Stunden lang als TAIC aufbewahrt werden.
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Für die längere Lagerung
können
die Zellen tiefgefroren werden. Protokolle zum Tiefgefrieren lebender
Zellen sind im Stand der Technik bekannt, vgl. Griffith M. et al.,
Epithelial Cell Culture, Cornea, in methods of tissue engineering,
Atala A. und Lanza R. P., Academic Press 2002, Kapitel 4, Seiten
131–140.
Ein bevorzugtes Suspensionsmedium zum Tiefgefrieren der erfindungsgemäßen Zellen
ist DMSO enthaltendes FCS.
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Die
Zellsuspension, welche die Transplant-Akzeptanz-induzierenden Zellen
aus den Stufen c) oder d) enthält,
bezüglich
solcher Zellen weiter gereinigt werden, welche den Antikörper GM-7
binden, um auf diese Weise eine Sub-Population TAICGM7 zu
gewinnen. Verfahren für
eine derartige Reinigung sind oben im Detail beschrieben.
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Solche
Zellen werden aus der TAIC-Population selektiert, welche die Antigene
CD3 und CD14 auf ihrer Zelloberfläche ko-exprimieren. Verfahren
zur Selektion derartiger Zellen sind im Stand der Technik bekannt. Beispiele
für solche
Verfahren zur Gewinnung der Monozyten aus dem Vollblut sind das "Fluorescent-Activating
Cell Sorting" (FACS),
das "Immuno Magnetic
Bead Sorting" und "Magnetic Activated
Cell Sorting" (MACS), oder
das sogenannte "Rosetting-Verfahren", vgl. Gmelig-Meyling
F. et al., "Simplified
procedure for the separation of human T- und non-T-cells", Vox Sang. 33, 5–8 (1977).
-
Die
Selektion der TAIC-Sub-Population TAICCD3+/CD14+ kann
direkt aus der TAIC-Population aus den Schritten c) oder d) des
oben beschriebenen erfindungsgemäßen Verfahrens
erfolgen, oder aus der TAICGM7-Sub-Population.
Die letztgenannte Vorgehensweise bedeutet, dass eine schrittweise
Anreicherung der TAICCD3+/CD14+ stattfindet.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung werden die erfindungsgemäßen TAIC per se zur Herstellung
einer pharmazeutischen Zusammensetzung für die in vivo-Suppression von
Transplantabstoßung eingesetzt.
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Eine
derartige pharmazeutische Zusammensetzung kann vitale erfindungsgemäße TAIC
enthalten, die aus Stufe d) des erfindungsgemäßen Verfahrens, suspendiert
in einem pharmazeutisch akzeptablen Träger, vorzugsweise in einer
Menge von etwa 1 × 105 bis 1 × 107 Zellen/ml, und in besonders bevorzugter
Weise von etwa 1 × 106 Zellen/ml des Präparats stammen.
-
Die
Zellen der TAICGM7-Sub-Population können per
se zur Herstellung einer pharmazeutischen Zusammensetzung für die in
vivo-Suppression von Transplantabstoßung eingesetzt werden.
-
Derartige
pharmazeutische Zusammensetzungen können vitale TAICGM7-Zellen enthalten,
welche den Antikörper
GM-7 binden, und in einem pharmakologisch akzeptablen flüssigen Träger vorzugsweise
in einer Menge von 1 × 106 bis 1 × 108 Zellen/ml und in besonders bevorzugter
Weise von etwa 1 × 106 Zellen/ml der Präparation enthalten sind.
-
Die
Zellen aus der TAICCD3+/CD14+-Sub-Population
können
per se zur Herstellung einer pharmazeutischen Zusammensetzung für die in
vivo-Suppression von Transplantabstoßung verwendet.
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Derartige
pharmazeutische Präparationen
können
vitale TAICCD3+/CD14+-Zellen, welche die Antigene CD3 und
CD14 ko-exprimieren, in einer Menge von vorzugsweise 5 × 105 bis 5 × 107 Zellen/ml und in besonders bevorzugter
Weise von etwa 5 × 106 Zellen/ml der Präparation enthalten.
-
Die
oben beschriebenen pharmazeutischen Zusammensetzungen können die
erfindungsgemäßen Zellen
suspendiert in einem physiologisch gut verträglichen Medium enthalten. Geeignete
Medien sind beispielsweise Ringerlösung, physiologische Kochsalzlösung oder
5–20%ige
Humanalbuminlösung
und dergleichen.
-
Zellpräparate entsprechend
der Erfindung können
vitale TAIC enthalten, welche aus Stufe d) des erfindungsgemäßen Verfahrens
erhalten wurden. Alternativ, können
die Präparate
Zellen enthalten, welche zu den Sub-Populationen der TAICGM7-Zellen, welche den Antikörper GM-7
binden, oder der TAICCD3+/CD14+-Zellen, welche
die Antigene CD3 und CD14 auf ihrer Oberfläche ko-exprimieren, gehören. Die Präparate können die jeweiligen Zellen
in einer Menge von vorzugsweise mindestens 1 × 105,
in mehr bevorzugter Weise von mindestens 5 × 105 und
in am meisten bevorzugter Weise mindestens 1 × 106-Zellen
per ml, suspendiert in einem flüssigen
Trägermedium,
enthalten. Das Medium kann eine Zellkultur oder Transportmedium
sein, das von Zellen gut toleriert wird, wie 15 bis 20%ige Humanalbuminlösung. Alternativ
können
die Zellen in dem Präparat tiefgefroren
sein und in einem geeigneten Lagermedium, wie beispielsweise RPMI
mit 50% Humanalbuminlösung
und 10% DMSO enthalten sein.
-
Schließlich betrifft
die Erfindung auch ein Verfahren, bei dem Transplantat-Akzeptanz-induzierende Zellen
gemäß der Erfindung
(TAIC, TAICGM7 oder TAICCD3+/CD14+)
zum Generieren oder Expandieren regulatorische T-Lymphozyten in
vitro verwendet werden. Wie in Beispiel 12 gezeigt, führt die
direkte in vitro-Ko-Kultivierung von TAIC mit Lymphozyten zu einer
signifikanten Proliferation regulatorischer T-Lymphozyten, insbesondere
von CD4+/CD25+-Lymphozyten, vgl.
Wood und Sakaguchi: "Regulatory
Cells in Transplantation Tolerance", Nature Review Immunology 3, 199–210 (2003)". Es ist daher möglich, regulatorische
T-Lymphozyten, insbesondere CD4+/CD25+-Lymphozyten durch direktes Ko-Kultivieren
von TAIC mit Lymphozyten zu generieren und/oder zu expandieren,
wie in Beispiel 12 beschrieben.
-
Direkte
in vitro-Ko-Kultivierung bedeutet erfindungsgemäß, dass TAIC und Lymphozyten
in direkten physischen Kontakt in dem gleichen Medium miteinander
ko-kultiviert werden, wie es unter anderem in Beispiel 12 exemplifiziert
ist.
-
Bei
diesem Verfahren enthält
das Medium vorzugsweise die jeweiligen Zellen, d. h. TAIC und Lymphozyten,
in etwa gleicher Zellzahl, und jeweils in einer Menge von vorzugsweise
mindestens 1 × 105, mehr bevorzugt mindestens 5 × 105 und in am meisten bevorzugter Weise mindestens
1 × 106 Zellen je ml, suspendiert in einem flüssigen Trägermedium;
das Medium kann ein Zellkulturmedium oder ein Transportmedium sein,
das von Zellen gut toleriert wird, wie 5–20%ige Humanalbuminlösung. Die
Ko-Kultivierung erfolgt vorzugsweise unter physiologischen Bedingungen
bei etwa 37°C,
beispielsweise in einem Inkubator, vorzugsweise 3–5, in mehr bevorzugter
Weise 4 Tage lang.
-
Wie
in Beispiel 13 gezeigt, kann Transplantat-Akzeptanz nicht nur durch
Verabreichung von TAIC an den Empfänger induziert werden, welche
aus Donormonozyten stammen, sondern auch durch die Rückverabreichung
von Empfängerlymphozyten
an den Empfänger, welche
zuvor mit TAIC aus Donormonozyten wie oben beschrieben direkt in
vitro ko-kultiviert worden sind.
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Entsprechend
einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung können
daher regulatorische T-Lymphozyten in vitro aus Lymphozyten hergestellt
werden, die aus dem Empfänger
eines Transplantats stammen, indem man Lymphozyten aus dem Empfänger direkt
mit TAIC aus dem Donor des Transplantats ko-kultiviert. Rückverabreichung
der ko-kultivierten Lymphozyten an den Empfänger wird, wie in Beispiel
13 gezeigt, zu einer Transplant-Akzeptanz bei dem Empfänger führen.
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Die
so hergestellten, von dem Empfänger
stammenden regulatorischen T-Lymophozyten können durch FACS isoliert werden,
wie hier beschrieben (siehe oben), und sie können in einer pharmazeutischen
Zusammensetzung zur Vermeidung von Transplantabstoßung in
dem Empfänger
verwendet werden, wobei die Zellen in einem pharmakologisch akzeptablen
Träger,
wie oben beschrieben, suspendiert sind.
-
Die
Erfindung wird nachfolgend anhand von Beispielen erläutert.
-
Wenn
nicht in den Beispielen definiert, so ist die Zusammensetzung der
verwendeten Medien und Substanzen wie folgt:
-
1. Penicillin/Streptomycinlösung:
-
10
000 Einheiten Penicillin als Natriumsalz von Penicillin G and 1000 μg Streptomycin
als Streptomycin-sulfat je ml physiologische Natriumchloridlösung (NaCl
0,85%) (Gibco Katalog No. 15140122).
-
2. Trypsin-EDTA
-
0,5
g Trypsin und 0,2 g EDTA (4 Na)/l
-
3. RPMI 1640 (1x, flüssig (11875))
-
-
RPMI
(Roswell Park Memorial Institute) Medien 1640 sind angereicherte
Formulierungen, die extensiv für
Säugerzellen
verwendet werden können.
-
| Bestandteile | Mol.-Gewicht | Konz.
(mg/l) | Molarität (nM) |
| Anorganische
Salze |
| Calciumnitrat
(Ca(NO3)24H2O) | 236 | 100,00 | 0,424 |
| Kaliumchlorid
(KCl) | 75 | 400,00 | 5,30 |
| Magnesiumsulfat
(MgSO4) | 120 | 48,84 | 0,407 |
| Natriumchlorid
(NaCl) | 58 | 6000,00 | 103,44 |
| Natriumbicarbonat
(NaHCO3) | 84 | 2000,00 | 23,800 |
| Natriumphosphat
(Na2HPO4) | 142 | 800,00 | 5,63 |
| Weitere
Bestandteile |
| Glukose | 180 | 2000,00 | 11,10 |
| Glutathion,
reduziert | 307 | 1,50 | 0,0032 |
| Phenolrot | 398 | 5,00 | 0,0125 |
| Aminosäuren |
| L-Arginin | 174 | 200,00 | 1,10 |
| L-Asparagin | 132 | 50,00 | 0,379 |
| L-Asparaginisäure | 133 | 20,00 | 0,150 |
| L-Cysteindihydrochlorid | 313 | 65,00 | 0,206 |
| L-Glutamininsäure | 147 | 20,00 | 0,136 |
| L-Glutamin | 146 | 300,00 | 2,05 |
| Glycin | 75 | 10,00 | 0,133 |
| L-Histidin | 155 | 15,00 | 0,0967 |
| L-Hydroxyprolin | 131 | 20,00 | 0,153 |
| L-Isoleucin | 131 | 50,00 | 0,382 |
| L-Leucin | 131 | 50,00 | 0,382 |
| L-Lysinhydrochlorid | 146 | 40,00 | 0,219 |
| L-Methionin | 149 | 15,00 | 0,101 |
| L-Phenylalanin | 165 | 15,00 | 0,0909 |
| L-Prolin | 115 | 20,00 | 0,174 |
| L-Serin | 105 | 30,00 | 0,286 |
| L-Threonin | 119 | 20,00 | 0,168 |
| L-Tryptophan | 204 | 5,00 | 0,0245 |
| L-Tyrosindinatriumdihydrat | 261 | 29,00 | 0,110 |
| L-Valin | 117 | 20,00 | 0,171 |
| Vitamine |
| Biotin | 244 | 0.20 | 0,008 |
| D-Calciumpantothenat | 477 | 0.25 | 0,0005 |
| Cholinchlorid | 140 | 3.00 | 0,0214 |
| Folsäure | 441 | 1.00 | 0,0022 |
| i-Inositol | 180 | 35.00 | 0,194 |
| Niacinamid | 122 | 1.00 | 0,0081 |
| p-Aminobenzoesäure (PABA) | 137 | 1.00 | 0,0072 |
| Pyridoxin
HCl | 206 | 1.00 | 0,0048 |
| Riboflavin | 376 | 0.20 | 0,0005 |
| Thiamin
HCl | 337 | 1.00 | 0,0029 |
| Vitamin
B12 | 1355 | 0.005 | 0,00000369 |
- Referenz: Moore G. E., et al., J. A. M.
A. 199: 519 (1967)
4. PBS (Dulbecco's phosphate buffered saline) cf. J.
Exp. Med. 98: 167 (1954): | Bestandteile | g/l |
| KCl | 0,2 |
| KH2PO4 | 0,2 |
| NaCl | 8,00 |
| Na2PHO4 | 1,15 |
-
5. Ficoll-Hypaque:
-
Lymphozytentrennmedium
(Saccharose/Epichlorhydrin-Copolymerisat Mg 400,000; Dichte 1.077,
eingestellt mit Natriumdiatrizoat).
-
6. L-Glutamin
-
-
7. Macrophagenkolonie stimulierender Faktor
(M-CSF)
-
Rekombinantes
humanes M-CSF aus E. coli; enthält
als Monomer (18,5 kD) 135 Amonosäurereste einschließlich des
N-terminalen Methionin; liegt vor als Homodimer mit einem Molekulargewicht
von 37 kD; (SIGMA Katalog No. M 6518)
-
8. γ-Interferon
(γ-IFN)
-
Rekombinantes
humanes γ-IFN
aus E. coli; 16,7 kD Protein enthaltend 143 Aminosäurereste
(CHEMICON Katalog No. IF002).
-
Beispiel 1
-
Abtrennen von Monozyten aus Gesamtblut
-
Zur
Vermeidung der Blutgerinnung und zum Füttern der Zellen wurden 450
ml humanes Vollblut in einem 3-Kammerbeutel-Set mit 63 ml einer
Stabilisator-Lösung
vermischt, die je Liter H2O 3,27 g Citronensäure, 26,3
g Trinatriumcitrat, 25,5 g Dextrose, und 22,22 g Natriumdihydroxyphosphat
enthielt. Der pH-Wert der Lösung
betrug 5,6–5,8.
-
Zur
Blutkomponententrennung erfolgte anschließend eine »scharfe Zentrifugation« dieses
Gemisches zur Blutkomponententrennung, bei 4000 rpm über 7 min
bei 20°C.
Hieraus resultierte eine 3-Schichtung der korpuskulären und
nicht-korpuskulären
Bestandteile. Durch Einsetzen des Beutelsets in eine dafür vorgesehene
Preßmaschine
wurden dann die Erythrozyten in den unteren Beutel, das Plasma in
den oberen Beutel gepreßt
und der sogenannte Buffy-coat verblieb im mittleren Beutel und enthielt
ca. 50 ml Volumen.
-
Die
Menge von 50 ml frisch gewonnenem Buffy-coat wurde nun in jeweils
2 Portionen á 25
ml geteilt und damit jeweils 25 ml Ficoll-Hypaque Separationsmedium überschichtet,
welches zuvor in zwei 50 ml Falconröhrchen gefüllt worden war.
-
Dieser
Ansatz wurde 30 Min. lang bei 2500 rpm ungebremst zentrifugiert.
Im Buffy coat noch vorhandene Erythrozyten und tote Zellen lagen
danach unterhalb der Ficoll-Phase, während die weißen Blutzellen einschließlich der
Monozyten als weiße
Interphase auf dem Ficoll separiert sind.
-
Anschließend wurde
die weiße
Interphase der Monozyten vorsichtig abpipettiert und mit 10 ml Phosphat
gepufferter physiologischer Kochsalzlösung (PBS) gemischt.
-
Danach
wurde dieser Ansatz dreimal 10 Min. lang bei 1800 rpm gebremst zentrifugiert,
wobei der Überstand
nach jeder Zentrifugation abpipettiert und mit frischem PBS aufgefüllt wurde.
-
Das
am Boden des Zentrifugationsgefäßes (Falconröhrchen)
gesammelte Zellpellet enthielt die mononukleäre Zellfraktion, d. h. die
Monozyten.
-
Zur
Herstellung der für
die Rattenexperimente benötigten
Monozyten, wurden jeweils aus 4 genetisch-identen Spenderratten
25 ml Vollblut isoliert und damit 25 ml Ficoll-Hypaque Seperationsmedium überschichtet.
Es wurde dann analog wie oben beschrieben fortgefahren. Alternativ
können
analoge Trennschritte auf Ficoll auch auf Milz-Zellsuspensionen
angewendet werden.
-
Beispiel 2
-
Vermehrung und Modifikation der Monozyten
-
Die
Kultivierung und Vermehrung der Monozyten erfolgte in Nährmedium
der folgenden Zusammensetzung:
| RPMI
1640 Medium | 440
ml |
| Foetales
Kälberserum
(FCS), | |
| alternativ
AB-Serum | 50
ml |
| Penicillin/Streptomycin | |
| Lösung | 5
ml |
| Gesamtvolumen | 500
ml |
Das Nährmedium
enthielt 2,5 μg/500
ml M-CSF
-
Die
in Beispiel 1 isolierten Monozyten wurden in einer Menge von insgesamt
106 Zellen in 10 ml des Nährmediums
suspendiert und auf eine Petrischale (100 mm Durchmesser) übertragen.
Die Petrischale war zuvor mit reinem inaktivierten FCS gefüllt und
das FCS nach 24 Stunden abgegossen worden, um auf diese Weise eine
FCS beschichtete Platte zu erhalten.
-
Die
Petrischale wurde mit dem zugehörigen
Deckel abgedeckt und 3 Tage lang in einem Brutschrank bei 37°C gehalten.
Die Zellen setzten sich nach 24 Stunden am Boden der Petrischale
ab. Am zweiten Tag wurde der Überstand
abpipettiert und die Petrischale mit 10 ml frischem Nährmedium
wieder aufgefüllt.
-
Am
4. Tag wurden 50 ng γ-Interferon
in 10 ml Nährmedium
zugesetzt und die Platte wurde wiederum verschlossen und weitere
48 Stunden lang bei 37°C
im Brutschrank gehalten.
-
Nachfolgend
wurden jeweils 10 ml einer 1:10 mit PBS verdünnten Trypsinlösung in
die Petrischale pipettiert. Die geschlossene Petrischale wurde 10
Min. lang bei 37°C
im Brutschrank gehalten. Anschließend erfolgte die Separation
der auf dem Boden der Petrischale haftenden Zellen mit einem Zellschaber,
derart, dass der größte Anteil
(> 90%) der Zellen
im Überstand
flottierten.
-
Der
gesamte Überstand
(10 ml Trypsinlösung
+ 10 ml Medium) wurde abpipettiert, in einem 50 ml Falconröhrchen vereinigt
und 10 Min. lang bei 1800 rpm zentrifugiert. Der Überstand
wurde nachfolgend verworfen und der Niederschlag (das verbliebene
Zellpellet) mit frischem Nährmedium
(s. o.) versetzt, wobei pro 106 Zellen 1
ml des Nährmediums
zugesetzt wurden. Die Bestimmung der Zellzahl für die exakte Dosierung erfolgte
nach bekannten Verfahren, vergl. Hay R. J., Cell Quantification
and Characterisation, in Methods of Tissue Engineering, Academic
Press 2002, Kapitel 4, S. 55–84.
-
Diese
Zellsuspension wurde zentrifugiert (1800 rpm, 10 min, s. o.) und
das Zellpellet wurde entweder in PBS oder zur Anwendung beim Menschen
in NaCl (physiol.) aufgenommen. Danach kann die intravenöse Applikation
direkt oder innerhalb von 48 Stunden erfolgen.
-
Alternativ
wurden die Zellen nach Zentrifugation und Verwerfen des Trypsin
enthaltenden Überstandes mit
FCS/DMSO als Einfriermedium versetzt und in einem Volumen von 10
ml tiefgefroren.
-
Das
Einfriermedium enthielt 95% FCS und 5% DMSO. Jeweils etwa 106 Zellen wurden in 1 ml des Mediums aufgenommen
und in folgenden Stufen abgekühlt:
30
Min. auf Eis;
2 Stunden bei –20°C im vorgekühlten Styroporkasten;
24
Stunden bei –80°C in Styropor;
Lagerung
in Röhrchen
in Flüssigstickstoff
(N2) bei –180°C.
-
1 belegt die mittels Durchflußzytometrie
bestimmten phenotypischen Veränderungen
der Antigenexpression auf den eingesetzten Monozyten nach Kultivierung
und γ-IFN-Stimulation
der monozytären
Ursprungszellen.
-
Beispiel 3
-
Anwendung der Transplantat-Akzeptanz-induzierenden
Zellen (TAIC) zur Präkonditionierung
des Immunsystems des Transplantat-Empfängers
-
Die
Anwendung von TAIC zur Behandlung eines potentiellen Empfängers vor
der Transplantation bietet sich zum Beispiel für den klinischen Fall der Lebendspende
an, wo bereits im Vorfeld einer Organtransplantation geklärt ist,
wer spendet und wer das Spenderorgan erhält.
-
Für diesen
Fall wurde im Rattenmodell die heterotope Herztransplantation an
männlichen
Inzuchtratten der Stammkombination LEW[RT1.1]
(im Rahmen der vorliegenden Erfindung als "LEW" bezeichnet) → DA[RT1.av1] (im Rahmen der vorliegenden Erfindung
als "DA" bezeichnet) in der
von Ono und Lindsey beschriebenen Technik (Ref. Ono, K. & Lindsey, E. S.
Improved technique of heart transplantation in rats. J. Thorac.
Cardiovasc. Surg. 57, 225–229
(1969)) durchgeführt.
DA Empfängerratten
erhielten zunächst
am Tag –7 vor
der Transplantation 106 von LEW-Monozyten
abgeleitete TAIC in 1 ml PBS intravenös verabreicht. Hiernach erfolgte
sieben Tage später
die Transplantation eines vom LEW-Rattenstamm entnommenen Herzens, welches
heterotop in das Abdomen (Leibeshöhle) des DA-Empfängertieres
eingepflanzt wurde. Da es sich bei den verwendeten Rattenstämmen um
Inzuchtstämme
handelt, exprimierten die erfindungsgemäßen TAIC die identischen Gewebeantigene
wie das transplantierte LEW-Herz.
-
Zur
Kontrolle erfolgte eine sogenannte Drittstammtransplantation. Hierbei
wurden wiederum am Tag –7
(d. h. 7 Tage vor dem operativen Eingriff) vom gleichen LEW-Spendertier
stammende TAIC (106) intravenös in DA
Tiere injiziert. Sieben Tage danach erfolgte die Transplantation
eines von einem CAP[RT1.c] (im Rahmen der
vorliegenden Erfindung als "CAP" bezeichnet) Ratteninzuchtstamm entnommenen
Herzens. CAP-Ratten exprimieren den Haplotyp RT1.c,
sind damit also voll MHC-diskordant (MHC-verschieden) mit den LEW-Spendertieren. Nachfolgend
sind die einzelnen Versuchsgruppen, in denen eine heterotope Herztransplantation
erfolgte (n = 10) dargestellt:
- 1. LEW → DA; unbehandelt;
- 2. LEW → DA;
106 LEW-abgeleitete TAIC i.v., Tag –7 vor LEW-Herztransplantation;
- 3. CAP → DA;
106 LEW-abgeleitete TAIC i.v., Tag –7 vor LEW-Herztransplantation;
- 4. CAP → DA;
unbehandelt;
- 5. LEW → LEW,
unbehandelt;
- 6. LEW → LEW,
106 LEW-abgeleitete TAIC i.v., Tag –7, vor
LEW-Herztransplantation.
-
Wie
aus den Kaplan-Meier-Überlebenskurven
der Herzorgane erkennbar (2A), wurden
9/10 LEW-Herzen von DA-Empfängertieren
langzeit (> 150 Tage)
akzeptiert, wogegen CAP-Drittstammherzen akut, nach 6,7 ± 0,8 Tagen
abgestoßen
wurden. Erfolgte keine vorherige Gabe von TAIC, so wurden auch die LEW-Herzen
akut nach 7,2 ± 1,0
Tagen abgestoßen.
Die Abstoßung
von CAP Herzen durch die im DA-Tier stimulierte Immunantwort nach
6,7 ± 0,8
Tagen erfolgte im gleichen Zeitintervall wie in der unbehandelten
Kontrollgruppe, in der CAP-Herzen
von DA-Ratten nach 6,9 ± 1,0
Tagen abgestoßen
wurden siehe Gruppe 3, respektive Gruppe 4. Alle syngen im LEW → LEW-Ansatz
transplantierten Herzen überlebten
langzeit (> 150 Tage),
unabhängig
davon, ob TAIC-Vorbehandlungen erfolgt waren oder nicht. Hieraus
lässt sich
der Schluß ziehen,
dass TAIC den Empfängerorganismus
nicht im Sinne einer graft-versus-host disease (Transplantat gegen Wirt
Erkrankung) gefährden.
Ferner lässt
sich aus diesem Ergebnis ableiten, dass die i.v.-Gabe von 106 TAIC 1 Woche vor Transplantation, die Möglichkeit
zur Induktion von Langzeit-Organakzeptanz eröffnet. Die induzierte Toleranz
ist dabei spenderspezifisch, da eine entsprechende Vorbehandlung
von DA Ratten mit LEW-abgeleiteten TAIC keine Toleranz für CAP-Drittstamm-Herztransplantate
induziert. Im syngenen LEW > LEW-Ansatz
beeinflusst die zusätzliche
TAIC-Gabe weder das Überleben
der Empfängertiere
noch der Transplantate.
-
2B zeigt
die histologische Beurteilung eines LEW-Allotransplantats am 150.
postoperativen Tag (POT) nach heterotoper Transplantation in das
Abdomen einer DA-Empfängerratte.
Die Empfängerratte
war am Tag –7
vor der Transplantation mit 106 LEW-abgeleiteten TAIC
vorbehandelt worden. Das Transplantat wies bis zum Zeitpunkt seiner
Entnahme aus der Empfängerratte
(150. POT) eine gute Funktion (kräftiger Herzschlag) auf. Das
histologische Präparat
(× 40)
zeigt eine intakte Herzmuskelmorphologie, normale Gefäßendothelien
und nur minimale Infiltration mit mononuclearen Zellen ohne Hinweise
für akute
und chronische Abstoßungsvorgänge.
-
Bemerkenswert
in diesem Zusammenhang ist auch die Tatsache, dass sich spenderabgeleitete
Zellen (detektiert durch immunhistochemischen Nachweis mittels dem
LEW-MHC-Klasse I-spezifischen Antikörper I1.69) langzeit, über ein
Jahr, im Thymus der DA-Empfängerratten
nachweisen lassen. 2C zeigt ein histologisches
Präparat
eines am 150. POT entnommenen Thymus einer mit 106 LEW-abgeleiteten
TAIC vorbehandelten DA-Ratte. Das Präparat wurde mit dem für LEW-MHC-Klasse
I spezifischen monoklonalen Antikörper I 1.69 markiert. Wie der
Figur zu entnehmen ist, führt
die Gabe von TAIC zur Besiedlung der Thymusdrüse, wo die Präsentation
von Spender-abgeleiteten MHC-Antigenen an die heranreifenden T-Zellen
erfolgt; deutlich zu erkennen sind kleine Nester von Zellen, die
sich mit dem Antikörper
markieren lassen.
-
Beispiel 4
-
Nachweis von Spender-abgeleiteten modifizierten
Monozyten im Empfänger
-
Als
mögliche
Ursache der erfindungsgemäß induzierten
Toleranz kommt die Induktion eines gemischten Chimerismus in dem
jeweiligen DA-Tier durch die intravenöse Injektion der LEW-abgeleiteten
TAIC in Betracht. Es wurde daher geprüft, ob sich nach Injektion
von LEW-abgeleiteten TAIC mittels Durchflußzytometrie langfristig (> 45 Tage) mehr als
5% Zellen im Blut des Empfängertiers
nachweisen lassen. Die Durchflußzytometrie
wurde wie im Stand der Technik beschrieben durchgeführt (Ref.
Preffer FI, Flow cytometry In: Diagnostic Immunopathology, Colvin
RB, Bhan AK, McCluskey, RT (eds.), Raven Press New York, pp. 725–449 (1994)).
Der Nachweis der LEW-Spenderzellen im DA-Empfängerblut erfolgte durch den
monoklonalen Antikörper
I1.69, der LEW-MHC-Klasse I Antigene spezifisch detektiert (siehe
Fändrich
F, et al. Nature Med. 8, 171–178,
2002). Die Chimerismusdaten, welche für 4 in Beispiel 3 beschriebenen
LEW → DA
Transplantationen nach Gabe von 106, respektive
104 TAIC/kg × KG im peripheren Blut der
Empfängertiere
bestimmt wurden, sind in 2D wiedergegeben.
-
Nach
Injektion von LEW-abgeleiteten TAIC in vier nicht immunsupprimierte
DA Empfängerratten
(106 Zellen/kg × KG in Ratten 1–3 und 104 Zellen/kg × KG in Ratte 4) zeigen die
Ratten 1–3
einen längerfristigen Chimerismus
(60–80
Tage) im DA-Empfängerblut,
der sich auf Spender-abgeleitete Zellen zurückführen ließ. Der Nachweis von Spender-abgeleiteten
Zellen erfolgte durch durchflußzytometrische
Bestimmung unter Verwendung des LEW-MHC-Klasse I spezifischen Antikörper I1.69
(ein monoklonaler Antikörper,
der nur an MHC-Klasse I positive Zellen vom LEW-Rattenstamm bindet
und nicht mit Zellen vom DA-Rattenstamm kreuzreagiert). Da quasi
alle Zellen des peripheren Bluts MHC-Klasse I Antigen auf der Zelloberfläche exprimieren, läßt sich
der Anteil an Spenderzellen im peripheren Blut der DA Ratte mit
I1.69 sehr genau bestimmen. Wie die Graphik gemäß 20 zeigt,
exprimieren 3 von 4 Tieren innerhalb der ersten 6 Wochen nach intravenöser Injektion
der TAIC mehr als 10% der Zellen das durch I1.69 markierte Spenderantigen.
Ab Tag 60 nach Injektion fällt
dieser Chimerismusanteil im peripheren Blut dieser DA-Ratten deutlich
ab und verschwindet mit Tag 100 komplett. Dieser transiente Chimerismus
korreliert aber streng mit dem Transplantatüberleben zweizeitig (d. h.
7 Tage nach TAIC-Injektion) transplantierter LEW-Herzen, die trotz fehlendem Spenderchimerismus
(ab Tag 100) nicht mehr abgestoßen
werden (im Beispiel Ratte 1–3).
Hingegen kann die kurzfristige Chimerismusinduktion nach Gabe von
109 Zellen/kg × KG (Ratte 4; < 20 Tage) keine
langfristige Transplantat Akzeptanz des übertragenen Herzens gewährleisten.
-
Beispiel 5
-
Gabe von Spender-abgeleiteten Zellen post
transplantationem
-
Für den klinischen
Fall der Leichenspende sollte nun evaluiert werden, inwieweit die
postoperative Gabe von TAIC in der Lage war, entsprechende Langzeitakzeptanz
für das
transplantierte Organ im Empfänger
zu induzieren. Hierzu wurden im LEW → DA Ratteninzuchtstammmodell
heterotope Herztransplantationen durchgeführt. Die DA Empfängerratten
erhielten 4 Zyklen Cyclosporin A (CSA) an den Tagen 0, 1, 2 und
3 nach der Transplantation, intravenös, in der Dosierung 5 mg CSA/kg × KG. Am
Tag 7 erfolgte dann die intravenöse Gabe
von 106 LEW-abgeleiteten TAIC, intravenös, in die
Schwanzvene der DA-Empfängerratten.
Als Kontrolle dienten folgende Versuchsgruppen (n = 6–10).
- 1. LEW → DA;
unbehandelt
- 2. LEW → DA;
CSA, 5 mg/kg × KG,
i.v., Tag 0, 1, 2 und 3
- 3. LEW → DA;
CSA, 5 mg/kg × KG,
i.v., Tag 0, 1, 2 und 3 plus 106 LEW-abgeleitete
TAIC, i.v., Tag 7
- 4. LEW → DA;
106 LEW-abgeleitete TAIC, i.v., Tag 7
- 5. CAP → DA;
CSA, 5 mg/kg × KG,
i.v., Tag 0, 1, 2 und 3 plus 106 LEW-abgeleitete
TAIC, i.v., Tag 7
-
Die
postoperative Behandlung der DA-Empfängerratten mit 106 LEW-abgeleiteten TAIC,
intravenös, am
7. POT führt
zur Langzeittoleranz, wenn eine initiale Gabe von 4 Zyklen CSA (5
mg/kg × KG,
i.v.) von Tag 0–3
erfolgt ist. Die initiale Gabe von CSA ist notwendig, da die alleinige
Behandlung mit einer einmaligen Gabe von 106 TAIC
am 7. POT (postoperativen Tag) die akute Abstoßung nur in 1/6 Fällen verhinderte.
Die gewählte CSA-Dosis
wirkt hierbei nur subtherapeutisch, da zwar das Transplantatüberleben
verlängert
wird, aber keine Langzeitakzeptanz durch alleinige CSA-Gabe induziert werden
kann. Die induzierte Transplantat-Akzeptanz ist spenderspezifisch,
da eine entsprechende Behandlung von DA Ratten mit LEW-abgeleiteten
TAIC keine Toleranz für
CAP-Drittstamm-Herztransplantate
induziert.
-
Wie
in 3 ersichtlich wurden Herzen der Versuchsgruppe
1 akut nach 7,0 ± 0,8
Tagen abgestoßen. Herzen
der Gruppe 2 wurden verzögert
nach 14,4 ± 7,0
Tagen abgestoßen.
Herzen der Gruppe 3 wurden in 5/6 Fällen länger als 150 Tage akzeptiert.
Im Rattensystem gilt die Akzeptanz von Organen für mehr als 100 Tage bereits
als Langzeitakzeptanz, da die mittlere Lebenserwartung einer Inzuchtratte
nur ca. 2 Jahre beträgt. Die
alleinige postoperative Gabe von TAIC (106 Zellen)
konnte die akute Abstoßung
nur in 1/6 Fällen
verhindern, da die Herzorgane nach 22,6 ± 31,6 Tagen zu schlagen aufhörten (Gruppe
4). Die Drittstammkontrolle mit CAP-Herzen zeigte die Spezifität der induzierten
Transplantat-Akzeptanz, da Drittstammherzen wiederum akut nach 7,4 ± 2,2 Tagen
abgestoßen
wurden. Diese Ergebnisse belegen auch, dass die zusätzliche
Anwendung von TAIC keine generelle Immunsuppression erzeugt, da
die akute Abstoßung
der CAP-Herzen nicht verhinderte.
-
Beispiel 6
-
Untersuchung der Organspezifität von durch
TAIC induzierter Langzeitakzeptanz
-
Um
auszuschließen,
dass TAIC lediglich für
Herztransplantate einen protektiven Schutz gegen die allospezifische,
vom Empfänger
gegen die Spenderantigene-gerichtete Immunantwort vermitteln kann,
wurden im stark abstoßenden
DA → LEW
Ratteninzuchtsystem folgende Organe in folgenden Versuchsgruppen
(n = 6) transplantiert:
- 1. DA (Niere) → LEW; unbehandelt
- 2. DA (Niere) → LEW;
106 DA-abgeleitete TAIC, i.v., Tag –7 und –1 vor Transplantation
- 3. LEW (Niere) → LEW;
unbehandelt
- 4. DA (Leber) → LEW;
unbehandelt
- 5. DA (Leber) → LEW;
106 DA-abgeleitete TAIC, i.v., Tag –7 und –1 vor Transplantation
- 6. LEW (Leber) → LEW;
unbehandelt
- 7. DA (Haut) → LEW;
unbehandelt
- 8. DA (Haut) → LEW;
106 DA-abgeleitete TAIC, i.v., Tag –7 und –1 Transplantation
- 9. LEW (Haut) → LEW;
unbehandelt
-
Wie
aus den in 4A–C dargestellten Kaplan-Meier-Plots
ersichtlich wurden 6/6 Nierenorgane, 5/6 Leberorgane und 5/6 Hauttransplantate
langfristig (> 150)
Tage von LEW-Empfängerratten
akzeptiert. Alle syngenen Organtransplantationen dienten zur Kontrolle
der technisch komplikationslosen Durchführung und wurden uneingeschränkt vom
Empfängertier
angenommen (nicht in den Überlebenskurven
gezeigt). Es zeigt sich demnach auch in diesen Versuchsansätzen, dass
die intravenöse
Vorabinjektion von 2 × 106 TAIC Langzeitorganakzeptanz für mehr als
80% der transplantierten Organe induziert.
-
Die
o. a. Nieren-, Leber-, und Hauttransplantate, die mit und ohne vorheriger
Gabe von TAIC transplantiert worden waren, wurden im folgenden histologisch
untersucht. In 4D erkennt man, dass
durch die zweimalige intavenöse
Injektion von 106 TAIC pro kg Körpergewicht
an den Tagen –7
und –1
vor Transplantation, die Morphologie der Transplantatniere als intakt
(vgl. Kontrollniere und syngenes Transplantat LEW → LEW) zur
Darstellung kommt, wogegen in der nicht-behandelten allogenen Kontrollgruppe
DA → LEW
eine deutliche Infiltration des Transplantates im Interstitium zu
erkennen ist (postoperativer Tag 14). Analog dazu verhält sich
das allogene Lebertransplantat (4E),
welches ohne TAIC-Vorbehandlung
am 12. POT komplett abgestoßen
ist (DA → LEW
ohne TAIC), wogegen die Vorabgabe von TAIC das Parenchym der Lebertransplantate
im Vergleich zum syngenen Transplantat völlig homogen und intakt erscheinen
läßt. Auch
das allogene Hauttransplantat (DA) heilt komplikationslos ein (s.
Vergleich zum syngenen LEW-Transplantat) wogegen das simultan mittransplantierte
CAP-Drittstammtransplantat am 12. Postoperativen Tag bereits akut
abgestoßen
wurde. Dieses Beispiel beweist die Spezifität der durch TAIC induzierten
Toleranz, da die Vorbehandlung des LEW-Empfängertieres mit DA-abgeleiteten
TAIC an den Tagen –7
und –1
zur Akzeptanz des DA-Transplantates führt, wogegen das am Tag 0 simultan
mittransplantierte CAP-Hauttransplantat
akut abgestoßen
wird (4F).
-
Beispiel 7A
-
Untersuchungen zur Haplotypspezifität der durch
TAIC induzierten Langzeitorganakzeptanz
-
Um
auszuschließen,
dass TAIC lediglich in der gewählten
Ratteninzuchtstamm-Kombination LEW → DA Langzeitorganakzeptanz
induziert, wurden folgende weitere Inzuchtstammkombinationen im
heterotopen Herztransplantationsmodell überprüft (n = 6). Dabei wurde u.
a. auch der Inzuchtstamm BN[RT1.n] (im Rahmen der
vorliegenden Erfindung als "BN" bezeichnet) verwendet.
- 1. DA → LEW;
unbehandelt
- 2. DA → LEW;
CSA, 5 mg/kg × KG,
i.v., Tag 0, 1, 2, 3 plus 106 DA-abgeleitete
TAIC/kg × KG,
i.v., Tag 7 und 10 postoperativ
- 3. CAP → LEW;
unbehandelt
- 4. CAP → LEW;
CSA, 5 mg/kg × KG,
i.v., Tag 0, 1, 2, 3 plus 106 CAP-abgeleitete
TAIC/kg × KG,
i.v., Tag 7 und 10
- 5. BN → LEW;
unbehandelt
- 6. BN → LEW;
CSA, 5 mg/kg × KG,
i.v., Tag 0, 1, 2, 3 plus 106 BN-abgeleitete
TAIC/kg × KG,
i.v., Tag 7 und 10
-
Aus
Vorversuchen war bereits bekannt, dass in der sogenannten "high-responder"-Kombination (DA → LEW), die
mit der stärksten
im Ratteninzuchtmodell bekannten Abstoßungsreaktion einhergeht, die
einmalige postoperative i.v.-Gabe von 106 TAIC
keine Langzeitakzeptanz erzielen kann. Es wurde daher mit einer zweimaligen
Gabe versucht, die Präsenz
von TAIC im Empfängertier
zu erhöhen.
Wie aus den zugehörigen
in 5A dargestellten Überlebenskurven hervorgeht,
erreichte die zweimalige Gabe von TAIC, an den postoperativen Tagen
7 und 10 verabreicht, eine Langzeitorganakzeptanz in 4/6 Fällen in
Gruppe 2 und in 5/6 Fällen in
den Versuchsgruppen 4. In der BN → LEW-Stammkombination überlebten
alle transplantierten Organe langzeit ohne Hinweise für eine akute
Abstoßung.
In allen Fällen,
in denen die transplantierten Herzen langzeit (> 150 Tage) akzeptiert worden waren, konnte
in den Empfängertieren
ein gemischter Chimerismus während
der ersten 20–45
Tage nach TAIC-Gabe nachgewiesen werden. Ein frühzeitiges Organversagen dagegen
ging immer mit fehlenden Spenderzellen im peripheren Blut des Empfängers einher.
Aus diesen Daten kann geschlossen werden, dass die i.v.-Gabe von
TAIC nur dann zur Langzeitorganakzeptanz führt, wenn die Zellen einen gemischten
Spenderchimerismus induzieren, der zumindest für 21 Tage nachweisbar ist.
Damit werden auch die 2D gezeigten Versuchsergebnisse
bestätigt.
-
Durch
die postoperative Gabe von 106 pro kg Körpergewicht,
die jeweils an den Tagen 7 und 10 intravenös den Empfängertieren verabreicht wurden,
konnte demnach in allen 3 Inzuchtstammkombinationen in über 80%
Langzeittoleranz induziert werden, wenn zusätzlich initial 4 Zyklen CSA
verabreicht wurden.
-
Beispiel 7B
-
Untersuchungen zur Bedeutung der γ-IFN Stimulation
M-CSF-behandelter Monozyten zur in vivo Toleranzinduktion
-
Um
die Effizienz der zusätzlichen
Stimulation M-CSF-behandelter Blutmonzyten mit γ-Interferon auf die Toleranzentstehung
in vivo näher
charakterisieren zu können,
wurden im LEW → DA
Ratteninzuchtmodell für
die heterotope Herztransplantation folgende Versuchsgruppen untersucht
(n = 6 Tiere pro Gruppe):
- 1. LEW → DA, 106/kg × KG
LEW-abgeleitete Blutmonozyten (unkultivierte Monozyten), i.v., Tag –7 vor Herztransplantation
- 2. LEW → DA,
106/kg × KG
LEW-abgeleitete Blutmonozyten (M-CSF behandelt), i.v., Tag –7 vor Herztransplantation
- 3. LEW → DA,
106/kg × KG
LEW-abgeleitete Blutmonozyten (γ-IFN
stimuliert), i.v., Tag –7
vor Herztransplantation
- 4. LEW → DA,
106/kg × KG
LEW-abgeleitete Blutmonozyten (M-CSF behandelt plus γ-IFN stimuliert),
i.v., Tag –7
vor Herztransplantation
-
Wie
aus den Kaplan-Meier Überlebenskurven
der 5B hervorgeht, konnte die intravenöse Gabe von
frischen, nicht-kultivierten LEW-abgeleiteten
Blutmonozyten, 7 Tage vor Herztransplantation, die akute Allotransplantatabstoßung der
LEW-Herzen im DA-Empfängertier
nicht verhindern. Die Transplantate dieser Versuchsgruppe wurden im
Mittel (±SD)
nach 7,8 ± 0,8
Tagen abgestoßen.
Hingegen führte
die Vorabgabe von Monozyten, die über 6 Tage mit M-CSF kultiviert
worden waren, zur signifikanten Organüberlebenszeitverlängerung,
da in dieser Versuchsgruppe eine Abstoßung im Mittel erst nach 35,0 ± 51,5
Tagen zu beobachten war. Die alleinige Stimulation frischer Blutmonozyten
mit γ-IFN über 48 Stunden
in RPMI-Medium, welches kein M-CSF erhielt, konnte die akute Abstoßung der
Herztransplantate, die im Mittel nach 7,8 ± 1,2 Tagen zu schlagen aufhörten, nicht
verhindern. Allein die M-CSF-Behandlung frischer Blutmonozyten über 6 Tage
und die zusätzliche
Stimulation dieser Zellen mit γ-IFN über 48 Std.
(an Tag 5 und 6) führte
zur Langzeitorgantoleranz (> 150
Tagen) in 4 von 6 Transplantaten. Die Ergebnisse zeigen die entscheidende
Bedeutung der zusätzlichen Stimulation
der M-CSF-behandelten Monozyten mit γ-IFN für die Entstehung einer in vivo
Toleranz.
-
Beispiel 8
-
Untersuchungen zur Speziesspezifität der durch
TAIC induzierten Langzeitorganakzeptanz
-
Um
auszuschließen,
dass TAIC lediglich in der gewählten
Tierspezies Ratte wirksam eine Langzeitorganakzeptanz induzierte,
wurden analog der in Beispiel 2 angegebenen Methodik Zellen monozytären Ursprungs
aus dem Spenderschwein isoliert, wobei die Stimulation mit γ-IFN durch
Zugabe von 1000 U/10 ml Nährmedium
für 24
Std. erfolgte. Anschließend
erfolgte die Prüfung
auf Effektivität
von TAIC zur Unterdrückung
der akuten Abstoßung
im Modell der linksseitigen Lungentransplantation an "SLA-mismatched minipigs", die eine dem Menschen
vergleichbare Potenz zum Abstoßen
ihrer Organe aufweisen. Hierbei wird der linksseitige Lungenflügel eines
Spenderschweins entnommen und in ein genetisch differentes Empfängerschwein
orthotop transplantiert (also in die linke Brusthöhle, nachdem
dem Empfängerschwein
zuvor die linke Lunge entfernt worden war). Zum Zeitpunkt der Lungenentnahme
erfolgte simultan die Entnahme von 500 ml Spenderblut, das zur Aufbereitung
der TAIC aus Monozyten dieses Schweines diente.
-
Die
Empfängertiere
wiesen alle ein Gewicht von 30–35
kg auf.
-
Folgende
Versuchsgruppen wurden im Schwein (n = 4) etabliert:
- 1. CSA, 5 g/Tag, 50 mg Azathioprin/Tag, 25 mg Methylprednisolon/Tag,
für insgesamt
28 Tage
- 2. wie Gruppe 1, plus 108 Knochenmarkzellen
(KM) des Spenderschweins/kg × KG
Empfängerschwein
plus 4,5 Gy Ganzkörperbestrahlung
(GKB) des Empfängerschweins
- 3. wie Gruppe 1, plus 106 vom Spenderschwein
abgeleitete TAIC/kg × KG
an den postoperativen Tagen 7 und 10 nach Lungentransplantation
-
Wie
in 6A ersichtlich erfolgte die Abstoßung der
Lungentransplantation in Gruppe 1 durchschnittlich nach 50,3 ± 9,9 Tagen
nach Absetzen der Immunsuppression. Dagegen stießen Tiere der Gruppe 2 ihre Organe
nach 102,3 ± 81,0
Tagen ab. Triple-Immunsuppression
in Verbindung mit zweimaliger TAIC-Behandlung verlängerte das
Organüberleben
auf 292 ± 135,5
Tage, wobei 3/4 Tiere Langzeitorganakzeptanz (> 350 Tage) ihrer Organe zeigten. In allen
Fällen
der Gruppe 3 war ein gemischter Spenderchimerismus im Empfängerblut
von > 21 Tagen zu
beobachten, wogegen Tiere der Gruppe 1 und 2 nur kurzfristigen gemischten
Chimerismus für
6–8 Tage
zeigten. 6B zeigt die Lungentransplantate
eines Schweins der Versuchsgruppe 1 (POT 41) und eines mit TAIC
behandelten Schweins der Versuchsgruppe 3 (55 Tage nach Transplantation;
B). Während
in Projektion auf die linksseitige Thoraxwand um die Herzsilhouette
eine sichtbare Transparenzminderung (Verschattung) als Ausdruck
des abgestoßenen
Lungentransplantation bei dem Schwein der Versuchsgruppe 1 zu erkennen
ist, zeigt die Röntgenthoraxaufnahme
des mit TAIC behandelten Tieres einen röntgenologisch unauffälligen Lungen-,
respektive Transplantatbefund mit guter Abgrenzbarkeit zur Herzsilhouette.
-
Beispiel 9
-
Bindung des Antikörpers GM-7 an TAIC
-
Der
monoklonale Antikörper
GM-7 wurde durch Immunisieren von Mäusen mit humanen TAIC generiert,
die wie in Beispiel 2 beschrieben hergestellt worden waren. Die
den Antikörper produzierenden
Hybridomzellen wurden bei der "Deutschen
Sammlung für
Mikroorganismen" unter
der Zugangsnummer DSM ACC2542 hinterlegt. Die unten beschriebenen
Ergebnisse zeigen, dass der Antikörper spezifisch an ein Antigen
bindet, welches nur von CD14+-Zellen exprimiert wird, die einer
6 Tage langen ex situ-Modifikation
mit M-CSF und 2 Tage γ-IFN-Stimulierung
entsprechend der Erfindung behandelt worden waren.
-
1 zeigt die mit Flüssigkeitszytometrie gemessene
Bindungskapazität
von GM-7 an Monozyten nach in vitro Modifikation, d. h. nach Transformation
in TAIC. Es zeigt sich, dass die CD14-positiven Monozyten, die direkt
aus dem Buffy-Coat erhalten wurden, nicht an den Antikörper GM-7
binden (die grau schattierte Wolke entspricht der Antikörperkontrolle).
Im Gegensatz dazu, exprimieren ein Teil der Monozyten nach Kultivierung
in M-CSF und Stimulierung mit γ-IFN
ein Antigen, welches von dem monoklonalen Antikörper GM-7 erkannt wird. Nach
Kultivierung wie in Beispiel 2 beschrieben, sind etwa 80% der transformierten
Monozyten in der Lage, an den monoklonalen Antikörper GM-7 zu binden.
-
In
einem weiteren Versuch wurde die Suppressoraktivität der CD14+/GM-7+-Zellen mit
derjenigen von CD14+/GM-7–-Zellen
in einer gemischten Lymphozytenkultur (MLC) verglichen. Die MLC
wurden wie bei James T. Kurnick, Cellular assays, In: Diagnostic
Immunopathology, Colvin RB, Bhan AK, McCluskey, RT (eds.), Raven
Press, New York, pp 751–771
(1994) beschrieben, durchgeführt.
-
In
diesem Beispiel stammen die TAIC-Zellen von einem Individuum B.
Wie in 7 gezeigt, besteht ein signifikanter Unterschied
zwischen der Suppressoraktivität
der GM-7-positiven und der GM-7-negativen TAIC.
Nur die GM-7-positive Fraktion der TAIC-Population, die nach 6-tägiger Behandlung
mit M-CSF und 2-tägiger
Stimulation mit γ-IFN
erhalten wurde, zeigt einen signifikanten Inhibitionseffekt auf
die T-Zellproliferationsaktivität
von Responderzellen des Individuums A nach Stimulation mit Zellen
von B.
-
Diese
Daten sprechen dafür,
dass für
klinische Zwecke durch die Verfügbarkeit
des monoklonalen Antikörpers
GM-7 eine homogene Zellpopulation mit optimaler Suppressorfunktion
aus den Ursprungsmonozyten nach Kultivierung mit M-CSF und γ-IFN-Stimulation
isoliert werden kann.
-
Beispiel 10
-
Nachweis des Einflusses des IDO-Hemmers
1-Methyltryptophan auf die immunsuppressive Aktivität der TAIC
-
Um
zu klären,
ob der Inhibitor des Enzyms Indolamin-2,3-dioxygenase (IDO) 1-Mehtyltryptophan (1-MT)
die Suppressorfunktion der TAIC beeinflusst, die in den "Mo" und "Mo+Ly" Ansätzen generiert
wurden (vgl. Beispiel 11), wurden verschiedene gemischte Lymphozytenkulturen
(MLC) mit PHA (Phytohaemagglutinin) stimulierte T-Zellen in Gegenwart
und in Abwesenheit von 1-MT angesetzt.
-
In
diese gemischten Lymphozytenkulturen wurden 50 000 Lymphozyten mit
2 μg PHA
in die Vertiefungen einer 96-Löcherplatte übertragen,
und nachfolgend einer 144 Stunden langen Proliferationsperiode ausgesetzt
(bezeichnet als "PhaLy"). Nur in Medium
ohne Zusatz von PHA kultivierte Lymphozyten wurden als weitere Kontrolle
angesetzt (bezeichnet als "Ly").
-
Um
die Proliferation von PHA-stimulierten Lymphozyten in unterschiedlichen
Ko-Kulturen zu untersuchen, wurden die folgenden vier Ansätze laufen
gelassen und untersucht:
| PhaLy
+ "Mo+Ly" | PHA-stimulierte
Lymphozyten und TAIC [105-Zellen aus dem Ansatz "Mo+Ly" entsprechend Beispiel
11]. |
| PhaLy
+ "Mo + Ly" + 1-MT | PHA-stimulierte
Lymphozyten und TAIC in Gegenwart von 2 μmol 1-MT [105-Zellen
aus dem Ansatz "Mo
+ Ly" entsprechend
Beispiel 11]. |
| PhaLy+"Mo" | PHA-stimulierte
Lymphozyten und TAIC [105-Zellen aus dem Ansatz "Mo" entsprechend Beispiel
11]. |
| PhaLy+"Mo"+1-MT | PHA-stimulierte
Lymphozyten und TAIC in Gegenwart von 2 μmol 1-MT [105-Zellen
aus dem Ansatz "Mo" entsprechend Beispiel
11]. |
-
Nach
einer Kultivierung von 144 Stunden, wurden sämtliche Kontrollen oder Ko-Kulturen
für weitere 24
Stunden in der Gegenwart von 3(H)-Thymidin
kultiviert ("pulsed") und danach die
Menge radioaktiv markierten Thymidins als "counts per minute" (cpm) bestimmt, die inkorporiert worden
war, vgl. 8. In diesem Versuchsaufbau
ist die Menge der nachgewiesenen Radioaktivität ein Mass für die Menge
des markierten Thymidins, welches in die DNA eingebaut worden ist,
und daher ein Maß für die Proliferationsrate
der Lymphozyten. Die in 8 wiedergegebenen Werte entsprechen
den Durchschnittswerten aus dreifachen Messungen von 3 Versuchen,
jeweils mit Angabe der Standardabweichung.
-
Die
Ergebnisse zeigen, dass Lymphozyten, die nicht mit PHA ("Ly") stimuliert waren,
nicht signifikant proliferierten, wobei die mittlere gemessene Radioaktivität 367 cpm
betrug (vgl.
-
8).
Im Gegensatz dazu, führt
die Stimulation mit 2 μg
PHA zu einer signifikanten Steigerung der Proliferationsrate der
Lymphozyten ("PhaLy"), wobei die höchste gemessene
Inkorporation in diesen Proben einen Mittelwert von 18459 cpm aufwies.
-
Der
Zusatz von TAIC zu den Lymphozytenkulturen führte eindeutig zu einer starken
Senkung der Proliferationsrate, wenn Zellen aus dem Ansatz "Mo+Ly" aus Beispiel 11
hinzugefügt
wurden (PhaLy + "Mo+Ly", nachgewiesener
Wert 1498 cpm), und weniger stark wenn Zellen aus dem Ansatz "Mo" aus Beispiel 11
hinzugefügt
wurden (PhaLy + "Mo", nachgewiesener
Wert 3369 cpm).
-
Die
nach Zusatz von 2 μmol
1-Methyltryptophan (1-MT) zu dem Ansatz, der "Mo+Ly" und "Mo" mit
stimulierten Lymphozyten erhaltenen Ergebnisse zeigten, dass 1-Methyltryptophan
(1-MT) die Suppressorfunktion der TAIC synergistisch steigert, wobei
die Abnahme mit den TAIC aus dem Ansatz "Mo+Ly" (gemessener Wert 267 cpm) stärker war
als mit den TAIC aus dem Ansatz "Mo" (gemessener Wert
390 cpm).
-
Beispiel 11
-
Einfluss von Lymphozyten auf die Bildung
von CD3+/CD14+-Zellen
während
der Kultivierung der Monozyten
-
Der
Einfluss von in der Monozytenfraktion vorhandenen Lymphozyten auf
die Bildung von CD14+/CD3+-Zellen,
die als TAIC wirksam sind, wurde durch Vergleich von zwei verschiedenen
Ansätzen
untersucht.
-
Für den ersten
Ansatz (nachfolgend als "Mo" bezeichnet) stammte
die Monozytenfraktion ursprünglich aus
der Interphase des "Buffy-Coat", wie in Beispiel
1 beschrieben. Wie in Beispiel 2 angegeben, wurden die Zellen anschließend in
die Kultivierungsstufe mit M-CSF überführt. Innerhalb einer Stunde
nach Beginn der Kultivierung, wurden die an dem Boden des Gewebekulturgefäßes anhängenden
Monozyten fünfmal
mit jeweils 10 ml PBS gewaschen, und die Menge der in dem Kulturgfäß vorhandenen
Lymphozyten wurde dabei auf weniger als 5% (4,8 ± 2,4%) reduziert, während die
Menge der so erhaltenen angereicherten Monozyten (CD14+)
oberhalb 90% (92 ± 5,6%)
lag. Weitere Zellkomponenten innerhalb des Ansatzes waren B-Lymphozyten
und Granulozyten.
-
Die
Zellen in dem zweiten Ansatz (nachfolgend als "Mo+Ly" bezeinchet), wurden ebenfalls aus der
Interphase des "Buffy-Coat" als Monozytenfraktion
entnommen, wie in Beispiel 1 beschrieben. Anders als in Ansatz "Mo" wurden jedoch die
an dem Boden des Gewebekulturgefäßes anhängenden
Zellen nur 24 Stunden nach Beginn der Kultivierungsphase, wie in
Beispiel 2 beschrieben, einmal gewaschen. Als Ergebnis war die so
erhaltene Zellpopulation aus 45 ± 5,3% CD14+-Monozyten
und 23,5 ± 8,9%
CD3+-Lymphozyten zusammengesetzt. Wie in
Ansatz "Mo" waren Lymphozyten
und Granulozyten auch in diesem Ansatz vorhanden.
-
Die
Bestimmung der Mengen der jeweiligen Zelltypen in der gesamten Zellpopulation
je Ansatz wurde mit Flüssigkeitszytometrie
in jeweils drei experimentellen Ansätzen durchgeführt (vgl. 9).
Die Ergebnisse sind als Mittelwerte einschließlich der Standardabweichung
wiedergegeben.
-
CD14+/CD3+-Zellen können weder
in dem Ansatz "Mo" noch in dem Ansatz "Mo+Ly" zu Beginn der Kultivieurng
nachgewiesen werden (d 0 = Tag 0). Nach einer Kultivierungsperiode
von 5 Tagen wurde das Experiment beendet, und die Zellen wurden
durch FACS-Analyse charakterisiert, nachdem sie von dem Boden des
Gewebekulturgefäßes wie
in Beispiel 2 beschrieben abgelöst
worden waren. Es zeigte sich, dass die relative Menge an CD14+-Zellen in diesen Ansätzen gesunken war, nämlich von
92% auf 42% in Ansatz "Mo" und von 45% auf
28% in Ansatz "Mo+Ly". Offenbar proliferieren
Lymphozyten schneller als die Monozyten; die relative Menge an Lymphozyten
stieg in Ansatz "Mo" von 4,8% auf 69,8%
und in Ansatz "Mo+Ly" von 23,5% auf 50,6%.
Während
der Kultivierung, werden in beiden Kultivierungen CD14+/CD3+-Zellen gebildet, die als TAIC wirksam sind.
In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass ein signifikant höherer Anstieg
von CD14+/CD3+-Zellen
in dem Ansatz "Mo+Ly" mit einer Menge
von 32,0 ± 5,3%
gegenüber
Ansatz "Mo" mit nur 7,2 ± 3,2%
zu beobachten ist.
-
Diese
Ergebnisse zeigen, dass die Reinigung der Zellen zur Anreicherung
von Monozyten bis zu einer relativen Menge von mehr als 90% bei
Beginn der Kultivierung einen negativen Einfluss auf die Bildung
der immunsuppressiven CD14+/CD3+-Zellen
in der TAIC-Population
hat, während
das in den Beispielen 1 und 2 beschriebene Verfahren zur eine signifikant
höheren
Ausbeute an CD14+/CD3+-Zellen führte.
-
Beispiel 12
-
In vitro Ko-Kultivierung von humanen TAIC
mit allogenen Lymphozyten zur Bildung von regulatorischen T-Zellen
-
Um
zu untersuchen, ob TAIC die Bildung von regulatorischen T-Zellen
in dem Empfänger
induzieren, d. h. von CD4+/CD25+-Lymphozyten, wurden
verschiedene in vitro-Kulturen von TAIC mit Lymphozyten angesetzt,
und die daraus resultierende Bildung von regulatorischen T-Zellen
untersucht.
-
Zu
diesem Zweck wurden TAIC von Spender A direkt oder indirekt mit
Lymphozyten eines Spenders B in vitro ko-kultiviert. Bei direkter
Ko-Kultivierung, wurde der direkte Zell-zu-Zell-Kontakt zwischen
den TAIC (von Donor A) und den Lymphozyten (von Donor B) möglich gemacht,
während
bei der indirekten Ko-Kultivierung
eine Membran ("cell
culture insert",
0,4 μm Porengröße, Falcon,
Bezugsnummer 353090) zwar den Austausch des Mediums erlaubte, aber
den physischen Kontakt der beiden Zellpopulationen miteinander inhibierte.
Die direkte oder indirekte Ko-Kultivierung wird für vorzugsweise
3 bis 5 Tage, in mehr bevorzugter Weise für 4 Tage unter Inkubatorbedingungen,
d. h. bei 37°C
und in einer 5%igen CO2-Atmosphäre durchgeführt.
-
Nach
der Kultivierung, wurden die jeweiligen Zahlen an regulatorischen
T-Zellen (CD4+/CD25+)
in beiden Ansätzen
sowie in den Kontrollen bestimmt, in denen TAIC oder Lymphozyten
jeweils allein kultiviert worden waren. Ferner wurde die Zahl der
CD3+/CD14+-Zellen,
welche die Komponente der TAIC Zellpopulation mit der stärksten Suppressorfunktion
in der gemischten Lymphozytenkultur repräsentieren, dem Kontroll-ansatz
bestimmt, indem die TAIC allein kultiviert worden waren.
-
In
sämtlichen
Ansätzen,
wurden die Oberflächenantigene
der Zellen per FACS-Analyse bestimmt, und die Menge der jeweiligen
Zellpopulationen in der Gesamtmenge der Zellen wurde analysiert.
-
Ferner
wurde die relative Expression der drei neuen Mastergene, die spezifisch
von regulatorischen T-Zellen exprimiert werden (Foxp3, CTLA-4 und
Integrin αEβ7) durch PCR in den jeweiligen Zellpopulationen bestimmt
(siehe Tabelle). Foxp3 ist ein spezifischer Transkriptionsfaktor,
der als Kontrollgen für
die Entwicklung regulatorischer T-Zellen angesehen wird, und der
spezifisch von diesen Zellen exprimiert wird [siehe Hori, S. et
al., "Control of
Regulatory T-cell Development by the Transcription Faktor Foxp3", Science 299, 1057–1061 (2003)].
-
CTLA-4
ist ein weiterer Faktor, der als Marker für den Nachweis der regulatorischen
Funktion von CD4+/CD25+-T-Zellen
verwendet wird (vgl. Khattri, R. et al., "An essential role for Scurfin in CD4+/CD25+ T regulatory
cells", Nature Immunology,
online-Veröffentlichung,
doi:10.1038/ni909 (2003); Shimizu, J. et al. "Stimulation of CD25+/CD4+ regulatory T cells through GITR breaks
immunological self-tolerance",
Nature Immunology, online-Veröffentlichung,
doi:10.1038/ni759 (2003); Cobbold, S. P. et al. "Regulatory T cells in the induction
and maintenance of peripheral transplantation tolerance", Transpl. Int. 16(2),
66–75
(2003)].
-
αEβ7 ist
ein Integrin, welches ein epitheliales Cadherin bindet, und welches
als Marker für
die potenteste Sub-Population regulatorischer CD25+-T-Zellen verwendet
werden kann [vgl Lehmann, J. et al. "Expression of the integrin αEβ7 identifies
unique subsets of CD25+ as well as CD25
regulatory T cells" PNAS
99(20), 13031–13036
(2002)].
-
Die
Bestimmung der Foxp3-, CTLA-4- und Integrin αEβ7-Expression
wurde mittels quantitativer PCR durchgeführt, wobei GAPDH und β-Actin zwei "housekeeping" Gene, als Kontrollen
verwendet wurden; die so bestimmten Werte wurden einerseits in das
Verhältnis
zueinander gesetzt, wobei der für
CD14+/CD3– Zellen erhaltene
Wert als 1 angesetzt wurde; andererseits wurden die absoluten RNA-Mengen
in μg je μg Gesamt-RNA
angegeben, um die gemessene Suppression durch die TAIC in vitro
und die Bildung der CD4+/CD25+ doppelt-positiven
Zellen mit der Expressionsrate der jeweiligen Gene zu korrelieren.
Es wurden Standardverfahren für
die quantitative PCR verwendet, welche dem Fachmann bekannt sind (vgl.
Lottspeich, F., Zorbas, H. "Bioanalytik", Spektrum Akademischer
Verlag GmbH, Heidelberg-Berlin, 1998).
-
Die
Tabelle zeigt, dass innerhalb der Population von Lymphozyten die
aus der direkten Ko-Kultivierung erhalten wurden, der Prozentsatz
von doppelt-positiven CD4+/CD25+-Zellen
um ein Vielfaches auf einen Wert von 8,7 angestiegen war, im Vergleich
zu der Menge der CD4+/CD25+-Lymphozyten,
die aus der indirekten Ko-Kultivierung oder der Kontrolle stammten,
die jeweils nahezu identisch mit 2,38 und 2,65 waren.
-
Die
Sub-Population von CD4+/CD25+-Zellen
exprimierte die höchsten
relativen Mengen an mRNA von allen untersuchten Mastergenen verglichen
mit der Expression in CD4+/CD25 Zellen (vgl.
Tabelle). Während die
Expression von Foxp3 um einen Faktor 10 (37 gegenüber 3,75)
gestiegen ist, erreicht die CTLA-4-Expression eine sogar noch höhere maximale
Expression (4699 gegenüber
0,376). Die Steigerung der Expression des dritten Mastergen-Integrins αEβ7 in
den CD4+/CD25+-Zellen
während
der Ko-Kultivierung
ist nahezu so hoch wie für
CTLA-4, da die absolute Menge von Integrin αEβ7 von
1,4 × 10–9 in
CD4+/CD25+-Zellen
im Vergleich zu 3,4 × 10–12 μg mRNA/μg Gesamt-RNA
in CD4+/CD25 Zellen gestiegen ist.
-
Nach
indirekter Ko-Kultivierung, beträgt
die relative Menge von Foxp3-mRNA in der CD4+/CD25+-Sub-Population nur 10 und ist nahezu so
gering wie die relative Menge die von den Lymphozyten in der Kontrolle
exprimiert wird, die eine relative Menge von Foxp3-mRNA von 15 exprimieren.
-
Die
relative Menge von CTLA-4-mRNA, die von den Lymphozyten in der Kontrolle
exprimiert wird, beträgt
nur 0,375 in der CD4+/CD25+-Population
und 0,1 in der CD4+/CD25-Population.
-
| | Kontrolle | direkte
Ko-Kultierung | indirekte
Ko-Kultivierung |
| TAIC | Lymphozyten | Lymphozyten | Lymphozyten |
| CD14+/CD3+ | CD14+/ CD3– | CD4+/CD25+ | CD4+/CD25– | CD4+/CD25+ | CD4+/CD25– | CD4+/CD25+ | CD4+/CD25– |
| FACS
[% positive Zellen] | 41 | 20 | 2,65 | 30,8 | 8,7 | 49 | 2,38 | 27,6 |
| relative Foxp3-Expression [PCR] | 50 | 1 | 15 | 1,5 | 37 | 3,76 | 10 | 1,5 |
| absolute RNA-Menge Foxp3 | 1,6 × 10–8 | 3,2 × 10–10 | 4,8 × 10–9 | 8 × 10–10 | 1,2 × 10–8 | 1,2 × 10–9 | 3,2 × 10–9 | 4,8x10–10 |
| relative CTLA4-Expression [PCR] | 12500 | 1 | 0,375 | 0,1 | 4699 | 0,376 | | |
| absolute RNA-Menge CTLA4 | 6,5 × 10–6 | 5,2 × 10–10 | 1,9 × 10–10 | 5,2 × 10–10 | 2,4 × 10–6 | 1,9 × 10–10 | | |
| absolute RNA-Menge Integrin αEβ7 | 3,4 × 10–9 | nicht nachweisbar | 1,4 × 10–9 | 3,4 × 10–12 | | | | |
Tabelle:
Bestimmung der Mengen an spezifischen Zellpopulationen in der Gesamtmenge
der Zellen nach direkter und indirekter Ko-Kultivierung unter Bezugnahme
auf deren Oberflächenmarker
CD3, CD4, CD14, CD25, und Bestimmung der relativen Expression und
der absoluten Mengen von RNA von drei Genen (Foxp3, CTLA-4 und Integrin α
Eβ
7)
in diesen Zellpopulationen.
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Die
Expression von CTLA-4 in der CD14+/CD3+-Sub-Population den TAIC-Zellen entsprach
der Expression von Foxp3 und war auch erheblich höher als
in allen anderen Populationen.
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In
diesem Zuammenhang ist es bemerkenswert, dass die CTLA-4-Expression (relativer
Wert von 12 500) in der CD14+/CD3+-Sub-Population
vielfach höher
als die Foxp3-Expression war, die einen relativen Wert von 50 aufwies.
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In
der CD14+/CD3–-Sub-Population
der TAIC war keine Expression des Integrins αEβ7 nachweisbar, während entsprechend
dem Verhalten der Expression der beiden anderen analysierten Gene,
die Expression des Integrins in der CD14+/CD3+-Sub-Population der TAIC, gemessen als absoluter
Wert in μg
RNA je μg
Total-RNA, den höchsten
Wert erreichte (3,4 × 109 μg/μg Gesamt-RNA).
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Die
signifikant gesteigerte Expression der drei Lymphozytenmarker Foxp3,
CTLA-4 und Integrin αEβ7 auf die von Monozyten abgeleiteten TAIC
verglichen mit normalen Lymphozyten ist vollkommen unerwartet und
ist bisher nicht bei Monozyten oder auf von Monozyten abgeleiteten
Zellen beobachtet worden.
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Zusammenfassend
zeigen die oben beschriebenen Ergebnisse dieses Beispiels das Folgende:
Geht man von der Annahme aus, dass die Ebene der Foxp3-, CTLA-4-,
und Integrin αEβ7-Expression mit den immunregulatorischen
Eigenschaften der jeweiligen Zellen korreliert, so wurde hier gezeigt,
dass die suppressive Aktivität
der CD3+/CD14+-Sub-Population
auf die TAIC mit einer Expression dieser drei Gene verbunden ist. Dies
ist noch überraschender
wenn man berücksichtigt,
dass diese Marker bisher nur für
Lymphozyten, nicht jedoch für
Zellen monozytischen Ursprungs beschrieben sind.
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Es
wurde ferner gezeigt, dass die direkte Ko-Kultur von TAIC mit Lymphozyten
zu einer signifikant höheren
Menge von CD4+/CD25+-Lymphozyten im Vergleich
zur indirekten Ko-Kultivierung und der Ko-Kultivierung von Lymphozyten
allein führt.
Dies stützt
die Annahme, dass auch in vivo (d. h. in einem Patienten) nach Gabe
von TAIC regulatorische T-Zellen gebildet werden. Diese Ergebnisse
stimmen mit der bekannten immunregulatorischen Funktion von CD4+/CD25+-Lymphozyten überein und
mit der Tatsache, dass der Gehalt von Foxp3-, CTLA-4-, und Integrin αEβ7-mRNA
in diesen Zellen signifikant höher
ist als in indirekt ko-kultivierten Lymphozyten
oder in Kontroll-Lymphozyten.
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Beispiel 13
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In vivo Induktion von Transplant-Toleranz
durch mit TAIC in vitro ko-kultivierte Lymphozyten
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Die
in Beispiel 12 dargestellten Ergebnisse und Schlussfolgerungen wurden
in vivo anhand eines Tierexperiments bestätigt. Anders als das in den
Beispielen 3, 4, 5, 6 und 7 beschriebene Verfahren, wurden die Tiere
in den ausgewählten
LEW → DA
Inzuchtkombinationen nicht mit LEW-abgeleiteten TAIC zur Induktion von
Toleranz injiziert, sondern es wurden DA-Lymphozyten aus den Empfängern, die über einen
Zeitraum von 5 Tagen zuvor mit (LEW)-abgeleiteten TAIC des Spenders direkt
ko-kultiviert waren, oder die als Kontrollen allein in Medium kultiviert
waren, den Tieren in diesem Beispiel injiziert.
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Tiere,
die autologe ko-kultivierte DA-Lymphozyten vor einer allogenen Herztransplantation
erhalten hatten, entwickelten Donor-spezifische Toleranz, während Kontrolltiere,
die unbehandelte, nicht ko-kultivierte Kontroll-DA-Lymphozyten erhalten
hatten, das transplantierte Herz innerhalb von 10 bis 14 Tagen akut
abstießen.
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Diese
Ergebnisse zeigen, dass die physische Zell-zu-Zell-Interaktion zwischen
Donor-TAIC und Empfänger-Lymphozyten
die Bildung von regulatorischen T-Zellen induziert, die, per se,
in der Lage sind, dass syngeneische Immunsystem der Empfänger so
zu modifizieren, dass potentielle alloreaktive T-Zellen supprimiert werden
und die Organabstoßung
auf diese Weise verhindert wird.