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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren für die (Co)polymerisation von
Olefinen der Formel CH2=CHR, wobei R ein
C1-C2-Alkylradikal
ist, das in Gegenwart eines Katalysatorsystems auf der Basis von Titan
oder Vanadium und einer spezifischen Menge eines nichtpolymerisierenden
Olefins durchgeführt
wird.
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Ziegler-Natta-Katalysatoren,
die auf MgCl2 geträgerte Titan- oder Vanadiumverbindungen,
wahlweise in Kombination mit einem oder mehreren Elektronendonatoren
umfassen, sind im Stand der Technik allgemein bekannt und finden
in der Industrie des Polymerisierens von alpha-Olefinen weitverbreitete
Anwendung. Insbesondere finden sie bei der Herstellung von Polyolefinen,
die den größten kommerziellen
Erfolg verzeichnet haben, wie beispielsweise Polyethylen-, Polypropylen-
und Polybuten-1-(co)polymeren weitverbreitete Anwendung.
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Eines
der Erfordernisse zur Verwendung des Katalysators insbesondere bei
der Herstellung von Propylen- und 1-Butenpolymeren ist die Fähigkeit,
größtenteils überwiegende
Mengen isotaktischer Polymere zu bilden. Dieses Merkmal gestattet
die Vereinfachung des Polymerisationsvorgangs durch Eliminieren
der Schritte der Entfernung ataktischer Anteile. Jedoch werden durch
Erhöhung
der Stereospezifizität
wichtige Eigenschaften des Polymers, wie der Biegemodul, erhöht. Dementsprechend
ist die Erhöhung
der Stereospezifizität
der Polymere eine Notwendigkeit, der man sich schon seit langer
Zeit bewusst ist.
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WO 00/69924 betrifft ein
Verfahren zum Erhöhen
der Molmasse und/oder der Stereoregularität von Polyolefinen durch Polymerisieren
von Alpha-Olefinen in Gegenwart eines titanhaltigen Ziegler-Natta-Katalysators
und in Gegenwart eines nichtpolymerisierenden Olefins. Das Dokument
zeigt, dass die erfindungsgemäßen Wirkungen
insbesondere dann sichtbar sind, wenn der molare Prozentsatz an nichtpolymerisierendem Olefin
mit Bezug auf die Gesamtmenge der in der Reaktionsmischung vorliegenden
Olefine im Bereich von 0,5 bis 8 liegt. Die praktischen Beispiele
zeigen, dass bei Verwendung der geringsten Menge an nichtpolymerisierendem
Olefin (0,4%, Beispiel 15) das entsprechende Molverhältnis von
nichtpolymerisierendem Olefin/Titan etwa 140 beträgt. Außerdem ist
es wichtig, zu bemerken, dass die praktischen Beispiele nicht nur
der Homopolymerisation von Hexen-1 oder höheren Alpha-Olefinen gewidmet
sind und dass ein Beweis der Erhöhung der
Stereoregularität
nur dann gezeigt wird, wenn der Prozentsatz von nichtpolymerisierendem
Olefin relativ hoch (7,4%, Beispiele 29–34) ist. Die Verwendung einer
derartigen Menge nichtpolymerisierender Alpha-Olefine hat sich jedoch
als dann ungeeignet erwiesen, wenn versucht wird, niederere Alpha-Olefine,
wie beispielsweise Propylen, zu polymerisieren, weil, wie in den
unten aufgeführten
Vergleichsbeispielen gezeigt, nur Spuren von Polymer erhalten werden.
Ein zusätzlicher
Nachteil besteht aus der Verschlechterung einiger organoleptischer
Eigenschaften des Polymers, was dazu führt, dass es schlecht riecht
und stark gefärbt
ist. Deshalb wäre
es notwendig, die nichtpolymerisierenden Olefine von dem Polymer
sorgfältig
zu entfernen, um akzeptable organoleptische Eigenschaften zu erhalten.
Es wäre
daher wünschenswert,
ein Verfahren zum Herstellen von Polymeren von niederen Olefinen
mit erhöhter
Isotaktizität
(entweder als Pentade oder als Xylen-unlösliche Fraktion ausgedrückt) bei
der Polymerisation niederer Olefine zu finden. Es wäre auch
wünschenswert, dass
das Verfahren eine akzeptable Aktivität aufrechterhält und möglicherweise,
dass es die organoleptischen Eigenschaften des Polymers nicht in
unannehmbaren Maße
verschlechtert.
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Der
Anmelder hat nun überraschenderweise
ein Verfahren entdeckt, das in der Lage ist, den obigen Erfordernissen
zu entsprechen.
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Eine
Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht daher aus einem Verfahren
für die
Polymerisation von Olefinen der Formel CH2=CHR,
wobei R ein Methyl- oder ein Ethylradikal ist, das in Gegenwart
eines Katalysatorsystems, das Folgendes umfasst, durchgeführt wird:
- a) eine feste Katalysatorkomponente umfassend
eine Verbindung von Ti oder V, das keine Metall-π-Bindungen enthält, Mg,
Halogen und wahlweise eine Elektronendonatorverbindung;
- b) eine Al-Alkylverbindung; und
- c) ein oder mehrere nichtpolymerisierende Olefine in einer Menge
im Bereich von 0,0005 Mol-% bis 0,45 Mol-% mit Bezug auf die gesamten
in dem Reaktor vorliegenden Olefine.
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Bevorzugt
liegt die Menge an nicht polymerisierendem Olefin zwischen 0,001
Mol-% und 0,30 Mol-% mit Bezug auf die gesamten im Reaktor vorhandenen
Olefine, noch bevorzugter liegt die Menge an nichtpolymerisierendem
Olefin zwischen 0,001 Mol-% und 0,25 Mol-% mit Bezug auf die gesamten
im Reaktor vorliegenden Olefine. Das nichtpolymerisierende Olefin
(c) ist ein Olefin, das sich unter den Polymerisationsbedingungen,
einschließlich
entweder der Copolymerisation oder der Homopolymerisation, nicht
wesentlich polymerisiert, so dass es nicht möglich ist, seine Gegenwart
in der Polymerkette des endgültigen
Polymers durch NMR-Analyse, die wie unten beschrieben durchgeführt wird,
zu erfassen.
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Die
bevorzugten Olefine, die (co)polymerisiert werden sollen, sind Propylen
und 1-Buten.
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Geeignete
nichtpolymerisierende Olefine weisen folgende Formel (I) auf:
wobei R
2,
R
3, R
4 und R
5 gleich oder verschieden von einander Wasserstoffatome
oder lineare oder verzweigte, gesättigte oder ungesättigte C
1-C
20-Alkyl-, C
1-C
20-Alkenyl-, C
3-C
20-Cycloalkyl-, C
6-C
20-Aryl-, C
7-C
20-Alkylaryl- oder
C
7-C
20-Arylalkylradikale
sind; wahlweise zwei Gruppen von R
2, R
3, R
4, R
5 unter
Bildung eines C
3-C
7-gliedrigen
aliphatischen Rings, der wahlweise C
1-C
20-Substituenten tragen kann, verknüpfen können, mit
der Maßgabe,
dass mindestens zwei Gruppen unter R
2, R
3, R
4, R
5,
bevorzugt mindestens drei Gruppen unter R
2,
R
3, R
4, R
5, von einem Wasserstoffatom verschieden
sind.
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Noch
bevorzugter weisen die nichtpolymerisierenden Olefine folgende Formel
(II) auf:
wobei R
6 gleich
oder verschieden von einander Wasserstoffatome oder lineare oder
verzweigte, gesättigte oder
ungesättigte
C
1-C
20-Alkyl-, C
1-C
20-Alkenyl-, C
3-C
20-Cycloalkyl-,
C
6-C
20-Aryl-, C
7-C
20-Alkylaryl-
oder C
7-C
20-Arylalkylradikale
sind; zwei R
6-Gruppen wahlweise sich unter
Bildung eines C
3-C-
7-gliedrigen
aliphatischen Rings, der wahlweise C
1-C
20-Alkylsubstituenten tragen kann, verknüpfen können.
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Nicht
begrenzende Beispiele nichtpolymerisierender Olefine sind:
2,3-Dimethylbuten-2-en,
1-Methylcyclohexen; Beta-Pinen; Limonen; Alpha-Pinen; 2-Caren; 3-Caren-1-phenylcyclohexen;
2-Methyl-but-2-en, γ-Terpinen,
Terpenolen, Cholesterilchlorid, 2-4-Dimethyl-2-penten, cis-3,4-Dimethyl-2-penten,
trans-3,4-Dimethyl-2-penten, 2,3-Dimethyl-3-hepten, 3,5-Dimethyl-3-hepten,
2,5-Dimethyl-2-hexen, 3-Ethyl-2-penten, 3-Ethyl-3-hexen, Farnesen,
3-Methyl-2-hexen, cis-3-Methyl-2-penten, trans-3-Methyl-2-penten,
2-Methyl-2-hexen, 2-Methyl-2-penten,
3-Methyl-2-hepten, 3-Methyl-3-hepten, 2-Methyl-1-phenylpropen, 2,4,4-Trimethyl-2-penten,
trans-3,4,4-Trimethyl-2-penten,
Methylcyclopentadien, Valencen, Bisabolen, 2,5-Dimethyl-2,4-hexadien.
3-Caren wird besonders bevorzugt.
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Bevorzugt
umfasst die feste Katalysatorkomponente (a), die bei der vorliegenden
Erfindung verwendet wird, Ti- oder V-Verbindungen, die keine Metall-π-Bindungen
enthalten und auf Mg-Halogenid, bevorzugt auf MgCl2,
das im Allgemeinen in seiner aktiven Form vorliegt, geträgert sind.
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Die
Katalysatorkomponenten können
auch eine oder mehrere (interne) Elektronendonatorverbindungen enthalten.
Ein Elektronendonator ist besonders dann nützlich, wenn der Katalysator
bei der Synthese von stereoregulären
Polymeren wie beispielsweise Propylen und 1-Buten verwendet wird,
wo eine hohe Stereospezifizität
erforderlich ist, um Polymere mit einem Isotaktizitätsindex
von mehr als 90 oder sogar mehr als 94 zu erhalten.
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Die
interne Elektronendonatorverbindung kann unter Ethern, Estern, Aminen
und Ketonen ausgewählt werden.
Eine bevorzugte Klasse von Elektronendonatorverbindungen ist diejenige
von Alkyl-, Cycloalkyl- oder Arylestern aliphatischer oder aromatischer
Mono- oder Polycarbonsäuren
wie Benzoe-, Phthal- und Bernsteinestern. Eine andere Klasse bevorzugter
Elektronendonatorverbindungen ist diejenige von Ethern und insbesondere
von 1,3-Diethern, wie diejenigen, die in den Europäischen Patentanmeldungen
EP-A-361493 und
EP 728769 offenbart sind.
Wenn 1,3-Diether als interne Donatoren verwendet wird, ist die Stereospezifizität des Katalysators
ausreichend hoch, um das Vorliegen eines externen Donators nicht
absolut notwendig zu machen.
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Unter
den Bernsteinestern sind spezifische Beispiele die folgenden monosubstituierten
Succinate: Diethyl-sec-butylsuccinat,
Diethylthexylsuccinat, Diethyltrimethylsilylsuccinat, Diethylcyclohexylsuccinat,
Diethylbenzylsuccinat, Diethylcyclohexyl(methyl)succinat, Diethyl-tert.-butylsuccinat,
Diethylisobutylsuccinat, Diethylisopropylsuccinat, Diethylneopentylsuccinat,
Diethylisopentylsuccinat und die entsprechenden Diisobutylester.
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Spezifische
Beispiele von disubstituierten Succinaten sind: Diethyl-2-benzyl-2-isopropylsuccinat,
Diethyl-2,2-cyclopentylsuccinat,
Diethyl-2,2-diisobutylsuccinat, Diethyl-2-isopropyl-2-methylsuccinat,
Diethyl-2,2-diisopropylsuccinat,
Diethyl-2-isobutyl-2-ethylsuccinat, Diethyl-2-isopentyl-2-isobutylsuccinat,
Diethyl-2,2-cyclohexylsuccinat,
Diethyl-2,3-diisopropylsuccinat, Diethyl-2,3-dicyclohexylsuccinat,
Diethyl-2,3-bis(cyclohexylmethyl)succinat,
Diethyl-2,3-di-tert.-butylsuccinat,
Diethyl-2,3-diisobutylsuccinat, Diethyl-2,3-dineopentylsuccinat, Diethyl-2,3-diisopentylsuccinat,
Diethyl-2-isopropyl-3-isobutylsuccinat, Diethyl-2-tert.-butyl-3-isopropylsuccinat,
Diethyl-2-isopropyl-3-cyclohexylsuccinat,
Diethyl-2-isopentyl-3-cyclohexylsuccinat und die entsprechenden
Diisobutylester.
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Spezifische
Beispiele von Benzoeestern sind Ethylbenzoat, n-Butylbenzoat, p-Methoxyethylbenzoat, p-Ethoxyethylbenzoat,
Isobutylbenzoat und Ethyl-p-toluat.
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Spezifische
Beispiele von Phthalestern sind Diethylphthalat, Di-n-propylphthalat,
Di-n-butylphthalat, Di-n-pentylphthalat, Di-i-pentylphthalat, Bis(2-ethylhexyl)phthalat,
Ethylisobutylphthalat, Ethyl-n-butylphthalat, Di-n-hexylphthalat, Diisobutylphthalat.
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Geeignete
1,3-Diether sind diejenigen, die zur allgemeinen Formel (III)
Formel
(III)
gehören,
wobei RI, RII, RIII, RIV, RV und RVI gleich
oder verschieden von einander Wasserstoff- oder Kohlenwasserstoffradikale
mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen sind und RVII und
RVIII gleich oder verschieden von einander
die gleiche Bedeutung von RI–RVI aufweisen, mit der Ausnahme, dass sie
nicht Wasserstoff sein können;
eine oder mehrere der RI_RVIII-Gruppen
unter Bildung eines Zyklus verknüpft
sein können.
Besonders bevorzugt sind die 1,3-Diether, in denen RVII und
RVIII unter C1-C4-Alkylradikalen ausgewählt sind, RIII und
RIV einen kondensierten ungesättigten
Zyklus bilden und RI, RII,
RV und RVI Wasserstoff
sind.
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Besonders
bevorzugt sind die Verbindungen, in denen RVII und
RVIII Methyl sind, während die RI-,
RII-, RV- und RVI-Radikale Wasserstoff sind. Außerdem kann,
wenn RIII Methyl, Ethyl, Propyl oder Isopropyl
ist, RIV Ethyl, Propyl, Isopropyl, Butyl,
Isobutyl, tert.-Butyl, Isopentyl, 2-Ethylhexyl, Cyclopentyl, Cyclohexyl,
Methylcyclohexyl, Phenyl oder Benzyl sein; wenn RIII Wasserstoff
ist, so kann RIV Ethyl, Butyl, sec.-Butyl,
tert.-Butyl, 2-Ethylhexyl, Cyclohexylethyl, Diphenylmethyl, p-Chlorphenyl,
1-Naphthyl, 1-Decahydronaphthyl sein; RIII und RIV können
auch gleich sein und Ethyl, Propyl, Isopropyl, Butyl, Isobutyl,
tert.-Butyl, Neopentyl, Phenyl, Benzyl, Cyclohexyl, Cyclopentyl
sein.
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Außerdem sind
die 1,3-Diether der Formel (IV)
besonders bevorzugt, wobei
die R
VI-Radikale gleich oder verschieden
Wasserstoff, Halogene, bevorzugt Cl und F, lineare oder verzweigte
C
1-C
20-Alkylradikale,
C
3-C
20-Cycloalkyl-,
C
6-C
20-Aryl-, C
7-C
20-Alkylaryl-
oder C
7-C
20-Arylalkylradikale
sind, die wahlweise ein oder mehrere Heteroatome enthalten ausgewählt aus
der Gruppe bestehend aus N, O, S, P, Si und Halogenen, insbesondere
Cl und F als Substituenten für
Kohlenstoff- oder Wasserstoffatome oder beides; die R
III-Radikale
sind Wasserstoff- oder C
1-C
20-Kohlenwasserstoffgruppen und
die Radikale R
IV sind C
1-C
20-Kohlenwasserstoffgruppen,
bevorzugt Methyl.
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Spezifische
Beispiele von Verbindungen, die zur obigen Formel gehören, sind:
9,9-Bis(methoxymethyl)fluoren; 9,9-Bis(methoxymethyl)-2,3,6,7-tetramethylfluoren,
9,9-Bis(methoxymethyl)-2,3,4,5,6,7-hexafluorfluoren;
9,9-Bis(methoxymethyl)-2,3-benzofluoren;
9,9-Bis(methoxymethyl)-2,3,6,7-dibenzofluoren;, 9,9-Bis(methoxymethyl)-2,7-diisopropylfluoren;
9,9-Bis(methoxymethyl)-1,8-dichlorfluoren;
9,9- Bis(methoxymethyl)-2,7-dicyclopentylfluoren;
9,9-Bis(methoxymethyl)-1,8-difluorfluoren;
9,9-Bis(methoxymethyl)-1,2,3,4-tetrahydrofluoren;
9,9-Bis(methoxymethyl)-1,2,3,4,5,6,7,8-octahydrofluoren;
9,9-Bis(methoxymethyl)-4-tert.-butylfluoren.
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Bevorzugt
werden die Ti-Verbindungen, die keine π-Bindungen enthalten, unter
TiCl4, TiCl3 oder Ti(OR7)n-yXy ausgewählt, wobei
n die Wertigkeit von Titan, y eine Zahl zwischen 1 und n und R7 ein Kohlenwasserstoffradikal, das bis zu
15 Kohlenstoffatome enthält,
oder eine -COR8-Gruppe ist, wobei R8 ein Kohlenwasserstoffradikal ist, das bis
zu 15 Kohlenstoffatome enthält,
und X ein Halogen ist. Bevorzugt werden die V-Verbindungen, die
keine π-Bindungen
enthalten, unter VCl3, VCl4,
VOCl3 und Vanadylhalogeniden, am bevorzugtesten
TiCl4 oder Ti-Haloalkoholaten ausgewählt.
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Bevorzugt
wird die erfindungsgemäße Al-Alkylkomponente
(b) unter denjenigen der Formel HjAlU3-j oder HjAl2U6-j ausgewählt, wobei
die U-Substituenten, sind sie gleich oder verschieden, Halogenatome, C1-C20-Alkyl-, C3-C20-Cycloalkyl-,
C6-C20-Aryl-, C7-C20-Alkylaryl-
oder C7-C20-Arylalkylradikal
sind, wahlweise Silicium- oder Germaniumatome enthaltend, mit der
Maßgabe,
dass mindestens ein U von Halogen verschieden ist und j im Bereich
von 0 bis 1 liegt, was auch eine nichtganze Zahl ist.
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Nicht
einschränkende
Beispiele von Aluminiumalkyl-(b) Verbindungen sind Al(Me)3, Al(Et)3, Al(Et)2, Al(iBu)3, Al(iBu)2, Al(ihex)3, Al(iOct)3, Al(iOct)2, Al(C6H5)3,
Al(CH2CH(Me)CH(Me)2)3, Al(CH2C6H5)3, Al(CH2CMe3)3,
Al(CH2SiMe3)3, Al(Me)2iBu, Al(Me)2Et, AlMe(Et)2, AlMe(iBu)2, Al(Me)2iBu, Al(Me)2Cl, Al(Et)2Cl, AlEtCl2 und Al2(Et)3Cl3, wobei Me =
Methyl, Et = Ethyl, iBu = Isobutyl, iHex = Isohexyl, iOct = 2,4,4-Trimethylpentyl
ist. Die oben erwähnten
Al-Alkylverbindungen können
entweder als solche oder als Mischung derselben verwendet werden.
Unter den obigen Aluminiumverbindungen sind Trimethylaluminium (TMA),
Triethylaluminium (TEAL), Triisobutylaluminium (TIBAL) und Tris(2,4,4-trimethylpentyl)aluminium
(TIOA) bevorzugt.
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Ein
Katalysatorsystem für
die (Co)polymerisation von AlphaOlefinen der Formel CH2=CHR,
wobei R ein Wasserstoffatom oder ein C1-C2-Alkylradikal ist, umfasst:
- a) eine feste Katalysatorkomponente umfassend eine Verbindung
von Ti oder V, die keine Metall-n-Bindungen enthält, Mg und Halogen;
- b) eine Al-Alkylverbindung; und
- c) ein oder mehrere nichtpolymerisierende Olefine;
wobei
das Katalysatorsystem dadurch gekennzeichnet ist, dass das Molverhältnis von
nichtpolymerisierendem Olefin/Titan geringer als 100 ist. Bevorzugt
ist das Molverhältnis
geringer als 80, in der Lage, Polymer mit einer erhöhten Isotaktizität selbst
in Gegenwart von Mengen nichtpolymerisierender Olefine zu bilden,
die so gering sind, dass die organoleptischen Eigenschaften des
Polymers nicht beeinflusst werden und die Aktivität des Katalysators
daher wesentlich unverändert
bleibt.
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Die
Herstellung der festen Katalysatorkomponente (a) kann mehreren Verfahren
gemäß durchgeführt werden.
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Einem
dieser Verfahren gemäß werden
das Magnesiumdichlorid in einem wasserfreien Zustand und das Succinat
der Formel (I) unter Bedingungen miteinander vermahlen, unter denen
die Aktivierung des Magnesiumdichlorids erfolgt. Das so erhaltene
Produkt kann einmal oder mehrere Male mit einem Überschuss an TiCL4 bei
einer Temperatur zwischen 80 und 135°C behandelt werden. Auf diese
Behandlung hin folgen Waschvorgänge
mit Kohlenwasserstofflösungsmitteln,
bis die Chloridionen verschwunden sind. Einem weiteren Verfahren
gemäß wird das
Produkt, das durch Zusammenmahlen des Magnesiumchlorids in einem
wasserfreien Zustand, der Titanverbindung und der Elektronendonatorverbindung
erhalten wird, mit halogenierten Kohlenwasserstoffen wie 1,2-Dichlorethan, Chlorbenzol,
Dichlormethan usw. behandelt. Die Behandlung wird 1 bis 4 Stunden
lang bei einer Temperatur von 40°C
bis zum Siedepunkt des halogenierten Kohlenwasserstoffs durchgeführt. Das
erhaltene Produkt wird dann im Allgemeinen mit inerten Kohlenwasserstofflösungsmitteln wie
Hexan gewaschen.
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Einem
anderen Verfahren gemäß wird Magnesiumdichlorid
allgemein bekannten Verfahren gemäß voraktiviert und dann mit
einem Überschuss
an TiCl4, das die Elektronendonatorverbindung
in Lösung
enthält, bei
einer Temperatur von etwa 80 bis 135°C behandelt. Die Behandlung
mit TiCl4 wird wiederholt und der Feststoff
mit Hexan gewaschen, um irgendwelches nicht reagiertes TiCl4 zu eliminieren.
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Ein
weiteres Verfahren umfasst die Reaktion zwischen Magnesiumalkoholaten
oder Chloralkoholaten (insbesondere Chloralkoholaten, die der
US 4,220,554 gemäß hergestellt
worden sind) und einem Überschuss an
TiCl
4, das die Elektronendonatorverbindung
in Lösung
umfasst, bei einer Temperatur von etwa 80 bis 120°C.
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Einem
bevorzugten Verfahren gemäß kann die
feste Katalysatorkomponente durch Reagieren einer Titanverbindung
der Formel Ti(OR
7)
n-yX
y, wobei n, y, x und R
7 oben
beschrieben worden sind, bevorzugt TiCl
4, mit
einem Magnesiumchlorid, das aus einem Addukt der Formel MgCl
2·pROH
deriviert ist, wobei p eine Zahl zwischen 0,1 und 6, bevorzugt 2
und 3,5 ist, und R ein Kohlenwasserstoffradikal mit 1–18 Kohlenstoffatomen ist,
hergestellt werden. Das Addukt kann geeigneterweise in kugelförmiger Form
durch Mischen von Alkohol und Magnesiumchlorid in Gegenwart eines
inerten Kohlenwasserstoffs, der mit dem Addukt nicht mischbar ist, wobei
unter Rührbedingungen
bei der Schmelztemperatur des Addukts (100–130°C) gearbeitet wird, hergestellt
werden. Dann wird die Emulsion schnell abgeschreckt, wodurch die
Verfestigung des Addukts in Form von kugelförmigen Teilchen verursacht
wird. Beispiele kugelförmiger
Addukte, die diesem Verfahren gemäß hergestellt werden, sind
in
USP 4,399,054 und
USP 4,469,648 beschrieben.
Das so erhaltene Addukt kann direkt mit der Ti-Verbindung reagiert
werden oder es kann vorher einer thermisch regulierten Entalkoholisierung
(80–130°C) unterworfen
werden, um ein Addukt zu erhalten, bei dem die Anzahl von Molen
Alkohol im Allgemeinen unter 3, bevorzugt zwischen 0,1 und 2,5,
liegt. Die Reaktion mit der Ti-Verbindung kann durch Suspendieren
des Addukts (entalkoholisiertes oder Produkt als solches) in kaltem
TiCl
4 (im Allgemeinen 0°C) durchgeführt werden; die Mischung wird
auf 80–130°C erhitzt
und 0,5–2
Stunden bei dieser Temperatur gehalten. Die Behandlung mit TiCl
4 kann einmal oder mehrere Male durchgeführt werden.
Die Elektronendonatorverbindung kann während der Behandlung mit TiCl
4 zugesetzt werden. Die Behandlung mit der
Elektronendonatorverbindung kann ein oder mehrere Male wiederholt
werden.
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Die
Herstellung von Katalysatorkomponenten in kugelförmiger Form ist beispielsweise
in den Europäischen
Patentanmeldungen
EP-A-395083 ,
EP-A-553805 ,
EP-A-553806 ,
EPA-601525 und
WO 98/44009 beschrieben
worden.
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Die
dem obigen Verfahren gemäß erhaltenen
festen Katalysatorkomponenten weisen einen Oberflächenbereich
(durch die BET-Methode bestimmt), der im Allgemeinen zwischen 20
und 500 m2/g und bevorzugt zwischen 50 und
400 m2/g liegt, und eine Gesamtporosität (durch
die BET-Methode bestimmt) von mehr als 0,2 cm3/g,
bevorzugt zwischen 0,2 und 0,6 cm3/g auf.
Die Porosität
(Hg-Methode) aufgrund von Poren mit einem Radius von bis zu 10000 Å, liegt
im Allgemeinen zwischen 0,3 und 1,5 cm3/g,
bevorzugt 0,45 bis 1 cm3/g.
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Ein
weiteres Verfahren zum Herstellen der erfindungsgemäßen festen
Katalysatorkomponente umfasst das Halogenieren von Magnesiumdihydrocarbyloxidverbindungen,
wie beispielsweise Magnesiumdialkoxid oder -diaryloxid, mit einer
Lösung
von TiCl4 in aromatischem Kohlenwasserstoff
(wie beispielsweise Toluol, Xylol usw.) bei Temperaturen zwischen
80 und 130°C.
Die Behandlung mit TiCl4 in einer Lösung von
aromatischem Kohlenwasserstoff kann einmal oder mehrere Male wiederholt
werden und die Elektronendonatorverbindung wird während einer
oder mehrerer dieser Behandlungen zugesetzt.
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Bei
irgendeinem dieser Herstellungsverfahren kann die erwünschte Elektronendonatorverbindung
als solche zugesetzt werden oder auf alternative Weise kann sie
in situ durch Verwendung eines geeigneten Vorläufers erhalten werden, der
dazu fähig
ist, in die erwünschte
Elektronendonatorverbindung durch beispielsweise bekannte chemische
Reaktionen wie beispielsweise Veresterung, Umesterung usw. umgewandelt
zu werden. Im Allgemeinen wird die Elektronendonatorverbindung in
einem Molverhältnis
mit Bezug auf das MgCl2 von 0,01 bis 1,
bevorzugt von 0,05 bis 0,5 verwendet.
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Das
Katalysatorsystem, das geeignet ist, um das erfindungsgemäße Verfahren
durchzuführen,
umfasst die Komponenten (a), (b) und (c), wie oben beschrieben.
Obwohl nicht unbedingt erforderlich, kann eine externe Elektronendonatorverbindung
als Komponente (d) dem System zugegeben werden.
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Die
Elektronendonatorverbindung (d) wird gewöhnlich in einer derartigen
Menge verwendet, dass ein Molverhältnis zwischen der Organoaluminiumverbindung
(b) und der Elektronendonatorverbindung (d) von 0,1 bis 500, bevorzugt
1 bis 300 und noch bevorzugter 3 bis 100 erhalten wird.
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Die
externe Donatorverbindung wird bevorzugt unter Siliciumverbindungen
der Formel Ra dRb eSi(Orf)c ausgewählt,
wobei a und b ganze Zahlen von 0 bis 2 sind, c eine ganze Zahl von
1 bis 3 ist und die Summe (a + b + c) 4 beträgt; Rd,
Re und Rf C1-C18-Kohlenwasserstoffgruppen
sind, die wahlweise Heteroatome enthalten, die zur Gruppe 13–17 der
Tabelle des Periodensystems der Elemente gehören. Besonders bevorzugt sind
die Siliciumverbindungen, in denen a für 1, b für 1, c für 2 steht und mindestens eines
von Rd und Re unter
verzweigten Alkyl-, Alkenyl-, Alkylen-, Cycloalkyl- oder Arylgruppen
mit 3–10
Kohlenstoffatomen, die wahlweise Heteroatome enthalten, ausgewählt ist
und Rf eine C1-C10-Alkylgruppe,
insbesondere Methyl ist. Beispiele derartiger bevorzugter Siliciumverbindungen
sind Cyclohexylmethyldimethoxysilan, Diphenyldimethoxysilan, Methyl-tert.-butyldimethoxysilan,
Dicyclopentyldimethoxysilan, 2-Ethylpiperidinyl-2-tert.-butyldimethoxysilan
und (1,1,1-Trifluor-2-propyl)-2-ethylpiperidinyldimethoxysilan und
(1,1,1-Trifluor-2-propyl)methyldimethoxysilan. Außerdem sind
die Siliciumverbindungen, in denen a für 0, c für 3 steht, Rf eine
verzweigte Alkyl- oder Cycloalkylgruppe ist, die wahlweise Heteroatome
enthält
und R9 Methyl ist, ebenfalls bevorzugt.
Beispiele derartiger bevorzugter Siliciumverbindungen sind Cyclohexyltrimethoxysilan,
tert.-Butyltrimethoxysilan
und Thexyltrimethoxysilan.
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Die
Katalysatorkomponenten (a), (b), (c) und wahlweise (d) können in
irgendeiner Reihenfolge miteinander kontaktiert werden.
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In
einer besonderen Ausführungsform
werden die Komponenten (a), (b) und (c) für eine Zeitspanne im Bereich
von 0,1 bis 30 Minuten vorkontaktiert, bevor sie Polymerisationsbedingungen
unterworfen werden. In einer alternativen Ausführungsform können sie
direkt in den Reaktor eingeführt
werden.
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Mit
dem erfindungsgemäßen Verfahren
ist es insbesondere möglich,
Propylen und Ethylen zu (co)polymerisieren, um verschiedene Arten
von Produkten herzustellen. Beispielsweise können folgende Produkte hergestellt
werden: Ethylenpolymere hoher Dichte (HDPE mit einer Dichte von
mehr als 0,940 g/cm3) umfassend Ethylenhomopolymere
und Copolymere von Ethylen mit α-Olefinen
mit 3–12
Kohlenstoffatomen; lineare Polyethylene niedriger Dichte (LLDPE
mit einer Dichte von weniger als 0,940 g/cm3)
und einer sehr niedrigen Dichte und ultraniedrigen Dichte (VLDPE
und ULDPE mit einer Dichte von weniger als 0,920 g/cm3 bis
0,880 g/cm3), die aus Copolymeren von Ethylen
einem oder mehreren α-Olefinen
bestehen, die 3 bis 12 Kohlenstoffatome aufweisen, einen Molgehalt
von Einheiten, die aus Ethylen deriviert sind, von mehr als 80%
aufweisen; elastomere Copolymere von Ethylen und Propylen und elastomere
Terpolymere von Ethylen und Propylen mit geringeren Anteilen eines
Diens mit einem Gehalt, auf das Gewicht bezogen, von Einheiten,
die von Ethylen deriviert sind, der zwischen etwa 30 und 70% liegt,
isotaktische Polypropylene und kristalline Copolymere von Propylen
und Ethylen und/oder anderen α-Olefinen
mit einem Gehalt an Einheiten, die von Propylen deriviert sind,
von mehr als 85 Gew.-% (statistische Copolymere); schockfeste Polymere
von Propylen, die durch sequentielle Polymerisation von Propylen
und Mischungen von Propylen mit Ethylen, die bis zu 30 Gew.-% Ethylen
enthalten, erhalten werden; Copolymere von Propylen und 1-Buten
mit einer Anzahl von Einheiten, die von 1-Buten deriviert sind,
die zwischen 10 und 40 Gew.-% liegt. Außerdem können Homopolymere von 1-Buten oder
statistische Copolymere von 1-Buten erhalten werden.
-
Durch
Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist es möglich,
ein Polymer zu erhalten, das eine verbesserte Taktizität (als Wert
von mmmm-Pentaden ausgedrückt),
einen geringen Gehalt an löslichen Xylolsubstanzen
und eine höhere
Molmasse aufweist.
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Die
Polymerisation kann beispielsweise in einer Aufschlämmung unter
Anwendung eines inerten Kohlenwasserstofflösungsmittels als Verdünnungsmittel
oder in Masse unter Anwendung des flüssigen Monomers (beispielsweise
Propylen) als Reaktionsmedium durchgeführt werden. Außerdem ist
es möglich,
das Polymerisationsverfahren in der Gasphase durchzuführen, wobei
in einem oder mehreren Wirbel- oder mechanisch bewegten Bettreaktoren
gearbeitet wird.
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Bei
dem erfindungsgemäßen Verfahren
kann der Katalysator als solcher durch Einführen desselben direkt in den
Reaktor verwendet werden. Alternativ kann der Katalysator vorpolymerisiert
werden, bevor er in den ersten Polymerisationsreaktor eingeführt wird.
Der Ausdruck vorpolymerisiert, wie im Stand der Technik verwendet,
bedeutet einen Katalysator, der einem Polymerisationsschritt bei
einem geringen Umwandlungsgrad unterworfen worden ist. Der vorliegenden
Erfindung gemäß wird ein
Katalysator als vorpolymerisiert betrachtet, wenn die Menge an hergestelltem
Polymer etwa 0,1 bis zu etwa 1000 g pro Gramm fester Katalysatorkomponente
beträgt.
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Die
Vorpolymerisation kann mit den α-Olefinen
durchgeführt
werden, die aus der gleichen Gruppe von Olefinen, die oben offenbart
worden ist, ausgewählt
werden. Insbesondere ist es besonders bevorzugt, Ethylen oder Mischungen
desselben mit einem oder mehreren α-Olefinen in einer Menge von
bis zu 20 Mol-% vorzupolymerisieren. Bevorzugt beträgt die Umwandlung
der vorpolymerisierten Katalysatorkomponente etwa 0,2 g bis zu etwa
500 g pro Gramm fester Katalysatorkomponente.
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Der
Vorpolymerisationsschritt kann bei Temperaturen von 0 bis 80°C, bevorzugt
5 bis 50°C
in flüssiger oder
Gasphase durchgeführt
werden. Der Vorpolymerisationsschritt kann in der Produktionsstraße als Teil
eines kontinuierlichen Polymerisationsverfahrens oder getrennt in
einem chargenweisen Verfahren durchgeführt werden. Die chargenweise
Vorpolymerisation des erfindungsgemäßen Katalysators mit Ethylen
unter Bildung einer Menge Polymer, die im Bereich von 0,5 bis 20
g pro Gramm Katalysatorkomponente liegt, ist besonders bevorzugt.
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Im
Allgemeinen wird die Polymerisation bei Temperaturen von 20 bis
120°C, bevorzugt
von 40 bis 80°C
durchgeführt.
Wenn die Polymerisation in der Gasphase durchgeführt wird, liegt der Arbeitsdruck
im Allgemeinen zwischen 0,5 und 10 MPa, bevorzugt zwischen 1 und
5 MPa. Bei der Massenpolymerisation liegt der Arbeitsdruck im Allgemeinen
zwischen 1 und 6 MPa, bevorzugt zwischen 1,5 und 4 MPa. Wasserstoff-
oder andere Verbindungen, die in der Lage sind, als Kettenübertragungsmittel
zu wirken, können
zum Regulieren der Molmasse von Polymer verwendet werden.
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Die
folgenden Beispiele sind angegeben, um die Erfindung besser zu veranschaulichen,
ohne sie zu beschränken.
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BEISPIELE
-
ALLGEMEINE VERFAHREN UND CHARAKTERISIERUNGEN
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Bestimmung von unlöslichen Xylolsubstanzen (u.
X.)
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2,5
g Polymer wurden in 250 ml o-Xylol unter Rühren bei 135°C 30 Minuten
lang gelöst,
dann wurde die Lösung
auf 25°C
abgekühlt
und nach 30 Minuten wurde das unlösliche Polymer filtriert. Die
so gebildete Lösung
wurde in Stickstoffströmung
verdampft und der Rückstand
wurde getrocknet und gewogen, um den Prozentsatz an löslichem
Polymer und daraufhin durch Bestimmen des Unterschieds, die unlösliche Xylolfraktion
(%) zu bestimmen.
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NMR-Spektren
-
Die
Kohlenstoffspektren der Polymere wurden mit Hilfe eines Bruker DPX
400-Spektrometers, das im Fourier-Transformationsmodus bei 120°C und 100,61
MHz arbeitet, erhalten. Eine Probe der unlöslichen Xylolfraktion wurde
in C2D2Cl4 gelöst.
Der Peak des mmmm-Pentads im 13C-Spektrum
(21,8 ppm) wurde als Bezugsparameter benutzt.
-
Die
Kohlenstoffspektren wurden mit einem Impuls von 90° und einer
Zeitspanne zwischen Impulsen von 12 Sekunden (15 Sekunden bei Polymeren
auf der Basis von Ethylen) und CPD (Waltz 16) zum Entfernen der 1H-13C-Kopplungen
erhalten. Für
jedes Spektrum wurden 3000 Übergänge gespeichert.
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Comonomergehalt im Copolymer:
-
(1-Buten)
wurde durch Infrarotspektrometrie bestimmt.
-
Intrinsische Viskosität:
-
Das
Messen erfolgte in Tetrahydronaphthalin-(THN-)Lösung, die durch Lösen des
Polymers 1 Stunde lang bei 135°C
erhalten wurde.
-
Thermische Analyse:
-
Kalorimetrische
Messungen wurden mit Hilfe eines Differentialkalorimeters, DSC Mettler,
durchgeführt.
Das Instrument wird mit Indium- und Zinn-Standards kalibriert. Die
gewogene Probe (5–10
mg), die durch Bestimmung des Schmelzindexes erhalten wird, wurde
in Aluminiumpfannen eingeschlossen, auf 200°C erhitzt und ausreichend lang
(5 Minuten) bei dieser Temperatur gehalten, um ein vollständiges Schmelzen
aller Kristallite zu gestatten. Daraufhin wurde nach dem Kühlen bei
20°C/min
auf –20°C die Peaktemperatur
als die Kristallisationstemperatur (Tc) angenommen. Nach 5 Minuten
langem Stehenlassen bei 0°C
wurde die Probe mit einer Rate von 20°C/min auf 200°C erhitzt.
Bei diesem zweiten Erhitzungsvorgang wurde angenommen, dass die
Spitzentemperatur die Schmelztemperatur (Tm) und der Bereich die
globale Schmelzenthalpie (ΔH) war.
-
Schmelzindex:
-
Der
Wert korreliert mit der Polymermolmasse, wobei das Erhöhen des
Schmelzindexwerts die Polymermolmasse reduziert.
-
Die
Schmelzindizes (SI) werden bei 190°C ASATM D-1238 gemäß bei einer
Belastung von:
2,16 kg, SI E = SI2,16
21,6
kg, SI F = SI21,6
gemessen.
-
Herstellung der festen Katalysatorkomponente
A
-
In
einen Vierhalsrundkolben von 500 ml, der mit Stickstoff ausgespült worden
war, wurden 250 ml TiCl
4 bei 0°C eingegeben.
Dann wurden 10,0 g mikrosphärisches
MgCl
2·2,8C
2H
5OH (dem in Beispiel
2 der
USP 4,399,054 beschriebenen
Verfahren gemäß hergestellt,
wobei jedoch bei 3.000 UpM statt 10.000 gearbeitet wurde) und eine
Menge von 9,9-Bis(methoxymethyl)fluoren
wurden unter Rühren
hinzugegeben (Molverhältnis
Mg/9,9-Bis(methoxymethyl)fluoren = 6). Die Temperatur wurde auf
100°C erhöht und 120
min lang beibehalten. Dann wurde das Rühren abgebrochen, man ließ das feste
Produkt sich absetzen und die überstehende Flüssigkeit
wurde abgesaugt.
-
250
ml frisches TiCl4 wurden hinzugegeben. Die
Mischung wurde 60 min lang bei 120°C reagiert und dann wurde die überstehende
Flüssigkeit
abgesaugt. Der Feststoff wurde sechsmal mit wasserfreiem Hexan (6 × 100 ml)
bei 600C gewaschen. Schließlich
wurde der Feststoff unter Vakuum getrocknet. Es zeigte sich, dass
der so gebildete Feststoff 3,5 Gew.-% Titan und 16,4 Gew.-% internen
Donator enthielt.
-
Herstellung der festen Katalysatorkomponente
B
-
Das
gleiche Verfahren, das für
die Herstellung der festen Komponente A beschrieben worden ist,
wurde durchgeführt,
mit der Ausnahme, dass 10,0 g mikrosphärisches MgCl2·2,8C2H5OH und Diisobutylphthalat als
Träger
und internen Donator verwendet wurden.
-
Es
erwies sich, dass der Feststoff 2,4 Gew.-% Titan und 9,1 Gew.-%
internen Donator enthielt.
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Herstellung der festen Katalysatorkomponente
C
-
Das
gleiche Verfahren, das für
die Herstellung der festen Komponente A beschrieben worden ist,
wurde durchgeführt,
mit der Ausnahme, dass Diethyl-2,3-bis(isopropyl)succinat als interner
Donator anstatt 9,9-Bis(methoxymethyl)fluoren verwendet wurde.
-
Es
erwies sich, dass der Feststoff 3,4 Gew.-% Titan und 10,8 Gew.-%
internen Donator enthielt.
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Herstellung der festen Katalysatorkomponente
D
-
In
einen Vierhalsrundkolben von 500 ml, der mit Stickstoff ausgespült worden
war, wurden 250 ml TiCl
4 bei 0°C eingegeben.
Dann wurden 10,0 g mikrosphärisches
MgCl
2·2,8C
2H
5OH (dem in Beispiel
2 der
USP 4,399,054 beschriebenen
Verfahren gemäß hergestellt,
wobei jedoch bei 3.000 UpM statt 10.000 gearbeitet wurde) und eine
Menge Ethylbenzoat, um mit Bezug auf Mg ein Molverhältnis von
3 zu ergeben, wurde unter Rühren
hinzugegeben. Die Temperatur wurde auf 100°C erhöht und 60 min lang beibehalten.
Dann wurde das Rühren
abgebrochen, man ließ das
feste Produkt sich absetzen und die überstehende Flüssigkeit
wurde abgesaugt.
-
250
ml frisches TiCl4 wurden hinzugegeben. Die
Mischung wurde 60 min lang bei 100°C reagiert und dann wurde die überstehende
Flüssigkeit
abgesaugt. Der Feststoff wurde sechsmal mit wasserfreiem Hexan (6 × 100 ml)
bei 60°C
gewaschen. Schließlich
wurde der Feststoff unter Vakuum getrocknet. Es zeigte sich, dass
der so gebildete Feststoff 3,3 Gew.-% Titan und 13,2 Gew.-% internen
Donator enthielt.
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Herstellung der festen Katalysatorkomponente
E
-
Die
feste Katalysatorkomponente E wurde dem Beispiel 3 von
E-A-395 083 gemäß hergestellt.
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Beispiele 1–7 und Vergleichsbeispiele
1–4
-
In
einen Autoklaven von 4 Litern, der mit einem Stickstoffstrom bei
70°C eine
Stunde lang ausgespült worden
war, wurden 75 ml wasserfreies Hexan, das 760 mg AlEt3 enthielt,
eine Menge von 3-Caren, wie in Tabelle 1 angegeben, und 10 mg feste
Katalysatorkomponente, wie in Tabelle 1 angegeben, in einem Propylenfluss
bei 30°C
eingegeben. Der Autoklav wurde geschlossen. 1,5 Nl Wasserstoff wurden
hinzugegeben und dann wurden unter Rühren 1,2 kg flüssiges Propylen
eingespeist. Die Temperatur wurde im Laufe von fünf Minuten auf 70°C erhöht und die
Polymerisation zwei Stunden lang bei dieser Temperatur durchgeführt. Das
unreagierte Propylen wurde abgebrannt und das Polymer gewonnen und
unter Vakuum drei Stunden lang bei 70°C getrocknet. Die Polymerisationsergebnisse
und Polymerdaten sind in Tabelle 1 aufgeführt. Es wurden keine Spuren
von (co)polymerisiertem 3-Caren in dem Polymer aufgefunden.
-
Beispiele 8–9 und Vergleichsbeispiele
5–6
-
In
einen Autoklaven von 4 Litern, der mit einem Stickstoffstrom bei
70°C eine
Stunde lang ausgespült worden
war, wurden 75 ml wasserfreies Hexan, das 760 mg AlEt3 enthielt,
eine Menge von 3-Caren und von Dicyclopentyldimethoxysilan, wie
in Tabelle 2 angegeben, und 10 mg feste Katalysatorkomponente B)
in einem Propylenfluss bei 30°C
eingegeben. Der Autoklav wurde geschlossen. 1,5 Nl Wasserstoff wurden
hinzugegeben und dann wurden unter Rühren 1,2 kg flüssiges Propylen
eingespeist. Die Temperatur wurde im Laufe von fünf Minuten auf 70°C erhöht und die
Polymerisation zwei Stunden lang bei dieser Temperatur durchgeführt. Das
unreagierte Propylen wurde abgebrannt und das Polymer gewonnen und
unter Vakuum drei Stunden lang bei 70°C getrocknet. Die Polymerisationsergebnisse
und Polymerisationsdaten sind in Tabelle 2 aufgeführt. Es wurden
keine Spuren von (co)polymerisiertem 3-Caren in dem Polymer aufgefunden.
-
Beispiel 10
-
Der
gleiche Polymerisationsvorgang wie in den Beispielen 1, 2 und dem
Vergleichsbeispiel 2 wurde durchgeführt, mit der Ausnahme, dass
10,5 g 1-Phenyl-1-cyclohexen statt 3-Caren (0,2% molar) verwendet wurden.
Ein Polymer mit einer unlöslichen
Xylolfraktion von 80,3 Gew.-% wurde erhalten (die Aktivität des Katalysators
betrug 18 kg/g Katalysator). Es wurden keine Spuren von (co)polymerisiertem
1-Phenyl-1-cyclohexen
in dem Polymer aufgefunden.
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Vergleichsbeispiele 7–8
-
In
einen Reaktor von 250 ml, der mit einem Stickstoffstrom eine Stunde
lang bei 70°C
ausgespült
worden war und 150 ml 1-Octen und 340 mg AlEt3 enthielt,
wurde eine Aufschlämmung
von 10 ml wasserfreiem Hexan, 110 mg AlEt3,
15 mg Katalysa tor A) und die Menge 3-Caren, die in Tabelle 3 angegeben
ist, bei 70°C hineingegeben.
Die Polymerisation wurde bei dieser Temperatur vier Stunden lang
durchgeführt;
dann wurde sie durch Zugabe von 2 ml Methanol zur Reaktionsmischung
abgebrochen. Das Polymer wurde durch Ausfällung in einen Überschuss
von Methanol gewonnen, mit HCl angesäuert, filtriert und getrocknet.
Die Polymerisationsergebnisse und Polymerdaten sind in Tabelle 3
aufgeführt.
Es wurden keine Spuren von (co)polymerisiertem 3-Caren in dem Polymer
aufgefunden.
-
Beispiel 11 und Vergleichsbeispiel 9
-
Ein
Edelstahlautoklav von 4,0 Litern, der mit einem Magnetrührer, Temperatur-,
Druck-Anzeiger, Einspeiselinie für
Ethylen, Propan, 1-Buten, Wasserstoff und einer Stahlphiole für das Injizieren
von Katalysator ausgestattet war, wurde durch Ausspülen mit
reinem Stickstoff bei 70°C
60 Minuten lang gereinigt. Er wurde dann mit Propan gewaschen, auf
75°C erhitzt
und schließlich
mit 800 g Propan, 1-Buten (150 g), Ethylen (7,0 bar, Partialdruck)
und Wasserstoff (2,0 bar, Partialdruck) beaufschlagt. In einen Dreihalskolben
von 100 cm3 wurden in folgender Reihenfolge
50 cm3 wasserfreies Hexan, 9,6 cm3 10 Gew./Vol-% TEAL/Hexanlösung, 3-Caren
(wenn es wie in Tabelle 5 angegeben verwendet wurde) und der feste
Katalysator E (in der in Tabelle 5 angegebenen Menge) hineingegeben.
Sie wurden miteinander vermischt und 10 Minuten lang bei Raumtemperatur
gerührt
und dann durch die Stahlphiole unter Anwendung eines Stickstoffüberdrucks
in den Reaktor eingeführt.
-
Unter
kontinuierlichem Rühren
wurde der Gesamtdruck bei 75°C
für 120
Minuten durch Einspeisen von Ethylen konstant gehalten. Zum Schluss
wurde der Druck aus dem Reaktor abgelassen und die Temperatur auf
30°C reduziert.
Das erhaltene Polymer wurde unter Stickstoffströmung bei 70°C getrocknet und gewogen. Die
Menge an gewonnenem Polymer und die charakteristischen Eigenschaften
des Polymers sind in Tabelle 4 angegeben. Tabelle 1
| | Katalysator-Typ | 3-Caren g | *3-Care n % molar | Ausbeute kg/g
Kat | S.
I. Gew.-% | Mmmm
% |
| Beispiel
1 | A | 2,7 | 0,07 | 50 | 98,2 | 98,3 |
| Beispiel
2 | A | 9,13 | 0,2 | 25 | 98,7 | 98,3 |
| Vergleichsbeispiel
1 | A | 0 | 0 | 70 | 97,5 | 96,9 |
| Vergleichsbeispiel
2 | A | 51,00 | 1,3 | Spuren | n.
v. | n.
v. |
| Vergleichsbeispiel
3 | A | 257,33 | 6,2 | Spuren | n.
v. | n.
v. |
| Beispiel
3 | B | 0,91 | 0,02 | 27 | 91,4 | n.
v. |
| Beispiel
4 | B | 9,12 | 0,2 | 25 | 94,9 | 93,0 |
| Beispiel
5 | B | 0,046 | 0,001 | 27 | 80 | n.
v. |
| Vergleichsbeispiel
6 | C | 9,12 | 0,2 | 27 | 97,6 | n.
v. |
| Beispiel
6 | C | 9,12 | 0,2 | 27 | 97,6 | n.
v. |
| Beispiel
7 | D | 9,12 | 0,2 | 13 | 85,2 | n.
v. |
- n. v. nicht verfügbar
- * es wird auf die gesamte Olefinmenge, die im Reaktor vorliegt,
Bezug genommen.
Tabelle 2 | | 3-Care n g | *3-Care n % molar | Al/Silan-Molverhältnis | Ausbeute kg/g
Kat | S.
I. Gew.-% | Mmmm
% |
| Beispiel
8 | 0,46 | 0,01 | 200 | 42 | 98,2 | n.
v. |
| Vergleichsbeispiel
5 | 0 | 0 | 200 | 47 | 97,5 | n.
v. |
| Beispiel
9 | 0,46 | 0,01 | 40 | 50 | 98,8 | 98,5 |
| Vergleichsbeispiel
6 | 0 | 0 | 40 | 55 | 98,5 | n.
v. |
- n. v. nicht verfügbar
- * es wird auf die gesamte Olefinmenge, die im Reaktor vorliegt,
Bezug genommen.
Tabelle 3 | | 3-Caren g | *3-Caren % molar | Ausbeute
kg/g Kat | Mmmm
% |
| Vergleichsbeispiel 7 | 0,37 | 0,3 | 2,7 | 94,0 |
| Vergleichsbeispiel 8 | 0 | 0 | 3 | 94,2 |
- n. v. nicht verfügbar
- * es wird auf die gesamte Olefinmenge, die im Reaktor vorliegt,
Bezug genommen.
-
Die
Ergebnisse der Tabelle 3 zeigen eindeutig, dass die Verwendung geringer
Mengen an nichtpolymerisierendem Olefin bei der Polymerisation von
1-Octen die Stereoregularität
nicht positiv beeinflusst. Tabelle 4
| Bsp. | Kat | 3-Caren | 3-Caren * | Ausbeute | Schmelzindex
dg/min | 1-
C4- | D.
S. C. |
| | mg | Mmoli: | %
molar | Kg/gKat | E | F/E | Gew.-% | Tm°C |
| Verg-bsp 9 | 15,2 | 0 | 0 | 11,8 | 15,6 | 35,6 | 13,9 | 122,0 |
| 11 | 24,7 | 8,8 | 0,18 | 10,5 | 1,7 | 26,9 | 6,6 | 124,4 |
- n. v. nicht verfügbar
- * es wird auf die gesamte Olefinmenge, die im Reaktor vorliegt,
Bezug genommen.
-
Aus
den in der Tabelle angegebenen Daten ist klar ersichtlich, dass
die Verwendung von 3-Caren zu einem Polymer mit höherer Molmasse
(d. h. niedererem Schmelzindexwert) führt.