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Gebiet der Erfindung
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Diese
Erfindung betrifft die gesteuerte Abgabe von Arzneimitteln, Dosierungsformen
und Vorrichtungen. Insbesondere betrifft die Erfindung Dosierungsformen
und Vorrichtungen zur gesteuerten Abgabe von Paliperidon mit einem
reduzierten Abbau des Wirkstoffs.
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Hintergrund der Erfindung
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Das
Fachgebiet ist übersättigt mit
Beschreibungen für
orale Dosierungsformen für
die gesteuerte Freisetzung von Arzneimitteln. Während eine Vielfalt von Dosierungsformen
mit Dauerfreisetzung zur Abgabe von bestimmten Arzneistoffen, die
eine kurze Halbwertszeit zeigen, bekannt sein mag, kann möglicherweise
nicht jeder Arzneistoff von diesen Dosierungsformen aufgrund der
Löslichkeit,
von Stoffwechselprozessen, der Absorption und anderen physikalischen,
für den
Arzneistoff und den Abgabemodus einzigartigen chemischen und physiologischen Parametern
geeignet abgegeben werden. Beispiele für derartige Arzneistoffe, die
wahrscheinlich keine Kandidaten für Dosierungsformen mit gesteuerter Freisetzung
sind, sind diejenigen, die eine lange Halbwertszeit zeigen, wie
Paliperidon. Es wurde auch gefunden, dass Paliperidon zu beträchtlichen Verunreinigungsmengen
abgebaut wird. Die Hauptabbauprodukte schließen C-9-Keton, N-Oxide und
verschiedene Dimere seiner Abbaustoffe ein.
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Paliperidon
ist praktisch in Wasser unlöslich, in
Methylenchlorid frei löslich
und in Methanol und 0,1 N_Salzsäure
löslich.
Zudem ist es kein typischer Kandidat für eine Langzeitabgabe, da Paliperidon eine
lange Halbwertszeit von etwa einem Tag aufweist. Jedoch können Nebenwirkungen,
wie Ängstlichkeit,
Schläfrigkeit,
Schwindel, Verstopfung, extrapyramidale Symptome, mit hohen Blutplasmakonzentrationsspiegeln
verbunden sein, was das Vermögen,
eine einmal tägliche
Dosis mit sofortiger Freisetzung zu verabreichen, einschränkt.
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Traditionelle
Stabilitätsverbesserungen
für Arzneimittel
wurden untersucht, die die Verwendung von Antioxidationsmitteln
(erhöhte
BHT-Siegel) und die Einbringung von Chelatbildnern einschlossen. Diese
traditionellen Verfahren zum Reduzieren des Abbaus erwiesen sich
als unzureichend.
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Es
ist zu erwarten, dass die Nebenwirkungen wahrscheinlich infolge
entweder der Zunahmerate und/oder der tatsächlichen Arzneistoff-Blutplasmakonzentrationen,
die eine maximal tolerierbare Grenzwertkonzentration (maximum tolerable
concentration, MTC) übersteigen,
auftreten. Zum Erhalt jedoch einer therapeutischen Wirkung müssen Konzentrationen über einer
pharmakodynamischen Mindestkonzentration (minimum pharmacodynamic
concentration, MPC) aufrechterhalten werden.
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Ein
anderer Aspekt der Abgabe von Paliperidon liegt darin, dass die
Verabreichung eine geringe Arzneistoffbeladung in der Dosierungsform
erfordern kann. Möglicherweise
müssen
Dosierungsformen einen Arzneistoff im Bereich von 5% bis 20% des
Gesamtgewichts der Dosierungsform enthalten. Die Notwendigkeit der
niedrigen Arzneistoffbeladung stellt Probleme beim Formulieren von
Zusammensetzungen und Fertigen von Dosierungsformen dar, die zur
oralen Verabreichung geeignet sind, die mit der gewünschten
Freisetzungsrate für
eine längere
Zeitdauer abgeben.
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Osmotische
Dosierungsformen des Stands der Technik erwähnen die Abgabe von Risperidon aus
einer flüssigen
Gelatinekapsel ohne Erwähnung der
Abgabe von Paliperidon oder einer bevorzugten Abgaberate oder Identifikation
einer festen Kapseldosierungsform. Die veröffentlichte Patentanmeldung
von ALZA Corporation,
WO 00/35419 .
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Andere
Arbeiten offenbaren die Abgabe von Risperidon durch transdermale
Verfahren mit Pflastern, ohne irgendeine Freisetzungsrate oder ein
gewünschtes
Plasmakonzentrationsprofil geltend zu machen. Die veröffentlichte
Patentanmeldung von Janssen,
WO
96/31201 . Weiterhin identifizieren diese Arbeiten nicht
die Abgabe von Paliperidon, geschweige denn die Abgabe von Paliperidon
durch eine orale Abgabe mit gesteuerter Freisetzung.
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Es
gibt auch Arbeiten, die die Abgabe von Risperidon und/oder Paliperidon
durch injizierbare Implantate zur langzeitlichen, mehrmals täglichen Abgabe
offenbart. Diese Arbeiten schließen die veröffentlichte Patentanmeldung
von Alkermes
WO 01/34120 und
die
US-Patentschriften Nr. 5,654,008 ;
5,650,173 ;
5,770,231 ;
6,077,843 ;
6,368,632 ;
6,110,923 ;
5,965,168 ; und
5,692,477 von Alkermes ein. US-Patentschriften,
die injizierbare Dosierungsformen zum Bereitstellen einer Abgabe
in der Ordnung von nahezu Null geltend machen, schließen die
US-Patentschriften Nr. 5,871,778 und
5,656,299 von Yoishitomi
Pharmaceutical Industries ein.
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Dieses
Arbeiten offenbaren keine bevorzugten Freisetzungsraten und lehren
oder begründen keine
ansteigende Freisetzungsrate, geschweige denn eine derartige Freisetzung
durch ein orales Abgabesystem.
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Der
Stand der Technik für
eine orale Abgabe befasst sich nicht mit der Abgabe von Paliperidon
mit gesteuerter Langzeitfreisetzung.
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Orale
Dosierungsformen mit gesteuerter Freisetzung schließen die
US-Patentschrift Nr. 5,536,507 ein,
die eine pharmazeutische Dreikomponentenformulierung beschreibt,
die u.a. ein pH-empfindliches Polymer und wahlweise ein osmotisches Mittel
einsetzt, das in den höheren
pH-Bereichen des unteren Teils des Dünndarms und des Dickdarms zur Freisetzung
des Arzneistoffs in diesen Umgebungen quillt. Zusätzliche
Komponenten der Dosierungsform schließen eine Beschichtung zur verzögerten Freisetzung
und eine magensaftresistente Beschichtung zum Bereitstellen einer
Dosierungsform ein, die sehr wenig, wenn überhaupt, des Arzneistoffs
im Magen, eine relativ minimale Menge im Dünndarm und angeblich etwa 85%
oder mehr im Dickdarm freisetzt. Eine derartige Dosierungsform stellt
eine breit variierende zeitliche Freisetzung des Arzneistoffs nach Verabreichung
bereit, die erst nach 1–3
Stunden beginnen kann, wenn die Dosierungsform aus dem Magen gelangt
ist und weitere 3 Stunden oder mehr benötigt, bis die Dosierungsform
in den Dickdarm gelangt ist.
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Beispielhafte
Paliperidon-Dosierungsformen mit Dauerfreisetzung, Verfahren zur
Herstellung derartiger Dosierungsformen und Verfahren der Verwendung
derartiger Dosierungsformen, die hier beschrieben sind, betreffen
osmotische Dosierungsformen zur oralen Verabreichung.
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Zusätzlich zu
wie hier beschriebenen osmotischen Systemen gibt es jedoch viele
andere Vorgehensweisen zum Erzielen einer Dauerfreisetzung von Arzneistoffen
aus oralen Dosierungsformen, die auf dem Fachgebiet bekannt sind.
Diese unterschiedlichen Vorgehensweisen schließen z. B. Diffusionssysteme,
wie Speichervorrichtungen und Matrixvorrichtungen, Auflösungssysteme,
wie eingekapselte Auflösungssysteme
(einschließlich
z. B. „winzige
Zeitpillen"), und
Matrixauflösungssysteme,
kombinatorische Diffusions-/Auflösungssysteme
und Ionenaustauschharzsysteme, wie beschrieben in Remington's Pharmaceutical
Science, Ausg. 1990, S. 1682–1685,
ein. Paliperidon-Dosierungsformen, die gemäß diesen anderen Vorgehensweisen
arbeiten, sind im Umfang der Offenbarung hier bis zu dem Grad umfasst,
dass die Arzneifreisetzungseigenschaften und/oder die Eigenschaften
der Blutplasma-Paliperidonkonzentration,
wie hier und in den Ansprüchen
genannt, diese Dosierungsformen entweder buchstäblich oder äquivalent beschreiben.
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Osmotische
Dosierungsformen machen sich im Allgemeinen den osmotischen Druck
zunutze, um eine Triebkraft zum Aufnehmen von Flüssigkeit in einer Abteilung,
die zumindest teilweise durch eine halbdurchlässige Membran gebildet wird,
die eine freie Diffusion von Flüssigkeit,
jedoch nicht von Arzneistoff oder osmotischem Mittel bzw. osmotischen Mitteln,
falls vorliegend, gewährt,
zu erzeugen. Ein deutlicher Vorteil gegenüber osmotischen Systemen liegt
darin, dass der Vorgang pH-unabhängig
ist und sich folglich bei der osmotisch bestimmten Rate über eine
längere
Zeitdauer fortsetzt, selbst wenn die Dosierungsform den gastrointestinalen
Trakt durchquert und unterschiedliche Mikroumgebungen mit deutlich unterschiedlichen
pH-Werten antrifft. Ein Überblick über derartige
Dosierungsformen ist in Santus und Baker, „Osmotic drug delivery: a
review of the patent litature",
Journal of Controlled Release 35 (1995) 1–21, hier in ihrer Vollständigkeit
unter Bezugnahme eingebracht, zu finden. Insbesondere sind die folgenden
US-Patentschriften, die dem Patentinhaber der vorliegenden Anmeldung,
ALZA Corporation, gehören,
die osmotische Dosierungsformen betreffen, jeweils in ihrer Vollständigkeit
hier eingebracht: Nr. 3,845,770; 3,916,899; 3,995,631; 4,008,719; 4,111,202;
4,160,020; 4,327,725; 4,519,801; 4,578,075; 4,681,583; 5,019,397;
und 5,156,850.
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Vorrichtungen,
in welchen eine Arzneistoffzusammensetzung als Aufschlämmung, Suspension oder
Lösung
aus einer kleinen Austrittsöffnung
durch die Wirkung einer dehnbaren Schicht abgegeben wird, sind in
den
US-Patentschriften Nr. 5,633,011 ;
5,190,765 ;
5,252,338 ;
5,620,705 ;
4,931,285 ;
5,006,346 ;
5,024,842 ; und
5,160,743 , die hier unter Bezugnahme
eingebracht sind, beschrieben. Typische Vorrichtungen schließen eine
dehnbare Druckschicht und eine Arzneistoffschicht, die von einer halbdurchlässigen Membran
umgeben ist, ein. In bestimmten Fällen ist die Arzneistoffschicht
mit einer Grundschicht versehen, um die Freisetzung der Arzneistoffzusammensetzung
in die Verwendungsumgebung zu verzögern oder eine ausgeheilte
Beschichtung zusammen mit der halbdurchlässigen Membran zu bilden.
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Vorrichtungen,
in welchen eine Arzneistoffzusammensetzung in trockenem Zustand
aus einer großen
Austrittsöffnung
durch die Wirkung einer dehnbaren Schicht abgegeben wird, sind in
den
US-Patentschriften Nr. 4,892,778 ,
4,915,949 und
4,940,465 beschrieben. Diese Quelltexte
beschreiben einen Spender zur Abgabe eines nützlichen zuträglichen
Mittels in die Verwendungsumgebung, der eine halbdurchlässige Wand
einschließt,
die eine Schicht aus dehnbarem Material enthält, die eine trockene Arzneistoffschicht
aus der durch die Wand gebildeten Abteilung drückt. Die Austrittsöffnung in
der Vor richtung weist im Wesentlichen denselben Durchmesser wie
der Innendurchmesser der durch die Wand gebildeten Abteilung auf.
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Während Dosierungsformen,
die die Arzneistoffzusammensetzung in die Verwendungsumgebung im
trockenen Zustand abgeben, eine geeignete Freisetzung des Arzneistoffs
mit verschiedenen Arzneistoffbeladungen über eine längere Zeitdauer bereitstellen
können,
kann die Aussetzung der Arzneistoffschicht an die Verwendungsumgebung
zu einer bewegungsabhängigen
Freisetzung des Arzneistoffs führen,
die unter manchen Umständen
schwierig zu steuern ist. Demzufolge kann es vorteilhaft sein, den Arzneistoff
als Aufschlämmung
oder Suspension freizusetzen, die durch die Steuerung der Ausdehnungsrate
der Druckschicht und der Größe der Austrittsöffnung in
der wie erfindungsgemäßen Dosierungsform abgemessen
werden kann.
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Die
US-Patentschrift 5,169,638 beschreibt eine
aufnahmefähige
pharmazeutische Pulverformulierung mit gesteuerter Freisetzung,
die in Kapseln zu füllen
ist, die ein pH-abhängiges Polymer
verwendet, das aus Alginsäure
und Hydroxypropylmethylcellulose gebildet ist, um Arzneimittel mit
einer gesteuerten Rate freizusetzen. Es scheint, dass diese Kapselformulierung
zum Nachahmen der Eigenschaften einer tablettierten Formulierung
vorgesehen war.
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Keine
Beschreibung ist über
eine Formulierung bereitgestellt, die die gleichförmigen Freisetzungseigenschaften
der Dosierungsformen, die Paliperidon und verwandte Verbindungen
der vorliegenden Erfindung enthalten, bereitstellt.
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Die
US-Patentschriften Nr. 4,892,778 und
4,940,465 beschreiben einen
Spender zur Abgabe eines zuträglichen
Mittels an die Verwendungsumgebung, das eine halbdurchlässige Wand
einschließt, die
eine Schicht aus dehnbarem Material enthält, die eine Arzneistoffschicht
aus der durch die Wand gebildeten Abteilung drückt. Die Austrittsöffnung in
der Vorrichtung weist im Wesentlichen denselben Durchmesser wie
der Innendurchmesser der durch die Wand gebildeten Abteilung auf.
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Die
US-Patentschrift Nr. 4,915,949 beschreibt
einen Spender zur Abgabe eines zuträglichen Mittels an die Verwendungsumgebung,
das eine halbdurchlässige
Wand einschließt,
die eine Schicht aus dehnbarem Material enthält, die eine Arzneistoffschicht
aus der durch die Wand gebildeten Abteilung drückt, einschließt. Die
Arzneistoffschicht enthält
gesonderte winzige Pillen, die in einem Träger dispergiert sind. Die Austrittsöffnung in
der Vorrichtung weist im Wesentlichen denselben Durchmesser wie
der Innendurchmesser der durch die Wand gebildeten Abteilung auf.
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Die
US-Patentschrift Nr. 5,126,142 beschreibt
eine Vorrichtung zur Abgabe eines Ionophors an Vieh, die ein halbdurchlässiges Gehäuse, in welchem
sich eine ein Ionophor und einen Träger und eine dehnbare hyrophile
Schicht enthaltende Zusammensetzung, befindet, zusammen mit einem
zusätzlichen
Element, das der Vorrichtung eine ausreichende Dichte verleiht,
um sie in dem Pansennetzsack eines Wiederkäuers festzuhalten, einschließt. Das
Ionophor und der Träger
liegen während
der Lagerung im trockenen Zustand vor, und die Zusammensetzung wechselt
zu einem spenderfähigen,
flüssigartigen
Zustand, wenn sie mit der flüssigen
Verwendungsumgebung in Kontakt ist. Eine Anzahl von unterschiedlichen
Austrittsanordnungen ist beschrieben, die eine Vielzahl von Löchern am
Ende der Vorrichtung und einen einzelnen Austritt mit variierendem
Durchmesser zum Steuern der pro Zeiteinheit aufgrund der Diffusion
und des osmotischen Pumpvorgangs freigesetzten Menge des Arzneistoffs
einschließen.
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Vor
dieser Erfindung wurde die mit Paliperidon verwandte Verbindung
Risperidon in herkömmlichen
Formen, wie einer nicht die Rate steuernden, die Dosis ausschüttenden
Tablette mit sofortiger Freisetzung, oder durch eine Dosis ausschüttende Kapsel
und gewöhnlich
in mehrfachen, wiederholten Dosierungsintervallen über den
Tag verteilt verabreicht. Das Produkt wird als Risperdal® von
Janssen Pharmaceutica Products, L.P. Physicians' Desk Reference, Thompson Healthcare,
56. Aufl., S. 1796–1800
(2002) vertrieben.
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Der
Risperdal®-Therapiemodus
führt jedoch weiterhin
zu einer anfänglichen
hohen Dosis von Risperidon im Blutplasma nach der Verabreichung,
gefolgt von einem verminderten Risperidonspiegel im Blutplasma.
Darüber
hinaus tritt dieser Spitzen- und Talwert aufgrund der Mehrfachdosierungskur
zweibis dreimal während
einer 24-ständigen
Dauer auf. Die Konzentrationsunterschiede in den Dosierungsmustern
sind mit der Gegenwart oder Abwesenheit von verabreichtem Arzneistoff
verbunden, was einen Hauptnachteil darstellt, der mit dieser Dosierungsform
und diesem Verabreichungsmodus des Stands der Technik einhergeht.
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Herkömmliche
Dosierungsformen und ihre Betriebsmodi, einschließlich Dosisspitzen-
und -talwerte, sind in Pharmaceutical Sciences, Remington, 18. Aufl.,
S. 1676–1686
(1990), Mack Publishing Co.; The Pharmaceutical and Clinical Pharmacokinetics, 3.
Auf 1. S. 1–28
(1984), Lea und Febreger, Philadelphia; und in den
US-Patentschriften Nr. 3,598,122 und
3,598,123 , beide erteilt
an Zaffaroni, erörtert.
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Eine
Dosierungsform, die ein im Wesentlichen ansteigendes Freisetzungsratenprofil
zeigt, ist Concerta®, vertrieben von McNeil
Consumer Healthcare und ALZA Pharmaceuticals. Physician's Desk Reference,
Thompson Healthcare, 56. Auf 1., S. 1998–2001 (2002). Das Concerta®-Produkt,
das jedoch für
eine einmal tägliche
Verabreichung angezeigt ist, gibt nur mit einer im Wesentlichen
ansteigenden Freisetzungsrate für
eine Dauer von bis zu etwa 8 Stunden ab.
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Die
Patentanmeldungen, die Concerta
® betreffen,
schließen
die veröffentlichte
PCT-Patentanmeldung Nr.
WO99/62496A1 ein.
Diese Patentanmeldung offenbart das im Wesentlichen ansteigende Freisetzungsratenprofil,
das mit Concerta
® verbunden ist, zur Abgabe über eine
Dauer von etwa 8 Stunden für
eine einmal tägliche
Dosierung.
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Verwandte
Patentanmeldungen schließen die
PCT-Patentanmeldungen
Nr.
WO98/14168 ;
WO98/23263 ;
WO98/06380A2 und
US 2001/0012847A1 ein.
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Noch
andere Anmeldungen, die die Bereitstellung eines Abgabeprofils mit
ansteigender Freisetzungsrate betreffen, schließen
US 2002/0035357A1 ;
WO01/52819A1 und
WO01/37813A2 & A3 ein.
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US 2002/0051807A offenbart
eine osmotische Vorrichtung, die Alprazolam mit gesteuerter Freisetzung
im Kern, wahlweise in Kombination mit einem antipsychotischen Mittel
in einem externen Überzug
mit schneller Freisetzung enthält.
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WO-A-9744039 offenbart
ein Arzneimittel, das als Depotformulierung zur Verabreichung über intramuskuläre oder
subkutane Injektion geeignet ist, umfassend 9-Hyydroxyrisperidon
oder ein Derivat davon und einen pharmazeutisch verträglichen
Träger.
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Es
besteht immer noch Bedarf nach wirksamen Dosierungsverfahren, Dosierungsformen
und -vorrichtungen, die die gesteuerte Freisetzung von Paliperidon
und verwandten Verbindungen über
eine längere
Zeitdauer mit im Wesentlichen ansteigender Freisetzungsrate zum
Reduzieren der Menge des Wirkstoffs, welcher der Patient zu einer
beliebigen bestimmten Zeit ausgesetzt ist, und zum Erhöhen der Zeit
zwischen der Dosierung, vorzugsweise zum Erhalt einer einmal täglichen
Dosierungskur ermöglichen,
während
die damit verbundenen Nebenwirkungen reduziert werden.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung ist zur einmal täglichen Verabreichung einer
oralen Dosierungsform zum Abgeben von Paliperidon für eine Dauer
von mehr als etwa 22 Stunden unter Einsatz einer kapselförmigen Tablette
vorgesehen. Diese etwa 22-stündige
Freisetzung erfolgt mit im Wesentlichen ansteigender Freisetzungsrate
aus dem Kern wobei eine etwa 90%ige Abgabe nach etwa 20 Stunden
eintritt. Dieses neue Profil stellt eine therapeutische Abgabe über der
MPC bereit, während
die Plasmaspiegel unter der MTC und niedrig genug gehalten werden, dass
die Nebenwirkungen reduziert werden und die Entwicklung von Toleranz
erhöht
wird. Dieses Abgabeprofil stellt eine 24-stündige Wirksamkeit ohne hohe
Plasmaspiegel bereit.
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Die
vorliegende Erfindung stellt eine im Wesentlichen ansteigende Freisetzungsrate
bereit. Es wurde überraschend
entdeckt, dass das vorliegende Profil am besten eine wirksame Therapie über eine Dauer
von 24 Stunden bereitstellt, während
negative Nebenwirkungen, die mit der Verabreichung des Arzneistoffs
verbunden sind, möglicherweise
reduziert werden.
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Die
vorliegende Erfindung macht sich eine langsame, jedoch im Wesentlichen
ansteigende Freisetzungsrate zu nutze, wenn die Dosierungsform voraussichtlich
in der Dickdarmregion des gastrointestinalen (GI) Trakts vorliegt.
Das Profil wurde zuvor zum Abgeben eines Arzneistoffs nicht verwendet,
ist jedoch dazu vorgesehen, den therapeutischen Paliperidon-Index
zu erhöhen.
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Es
wurde überraschend
gefunden, dass die beschriebene ansteigende Freisetzungsrate eine
im Wesentlichen ansteigende Blutplasmakonzentration des Arzneistoffs
mit einer Spitzenkonzentration, die später als etwa 16 Stunden nach
der Verabreichung eintritt, bereitstellen kann. Diese ansteigende
Blutplasmakonzentration reduziert die im Tagesverlauf entwickelte
Toleranzwirkung.
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Es
wurde ferner überraschend
entdeckt, dass die Zugabe eines Osmagens, Salzes, in die erste Arzneistoffschicht,
aber nicht in die zweite Arzneistoffschicht, das Abgabeprofil derart
beeinflusst, dass eine im Wesentlichen ansteigende Freisetzungsrate
erhalten wird.
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Es
wurde ferner überraschend
entdeckt, dass das Aufrechterhalten des Verhältnisses der Arzneistoffkonzentration
in der ersten Arzneistoffschicht und der Arzneistoffkonzentration
in der zweiten Arzneistoffschicht das Abgabeprofil derart beeinflusst, dass
die gewünschte,
im Wesentlichen ansteigende Freisetzungsrate erhalten wird.
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Erfindungsgemäß ist eine
Dosierungsform, umfassend zwei oder mehr Schichten, wobei die zwei oder
mehr Schichten eine erste Schicht und eine zweite Schicht umfassen,
wobei die erste Schicht Paliperidon, Risperidon oder ein pharmazeutisch
verträgliches
Salz davon umfasst, wobei die zweite Schicht ein Polymer umfasst;
eine Außenwand,
die die zwei oder mehr Schichten umgibt; und eine Öffnung in
der Außenwand,
bereitgestellt.
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Die
Dosierungsform macht sich vorzugsweise eine halbdurchlässige Membran
zu Nutze, die einen dreischichtigen Kern umgibt: In diesen Ausführungsformen
wird die erste Schicht als erste Arzneistoffschicht bezeichnet und
enthält
geringe Arzneistoffmengen und ein osmotisches Mittel, wie Salz; enthält die Mittelschicht,
die als die zweite Arzneistoffschicht bezeichnet wird, höhere Arzneistoffmengen,
Exzipienten und kein Salz; und enthält die dritte Schicht, die
als Druckschicht bezeichnet wird, osmotische Mittel und keinen Arzneistoff.
Mindestens eine Öffnung
ist durch die Membran am Ende der ersten Arzneistoffschicht der
kapselförmigen
Tablette gebohrt.
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In
der wässrigen
Umgebung des GI-Trakts wird Wasser durch die halbdurchlässige Membran mit
einer durch die Eigenschaften der Membran und die Osmolalität der Kernbestandteile
bestimmten gesteuerten Rate aufgenommen. Dies verursacht, dass die
Druckschicht quillt und die Arzneistoffschichten hydrieren und viskose,
aber verformbare Massen bilden. Die Druckschicht dehnt sich gegen
die zweite Arzneistoffschicht aus, die wiederum gegen die hydrierte
erste Arzneistoffschicht drückt.
Die erste Arzneistoffschicht, gefolgt von der zweiten Arzneistoffschicht,
verlässt
das System durch die Öffnung(en)
in der Membran mit derselben Rate, wie Wasser im Kern aufgenommen
wird. Die biologisch inerten Komponenten der Tablette bleiben während des GI-Durchgangs
intakt und werden als Schale zusammen mit unlöslichen Kernkomponenten eliminiert.
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Die
Dosierungsform, die die vorliegende Erfindung einbringt, ist als
einmal tägliche
Dosierungsform vorgesehen, die therapeutisch wirksam ist, während eine
erhöhte
Stabilität
bereitgestellt wird.
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Die
Dosierungsform kann eine eine Abteilung definierende Membran, wobei
die Membran eine innere Schutzgrundschicht umgibt, mindestens eine Austrittsöffnung,
die darin gebildet ist oder gebildet werden kann, aufweist und mindestens
ein Teil der Membran halbdurchlässig
ist; eine dehnbare Schicht, die sich in der Abteilung fern von der
Austrittsöffnung befindet
und in Flüssigkeitskommunikation
mit dem halbdurchlässigen
Teil der Membran steht; eine erste Arzneistoffschicht, die sich
neben der Austrittsöffnung
befindet; und eine zweite Arzneistoffschicht, die sich in der Abteilung
zwischen der ersten Arzneistoffschicht und der dehnbaren Schicht
befindet, umfassen; wobei die Arzneistoffschichten die Verbindung Paliperidon
oder ein pharmazeutisch verträgliches Säureadditionssalz
davon umfassen.
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Da
der Arzneistoff relativ unlöslich
ist, weist die erste Arzneistoffschicht eine Tendenz auf, sich nicht
mit der zweiten Arzneistoffschicht zu vermischen. Je nach der jeweiligen
Viskosität
der ersten Arzneistoffschicht und der zweiten Arzneistoffschicht werden
unterschiedliche Freisetzungsprofile erhalten. Es ist zwingend erforderlich,
die optimale Viskosität
für jede
Schicht zu identifizieren. In der vorliegenden Erfindung wird die
Viskosität
durch die Zugabe von Salz, Natriumchlorid, moduliert.
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Das
Abgabeprofil vom Kern hängt
vom Gewicht, der Formulierung und der Dicke von jeder der Arzneistoffschichten
ab.
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Das
Verhältnis
von Kerndurchmesser zu Kernlänge
ist ebenfalls ein wichtiger Faktor. Die Form des Systems als kap selförmige Tablette
ist ein wichtiges Merkmal, das zu dem im Wesentlichen ansteigenden
Profil aus dem Kern beiträgt.
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Das
Abgabesystem ist dazu bestimmt, maximale Blutplasmakonzentrationen
zwischen 14 und 22 Stunden und vorzugsweise zwischen 18 und 21 Stunden
nach der Dosierung zu erzielen. Spitzenkonzentrationen treten besonders
bevorzugt in etwa zwischen der 18. und der 20. Stunde auf.
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Die
vorliegende Erfindung ist als einmal tägliche Dosierungsform vorgesehen,
die therapeutisch wirksam ist, während
sie weniger Nebenwirkungen als eine mehrmals täglich verabreichte Dosierungsform
mit sofortiger Freisetzung, erzeugt. Die vorliegende Erfindung stellt
zwei Schlüsselmerkmale
bereit: eine im Wesentlichen ansteigende Abgabe, die die Pharmakodynamik
und Entwicklung von Toleranz beeinflusst, und die im Wesentlichen
ansteigende Abgabe stellt angemessene Plasmakonzentrationen für die pharmakologische
Wirkung bereit. Die Entwicklung von Toleranz ist mit den Sedierungswirkungen
(unter Verwendung einer repräsentativen
Maßnahme,
wie Impulseaktionsbereitschaft) verbunden.
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In
einem Aspekt stellt die Erfindung eine Dosierungsform mit Dauerfreisetzung
bereit, die zum Freisetzen der Paliperidon-Verbindung über eine
längere
Zeitdauer mit im Wesentlichen ansteigender Freisetzungsrate angepasst
ist.
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Die
vorliegende Erfindung stellt auch die Verwendung einer pharmazeutisch
wirksamen Menge von Paliperidon, Risperidon oder einem pharmazeutisch
verträglichen
Salz davon bei der Herstellung der vorstehend beschriebenen Dosierungsform
zum Reduzieren der mit einer hohen Blutplasmakonzentration von antipsychotischen
Mitteln verbundenen Nebenwirkungen bereit, wobei die Dosierungsform
eine ansteigende Freisetzungsrate des Paliperidons, Risperidons
oder pharmazeutisch verträglichen
Salzes davon über
eine längere
Zeitdauer aufrechterhält. Besonders
bevorzugt wird die Dosierungsform einmal täglich oral verabreicht.
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Die
Dosierungsform der Erfindung kann eine eine Abteilung definierende
Membran, wobei die Membran mindestens eine Austrittsöffnung,
die darin gebildet ist oder gebildet werden kann, aufweist und mindestens
ein Teil der Membran halbdurchlässig
ist; eine dehnbare Schicht, die sich in der Abteilung fern von der
Austrittsöffnung
befindet und in Flüssigkeitskommunikation
mit dem halbdurchlässigen
Teil der Membran steht; eine erste Arzneistoffschicht, die sich neben
der Austrittsöffnung
befindet, und eine zweite Arzneistoffschicht, die sich in der Abteilung
zwischen der ersten Arzneistoffschicht und der dehnbaren Schicht
befindet, umfassen, wobei die Arzneistoffschichten die Verbindung
Paliperidon oder ein pharmazeutisch verträgliches Säureadditionssalz davon umfassen.
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Die
Dosierungsform der Erfindung kann eine eine Abteilung definierende
Membran, wobei die Membran mindestens eine Austrittsöffnung,
die darin gebildet ist oder gebildet werden kann, aufweist und mindestens
ein Teil der Membran halbdurchlässig
ist; eine dehnbare Schicht, die sich in der Abteilung fern von der
Austrittsöffnung
befindet und in Flüssigkeitskommunikation
mit dem halbdurchlässigen
Teil der Membran steht; eine erste Arzneistoffschicht, die sich neben
der Austrittsöffnung
befindet; und eine zweite Arzneistoffschicht, die sich in der Abteilung
zwischen der ersten Arzneistoffschicht und der dehnbaren Schicht
befindet, umfassen, wobei die Arzneistoffschichten die Verbindung
Paliperidon oder ein pharmazeutisch verträgliches Säureadditionssalz davon umfassen
und die erste Arzneistoffschicht Salz umfasst und die zweite Arzneistoffschicht
kein Salz enthält.
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Die
Dosierungsform kann wahlweise eine flussfördernde Schicht zwischen der
Membran und den Arzneistoffschichten umfassen.
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Die
Erfindung kann zum Behandeln eines Zustands verwendet werden, der
auf die Verabreichung von Paliperidon oder eines pharmazeutisch verträglichen
Salzes davon reagiert, indem die Verbindung zum Bereitstellen einer
im Wesentlichen ansteigenden Plasmakonzentration der Verbindung verabreicht
wird. Der Cmax tritt zu einem Zeitpunkt,
der größer als
etwa 16 Stunden ist und vorzugsweise nach etwa 20 Stunden ein.
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Kurze Beschreibung der Figuren
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1 veranschaulicht
eine Ausführungsform
mit zwei Öffnungen
der vorliegenden Erfindung vor der Verabreichung an einen Probanden;
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2 veranschaulicht
das Modellabgabeprofil unter Bereitstellung einer im Wesentlichen
ansteigenden Freisetzungsrate von Paliperidon, was die Wirkung von
unterschiedlichen Typen an schmierenden Grundschichten zeigt;
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3 veranschaulicht
eine Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung vor der Verabreichung an einen Probanden,
mit einer optionalen schmierenden Grundschicht und Sperrschicht;
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4 veranschaulicht
das Modellabgabeprofil unter Bereitstellung einer im Wesentlichen
ansteigenden Freisetzungsrate von Paliperidon, was die Wirkung von
unterschiedli chen Natriumchloridmengen in der ersten Arzneistoffschicht
zeigt;
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5 veranschaulicht
die Wirkung des Arzneistoffkonzentrationsverhältnisses zwischen der ersten
Arzneistoffschicht und der zweiten Arzneistoffschicht auf die Freisetzungsrate
von Paliperidon;
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die 6A, 6B, 6C und 6D veranschaulichen
die Wirkung des Membrangewichts auf die Freisetzungsrate von Paliperidon;
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7 veranschaulicht
potenzielle Abbauwege für
Paliperidon unter Stressbedingungen;
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8 veranschaulicht
einen tabellarischen Vergleich der Dosierungsformstabilität mit und
ohne die Verwendung der Schutzgrundschicht der vorliegenden Erfindun
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die 9A und 9B veranschaulichen
einen grafischen Vergleich von/der Dosierungsformstabilität mit und
ohne die Verwendung der Schutzgrundschicht der vorliegenden Erfindung.
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Detaillierte Beschreibung
der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung wird am besten in Bezug auf die folgenden
Definitionen, die Zeichnungen und die hier bereitgestellte beispielhafte
Offenbarung verständlich.
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Definitionen
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Mit „Dosierungsform" ist ein Arzneimittel oder
eine Vorrichtung gemeint, die einen pharmazeutischen Wirkstoff,
wie Paliperidon oder ein pharmazeutisch verträgliches Säureadditionssalz davon umfasst,
wobei das Arzneimittel oder die Vorrichtung wahlweise inaktive Inhaltsstoffe,
d. h. pharmazeutisch verträgliche
Exzipienten, wie Suspensionsmittel, oberflächenaktive Mittel, Sprengmittel,
Bindemittel, Verdünnungsmittel,
Schmiermittel, Stabilisatoren, Antioxidationsmittel, osmotische
Mittel, Farbmittel, Weichmacher, Beschichtungen und dergleichen,
enthält,
die zur Herstellung und Abgabe von pharmazeutischen Wirkstoffen
verwendet werden.
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Mit „Wirkstoff", „Arzneistoff" oder „Verbindung" ist ein Mittel,
Arzneistoff oder eine Verbindung mit den Eigenschaften von Paliperidon
oder Risperidon oder eines pharmazeutisch verträglichen Säureadditionssalzes davon gemeint.
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Mit „pharmazeutisch
verträgliches
Säureadditionssalz" oder „pharmazeutisch
verträgliches Salz", die hier austauschbar
verwendet werden, sind diejenigen Salze gemeint, in welchen das
Anion nicht merklich zur Toxizität
oder pharmakologischen Aktivität
des Salzes beiträgt,
und die als solche die pharmakologischen Äquivalente der Basen der Paliperidon-Verbindung sind.
Beispiele für
pharmazeutisch verträgliche
Säuren,
die für
die Zwecke der Salzbildung nützlich
sind, schließen
Salz-, Bromwasserstoff-, Iodwasserstoff-, Zitronen, Essig-, Benzoe-, Mandel-,
Phosphor-, Salpeter-, Schleim-, Isethion-, Palmitinsäure und
andere ein, sind jedoch nicht darauf beschränkt.
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Die
Ausdrücke „Austritt", „Austrittsöffnung", „Abgabeöffnung" oder „Arzneistoffabgabeöffnung" und andere ähnliche
Ausdrücke
schließen,
wie sie hier verwendet werden können,
einen Vertreter, ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus einem Durchgangsweg; einer Blende;
einer Öffnung
und einer Bohrung ein. Der Ausdruck schließt auch eine Öffnung ein,
die aus einer Substanz oder einem Polymer gebildet ist oder gebildet
werden kann, die/das aus der Außenwand
erodiert wird, sich daraus herauslöst oder heraussickert, um dadurch
eine Austrittsöffnung
zu bilden. Der Ausdruck schließt
einen oder mehrere Durchgangswege, Blenden, Öffnungen, Bohrungen oder Poren
ein.
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Eine
Arzneistoff-„Freisetzungsrate” bedeutet die
Menge an Arzneistoff, die aus einer Dosierungsform pro Zeiteinheit
freigesetzt wird, z. B. Milligramm Arzneistoff, freigesetzt pro
Stunde (mg/h). Arzneistofffreisetzungsraten für Arzneistoffdosierungsformen
werden typischerweise als invitro-Auflösungsrate, d. h. als eine Arzneistoffmenge,
die aus der Dosierungsform pro Zeiteinheit freigesetzt wird, gemessen unter
geeigneten Bedingungen und in einer geeigneten Flüssigkeit,
gemessen. Die hier beschriebenen Auflösungstests wurden an Dosierungsformen durchgeführt, die
in Metallspulen-Probenhalter
gegeben wurden, die an einem Bad-Indexer des Typs USP Type VII in
einem Wasserbad bei konstanter Temperatur von 37°C gehalten wurden. Aliquote
Teile der Freisetzungsraten-Lösungen
wurden in ein chromatographisches System eingespritzt, um die während der
Testintervalle freigesetzten Arzneistoffmengen zu quantifizieren.
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Mit „Freisetzungsraten-Assay" ist ein standardisierter
Assay zur Bestimmung der Freisetzungsrate einer Verbindung aus einer
Dosierungsform bemeint, die unter Verwendung einer Intervallfreisetzungsapparatur
des Typs USP Type VII getestet wird. Es ist klar, das Reagenzien
von gleichwertiger Qualität
gemäß allgemein
akzeptierten Vorgehensweisen in dem Assay ersetzt werden können.
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Zur
Klarheit und Bequemlichkeit wird hier das Übereinkommen verwendet, in
welchem die Zeit der Arzneistoffverabreichung als null Stunden (t
= 0 Stunden) bezeichnet wird und die Zeitpunkte nach der Verabreichung
in geeigneten Zeiteinheiten, z. B. t = 30 Minuten oder t = 2 Stunden
usw., bezeichnet werden.
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Wie
hier verwendet, wenn nicht anders angegeben, bedeutet eine Arzneistofffreisetzungsrate,
die zu einem spezifizierten Zeitpunkt „nach der Verabreichung" erhalten wird, die
in-vitro-Arzneistofffreisetzungsrate, die zu einem spezifizierten
Zeitpunkt nach der Durchführung
eines geeigneten Auflösungstests erhalten
wird. Der Zeitpunkt, zu welchem ein spezifizierter Prozentanteil
des Arzneistoffs in einer Dosierungsform freigesetzt worden ist,
kann als der „Tx"-Wert
angegeben werden, wobei „x" der Prozentanteil
Arzneistoff ist, der freigesetzt worden ist. Zum Beispiel ist eine üblicherweise
verwendete Bezugsmessung zum Bewerten einer Arzneistofffreisetzung aus
Dosierungsformen derjenige Zeitpunkt, zu welchem 70% oder 90% des
Arzneistoffs in der Dosierungsform freigesetzt worden sind. Diese
Messung wird als der „T70" oder „T90" für die Dosierungsform bezeichnet.
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Mit „Dosierungsform
mit sofortiger Freisetzung" ist
eine Dosierungsform gemeint, die den Arzneistoff innerhalb einer
kurzen Zeitdauer nach der Verabreichung, d. h. im Allgemeinen innerhalb
weniger Minuten bis etwa 1 Stunde, im Wesentlichen vollständig freisetzt.
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Mit „Dosierungsform
mit Langzeitfreisetzung" oder „Dosierungsform
mit gesteuerter Freisetzung" ist
eine Dosierungsform gemeint, die den Arzneistoff in einer im Wesentlichen übereinstimmenden vorher
bestimmten Rate für
eine Dauer von vielen Stunden freisetzt. Die erfindungsgemäßen Dosie rungsformen
mit gesteuerter Freisetzung zeigen T90-Werte
von mindestens etwa 18 Stunden oder mehr und vorzugsweise etwa 20
Stunden oder mehr. Die Dosierungsformen setzen den Arzneistoff über Zeitdauern
von mindestens etwa 16 Stunden, vorzugsweise 18 Stunden oder mehr
und stärker
bevorzugt 20 Stunden oder mehr frei.
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Mit „Dosierungsform
mit Dauerfreisetzung" ist
eine Dosierungsform gemeint, die den Arzneistoff im Wesentlichen
kontinuierlich für
eine Dauer von vielen Stunden freisetzt. Dosierungsformen mit Dauerfreisetzung
der vorliegenden Erfindung setzen den Arzneistoff über Zeitdauern
von mindestens etwa 16 Stunden, vorzugsweise etwa 20 Stunden oder
mehr und stärker
bevorzugt etwa 20 Stunden oder mehr frei.
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Erfindungsgemäße Dosierungsformen
zeigen gesteuerte Freisetzungsraten von Paliperidon für eine längere Zeitdauer.
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Mit „Dauerfreisetzung" ist eine vorherbestimmte
kontinuierliche Freisetzung des Wirkstoffs in eine Umgebung über eine
längere
Zeitdauer gemeint.
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Mit „gleichförmige Freisetzungsrate" ist eine mittlere
stündliche
Freisetzungsrate aus dem Kern gemeint, die positiv oder negativ
um nicht mehr als etwa 30% und vorzugsweise nicht mehr als etwa 25%,
besonders bevorzugt nicht mehr als etwa 10% von entweder der vorangehenden
oder der anschließenden
mittleren stündlichen
Freisetzungsrate variiert, wie bestimmt in einer Intervallfreisetzungsapparatur
des Typs USP Type VII, wo die kumulative Freisetzung zwischen 25%
und 75% liegt.
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Mit „längerer Zeitdauer" ist eine kontinuierliche
Zeitdauer von mindestens etwa 8 Stunden, vorzugsweise 10–14 Stunden
oder mehr und stärker
bevorzugt 16 Stunden oder mehr gemeint. Zum Beispiel beginnen die
hier beschriebenen beispielhaften osmotischen Dosierungsformen im
Allgemeinen mit dem Freisetzen von Paliperidon etwa eine Stunde nach
der Verabreichung und wird die wie vorstehend definierte gleichförmige Freisetzungsrate
für eine längere Zeitdauer
von etwa 25% fortgesetzt, bis mindestens etwa 75% und vorzugsweise
mindestens etwa 85% des Arzneistoffs aus der Dosierungsform freigesetzt
wurden. Die Freisetzung von Paliperidon setzt sich anschließend für einige
Stunden mehr fort, wenngleich die Freisetzungsrate im Allgemeinen
gegenüber
der gleichförmigen
Freisetzungsrate etwas verlangsamt ist.
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Mit „C" ist die Arzneistoffkonzentration
im Blutplasma eines Probanden gemeint, die im Allgemeinen als Masse
pro Volumeneinheit gemeint, typischerweise Nanogramm pro Milliliter,
ausgedrückt wird.
Bequemlichkeitshalber kann diese Konzentration hier als „Plasma-Arzneistoffkonzentration" oder „Plasmakonzentration" bezeichnet werden,
was die in einer beliebigen geeigneten Körperflüssigkeit oder ebensolchem Körpergewebe
gemessene Arzneistoffkonzentration einschließen soll. Die Plasma-Arzneistoffkonzentration
zu einem beliebigen Zeitpunkt nach der Arzneistoffverabreichung
wird als CZeit, wie in C9h oder
C24h usw., bezeichnet.
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Mit „stationärer Zustand" ist der Zustand
gemeint, in welchem die Arzneistoffmenge, die im Blutplasma eines
Probanden vorliegt, über
einen längeren
Zeitraum nicht erheblich variiert. Ein Muster der Arzneistoffanhäufung nach
einer kontinuierlichen Verabreichung einer konstanten Dosis und
Dosierungsform zu konstanten Dosierungsintervallen erzielt letztlich
einen „stationären Zustand", bei dem die Plasmakonzentrationsspitzen
und die Plasmakonzentrationstäler
im Wesentlichen in jedem Dosierungsintervall identisch sind. Wie hier
verwendet, wird die maximale (Spitzen-)Plasma-Arzneistoffkonzentration im stationären Zustand
als Cmax bezeichnet und die Mindest-(Tal-)Plasma-Arzneistoffkonzentration
als Cmin bezeichnet. Die Zeitpunkte nach
der Arzneistoffverabreichung, zu welchen die Spitzen- und die Tal-Plasma-Arzneistoffkonzentrationen
im stationären
Zustand eintreten, werden als Tmax bzw.
Tmin bezeichnet.
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Der
Fachmann erkennt, dass die in den einzelnen Probanden erhaltenen
Plasma-Arzneistoffkonzentrationen aufgrund einer Variierbarkeit
von Patient zu Patient in den vielen Parametern, die die Arzneistoffabsorption,
-verteilung, den Arzneistoffstoffwechsel und die Arzneistoffausscheidung
beeinflussen, variieren. Aus diesem Grund werden, wenn nicht anders
angegeben, von Probandengruppen erhaltene Mittelwerte hier zum Zwecke
des Vergleichens von Plasma-Arzneistoffkonzentrationsdaten und
zum Analysieren von Beziehungen zwischen in-vitro-Dosierungsform-Auflösungsraten
und in-vivo-Plasma-Arzneistoffkonzentrationen verwendet.
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Eine
Beziehung zwischen einer verabreichten Paliperidondosis und der
Größenordnung
der nach einer Dosisverabreichung erhaltenen Plasma-Paliperidonspitzenkonzentration
wird hier zum Veranschaulichen von deutlichen Unterschieden zwischen
den Dosierungsformen und Verfahren der vorliegenden Erfindung und
Dosierungsformen des Stands der Technik verwendet. Zum Beispiel
wird, wie nachstehend detaillierter beschrieben, durch Berechnen
des Verhältnisses
des numerischen Werts des mittleren Cmax (ng/ml)
zu dem numerischen Wert der Dosis (mg), d. h. Cmax/Dosis,
ein einheitsloser numerischer Wert erhalten. Der Unterschied in
den Werten der erhaltenen Verhältnisse
charakterisiert die Reduktion der Größenordnung der Plasma-Paliperidonspitzenkonzentrationen
nach der Verabreichung der Paliperidon-Dosierungsformen mit Dauerfreiset zung
der vorliegenden Erfindung, verglichen mit Plasma-Paliperidonspitzenkonzentrationen
nach der Verabreichung von herkömmlichen
Paliperidon-Dosierungsformen mit sofortiger Freisetzung. Eine Verabreichung
von erfindungsgemäßen Dosierungsformen
stellt vorzugsweise Cmax/Dosis-Verhältnisse
im stationären
Zustand von weniger als etwa 30 und stärker bevorzugt weniger als
etwa 25 bereit.
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Es
wurde überraschend
entdeckt, dass Paliperidon-Dosierungsformen
mit Dauerfreisetzung, die T90-Werte von
etwa 16 Stunden oder mehr und stärker
bevorzugt etwa 20 Stunden oder mehr zeigen und die Paliperidon mit
einer gesteuerten Freisetzungsrate für eine längere Zeitdauer freisetzen,
hergestellt werden können.
Eine einmal tägliche
Verabreichung derartiger Dosierungsformen stellt therapeutisch wirksame,
mittlere Plasma-Paliperidonkonzentrationen im stationären Zustand
bereit.
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Die
beispielhaften Paliperidon-Dosierungsformen mit Dauerfreisetzung,
Verfahren zur Herstellung derartiger Dosierungsformen und Verfahren
zur Verwendung derartiger Dosierungsformen, die hier beschrieben
sind, betreffen osmotische Dosierungsformen zur oralen Verabreichung.
Zusätzlich
zu wie hier beschriebenen osmotischen Systemen gibt es jedoch viele
andere Vorgehensweisen zum Erzielen einer Dauerfreisetzung von Arzneistoffen
aus auf dem Fachgebiet bekannten oralen Dosierungsformen. Diese
unterschiedlichen Vorgehensweisen können z. B. Diffusionssysteme,
wie Speichervorrichtungen und Matrixvorrichtungen, Auflösungssysteme, wie
eingekapselte Auflösungssysteme
(einschließlich
z. B. „winzige
Zeitpillen") und
Matrixauflösungssysteme,
kombinatorische Diffusions-/Auflösungssysteme
und Ionenaustauschharzsysteme, wie beschrieben in Remington's Pharmaceutical
Sciences, Ausg. 1990, S. 1682–1685,
einschließen.
Paliperidon-Dosierungsformen, die gemäß diesen anderen Vorgehensweisen
arbeiten, sind im Umfang der nachstehenden Ansprüche zu dem Grad eingeschlossen,
dass die Arzneistofffreisetzungseigenschaften und/oder die Plasma-Paliperidonkonzentrationseigenschaften,
wie in den Ansprüchen
genannt, diese Dosierungsformen entweder buchstäblich oder äquivalent beschreiben.
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Osmotische
Dosierungsformen machen sich im Allgemeinen den osmotischen Druck
zunutze, um eine Antriebskraft zum Aufnehmen von Flüssigkeit
in einer Abteilung, die zumindest teilweise durch eine halbdurchlässige Wand
gebildet ist, die eine freie Diffusion von Flüssigkeit, jedoch nicht von
Arzneistoff oder osmotischem Mittel bzw. osmotischen Mitteln, falls
vorliegend, gewährt,
erzeugt. Ein deutlicher Vorteil gegenüber osmotischen Systemen liegt
darin, dass der Vorgang pH-unabhängig
ist und sich folglich bei der osmotisch bestimmten Rate über eine
längere Zeitdauer
fortsetzt, selbst wenn die Dosierungsform den gastrointestinalen
Trakt durchquert und unterschiedliche Mikroumgebungen mit deutlich
unterschiedlichen pH-Werten antrifft. Ein Überblick über derartige Dosierungsformen
ist in Santus und Baker, „Osmotic
drug delivery: a review of the patent litersture", Journal of Controlled Release 35 (1995)
1–21,
zu finden. Insbesonderesind die folgenden US-Patentschriften, die
dem Patentinhaber der vorliegenden Anmeldung, ALZA Corporation,
gehören
und osmotische Dosierungsformen betreffen, jeweils in ihrer Vollständigkeit
hier eingebracht: Nr. 3,845,770; 3,916,899; 3,995,631; 4,008,719;
4,111,202; 4,160,020; 4,327,725; 4,519,801; 4,578,075; 4,681,583;
5,019,397; und 5,156,850.
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1 ist
eine Schnittansicht einer erfindungsgemäßen Ausführungsform der Dosierungsform 10.
In dieser Ausführungsform
enthält
die durch die Membran 20 definierte innere Abteilung einen mehrschichtigen,
gepressten Kern mit ei ner ersten Arzneistoffschicht-Komponente 30,
einer zweiten Arzneistoffschicht-Komponente 40 und einer
dritten Druckschicht-Komponente 50.
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Während die
bevorzugte Ausführungsform
in 1 eine kapselförmige
Tablette veranschaulicht, kann die Tablettengeometrie andere Formen,
einschließlich
einer standardmäßigen Bikonvexform, annehmen.
Eine derartige bevorzugte Form sowie andere alternative Formen beeinflussen
und verändern
die Freisetzungsraten.
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Bei
Betrieb verursacht der osmotische Aktivitätsgradient über die Wand 20 nach
einer oralen Einnahme der Dosierungsform 10, dass Magenflüssigkeit
durch die Wand 20 aufgenommen wird, wodurch die erste Arzneistoffschicht 30 und
die zweite Arzneistoffschicht 40 zu abgebbaren Zusammensetzungen, d.
h. Lösungen
oder Suspensionen, umgewandelt werden und gleichzeitig das (die)
Osmopolymer(e) in der Druckschicht 50 aufquillt (aufquellen).
Die abgebbare erste Arzneistoffschicht 30 und zweite Arzneistoffschicht 40 werden
durch die Austritte 60 freigesetzt, während Flüssigkeit weiter in die innere
Abteilung eintritt und die Druckschicht 50 weiter quillt. Wenn
die Freisetzung der ersten Arzneistoffschicht 30 und der
zweiten Arzneistoffschicht 40 eintritt, wird Flüssigkeit
weiter aufgenommen und die Druckschicht 50 quillt weiter,
wodurch eine fortgesetzte Freisetzung angetrieben wird. Auf diese
Weise wird Arzneistoff in einer kontinuierlichen Weise über eine längere Zeitdauer
freigesetzt.
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Wie
nachstehend detaillierter beschrieben, umfasst die dritte Druckschicht-Komponente 50 (eine)
osmotische Wirkkomponente(n), enthält jedoch keinen Arzneiwirkstoff.
Die osmotische(n) Wirkkomponente(n) in der Druckschicht 50 umfasst
(umfassen) typischerweise ein Osmagens und ein oder mehrere Osmopolymer(e)
mit relativ großen
Molekulargewichten, die ein Aufquellen zeigen, während die Flüssigkeit
aufgenommen wird, so dass keine erhebliche Freisetzung dieser Osmopolymere
durch die Austritte 60 eintritt. Zusätzliche Exzipienten, wie Bindemittel,
Schmiermittel, Antioxidationsmittel und Farbmittel, können ebenfalls
in der Druckschicht 50 eingeschlossen sein. Die Schicht
als dritte Komponente wird hier als dehnbare oder Druckschicht bezeichnet,
da, während
der Aufnahme von Flüssigkeit das
(die) Osmopolymer(e) quillt (quellen) und gegen die abgebbare Arzneistoffformulierung
der zweiten Arzneistoffschicht-Komponente drückt, um dadurch die Freisetzung
der Arzneistoffformulierung aus der Dosierungsform zu erleichtern.
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Wie
nachstehend detaillierter beschrieben, umfasst die erste Arzneistoffschicht-Komponente 30 osmotische
Wirkkomponenten und eine geringere Menge an Arzneiwirkstoff als
in der zweiten Arzneistoffschicht-Komponente 40. Die osmotisch
wirkenden Komponente(n) in der ersten Arzneistoffschicht-Komponente
umfasst (umfassen) ein Osmagens, wie Salz, und ein oder mehrere
Osmopolymer(e) mit relativ kleinen Molekulargewichten, die ein Aufquellen
zeigen, während
Flüssigkeit
aufgenommen wird, so dass die Freisetzung dieser Osmopolymere durch
Austritt 60 ähnlich
wie diejenige der Arzneistoffschicht 40 eintritt. Zusätzliche
Exzipienten, wie Bindemittel, Schmiermittel, Antioxidationsmittel und
Farbmittel, können
ebenfalls der ersten Arzneistoffschicht 30 eingeschlossen
sein.
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Die
zweite Arzneistoffschicht 40 umfasst Paliperidon in einem
Gemisch mit ausgewählten
Exzipienten, die zum Bereitstellen eines Gefälles in der osmotischen Aktivität zum Antreiben
von Flüssigkeit aus
einer Außenumgebung
durch Membran 20 und zum Bilden einer abgebbaren Arzneistoffformulie rung
durch Aufnehmen von Flüssigkeit
angepasst sind. Die Exzipienten können ein geeignetes Suspensionsmittel,
hier auch als Arzneistoffträger
bezeichnet, jedoch kein osmotisch wirkendes Mittel, „Osmagens", wie Salz, Natriumchlorid,
einschließen. Es
wurde überraschend
entdeckt, dass das Weglassen von Salz aus dieser zweiten Arzneistoffschicht, die
einen höheren
Anteil des Gesamtarzneistoffs in der Dosierungsform enthält, in Kombination
mit dem Salz in der ersten Arzneistoffschicht-Komponente, eine verbesserte
ansteigende Freisetzungsrate bereitstellt, wodurch eine längere Dauer
der Anstiegsrate erzeugt wird.
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Die
Arzneistoffschicht 40 weist eine höhere Konzentration des Arzneistoffs
als Arzneistoffschicht 30 auf. Das Verhältnis der Konzentration von
Arzneistoff in der ersten Arzneistoffschicht 30 zur Konzentration
von Arzneistoff in der zweiten Arzneistoffschicht 40 wird
bei weniger als 1 und vorzugsweise weniger als 0,33 gehalten, um
die gewünschte,
im Wesentlichen ansteigende Freisetzungsrate bereitzustellen.
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Die
Arzneistoffschicht 40 kann auch andere Exzipienten, wie
Schmiermittel, Bindemittel usw., umfassen.
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Die
Arzneistoffschicht 40 umfasst, wie die Arzneistoffschicht 30,
ferner einen hydrophilen polymeren Träger. Das hydrophile Polymer
stellt ein Teilchen in der Arzneistoffzusammensetzung bereit, das zu
der gesteuerten Abgabe des Arzneiwirkstoffs beiträgt. Repräsentative
Beispiele für
diese Polymere sind Poly(alkylenoxid) mit einem Zahlenmittel des Molekulargewichts
von 100 000 bis 750 000, einschließlich Poly(ethylenoxid), Poly(methylenoxid), Poly(butylenoxid)
und Poly(hexylenoxid); und eine Poly(carboxymethylcellulose) mit
einem Zahlenmittel des Molekulargewichts von 40 000 bis 400 000,
dargestellt durch Po ly(alkalicarboxymethylcellulose), Poly(natriumcarboxymethylcellulose),
Poly(kaliumcarboxymethylcellulose) und Poly(lithiumcarboxymethylcellulose).
Die Arzneistoffschicht 40 kann ferner eine Hydroxypropylalkylcellulose
mit einem Zahlenmittel des Molekulargewichts von 9 200 bis 125 000 zum
Verbessern der Abgabeeigenschaften der Dosierungsform, wie dargestellt
durch Hydroxypropylethylcellulose, Hydroxypropylmethylcellulose,
Hydroxypropylbutylcellulose und Hydroxypropylpentylcellulose; und
ein Poly(vinylpyrrolidon) mit einem Zahlenmittel des Molekulargewichts
von 7 000 bis 75 000 zum Verbessern der Fließeigenschaften der Dosierungsform
umfassen. Bevorzugt unter diesen Polymeren ist das Poly(ethylenoxid)
mit einem Zahlenmittel des Molekulargewichts von 100 000–300 000.
Träger,
die in der Magenumgebung erodiert werden, d. h. bioerodierbare Träger, sind
besonders bevorzugt.
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Andere
Träger,
die in die Arzneistoffschicht 40 und/oder Arzneistoffschicht 30 eingebracht
werden können,
schließen
Kohlenhydrate ein, die eine derart ausreichende osmotische Aktivität zeigen, dass
sie allein oder mit anderen Osmagenzien verwendet werden können. Derartige
Kohlenhydrate umfassen Monosaccharide, Disaccharide und Polysaccharide.
Repräsentative
Beispiele schließen
Maltodextrine (d. h. durch die Hydrolyse von Maisstärke hergestellte
Glucosepolymere) und die Zuckerarten, die Laktose, Glukose, Raffinose,
Saccharose, Mannit, Sorbit und dergleichen umfassen, ein. Bevorzugte
Maltodextrine sind diejenigen mit einer Dextrose-Äquivalenz
(dextrose equivalence; DE) von 20 oder weniger, vorzugsweise mit
einer DE im Bereich von etwa 4 bis etwa 20, und häufig 9–20. Maltodextrin mit
einer DE von 9–12
wurde als nützlich
befunden.
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Bei
der Arzneistoffschicht 40 und der Arzneistoffschicht 30 handelt
es sich typischerweise um eine im Wesentlichen trockene Zusammensetzung mit < 1 Gew.-% Wasser,
die durch Pressen des Trägers,
des Arzneistoffs und anderer Exzipienten als eine Schicht bebildet
wird.
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Die
Arzneistoffschicht 40 kann gemäß dem Modus und der Weise der
Erfindung aus Teilchen durch Pulverisieren, wodurch die Größe des Arzneistoffs
und die Größe des damit
einhergehenden bei der Fertigung der Arzneistoffschicht verwendeten
Polymers erzeugt wird typischerweise als die Verbindung enthaltender
Kern, gebildet werden. Die Mittel zum Herstellen der Teilchen zur
Herstellung der beabsichtigten Teilchengröße im Mikrobereich schließen Granulierung,
Sprühtrocknen,
Sieben, Lyophilisierung, Zerreiben, Mahlen, Strahlmahlen, Mikronisieren
und Zerkleinern ein. Das Verfahren kann durch Größenreduktionsanlagen, wie eine
Mikropulverisatormühle,
eine Strahlmühle,
ein Mahlwerk, eine Walzenmühle,
eine Hammermühle,
eine Reibmühle,
eine Mischmühle,
eine Kugelmühle,
eine Schwingkugelmühle,
eine Stoßmühle, einen
Schleudermühle,
einen Grobbrecher und einen Feinbrecher, durchgeführt werden.
Die Größe der Teilchen
kann durch Sieben, einschließlich
eines Grausiebs, eines Flachsiebs, eines Schwingsiebs, eines Trommelsiebs,
eines Schüttelsiebs,
eines Vibratorsiebs und eines Planrätters, ermittelt werden. Die
Verfahren und Anlagen zur Herstellung von Arzneistoff- und Trägerteilchen
sind in Pharmaceutical Sciences, Remington, 17. Auf 1., S. 1585-1594 (1985); Chemical
Engineers Handbook, Perry, 6. Auf 1., S. 21–13 bis 21–19 (1984); Journal of Pharmaceutical
Sciences, Parrot, Bd. 61, Nr. 6, S. 813–829 (1974); und Chemical Engineer,
Hixon, S. 94–103
(1990), offenbart.
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Die
erste Arzneistoffschicht 30 umfasst Paliperidon in Gemisch
mit ausgewählten
Exzipienten, die zum Bereitstel len eines Gefälles in der osmotischen Aktivität zum Austreiben
von Flüssigkeit
aus einer Außenumgebung
durch eine Membran 20 und zum Bilden einer abgebbaren Arzneistoffformulierung
durch Aufnahme von Flüssigkeit
angepasst sind. Die Exzipienten können ein geeignetes Suspensionsmittel,
hier auch als Arzneistoffträger
bezeichnet, und einen osmotischen Wirkstoff, d. h. ein „Osmagens", wie Salz, einschließen. Andere
Exzipienten, wie Schmiermittel, Bindemittel usw., können ebenfalls
eingeschlossen sein. Es wurde überraschend
gefunden, dass, wenn die erste Arzneistoffschicht-Komponente 30 eine
osmotisch wirksame Komponente umfasst und eine geringere Arzneiwirkstoffmenge
als in der zweiten Arzneistoffschicht-Komponente 40 umfasst, eine
verbesserte ansteigende Freisetzungsgeschwindigkeit erzeugt werden
kann, die eine längere
Dauer der ansteigenden Rate bereitstellt. Zudem wurde gefunden,
das mit den niedrigen Paliperidon-Dosen, die aus einer Dosierungsform
abgegeben werden, und der niedrigen Menge dieses Gesamten in der
ersten Arzneistoffschicht 30, die Zugabe von Salz eine übereinstimmende,
vorher bestimmte Freisetzungsrate unter Bereitstellung einer im
Wesentlichen ansteigenden Freisetzungsrate über eine Dauer von 20 Stunden bereitstellt.
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Die
osmotische Wirkkomponente in der ersten Arzneistoffschicht umfasst
typischerweise ein Osmagens und ein oder mehrere Osmopolymer(e)
mit relativ kleinen Molekulargewichten, die ein Aufquellen zeigen,
während
Flüssigkeit
aufgenommen wird, so dass die Freisetzung dieser Osmopolymere durch den
Austritt 60 in ähnlicher
Weise eintritt wie diejenige von Arzneistoffschicht 40.
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Die
erste Arzneistoffschicht 30 kann auch zusätzliche
Exzipienten, wie Bindemittel, Schmiermittel, Antioxidationsmittel
und Farbmittel, umfassen.
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Es
wurde überraschend
entdeckt, dass das Verhältnis
der Arzneistoffkonzentration zwischen der ersten Arzneistoffschicht
und der zweiten Arzneistoffschicht das Freisetzungsratenprofil abändert. Das Freisetzungsratenprofil
wird als der Unterschied zwischen der maximalen Freisetzungsrate
und der Freisetzungsrate, die zum ersten Zeitpunkt nach Anlauf (z.
B. nach 6 Stunden) erzielt wird, dividiert durch die mittlere Freisetzungsraten
zwischen den beiden Datenpunkten, berechnet.
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Zum
Beispiel beträgt
in Beispiel 1 die Arzneistoffkonzentration in der ersten Arzneistoffschicht
30 0,8% und die Arzneistoffkonzentration in der zweiten Arzneistoffschicht 40 2,5%,
was zu einem Verhältnis von
0,33 zwischen den beiden Schichten führt, was ein Freisetzungsratenprofil
von 60% bereitstellt. Es wurde gefunden, dass ein niedrigeres Arzneistoffkonzentrationsverhältnis einen
verbesserten Kurvenanstieg der Freisetzungsrate bereitstellt. Ein
hohes Arzneistoffkonzentrationsverhältnis erzeugt, wie in 5 dargestellt,
weniger ansteigende Freisetzungsraten. Das Arzneistoffkonzentrationsverhältnis zum
Herstellen eines mehr als 50%igen Kurvenanstiegs der Freisetzungsrate
beträgt
weniger als 0,44.
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Gleichermaßen wurde
gefunden, dass reduziertes Salz in der ersten Arzneistoffschicht 30 auch den
Kurvenanstieg der Freisetzungsrate reduziert. Wird z. B. kein Salz
zugesetzt, beträgt
der Kurvenanstieg der Freisetzungsrate etwa 57. Werden 20% Salz
zugesetzt, erhöht
sich der Kurvenanstieg der Freisetzungsrate auf 80%. Siehe 4.
Die zum Bereitstellen des bevorzugten ansteigenden Freisetzungsratenprofils
erforderliche Salzmenge beträgt mindestens
20%.
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Es
wurde überraschend
entdeckt, dass die ansteigende Freisetzungsrate von Paliperidon
eine überragende
Bioverfügbarkeit,
Absorption und Wirksamkeit gegenüber
Mehrfachdosierungen von Dosierungsformen mit sofortiger Freisetzung
sowie über längere Zeitdauern
Freisetzungsraten in der Ordnung von im Wesentlichen null bereitstellen.
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Die
Arzneistoffschicht 30 und die Arzneistoffschicht 40 können wahlweise
oberflächenaktive
Mittel und Sprengmittel in beiden Arzneistoffschichten enthalten.
Beispielhaft für
die oberflächenaktiven
Mittel sind diejenigen mit einem HLB-Wert zwischen etwa 10–25, wie
Polyethylenglycol-400-Monostearat, Polyoxyethylen-4-sorbitmonolaurat,
Polyoxyethylen-20-sorbitmonooleat, Polyoxyethylen-20-sorbitmonopalmitat,
Polyoxyethylen-20-monolaurat, Polyoxyethylen-40-stearat, Natriumoleat
und dergleichen. Sprengmittel können
ausgewählt
werden aus Stärken,
Tonen, Cellulosen, Alginen und Gummis und vernetzten Stärken, Cellulosen
und Polymeren. Repräsentative
Sprengmittel schließen
Maisstärke, Kartoffelstärke, Croscarmelose,
Crospovidon, Natriumstärkeglycolat,
Veegum HV, Methylcellulose, Agar, Bentonit, Carboxymethylcellulose,
Alginsäure, Guargummi
und dergleichen ein.
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Eine
repräsentative
Paliperidon-Verbindung mit antipsychotischer Wirkung ist Risperidon
mit sofortiger Freisetzung, Risperdal®.
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Blutplasmakonzentrationen
in einem Probanden können
durch einen klinischen Assay zum Bestimmen der Beziehung zwischen
Tolerierbarkeit und der klinischen Wirkung und der Blutplasmakonzentrationen
des Arzneistoffs bestimmt werden. Die vorliegende Erfindung stellt
eine Abgabedauer unter Ausnutzung eines im Wesentlichen ansteigenden Blutplasmakonzentationsprofils
bereit.
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Die
Dosierungsformen der vorliegenden Erfindung weisen T90-Werte
der Kernarzneistofffreisetzung von größer als 12 Stunden, vorzugsweise
größer als
16 Stunden und besonders bevorzugt größer als 20 Stunden auf, und
setzen Paliperidon für
eine kontinuierliche Zeitdauer von etwa 22 Stunden frei. Etwa eine
Stunde nach Verabreichung beginnt die Dosierungsform mit einer im
Wesentlichen ansteigenden Freisetzungsrate Paliperidon aus dem Kern freizusetzen,
was über
eine längere
Zeitdauer von etwa 16 Stunden oder mehr anhält.
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Die
Wand 20 wird derart gebildet, dass sie für den Durchgang
einer externen Flüssigkeit,
wie Wasser und biologische Flüssigkeiten,
durchlässig
und im Wesentlichen für
den Durchgang von Paliperidon, Osmagens, Osmopolymer und dergleichen
undurchlässig
ist. Als solche ist sie halbdurchlässig. Die selektiv halbdurchlässigen Zusammensetzungen,
die zum Bilden der Wand 20 verwendet werden, sind hauptsächlich nicht
erodierbar und in biologischen Flüssigkeiten während der
Lebensdauer der Dosierungsform im Wesentlichen unlöslich.
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Repräsentative
Polymere zum Bilden der Wand 20 umfassen halbdurchlässige Homopolymere,
halbdurchlässige
Copolymere und dergleichen. Derartige Materialien umfassen Celluloseester,
Celluloseether und Celluloseesterether. Die Cellulosepolymere weisen
einen Substitutionsgrad (degree of substitution; DS) ihrer Anhydroglucoseeinheit
von mehr als 0 bis einschließlich
3 auf. Der Substitutionsgrad (DS) bedeutet die durchschnittliche
Anzahl an ursprünglich
an der Anhydroglucoseeinheit vorliegenden Hydroxygruppen, die durch
eine Substitutionsgruppe ersetzt oder in eine andere Gruppe umgewandelt
sind. Die Anhydroglucoseeinheit kann teilweise oder vollständig durch
Gruppen wie Acyl, Alkanoyl, Alkenoyl, Aroyl, Alkyl, Alkoxy, Halogen,
Carboalkyl, Alkylcarbamat, Alkylcarbonat, Alkylsulfonat, Alkylsulfamat,
halbdurchlässige
polymerbildende Gruppen und dergleichen substituiert sein, wobei
die organischen Einheiten ein bis zwölf Kohlenstoffatome und vorzugsweise
ein bis acht Kohlenstoffatome enthalten.
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Die
halbdurchlässigen
Zusammensetzungen schließen
typischerweise einen Vertreter ein, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend
aus Celluloseacylat, Cellulosediacylat, Cellulosetriacylat, Celluloseacetat,
Cellulosediacetat, Cellulosetriacetat, Mono-, Di- und Tricellulosealkanylaten,
Mono-Di- und Trialkenylaten,
Mono-, Di- und Triaroylaten und dergleichen. Beispielhafte Polymere
schließen
Celluloseacetat mit einem DS von 1,8 bis 2,3 und einem Acetylgehalt
von 32 bis 39,9%; Cellulosediacetat mit einem DS von 1 bis 2 und
einem Acetylgehalt von 21 bis 35%; Cellulosetriacetat mit einem
DS von 2 bis 3 und einem Acetylgehalt von 34 bis 44,8%; und dergleichen
ein. Spezifischere Cellulosepolymere schließen Cellulosepropionat mit
einem DS von 1,8 und einem Propionylgehalt von 38,5%; Celluloseacetatpropionat mit
einem Acetylgehalt von 1,5 bis 7% und einem Acetylgehalt von 39
bis 42%; Celluloseacetatpropionat mit einem Acetylgehalt von 2,5
bis 3%, einem mittleren Propionylgehalt von 39,2 bis 45% und einem
Hydroxygehalt von 2,8 bis 5,4%; Celluloseacetatbutyrat mit einem
DS von 1,8, einem Acetylgehalt von 13 bis 15% und einem Butyrylgehalt
von 34 bis 39%; Celluloseacetatbutyrat mit einem Acetylgehalt von
2 bis 29%, einem Butyrylgehalt von 17 bis 53% und einem Hydroxygehalt
von 0,5 bis 4,7%; Cellulosetriacylate mit einem DS von 2,6 bis 3,
wie Cellulosetrivalerat, Cellulosetrilamat, Cellulosetripalmitat, Cellulosetrioctanoat
und Cellulosetripropionat; Cellulosediester mit einem DS von 2,2
bis 2,6, wie Cellulosedisuccinat, Cellulosedipalmitat, Cellulosedioctanoat,
Cellulosedicaprylat und dergleichen; und gemischte Celluloseester,
wie Celluloseacetatvalerat, Celluloseacetatsuccinat, Cellulosepropionatsuccinat, Celluloseacetatoctanoat,
Cellulosevaleratpalmitat, Celluloseacetatheptanoat und dergleichen
ein. Halbdurchlässige
Polymere sind aus der
US-Patentschrift Nr.
4,077,407 bekannt und können
durch Vorgehensweisen synthetisiert werden, die in Encyclopedia
of Polymer Science and Technology, Bd. 3, S. 325-354 (1964), Interscience Publishers
Inc. New York, NY, beschrieben sind.
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Zusätzliche
halbdurchlässige
Polymere zum Bilden der Wand
20 umfassen Celluloseacetaldehyddimethylacetat;
Celluloseacetatethylcarbamat; Celluloseacetatmethylcarbamat; Celllulosedimethylaminoacetat;
halbdurchlässiges
Polyamid; halbdurchlässige
Polyurethane; halbdurchlässige
sulfonierte Polystyrole; vernetzte, selektiv halbdurchlässige Polymere,
gebildet durch die gemeinsame Ausfällung eines Anions und eines
Kations, wie offenbart in den
US-Patentschriften
Nr. 3,173,876 ;
3,276,586 ;
3,541,005 ;
3,541,006 und
3,546,142 ; halbdurchlässige Polymere,
wie offenbart von Loeb, et al., in der
US-Patentschrift Nr. 3,133,132 ; halbdurchlässige Polystyrolderivate;
halbdurchlässiges
Poly(natriumstyrolsulfonat); halbdurchlässiges Poly(vinylbenzyltrimethylammoniumchlorid);
und halbdurchlässige
Polymere, die eine Flüssigkeitsdurchlässigkeit
von 10
–5 bis
10
–2 (cc.
mil/cm h.atm) zeigen, ausgedrückt
als pro Atmosphäre
von hydrostatischen oder osmotischen Druckunterschieden durch eine
halbdurchlässige
Wand. Die Polymere sind auf dem Fachgebiet aus den
US-Patentschriften
Nr. 3,845,770 ;
3,916,899 und
4,160,020 ; und dem Handbook
of Common Polymers, Scott und Roff (1971) CRC Press, Cleveland, OH,
bekannt.
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Die
Wand 20 kann auch ein Flussregulationsmittel umfassen.
Das Flussregulationsmittel ist eine Verbindung, die zum Unterstützen beim
Regulieren der Flüssigkeitsdurchlässigkeit
oder des Flusses durch die Wand 20 zugesetzt wird. Bei dem
flussregulierenden Mittel kann es sich um ein flussverbesserndes
Mittel oder ein flussverminderndes Mittel handeln. Das Mittel kann
vorausgewählt
werden, um den Flüssigkeitsfluss
zu erhöhen
oder zu vermindern. Mittel, die eine deutliche Zunahme in der Durchlässigkeit
für Flüssigkeiten
wie Wasser erzeugen, sind häufig
im Wesentlichen hydrophil, während diejenigen,
die eine deutliche Verminderung für Flüssigkeiten wie Wasser erzeugen,
im Wesentlichen hydrophob sind. Die Menge an Regulator in der Wand, falls
darin eingebracht, beträgt
im Allgemeinen etwa 0,01 bis 20 Gew.-% oder mehr. Die Flussregulatormittel
können
mehrwertige Alkohole, Polyalkylenglycole, Polyalkylendiole, Polyester
von Alkylenglycolen und dergleichen einschließen. Typische Flussverbesserer
schließen
Polyethyenglycol 300, 400, 600, 1500, 4000, 6000 und dergleichen;
Glycole mit niedrigem Molekulargewicht, wie Polypropylenglycol,
Polybutylenglycol und Polyamylenglycol; die Polyalkylendiole, wie
Poly(1,3-propandiol), Poly(1,4-butandiol), Poly(1,6-hexandiol) und
dergleichen; aliphatische Diole, wie 1,3-Butylenglycol, 1,4-Pentamethylenglycol,
1,4-Hexamethylenglycol
und dergleichen; Alkylentriole, wie Glycerin, 1,2,3-Butantriol,
1,2,4-Hexantriol, 1,3,6-Hexantriol und dergleichen; Ester, wie Ethylenglycoldipropionat,
Ethylenglycolbutyrat, Butylenglycoldipropionat, Glycerolacetatester
und dergleichen, ein. Gegenwärtig
bevorzugte Flussverbesserer schließen die Gruppe von difunktionellen Blockcopolymer-Polyoxyalkylen-Derivaten
von Propylenglycol, bekannt als Pluronics (BASF), ein. Repräsentative
Flussverminderungsmittel schließen Phthalate,
substituiert mit einer Alkyl- oder Alkoxy- oder mit sowohl einer
Alkyl- als auch einer Alkoxygruppe, wie Diethylphthalat, Dimethoxyethylphthalat, Dimethylphthalat
und [Di(2-ethylhexyl)phthalat], Arylphthalate, wie Triphenylphthalat,
und Butylbenzylphthalat; unlösliche
Salze, wie Calciumsulfat, Bariumsulfat, Calciumphosphat und dergleichen;
unlösliche
Oxide, wie Titanoxid; Polymere in Pulver-, Granu lat- und ähnlicher
Form, wie Polystyrol, Polymethylmethacrylat, Polycarbonat und Polysulfon;
Ester, wie Zitronensäureester,
verestert mit langkettigen Alkylgruppen; inerte und im Wesentlichen
wasserundurchlässige
Füllstoffe;
Harze, die mit wandbildenden Materialien auf Cellulosebasis verträglich sind,
und dergleichen ein.
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Andere
Materialien können
zum Verleihen von Flexibilität
und Dehnungseigenschaften in der Zusammensetzung der halbdurchlässigen Wand
eingeschlossen sein, um die Wand 20 weniger brüchig zu
machen und Reißfestigkeit
zu verleihen. Geeignete Materialien schließen Phthalatweichmacher, wie Dibenzylphthalat,
Dihexylphthalat, Butyloctylphthalat, geradkettige Phthalate mit
sechs bis elf Kohlenstoffatomen, Diisononylphthalat, Diisodecylphthalat und
dergleichen, ein. Die Weichmacher schließen Nicht-Phthalate, wie Triacetin,
Dioctylazelat, epoxidiertes Tallat, Triisoctyltrimellitat, Triisononyltrimellitat,
Saccharoseacetatisobutyrat, epoxidiertes Sojabohnenöl und dergleichen,
ein. Die Menge an Weichmacher in einer Wand, falls darin eingebracht,
beträgt
etwa 0,01 bis 20 Gew.-% oder mehr.
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Die
Druckschicht 50, die dritte Komponente, umfasst eine dehnbare
Zusammensetzung in kontaktgeschichteter Anordnung mit der zweiten
Arzneistoffschicht-Komponente 40, wie in 1 veranschaulicht,
oder in kontaktgeschichteter Anordnung mit der Sperrschicht 55,
wie in 3 veranschaulicht. Die Druckschicht 50 umfasst
ein Polymer, das eine wässrige
oder biologische Flüssigkeit
aufnimmt, und quillt, um die Arzneistoffzusammensetzung durch den
Austritt der Vorrichtung zu drücken.
Ein Polymer mit geeigneten Aufnahmeeigenschaften kann hier als Osmopolymer
bezeichnet werden. Die Osmopolymere sind quellbare, hydrophile Polymere, die
mit Wasser und wässrigen
biologischen Flüssigkeiten
Wechselwirken und auf einen hohen Grad, der typischerweise eine
2- bis 50-fache Volumenzunahme zeigt, quellen oder sich ausdehnen.
Die Osmopolymere können
unvernetzt oder vernetzt sein, sind jedoch in einer bevorzugten
Ausführungsform
zumindest leicht vernetzt, um ein Polymernetzwerk zu bilden, das
zu groß und
zu verwickelt ist, um aus der Dosierungsform austreten zu können. Folglich
wird in einer bevorzugten Ausführungsform
die dehnbare Zusammensetzung in der Dosierungsform während ihrer
Betriebslebenszeit zurückgehalten.
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Repräsentative
flüssigkeitsaufnehmende Verdrängungspolymere
umfassen Vertreter, ausgewählt
aus Poly(alkylenoxid) mit einem Zahlenmittel des Molekulargewichts
von 1 Million bis 15 Millionen, wie repräsentiert durch Poly(ethylenoxid),
und Poly(alkalicarboxymethylcellulose) mit einem Zahlenmittel des
Molekulargewichts von 500 000 bis 3 500 000, wobei das Alkali Natrium,
Kalium oder Lithium ist. Beispiele für zusätzliche Polymere zur Formulierung
der Druckschichtzusammensetzung umfassen Osmopolymere, die Hydrogele
bilden, wie Säurecarboxypolymer
mit der Bezeichnung Carbopol
®, ein Acrylpolymer, vernetzt
mit einer Polyallylsaccharose, auch bekannt als Carboxypolymethylen,
und Carboxyvinylpolymer mit einem Molekulargewicht von 250 000 bis
4 000 000; Polyacrylamide mit der Bezeichnung Cyanamer
®; vernetzte,
wasserquellbare Indenmaleinsäureanhydridpolymere;
Polyacrylsäure
mit der Bezeichnung Good-rite
® mit einem Molekulargewicht
von 80 000 bis 200 000; Acrylatpolymerpolysaccharide mit der Bezeichnung
Aqua-Keeps
®,
zusammengesetzt aus kondensierten Glucoseeinheiten, wie diestervernetztes
Polygluran; und dergleichen. Repräsentative Polymere, die Hydrogele
bilden, sind auf dem Fachgebiet aus der
US-Patentschrift Nr. 3,865,108 , erteilt
an Hartop; der
US-Patentschrift
Nr. 4,002,173 , erteilt an Manning; der
US-Patentschrift Nr. 4,207,893 , erteilt
an Micha els; und dem Handbook of Common Polymers, Scott und Roff,
Chemical Rubber Co., Cleveland, OH, bekannt.
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Geeignete
Osmagenzien, auch bekannt als osmotische gelöste Stoffe und osmotisch wirksame Mittel,
die in der ersten Arzneistoffschicht und in der Druckschicht in
der Dosierungsform zu finden sind, sind diejenigen, die über die
Wand 20 ein Gefälle
in der osmotischen Aktivität
zeigen. Geeignete Osmagenzien umfassen einen Vertreter, ausgewählt aus der
Gruppe, bestehend aus Natriumchlorid, Kaliumchlorid, Lithiumchlorid,
Magnesiumsulfat, Magnesiumchlorid, Kaliumsulfat, Natriumsulfat,
Lithiumsulfat, saurem Kaliumphosphat, Mannit, Harnstoff, Inosit, Magnesiumsuccinat,
Weinsäure,
Raffinose, Saccharose, Glukose, Laktose, Sorbit, anorganischen Salzen,
organischen Salzen und Kohlenhydraten.
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Beispielhafte
Lösungsmittel,
die zur Fertigung der Dosierungsformkomponenten geeignet sind, umfassen
wässrige
oder inerte organische Lösungsmittel,
die die im System verwendeten Materialien nicht nachteilig schädigen. Die
Lösungsmittel schließen allgemein
Vertreter, ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus wässrigen
Lösungsmitteln, Alkoholen,
Ketonen, Estern, Ethern, aliphatischen Kohlenwasserstoffen, halogenierten
Lösungsmitteln, cycloaliphatischen
Verbindungen, aromatischen Verbindungen, heterocyclischen Lösungsmitteln
und Gemischen davon, ein. Typische Lösungsmittel schließen Aceton,
Diacetonalkohol, Methanol, Ethanol, Isopropylalkohol, Butylalkohol,
Methylacetat, Ethylacetat, Isopropylacetat, n-Butylacetat, Methylisobutylketon,
Methylpropylketon, n-Hexan, n-Heptan, Ethylenglycolmonoethylether,
Ethylenglycolmonoethylacetat, Methylendichlorid, Ethylendichlorid, Propylendichlorid,
Kohlenstofftetrachloridnitroethan, Nitropropantetrachlorethan, Ethylether,
Isopropylether, Cyclohexan, Cyclooctan, Benzol, Toluol, Naphtha,
1,4-Dioxan, Tetrahydro furan, Diglyme, Wasser, wässrige Lösungsmittel, enthaltend anorganische Salze,
wie Natriumchlorid, Calciumchlorid und dergleichen, und Gemische
davon, wie Aceton und Wasser, Aceton und Methanol, Aceton und Ethylalkohol, Methylendichlorid
und Methanol, und Ethylendichlorid und Methanol, ein.
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3 veranschaulicht
eine andere Ausführungsform,
die eine optionale dritte Sperrschicht-Komponente 55 einschließt, die
die zweite Arzneistoffschicht-Komponente 40 von der Druckschicht 50 trennt. 3 veranschaulicht
auch eine Dosierungsform 10, die eine Innenwand 90 einschließt.
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3 veranschaulicht
die bevorzugte Ausführungsform
der Dosierungsform 10, die eine Schutzinnenwand oder Grundschicht 90 und
eine optionale dritte Sperrschicht-Komponente 55, die die zweite Arzneistoffschicht-Komponente 40 von
der Druckschicht 50 trennt, einschließt.
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Die
Zusammensetzung der Sperrschicht 55 ist in Bezug auf die
Zusammensetzung der zweiten Arzneistoffschicht-Komponente 40 inert und im
Wesentlichen derart undurchlässig;
derart, dass der Arzneistoff aus der Arzneistoffschicht 40 und
die Komponenten der Druckschicht 50 am Mischen gehindert werden.
Geeignete Materialien schließen
wasserunlösliche
Polymere, Fette, Fettsäuren
und Fettsäureester,
die bei Umgebungs- und Körpertemperatur Feststoffe
sind, und Wachse ein. Repräsentative wasserunlösliche Polymere
schließen
Ethylcellulose, Celluloseacetat, Polyvinylchlorid, Copolymere von Polyethylen
und Vinylacetat, Poly(methylmethacrylat), Acrylpolymere wie Edragit® L
oder Eudragit® R,
Polycaprolacton, Poly(milch-co-glycol)säure-Polymere(poly(lactic-co-glycolic)
acid polymers; PLGA), Polyethylen mit hoher Dichte, Kautschuk, Styrolbutadien,
Polysilicon, Nylon, Polystyrol, Polytetrafluorethylen und halogenierte
Polymere ein. Repräsenta tive
Wachse schließen
Paraffinwachs und Bienenwachs ein. Repräsentative Fette, Fettsäuren und
Fettsäureester
schließen
langkettige C16-C24-Fettsäuren, Ester
von derartigen langkettigen Fettsäuren, wie Stearinsäure und Ölsäure, und
Gemische der Vorstehenden, ein. Gemische der vorstehend beschriebenen
Materialien können
verwendet werden, z. B. ein Gemisch aus Ethylcellulose und Stearinsäure, was
gegenwärtig
bevorzugt ist.
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Die
Schutzgrundschicht 90 ist für den Durchgang von Magenflüssigkeit,
der in die durch die Wand 20 definierte Abteilung eintritt,
durchlässig
und stellt eine Schutzfunktion bereit, die den Abbau von Paliperidon
unter Stressbedingungen reduziert.
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Die
Innenwand 90 stellt ferner eine Schmierfunktion bereit,
die die Bewegung der ersten Arzneistoffschicht 30, der
zweiten Arzneistoffschicht 40 und der Druckschicht 50 zum
Austritt 60 erleichtert. Die Innenwand 90 kann
aus hydrophilen Materialien und Exzipienten gebildet sein. Die Außenwand 20 ist halbdurchlässig, wodurch
es ermöglicht
wird, dass Magenflüssigkeit
in die Abteilung eintritt, jedoch der Durchgang der Materialien,
die den Kern in der Abteilung umfassen, verhindert wird. Die abgebbare
Arzneistoffformulierung wird, wie vorstehend in Bezug auf die Ausführungsform
von 3 beschrieben, aus Austritt 60 freigesetzt.
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7 veranschaulicht
potenzielle Abbauwege für
Paliperidon unter Stressbedingungen. Die Grundschicht 90 stellt
ein Mittel zum Reduzieren dieses potenziellen Abbaus bereit.
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Die
Innenwand 90 kann aus hydrophilen Materialien und Exzipienten
gebildet sein. Die Wand 20 ist halbdurchläs sig, wodurch
ermöglicht
wird, dass Magebflüssigkeit
in die Abteilung eintritt, ist jedoch im Wesentlichen für den Durchgang
von Materialien, die den Kern in der Abteilung umfassen, undurchlässig. Die
abgebbare Arzneistoffformulierung wird, wie vorstehend in Bezug
auf die Ausführungsform
von 3 beschrieben, aus Austritt 60 freigesetzt.
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Die
Innenwand 90 befindet sich zumindest zwischen den Arzneistoffschichten 30 und 40 und
der Wand 20, um den Abbau des Wirkstoffs der Arzneistoffschicht 30 und
der Arzneistoffschicht 40 zu reduzieren. Die Innenwand 90 fördert die
Stabilität
der Arzneistoffzusammensetzung.
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Die
Innenwand 90 reduziert auch die Reibung zwischen der äußeren Oberfläche der
Arzneistoffschicht 30 und der Arzneistoffschicht 40,
und der inneren Oberfläche
der Wand 20. Die Innenwand 90 fördert die
Freisetzung der Arzneistoffzusammensetzung aus der Abteilung und
reduziert die Menge an restlicher Arzneistoffzusammensetzung, die
in der Abteilung am Ende der Abgabedauer zurückbleibt, insbesondere, wenn
die Aufschlämmung,
Suspension oder Lösung
der Arzneistoffzusammensetzung, die abgegeben wird, während der
Zeitdauer, in welcher sie abgegeben wird, hochviskos ist. In Dosierungsformen,
in welchen eine hohe Arzneistoffbeladung, d. h. 40% oder mehr Wirkstoff
in der Arzneistoffschicht auf der Basis des Gesamtgewichts der Arzneistoffschicht,
und keine Innenwand vorliegt, wurde beobachtet, dass beträchtliche
Restmengen an Arzneistoff in der Vorrichtung nach Beendigung der
Abgabedauer zurückbleiben
können.
In einigen Fällen
können
Mengen von 20% oder mehr in der Dosierungsform am Ende einer vierundzwanzigstündigen Dauer
beim Testen in einem Freisetzungsraten-Assay zurückbleiben.
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Die
Innenwand 90 ist als Innenschicht aus einem flussfördernden
Mittel, d. h. einem Mittel, das die Reibungskraft zwischen der Außenwand 20 und
der äußeren Oberfläche der
Arzneistoffschicht 40 senkt, gebildet. Die Innenwand 90 scheint
die Reibungskräfte
zwischen der Außenwand 20 und
der äußeren Oberfläche der
Arzneistoffschicht 30 und der Arzneistoffschicht 40 zu
reduzieren, wodurch eine vollständigere
Abgabe des Arzneistoffs aus der Vorrichtung ermöglicht wird. Besonders im Falle
von Wirkverbindungen mit hohen Kosten, stellt eine derartige Verbesserung
wesentliche wirtschaftliche Vorteile dar, da es nicht nötig ist,
die Arzneistoffschicht mit überschüssigem Arzneistoff
zu beladen, um zu gewährleisten,
dass die erforderliche Mindestmenge an Arzneistoff abgegeben wird.
Die Innenwand 90 kann als Beschichtung gebildet werden,
die über
den gepressten Kern aufgebracht wird.
-
Die
Innenwand 90 ist ferner durch ein Schutzmittel, d. h. ein
Mittel, das den Abbau von Paliperidon in der Arzneistoffschicht 30 und
der Arzneistoffschicht 40 reduziert, gekennzeichnet. Besonders im
Falle von Wirkverbindungen mit hohen Kosten stellt eine derartige
Verbesserung wesentliche wirtschaftliche Vorteile dar. Die Innenwand 90 kann
als Beschichtung gebildet werden, die über den gepressten Kern aufgebracht
ist.
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Die
Innenwand 90 kann typischerweise 0,01 bis 5 mm dick, typischer
0,5 bis 5 mm dick sein, und sie umfasst einen Vertreter, ausgewählt aus
Hydrogelen, Gelatine, Polyethylenoxiden mit niedrigem Molekulargewicht,
z. B. einem MG von weniger als 100 000, Hydroxyalkylcellulosen,
z. B. Hydroxyethylcellulose, Hydroxypropylcellulose, Hydroxyisopropylcellulose,
Hydroxybutylcellulose, und Hydroxyphenylcellulose, und Hydroxyalkylalkylcellulosen,
z. B. Hydroxypropylmethylcellulose, und Gemischen davon. Die Hydroxyalkylcellulosen
umfassen Polymere mit einem Zahlenmittel des Molekulargewichts von
9 500 bis 1 250 000. Zum Beispiel sind Hydroxypropylcellulosen mit
einem Zahlenmittel des Molekulargewichts zwischen 80 000 und 850
000 nützlich.
Die Innenwand kann aus herkömmlichen
Lösungen
oder Suspensionen der vorstehend erwähnten Materialien in wässrigen
Lösungsmitteln
oder inerten organischen Lösungsmitteln
hergestellt werden.
-
Bevorzugte
Materialien für
die Innenwand schließen
Hydroxypropylcellulose, Hydroxyethylcellulose, Hydroxypropylmethylcellulose,
Povidon[poly(vinylpyrrolidon)], Polyethylenglycol und Gemische davon
ein.
-
Besonders
bevorzugt sind Gemische von Hydroxypropylcellulose und Povidon,
die in organischen Lösungsmitteln,
insbesondere organischen polaren Lösungsmitteln, wie Niedalkanolen
mit 1–8 Kohlenstoffatomen,
vorzugsweise Ethanol hergestellt werden, Gemische von Hydroxyethylcellulose und
Hydroxypropylmethylcellulose, die in wässriger Lösung hergestellt werden, und
Gemische von Hydroxyethylcellulose und Polyethylenglycol, die in wässriger
Lösung
hergestellt werden. Besonders bevorzugt umfasst die Innenwand ein
Gemisch aus Hydroxypropylcellulose und Providon, das in Ethanol hergestellt
wird.
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Es
ist bevorzugt, dass die Innenwand 90 zwischen etwa 50%
und etwa 90% Hydroxypropylcellulose, bezeichnet als EF mit einem
mittleren Molekulargewicht von etwa 80 000, und zwischen 10% und etwa
50% Polyvinylpyrrolidon, bezeichnet als K29-32, umfasst.
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Günstigerweise
kann das Gewicht der Innenwand, die auf den gepressten Kern aufgebracht
ist, mit der Dicke der Innenwand und dem restlichen Arzneistoff,
der in der Dosierungsform in einem wie hier beschriebenen Freisetzungsraten-Assay übrig geblieben
ist, in Beziehung gesetzt werden. Als solche kann die Dicke der
Innenwand während
der Fertigungsvorgänge
durch Steuern des Gewichts der Innenwand, das beim Beschichtungsvorgang
aufgenommen wird, gesteuert werden.
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Wird
die Innenwand 90 als Grundschicht, d. h. durch Auftragen
auf das tablettierte Komposit, einschließlich einer oder aller der
ersten Arzneistoffschicht, der zweiten Arzneistoffschicht und der Druckschicht,
gebildet, kann die Innenwand Oberflächenunregelmäßigkeiten,
die auf dem Kern durch den Tablettiervorgang gebildet werden, auffüllen. Die erhaltene
glatte äußere Oberfläche erleichtert
ein Gleiten zwischen dem beschichteten Kompositkern und der halbdurchlässigen Wand
während
des Abgebens des Arzneistoffs, was zu einer geringeren Menge an
restlicher Arzneistoffzusammensetzung, die in der Vorrichtung am
Ende der Dosierungsdauer zurückbleibt,
führt.
Wird die Innenwand 90 aus einem gelbildenden Material gefertigt,
erleichtert ein Kontakt mit Wasser in der Verwendungsumgebung die Bildung
des Gels oder der gelartigen Innenschicht mit einer Viskosität, die ein
Gleiten zwischen der Außenwand 20 und
der Arzneistoffschicht 30 und der Arzneistoffschicht 40 fördern und
verbessern kann.
-
Es
zeigte sich auch, dass die Grundschicht 90 den Abbau des
Paliperidons während
des Stabilitätstestens
reduziert und die Lagerzeit der erhaltenen Formulierung verbessern
und verlängern
könnte.
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Die 8, 9A und 9B veranschaulichen
die erhöhte
Stabilität
von Paliperidon in den Dosierungsformen, die die Schutzgrundschicht
einbeziehen, verglichen mit Dosierungsformen, die keine Schutzgrundschicht
einbeziehen.
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Pfannenbeschichten
kann günstigerweise verwendet
werden, um die fertige Dosierungsform, mit Ausnahme der Austrittsöffnung,
bereitzustellen. Im Pfannenbeschichtungssystem wird die wandbildende
Zusammensetzung für
die Innenwand oder die Außenwand,
je nachdem, durch aufeinander folgendes Sprühen der entsprechenden Wandzusammensetzung
auf den gepressten dreischichtigen oder mehrschichtigen Kern, der
die Arzneischichten, die optionale Sperrschicht und Druckschicht
umfasst, begleitet von Umwirbeln in einer sich drehenden Pfanne,
abgeschieden. Ein Pfannenbeschichter wird aufgrund seiner Verfügbarkeit
im kommerziellen Maßstab
verwendet. Andere Techniken können
zum Beschichten des gepressten Kerns verwendet werden. Nach dem
Beschichten wird die Wand in einem Gebläseofen oder in einem temperatur-
und feuchtigkeitsgesteuerten Ofen getrocknet, um die Dosierungsform
von Lösungsmittel(n),
das (die) bei der Fertigung verwendet wurde(n), zu befreien. Die Trocknungsbedingungen
werden günstigerweise
auf der Basis der verfügbaren
Anlagen, Umgebungsbedingungen, Lösungsmittel,
Beschichtungen, Beschichtungsdicken und dergleichen ausgewählt.
-
Andere
Beschichtungstechniken können ebenfalls
eingesetzt werden. Zum Beispiel kann die Wand oder können die
Wände der
Dosierungsform in einer Technik unter Verwendung einer Luftsuspensionsvorgehensweise
gebildet werden. Diese Vorgehensweise besteht aus dem Suspendieren
und Umwirbeln des gepressten Kerns in einem Luftstrom und der halbdurchlässigen wandbildenden
Zusammensetzung, bis die Wand auf den Kern aufgebracht ist. Die
Luftsuspensionsvorgehensweise ist zum unabhängigen Bilden der Wand der
Dosierungsform gut geeignet. Die Luftsuspensionsvorgehensweise ist
in der
US-Patentschrift Nr. 2,799,241 ;
in
J. Am. Pharm. Assoc., Bd.
48, S.
451-459 (1959);
und ebenso, Bd. 49, S. 82–84
(1960), beschrieben. Die Dosierungsform kann auch mit einem Wurster
®-Luftsuspensionsbeschichter
unter Verwendung z. B. von Methylendichloridmethanol als Verschnittmittel
für das
wandbildende Material beschichtet werden. Ein Luftsuspensionsbeschichter
mit der Bezeichnung Aeromatic
® kann unter Einsatz eines
Verschnittmittels verwendet werden.
-
Erfindungsgemäße Dosierungsformen
werden durch Standardtechniken gefertigt. Zum Beispiel kann die
Dosierungsform durch die Nassgranulierungstechnik gefertigt werden.
Bei der Nassgranulierungstechnik werden der Arzneistoff und der
Träger unter
Verwendung eines organischen Lösungsmittels,
wie von denaturiertem wasserfreiem Ethanol, als Granulierungsflüssigkeit
gemischt. Die übrigen Inhaltsstoffe
können
in einem Teil der Granulierungsflüssigkeit, wie des vorstehend
beschriebenen Lösungsmittels,
gelöst
werden, und diese letztere vorbereitete Nassmischung wird langsam
der Arzneistoffmischung unter kontinuierlichem Mischen im Mischer
zugesetzt. Die Granulierungsflüssigkeit
wird zugesetzt, bis eine Nassmischung hergestellt ist, wobei die
Nassmischungsmasse dann durch ein vorbestimmtes Sieb auf Ofenblechen
gezwängt
wird. Die Mischung wird für
eine Dauer von 18 bis 24 Stunden bei 24°C bis 35°C in einem Gebläseofen getrocknet. Das
getrocknete Granulat wird dann nach Größe getrennt. Als Nächstes wird
Magnesiumstearat oder ein anderes geeignetes Schmiermittel der Arzneistoffgranulierung
zugesetzt, und die Granulierung wird in Mahlkugeln gegeben und auf
einer Kugelmühle
für eine
Dauer von 10 Minuten gemischt. Die Zusammensetzung wird z. B. in
einer Manesty®-Presse
oder einer Korsch-LCT-Presse zu einer Schicht gepresst. Für einen
dreischichtigen Kern wird Granulat oder Pulver der Arzneistoffschichtzusammensetzungen und
Druckschichtzusammensetzung aufeinander folgend in ein geeignet
bemessenes Formwerkzeug gegeben, wobei Zwischenpressschritte auf
jede der ersten zwei Schichten angewandt werden, gefolgt von einem
Endpressschritt, nach Zugabe der letzten Schicht zu der Matrize
unter Bildung des dreischichtigen Kerns. Die Zwischenpressung findet
typischerweise unter einer Kraft von etwa 50–100 Newton statt. Die Endstufenpressung
findet typischerweise bei einer Kraft von 3500 Newton oder mehr,
häufig 3500–5000 Newton,
statt. Die gepressten Kerne werden einer Trockenbeschichtungspresse,
z. B. einer Trockenbeschichtungspresse mit der Bezeichnung Kilian® zugeführt und
anschließend
mit den wie vorstehend beschriebenen Wandmaterialien beschichtet.
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Eine
oder mehrere Austrittsöffnungen
werden in das Arzneistoffschichtende der Dosierungsform gebohrt,
und wahlweise können
wasserlösliche Überzüge, die
gefärbt
(z. B. gefärbte
Opadry-Beschichtungen) oder klar (z. B. Opadry Clear) sein können, auf
die Dosierungsform aufgetragen werden, um die fertige Dosierungsform
bereitzustellen.
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Bei
einer anderen Fertigung werden der Arzneistoff und andere die Arzneistoffschicht
umfassende Inhaltsstoffe gemischt und zu einer festen Schicht gepresst.
Die Schicht weist Maße
auf, die den Innenmaßen
der Fläche,
die die Schicht in der Dosierungsform einnehmen soll, entsprechen,
und weist auch Maße
auf, die der Druckschicht, falls eingeschlossen, zum Bilden einer
Kontaktierungsanordnung damit entsprechen. Der Arzneistoff und andere
Inhaltsstoffe können
auch mit einem Lösungsmittel
gemischt werden und in eine feste oder halbfeste Form durch herkömmliche
Verfahren, wie Kugelmahlen, Kalandrieren, Rühren oder Walzen, gemischt
werden und dann zu einer vorher ausgewählten Gestalt gepresst werden.
Als Nächstes
wird, falls eingeschlossen, eine Schicht aus einer Osmopolymerzusammensetzung
mit der Arzneistoffschicht in einer ähnlichen Weise in Kontakt gebracht.
Der Schichtaufbau der Arzneistoffformulierung und der Osmopoly merschicht
kann durch herkömmliche
Zweischicht-Presstechniken gefertigt werden. Eine analoge Vorgehensweise
verfolgt die Herstellung des dreischichtigen Kerns. Die gepressten
Kerne können dann
mit dem Innenwandmaterial und dem halbdurchlässigen Wandmaterial, wie vorstehend
beschrieben, beschichtet werden.
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Ein
anderes Fertigungsverfahren, das verwendet werden kann, umfasst
das Mischen der pulverförmigen
Inhaltsstoffe für
jede Schicht in einem Wirbelbettgranulator. Nachdem die pulverförmigen Inhaltsstoffe
im Granulator trocken gemischt wurden, wird eine Granulierungsflüssigkeit,
z. B. Poly(vinylpyrrolidon) in Wasser, auf die Pulver gesprüht. Die beschichteten
Pulver werden dann im Granulator getrocknet. Dieses Verfahren granuliert
sämtliche
darin vorliegenden Inhaltsstoffe, während die Granulierungsflüssigkeit
zugesetzt wird. Nachdem das Granulat trocken ist, wird ein Schmiermittel,
wie Stearinsäure
oder Magnesiumstearat, unter Verwendung eines Mischers, z. B. eines
V-Mischers oder Tote-Mischers, in das Granulat gemischt. Das Granulat wird
dann in der vorstehend beschriebenen Weise gepresst.
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Die
Dosierungsform der Erfindung wird mit mindestens einem Austritt 60 versehen.
Der Austritt 60 arbeitet mit dem gepressten Kern für die gleichförmige Freisetzung
des Arzneistoffs aus der Dosierungsform zusammen. Der Austritt kann
während
der Fertigung der Dosierungsform oder während der Arzneistoffabgabe
durch die Dosierungsform in einer flüssigen Verwendungsumgebung
bereitgestellt werden.
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Der
Austritt 60 kann eine Öffnung
einschließen,
die aus einer Substanz oder einem Polymer geformt wird oder geformt
werden kann, das aus der Außenwand
erodiert, sich daraus löst
oder heraussickert, um dadurch eine Austrittsöffnung zu bilden. Die Substanz
oder das Polymer kann z. B. eine erodierbare Poly(glycol)säure oder
Poly(milch)säure;
ein gelatinartiges Filament; einen wasserentfernbaren Poly(vinylalkohol);
eine auslaugbare Verbindung, wie einen flüssigkeitsentfernbaren Porenbildner,
ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus anorganischem und organischem Salz,
Oxid und Kohlenhydrat, in der halbdurchlässigen Wand einschließen.
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Ein
Austritt, oder eine Vielzahl an Austritten, kann durch Durchsickern
eines Elements, ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus Sorbit, Laktose, Fruktose, Glukose,
Mannose, Galaktose, Talose, Natriumchlorid, Kaliumchlorid, Natriumcitrat
und Mannit, zum Bereitstellen einer einer für eine gleichförmige Freisetzung
bemessenen Porenaustrittsöffnung
gebildet werden.
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Der
Austritt kann jede beliebige Form, wie rund, dreieckig, quadratisch,
elliptisch und dergleichen, für
die gleichförmig
abgemessene Dosisfreisetzung eines Arzneistoffs aus der Dosierungsform
aufweisen.
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Die
Dosierungsform kann mit einem oder mehreren Austritten in voneinander
beabstandeter Beziehung oder in einer oder mehreren Oberflächen der
Dosierungsform konstruiert sein.
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Das
Bohren, einschließend
mechanisches und Laserbohren, durch die halbdurchlässige Wand kann
zum Bilden der Austrittsöffnung
verwendet werden. Derartige Austritte und Anlagen zum Bilden derartiger
Austritte sind in der
US-Patentschrift Nr. 3,916,899 ,
von Theeuwes und Higuchi, und in der
US-Patentschrift
Nr. 4,088,864 , von Theeuwes, et al., of fenbart. Es ist
gegenwärtig
bevorzugt, zwei Austritte mit gleichem Durchmesser zu verwenden.
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Dosierungsformen
dieser Erfindung zeigen eine Dauerfreisetzung des Arzneistoffs über eine kontinuierliche
Zeitdauer, die eine längere
Zeitdauer einschließt,
in welcher der Arzneistoff mit einer ansteigenden Freisetzungsrate,
wie bestimmt in einem wie hier beschriebenen Standardfreisetzungsraten-Assay,
freigesetzt wird. Beim Verabreichen an einen Probanden stellen die
Dosierungsformen der Erfindung im Wesentlichen ansteigende Blutplasmaarzneistoffkonzentrationen
im Probanden bereit, die über
eine längere
Zeitdauer weniger schwankend sind, als diejenigen, die mit Dosierungsformen
mit sofortiger Freisetzung erhalten werden. Werden die Dosierungsformen
dieser Erfindung auf einer kontinuierlichen einmal täglichen
Basis verabreicht, stellen die Dosierungsformen der Erfindung therapeutisch
wirksame ansteigende Plasmaarzneistoffkonzentrationen bereit, während gleichzeitig
Plasmaarzneistoffspitzenkonzentrationen im stationären Zustand
bereitgestellt werden, die zu einem späteren Zeitpunkt nach der Dosisverabreichung
eintreten und eine geringere Größenordnung
als die Plasmaarzneistoffspitzenkonzentrationen im stationären Zustand
aufweisen, die nach einer zwei- oder dreimal täglichen Verabreichung einer
Dosierungsform mit sofortiger Freisetzung eintreten.
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Die
Durchführung
der vorstehenden Verfahren der einmal täglichen oralen Verabreichung
einer Dosierungsform an einen Probanden ist bevorzugt. Andere Erkrankungszustände und
Zustände,
die sich dahin gehend manifestieren können oder diagnostiziert werden
können,
dass sie ein Antipsychotikum erfordern, können mit den Paliperidon-Dosierungsformen
und Verfahren der Erfindung behandelt werden. Außerdem können andere Erkrankungszustände und
Zustände,
die sich in Verbindung mit Depression oder Ängstlichkeit manifestieren
oder nicht manifestieren können,
die aber auf eine Behandlung mit Paliperidon ansprechen können, ebenfalls
mit den Dosierungsformen und Verfahren der Erfindung behandelt werden.
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Bevorzugte
Verfahren zur Fertigung von Dosierungsformen der vorliegenden Erfindung
sind nachstehend allgemein beschrieben. Alle Prozentanteile beziehen
sich, wenn nicht anders angegeben, auf das Gewicht.
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BEISPIEL 1
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Kapselförmige Paliperidon-Tablette,
dreischichtig, 1,9 mg System
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Eine
Dosierungsform, angepasst, vorgesehen und geformt als osmotische
Arzneistoffabgabevorrichtung, wird wie folgt hergestellt: 100 g
Paliperidon, 7345 g Polyethylenoxid mit einem mittleren Molekulargewicht
von 200 000 und 200 g Natriumchlorid, USP, werden einer Wirbelbettgranulatorschüssel zugegeben.
Als Nächstes
wird eine Bindemittellösung
durch Lösen
von 800 g Hydroxypropylmethylcellulose, bezeichnet als 2910, mit
einer mittleren Viskosität
von 5 cps in 9 200 g Wasser hergestellt. Die trockenen Materialien
werden durch Besprühen mit
6750 g Bindemittellösung
im Wirbelbett granuliert. Als Nächstes
wird die nasse Granulierung im Granulator auf einen akzeptablen
Feuchtigkeitsgehalt getrocknet und unter Verwendung des Leitens durch
ein 7-Maschen-Sieb der Größe nach
getrennt. Als Nächstes
wird die Granulierung in einen Mischer überführt und mit 5 g butyliertem
Hydroxytoluol als Antioxidationsmittel gemischt und mit 50 g Stearinsäure geschmiert.
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Als
Nächstes
wird eine zweite Arzneistoffabteilungszusammensetzung wie folgt
hergestellt: 280 g Paliperidon und 9165 g Polyethylenoxid mit einem mittleren
Molekulargewicht von 200 000 werden einer Wirbelbettgranulatorschüssel zugesetzt.
Als Nächstes
wird eine Bindemittellösung
durch Lösen von
800 g Hydroxypropylmethylcellulose, bezeichnet als 2910, mit einer
mittleren Viskosität
von 5 cps in 9200 g Wasser hergestellt. Die trockenen Materialien werden
durch Besprühen
mit 6750 g Bindemittellösung
im Wirbelbett granuliert. Als Nächstes
wird die nasse Granulierung im Granulator auf einen akzeptablen
Feuchtigkeitsgehalt getrocknet und unter Verwendung des Leitens
durch ein 7-Maschen-Sieb der Größe nach
getrennt. Als Nächstes
wird die Granulierung in einen Mischer überführt und mit 5 g butyliertem
Hydroxytoluol als Antioxidationsmittel gemischt und mit 50 g Stearinsäure geschmiert.
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Als
Nächstes
wird eine Druckzusammensetzung wie folgt hergestellt: Zuerst wird
eine Bindemittellösung
hergestellt. 15,6 kg Polyvinylpyrrolidon, bezeichnet als K29-32,
mit einem mittleren Molekulargewicht von 40 000, werden in 104,4
kg Wasser gelöst.
Dann werden 24 kg Natriumchlorid und 1,2 kg Eisen(II)oxid unter
Verwendung einer Quadro-Co-Mühle
mit einem 21-Maschen-Sieb der Größe nach
getrennt. Dann werden die gesiebten Materialien und 88,44 kg Polyethylenoxid
(Molekulargewicht ungefähr
7 000 000) einer Wirbelbettgranulatorschüssel zugesetzt. Die trockenen
Materialien werden aufgewirbelt und gemischt, während 46,2 kg Bindemittellösung aus
3 Düsen
auf das Pulver gesprüht
werden. Die Granulierung wird in der Wirbelbettkammer auf einen
akzeptablen Feuchtigkeitsgehalt getrocknet. Das beschichtete Granulat
wird unter Verwendung einer Fluid-Air-Mühle mit einem 7-Maschen-Sieb
der Größe nach
getrennt. Die Granulierung wird in einen Tote-Umwirbeler überführt, mit 15 g butyliertem Hydroxytoluol
gemischt und mit 294 g Magnesiumstearat geschmiert.
-
Als
Nächstes
werden die Paliperidon-Arzneistoffzusammensetzungen
für die
erste und die zweite Abteilung und die Druckzusammensetzung zu dreischichtigen
Tabletten gepresst. Zuerst werden 50 mg der Paliperidonzusammensetzung
der Abteilung Eins zu dem Formwerkzeughohlraum zugesetzt und vorgepresst,
dann werden 50 mg der Paliperidonzusammensetzung der Abteilung Zwei
zu dem Formwerkzeughohlraum zugesetzt und vorgepresst, dann werden
110 mg der Druckzusammensetzung zugesetzt, und die Schichten werden
zu einer länglichen,
tief konkaven, dreischichtigen Anordnung mit einem Durchmesser von
3/16'' (4,8 mm) gepresst.
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Die
dreischichtigen Anordnungen werden mit einem Grundschichtlaminat
beschichtet. Die wandbildende Zusammensetzung umfasst 70% Hydroxypropylcellulose,
bezeichnet als EF, mit einem mittleren Molekulargewicht von 80 000,
und 30% Polyvinylpyrrolidon, bezeichnet als K29-32, mit einem mittleren Molekulargewicht
von 40 000. Die wandbildende Zusammensetzung wird in wasserfreiem
Ethylalkohol gelöst,
um eine Lösung
mit 8% Feststoffen herzustellen. Die wandbildende Zusammensetzung
wird auf und um die zweischichtigen Anordnungen in einem Pfannenbeschichter
gesprüht,
bis ungefähr
20 mg Laminat auf jede Tablette aufgebracht sind.
-
Die
dreischichtigen Anordnungen werden mit einer halbdurchlässigen Wand
beschichtet. Die wandbildende Zusammensetzung umfasst 99% Celluloseacetat
mit einem Acetylgehalt von 39,8% und 1% Polyethylenglycol, umfassend
ein viskositätsgemitteltes
Molekulargewicht von 3350. Die wandbildende Zusammensetzung wird
in einem Verschnittmittel aus Aceton:Wasser (95:5 G/G) gelöst, um eine Lösung mit
5% Feststoffen herzustellen. Die wandbildende Zusammensetzung wird
auf und um die zweischichtigen Anordnungen in einem Pfannenbe schichter
gesprüht,
bis ungefähr
45 mg Membran auf jede Tablette aufgebracht sind.
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Als
Nächstes
werden zwei Austrittsdurchgangswege mit 25 mil (0,6 mm) durch die
halbdurchlässige
Wand mittels eines Lasers gebohrt, um die Arzneistoffschicht mit
dem Äußeren des
Dosierungssystems zu verbinden. Das restliche Lösungsmittel wird durch Trocknen
für eine
Dauer von 144 Stunden bei 45°C
und 45% Luftfeuchte entfernt. Nach dem Bohren werden die osmotischen
Systeme für
eine Dauer von 4 Stunden bei 45°C
getrocknet, um überschüssige Feuchtigkeit
zu entfernen.
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Die
durch diese Fertigung hergestellte Dosierungsform ist dazu bestimmt,
1,9 mg Paliperidon in einem ansteigenden Abgabemuster aus zwei arzneistoffhaltigen
Kernen abzugeben. Der erste Kern enthält 1% Paliperidon, 73,45% Polyethylenoxid
mit einem Molekulargewicht von 200 000, 20% Natriumchlorid, USP,
5% Hydroxypropylmethylcellulose mit einer mittleren Viskosität von 5
cps, 0,05% butyliertes Hydroxytoluol und 0,5% Stearinsäure. Der
zweite Arzneistoffkern enthält
2,8% Paliperidon, 91,65% Polyethylenoxid mit einem Molekulargewicht
von 200 000, 5% Hydroxypropylmethylcellulose mit einer mittleren
Viskosität
von 5 cps, 0,05% butyliertes Hydroxytoluol und 0,5% Stearinsäure. Die
Druckzusammensetzung ist aus 73,7% Polyethylenoxid, umfassend ein
Molekulargewicht von 7 000 000, 20% Natriumchlorid, 5% Polyvinylpyrrolidon
mit einem mittleren Molekulargewicht von 40 000, 1% Eisen(II)oxid, 0,05%
butyliertem Hydroxytoluol und 0,25% Magnesiumstearat zusammengesetzt.
Die halbdurchlässige Wand
ist aus 99% Celluloseacetat mit einem Acetylgehalt von 39,8% und
1% Polyethylenglycol zusammengesetzt. Die Dosierungsform umfasst
zwei Durchgangswege mit 25 mil (0,6 mm) von der Mitte der Arzneistoffseite.
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BEISPIEL 2
-
Kapselförmige Paliperidon-Tablette,
dreischichtig, 0,5 mg System
-
Eine
Dosierungsform, angepasst, vorgesehen und geformt als osmotische
Arzneistoffabgabevorrichtung, wird wie folgt hergestellt: 25 g Paliperidon,
7420 g Polyethylenoxid mit einem mittleren Molekulargewicht von
200 000 und 200 g Natriumchlorid, USP, werden einer Wirbelbettgranulatorschüssel zugegeben.
Als Nächstes
wird eine Bindemittellösung
durch Lösen
von 800 g Hydroxypropylmethylcellulose, bezeihnet als 2910, mit
einer mittleren Viskosität
von 5 cps in 9 200 g Wasser hergestellt. Die trockenen Materialien
werden durch Besprühen
mit 6750 g Bindemittellösung
im Wirbelbett granuliert. Als Nächstes
wird die nasse Granulierung im Granulator auf einen akzeptablen
Feuchtigkeitsgehalt getrocknet und unter Verwendung des Leitens
durch ein 7-Maschen-Sieb der Größe nach
getrennt. Als Nächstes
wird die Granulierung in einen Mischer überführt und mit 5 g butyliertem
Hydroxytoluol als Antioxidationsmittel gemischt und mit 50 g Stearinsäure geschmiert.
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Als
Nächstes
wird eine zweite Arzneistoffabteilungszusammensetzung wie folgt
hergestellt: 70 g Paliperidon und 9375 g Polyethylenoxid mit einem mittleren
Molekulargewicht von 200 000 werden einer Wirbelbettgranulatorschüssel zugesetzt.
Als Nächstes
wird eine Bindemittellösung
durch Lösen von
800 g Hydroxypropylmethylcellulose, bezeichnet als 2910, mit einer
mittleren Viskosität
von 5 cps in 9200 g Wasser hergestellt. Die trockenen Materialien werden
durch Besprühen
mit 6750 g Bindemittellösung
im Wirbelbett granuliert. Als Nächstes
wird die nasse Granulierung im Granulator auf einen akzeptablen
Feuchtigkeitsgehalt getrocknet und unter Verwen dung des Leitens
durch ein 7-Maschen-Sieb der Größe nach
getrennt. Als Nächstes
wird die Granulierung in einen Mischer überführt und mit 5 g butyliertem
Hydroxytoluol als Antioxidationsmittel gemischt und mit 50 g Stearinsäure geschmiert.
-
Als
Nächstes
wird eine Druckzusammensetzung wie folgt hergestellt: Zuerst wird
eine Bindemittellösung
hergestellt. 15,6 kg Polyvinylpyrrolidon, bezeichnet als K29-32,
mit einem mittleren Molekulargewicht von 40 000, werden in 104,4
kg Wasser gelöst.
Dann werden 24 kg Natriumchlorid und 1,2 kg Eisen(II)oxid unter
Verwendung einer Quadro-Co-Mmühle
mit einem 21-Maschen-Sieb der Größe nach
getrennt. Dann werden die gesiebten Materialien und 88,44 kg Polyethylenoxid
(Molekulargewicht ungefähr
7 000 000) einer Wirbelbettgranulatorschüssel zugesetzt. Die trockenen
Materialien werden aufgewirbelt und gemischt, während 46,2 kg Bindemittellösung aus
3 Düsen
auf das Pulver gesprüht
werden. Die Granulierung wird in der Wirbelbettkammer auf einen
akzeptablen Feuchtigkeitsgehalt getrocknet. Das beschichtete Granulat
wird unter Verwendung einer Fluid-Air-Mühle mit einem 7-Maschen-Sieb
der Größe nach
getrennt. Die Granulierung wird in einen Tote-Umwirbler überführt, mit 15 g butyliertem Hydroxytoluol
gemischt und mit 294 g Magnesiumstearat geschmiert.
-
Als
Nächstes
werden die Paliperidon-Arzneistoffzusammensetzungen
für die
erste und die zweite Abteilung und die Druckzusammensetzung zu dreischichtigen
Tabletten gepresst. Zuerst werden 50 mg der Paliperidonzusammensetzung
der Abteilung Eins zu dem Formwerkzeughohlraum zugesetzt und vorgepresst,
dann werden 50 mg der Paliperidonzusammensetzung der Abteilung Zwei
zu dem Formwerkzeughohlraum zugesetzt und vorgepresst, dann werden
110 mg der Druckzusammensetzung zugesetzt, und die Schichten werden
zu einer läng lichen,
tief konkaven, dreischichtigen Anordnung mit einem Durchmesser von
3/16'' (4,8 mm) gepresst.
-
Die
dreischichtigen Anordnungen werden mit einem Grundschichtlaminat
beschichtet. Die wandbildende Zusammensetzung umfasst 70% Hydroxypropylcellulose,
bezeichnet als EF, mit einem mittleren Molekulargewicht von 80 000
und 30% Polyvinylpyrrolidon, bezeichnet als K29-32, mit einem mittleren Molekulargewicht
von 40 000. Die wandbildende Zusammensetzung wird in wasserfreiem
Ethylalkohol gelöst,
um eine Lösung
mit 8% Feststoffen herzustellen. Die wandbildende Zusammensetzung
wird auf und um die zweischichtigen Anordnungen in einem Pfannenbeschichter
gesprüht,
bis ungefähr
20 mg Laminat auf jede Tablette aufgebracht sind.
-
Die
dreischichtigen Anordnungen werden mit einer halbdurchlässigen Wand
beschichtet. Die wandbildende Zusammensetzung umfasst 99% Celluloseacetat
mit einem Acetylgehalt von 39,8% und 1% Polyethylenglycol, umfassend
ein viskositäts-gemitteltes
Molekulargewicht von 3350. Die wandbildende Zusammensetzung wird
in einem Verschnittmittel aus Aceton:Wasser (95:5 G/G) gelöst, um eine Lösung mit
5% Feststoffen herzustellen. Die wandbildende Zusammensetzung wird
auf und um die zweischichtigen Anordnungen in einem Pfannenbeschichter
gesprüht,
bis ungefähr
39 mg Membran auf jede Tablette aufgebracht sind.
-
Als
Nächstes
werden zwei Austrittsdurchgangswege mit 25 mil (0,6 mm) durch die
halbdurchlässige
Wand mittels eines Lasers gebohrt, um die Arzneistoffschicht mit
dem Äußeren des
Dosierungssystems zu verbinden. Das restliche Lösungsmittel wird durch Trocknen
für eine
Dauer von 144 Stunden bei 45°C
und 45% Luftfeuchte entfernt. Nach dem Bohren werden die os motischen
Systeme für
eine Dauer von 4 Stunden bei 45°C
getrocknet, um überschüssige Feuchtigkeit
zu entfernen.
-
Die
durch diese Fertigung hergestellte Dosierungsform ist dazu bestimmt,
0,25 mg Paliperidon in einem ansteigenden Abgabemuster aus zwei
arzneistoffhaltigen Kernen abzugeben. Der erste Kern enthält 0,25%
Paliperidon, 74,20% Polyethylenoxid mit einem Molekulargewicht von
200 000, 20% Natriumchlorid, USP, 5% Hydroxypropylmethylcellulose mit
einer mittleren Viskosität
von 5 cps, 0,05% butyliertes Hydroxytoluol und 0,5% Stearinsäure. Der zweite
Arzneistoffkern enthält
0,7% Paliperidon, 93,75% Polyethylenoxid mit einem Molekulargewicht von
200 000, 5% Hydroxypropylmethylcellulose mit einer mittleren Viskosität von 5
cps, 0,05% butyliertes Hydroxytoluol und 0,5% Stearinsäure. Die
Druckzusammensetzung ist aus 73,7% Polyethylenoxid, umfassend ein
Molekulargewicht von 7 000 000, 20% Natriumchlorid, 5% Polyvinylpyrrolidon
mit einem mittleren Molekulargewicht von 40 000, 1% Eisen(II)oxid,
0,05% butyliertem Hydroxytoluol und 0,25% Magnesiumstearat zusammengesetzt.
Die halbdurchlässige
Wand ist aus 99% Celluloseacetat mit einem Acetylgehalt von 39,8%
und 1% Polyethylenglycol zusammengesetzt. Die Dosierungsform umfasst
zwei Durchgangswege mit 25 mil (0,6 mm) von der Mitte der Arzneistoffseite.