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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren für die Herstellung
von Tierfutter oder einer Tierfutterkomponente, z. B. eines die
Schmackhaftigkeit verbessernden Mittels oder Nährstoffs, aus einer bakteriellen
Biomasse, insbesondere aus einer bakteriellen Kultur mit einem methanotrophen
Bakterium. Dieses Produkt findet spezielle Verwendung als Nährstoff
oder als Geschmacksverbesserungsmittel sowohl in menschlichen als
auch Tiernahrungsmitteln als Ersatz für traditionelle Hefederivate.
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In
letzter Zeit wurde viel Aufmerksamkeit auf die Entwicklung von neuen
Proteinquellen gerichtet, die in Nahrungsmittel für den menschlichen
und/oder tierischen Verbrauch eingearbeitet werden können. Eine
Anzahl von verschiedene Proteine enthaltenden Materialien wurden
als Ersatzstoffe für
traditionellere Proteinquellen, wie z. B. Fischmehl, Sojaprodukte
und Blutplasma, in menschlichen Nahrungsmitteln und als Tierfuttermittel
vorgeschlagen. Diese Materialien umfassen Protein enthaltende Mikroorganismen
(hierin auch als "einzellige
Proteine" bezeichnet),
wie z. B. Pilze, Hefen und Bakterien.
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Einzellige
Proteinmaterialien können
direkt in Nahrungsmitteln z. B. als sprühgetrocknetes Produkt verwendet
werden oder die Biomasse kann vor der Verwendung weiterverarbeitet
werden, z. B. unter Verwendung von Verfahren wie z. B. Homogenisierung
und/oder Trennung.
WO 01/60974 beschreibt
beispielsweise die Herstellung eines homogenisierten Derivats einer
bakteriellen Biomasse mit ausgezeichneten Funktionseigenschaften,
das bei der Zubereitung von verschiedenen Nahrungsmittelprodukten,
beispielsweise als Geliermittel oder Emulgator, verwendet werden
kann. Larsen et al. (Appl. Microbiol. Biotechnol. (1996) 45: 137–140) beschreibt
ein Verfahren zum Verringern des Nukleinsäuregehalts des methanotrophen
Bakteriums Methylococcus capsulatus (Bath), um die erforderlichen
Sicherheitsstandards für
den menschlichen Verzehr zu erfüllen.
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Heute
sind die am umfangreichsten verwendeten einzelligen Proteine jene,
die von Pilzen oder Hefe abgeleitet werden. Hefe ist beispielsweise
zur Verwendung beim Brauen, bei der Weinherstellung und in der Backindustrie
gut bekannt. Verschiedene verarbeitete Derivate von Hefe sind auch
zur Verwendung bei der Zubereitung von Nahrungsmitteln bekannt.
Die Autolyse von Hefe führt
beispielsweise zu einer Vielfalt von zellulären Komponenten, die zur Verwendung
als Geschmacksstoffe oder Gewürze
in Nahrungsmitteln, z. B. bei der Zubereitung von Saucen, Bratensäften usw.
bekannt sind. Relativ große
Mengen an Hefeautolysaten sind jedoch im Allgemeinen erforderlich,
um die gewünschten
Geschmacksverbesserungseffekte zu erhalten. Ferner ist die Autolyse
von Hefe im Allgemeinen langsam und es kann mehrere Tage dauern,
um einen geeigneten Abbaugrad zu erreichen. Additive, die als Autolyseinitiatoren
oder -stimulatoren wirken, z. B. Thiolmittel, sind daher im Allgemeinen
erforderlich, um den Autolyseprozess zu beschleunigen. Dies erhöht die Kosten
der kommerziellen Herstellung von Hefeautolysaten.
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Ein
andauernder Bedarf existiert für
alternative Materialien, die in der Lage sind, die Schmackhaftigkeit von
menschlichen und tierischen Nahrungsprodukten zu erhöhen, insbesondere
Materialien, die in großen Mengen
und mit relativ niedrigen Kosten hergestellt werden können. Ein
spezieller Bedarf existiert für
neue Materialien, die als Geschmacksverbesserer wirken können.
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Überraschenderweise
haben wir nun festgestellt, dass die Autolyse einer Biomasse mit
einem methanotrophen Bakterium und einem heterotrophen Bakterium
oder einem Derivat davon (z. B. einem homogenisierten Derivat) den
Effekt der Erzeugung von wirksamen die Schmackhaftigkeit verbessernden
Komponenten hat, die auch als Nährstoffe,
d. h. Tierfutter oder Tierfutterkomponenten, nützlich sind.
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Folglich
schafft die vorliegende Erfindung gemäß einem Aspekt ein Verfahren
zur Herstellung eines Tierfutters oder einer Tierfutterkomponente,
z. B. eines die Schmackhaftigkeit verbessernden Mittels. Das Verfahren
umfasst, dass eine Kultur mit einem methanotrophen Bakterium und
einem heterotrophen Bakterium oder einem Derivat davon (z. B. einem
homogenisierten Derivat) einer Autolyse unterzogen wird. Durch dieses Verfahren
autolysierte Produkte bilden einen weiteren Aspekt der Erfindung.
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Das
gemäß der Erfindung
hergestellte Autolysat kann typischerweise als Tierfutter oder Tierfutterkomponente
für Fisch
oder Schalentiere verwendet werden, wie z. B. in
PCT/GB02/03795 , veröffentlicht
als
WO 03/15534 , beschrieben.
Ebenso kann das Autolysat vorteilhafterweise als Geschmacksverbesserer
für Tiernahrung,
insbesondere für
Hundenahrung, verwendet werden, wie beispielsweise in der
britischen Patentanmeldung Nr. 0203907.1 ,
veröffentlicht
als
GB2385767 , beschrieben.
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Das
Autolysat der Erfindung wird besonders bevorzugt als Bestandteil
für extrudierte
Fischnahrung in Pelletform verwendet. Die Fischnahrungspellets enthalten
typischerweise auch Protein und Lipid, z. B. Fischmehl und Fisch- und/oder Pflanzenöl, sowie
eine kleine Menge an Kohlehydrat, z. B. von Pflanzen abgeleitete Stärke.
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Wie
hierin verwendet, soll der Begriff "Autolyse" ein Verfahren einschließen, in
dem endogene Enzyme, die innerhalb einer Zelle enthalten sind, wie
z. B. Nukleasen und Proteasen, die Komponenten der Zelle aufschließen. Dieser
Prozess des "Selbstaufschlusses" führt zur
Herstellung von verschiedenen Abbauprodukten der Zelle, die Peptide,
Aminosäuren,
Nukleotide, Phospholipide, Fettsäuren
usw. umfassen können.
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Wie
hierin verwendet, umfasst der Begriff "Schmackhaftigkeit" alle Eigenschaften eines Nahrungsprodukts,
die von einem Menschen oder Tier wahrgenommen werden können. Solche
Eigenschaften umfassen nicht nur Aroma, sondern auch Geschmack und
Textur. Der Begriff "Schmackhaftigkeit" wird auch als andere Eigenschaften
eines Nahrungsprodukts umfassend betrachtet, z. B. Verdaubarkeit.
Der Begriff "Schmackhaftigkeit
verbesserndes Mittel" wird
als Materialien umfassend betrachtet, die entweder gewünschte Schmackhaftigkeitseigenschaften
besitzen oder die, wenn sie in irgendeinem Nahrungsprodukt vorhanden
sind, wirksam sind, um die Schmackhaftigkeit (z. B. den Geschmack)
anderer Komponenten des Nahrungsmittels zu verbessern.
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Wie
hierin verwendet, umfasst der Begriff "Derivat", wenn er in Bezug auf ein einzelliges
Proteinmaterial verwendet wird, z. B. eine mikrobielle Kultur, irgendein
Produkt, das von einem solchen Material unter Verwendung eines Stromabwärtsverarbeitungsverfahrens
oder von Stromabwärtsverarbeitungsverfahren
(z. B. eine Reihe von Verfahren), die auf dem Fachgebiet bekannt
sind, wie z. B. Trennung eines einzelligen Proteinmaterials von
einem Fermentationsmedium oder einer Flüssigkeit durch Zentrifugations-
und/oder Ultrafiltrationsverfahren, abgeleitet werden kann. Ein
bevorzugtes Derivat zur Verwendung in dem hierin beschriebenen Verfahren
ist ein homogenisiertes Derivat des einzelligen Proteinmaterials,
in dem die Zellen z. B. infolge einer mechanischen Aufbrechung aufgebrochen
oder zersetzt sind, wodurch die Inhalte der Zelle freigegeben werden.
Solche homogenisierten Materialien bestehen im Allgemeinen aus einem
viskosen Proteinbrei, der sowohl lösliche als auch teilchenförmige zelluläre Komponenten
enthält.
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Im
Verfahren der Erfindung wird die Autolyse im Allgemeinen durch Inkubation
der bakteriellen Kultur unter sorgfältig gesteuerten Bedingungen
durchgeführt.
Geeignete Inkubationsbedingungen, die in der Lage sind, die Aktivität des endogenen
Enzyms einzuleiten, und die folglich ein autolysiertes Produkt ergeben,
können
von Fachleuten leicht bestimmt werden. Die Autolyse wird vorzugsweise
in Abwesenheit von irgendeinem Autolyseinitiator oder –stimulator
ausgeführt.
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Die
Temperaturbedingungen sind derart, dass die Autolyse optimiert wird,
ohne die innerhalb der Zellen enthaltenen endogenen Enzyme zu inaktivieren.
Typischerweise liegt die Temperatur für die Autolyse im Bereich von
25 bis 58°C,
vorzugsweise von 40 bis 55°C,
besonders bevorzugt von 45 bis 55°C,
insbesondere 50 bis 55°C.
Temperaturen in Richtung des höheren
Endes dieser Bereiche sind bevorzugt, z. B. etwa 55°C. Wenn niedrigere
Temperaturen verwendet werden (z. B. 20°C oder niedriger), geht die
Autolyse sehr langsam vor sich. Wenn das Bakterium Methylococcus
Capsulatus verwendet wird, sollte die Inkubationstemperatur vorzugsweise
etwa 58°C
nicht überschreiten.
Bei Temperaturen oberhalb dieser kann eine Inaktivierung der in den
Zellen enthaltenen endogenen Enzyme (z. B. Proteasen und Peptidasen)
auftreten.
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Ein
geeigneter pH-Bereich für
die Autolyse kann im Bereich von 6,2 bis 8,5, vorzugsweise 7,0 bis
8,0, besonders bevorzugt 7,0 bis 7,5 liegen. Bei einem pH-Wert von
unter etwa 5,5 kann die Autolyse nicht vor sich gehen. Ein pH-Wert von etwa 7,0
ist besonders bevorzugt. Die Art, die Menge und die Zeitsteuerung
der Zugabe von irgendeiner Base, die erforderlich ist, um den pH-Wert der Biomasse
während
der Autolyse innerhalb der gewünschten
Grenzen zu halten, können
leicht durch Fachleute bestimmt werden. Geeignete Basen für die pH-Regelung
umfassen Natriumhydroxid, Kaliumhydroxid usw.
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Das
autolysierte Produkt kann in einem kontinuierlichen oder chargenweisen
Prozess hergestellt werden. Vorzugsweise wird dieses kontinuierlich
hergestellt. Wenn es chargenweise hergestellt wird, kann der pH-Wert
der Biomasse während
der Anfangsstufen der Reaktion, z. B. von 30 Minuten bis zu einer
Stunde nach dem Beginn des Inkubationsprozesses, schnell abnehmen.
Es wird angenommen, dass dies am Bruch der Peptidbindungen liegt.
Während
dieses Zeitraums kann die Menge an Base, die erforderlich ist, um
den pH-Wert innerhalb
der gewünschten
Grenzen zu halten, daher erhöht
werden müssen.
Nach dieser Zeit nimmt die erforderliche Menge an Base im Allgemeinen
ab. Der pH-Wert kann während
der Autolyse unter Verwendung von Standardverfahren, die auf dem
Fachgebiet bekannt sind, geregelt werden. Solche Verfahren umfassen
die kontinuierliche Überwachung
des pH-Werts durch Titration in Kombination mit der geeigneten Zugabe
von Säure/Base.
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Die
Reaktionszeit für
die Autolyse liegt typischerweise im Bereich von 30 Minuten bis
24 Stunden, z. B. etwa 1 bis 5 Stunden. Eine bevorzugte Reaktionszeit
ist etwa 4 Stunden. Im Allgemeinen nimmt die Ausbeute des autolysierten
Produkts mit der Reaktionszeit zu. Die Inkubationsperiode kann daher
gemäß der gewünschten
Ausbeute des Autolysats ausgewählt
werden.
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Der
Autolyseprozess wird im Allgemeinen in einem Reaktor mit gerührtem Tank
oder einem Pfropfenströmungsreaktor
ausgeführt.
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Es
kann erwartet werden, dass der hierin beschriebene Autolyseprozess
ein Produkt ergibt, das 40 bis 75 Gewichts-%, z. B. etwa 50 Gewichts-%,
unlösliches
Material (z. B. mit Zellenwandfragmenten usw.) und 25 bis 60 Gewichts-%, z. B. etwa 50
Gewichts-%, lösliches
Material (hierin auch als "lösliche Fraktion" bezeichnet), das
typischerweise freie Aminosäuren
(insbesondere Glutaminsäure),
Peptide und Nukleotide (hauptsächlich
3'-Nukleotide) umfasst,
umfasst.
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Die
bakterielle Biomasse zur Verwendung im Verfahren der Erfindung kann
durch Wachstum der Bakterien auf einem geeigneten Medium oder Substrat
gebildet werden. Die exakte Art des Wachstumsmediums, das zur Herstellung
der Biomasse verwendet wird, ist für die Durchführung der
Erfindung nicht entscheidend und eine Vielfalt von geeigneten Substraten
können
verwendet werden.
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Zweckmäßigerweise
kann ein einzelliges Material zur Verwendung im Verfahren der Erfindung
durch einen Fermentationsprozess hergestellt werden, in dem Sauerstoff
und ein geeignetes Substrat wie z. B. ein flüssiger oder gasförmiger Kohlenwasserstoff,
ein Alkohol oder ein Kohlehydrat, z. B. Methan, Methanol oder Erdgas,
zusammen mit einer Nährstoffminerallösung einem
röhrenförmigen Reaktor
zugeführt
werden, der den Mikroorganismus oder die Mikroorganismen enthält. Eine
Anzahl solcher Verfahren sind auf dem Fachgebiet bekannt und beschrieben,
beispielsweise in
WO 01/60974 ,
DK-B-170824 ,
EP-A-418187 und
EP-A-306466 . Besonders bevorzugt
wird die Biomasse, die gemäß der Erfindung
autolysiert wird, hergestellt, wie in
PCT/GB02/003798 , veröffentlicht
als
WO 03/016460 ,
beschrieben.
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Besonders
bevorzugt zur Verwendung in der Erfindung sind einzellige Proteinmaterialien,
die von Fermentations- und Kohlenwasserstofffraktionen oder Erdgas
abgeleitet sind. Besonders bevorzugt sind einzellige Proteine, die
von der Fermentation von Erdgas abgeleitet sind. Wenn die Konzentration
der Mikroorganismen innerhalb des Fermentors zunimmt, wird ein Teil
der Reaktorinhalte oder Reaktorbrühe entnommen und die Mikroorganismen
können
durch auf dem Fachgebiet gut bekannte Verfahren abgetrennt werden,
z. B. Zentrifugation und/oder Ultrafiltration. Zweckmäßigerweise
wird in einem solchen Fermentationsprozess die Brühe kontinuierlich
aus dem Fermentor entnommen und weist eine Zellenkonzentration zwischen
1 und 5 Gewichts-%,
z. B. etwa 3 Gewichts-%, auf.
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Einzellige
Materialien, die aus zwei oder mehr Mikroorganismen hergestellt
werden, werden gemäß dem Verfahren
der Erfindung behandelt. Obwohl diese in denselben oder separaten
Fermentoren hergestellt werden können,
werden diese im Allgemeinen in demselben Fermentor unter identischen
Fermentationsbedingungen hergestellt. Materialien, die durch separate
Fermentationsprozesse hergestellt werden, können vor der Autolyse gemäß dem Verfahren
der Erfindung miteinander vermischt werden.
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Bevorzugte
Bakterien zur Verwendung in der Erfindung umfassen Methylococcus
capsulatus (Bath), ein thermophiles Bakterium, das ursprünglich aus
den heißen
Quellen in Bath, England, abgeleitet wurde und als NCIMB 11132 beim
National Collections of Industrial and Marine Bacteria, Aberdeen,
Schottland, hinterlegt wurde. M. capsulatus (Bath) weist ein optimales
Wachstum bei etwa 45°C
auf, obwohl das Wachstum zwischen 37°C und 52°C stattfinden kann. Es handelt
sich um eine gramnegative, nicht frei bewegliche, sphärische Zelle,
die gewöhnlich
paarweise vorkommt. Die intrazellulären Membranen sind als Bündel von
blasigen Scheiben angeordnet, die für Methanotrophe des Typs I
charakteristisch sind. M. capsulatus (Bath) ist im Allgemeinen ein
sehr stabiler Organismus ohne bekannte Plasmide. Er kann Methan
oder Methanol zum Wachstum und Ammoniak, Nitrat oder molekularen
Stickstoff als Quelle für
Stickstoff für
die Proteinsynthese verwenden.
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Ein
Beispiel eines Fermentationsprozesses, der Erdgas als einzige Kohlenstoff-
und Energiequelle verwendet, ist jener, der in
EP-A-306466 (Dansk Bioprotion)
beschrieben ist. Dieser Prozess basiert auf der kontinuierlichen
Fermentation der methanotrophen Bakterien M. capsulatus, die auf
Methan gewachsen sind. Luft oder reiner Sauerstoff wird für die Anreicherung
mit Sauerstoff verwendet und Ammoniak wird als Stickstoffquelle
verwendet. Zusätzlich
zu diesen Substraten erfordert die bakterielle Kultur typischerweise
Wasser, Phosphat (z. B. als Phosphorsäure) und verschiedene Mineralien,
die Magnesium, Kalzium, Kalium, Eisen, Kupfer, Zink, Mangan, Nickel,
Kobalt und Molybdän
umfassen können,
die typischerweise als Sulfate, Chloride oder Nitrate verwendet
werden. Alle bei der Herstellung des einzelligen Materials verwendeten
Mineralien sollten Nahrungsmittelqualität aufweisen.
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Erdgas
besteht hauptsächlich
aus Methan, obwohl seine Zusammensetzung für verschiedene Gasfelder variiert.
Typischerweise kann erwartet werden, dass Erdgas etwa 90% Methan,
etwa 5% Ethan, etwa 2% Propan und einige höhere Kohlenwasserstoffe enthält. Während der
Fermentation von Erdgas wird Methan durch methanotrophe Bakterien
in Biomasse und Kohlendioxid oxidiert. Methanol, Formaldehyd und
Ameisensäure
sind metabolische Zwischenstoffe. Formaldehyd und in einem gewissen
Ausmaß Kohlendioxid
werden in Biomasse umgesetzt. Methanotrophe Bakterien sind jedoch
außer stande,
Substrate mit Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindungen für das Wachstum
zu verwenden, und die restlichen Komponenten von Erdgas, d. h. Ethan, Propan
und in einem gewissen Ausmaß höhere Kohlenwasserstoffe,
werden durch methanotrophe Bakterien oxidiert, um die entsprechenden
Carbonsäuren
zu erzeugen (z. B. wird Ethan zu Essigsäure oxidiert). Solche Produkte
können
für die
methanotrophen Bakterien inhibitorisch sein und daher ist es wichtig,
dass ihre Konzentrationen während
der Herstellung der Biomasse niedrig bleiben, vorzugsweise unter
50 mg/l. Eine Lösung für dieses
Problem ist die kombinierte Verwendung von einem oder mehreren heterotrophen
Bakterien, die die durch die methanotrophen Bakterien hergestellten
Metaboliten verwenden können.
Solche Bakterien sind auch in der Lage, organisches Material, das
in die Fermentationsbrüche
durch Zelllyse freigegeben wird, zu verwenden. Dies ist wichtig,
um eine Schaumbildung zu vermeiden, und dient auch zum Minimieren
des Risikos, dass die Kultur mit unerwünschten Bakterien verunreinigt
wird. Eine Kombination von methanotrophen und heterotrophen Bakterien
führt zu
einer stabilen und sehr ergiebigen Kultur.
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Geeignete
heterotrophe Bakterien für
die Verwendung in der Erfindung umfassen DB3, Stamm NCIMB 13287
(Ralstonia sp., vorher als Alcaligenes acidovorans bekannt), DB5,
Stamm NCIMB 13289 (Brevibacillus agri, vorher als Bacillus firmus
bekannt) und DB4, Stamm NCIMB 13288 (Aneurinibacillus sp., vorher
als Bacillus brevis bekannt), die jeweils ein optimales Wachstum
bei einer Temperatur von etwa 45°C
aufweisen.
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DB3
ist ein gramnegativer, aerober, frei beweglicher Stab, der zur Gattung
Ralstonia gehört,
welcher Ethanol, Acetat, Propionat und Butyrat zum Wachsturn verwenden
kann. DB4 ist ein grampositiver, Endosporen bildender, aerober Stab,
der zur Gattung Aneurinibacillus gehört, welcher Acetat, D-Fruktose,
D-Mannose, Ribose und D-Tagatose verwenden kann. DB5 ist ein grampositiver,
Endosporen bildender, frei beweglicher, aerober Stab der Gattung
Brevibacillus, der Acetat, N-Acetyl-glucosamin, Citrat, Gluconat,
D-Glucose, Glycerol und Mannit verwenden kann.
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Besonders
bevorzugt ist das einzellige Proteinmaterial zur Verwendung in der
Erfindung eine mikrobielle Kultur, die aus methanotrophen Bakterien
wahlweise in Kombination mit einer oder mehreren Spezies von heterotrophen Bakterien,
insbesondere vorzugsweise einer Kombination von methanotrophen und
heterotrophen Bakterien, besteht. Wie hierin verwendet, umfasst
der Begriff "methanotroph" irgendein Bakterium,
das Methan, Methanol oder Formaldehyd zum Wachstum verwendet. Der
Begriff "heterotroph" wird für Bakterien verwendet,
die andere organische Substrate als Methan, Methanol oder Formaldehyd
zum Wachstum verwenden.
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Besonders
bevorzugt für
die Verwendung in der Erfindung ist eine mikrobielle Kultur mit
einer Kombination des methanotrophen Bakteriums Methylococcus capsulatus
(Kath) (Stamm NCIMB 11132) und der heterotrophen Bakterien DB3 (Stamm
NCIMB 13287) und DB5 (Stamm NCIMB 13289), wahlweise in Kombination
mit DB4 (Stamm NCIMB 13288). Die Rolle von DB3 besteht darin, Acetat
und Propionat, die von M. capsulatus (Bath) aus Ethan und Propan
im Erdgas hergestellt werden, zu verwenden. DB3 kann sich auf bis
zu 10%, z. B. etwa 6 bis 8% der Gesamtzellenzahl der resultierenden
Biomasse belaufen. Die Rolle von DB4 und DB5 besteht darin, Lyseprodukte
und Metaboliten im Medium zu verwenden. Typischerweise belaufen
sich DB4 und DB5 jeweils auf weniger als 1% der Zellenzahl während der
kontinuierlichen Fermentation.
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Während der
Herstellung des einzelligen Materials wird der pH-Wert des Fermentationsgemisches
im Allgemeinen auf zwischen etwa 6 und 7, z. B. auf 6,5 ± 0,3,
geregelt. Geeignete Säuren/Basen
für die
pH-Regelung können
leicht von Fachleuten ausgewählt
werden. Besonders geeignet zur Verwendung in dieser Hinsicht sind
Natriumhydroxid und Schwefelsäure.
Während
der Fermentation sollte die Temperatur innerhalb des Fermentors
vorzugsweise innerhalb des Bereichs von 40°C bis 50°C, am meisten bevorzugt bei
45°C ± 2°C, gehalten
werden.
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Geeignete
Fermentoren zur Verwendung bei der Zubereitung des einzelligen Materials
sind jene vom Schleifentyp, wie z. B. jene, die in
DK 1404/92 ,
EP-A-418187 ,
EP-A-306466 und
PCT/GB02/003798 beschrieben sind,
oder Airlift-Reaktoren. Ein Fermentor mit statischen Mischern führt zu einer
hohen Nutzung der Gase (z. B. bis zu 95%) auf Grund der Pfropfenströmungseigenschaften
des Fermentors. Gase werden in verschiedenen Positionen entlang
der Schleife eingeführt
und bleiben mit der Flüssigkeit
in Kontakt, bis sie im Kopfraum des Reaktors abgetrennt werden.
Die kontinuierliche Fermentation kann unter Verwendung von 2–3% Biomasse
(auf einer Trockengewichtbasis) und einer Verdünnungsrate von 0,02 bis 0,50
h
–1,
z. B. 0,05–0,25 h
–1 erreicht
werden.
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Andere
Fermentoren können
bei der Zubereitung des einzelligen Materials verwendet werden und
diese umfassen röhrenförmige Fermentoren
und Fermentoren mit gerührtem
Tank.
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Idealerweise
umfasst die durch Fermentation von Erdgas hergestellte Biomasse
60 bis 80 Gewichts-% rohes Protein; 5 bis 20 Gewichts-% rohes Fett;
3 bis 10 Gewichts-% Asche; 3 bis 15 Gewichts-% Nukleinsäuren (RNA
und DNA); 10 bis 30 g/kg Phosphor; bis zu 350 mg/kg Eisen; und bis
zu 120 mg/kg Kupfer. Besonders bevorzugt umfasst die Biomasse 68
bis 73%, z. B. etwa 70 Gewichts-%, rohes Protein; 9 bis 11%, z.
B. etwa 10 Gewichts-% rohes Fett; 5 bis 10%, z. B. etwa 7 Gewichts-%,
Asche; 8 bis 12%, z. B. etwa 10 Gewichts-%, Nukleinsäuren (RNA
und DNA); 10 bis 25 g/kg Phosphor; bis zu 310 mg/kg Eisen; und bis
zu 110 mg/kg Kupfer. Das Aminosäureprofil
des Proteingehalts sollte für
die Ernährung
vorteilhaft sein, mit einem hohen Anteil der wichtigeren Aminosäuren Cystein,
Methionin, Threonin, Lysin, Tryptophan und Arginin. Typischerweise
können
diese in Mengen von etwa 0,7%, 3,1%, 5,2%, 7,2%, 2,5% bzw. 6,9%
(als Prozent der Gesamtmenge an Aminosäuren ausgedrückt) vorhanden
sein. Im Allgemeinen umfassen die Fettsäuren hauptsächlich die gesättigte Palmitinsäure (ungefähr 50%)
und die einfach ungesättigte
Palmitoleinsäure
(ungefähr 36%).
Der Mineralgehalt des Produkts umfasst typischerweise hohe Mengen
an Phosphor (etwa 1,5 Gewichts-%), Kalium (etwa 0,8 Gewichts-%)
und Magnesium (etwa 0,2 Gewichts-%).
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Typischerweise
wird die resultierende Biomasse in Form einer fließfähigen wässerigen
Paste oder eines fließfähigen wässerigen
Breis hergestellt. Im Allgemeinen besteht dieser aus im Wesentlichen
ganzzelligem Material, obwohl ein Anteil von zerbrochenem Zellmaterial
auch vorhanden sein kann.
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Nach
der Herstellung der Biomasse wird diese im Allgemeinen aus dem Fermentationsmedium
beispielsweise durch herkömmliche
Zentrifugations- und/oder
Filtrationsverfahren, z. B. Ultrafiltration, konzentriert. Die Konzentration
der Biomasse kann durch Zentrifugation allein bewirkt werden. Während der
Zentrifugation wird der Trockenmaterialgehalt der Biomasse typischerweise
auf etwa 5 bis 18 Gewichts-%, vorzugsweise 8 bis 15%, z. B. etwa
14 Gewichts-%, erhöht.
Falls erforderlich oder tatsächlich
erwünscht,
können
Verfahren zur Filtration (z. B. Ultrafiltration) verwendet werden,
um den Feststoffgehalt der Biomasse weiter zu erhöhen. Ultrafiltration,
die bei einer Temperatur zwischen 40 und 50°C, z. B. zwischen 42 und 46°C, durchgeführt werden
kann, konzentriert die Biomasse weiter zu einem Produkt, das 10
bis 30%, vorzugsweise 15 bis 25%, z. B. 18 bis 22 Gewichts-% einzelliges
Material enthält.
Der während
der Ultrafiltration verwendete Größenausschluss liegt im Allgemeinen
im Bereich von etwa 100000 Dalton. Die resultierende Biomasse liegt
in Form eines wässerigen
Breis vor und weist typischerweise einen Feststoffgehalt im Bereich
von 10 bis 30%, vorzugsweise 15 bis 25%, z. B. etwa 20 Gewichts-%,
auf.
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Vor
der Autolyse kann die Biomasse wahlweise einem Homogenisierungsprozess
unterzogen werden, in dem die mikrobiellen Zellwände aufgebrochen werden, wodurch
ein Teil des Proteinmaterials aus dem Inneren der Zellstruktur freigegeben
wird. Falls erforderlich, kann das resultierende Homogenat weiteren
Verfahren zur Filtration (z. B. Ultrafiltration) unterzogen werden.
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Die
Homogenisierung führt
zur Herstellung eines Produkts, das aufgebrochenes Zellmaterial
umfasst, vorzugsweise im Wesentlichen aus diesem besteht. Aufgebrochenes
Zellmaterial liegt beispielsweise in einer Menge von mindestens
80%, vorzugsweise mindestens 90 Gewichts-%, vor. Typischerweise
ist das Produkt ein relativ viskoser Proteinbrei, der lösliche und
teilchenförmige
zelluläre
Komponenten enthält.
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Es
wird angenommen, dass der Schritt der Homogenisierung wenig, falls überhaupt,
Auswirkung auf die Geschmackseigenschaften (z. B. Geschmack) des
Endprodukts hat, aber zum Erhöhen
der Ausbeute von Trockenmaterial in der löslichen Fraktion des autolysierten
Materials dienen kann. Dies kann beispielsweise den Trockenmaterialgehalt
der löslichen
Fraktion um nicht weniger als 20 bis 25% erhöhen. Das Ausmaß, in dem
der Trockenmaterialgehalt erhöht
wird, hängt
auch von der Dauer des Autolyseprozesses ab. Bei spielsweise kann
erwartet werden, dass die Autolyse eines homogenisierten Materials
für einen
Zeitraum von 24 Stunden zu einem Produkt führt, in dem die Ausbeute der
löslichen
Fraktion bis zu 60 Gewichts-% ist. Bei Abwesenheit eines Homogenisierungsschritts
vor der Autolyse kann erwartet werden, dass die Ausbeute der löslichen
Fraktion etwa 50 Gewichts-% ist.
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Die
Aufbrechung oder Zersetzung der Zellen kann beispielsweise durch
einen mechanischen Prozess erreicht werden, wie z. B. durch eine
Folge von Druckbeaufschlagung und Druckverminderung des mikrobiellen
Materials. Obwohl die Homogenisierung durch irgendein herkömmliches
Mittel bewirkt werden kann, wird diese vorzugsweise durch einen
Hochdruck-Homogenisierungsprozess ausgeführt, in dem die Biomasse einer Druckänderung,
vorzugsweise einem Druckabfall, ausgesetzt wird, die eine Zellenzersetzung
bewirken kann. Typischerweise kann das Material einem Druckabfall
im Bereich von 40 MPa bis 120 MPa (400 bis 1200 bar), bevorzugter
50 MPa bis 110 MPa (500 bis 1100 bar), z. B. von 60 MPa bis 100
MPa (600 bis 1000 bar), ausgesetzt werden. Ein Druckabfall von etwa
1000 bar ist besonders bevorzugt. Im Allgemeinen ist der Druckabfall vorübergehend.
Typischerweise wird der Prozess in einem industriellen Homogenisator,
der z. B. von APV Rannie, Dänemark,
erhältlich
ist, unter gesteuerten Temperaturbedingungen, vorzugsweise bei einer
Temperatur von weniger als 58°C,
besonders bevorzugt von 25 bis 50°C,
z. B. von 25 bis 35°C,
durchgeführt.
Ein Homogenisierungsprozess, der zur Verwendung in der Erfindung
geeignet ist, ist beispielsweise in
WO 01/60974 (Norferm
DA) beschrieben.
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Andere
auf dem Fachgebiet bekannte Verfahren können verwendet werden, um die
Homogenisierung gemäß der Erfindung
zu bewirken. Die Homogenisierung kann beispielsweise durchgeführt werden,
indem das einzellige Material Scherkräften ausgesetzt wird, die die
Zellwände
aufbrechen können.
Dies kann unter Verwendung eines Mischers erreicht werden, in dem
das Material durch eine Zone geleitet wird, in der Scherkräfte durch
Oberflächen,
die sich relativ zueinander bewegen, auf dieses ausgeübt werden.
Im Allgemeinen werden die Scherkräfte zwischen einer sich bewegenden
Oberfläche,
z. B. einer sich drehenden Oberfläche, und einer statischen Oberfläche, d.
h. wie in einem Rotor-Stator, wie z. B. in
WO99/08782 beschrieben, erzeugt.
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Andere
Verfahren, die zur Verwendung in Verfahren der mechanischen Zellenzersetzung
bekannt sind, z. B. Kugelmahlen mit hoher Geschwindigkeit, können verwendet
werden, um die Homogenisierung zu bewirken. Ultraschallverfahren
können
auch verwendet werden.
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In
einem bevorzugten Aspekt schafft die Erfindung ein Verfahren für die Herstellung
von Tierfutter oder einer Tierfutterkomponente, z. B. eines die
Schmackhaftigkeit verbessernden Materials (z. B. ein Geschmacksverbesserungsmittel),
wobei das Verfahren die folgenden Schritte umfasst:
- (a) Zubereiten eines wässerigen
Breis einer mikrobiellen Kultur mit einem methanotrophen Bakterium
in Kombination mit einem oder mehreren heterotrophen Bakterien;
- (b) wahlweise Homogenisieren des Breis, vorzugsweise indem der
Brei einem Druckabfall ausgesetzt wird, der eine Zellenzersetzung
bewirken kann, z. B. einem Druckabfall im Bereich von 40 MPa bis
120 MPa, vorzugsweise 50 MPa bis 110 MPa, insbesondere von 60 MPa
bis 100 MPa, wodurch ein homogenisiertes Produkt erzeugt wird; und
- (c) Unterziehen des resultierenden Produkts einer Autolyse.
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Nach
der Autolyse wird das Autolysat vorzugsweise erhitzt, typischerweise
auf eine Temperatur im Bereich von 58 bis 75°C, vorzugsweise 65 bis 69°C, z. B.
etwa 67°C.
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Das
Autolysat umfasst ein Gemisch von löslichem und unlöslichem
zellulären
Material. Obwohl dies direkt (d. h. ohne Weiterverarbeitung) als
Komponente oder Vorläufer
in Nahrungsprodukten (z. B. als Schmackhaftigkeit verbessernde oder
Geschmackskomponente) verwendet werden kann, ist es bevorzugt, das
unlösliche
zelluläre
Material abzutrennen. Dies kann durch Trennprozesse durchgeführt werden,
die auf dem Fachgebiet bekannt sind, vorzugsweise durch Filtration,
z. B. Ultrafiltration. Ultrafiltration, die bei einer Temperatur
zwischen 40 und 75°C,
z. B. zwischen 50 und 70°C,
durchgeführt
werden kann, ist wirksam, um Aminosäuren, Peptide und andere kleine
Moleküle
wie z. B. Nukleotide, die die Filtermembran durchqueren können, auszufiltern.
Es ist diese lösliche
Fraktion oder das Permeat, das hauptsächlich bei der Herstellung von
Nahrungsprodukten, z. B. als Schmackhaftigkeit verbesserndes Mittel,
verwendet wird. Der Größenausschluss,
der während
der Ultrafiltration verwendet wird, liegt im Allgemeinen im Bereich
von etwa 20 kD. Filter mit einer MW-Grenze im Bereich von 10 bis
100 kD können
jedoch verwendet werden. Um die Ausbeute des Produkts zu verbessern,
kann das Autolysat wiederholt (z. B. bis zu 5 mal, z. B. bis zu
3 mal) mit Wasser gewaschen werden, gefolgt von zusätzlichen
Ultrafiltrationsschritten.
-
Nach
der Trennung des Autolysats kann erwartet werden, dass der Feststoffgehalt
der löslichen
Fraktion etwa 3 bis 8 Gewichts-% ist. Der Gehalt an Glutaminsäure und
freien Aminosäuren
(auf einer Trockenmaterialbasis) kann als im Bereich von etwa 5
bis 11% und bzw. 40 bis 50% erwartet werden.
-
Falls
erwünscht,
kann eine weitere Verringerung des Wassergehalts des Produkts durch
Verdampfungsverfahren, die auf dem Fachgebiet bekannt sind, erreicht
werden. Dies kann beispielsweise verwendet werden, um ein Produkt
mit einem Feststoffgehalt im Bereich von 20 bis 70 Gewichts-%, z.
B. etwa 30 Gewichts-%, herzustellen. Geeignete Verdampfungsverfahren
umfassen Fall-Hebe-Filmverdampfung,
Fallfilmverdampfung und Blitzverdampfung. Falls erforderlich, kann
der Schritt der Verdampfung mehrere Male wiederholt werden, beispielsweise
dreimal. Im Fall von Schaumbildungsproblemen während der Verdampfung kann
ein Antischäumungsmittel
wie z. B. Kirnol V39360 (erhältlich
von Grünau
Illertissen GmbH, Deutschland) zugegeben werden. Die Menge an Schäumungsmittel,
die erforderlich ist, um die Schaumbildung zu verhindern, kann von
Fachleuten leicht bestimmt werden. Geeignete Mengen an Schäumungsmittel
können
im Bereich von 0,01 bis 0,05%, z. B. etwa 0,02 Gewichts-%, liegen.
-
Unmittelbar
nach der Verdampfung wird das Produkt vorzugsweise beispielsweise
auf eine Temperatur im Bereich von 5 bis 20°C, z. B. auf eine Temperatur
von etwa 15°C,
abgekühlt.
-
Typischerweise
wird das Produkt gemäß den auf
dem Fachgebiet bekannten Sprühtrocknungsverfahren
weiterverarbeitet. Irgendein herkömmlicher Sprühtrockner
mit oder ohne Wirbelschichteinheiten kann verwendet werden, beispielsweise
der Sprühtrockner
des Typs 3-SPD, der von APV Anhydro, Dänemark, erhältlich ist. Vorzugsweise kann
die Einlasstemperatur für
die Luft in den Sprühtrockner
etwa 140 bis 250°C
sein und die Auslasstemperatur kann etwa 80 bis 95°C sein. Vorzugsweise
weist das resultierende Produkt einen Wassergehalt von etwa 10 bis
10 Gewichts-%, z. B. von 2 bis 7 Gewichts-% auf.
-
Das
resultierende Produkt ist sehr hygroskopisch und sollte daher in
einer feuchtigkeitsfreien Umgebung (z. B. in Trockenbeuteln) bei
niedriger Temperatur gelagert werden.
-
Infolge
des hierin beschriebenen Autolyseprozesses sind die gemäß der Erfindung
hergestellten Produkte reich an freien Aminosäuren, insbesondere Glutaminsäure und
Peptiden. Solche Produkte besitzen im Allgemeinen eine blasse Farbe,
einen neutralen Geschmack und sind in Wasser stark löslich (z.
B. vollständig löslich, um
eine 1%-ige Lösung
in warmer Wasser zu erzeugen). Diese sind als Komponente oder Vorläufer in Nahrungsprodukten,
insbesondere wenn sie als Schmackhaftigkeitsverbesserer oder Geschmacksmittel
verwendet werden, besonders nützlich,
um den Geschmack von menschlichen oder Tiernahrungsmitteln (z. B. Tierfutter)
zu verbessern.
-
Von
einem weiteren Aspekt betrachtet, schafft die Erfindung ein autolysiertes
Produkt, das von einer Biomasse mit einem methanotrophen Bakterium
und einem heterotrophen Bakterium oder von einem Derivat davon (z.
B. einem homogenisierten Derivat) abgeleitet wird, wobei das Produkt
einen Gehalt an freien Aminosäuren
im Bereich von 40 bis 80%, z. B. 50 bis 60 Gewichts-% (auf einer
Trockenmaterialbasis) aufweist. Ein bevorzugtes Produkt gemäß der Erfindung
ist jenes mit einem Glutaminsäuregehalt
im Bereich von 5 bis 11%, z. B. von 8 bis 10 Gewichts-% (auf einer
Trockenmaterialbasis).
-
Von
noch einem weiteren Aspekt betrachtet, schafft die Erfindung die
Verwendung eines autolysierten Materials oder verarbeiteten Derivats
davon, wie hierin beschrieben, als, in oder als Vorläufer für ein Tierfutter, vorzugsweise
als Schmackhaftigkeitsverbesserer, z. B. als Geschmackskomponente.
-
Von
noch einem weiteren Aspekt betrachtet, schafft die Erfindung ein
Nahrungsprodukt mit einem autolysierten Material oder verarbeiteten
Derivat davon, wie hierin beschrieben.
-
Wenn
es als Schmackhaftigkeitsverbesserer in Nahrungsprodukten verwendet
wird, wird das autolysierte Material oder verarbeitete autolysierte
Material in einer Menge verwendet, die für seinen Geschmack und/oder
Geruch, der vom Verbraucher zu beobachten ist, wirksam ist. Besonders
bevorzugt wird dieses in einer Menge verwendet, die zum Verbessern
der Schmackhaftigkeit des Nahrungsmittels wirksam ist. Typischerweise
kann dieses in einer Menge von 0,1 bis 4 Gewichts-%, vorzugsweise
bis zu 2 Gewichts-%, verwendet werden. Das exakte Verhältnis hängt von
mehreren Faktoren, nicht zuletzt von der Art des Nahrungsmittels,
zu dem das Produkt zugegeben werden soll, der Weise der Anwendung
oder des Einschlusses usw. ab. Geeignete Niveaus können von
Fachleuten leicht bestimmt werden.
-
Das
hierin beschriebene autolysierte Produkt kann als Ersatzstoff für traditionelle
Hefederivate verwendet werden. Nahrungsmittel, zu denen das Produkt
zugegeben werden kann, umfassen sowohl menschliche als auch Tiernahrungsmittel.
Dieses kann beispielsweise in Nahrungsmittelprodukte für den menschlichen Verzehr,
wie z. B. Suppen, Bratensäfte,
Dressings, Fleischprodukte wie z. B. Fleischbällchen, Emulsionen wie z. B.
Mayonnaise usw., eingearbeitet werden. Das hierin beschriebene Produkt
findet spezielle Anwendung als Geschmacksmittel in sowohl nassen
als auch trockenen Tiernahrungen, vorzugsweise trockenen Tiernahrungen.
Dieses kann beispielsweise als Additiv für Hundefutter verwendet werden.
-
Ein
Nebenprodukt des hierin beschriebenen Prozesses ist das Retentat
(d. h. die unlösliche
Fraktion), das nach der Abtrennung des autolysierten Materials erzeugt
wird. Dieses Produkt umfasst im Allgemeinen Komponenten wie z. B.
Zellwandfragmente und besitzt einen hohen Nährwert. Dieses Produkt kann
beispielsweise die folgenden Eigenschaften aufweisen:
Wassergehalt
(gemäß M1011 bestimmt): 1–10 Gew.-%, z. B. etwa 4 Gew.-%;
Aschegehalt
(gemäß der EU-Kommissions-Richtlinie
Nr. 162/67/EØF)
bestimmt): 3–12
Gew.-%, z. B. etwa 10 Gew.-%;
Rohes Fett (gemäß der EU-Kommissions-Richtlinie
Nr. 93/28/EØF
bestimmt): 10–20
Gew.-%, z. B. etwa 15 Gew.-%;
Rohes Protein: (gemäß der EU-Kommissions-Richtlinie
Nr. 72/199/EØ bestimmt):
40–60
Gew.-%, z. B. etwa 54 Gew.-%;
RNA (gemäß M1052 bestimmt):
4–10 Gew.-%,
z. B. etwa 6 Gew.-%;
DNA (gemäß M1052 bestimmt):
2–5 Gew.-%;
z. B. etwa 3 Gew.-%;
Gesamter Aminosäuregehalt (gemäß M2953 bestimmt): 39–41 Gew.-%;
Gesamtes Kohlehydrat
(gemäß M1404 bestimmt): bis zu 15 Gew.-%, z. B. 1 bis
12 Gew.-%, typischerweise etwa 10 Gew.-%; und
In-vitro-Verdaubarkeit
(gemäß M1505 bestimmt): 65–85% von N, z. B. etwa 65%
von N.
- 1: Das Wasser in der Probe wird bei 105°C über Nacht
verdampft. Der Wassergehalt wird durch Wiegen vor und nach dem Trocknen
bestimmt.
- 2: Siehe Herbert et al., Chemical Analysis of Microbial cells,
Methods Microbiol. 5B: 285–328,
1971.
- 3: Siehe Waters AccQ.Tag Chemistry Package. Instruction Manual
052874TP, Rev. 1, und Wandelen et al., Journal of Chromatography
A, 763, 11–22.
- 4: Siehe Herbert et al., Chemical Analysis of Microbial cells,
Methods Microbiol. 5B: 267–269,
1971.
- 5: Siehe Boisen, CAB International, S. 135–145, 1991.
-
Dieses
Nebenprodukt kann in Nahrungsprodukten insbesondere als Nährstoffadditiv
für Tierfutter
verwendet werden. Es wurde auch festgestellt, dass dieses gute Emulgiereigenschaften
aufweist und daher auch als Emulgator in menschlichen Nahrungsprodukten
Verwendung findet.
-
Die
Erfindung wird nun in den folgenden nicht begrenzenden Beispielen
und mit Bezug auf die begleitenden Fig. genauer beschrieben, in
denen:
-
1 schematisch
eine Vorrichtung zur Verwendung beim Ausführen eines Verfahrens gemäß der Erfindung
darstellt;
-
2 den
Trockenmaterialgehalt als Funktion der Inkubationszeit in verschiedenen
Autolysaten gemäß der Erfindung
nach der Ultrafiltration (MW-Grenze 20000 D) zeigt;
-
3 den
Stickstoffgehalt als Funktion der Inkubationszeit in verschiedenen
Autolysaten gemäß der Erfindung
zeigt;
-
4 den
Gehalt an MSG als Funktion der Inkubationszeit in verschiedenen
Autolysaten gemäß der Erfindung
zeigt;
-
5 den α-N-Gehalt
als Funktion der Inkubationszeit in verschiedenen Autolysaten gemäß der Erfindung
zeigt;
-
6 den
Gehalt an freien Aminosäuren
von verschiedenen Autolysaten gemäß der Erfindung zeigt;
-
7 den
Gehalt an freien Aminosäuren
als Funktion der Inkubationszeit in einem Autolysatprodukt gemäß der Erfindung
(Autolysat-3) zeigt;
-
8 schematisch
den Zeitverlauf einer Autolyseprozedur gemäß der Erfindung zeigt;
-
9 ein
Diagramm des pH-Werts als Funktion der Zeit ist;
-
10 ein
Diagramm des pH-Werts als Funktion der Zeit ist;
-
11 ein
Diagramm der Viskosität
als Funktion der Zeit ist; und
-
12 ein
Diagramm der Viskosität
als Funktion der Zeit ist.
-
Beispiel 1 – Zubereitung von Autolysat
-
Eine
mikrobielle Kultur mit Methylococcus capsulatus (Bath) (Stamm NCIMB
11132), DB3 (Stamm NCIMB 13287) und DB5 (Stamm NCIMB 13289) wird
in einem Fermentor vom Schleifentyp durch kontinuierliche aerobe
Fermentation von Erdgas in einem Ammoniak/Mineralsalz-Medium (AMS)
bei 45°C,
pH 6,5, hergestellt. Das AMS-Medium enthält das Folgende pro Liter:
10 mg NH3, 75 mg H3PO4·2H2O, 380 mg MgSO4·7H2O, 100 mg CaCl2·2H2O, 200 mg K2SO4, 75 mg FeSO4·7H2O, 1,0 mg CuSO4·5H2O, 0,96 mg ZnSO4·7H2O, 120 μg
CoCl2·6H2O, 48 μg
MnCl2·4H2O, 36 μg
H3BO3, 24 μg NiCl2·6H2O und 1,20 μg NaMoO4·2H2O.
-
Der
Fermentor wird mit Wasser gefüllt,
das bei 125°C
für 10
s wärmebehandelt
wurde. Die Zugabe von verschiedenen Nährstoffen wird gemäß ihrem
Verbrauch geregelt. Mit allmählichem
Aufbau über
die Zeit wird eine kontinuierliche Fermentation mit 1–3% Biomasse
(auf einer Trockenmaterialbasis) betrieben.
-
Die
Biomasse wird Zentrifugation in einer industriellen kontinuierlichen
Zentrifuge mit 3600 U/min, gefolgt von Ultrafiltration unter Verwendung
von Membranen mit einer Ausschlussgröße von 20000 Dalton, unterzogen.
Das resultierende Produkt, das etwa 12–20 Gewichts-% Biomasse enthält, wird
dann wahlweise einer Homogenisierung in einem industriellen Homogenisator
(Druckabfall: 1000 bar (100 MPa); Einlasstemperatur: 15°C) unterzogen,
um eine homogenisierte Biomasse herzustellen.
-
Die
Suspension der Biomasse wird auf die optimale Reaktionstemperatur
von 55°C
erhitzt und der pH-Wert wird durch Zugabe von NaOH auf 7,0–7,5 eingestellt.
Die Inkubationszeit ist 4 Stunden, während welcher Zeit die Temperatur
des Materials innerhalb des Bereichs von 50 bis 55°C gehalten
wird und der pH-Wert im optimalen Bereich von 7,0 bis 7,5 gehalten
wird.
-
Nach
der Inkubation wird die Biomasse einer Ultrafiltration bei einer
Temperatur im Bereich von 50 bis 70°C unter Verwendung einer Membran
mit einer Molekulargewichtsgrenze von etwa 20 kD unterzogen. Falls erforderlich,
kann wiederholtes Waschen der Biomasse mit Wasser, gefolgt von weiteren
Ultrafiltrationsschritten verwendet werden, um die gewünschte Ausbeute
an Permeat zu erhöhen,
das etwa 4,2 Gewichts-% Trockenmaterial enthält.
-
Das
resultierende Permeat wird abgekühlt
und in einem abgedichteten Behälter
vor der Dampfbehandlung gelagert.
-
Eine
Verdampfung bei einer Temperatur im Bereich von 60 bis 70°C in Gegenwart
eines Antischäumungsmittels
erhöht
den Feststoffgehalt des Permeats weiter auf etwa 35 Gewichts-%.
-
Beispiel 2 – Zubereitung und Eigenschaften
von Autolysaten
-
Verfahren
-
Autolysate
wurden gemäß dem folgenden
Verfahren hergestellt:
- 1. Eine mikrobielle
Kultur (Biomasse) wird durch einen Fermentationsprozess hergestellt,
wie in Beispiel 1 beschrieben. Die gesammelte Biomasse wird durch
Zentrifugation auf 6–8%
Trockenfeststoffbasis konzentriert.
- 2. Homogenisierung: Druckabfall von 1000 auf 0 bar.
- 3. Das Homogenisat wird Ultrafiltration unterzogen.
- 4. Die Temperatur und der pH-Wert werden eingestellt wie in
Tabelle 1 (siehe nachstehend).
- 5. Inkubation für
4 Stunden.
- 6. Nach der Inkubation wird 1,1 1 Filtrat (20000 MW-Grenze)
abgetrennt.
- 7. Das Filtrat wird durch Erhitzen auf 90°C für 10 Minuten sterilisiert.
- 8. Nach der Sterilisation wird das Autolysat abgekühlt und
in einer Gefriervorrichtung angeordnet.
- 9. Filtration (maximal 20% trockene Feststoffe).
- 10. Das Konzentrat wird abgekühlt und sprühgetrocknet (Einlass-/Auslasstemperatur:
200°C/90°C) und die Proben
werden als Autolysate 1 bis 5 markiert.
Tabelle 1 – Herstellungsparameter für die Autolysate
1–5 | Parameter | Autolysat
1 | Autolysat
2 | Autolysat
3 | Autolysat
4 | Autolysat
5* |
| Homogenisierung | + | + | + | + | + |
| Temp.
(°C) | 45 | 45 | 55 | 55 | 45 |
| pH-Wert | 7 | 8 | 7 | 8 | 6,5–5,8 |
| Inkubationszeit
(Stunden) | 4 | 4 | 4 | 4 | 2,5 |
- * dies ist der Rückstand der homogenisierten
Biomasse nach der Filtration mit einer MW-Grenze von 20000 D.
-
Während des
Schritts der Ultrafiltration (Schritt 6) werden die Eigenschaften
des Produkts (d. h. des Filtrats oder Permeats) in verschiedenen
Stufen bestimmt. 100 ml Filtrat werden nach 30 min., 1 Stunde, 2 Stunden
und 3 Stunden nach dem Beginn der Inkubation entnommen (für das Autolysat-5
werden die Proben nur bis zu 1 Stunde getestet). Die Filtrationsproben
werden jeweils sterilisiert, wie in Schritt 7 beschrieben. Für jede Probe
(sowie die Proben der Endprodukte, d. h. nach 4 Stunden Inkubation)
wird der Trockenmaterialgehalt gemessen und die Probe wird dann
gefriergetrocknet. Die gefriergetrockneten Proben werden auf die
folgenden Eigenschaften analysiert: Gehalte an Protein, Amino-Stickstoff,
MSG (Glutaminsäure)
und freien Aminosäuren.
-
Ergebnisse und Erörterung
-
Geschmackstest
-
In
einem Geschmackstest wurden nur minimale Unterschiede im Geschmack
zwischen den Autolysaten 1 bis 4 mit einer kleinen ausgedrückten Vorliebe
für das
Autolysat-3 festgestellt. Die Intensität der "Hefenote" war zu leichter Standardhefe, wie heute
verwendet, vergleichbar. Der Geschmack von Autolysat-5 war unangenehm.
-
Chemische Analyse
-
Bei
der Zubereitung der Autolysate 1–4 wurden Proben nach ½, 1, 2,
3 und 4 Stunden genommen, um festzustellen, wie sich das Produkt über die
Zeit entwickelt.
-
2 zeigt
die Erhöhung
des Trockenmaterialgehalts der verschiedenen Proben nach der Ultrafiltration
(MW-Grenze 20000 D) über
die Zeit. Die Ergebnisse zeigen, dass der Autolyseprozess im Wesentlichen linear
fortschreitet, wenn die Inkubationstemperatur im Bereich von 45
bis 55°C
liegt und der pH-Wert im Bereich von 7 bis 8 liegt. Nach ½ Stunde
tritt etwa 30% Trockenmaterial durch den Filter, nach 2 Stunden
etwa 40% und nach 4 Stunden etwa 48%. Frühere Versuche hatten gezeigt,
dass nach 24 Stunden Inkubation etwa 55% Trockenmaterial durch den
Filter hindurchgetreten sind. 3 zeigt,
dass der Stickstoffgehalt (Proteine, Peptide und freie Aminosäuren) im Produkt
etwa 11% Gewichts-% für
Inkubationszeiten zwischen 2 und 4 Stunden ist.
-
Nach
2 Stunden Inkubation ist der Gehalt an MSG (Glutaminsäure) der
Autolysate im Wesentlichen konstant (siehe 4). Ein
Glutaminsäuregehalt
zwischen 8 und 9 Gewichts-% ist im Vergleich zu herkömmlichen
Hefeautolysaten, die typischerweise einen MSG-Gehalt zwischen 3
und 7% aufweisen, besonders vorteilhaft.
-
5 zeigt
den Hydrolysegrad von Protein in den Autolysaten (α-N ist ein
Ausdruck für
die Anzahl von freien α-Aminogruppen,
die im Produkt vorliegen). Der Hydrolysegrad des Produkts wird folglich
berechnet als: α-N × 100%/N.
Für jedes
Autolysat gemäß der Erfindung
ist der Hydrolysegrad etwa 60%, was zeigt, dass ein großer Anteil
des Produkts aus freien Aminosäuren
besteht. Dies wird durch die Aminosäureanalyse (siehe Tabelle 2)
bestätigt,
die zeigte, dass 50 bis 60% der Autolysate aus freien Aminosäuren bestehen. Tabelle 2: Gehalt an freien Aminosäuren (in
g/kg) in Autolysaten. A-1 bis A-5 beziehen sich auf die Autolysate 1
bis 5. A-3-½ ist
eine Probe von A-3, die nach ½ Stunde
extrahiert wurde.
| Aminosäure | A-1 | A-2 | A-4 | A-5 | A-3-½ | A-3-1 | A-3-2 | A-3-3 | A-3-4 |
| Asparaginsäure | 3,6 | 4,5 | 4,0 | 1,9 | 3,7 | 4,3 | 4,2 | 4,5 | 4,0 |
| Glutaminsäure | 5,7 | 6,9 | 6,7 | 4,9 | 6,5 | 7,3 | 6,8 | 7,3 | 6,4 |
| Serin | 1,1 | 1,0 | 0,7 | 0,9 | 1,3 | 1,3 | 1,0 | 0,9 | 0,7 |
| Asparagin | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Glycin | 2,6 | 2,9 | 2,8 | 1,6 | 2,3 | 2,7 | 2,7 | 3,0 | 2,6 |
| Glutamin | 0,1 | 0 | 0 | 0 | 0,2 | 0,2 | 0,1 | 0,1 | 0,1 |
| Histidin | 0,6 | 0,9 | 0,8 | 0,7 | 1,4 | 1,5 | 1,2 | 1,2 | 1,0 |
| Threonin | 2,6 | 2,4 | 1,8 | 2,1 | 2,6 | 3,0 | 2,8 | 3,0 | 2,6 |
| Arginin | 0,6 | 0,6 | 0,7 | 1,3 | 3,1 | 3,4 | 2,8 | 2,6 | 2,2 |
| Alanin | 4,2 | 5,7 | 5,7 | 3,6 | 5,4 | 5,9 | 5,6 | 6,2 | 5,4 |
| Prolin | 7,2 | 5,6 | 2,9 | 5,2 | 2,9 | 3,5 | 3,3 | 3,8 | 3,1 |
| Tyrosin | 2,1 | 2,1 | 2,3 | 1,4 | 2,2 | 2,5 | 2,3 | 2,6 | 2,1 |
| Cystin | 0 | 0 | 0 | 0,2 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Valin | 3,9 | 4,0 | 4,0 | 2,6 | 4,3 | 4,8 | 4,4 | 4,7 | 4,1 |
| Methionin | 1,6 | 1,7 | 1,7 | 1,1 | 1,7 | 1,8 | 1,7 | 1,8 | 1,6 |
| Isoleucin | 2,9 | 3,0 | 3,0 | 2,1 | 3,2 | 3,3 | 3,1 | 3,4 | 2,9 |
| Leucin | 5,1 | 5,7 | 6,0 | 3,6 | 5,2 | 5,5 | 5,2 | 5,7 | 5,0 |
| Lysin | 3,0 | 3,4 | 3,4 | 2,1 | 3,0 | 3,4 | 3,4 | 3,7 | 3,2 |
| Phenylalanin | 2,1 | 2,3 | 2,2 | 1,4 | 2,4 | 2,5 | 2,3 | 2,5 | 2,1 |
| Gesamt | 49,0 | 52,7 | 48,7 | 36,7 | 51,4 | 56,9 | 52,9 | 57,0 | 49,1 |
-
6 zeigt
die Aminosäurezusammensetzung
der Autolysate nach 4 Stunden Inkubation unter den in Tabelle 1
dargelegten Bedingungen.
-
Größtenteils
setzen die verschiedenen Autolysebedingungen äquivalente Mengen der Aminosäuren frei.
Ein hoher Gehalt an Arginin wird außergewöhnlich im Autolysat 3 und eine
hohe Menge an Prolin in A-1 und A-2 beobachtet. Der Vergleich mit
A-5 gibt an, dass die Prolinfreisetzung mit einer Inkubationstemperatur von
45°C verbunden
ist. Der Glutaminsäuregehalt
von A-1 ist niedriger als für
die anderen Produkte. Glutamin ist nur in kleinen Mengen in A-1
und A-3 (Inkubation bei pH 7) zu sehen. Die kleinen Veränderungen
deuten darauf hin, dass es dieselben Enzyme sind, die über den
ganzen Bereich von untersuchten Prozessbedingungen (pH: 7–8 und Inkubationstemperatur:
45–55°C) wirken.
-
7 zeigt
den Gehalt an freien Aminosäuren
von A-3 als Funktion der Zeit. Keine spezielle Differenz im Aminosäureprofil
ist über
die Inkubationsperiode von ½ bis
4 Stunden zu sehen, was bedeutet, dass die Inkubationszeit im Wesentlichen
auf der Basis der gewünschten
Ausbeute nach der Ultrafiltration ausgewählt werden kann (siehe 2).
-
Schlussfolgerungen
-
Es
ist möglich,
den Trockenmaterialgehalt des Ausgangsmaterials (Schritt 1) und
die Inkubationszeit ohne Beeinflussen der wichtigen Parameter (hoher
MSG-Gehalt und Gehalt an freien Aminosäuren, gesamte Löslichkeit,
blasse Farbe, neutraler Geschmack) des Autolysatprodukts zu ändern. Ein
erhöhtes
Trockenmaterial oder eine verringerte Inkubationszeit verringert
die Ausbeute. Eine optimale Ausbeute kann auf der Basis des gewünschten
Grades der Proteinhydrolyse im Rückstandsnebenprodukt
bestimmt werden.
-
Beispiel 3 – Zubereitung von Autolysat
-
Ein
Autolysat wird gemäß der folgenden
Prozedur hergestellt:
- 1. Eine mikrobielle Kultur
(Biomasse) wird durch einen Fermentationsprozess hergestellt, wie
in Beispiel 1 beschrieben. Die gesammelte Biomasse wird durch Zentrifugation
auf 12–22%
Trockenfeststoffbasis konzentriert.
- 2. Homogenisierung: Druckabfall von 1000 auf 0 bar.
- 3. Autolyse: die Temperatur und der pH-Wert werden im Bereich
von 50 bis 55°C
bzw. 7,0 bis 7,5 eingestellt.
- 4. Inkubation bis zu 4 Stunden.
- 5. Das Produkt wird durch Erhitzen auf eine Temperatur im Bereich
von 70 bis 90°C
sterilisiert.
- 6. Das Produkt wird sprühgetrocknet
(Einlass-/Auslasstemperatur: 180–250°C/90°C).
-
Beispiel 4
-
Autolysatprozedur
-
Ein
Autolysat wird gemäß der folgenden
Prozedur hergestellt:
- 1. Eine mikrobielle Kultur
wird wie in Beispiel 1 beschrieben hergestellt. Die gesammelte Biomasse
wird durch Zentrifugation und/oder Ultrafiltration auf 12–22% Trockenfeststoffbasis
konzentriert.
- 2. Homogenisierung: Druckabfall von 1000 auf 0 bar.
- 3. Autolyse: die Temperatur und der pH-Wert werden im Bereich
von 50 bis 55°C
bzw. 7–7,5
eingestellt.
- 4. Inkubation während
der Autolyse für
2–6 Stunden.
- 5. Homogenisierung: Druckabfall von 1000 auf 0 bar.
- 6. Das Produkt wird auf 65–95°C erhitzt.
- 7. Das Produkt wird sprühgetrocknet
(Einlass/Auslass/Einspeisung) 180–300°C/70–95°C/15–70°C.
-
Ein
Verfahrensbeispiel ist in 8 gegeben.
Wobei A = Erhitzung, B = Autolyse, C = Abkühlung.
-
Die
Analyse wird für
die Autolysate gemäß der obigen
Prozedur erhalten. Die Ergebnisse sind in nachstehender Tabelle
3 gezeigt. Tabelle 3
| | Prozesse:
kurze Dauer |
| Analyse | C1 | R1 | C | R |
| Wasser,
% von Probe | 8,3 | 6,7 | 8,8 | 7,0 |
| Asche,
% von Trockenmaterial | 9,4 | 9,3 | 11,5 | 9,8 |
| Rohes
Fett, % von Trockenmaterial | 7,5 | 7,1 | 8,6 | 8,9 |
| RNA,
% von Trockenmaterial | 3,8 | 4,6 | 5,8 | 3,1 |
| DNA,
% von Trockenmaterial | 1,1 | 1,3 | 2,9 | 2,8 |
| Rohes
Protein % von Trockenmaterial | 64,5 | 65,2 | 67,2 | 67,6 |
| Proteinverdaubarkeit,
in vitro, % von N | 89,5 | 85,2 | 85,4 | 83,7 |
| Proteinlöslichkeit,
% von gesamtem Protein | 65,0 | 73,8 | 38,3 | 44,3 |
| pH-Wert | 7,2 | 7,3 | 7,4 | 7,5 |
| Gesamte
Glucose, % von Trockenmaterial | 6,8 | 8,3 | 4,1 | 4,9 |
| Freie
Glucose, % von Trockenmaterial | 0,2 | 0,4 | 0,0 | 0,0 |
| Alpha-Amino-Stickstoff,
% von Trockenmaterial | 3,9 | 4,1 | 3,7 | 3,6 |
| Aminosäuren, gesamt,
% von Trockenmaterial | 48,3 | 52,4 | 52,6 | 47,1 |
| Aminosäuren, frei,
% von Trockenmaterial | 25,6 | 23,8 | 13,1 | 12,7 |
-
Die
Prozentsätze
sind auf das Gewicht bezogen
- C1: Die Homogenisierung wurde
vor der Autolyse des Konzentrats ausgeführt
- R1: Die Homogenisierung wurde vor der Autolyse des Retentats
ausgeführt
- C: Autolyse des Konzentrats
- R: Autolyse des Retentats
-
Die
Ergebnisse der Autolyse des Materials nach der Zentrifugation und
des Materials nach der Zentrifugation und anschließenden Ultrafiltration
sind fast gleich. Es besteht jedoch ein großer Unterschied, wenn die Proben
vor der Autolyse homogenisiert wurden.
-
Beispiel 5
-
Alpha-Amino-Gehalt von Autolysaten
-
Eine
wie in Beispiel 1 beschrieben hergestellte bakterielle Kultur (5°C) wurde
bei 900–1000
bar homogenisiert und in Behältern
gelagert. Nach er Homogenisierung wurde die Temperatur auf 44,5°C erhöht.
-
Eine
Probe wurde ohne Temperatursteuerung gelagert und eine Probe wurde
bei 4°C
ohne irgendeine externe Steuerung des pH-Werts gelagert. Der pH-Wert wurde manuell
aufgezeichnet. Tabelle 4: Temperatur, pH-Wert und Alpha-Amino-Stickstoff
(α-N) als
Prozentsatz des Trockenmaterials während der Lagerung von homogenisierten
Kulturen.
| | Ohne Temperatursteuerung | Gekühlte Referenzprobe |
| Zeit
[h] | Temp.
[°C] | pH-Wert | α-N [%] | Temp.
[°C] | pH-Wert | α-N [%] |
| 0 | 44,5 | 6,6 | 1,12 | 44,5 | 6,6 | 1,12 |
| 0,27 | 44,5 | 6,6 | 1,20 | 10 | 6,7 | 1,02 |
| 0,50 | 44,5 | 6,5 | 1,35 | 4 | 6,7 | 1,15 |
| 0,83 | 41,0 | 6,4 | 1,49 | 4 | 6,7 | 1,16 |
| 1,25 | 40,5 | 6,3 | 1,54 | 4 | 6,7 | 1,19 |
| 2 | 39,0 | 6,1 | 1,64 | 4 | 6,7 | 1,17 |
| 3 | 38,5 | 5,8 | 1,75 | 4 | 6,8 | 1,16 |
| 4,08 | 35,0 | 5,6 | 1,84 | 4 | 6,8 | 1,18 |
| 5,77 | 27,0 | 5,4 | 1,82 | 4 | 6,8 | 1,19 |
| 24 | 22,0 | 5,1 | 2,0 | 4 | 6,8 | 1,34 |
-
Das
Experiment ohne Temperatursteuerung zeigte eine Temperatur von 44,5°C anfänglich und
einen pH-Wert von 6,6. Nach 24 h war die Temperatur 22°C und der
pH-Wert war 5,1. Während
dieser Lagerung nahm Alpha-Amino-N
von 1% auf 2% zu.
-
Das
Experiment mit der gekühlten
Referenzprobe zeigte keine Änderung
des pH-Werts. Um eine pH-Verringerung dieser Probe zu erhalten,
ist eine weitere Lagerung erforderlich. Während der Lagerung nahm Alpha-Amino-N
von 1% auf 1,34% zu.
-
Tabelle
4 zeigt, dass der Alpha-Amino-Stickstoff-Gehalt der homogenisierten
Kultur selbst nach verlängerter
Lagerung zwischen 1 und 2% des Trockenmaterials liegt.
-
Der
Hydrolysegrad ist als Prozentsatz von gespaltenen Peptidbindungen
definiert. Für
jede hydrolysierte Peptidbindung wird eine freie Alpha-Aminosäure gebildet.
Eine ausreichende Autolyse zur Herstellung von Geschmacksprodukten
kann durch den Prozentsatz von Alpha-Aminosäure-Stickstoff des Trockenmaterials
definiert werden. Die Autolyse zum Erreichen von Geschmacksprodukten
führt zu
einem Alpha-Amino-Stickstoff-Gehalt zwischen 2 und 6%, 3–5% oder
typischerweise 4 Gewichts-%. Die Basiskultur enthält beispielsweise
1–1,1%
Alpha-Amino-Stickstoff, wohingegen das homogenisierte Produkt 1–2% Alpha-Amino-Stickstoff
in Abhängigkeit
von den Lagerungsbedingungen enthält, wie in obiger Tabelle 4
gezeigt. Eine weitere Erhöhung
des Alpha-Amino-Stickstoffs des homogenisierten Produkts konnte
durch Titration bei pH 7–7,5 und
bei Temperaturen oberhalb 40°C
erhalten werden. Andererseits stabilisiert ein pH-Wert von 5–5,5 die
Biomasse.
-
Beispiel 6
-
Steuerung des pH-Werts und der Viskosität während der
anfänglichen
Phase der Autolyse
-
Konzentrat
(d. h. nach Zentrifugation gesammeltes Material) und Retentat (d.
h. nach Ultrafiltration gesammeltes Material) wurden bei 1000 bar
homogenisiert und die Temperatur wurde mittels Wärmetauschern gesteuert.
-
Die
nachstehende Tabelle 5 und Tabelle 6 zeigen die Verfahrensparameter. Tabelle 5 – Temperatur und Trockenmaterialgehalt
von homogenisiertem Konzentrat für
Chargenexperimente bis zu 9 Stunden. C-Konzentrat.
| Probe | C1 | C2 | C3 | C4 |
| Temperatur | 45°C | 35°C | 25°C | 15°C |
| Trockenmaterial | 15,6% | 15,6% | 13,5% | 13,5% |
Tabelle 6 – Temperatur und Trockenmaterialgehalt
von homogenisiertem Retentat für
Chargenexperimente bis zu 9 Stunden. R-Retentat.
| Probe | R1 | R2 | R3 | R4 |
| Temperatur | 45°C | 35°C | 25°C | 15°C |
| Trockenmaterial | 19,4% | 19,4% | 21,2% | 21,2% |
-
Chargenexperimente
wurden mit einer zugehörigen Überwachungsausrüstung, einem
Puffertank und einem Homogenisator durchgeführt. 9 zeigt
den experimentellen Überblick,
wobei A Konzentrat oder Retentat war, 1 die Temperatursteuerung
ist, 2 die Redox-Elektrode ist, 3 die pH-Elektrode
ist, 4 der Homogenisator bei 1000 bar ist, 5 der
Medieneinspeisungsstrom ist, 6 das Produkt ist, 7 der
Rührer
ist und 8 der Autolysereaktor ist.
-
Die
Chargenhydrolyse von homogenisierter Biomasse wurde in einer Fermentor-Antriebsanordnung Modell
Nr. M1200-200, ausgestattet mit Reaktoren Modell FS-314 (New Brunswick
Scientific Co. Inc. New Jersey) mit 141 gesamtem und 10 l Arbeitsvolumen,
durchgeführt.
Die Reaktoren wurden in ein temperaturgesteuertes Wasserbad (± 1°C) eingetaucht,
unter kontinuierlichem Rühren
betrieben, wenn nicht anders angegeben. Der pH-Wert wurde protokolliert.
Der interne pH-Wert wurde extern geprüft. Die Reaktoren wurden ohne
Belüftung
betrieben und die Rührgeschwindigkeit
war 100–300
U/min.
-
Proben
wurden durch Pumpen der Biomasse unter kontinuierlichem Rühren genommen,
wenn nicht anders angegeben. In diesem Fall wurden der pH-Wert und
die Viskosität
gemessen. Proben für
die spätere Analyse
wurden gefroren gelagert.
-
Von
einem Reaktor mit gerührtem
Tank genommene Proben wurden unmittelbar bei 2,5 U/min, 5 U/min,
10 U/min, 30 U/min, 50 U/min und 100 Minuten durch das Mittel eines
Brookfield-Viskosimeters gemessen. Im Ergebnisabschnitt sind nur
die Messungen bei 30 U/min angegeben.
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Ergebnisse und Erörterung
-
10 und 11 zeigen
den pH-Wert als Funktion der Zeit für homogenisiertes Konzentrat
bzw. Retentat.
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Bei
15°C nach
5–9 Stunden
war der pH-Wert für
das homogenisierte Konzentrat und Retentat stabil, siehe 10 und 11.
Bei höheren
Temperaturen wurde der pH-Wert von 6,2–6,4 auf 5,2–5,4 verringert und
die pH-Verringerungsrate nahm mit der Temperatur zu. Für das homogenisierte
Retentat war die pH-Verringerungsrate fast zweimal die Geschwindigkeit
des homogenisierten Konzentrats. Die Unterschiede zwischen dem Konzentrat
und Retentat konnten durch den Trockenmaterialgehalt oder den Zustand
der Biomasse in den verschiedenen Verarbeitungsschritten erklärt werden.
Am Ende stabilisierten sich jedoch alle Experimente bei einem pH-Wert
von 5–5,5.
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Der
verringerte pH-Wert wurde wahrscheinlich durch Säurebildung durch begrenzten
Peptidabbau und/oder Zuckerumsetzung verursacht. Die Zuckerumsetzung
konnte verwendet werden, um den Gehalt an reduzierenden Zuckern
vor dem Autolyseschritt des Autolysats zu verringern. Der Hydrolysegrad
(DH) ist als Prozentsatz von gespaltenen Peptidbindungen definiert.
Für jede
hydrolysierte Peptidbindung wird eine freie Alpha-Aminosäure gebildet.
Das Produkt kann durch den Prozentsatz von Alpha-Aminosäure-Stickstoff
des Trockenmaterials definiert werden. Die Autolyse zum Erreichen
eines Geschmacksprodukts (wie vorher definiert) führt zu einem
Alpha-Amino-Stickstoff-Gehalt
zwischen 2 und 6%, 3 und 5% oder typischerweise von 4%.
-
Die 12 und 13 zeigen
die Viskosität
als Funktion der Zeit für
das homogenisierte Konzentrat bzw. Retentat in gerührten Reaktoren.
-
12 und 13 zeigten,
dass die Viskosität
für das
homogenisierte Konzentrat niedriger war als für das Retentat. Wenn Rühren angewendet
wurde, war die Viskosität
des homogenisierten Konzentrats niedriger als 10 cP. Das homogenisierte
Retentat hatte eine Viskosität
oberhalb 20 cP. Als Funktion der Zeit zeigte die Viskosität unbedeutende Änderungen
nach 1 h, abgesehen vom Konzentratexperiment bei 35°C, bei dem die
Viskosität
nach 4 h zunahm.
-
Die
Viskosität
nahm mit der Temperatur ab. Zunehmendes Trockenmaterial ergibt einen
Anstieg der Viskosität.
Die Viskosität
als Funktion der Temperatur, des pH-Werts und der Konzentration
sollte während
der Verarbeitung gesteuert werden. Eine sich aufbauende Viskosität wird beispielsweise
wünschenswerterweise vermieden,
so dass ein späteres
Mischen durchgeführt
werden kann (während
der Titration).
-
Wenn
das homogenisierte Retentat oder Konzentrat auf dem Labortisch gelagert
wird, nimmt die Viskosität
zu. Diese Breie entwickeln sich auch zu einer gelartigen Substanz
mit hoher Viskosität.
Das homogenisierte Retentat wurde daher in Reaktoren ohne Belüftung und
Rühren
unter einer gesteuerten Bedingung in Bezug auf die Temperatur gelagert.
Der pH-Wert wurde in diesem Fall nicht überwacht.
-
14 zeigt
die Viskosität
des homogenisierten Retentats als Funktion der Zeit, wobei am Punkt
A sich die Substanz zu einer teigartigen Substanz mit extremer Viskosität entwickelt,
bei B die Messungen stoppten und bei C der Teig solubilisierte.
-
Im
Vergleich zum gerührten
Produkt nahm die Viskosität
ohne Rühren
radikal zu. Das homogenisierte Retentat erlangte eine erhöhte Viskosität als Funktion
der Zeit und die Viskosität
nahm bei einer höheren
Temperatur schneller zu. Die Viskosität bei 35°C nahm weniger als bei 27°C zu, aber
die anfängliche
Viskosität (und
Trockenmaterial) bei 35°C
war niedriger als bei 27°C.
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Ungerührte Breite
ergaben eine voluminöse
teigartige Substanz auf Grund von Gasbildung und Aggregation. Das
homogenisierte Material sollte daher wünschenswerterweise gerührt werden,
um eine Viskositäts-
und Volumenzunahme zu vermeiden.
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Die
Zunahme der Viskosität
wurde wahrscheinlich durch Aggregation von Polymeren und Zelltrümmern von
der homogenisierten Biomasse verursacht. Die Aggregation ergab Teilchengrößen von
10–100
um für
die gelagerte homogenisierte Biomasse, wohingegen ein frischer homogenisierter
Brei Teilchen hatte, die kleiner als 1,5 um waren.
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Die
Bedingungen nach der Homogenisierung sollten wünschenswerterweise gesteuert
werden, um gute Verarbeitungsbedingungen in Bezug auf die Viskosität zu erhalten.
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Ohne
Titration verringert sich der pH-Wert. Die pH-Verringerungsrate
nahm mit der Temperatur (15–45°C) zu und
der pH-Wert spiegelte wahrscheinlich sowohl den Peptidabbau als
auch die Säurebildung durch
Zuckerumsetzung wider. Bei 15°C
war der pH-Wert der homogenisierten Biomasse für 5–9 Stunden stabil und gab eine
niedrige Reaktionsrate an, wohingegen 45°C eine plötzliche Verringerung von pH
6,2 auf pH 5,2 ergab. In allen Experimenten stabilisierte sich der
pH-Wert auf 5–5,5.