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Fachgebiet
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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung
von 2,6-Dihalogenpurin.
Insbesondere bezieht sich die vorliegende Erfindung auf ein Verfahren
zur Herstellung von 2,6-Dihalogenpurin, das als Ausgangsmaterial
für ein
Nucleosid-Analogon und dergleichen brauchbar ist, welches als pharmazeutisches
Produkt geeignet ist.
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Stand der Technik
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Es
gibt verschiedene Verfahren zur Herstellung von 2,6-Dihalogenpurin
der Formel
wobei X
1 und
X
2 gleich oder voneinander verschieden sind
und jeweils ein Halogenatom sind. Bekannte Verfahren schließen z. B.
die Folgenden ein: (A) ein Verfahren, das die Chlorierung von Xanthin
mit Pyrophosphorylchlorid umfasst (Journal of American Chemical
Society, 78, 3508–10
(1956)), (B) ein Verfahren, das die Chlorierung von Hipoxanthin-N-oxid
oder 6-Chlorpurin-N-oxid mit Phosphoroxychlorid umfasst (
JP-B-45-11508 ,
US Patent Nr. 3,314,938 ),
(C) ein Herstellungsverfahren, das vier Schritte unter Verwendung eines
Barbitursäure-Derivats als Ausgangsmaterial
umfasst (Journal of Organic Chemistry, 19, 930 (1954), Journal of
American Chemical Society, 80, 404–8 (1958)), (D) ein Herstellungsverfahren,
das die Cyclisierung von 2,4-Dichlor-5,6-diaminopyrimidin umfasst
(
US Patent Nr. 2,844,576 )
und dergleichen.
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Das
zuvor erwähnte
Verfahren (A) ist jedoch mit dahingehenden Nachteilen verbunden,
dass bei ihm die Herstellung von Pyrophosphorylchlorid als Chlorierungsmittel
aus Phosphoroxychlorid durch ein kompliziertes Verfahren sowie eine
hohe Reaktionstemperatur von 165°C,
die Verwendung eines korrosionsbeständigen Reaktionsgefäßes für die Umsetzung
und eine lange Reaktionszeit von etwa 19 Stunden notwendig sind.
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Die
oben erwähnten
Verfahren (A)–(D)
leiden alle daran, dass sie lange Schritte und komplizierte Manipulationen
benötigen.
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Zusätzlich dazu
wurde die Anwendung eines Verfahrens unter Verwendung eines Ausgangsmaterials in
Betracht gezogen, in dem die 9-Position des Purinrings alkyliert
ist; und die folgende Reaktion wurde z. B. in J. Chem. Soc., Perkin
Trans. 1, 1999, 3469–3475
berichtet:
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In
dieser Reaktion wurden Chlortrimethylsilan und Isoamylnitrit in
Dichlormethan verwendet, um ein Dichlorpurin-Derivat in einer Ausbeute
von 61% zu ergeben, in dem die 9-Position des Purinrings alkyliert
war.
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Zudem
wird in J. Chem. Soc., Perkin Trans. 1, 1989, 2207–2213 die
folgende Reaktion berichtet:
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In
dieser Reaktion wurde Isoamylnitrit in Tetrachlorkohlenstoff verwendet,
um ein Dichloropurin-Derivat in einer niedrigen Ausbeute von 40%
zu ergeben, wobei die 9-Position des Purinrings alkyliert war. Zum Erhalten
des beabsichtigten 2,6-Dihalogenpurins,
in dem die 9-Position unsubstituiert ist, muss die Alkylgruppe in
der 9-Position entfernt werden. Es ist jedoch kein Verfahren für diesen
Zweck bekannt, und die Umwandlung in 2,6-Dihalogenpurin, in welchem
die 9-Position unsubstituiert ist, ist schwierig. Somit stellt dies
kein bevorzugtes Verfahren dar.
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Zusätzlich dazu
wird in Tetrahedron Letters, Band 38, Nr. 7,1997, Seite 1161–1164 ein
Verfahren für die
kombinatorische Synthese von in den 2- und 9-Positionen substituierten
Purinen offenbart, wobei man zum Alkylieren der N-9-Position eine
Mitsunobu-Reaktion verwendet und zum Einfügen von Aminen in der C-2-Position
eine Aminierungsreaktion verwendet.
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In
WO-A-02/081472 wird
ein Verfahren zur Herstellung von 2,6-Dihalogenpurin offenbart,
umfassend die Behandlung eines 2-Amino-6-halogenopurins, das eine
Schutzgruppe in den 7- oder 9-Positionen aufweist, mit einem Diazotierungsmittel
und einer Halogenquelle. Indessen wird in
EP-A-1172365 ein Verfahren
zur Herstellung von 2,6-Dichlorpurin offenbart, das den Schritt
der Chlorierung von 2-Amino-6-chlorpurin
mit einer Chlorquelle in Gegenwart eines Diazotierungsmittels umfasst.
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In
Anbetracht des Obigen ist die Entwicklung eines zweckmäßigen Herstellungsverfahrens
zum Erhalten des beabsichtigten 2,6-Dihalogenpurins in einer hohen
Ausbeute erwünscht,
welches eine leichte Isolierung desselben ermöglicht.
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Eine
Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht daher darin, ein Verfahren
zur bequemen Herstellung des beabsichtigten 2,6-Dihalogenpurins
in hoher Ausbeute bereitzustellen, das die leichte Isolierung desselben
ermöglicht.
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Offenbarung der Erfindung
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Als
Ergebnis der intensiven Untersuchungen wurde bei dem Versuch zum
Lösen der
oben erwähnten Aufgabe
gefunden, dass durch Umsetzung einer Verbindung der Formel [Ia]
oder [Ib]
wobei X
1 ein
Halogenatom ist und R ein Wasserstoffatom oder eine Acylgruppe ist
(die beide nachstehend als Verbindung [I] abgekürzt werden sollen), mit einer
Halogensilanverbindung und einem Agens für eine Diazoreaktion 2,6-Dihalogenpurin der
Formel (II)
wobei X
1 und
X
2 identisch oder voneinander verschieden
sind und jeweils ein Halogenatom sind (nachstehend als 2,6-Dihalogenpurin
abgekürzt),
in hoher Ausbeute bequem hergestellt werden kann und das beabsichtigte Produkt
leicht isoliert werden kann.
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Demgemäß stellt
die vorliegende Erfindung Folgendes bereit:
- (1)
Ein Herstellungsverfahren für
2,6-Dihalogenpurin, das die Umsetzung der Verbindung [I] mit einer
Halogensilanverbindung und einem Agens für eine Diazoreaktion umfasst.
- (2) Das Herstellungsverfahren gemäß dem obigen Punkt (1), wobei
das Agens für
die Diazoreaktion ein Salpetrigsäureester
ist.
- (3) Das Herstellungsverfahren gemäß dem obigen Punkt (2), wobei
es sich bei dem Salpetrigsäureester
um Isoamylnitrit handelt.
- (4) Das Herstellungsverfahren gemäß dem obigen Punkt (1), wobei
die Reaktion in Gegenwart eines quartären Ammoniumsalzes durchgeführt wird.
- (5) Das Herstellungsverfahren gemäß dem obigen Punkt (4), wobei
es sich bei dem quartären
Ammoniumsalz um Tetraethylammoniumchlorid oder Benzyltriethylammoniumchlorid
handelt.
- (6) Das Herstellungsverfahren gemäß dem obigen Punkt (1), wobei
R eine Acylgruppe ist.
- (7) Das Herstellungsverfahren gemäß dem obigen Punkt (6), wobei
die Acylgruppe für
R eine Acetylgruppe ist.
- (8) Das Herstellungsverfahren gemäß dem obigen Punkt (1), wobei
es sich bei der Halogensilanverbindung um Chlortrimethylsilan oder
Dichlordimethylsilan handelt.
- (9) Das Herstellungsverfahren gemäß dem obigen Punkt (1), wobei
es sich bei der Halogensilanverbindung um Bromtrimethylsilan handelt.
- (10) Das Herstellungsverfahren gemäß dem obigen Punkt (1), wobei
nach der Einführung
einer Acylgruppe in die 9-Position oder 7-Position der Verbindung
[I], wobei R ein Wasserstoffatom ist, die erhaltene Verbindung [I],
wobei R eine Acylgruppe ist, mit der Halogensilanverbindung und
dem Agens für
die Diazoreaktion umgesetzt wird.
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Ausführliche
Beschreibung der Erfindung
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Das
2,6-Dihalogenpurin der vorliegenden Erfindung umfasst Tautomere.
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Die "Acylgruppe" für R ist
eine durch -C(=O)-R' dargestellte
Gruppe, wobei R' z.
B. eine Kohlenwasserstoffgruppe bedeutet. Die Kohlenwasserstoffgruppe
schließt
lineare, verzweigtkettige oder cyclische Kohlenwasserstoffgruppen
ein, die aliphatisch oder aromatisch sein können. Vorzugsweise schließt die Acylgruppe
eine Alkylcarbonylgruppe mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen (z. B. eine
Acetyl-, Propionyl-, Butanoylgruppe und dergleichen), eine Benzoylgruppe
und dergleichen ein. Vom Gesichtspunkt der Verbesserung der Reaktivität und vom
wirtschaftlichen Gesichtspunkt aus gesehen wird eine Acetylgruppe
besonders bevorzugt. Da die Acetylgruppe charakteristischerweise
durch Hydrolyse leicht freigesetzt werden kann, kann die Verbindung
[I], in der R die Acetylgruppe ist, leicht in 2,6-Dihalogenpurin überführt werden.
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Das "Halogenatom" für X1 und X2 ist ein
Fluoratom, Chloratom, Bromatom oder Iodatom, und X1 und X2 können
das gleiche Halogenatom oder unterschiedliche Halogenatome sein.
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Die
vorliegende Erfindung wird im Folgenden ausführlicher erklärt.
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Durch
ein Verfahren, umfassend den Schritt der Umsetzung von Verbindung
[I] mit einer Halogensilanverbindung und einem Agens für die Diazoreaktion
kann 2,6-Dihalogenpurin bequem und in einer hohen Ausbeute hergestellt
werden, und das erhaltene 2,6-Dihalogenpurin kann leicht isoliert
werden. R ist in der Verbindung [I] wegen der Reaktivität und der
Freisetzungsfähigkeit
vorzugsweise eine Acylgruppe, besonders bevorzugt eine Acetylgruppe.
Zusätzlich
dazu erhöht
diese Reaktion in Gegenwart eines Phasenübertragungskatalysators vorzugsweise
die Reaktionsgeschwindigkeit. Als Phasenübertragungskatalysator können in
der vorliegenden Erfindung z. B. quartäres Ammoniumsalz, Kronenether
(z. B. 12-Krone-4, 15-Krone-5, 18-Krone-6 usw.), Alkylsulfat (z.
B. Natriumoctylsulfat usw.), Alkylsulfonat (z. B. Natriumoctylsulfonat)
und dergleichen eingeschlossen sein, wobei ein quartäres Ammoniumsalz
bevorzugt wird. Die zu verwendende Menge des Phasenübertragungskatalysators
beträgt
0,005 bis 0,2 mol, vorzugsweise 0,01 bis 0,1 mol pro 1 mol der Verbindung
[I].
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Das "quartäre Ammoniumsalz" in der vorliegenden
Erfindung ist nicht speziell eingeschränkt, und es können z.
B. Tetraethylammoniumchlorid, Benzyltriethylammoniumchlorid, Trioctylmethylammoniumchlorid, Benzyltrimethylammoniumchlorid
und dergleichen verwendet werden, wobei Tetraethylammoniumchlorid
und Benzyltriethylammoniumchlorid bevorzugt werden. Wenn ein quartäres Ammoniumsalz
verwendet wird, ist die Verwendung einer Katalysatormenge von z.
B. 0,01 bis 1 mol, vorzugsweise von 0,05 bis 0,1 mol, pro 1 mol der
Verbindung [I], ausreichend.
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In
der in der vorliegenden Erfindung zu verwendenden Halogensilanverbindung
ist wenigstens ein Halogenatom an ein Siliciumatom gebunden, oder
eine Alkylgruppe kann neben dem Halogenatom daran gebunden sein.
Beispiele dafür
umfassen Trialkylhalogensilan, Dialkyldihalogensilan, Monoalkyltrihalogensilan
und Tetrahalogensilan. Die Alkylgruppe ist hierbei eine lineare
oder verzweigtkettige Alkylgruppe mit 1 bis 4, vorzugsweise 1 oder
2 Kohlenstoffatomen, wie Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, Butyl,
Isobutyl, sec-Butyl, tert-Butyl und dergleichen. Das Halogenatom
schließt
hierin ein Fluoratom, Chloratom, Bromatom und Iodatom ein.
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Spezielle
Beispiele für
die Halogensilanverbindung sind Chlortrimethylsilan, Dichlordimethylsilan,
Trichlormethylsilan, Tetrachlorsilan, Bromtrimethylsilan und dergleichen.
Bevorzugt werden Chlortrimethylsilan, Dichlordimethylsilan und Bromtrimethylsilan,
und besonders bevorzugt werden Chlortrimethylsilan und Dichlordimethylsilan.
Die Halogensilanverbindung kann auch als Reaktionslösungsmittel
verwendet werden. Die anzuwendende Menge derselben beträgt 1,5 bis
30 mol, vorzugsweise 8 bis 20 mol, pro 1 mol der Verbindung [I].
Es braucht nicht darauf hingewiesen zu werden, dass, wenn ein von
der Halogensilanverbindung verschiedenes organisches Lösungsmittel
als Reaktionslösungsmittel
verwendet wird, die zu verwendende Menge an Halogensilanverbindung
gegenüber
dem oben angegebenen Bereich reduziert werden kann. Die zu verwendende
Menge an Halogensilanverbindung beträgt 1 bis 10 mol, vorzugsweise
1,5 bis 6 mol, pro 1 mol der Verbindung [I].
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Als
Agens für
die Diazoreaktion in der vorliegenden Erfindung können z.
B. Salpetrigsäureester,
Nitrosylchlorid, Nitrosylsulfat, Stickstoffoxid, ein Salz der salpetrigen
Säure (z.
B. Natriumnitrit, Kaliumnitrit und dergleichen) und dergleichen
verwendet werden, wobei ein Salpetrigsäureester bevorzugt wird. Als
Salpetrigsäureester
können
z. B. C1-5-Alkylnitrit (z. B. Methylnitrit,
Ethylnitrit, Propylnitrit, Isobutylnitrit, tert-Butylnitrit, Isoamylnitrit
und dergleichen) und dergleichen verwendet werden. Von diesen wird
Isoamylnitrit bevorzugt. Die zu verwendende Menge des Agens für die Diazoreaktion
beträgt
1 bis 3 mol, vorzugsweise 1,1 bis 1,5 mol, pro 1 mol der Verbindung
[I].
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Die
Reaktion der vorliegenden Erfindung kann in einem organischen Lösungsmittel
durchgeführt
werden, und das zu verwendende organische Lösungsmittel ist nicht speziell
eingeschränkt.
Von den Gesichtspunkten der Reaktionsgeschwindigkeit und der Unterdrückung von
Nebenprodukt aus gesehen, werden Kohlenwasserstoff-Lösungsmittel, wie Hexan, Heptan
und dergleichen, halogenierte Lösungsmittel,
wie Monochlorbenzol, Dichlorbenzol und dergleichen, und Tetrahydrofuran
bevorzugt. Von diesen werden die Kohlenwasserstoff-Lösungsmittel,
wie Hexan, Heptan und dergleichen, oder halogenierte Lösungsmittel,
wie Monochlorbenzol, Dichlorbenzol und dergleichen, besonders bevorzugt.
Die zu verwendende Menge an organischem Lösungsmittel beträgt 1 bis
100 ml, vorzugsweise 2 bis 10 ml, pro 1 g der Verbindung [I].
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Die
Umsetzung der Verbindung [I] mit der Halogensilanverbindung und
einem Agens für
die Diazoreaktion ist im Allgemeinen nach 5 bis 20 Stunden bei im
Allgemeinen 0 bis 60°C,
vorzugsweise 20 bis 60°C beendet.
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Wenn
R eine Acylgruppe ist, kann 2,6-Dihalogenpurin durch Einstellen
des pH-Werts der
Reaktionsmischung auf 2–5,
vorzugsweise 4–5,
nach der Vervollständigung
der Umsetzung erhalten werden. Als Verfahren zum Einstellen des
pH-Werts der Reaktionsmischung können
z. B. die Folgenden erwähnt
werden: ein Verfahren, umfassend die Zugabe einer wässrigen
Alkalilösung
(z. B. wässrige
Natriumhydroxid-Lösung
usw.) zur Reaktionsmischung; ein Verfahren, umfassend die Zugabe
einer wässrigen
Alkalilösung
zur Reaktionsmischung und die Zugabe einer wässrigen Säure-Lösung (z. B. Salzsäure usw.)
und dergleichen.
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Das
erhaltene 2,6-Dihalogenpurin kann durch ein konventionelles Verfahren
isoliert und gereinigt werden. Z. B. wird die erhaltene Reaktionsmischung
gekühlt,
und die ausgefallenen Kristalle werden durch Filtration gewonnen
und getrocknet. Die gewonnenen Kristalle werden gewaschen oder umkristallisiert,
um Kristall mit einer höheren
Reinheit zu ergeben.
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Das
erhaltene 2,6-Dihalogenpurin kann in ein als pharmazeutisches Produkt
brauchbares Nucleosid-Analogon gemäß dem Verfahren, das z. B.
in
EP 656778 beschrieben
ist, überführt werden.
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Die
Verbindung [I] als Ausgangsmaterial kann durch das folgendene Verfahren
erhalten werden.
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Die
Verbindung [I], in der R ein Wasserstoffatom ist, ist im Handel
erhältlich,
und eine im Handel erhältliche
Verbindung [I] kann für
die Reaktion verwendet werden. Es muss nicht darauf hingewiesen
werden, dass eine Verbindung [I], die durch ein bekanntes Verfahren
hergestellt wird (z. B.
EP 543095 ),
verwendet werden kann.
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Die
Verbindung [I], in der R eine Acylgruppe ist, kann z. B. durch Einführen einer
Acylgruppe in die 7-Position oder 9-Position der Verbindung [I],
wobei R ein Wasserstoffatom ist, gemäß einem konventionellen Verfahren
erhalten werden. Eine Acylgruppe kann im Allgemeinen auf die gleiche
Weise wie beim Schutz einer Aminogruppe mit einer Acylgruppe eingeführt werden.
Z. B. wird die Verbindung [I], in der R ein Wasserstoffatom ist,
mit R'-C(=O)OH,
wobei R' eine oben definierte
Kohlenwasserstoffgruppe ist, oder einem reaktiven Derivat desselben
(z. B. Ester, Säurehalogenid,
Säureanhydrid
usw.) umgesetzt, um Verbindung [I] zu ergeben, in der R eine Acylgruppe
ist.
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Das
Einführen
der Acylgruppe wird im Folgenden erklärt.
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Wenn
die Verbindung [I], in der R ein Wasserstoffatom ist, mit einem
Säurehalogenid
umgesetzt wird, wird wegen der verbesserten Reaktivität und vom
wirtschaftlichen Gesichtspunkt aus gesehen vorzugsweise gleichzeitig
eine Base verwendet. Zu den Beispielen für die Base gehören eine
organische Base (z. B. Triethylamin und dergleichen) und eine anorganische
Base (z. B. Carbonat, Hydrogencarbonat und dergleichen). Die zu
verwendende Menge an Base beträgt
1 bis 3 mol, vorzugsweise 1,1 bis 2 mol, pro 1 mol der Verbindung [I],
in der R ein Wasserstoffatom ist.
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Die
zu verwendende Menge an R'-C(=O)OH
und eines reaktiven Derivats desselben zum Einführen der Acylgruppe beträgt im Allgemeinen
1 bis 3 mol, vorzugsweise 1,1 bis 2 mol, pro 1 mol, der Verbindung
[I], in der R ein Wasserstoffatom ist.
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Die
Acylgruppe kann ohne Lösungsmittel
oder in einem organischen Lösungsmittel
eingeführt
werden, und das Einführen
ohne Lösungsmittel
ist wirtschaftlich und zweckmäßig, weil
das Lösungsmittel
nicht verdampft werden muss. Wenn sie in einem organischen Lösungsmittel
eingeführt
wird, kann als organisches Lösungsmittel
das gleiche Lösungsmittel
verwendet werden wie das organische Lösungsmittel, das für die oben erwähnte Reaktion
der Verbindung [I] mit einer Halogensilanverbindung und einem Agens
für die
Diazoreaktion verwendet wird. Davon abgesehen können N,N-Dimethylacetamid,
Tetrahydrofuran, Ethylacetat und dergleichen verwendet werden. Vom
Gesichtspunkt der Reaktivität
aus gesehen wird die Verwendung von N,N-Dimethylacetamid bevorzugt.
Die Verwendung des gleichen Lösungsmittels
wie des organischen Lösungsmittels,
das für
die oben erwähnte
Reaktion der Verbindung [I] mit einer Halogensilanverbindung und
einem Agens für
die Diazoreaktion verwendet wird, wird bevorzugt, weil das Lösungsmittel
nicht verdampft werden muss und nach der Bildung der Verbindung
[I] kann die Verbindung [I] mit der Halogensilanverbindung und einem
Agens für
die Diazoreaktion ohne Isolierung in einem Topf umgesetzt werden.
Wenn die Umsetzung in einem organischen Lösungsmittel durchgeführt wird,
beträgt
die zu verwendende Menge an organischem Lösungsmittel 1 bis 20 Gewichtsteile,
vorzugsweise 2 bis 5 Gewichtsteile, pro 1 Gewichtsteil der Verbindung
[I], in der R ein Wasserstoffatom ist.
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Obwohl
das Einführen
der Acylgruppe in Abhängigkeit
von den Reaktionsbedingungen und dergleichen variiert, ist es im
Allgemeinen nach 1–10
Stunden, vorzugsweise 3–6
Stunden bei im Allgemeinen 1–100°C, vorzugsweise
40 bis 60°C
beendet.
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Beispiele
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Die
vorliegende Erfindung wird im Folgenden unter Bezugnahme auf Beispiele
detailliert erklärt.
Die vorliegende Erfindung wird durch diese Beispiele nicht eingeschränkt.
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Beispiel 1
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(1) Synthese von 9-Acetyl-2-amino-6-chlorpurin
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2-Amino-6-chlorpurin
(150 g, 0,89 mol) und Essigsäureanhydrid
(108 g, 1,06 mol) wurden zu N,N-Dimethylacetamid (350 ml) gegeben,
und das Gemisch wurde auf 50–60°C erwärmt und
4 Stunden lang gerührt. Die
Reaktionsmischung wurde gekühlt
und filtriert. Die erhaltenen Kristalle wurden mit Isopropanol (400
ml) gewaschen und unter reduziertem Druck bei 80°C getrocknet, um 9-Acetyl-2-amino-6-chlorpurin
in Form eines blassgelben Pulvers (187 g, Ausbeute 99,0%) zu ergeben.
1H-NMR (400 MHz, DMSO-d6) δ = 2,83 (s,
3H), 7,26 (brs, 2H), 8,55 (s, 1H).
13C-NMR
(100 MHz, DMSO-d6) δ = 24,65, 124,02, 139,73, 150,09,
152,89, 160,13, 167,69.
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(2) Synthese von 2,6-Dichlorpurin
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9-Acetyl-2-amino-6-chlorpurin
(0,50 g, 2,36 mmol), Dichlordimethylsilan (1,01 g, 7,80 mmol), Tetraethylammoniumchlorid
(0,025 g, 0,15 mmol) und Isoamylnitrit (0,42 g, 3,54 mmol) wurden
zu Heptan (4 ml) gegeben, und das Gemisch wurde auf 50–60°C erwärmt und
14 Stunden lang gerührt.
Nach der Vervollständigung
der Umsetzung wurde das Gemisch filtriert. Die erhaltenen Kristalle
wurden mit Wasser (4,0 ml) verdünnt, und
das Gemisch wurde mit 2 M wässriger
Natriumhydroxid-Lösung
auf einen pH von 4–5
eingestellt. Nach einem einstündigen
Altern unter Eiskühlung
wurde das Gemisch filtriert, und die erhaltenen Kristalle wurden unter
reduziertem Druck bei 80°C
getrocknet, um ein weißes
Pulver (0,31 g, Ausbeute 73,8%) von 2,6-Dichlorpurin zu ergeben.
Schmelzpunkt 184–186°C.
1H-NMR (400 MHz, DMSO-d6) δ = 8,74 (s,
1H), 14,15 (s, 1H).
13C-NMR (100 MHz,
DMSO-d6) δ =
128,35, 147,16, 150,58, 155,93.
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Beispiel 2
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Synthese von 2,6-Dichlorpurin
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9-Acetyl-2-amino-6-chlorpurin
(0,50 g, 2,36 mmol), Tetraethylammoniumchlorid (0,025 g, 0,15 mmol) und
Isoamylnitrit (0,42 g, 3,54 mmol) wurden zu Chlortrimethylsilan
(4,0 g, 36,8 mmol) gegeben, und das Gemisch wurde auf 50–60°C erwärmt und
10 Stunden lang gerührt.
Nach der Beendigung der Umsetzung wurde das Gemisch filtriert. Die
erhaltenen Kristalle wurden mit Wasser (4,0 ml) verdünnt, und
das Gemisch wurde mit einer 2 M wässrigen Natriumhydroxid-Lösung auf einen pH von 4 bis
5 eingestellt. Nach dem einstündigen Altern
unter Eiskühlung
wurde das Gemisch filtriert, und die erhaltenen Kristalle wurden
unter einem reduzierten Druck bei 80°C getrocknet, um 2,6-Dichlorpurin
in Form eines weißen
Pulvers (0,35 g, Ausbeute 78,3%) zu ergeben. Die Eigenschaften der
erhaltenen Verbindung waren mit denjenigen des Beispiels 1 (2) identisch.
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Beispiel 3
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Synthese von 2,6-Dichlorpurin
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9-Acetyl-2-amino-6-chlorpurin
(2,50 g, 11,8 mmol), Dichlordimethylsilan (4,57 g, 35,4 mmol), Benzyltriethylammoniumchlorid
(0,16 g, 0,70 mmol) und Isoamyl nitrit (2,07 g, 17,7 mmol) wurden
zu o-Dichlorbenzol (10 ml) gegeben, und das Gemisch wurde auf 25–30°C erwärmt und
8 Stunden lang gerührt.
Nach der Beendigung der Umsetzung wurde das Gemisch filtriert. Die
erhaltenen Kristalle wurden mit Wasser (4,0 ml) verdünnt, und
die Reaktionsmischung wurde tropfenweise zu einer 2 M wässrigen
Natriumhydroxid-Lösung
(20 ml) gegeben und partioniert. Die wässrige Schicht wurde mit 35%iger
Salzsäure
auf einen pH von 4 bis 5 eingestellt. Nach dem einstündigen Altern
unter Eiskühlung
wurde das Gemisch filtriert, und die erhaltenen Kristalle wurden
unter einem reduzierten Druck bei 80°C getrocknet, um 2,6-Dichlorpurin
in Form eines weißen Pulvers
(1,62 g, Ausbeute 72,6%) zu ergeben. Die Eigenschaften der erhaltenen
Verbindung waren mit denjenigen des Beispiels 1 (2) identisch.
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Beispiel 4
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Synthese von 2,6-Dichlorpurin
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2-Amino-6-chlorpurin
(5,00 g, 29,5 mmol), Dichlordimethylsilan (11,42 g, 88,5 mmol),
Benzyltriethylammoniumchlorid (0,40 g, 1,8 mmol) und Isoamylnitrit
(5,18 g, 44,2 mmol) wurden zu Heptan (25 ml) gegeben, und das Gemisch
auf 50–60°C erwärmt und
17 Stunden lang gerührt.
Nach der Beendigung der Umsetzung wurde das Gemisch filtriert. Die
erhaltenen Kristalle wurden mit Wasser (25 ml) verdünnt und
mit einer 2 M wässrigen
Natriumhydroxid-Lösung
auf einen pH von 4 bis 5 eingestellt. Nach dem einstündigen Altern
unter Eiskühlung
wurde das Gemisch filtriert, und die erhaltenen Kristalle wurden
aus Methanol umkristallisiert. Das Gemisch wurde unter einem reduzierten
Druck bei 60°C
getrocknet, um 2,6-Dichlorpurin in Form eines weißen Pulvers
(3,68 g, Ausbeute 66,1%) zu ergeben. Die Eigenschaften der erhaltenen
Verbindung waren mit denjenigen des Beispiels 1 (2) identisch.
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Beispiel 5
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(1) Synthese von 9-Acetyl-2-amino-6-iodpurin
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Auf
die gleiche Weise wie im Beispiel 1, außer dass 2-Amino-6-iodpurin
anstelle von 2-Amino-6-chlorpurin verwendet wurde, wurde das Gemisch
15 Stunden lang gerührt.
Die Reaktionsmischung wurde auf die gleiche Weise wie im Beispiel
1 einer Nachbehandlung unterzogen, um 9-Acetyl-2-amino-6-iodpurin
in Form eines weißen
Pulvers (Ausbeute 94,6%) zu ergeben.
1H-NMR
(400 MHz, DMSO-d6) δ = 2,82 (s, 3H), 7,18 (brs,
2H), 8,51 (s, 1H)
13C-NMR (100 MHz,
DMSO-d6) δ =
24,80, 124,02, 131,04, 138,82, 149,02, 159,88, 167,90
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(2) Synthese von 2-Brom-6-iodpurin
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9-Acetyl-2-amino-6-iodpurin
(1,44 g, 4,72 mmol), Bromtrimethylsilan (2,17 g, 14,2 mmol) und
Isoamylnitrit (0,83 g, 5,67 mmol) wurden zu Tetrahydrofuran (5 ml)
gegeben, und das Gemisch wurde 19 Stunden lang bei 20–25°C gerührt, um
2-Brom-6-iodpurin zu ergeben.
LC/MS(-c ESI) m/z 323, 325 (M–1)
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Beispiel 6
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Synthese von 2-Brom-6-chlorpurin
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9-Acetyl-2-amino-6-chlorpurin
(1,00 g, 4,72 mmol), Bromtrimethylsilan (2,17 g, 14,2 mmol) und
Isoamylnitrit (0,83 g, 5,67 mmol) wurden zu Tetrahydrofuran (5 ml)
gegeben, und das Gemisch wurde 19 Stunden lang bei 20–25°C gerührt, um
2-Brom-6-chlorpurin zu ergeben.
LC/MS(-c ESI) m/z 231, 233,
235 (M–1)
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Gewerbliche Anwendbarkeit
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung kann das beabsichtigte 2,6-Dihalogenpurin bequem und in
einer hohen Ausbeute hergestellt und leicht isoliert werden.
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Diese
Anmeldung basiert auf der Patentanmeldung Nr. 2002-102456, die in
Japan eingereicht wurde, wobei auf dieselbe hierin ausdrücklich Bezug
genommen wird.