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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Proteinkinasen
(PKs) sind Enzyme, die die Phosphorylierung von Hydroxygruppen an
Tyrosin-, Serin- und Threoninresten von Proteinen katalysieren.
Die Folgen dieser scheinbar einfachen Aktivität sind erstaunlich; Zellwachstum,
-differenzierung und -proliferation, d.h. nahezu alle Aspekte des
Zelllebens, hängen
auf die eine oder andere Weise von der PK-Aktivität ab. Darüber hinaus
wurde eine abnormale PK-Aktivität mit einer ganzen
Reihe von Störungen
in Verbindung gebracht, die von relativ gering lebensbedrohlichen
Erkrankungen, wie z.B. Psoriasis, bis extrem virulenten Erkrankungen,
wie z.B. Glioblastom (Hirnkrebs), reichen. PKs können in zwei Klassen unterteilt
werden, die Protein-Tyrosin-Kinasen (PTKs) und die Serin-Threonin-Kinasen
(STKs).
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Bestimmte
Wachstumsfaktorrezeptoren, die eine PK-Aktivität ausüben, sind als Rezeptor-Tyrosin-Kinasen (RTKs) bekannt.
Sie umfassen eine große
Familie von Transmembranrezeptoren mit mannigfaltiger biologischer
Aktivität.
Momentan sind mindestens neunzehn (19) verschiedene Unterfamilien
von RTKs bekannt. Eine RTK-Unterfamilie enthält den Insulinrezeptor (IR),
den Rezeptor von insulinähnlichem
Wachstumsfaktor 1 (IGF-1R) und den Insulinrezeptor-related Rezeptor
(IRR). IR und IGF-1R Wechselwirken mit Insulin, IGF-I und IGF-II,
wobei ein Heterotetramer aktiviert wird, das aus zwei vollständig extrazellulären glycosylierten α-Untereinheiten
und zwei β-Untereinheiten
besteht, welche die Zellmembran kreuzen und die Tyrosin-Kinase-Domäne enthalten.
Der Rezeptor von insulinähnlichem
Wachstumsfaktor 1 (IGF-1R) und seine Liganden, IGF-1 und IGF-2,
werden in zahlreichen Tumoren, einschließlich, ohne jedoch daraufbeschränkt zu sein, Brust-,
Prostata-, Schilddrüsen-,
Lungen-, Leber-, Darm-, Gehirn-, Neurokin-Tumoren und anderen, abnormal exprimiert.
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Eine
vollständigere
Auflistung der bekannten RTK-Unterfamilien ist bei Plowman et al.,
KN&P, 1994, 7(6):
334-339 beschrieben, einschließlich
sämtlicher
Zeichnungen, genauso als ob sie hierin vollständig beschrieben wäre.
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Zusätzlich zu
den RTKs existiert auch eine Familie von vollständig intrazellulären PTKs,
die "Nichtrezeptor-Tyrosinkinasen" oder "zelluläre Tyrosinkinasen" genannt werden.
Letztere Bezeichnung, abgekürzt "CTK", wird hierin verwendet
werden. CTKs enthalten keine extrazellulären und Transmembran-Domänen. Bislang
wurden mehr als 24 CTKs in 11 Unterfamilien (Src, Frk, Btk, Csk,
Abl, Zap70, Fes, Fps, Fak, Jak und Ack) identifiziert. Die Src-Unterfamilie
scheint bisher die größte Gruppe
von CTKs zu sein und umfasst Src, Yes, Fyn, Lyn, Lck, Blk, Hck,
Fgr und Yrk. Für
eine detaillierte Erörterung
von CTKs siehe Bolen, Oncogene, 1993, 8:2025-2031.
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RTKs,
CTKs und STKs wurden alle mit einer Reihe von pathogenen Zuständen in
Verbindung gebracht, einschließlich
bedeutsam Krebs. Andere pathogene Zustände, die mit PTKs in Verbindung
gebracht wurden, sind u.a., jedoch ohne Beschränkung, Psoriasis, Leberzirrhose,
Diabetes, Atherosklerose, Angiogenese, Restenose, Augenerkrankungen,
rheumatische Arthritis und andere Entzündungserkrankungen, Autoimmunerkrankungen
und eine Reihe anderer Nierenerkrankungen.
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Die
WO 02/087587 offenbart
kondensierte bicyclische Amine, die in der Lage sind, die Aktivität von Klasse-I-Rezeptor-Tyrosinkinasen
zu inhibieren.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft Verbindungen, die in der Lage sind,
die Signaltransduktion von Tyrosinkinasen sowohl vom Rezeptor- als
auch vom Nichtrezeptortyp zu inhibieren, modulieren und/oder regulieren.
Die Verbindungen der vorliegenden Erfindung besitzen eine Kernstruktur,
die einen Benzazocinrest enthält.
Die vorliegende Erfindung betrifft auch die pharmazeutisch annehmbaren
Salze und Stereoisomere dieser Verbindungen.
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DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Die
Verbindungen dieser Erfindung eignen sich bei der Inhibierung von
Kinasen und werden durch eine Verbindung der Formel I:
oder ein pharmazeutisch annehmbares
Salz oder Stereoisomer davon veranschaulicht, wobei
R
1a unabhängig
ausgewählt
ist aus
- 1) H,
- 2) unsubstituiertem oder substituiertem C1-C6-Alkyl und
- 3) OR4,
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R1b unabhängig
ausgewählt
ist aus
- 1) Hund
- 2) unsubstituiertem oder substituiertem C1-C6-Alkyl,
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X
unabhängig
ausgewählt
ist aus
- 1) einer Bindung,
- 2) C(O),
- 3) O,
- 4) NR4,
- 5) S(O)mR4,
- 6) C(O)OR4 und
- 7) C(O)N(R4)2,
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R1 unabhängig
ausgewählt
ist aus
- 1) H,
- 2) Halogen,
- 3) OR4,
- 4) NO2,
- 5) -S(O)mR4,
- 6) CN,
- 7) unsubstituiertem oder substituiertem C1-C10-Alkyl,
- 8) unsubstituiertem oder substituiertem Aryl,
- 9) unsubstituiertem oder substituiertem C2-C6-Alkenyl,
- 10) unsubstituiertem oder substituiertem C3-C10-Cycloalkyl,
- 11) unsubstituiertem oder substituiertem C2-C6-Alkinyl,
- 12) unsubstituiertem oder substituiertem Heterocyclus,
- 13) -C(O)R4,
- 14) C(O)OR4,
- 15) C(O)N(R4)2,
- 16) S(O)mN(R4)2 und
- 17) N(R4)2,
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V
unabhängig
ausgewählt
ist aus
- 1) H,
- 2) CF3,
- 3) Aryl,
- 4) Heterocyclus und
- 5) C3-C10-Cycloalkyl,
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R2 unabhängig
ausgewählt
ist aus
- 1) H,
- 2) unsubstituiertem oder substituiertem C1-C10-Alkyl,
- 3) -(CR1b)tOR4,
- 4) Halogen,
- 5) CN,
- 6) NO2,
- 7) CF3,
- 8) -(CR1b)tN(R4)2,
- 9) -C(O)OR4,
- 10) -C(O)R4,
- 11) -S(O)2R4,
- 12) -(CR1b)tNR4(CR1b)tR5,
- 13) -(CR1b)tS(O)mNR4,
- 14) -C(O)OR4R5,
- 15) -NR4C(O)R4,
- 16) unsubstituiertem oder substituiertem Aryl und
- 17) unsubstituiertem oder substituiertem Heterocyclus,
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R4 unabhängig
ausgewählt
ist aus
- 1) H,
- 2) unsubstituiertem oder substituiertem C1-C10-Alkyl,
- 3) unsubstituiertem oder substituiertem C3-C10-Cycloalkyl,
- 4) unsubstituiertem oder substituiertem Aryl,
- 5) unsubstituiertem oder substituiertem Heterocyclus und
- 6) CF3,
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R5 unabhängig
ausgewählt
ist aus
- 1) unsubstituiertem oder substituiertem
Aryl und
- 2) unsubstituiertem oder substituiertem Heterocyclus,
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m
unabhängig
0, 1 oder 2 ist,
n 0 bis 6 ist,
p 0 bis 6 ist,
q
0 bis 6 ist, mit der Maßgabe,
dass, wenn V H oder CF3 ist, q 0 ist, und
s
0 bis 16 ist,
t unabhängig
0 bis 6 ist.
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Eine
zweite Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist eine Verbindung der Formel I, wie
sie oben beschrieben ist, oder ein pharmazeutisch annehmbares Salz
oder Stereoisomer davon, wobei R1b, R4, R5 und die Variablen
m, n, p, q und t wie oben definiert sind, und R1a unabhängig ausgewählt ist
aus
- 1) Hund
- 2) unsubstituiertem oder substituiertem C1-C6-Alkyl,
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X
unabhängig
ausgewählt
ist aus
- 1) einer Bindung,
- 2) -C(O)R4 und
- 3) C(O),
-
R1 unabhängig
ausgewählt
ist aus
- 1) H,
- 2) Halogen,
- 3) OR4,
- 4) N(R4)2,
- 5) NO2 und
- 6) unsubstituiertem oder substituiertem C1-C10-Alkyl,
-
V
unabhängig
ausgewählt
ist aus
- 1) H,
- 2) CF3,
- 3) Aryl und
- 4) Heterocyclus,
-
R2 unabhängig
ausgewählt
ist aus
- 1) H,
- 2) unsubstituiertem oder substituiertem C1-C10-Alkyl,
- 3) -(CR1b)tOR4,
- 4) Halogen,
- 5) CN,
- 6) NO2,
- 7) CF3,
- 8) -(CR1b)tN(R4)2,
- 9) -C(O)OR4,
- 10) -(CR1b)tS(O)mNR4,
- 11) -(CR1b)tNR4(CR1b)tR5,
- 12) -C(O)OR4R5 und
- 13) -NR4C(O)R4,
s
0 bis 6 ist.
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Eine
weitere Ausführungsform
der zweiten Ausführungsform
ist eine Verbindung der Formel I, wie sie oben beschrieben ist,
oder ein pharmazeutisch annehmbares Salz oder Stereoisomer davon,
wobei R1b, X, R1, R2, R4, R5 und
die Variablen m, s und t wie oben definiert sind und R1 unabhängig ausgewählt ist
aus
- 1) Hund
- 2) unsubstituiertem oder substituiertem C1-C6-Alkyl,
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V
unabhängig
ausgewählt
ist aus
- 1) Aryl und
- 2) Heterocyclus,
n 0 bis 3 ist,
p 0 bis 3 ist,
q
0 bis 3 ist.
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Beispiele
für Verbindungen
der vorliegenden Erfindung sind u.a. 3-(3-Brombenzyl)-11-methyl-1,2,3,4,5,6-hexahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazocin,
3-(3-Brombenzyl)-1,2,3,4,5,6-hexahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazocin,
3,11-Bis(3-brombenzyl)-1,2,3,4,5,6-hexahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazocin,
11-Acetyl-3-(3-brombenzyl)-1,2,3,4,5,6-hexahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazocin oder
ein pharmazeutisch annehmbares Salz oder Stereoisomer davon.
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Weitere
Beispiele für
Verbindungen der vorliegenden Erfindung sind u.a. 3-(3-Brombenzyl)-11-methyl-1,2,3,4,5,6-hexahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazociniumdichlorid,
3-(3-Brombenzyl)-1,2,3,4,5,6-hexahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazociniumdichlorid,
3,11-Bis(3-brombenzyl)-1,2,3,4,5,6-hexahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazociniumdichlorid,
11-Acetyl-3-(3-brombenzyl)-1,2,3,4,5,6-hexahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazociniumtrifluoracetat
oder die freie Form oder Stereoisomere davon.
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Die
Verbindungen der vorliegenden Erfindung können Asymmetriezentren, chirale
Achsen und chirale Ebenen (wie beschrieben bei: E.L. Eliel und S.H.
Wilen, Stereochemistry of Carbon Compounds, John Wiley & Sons, New York,
1994, Seiten 1119-1190) besitzen und als Racemate, racemische Mischungen
und als einzelne Enantiomere und Diastereomere auftreten, wobei
alle möglichen
Stereoisomere und Mischungen davon, einschließlich optischer Isomere, von
der vorliegenden Erfindung umfasst sind. Darüber hinaus können die hierin
offenbarten Verbindungen als Tautomere existieren, und beide tautomeren
Formen sollen vom Umfang der Erfindung umfasst sein, selbst wenn
nur eine tautomere Struktur gezeigt ist.
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Wenn
irgendeine Variable (z.B. Aryl, Heterocyclus, R1,
Ra usw.) mehr als einmal in irgendeinem
Substituenten vorkommt, ist ihre Definition bei jedem Auftreten
unabhängig
von jedem weiteren Auftreten. Auch sind Kombinationen aus Substituenten
und Variablen nur zulässig,
wenn solche Kombinationen zu stabilen Verbindungen führen.
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Von
Substituenten (wie z.B. R
2, R
3 usw.)
in die Ringsysteme gezogene Linien zeigen an, dass die angegebene
Bindung an irgendeines der substituierbaren Ring-Kohlenstoffatome
oder -Heteroatome geknüpft sein
kann, einschließlich
des Kohlenstoffatoms oder Heteroatoms, das der Verknüpfungspunkt
ist. Wenn das Ringsystem polycyclisch ist, wie z.B.
soll die Bindung an irgendeines
der geeigneten Kohlenstoffatome oder Heteroatome an einem beliebigen
Ring geknüpft
sein.
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Es
ist vorgesehen, dass der Rest A, wie er in Formel I veranschaulicht
ist,
auch als
dargestellt werden könnte. Es
ist auch vorgesehen, dass irgendeine der obigen Darstellungen des
Restes A ferner wie folgt veranschaulicht werden kann:
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Es
sollte beachtet werden, dass der Rest A:
ein Enantiomer von
-
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ist
und deshalb die Reste A und B Stereoisomere sind. Es sollte auch
beachtet werden, dass der Rest B als
dargestellt werden könnte und
in einer ähnliche
Weise wie für
Rest A veranschaulicht substituiert sein kann.
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Darüber hinaus
bedeutet die folgende Struktur
eine racemische Mischung
aus Rest A und Rest B.
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Es
ist zu verstehen, dass Substituenten und Substitutionsmuster an
den Verbindungen der vorliegenden Erfindung von einem Durchschnittsfachmann
ausgewählt
werden können,
um Verbindungen zu ergeben, die chemisch stabil sind und die leicht
durch im Stand der Technik bekannte Verfahren sowie durch die nachstehend
beschriebenen Verfahren aus leicht erhältlichen Ausgangsmaterialien
synthetisiert werden können.
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So
wie hierin verwendet, soll "Alkyl" sowohl verzweigte,
geradkettige als auch cyclische gesättigte aliphatische Kohlenwasserstoffgruppen
mit der angegeben Anzahl von Kohlenstoffatomen umfassen. Zum Beispiel
ist C1-C10 wie in "C1-C10-Alkyl" so
definiert, dass es Gruppen mit 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 oder 10
Kohlenstoffen in einer linearen oder verzweigten Anordnung umfasst.
Zum Beispiel umfasst "C1-C10-Alkyl" speziell Methyl,
Ethyl, Propyl, Isopropyl, Butyl, t-Butyl, Pentyl, Hexyl, Heptyl,
Octyl, Nonyl, Decyl, Adamantyl usw.
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So
wie hierin verwendet, soll "Cycloalkyl" nichtaromatische
cyclische Kohlenwasserstoffgruppen mit der angegeben Anzahl von
Kohlenstoffatomen umfassen, die verbrückt oder strukturell gespannt
sind oder nicht. Beispiele für
solche Cycloalkyle sind u.a., ohne jedoch darauf beschränkt zu sein,
Cyclopropyl, Cyclobutyl, Cyclopentyl, Cyclohexyl, Adamantyl, Cyclooctyl,
Cycloheptyl, Tetrahydronaphthalin, Methylencyclohexyl und dergleichen.
So wie hierin verwendet, können
Beispiele für "C
3-C
10-Cycloalkyl" u.a. sein:
ohne jedoch darauf beschränkt zu sein.
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So
wie hierin verwendet, bedeutet die Bezeichnung "Alkoxy" eine Alkylgruppe mit der angegebenen Anzahl
von Kohlenstoffatomen, die durch eine Sauerstoffbrücke verknüpft sind.
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Wenn
keine Anzahl für
Kohlenstoffatome angegeben ist, bedeutet die Bezeichnung "Alkenyl" einen nichtaromatischen
Kohlenwasserstoffrest, gerade, verzweigt oder cyclisch, der 2 bis
10 Kohlenstoffatome und wenigstens eine Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung
enthält.
Vorzugsweise liegt eine Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung vor,
und bis zu 4 nichtaromatische Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindungen können vorliegen.
So bedeutet "C2-C6-Alkenyl" einen Alkenylrest
mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen. Alkenylgruppen sind u.a. Ethenyl,
Propenyl, Butenyl und Cyclohexenyl. Wie oben in Bezug auf Alkyl
beschrieben, kann der gerade, verzweigte oder cyclische Teil der
Alkenylgruppe Doppelbindungen enthalten und substituiert sein, wenn
eine substituierte Alkenylgruppe angezeigt ist.
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Die
Bezeichnung "Alkinyl" bedeutet einen geraden,
verzweigten oder cyclischen Kohlenwasserstoffrest, der 2 bis 10
Kohlenstoffatome und wenigstens eine Kohlenstoff-Kohlenstoff-Dreifachbindung enthält. Bis zu
3 Kohlenstoff-Kohlenstoff-Dreifachbindungen können vorliegen. So bedeutet "C2-C6-Alkinyl" einen
Alkinylrest mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen. Alkinylgruppen sind u.a.
Ethinyl, Propinyl und Butinyl. Wie oben in Bezug auf Alkyl beschrieben,
kann der gerade, verzweigte oder cyclische Teil der Alkinylgruppe
Dreifachbindungen enthalten und substituiert sein, wenn eine substituierte
Alkinylgruppe angezeigt ist.
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So
wie hierin verwendet, soll "Aryl" einen beliebigen
stabilen monocyclischen oder bicyclischen Kohlenstoffring mit bis
zu 7 Atomen in jedem Ring bedeuten, wobei wenigstens ein Ring aromatisch
ist. Beispiele für
solche Arylelemente sind u.a. Phenyl, Naphthyl, Tetrahydronaphthyl,
Indanyl, Indanonyl, Biphenyl, Tetralinyl, Tetralonyl, Fluorenonyl,
Phenanthryl, Anthryl, Acenaphthyl, Tetrahydronaphthyl und dergleichen.
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Wie
die Fachleute erkennen, soll "Halo" oder "Halogen", wie es hierin verwendet
wird, Chlor, Fluor, Brom und Iod umfassen.
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Die
Bezeichnung Heteroaryl, wie sie hierin verwendet wird, bedeutet
einen stabilen monocyclischen oder bicyclischen Ring mit bis zu
7 Atomen in jedem Ring, wobei wenigstens ein Ring aromatisch ist
und 1 bis 4 Heteroatome, ausgewählt
aus O, N und S, enthält.
Heteroarylgruppen innerhalb des Umfangs dieser Definition sind u.a.,
ohne jedoch darauf beschränkt
zu sein: Acridinyl, Carbazolyl, Cinnolinyl, Chinoxalinyl, Pyrrazolyl, Indolyl,
Benzodioxolyl, Benzotriazolyl, Benzothiofuranyl, Benzothiazolyl,
Furanyl, Thienyl, Benzothienyl, Benzofuranyl, Benzochinolinyl, Isochinolinyl,
Oxazolyl, Isoxazolyl, Indolyl, Pyrazinyl, Pyridazinyl, Pyridinyl,
Pyrimidinyl, Pyrrolyl, Chinolinyl, Tetrahydronaphthyl, Tetrahydrochinolin
und dergleichen.
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Die
Bezeichnung Heterocyclus oder Heterocyclyl, so wie sie hier verwendet
wird, bedeutet einen stabilen 5- bis 7-gliedrigen monocyclischen
oder einen stabilen 8- bis 11-gliedrigen bicyclischen heterocyclischen Ring,
der entweder gesättigt
oder ungesättigt
ist und der aus Kohlenstoffatomen und ein bis vier Heteroatomen,
ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus O, N und S, besteht und eine beliebige
bicyclische Gruppe umfasst, bei der irgendeiner der oben definierten
heterocyclischen Ringe an einen Benzolring kondensiert ist. Der
heterocyclische Ring kann an ein beliebiges Heteroatom oder Kohlenstoffatom
geknüpft
sein, wenn dadurch die Bildung einer stabilen Struktur resultiert. "Heterocyclus" oder "Heterocyclyl" umfasst daher die
oben genannten Heteroaryle sowie Dihydro- und Tetrahydro-Analoga davon. Weitere
Beispiele für "Heterocyclyl" sind u.a., ohne
jedoch darauf beschränkt
zu sein, die folgenden: Benzodioxolyl, Benzofuranyl, Benzofurazanyl, Benzoimidazolyl,
Benzopyranyl, Benzopyrazolyl, Benzotriazolyl, Benzothiazolyl, Benzothienyl,
Benzothiofuranyl, Benzothiophenyl, Benzothiopyranyl, Benzoxazolyl,
Carbazolyl, Carbolinyl, Chromanyl, Cinnolinyl, Diazapinonyl, Dihydrobenzofuranyl,
Dihydrobenzofuryl, Dihydrobenzoimidazolyl, Dihydrobenzothienyl,
Dihydrobenzothiopyranyl, Dihydrobenzothiopyranylsulfon, Dihydrobenzothiophenyl,
Dihydrobenzoxazolyl, Dihydrocyclopentapyridinyl, Dihydrofuranyl,
Dihydroimidazolyl, Dihydroindolyl, Dihydroisooxazolyl, Dihydroisothiazolyl,
Dihydrooxadiazolyl, Dihydrooxazolyl, Dihydropyrazinyl, Dihydropyrazolyl,
Dihydropyridinyl, Dihydropyrimidinyl, Dihydropyrrolyl, Dihydrochinolinyl,
Dihydrotetrazolyl, Dihydrothiadiazolyl, Dihydrothiazolyl, Dihydrothienyl,
Dihydrotriazolyl, Dihydroazetidinyl, Furyl, Furanyl, Imidazolyl,
Imidazolinyl, Imidazolidinyl, Imidazothiazolyl, Imidazopyridinyl,
Indazolyl, Indolazinyl, Indolinyl, Indolyl, Isobenzofuranyl, Isochromanyl,
Isoindolyl, Isoindolinyl, Isochinolinon, Isochinolyl, Isothiazolyl,
Isothiazolidinyl, Isoxazolinyl, Isoxazolyl, Methylendioxybenzoyl,
Morpholinyl, Naphthpyridinyl, Oxadiazolyl, Oxazolyl, Oxazolinyl,
Oxetanyl, Oxoazepinyl, Oxadiazolyl, Oxodihydrophthalazinyl, Oxodihydroindolyl,
Oxoimidazolidinyl, Oxopiperazinyl, Oxopiperidinyl, Oxopyrrolidinyl,
Oxopyrimidinyl, Oxopyrrolyl, Oxotriazolyl, Piperidyl, Piperidinyl,
Piperazinyl, Pyranyl, Pyrazinyl, Pyrazolyl, Pyridazinyl, Pyridinonyl,
Pyridopyridinyl, Pyridazinyl, Pyridyl, Pyrimidinyl, Pyrrolyl, Pyrrolidinyl,
Chinazolinyl, Chinolinyl, Chinolyl, Chinolinonyl, Chinoxalinyl,
Tetrahydrocycloheptapyridinyl, Tetrahydrofuryl, Tetrahydroisochinolinyl, Tetrahydropyranyl,
Tetrahydrochinolinyl, Tetrazolyl, Tetrazolopyridyl, Thiadiazolyl,
Thiazolyl, Thiazolinyl, Thienofuryl, Thienyl, Triazolyl, Azetidinyl,
1,4-Dioxanyl, Hexahydroazepinyl und dergleichen. Vorzugsweise ist
Heterocyclus ausgewählt
aus Oxoazepinyl, Benzimidazolyl, Diazapinonyl, Imidazolyl, Oxoimidazolidinyl,
Indolyl, Isochinolinyl, Morpholinyl, Piperidyl, Piperazinyl, Pyridyl,
Pyrrolidinyl, Oxopiperidinyl, Oxopyrimidinyl, Oxopyrrolidinyl, Chinolinyl,
Tetrahydrofuryl, Tetrahydroisochinolinyl und Thienyl.
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So
wie hierin verwendet, soll "Aralkyl" einen Arylrest bedeuten,
wie er oben definiert wurde, verknüpft durch einen C1-C10-Alkyl-Linker, wobei Alkyl wie oben definiert
ist. Beispiele für
Aralkyle sind u.a., ohne jedoch darauf beschränkt zu sein, Benzyl, Naphthylmethyl
und Phenylpropyl.
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So
wie hierin verwendet, soll "Heterocyclylalkyl" einen heterocyclischen
Rest bedeuten, wie er nachstehend definiert ist, verknüpft durch
einen C1-C10-Alkyl-Linker,
wobei Alkyl wie oben definiert ist. Beispiele für Heterocyclylalkyle sind u.a.,
ohne jedoch drauf beschränkt
zu sein, Pyridylmethyl, Imidazolylethyl, Pyrrolidinylmethyl, Morpholinylethyl,
Chinolinylmethyl, Imidazolylpropyl und dergleichen.
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So
wie hierin verwendet, sollen die Bezeichnungen "substituiertes C1-C10-Alkyl" und "substituiertes C1-C6-Alkoxy" die verzweigte oder
geradkettige Alkylgruppe mit der angegeben Anzahl von Kohlenstoffatomen umfassen,
wobei die Kohlenstoffatome mit Substituenten substituiert sein können, die
ausgewählt
sind aus der Gruppe, umfassend, ohne jedoch darauf beschränkt zu sein,
Halogen, C1-C20-Alkyl,
CF3, NH2, N(C1-C6-Alkyl)2, NO2, Oxo, CN,
N3, -OH, -O(C1-C6-Alkyl), C3-C10-Cycloalkyl, C2-C6-Alkenyl, C2-C6-Alkinyl, (C0-C6-Alkyl)S(O)0-2-, (C0-C6-Alkyl)S(O)0-2(C0-C6-alkyl)-,
(C0-C6-Alkyl)C(O)NH-,
H2N-C(NH)-,
-O(C1-C6-Alkyl)CF3, (C0-C6-Alkyl)C(O)-, (C0-C6-Alkyl)OC(O)-,
(C0-C6-Alkyl)O(C1-C6-alkyl)-, (C0-C6-Alkyl)C(O)1-2(C0-C6-alkyl)-,
(C0-C6-Alkyl)OC(O)NH-, Aryl,
Aralkyl, Heterocyclus, Heterocyclylalkyl, Halogenaryl, Halogenaralkyl,
Halogenheterocyclus, Halogenheterocyclylalkyl, Cyanoaryl, Cyanoaralkyl,
Cyanoheterocyclus und Cyanoheterocyclylalkyl.
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So
wie hierin verwendet, sollen die Bezeichnungen "substituiertes C3-C10-Cycloalkyl", "substituiertes Aryl", "substituierter Heterocyclus", "substituiertes Aralkyl" und "substituiertes Heterocyclylalkyl" die cyclische Gruppe
umfassen, die 1 bis 3 Substituenten zusätzlich zum Verknüpfungspunkt
zum Rest der Verbindung enthält.
Vorzugsweise sind die Substituenten ausgewählt aus der Gruppe, umfassend,
ohne jedoch darauf beschränkt
zu sein, Halogen, C1-C10-Alkyl,
CF3, NH2, N(C1-C6-Alkyl)2,
NO2, Oxo, CN, N3,
-OH, -O(C1-C6-Alkyl), C3-C10-Cycloalkyl,
C2-C6-Alkenyl, C1-C6-Alkinyl, (C0-C6-Alkyl)S(O)0-2-,
(C0-C6-Alkyl)S(O)0-2(C0-C6-alkyl)-, (C0-C6-Alkyl)C(O)NH-,
H2N-C(NH)-, -O(C1-C6-Alkyl)CF3, (C0-C6-Alkyl)C(O)-,
(C0-C6-Alkyl)OC(O)-,
(C0-C6-Alkyl)O(C1-C6-alkyl)-, (C0-C6-Alkyl)C(O)1-2(C0-C6-alkyl)-,
(C0-C6-Alkyl)OC(O)NH-,
Aryl, Aralkyl, Heteroaryl, Heterocyclylalkyl, Halogenaryl, Halogenaralkyl,
Halogenheterocyclus, Halogenheterocyclylalkyl, Cyanoaryl, Cyanoaralkyl,
Cyanoheterocyclus und Cyanoheterocyclylalkyl.
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Vorzugsweise
ist V unabhängig
ausgewählt
aus Aryl oder Heterocyclus. Vorzugsweise ist R1 unabhängig ausgewählt aus
H, unsubstituiertem oder substituiertem C1-C10-Alkyl,
N(R4)2, NO2, OR4, Halogen,
-C(O)R4, C(O)OR4 und
C(O)N(R4)2. Besonders
bevorzugt ist R1 unabhängig ausgewählt aus H, unsubstituiertem
oder substituiertem C1-C10-Alkyl,
N(R4)2, NO2, OR4 und Halogen.
Ganz besonders bevorzugt ist R1 unabhängig ausgewählt aus
H, unsubstituiertem oder substituiertem C1-C10-Alkyl und Halogen.
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Vorzugsweise
ist R2 unabhängig ausgewählt aus H, unsubstituiertem
oder substituiertem C1-C10-Alkyl, -(CR1b)tOR4,
Halogen, CN, NO2, CF3,
-(CR1b)tN(R4)2, -C(O)OR4, -C(O)R4, -(CR1b)tNR4(CR1b)tR5, -(CR1b)tS(O)mNR4, -C(O)OR4R5 und -NR4C(O)R4. Besonders bevorzugt ist R2 unabhängig ausgewählt aus
H, unsubstituiertem oder substituiertem C1-C10-Alkyl, -(CR1b)tOR4, Halogen, NO2, CF3 und -(CR1b)tN(R4)2. Ganz besonders bevorzugt ist R2 unabhängig
ausgewählt
aus H, unsubstituiertem C1-C10-Alkyl
und Halogen.
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Vorzugsweise
ist X unabhängig
ausgewählt
aus einer Bindung, C(O) oder O. Besonders bevorzugt ist X eine Bindung.
-
Vorzugsweise
sind n, p und q unabhängig
0, 1, 2, 3 oder 4. Besonders bevorzugt sind n und p unabhängig 0 oder
1.
-
Es
ist vorgesehen, dass die Definition eines beliebigen Substituenten
oder einer beliebigen Variablen (z.B. R1,
R1a, n usw.) an einer speziellen Stelle
in einem Molekül
unabhängig
von seinen/ihren Definitionen anderswo in diesem Molekül ist. So
bedeutet -N(R4)2 -NHH,
-NHCH3, -NHC2H5 usw. Es ist zu verstehen, dass Substituenten
und Substitutionsmuster an den Verbindungen der vorliegenden Erfindung
von einem Durchschnittsfachmann ausgewählt werden können, um
Verbindungen zu ergeben, die chemisch stabil sind und die leicht
durch im Stand der Technik bekannte Verfahren sowie durch die nachstehend
beschriebenen Verfahren aus leicht erhältlichen Ausgangsmaterialien
synthetisiert werden können.
-
Zur
medizinischen Verwendung werden die Salze der Verbindungen der Formel
I pharmazeutisch annehmbare Salze sein. Es können jedoch auch andere Salze
bei der Herstellung der Verbindungen gemäß der Erfindung oder von deren
pharmazeutisch annehmbaren Salzen geeignet sein. Wenn die Verbindung
der vorliegenden Erfindung sauer ist, bedeuten geeignete "pharmazeutisch annehmbare
Salze" Salze, die
aus pharmazeutisch annehmbaren nichttoxischen Basen, einschließlich anorganischer
Basen und organischer Basen, hergestellt wurden. Salze, die aus
anorganischen Basen hergeleitet sind, sind u.a. Aluminium-, Ammonium-, Calcium-,
Kupfer-, Eisen(II)-, Eisen(III)-, Lithium-, Magnesium-, Mangan(III)-,
Mangan(II)-, Kalium-, Natrium-, Zinksalze und dergleichen. Besonders
bevorzugt sind die Ammonium-, Calcium-, Magnesium-, Kalium- und Natriumsalze.
Salze, die aus pharmazeutisch annehmbaren organischen nichttoxischen
Basen hergeleitet sind, sind u.a. Salze von primären, sekundären und tertiären Aminen,
substituierten Aminen, einschließlich natürlich vorkommender substituierter
Amine, cyclischen Aminen und basischen Ionenaustauscherharzen, wie z.B.
Arginin, Betain, Koffein, Cholin, N,N1-Dibenzylethylendiamin,
Diethylamin, 2-Diethylaminoethanol, 2-Dimethylaminoethanol, Ethanolamin,
Ethylendiamin, N-Ethylmorpholin,
N-Ethylpiperidin, Glucamin, Glucosamin, Histidin, Hydrabamin, Isopropylamin,
Lysin, Methylglucamin, Morpholin, Piperazin, Piperidin, Polyaminharze, Procain,
Purine, Theobromin, Triethylamin, Trimethylamin, Tripropylamin,
Tromethamin und dergleichen.
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Wenn
die Verbindung der vorliegenden Erfindung basisch ist, können Salze
aus pharmazeutisch annehmbaren nichttoxischen Säuren hergestellt werden, einschließlich anorganischer
und organischer Säuren. Solche
Säuren
sind u.a. Essig-, Benzolsulfon-, Benzoe-, Camphersulfon-, Citronen-,
Ethansulfon-, Fumar-, Glucon-, Glutamin-, Bromwasserstoff, Salz-,
Isethion-, Milch-, Äpfel-,
Mandel-, Methansulfon-, Schleim-, Salpeter-, Pamoa-, Pantothen-,
Phosphor-, Succin-, Schwefel-, Wein-, p-Toluolsulfonsäure und
dergleichen. Besonders bevorzugt sind Citronen-, Bromwasserstoff-,
Salz-, Malein-, Phosphor-, Schwefel- und Weinsäure.
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Die
Herstellung der oben beschriebenen pharmazeutisch annehmbaren Salze
und anderer typischer pharmazeutisch annehmbarer Salze ist vollständiger von
Berg et al., "Pharmaceutical
Salts", J. Pharm.
Sci., 1977:66:1-19, beschrieben.
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Von
der vorliegenden Erfindung umfasst ist die freie Form der Verbindungen
der Formel I sowie die pharmazeutisch annehmbaren Salze und Stereoisomere
davon. Einige der speziellen Verbindungen, die hierin veranschaulicht
sind, sind die protonierten Salze von Aminverbindungen. Die Bezeichnung "freie Form" bedeutet die Aminverbindungen
in Nicht-Salz-Form. Die umfassten pharmazeutisch annehmbaren Salze
umfassen nicht nur die für
die hierin beschriebenen speziellen Verbindungen veranschaulichten
Salze, sondern auch sämtliche
typischen pharmazeutisch annehmbaren Salze der freien Form der Verbindungen
der Formel I. Die freie Form der beschriebenen speziellen Salzverbindungen
kann durch Anwendung von im Stand der Technik bekannten Verfahren
isoliert werden. Zum Beispiel kann die freie Form durch Behandlung
des Salzes mit einer geeigneten verdünnten wässrigen Basenlösung, wie
z.B. verdünntem
wässrigem
NaOH, Kaliumcarbonat, Ammoniak und Natriumhydrogencarbonat, wiedergewonnen
werden. Die freien Formen können
sich von ihren entsprechenden Salzformen in bestimmten physikalischen
Eigenschaften etwas unterscheiden, wie z.B. in der Löslichkeit
in polaren Lösungsmitteln,
die Säure-
und Basesalze sind jedoch ansonsten mit ihren entsprechenden freien
Formen für
die Zwecke der Erfindung pharmazeutisch äquivalent.
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Man
wird auch erkennen, dass die Verbindungen der vorliegenden Erfindung
potentiell innere Salze oder Zwitterionen sind, da unter physiologischen
Bedingungen ein deprotonierter saurer Rest in der Verbindung, wie
z.B. eine Carboxylgruppe, anionisch sein kann und die elektrische
Ladung dann intern mit der kationischen Ladung eines protonierten
oder alkylierten basischen Rests, wie z.B. einem quatemären Stickstoffatom,
ausgeglichen werden kann.
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Abkürzungen,
die bei der Beschreibung der Chemie und in den sich anschließenden Beispielen
verwendet werden können,
sind u.a.:
- Ac2O
- Essigsäureanhydrid,
- AcOH
- Essigsäure,
- AIBN
- 2,2'-Azobisisobutyronitril,
- BINAP
- 2,2'-Bis(diphenylphosphino)-1,1'-binaphthyl,
- Bn
- Benzyl,
- BOC/Boc
- tert.-Butoxycarbonyl,
- BSA
- Bovines Serumalbumin,
- CAN
- Cerammoniumnitrat,
- CBz
- Carbobenzyloxy,
- CI
- Chemische Ionisierung,
- DBAD
- Di-tert.-butylazodicarboxylat,
- DBU
- 1,8-Diazabicyclo[5.4.0]undec-7-en,
- DCE
- 1,2-Dichlorethan,
- DCM
- Dichlormethan,
- DIEA
- N,N-Diisopropylethylamin,
- DMAP
- 4-Dimethylaminopyridin,
- DME
- 1,2-Dimethoxyethan,
- DMF
- N,N-Dimethylformamid,
- DMS
- O Methylsulfoxid,
- DPPA
- Diphenylphosphorylazid,
- DTT
- Dithiothreit,
- EDC
- 1-(3-Dimethylaminopropyl)3-ethylcarbodiimid-Hydrochlorid,
- EDTA
- Ethylendiamintetraessigsäure,
- ES
- Elektrospray,
- ESI
- Elektrospray-Ionisierung,
- Et2O
- Diethylether,
- Et3N
- Triethylamin,
- EtOAc
- Ethylacetat,
- EtOH
- Ethanol,
- FAB
- Fast-Atom-Bombardement,
- HEPES
- 4-(2-Hydroxyethyl)-1-piperazinethansulfonsäure,
- HOAc
- Essigsäure,
- HOBT
- 1-Hydroxybenzotriazolhydrat,
- HOOBT
- 3-Hydroxy-1,2,2-benzotriazin-4(3H)-on,
- HPLC
- Hochleistungsflüssigchromatographie,
- HRMS
- Hochauflösende Massenspektroskopie,
- KOtBu
- Kalium-tert.-butoxid,
- LAH
- Lithiumaluminiumhydrid,
- LCMS
- Flüssigchromatographie-Massenspektroskopie,
- LiHMDS
- Lithiumbis(trimethylsilyl)amid,
- MCPBA
- m-Chlorperoxybenzoesäure,
- Me
- Methyl,
- MeOH
- Methanol,
- Ms
- Methansulfonyl,
- MS
- Massenspektroskopie,
- MsCl
- Methansulfonylchlorid,
- n-Bu
- n-Butyl,
- n-Bu3P
- Tri-n-butylphosphin,
- NaHMDS
- Natriumbis(trimethylsilyl)amid,
- NBS
- N-Bromsuccinimid,
- Pd(PPh3)4
- Palladiumtetrakis(triphenylphosphin),
- Pd2(dba)2
- Tris(dibenzylidenaceton)dipalladium(0),
- Ph
- Phenyl,
- PMSF
- α-Toluolsulfonylfluorid,
- Py oder Pyr
- Pyridin,
- PYBOP
- Benzotriazol-1-yloxytripyrrolidinophosphoniumhexafluorphosphat
(oder PyBOP)
- RPLC
- Umkehrphasen-Flüssigchromatographie,
- RT
- Raumtemperatur,
- t-Bu
- tert.-Butyl,
- TRAF
- Tetrabutylammoniumfluorid,
- TBSCI
- tert.-Butyldimethylsilylchlorid,
- TFA
- Trifluoressigsäure,
- THF
- Tetrahydrofuran,
- TIPS
- Triisopropylsilyl,
- TMS
- Tetramethylsilan,
- Tr
- Trityl und
- Ts
- Tosyl.
-
NUTZEN
-
In
einem weiteren Aspekt betrifft diese vorliegende Erfindung ein Verfahren
zur Modulierung der katalytischen Aktivität von PKs (Proteinkinasen)
bei einem Säuger,
der diese benötigt,
umfassend das Inkontaktbringen einer PK mit einer Verbindung der
Formel I.
-
So
wie hierin verwendet, bedeutet die Bezeichnung "Modulation" oder "Modulierung" die Veränderung der katalytischen Aktivität von Rezeptor-Tyrosinkinasen
(RTKs), zellulären
Tyrosinkinasen (CTKs) und Serin-Threonin-Kinasen (STKs). Speziell
bedeutet Modulation die Aktivierung der katalytischen Aktivität von RTKs,
CTKs und STKs, vorzugsweise die Aktivierung oder Inhibierung der
katalytischen Aktivität
von RTKs, CTKs und STKs, abhängig
von der Konzentration der Verbindung oder des Salzes, dem die RTKs,
CTKs oder STKs ausgesetzt sind, oder insbesondere die Inhibierung
der katalytischen Aktivität
von RTKs, CTKs und STKs.
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Die
Bezeichnung "katalytische
Aktivität", so wie sie hierin
verwendet wird, bedeutet die Geschwindigkeit der Phosphorylierung
von Tyrosin unter dem direkten oder indirekten Einfluss von RTKs
und/oder CTKs oder der Phosphorylierung von Serin und Threonin unter
dem direkten oder indirekten Einfluss von STKs.
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Die
Bezeichnung "Inkontaktbringen", so wie sie hierin
verwendet wird, bedeutet das Zusammenbringen einer Verbindung dieser
Erfindung und einer Ziel-PK in einer solchen Weise, dass die Verbindung
die katalytische Wirkung der PK entweder direkt, d.h. durch Wechselwirkung
mit der Kinase selbst, oder indirekt, d.h. durch Wechselwirkung
mit einem weiteren Molekül
von dem die katalytische Aktivität
der Kinase abhängt,
beeinflussen kann. Ein solches "Inkontaktbringen" kann "in vitro", d.h. in einem Reagenzglas,
einer Petrischale oder dergleichen stattfinden. In einem Reagenzglas
kann das Inkontaktbringen nur eine Verbindungen und eine PK von
Interesse umfassen, oder es kann ganze Zellen umfassen. Zellen können auch
in Zellkulturschalen gehalten oder kultiviert und in dieser Umgebung
mit einer Verbindung in Kontakt gebracht werden. In diesem Zusammenhang
kann die Fähigkeit
einer speziellen Verbindung, eine PK-bezogene Störung zu beeinflussen, d.h.
der nachstehend definierte IC50-Wert, ermittelt werden,
bevor die Verbindungen in vivo an komplexeren lebenden Organismen
getestet werden. Für
Zellen außerhalb
des Organismus existieren mehrere Verfahren, um die PKs mit den
Verbindungen in Kontakt zu bringen, und diese sind den Fachleuten
gut bekannt und umfassen, ohne jedoch darauf beschränkt zu sein,
die direkte Zell-Mikroinjektion und zahlreiche Transmembranträgerverfahren.
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Die
oben genannte PK ist ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus einer RTK, einer CTK oder einer STK
in einem weiteren Aspekt dieser Erfindung. Vorzugsweise ist die
PK eine RTK.
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Darüber hinaus
ist es ein Aspekt dieser Erfindung, dass die Rezeptor-Tyrosinkinase
(RTK), deren katalytische Aktivität durch eine Verbindung dieser
Erfindung moduliert wird, ausgewählt
ist aus der Gruppe, bestehend aus EGF, HER2, HER3, HER4, IR, IGF-1
R, IRR, PDGFRα,
PDGFRβ,
TrkA, TrkB, TrkC, HGF, CSFIR, C-Kit, C-fms, Flk-1R, Flk4, KDR/Flk-1,
Fit-1, FGFR-1R, FGFR-1R, FGFR-3R und FGFR-4R. Vorzugsweise ist die
Rezeptorproteinkinase ausgewählt
aus IR, IGF-1R oder IRR.
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Ferner
ist es ein Aspekt dieser Erfindung, dass die zelluläre Tyrosinkinase,
deren katalytische Aktivität durch
eine Verbindung dieser Erfindung moduliert wird, ausgewählt ist
aus der Gruppe, bestehend aus Src, Frk, Btk, Csk, Abl, ZAP70, Fes,
Fps, Fak, Jak, Ack, Yes, Fyn, Lyn, Lck, Blk, Hck, Fgr und Yrk.
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Ein
weiterer Aspekt dieser Erfindung ist, dass die Serin-Threonin-Proteinkinase,
deren katalytische Aktivität
durch eine Verbindung dieser Erfindung moduliert wird, ausgewählt ist
aus der Gruppe, bestehend aus CDK2 und Raf.
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In
einem weiteren Aspekt betrifft diese Erfindung ein Verfahren zur
Behandlung oder Prävention
einer PK-bezogenen Störung
bei einem Säuger,
der eine solche Behandlung benötigt,
umfassend die Verabreichung einer therapeutisch wirksamen Menge
von einer oder mehreren der oben beschriebenen Verbindungen.
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So
wie hierin verwendet, bedeuten "PK-bezogene
Störung", "PK-gesteuerte Störung" und "abnormale PK-Aktivität" alle einen Zustand,
der durch unangemessene (d.h. verringerte oder häufiger übermäßige) katalytische PK-Aktivität gekennzeichnet
ist, wobei die spezielle PK eine RTK, eine CTK oder eine STK sein
kann. Eine unangemessene katalytische Aktivität kann als Folge von entweder:
(1) einer PK-Expression in Zellen, die normalerweise PKs nicht exprimieren;
(2) erhöhter
PK-Expression, die zu unerwünschter/m
Zellproliferation, -differenzierung und/oder -wachstum führt; oder
(3) verringerter PK-Expression,
die zu erwünschten
Verringerungen der Zellproliferation, der Zelldifferenzierung und/oder
des Zellwachstums fahrt, entstehen. Übermäßige Aktivität einer
PK bedeutet entweder die Verstärkung
des Gens, das eine spezielle PK oder ihren Liganden kodiert, oder
die Produktion eines PK-Aktivitätsgrades,
der mit einer Zellproliferations-, -differenzierungs- und/oder -wachstumsstörung korreliert
(d.h., bei steigendem PK-Grad nimmt die Schwere von einem oder mehreren
Symptomen einer Zellstörung
zu, wenn der PK-Aktivitätsgrad
abnimmt).
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"Behandeln" oder "Behandlung" in Bezug auf eine
PK-bezogene Störung
bedeutet die Linderung oder Beseitigung der Ursache und/oder der
Auswirkungen einer PK-bezogenen Störung.
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So
wie hierin verwendet, bedeuten die Bezeichnungen "Prävention", "Verhinderung" und "Verhindern" ein Verfahren, um
zu verhindern, dass ein Säuger überhaupt
eine PK-bezogene Störung
ausbildet.
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Die
Bezeichnung "Verabreichung" und Varianten davon
(z.B. "Verabreichung" einer Verbindung)
in Bezug auf eine Verbindung der Erfindung bedeutet das Einbringen
der Verbindung oder eines Prodrugs der Verbindung in das System
des Tiers, das die Behandlung benötigt. Wenn eine Verbindung
der Erfindung oder ein Prodrug davon in Kombination mit einem oder
mehreren anderen Wirkstoffen (z.B. einem zytotoxischen Mittel usw.)
zur Verfügung
gestellt wird, sollen "Verabreichung" und dessen Varianten
jeweils so verstanden werden, dass das gleichzeitige und das sequentielle
Einbringen der Verbindung oder des Prodrugs davon und anderer Mittel
umfasst ist.
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Die
Bezeichnung "therapeutisch
wirksame Menge",
wie sie hierin verwendet wird, bedeutet die Menge einer Wirkverbindung
oder eines pharmazeutischen Mittels, die die biologische oder medizinische
Reaktion in einem Gewebe, System, Tier oder Menschen hervorruft,
die von einem Forscher, Tiermediziner, Mediziner oder anderen Kliniker
gewünscht
wird.
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Die
Bezeichnung "Behandlung
von Krebs" oder "Behandeln von Krebs" bedeutet die Verabreichung an
einen an einem kanzerösen
Zustand erkrankten Säuger
und bedeutet eine Wirkung, welche den kanzerösen Zustand durch Abtöten der
kanzerösen
Zellen abschwächt,
sie bedeutet jedoch auch eine Wirkung, die zur Inhibierung des Wachstums
und/oder der Metastase des Karzinoms fahrt.
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Die
Proteinkinase-bezogene Störung
kann ausgewählt
sein aus der Gruppe, bestehend aus einer RTK-, einer CTK- oder,
in einem weiteren Aspekt dieser Erfindung, einer STK-bezogenen Störung. Vorzugsweise
ist die Proteinkinase-bezogene Störung eine RTK-bezogene Störung.
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Bei
noch einem weiteren Aspekt dieser Erfindung kann die oben genannte
PK-bezogene Störung
ausgewählt
sein aus der Gruppe, bestehend aus einer EGFR-bezogenen Störung, einer
PDGFR-bezogenen Störung,
einer IGFR-bezogenen Störung
und einer flk-bezogenen Störung.
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Die
oben genannte PK-bezogene Störung
kann ein Krebs sein, ausgewählt
aus, ohne jedoch beschränkt
zu sein auf, Astrozytom, basale oder squamöse Zellkarzinome, Hirnkrebs,
Glioblastom, Blasenkrebs, Brustkrebs, kolorektalem Karzinom, Chondrosarkom,
Gebärmutterhalskrebs,
Nebennierenkarzinom, Choriokarzinom, Ösophaguskarzinom, Endometriumkarzinom,
Erythroleukämie,
Swing-Sarkom, Gastrointestinalkarzinom, Kopf- und Halskrebs, Leberkrebs,
Gliom, hepatozellulärem Karzinom,
Leukämie,
Leiomyom, Melanom, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, Nervenkrebs,
Ovarialkarzinom, Bauchspeicheldrüsenkrebs,
Prostatakrebs, Nierenzellkarzinom, Rhabdomyosarkom, kleinzelligem
Lungenkrebs, Thymusdrüsenkrebs,
Schilddrüsenkrebs,
Hodenkrebs und Osteosarkom in einem weiteren Aspekt dieser Erfindung.
Besonders bevorzugt ist die PK-bezogene Störung ein Krebs, ausgewählt aus
Hirnkrebs, Brustkrebs, Prostatakrebs, kolorektalem Karzinom, kleinzelligem
Lungenkrebs, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, Nierenzellkarzinom
oder Endometriumkarzinom.
-
Vom
Umfang der vorliegenden Erfindung umfasst ist eine pharmazeutische
Zusammensetzung, die aus einer wie oben beschriebenen Verbindung
der Formel I und einem pharmazeutisch annehmbaren Träger besteht.
Die vorliegende Erfindung umfasst auch ein Verfahren zur Behandlung
oder Prävention
von Krebs bei einem Säuger,
der eine solche Behandlung benötigt,
umfassend die Verabreichung einer therapeutisch wirksamen Menge
einer Verbindung der Formel I an den Säuger. Krebsarten, die mit Hilfe
der Verbindungen der Formel I behandelt werden können, sind u.a., ohne jedoch
darauf beschränkt
zu sein, Astrozytom, basale oder squamöse Zellkarzinome, Hirnkrebs,
Glioblastom, Blasenkrebs, Brustkrebs, kolorektales Karzinom, Chondrosarkom,
Gebärmutterhalskrebs,
Nebennierenkarzinom, Choriokarzinom, Ösophaguskarzinom, Endometriumkarzinom,
Erythroleukämie,
Ewing-Sarkom, Gastrointestinalkarzinom, Kopf- und Halskrebs, Leberkrebs,
Gliom, hepatozelluläres
Karzinom, Leukämie,
Leiomyom, Melanom, nicht-kleinzelliger Lungenkrebs, Nervenkrebs,
Ovarialkarzinom, Bauchspeicheldrüsenkrebs,
Prostatakrebs, Nierenzellkarzinom, Rhabdomyosarkom, kleinzelliger
Lungenkrebs, Thymusdrüsenkrebs,
Schilddrüsenkrebs,
Hodenkrebs und Osteosarkom in einem weiteren Aspekt dieser Erfindung.
Besonders bevorzugt ist der behandelte Krebs ausgewählt aus
Brustkrebs, Prostatakrebs, kolorektalem Karzinom, kleinzelligem
Lungenkrebs, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, Nierenzellkarzinom
oder Endometriumkarzinom.
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Die
oben genannte PK-bezogene Störung
kann eine IGFR-bezogene Störung
sein, ausgewählt
aus Diabetes, einer Autoimmunstörung,
Alzheimer- und anderen Kognitionsstörungen, einer Hyperproliferationsstörung, Alterung,
Krebs, Akromegalie, Morbus-Crohn, Endometriose, diabetischer Retinopathie,
Restenose, Fibrose, Psoriasis, Osteoarthritis, rheumatoider Arthritis,
einer Entzündungsstörung und
Angiogenese bei noch einem weiteren Aspekt dieser Erfindung.
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Ein
Verfahren zur Behandlung oder Prävention
von Netzhautvaskularisierung, umfassend die Verabreichung einer
therapeutisch wirksamen Menge einer Verbindung der Formel I an einen
Säuger,
der eine solche Behandlung benötigt,
ist ebenfalls von der vorliegenden Erfindung umfasst. Verfahren
zur Behandlung von Augenerkrankungen, wie z.B. diabetischer Retinopathie
und altersbezogener Makuladegeneration, sind ebenfalls Teil der
Erfindung. Ebenfalls vom Umfang der vorliegenden Erfindung umfasst
ist ein Verfahren zur Behandlung oder Prävention von Entzündungserkrankungen,
wie z.B. rheumatoider Arthritis, Psoriasis, Kontaktdermatitis und
verzögerten Überempfindlichkeitsreaktionen,
sowie zur Behandlung oder Prävention
von knochenbezogenen Pathologien, ausgewählt aus Osteosarkom, Osteoarthritis
und Rachitis.
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Andere
Störungen,
die mit Verbindungen dieser Erfindung behandelt werden können, sind
u.a., ohne darauf beschränkt
zu sein, immunologische und kardiovaskuläre Störungen, wie z.B. Atherosklerose.
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Die
Erfindung sieht auch die Verwendung der hier beanspruchten Verbindungen
in Kombination mit einer zweiten Verbindung vor, die ausgewählt ist
aus der Gruppe, bestehend aus:
- 1) einem Östrogenrezeptormodulator,
- 2) einem Androgenrezeptormodulator,
- 3) einem Retinoidrezeptormodulator,
- 4) einem zytotoxischen Mittel,
- 5) einem antiproliferativen Mittel,
- 6) einem Prenyl-Protein-Transferase-Inhibitor,
- 7) einem HMG-CoA-Reduktase-Inhibitor,
- 8) einem HIV-Proteaseinhibitor,
- 9) einem Reverse-Transkriptase-Inhibitor und
- 10) einem Angiogeneseinhibitor.
-
Ein
bevorzugter Angiogeneseinhibitor ist ausgewählt aus der Gruppe, bestehend
aus einem Tyrosinkinaseinhibitor, einem Inhibitor des epidermalen
Wachstumsfaktors, einem Inhibitor des Fibroblasten-Wachstumsfaktors,
einem Inhibitor des Thrombozyten-Wachstumsfaktors, einem MMP-Inhibitor, einem
Integrin-Blocker, Interferon-α,
Interleukin-12, Pentosanpolysulfat, einem Cyclooxygenase-Inhibitor, Carboxyamidotriazol, Combretastatin
A-4, Squalamin, 6-O-(Chloracetylcarbonyl)fumagillol, Thalidomid,
Angiostatin, Troponin-1 und einem Antikörper gegen VEGF. Bevorzugte Östrogenrezeptormodulatoren
sind Tamoxifen und Raloxifen.
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Ebenfalls
vom Umfang der Ansprüche
umfasst ist ein Verfahren zur Behandlung von Krebs, umfassend die
Verabreichung einer therapeutisch wirksamen Menge einer Verbindung
der Formel I in Kombination mit einer Verbindung, ausgewählt aus
der Gruppe, bestehend aus:
- 1) einem Östrogenrezeptormodulator,
- 2) einem Androgenrezeptormodulator,
- 3) einem Retinoidrezeptormodulator,
- 4) einem zytotoxischen Mittel,
- 5) einem antiproliferativen Mittel,
- 6) einem Prenyl-Protein-Transferase-Inhibitor,
- 7) einem HMG-CoA-Reduktase-Inhibitor,
- 8) einem HIV-Proteaseinhibitor,
- 9) einem Reverse-Transkriptase-Inhibitor und
- 10) einem Angiogeneseinhibitor.
-
Und
noch eine weitere Ausführungsform
ist das Verfahren zur Behandlung von Krebs durch Verwendung der
oben erörterten
Kombination in Verbindung mit Strahlentherapie.
-
Und
noch eine weitere Ausführungsform
der Erfindung ist ein Verfahren zur Behandlung von Krebs, das die
Verabreichung einer therapeutisch wirksamen Menge einer Verbindung
der Formel I in Kombination mit Paclitaxel oder Trastuzumab umfasst.
Die PKs, deren katalytische Aktivität durch die Verbindungen dieser Erfindung
moduliert wird, sind u.a. Protein-Tyrosin-Kinasen, von denen es
zwei Arten gibt, Rezeptor-Tyrosinkinasen (RTKs) und zelluläre Tyrosinkinasen
(CTKs), und Serin-Threonin-Kinasen
(STKs). Die RTK-vermittelte Signaltransduktion wird durch extrazelluläre Wechselwirkung
mit einem spezifischen Wachstumsfaktor (Ligand) initiiert, gefolgt
von der Rezeptordimerisierung (oder von konformativen Änderungen
im Falle von IR, IGF-1R oder IRR), transienter Stimulierung der
intrinsischen Protein-Tyrosin-Kinase-Aktivität, Autophosphorylierung und
anschließender
Phosphorylierung anderer Substratproteine. Dabei werden Bindungsstellen
für Moleküle zur intrazellulären Signaltransduktion
erzeugt und führen
zur Bildung von Komplexen mit einem Spektrum an Molekülen zur
zytoplasmischen Signalgebung, welche die entsprechende Zellreaktion
ermöglichen
(z.B. Zellteilung, metabolische Wirkungen auf die extrazelluläre Mikroumgebung
usw.). Siehe Schlessinger und Ullrich, 1992, Neuron 9: 303-391.
-
Es
wurde gezeigt, dass Tyrosinphosphorylierungsstellen an Wachstumsfaktorrezeptoren
als hochaffinitive Bindungsstellen für SH2(src-Homologie)-Domänen von
Signalgebungsmolekülen
fungieren. Fantl et al., 1992, Cell 69: 413-423; Songyang et al.,
1994, Mol., Cell. Biol. 14: 2777-2785); Songyang et al., 1993, Cell
72: 767-778; und Koch et al., 1991, Science 252: 668-678. Eine weitere
Signalgebungsmoleküldomäne, die
mit phosphorylierten Tyrosinen wechselwirkt, wird PTB-Domäne genannt.
Blaikie et al., 1994, J. Biol. Chem. 269: 32031-32034; Gustafson
et al., 1995, Mol. Cell Biol., 15: 2500-25008; Kavanaugh und Williams,
1994, Science 266: 1862-1865. Verschiedene intrazelluläre Substratproteine,
die mit RTKs assoziieren, wurden identifiziert. Sie können in
zwei Hauptgruppen unterteilt werden: (1) Substrate, die eine katalytische
Domäne
besitzen, und (2) Substrate, denen eine solche Domäne fehlt,
die jedoch als Adapter dienen und mit katalytisch aktiven Molekülen assoziieren.
Songyang et al., 1993, Cell 72: 767-778. Die Spezifität der Wechselwirkungen
zwischen Rezeptoren und SH2-Domänen ihrer
Substrate wird durch die Aminosäurereste
ermittelt, welche den phosphorylierten Tyrosinrest unmittelbar umgeben.
Unterschiede bei den Bindungsaffinitäten zwischen SH2- oder PTB-Domänen und
den Aminosäuresequenzen,
welche die Phosphotyrosinreste an speziellen Rezeptoren umgeben,
stimmen mit den beobachteten Unterschieden in ihren Substratphosphorylierungsprofilen überein. Songyang
et al., 1993, Cell 72: 767-778. Diese Beobachtungen legen nahe,
dass die Funktion einer jeden RTK nicht nur durch ihr Expressionsmuster
und ihre Ligandenverfügbarkeit
bestimmt wird, sondern auch durch die Reihe von Stromabwärts-Signaltransduktionswegen,
die von einem speziellen Rezeptor aktiviert werden. Daher stellt
die Phosphorylierung einen wichtigen regulierenden Schritt dar,
der die Selektivität
der Signalwege, die durch spezielle Wachstumsfaktorrezeptoren rekrutiert
werden, sowie Differenzierungsfaktorrezeptoren bestimmt.
-
STKs,
die hauptsächlich
zytosolisch sind, beeinflussen die interne Biochemie der Zelle,
oft als eine Stromabwärts-Reaktion
auf ein PTK-Ereignis. STKs wurden mit dem Signalgebungsverfahren
in Verbindung gebracht, welches die DNA-Synthese und die nachfolgende
Mitose, die zur Zellproliferation führt, initiiert.
-
Daher
führt die
PK-Signaltransduktion neben anderen Reaktionen zur Zellproliferation,
zur Zelldifferenzierung, zum Zellwachstum, zum Zellmetabolismus
und zu zellulärer
Mobilität.
Eine abnormale Zellproliferation kann zu einer Reihe von Störungen und
Erkrankungen (ihren, einschließlich
der Ausbildung von Neoplasie, wie z.B. Karzinom, Sarkom, Glioblastom
und Hämangiom,
Störungen
wie Leukämie,
Psoriasis, Arteriosklerose, Arthritis und diabetische Retinopathie,
und Störungen,
die mit einer unkontrollierten Angiogenese und/oder Vaskulogenese
verbunden sind.
-
Ein
genaues Verständnis
des Mechanismus, durch den die Verbindungen dieser Erfindung PKs
inhibieren, ist nicht notwendig, um die vorliegende Erfindung auszuführen. Dennoch
wird angenommen, ohne dabei an einen speziellen Mechanismus oder
eine spezielle Theorie gebunden sein zu wollen, dass die Verbindungen
mit den Aminosäuren
in der katalytischen Region von PKs Wechselwirken. PKs besitzen
typischerweise eine zweilappige Struktur, bei der ATP in dem Spalt
zwischen den zwei Lappen in einem Bereich, in dem die Aminosäuren unter
PKs konserviert sind, zu binden scheint. Man nimmt an, dass Inhibitoren
von PKs durch nicht-kovalente Wechselwirkungen binden, wie z.B.
durch Wasserstoffbindung, Van-der-Waals-Kräfte und ionische Wechselwirkungen,
in dem gleichen allgemeinen Bereich, in dem auch das oben genannte
ATP an die PKs bindet. Die hierin offenbarten Verbindungen besitzen
einen Nutzen als In-Vitro-Tests für solche Proteine sowie dadurch,
dass sie in vivo therapeutische Wirkungen durch Wechselwirkungen
mit solchen Proteinen besitzen.
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In
einem weiteren Aspekt ist die Proteinkinase (PK), deren katalytische
Wirkung durch Kontakt mit einer Verbindung dieser Erfindung moduliert
wird, eine Protein-Tyrosin-Kinase (PTK), insbesondere eine Rezeptor-Protein-Tyrosin-Kinase
(RTK). Unter den RTKs, deren katalytische Aktivität mit einer
Verbindung dieser Erfindung oder einem Salz davon moduliert werden
kann, sind, ohne Einschränkung,
EGF, HER2, HER3, HER4, IR, IGF-1R, IRR, PDGFRα, PDGFRβ, TrkA, TrkB, TrkC, HGF, CSFIR,
C-Kit, C-fms, Flk-1R, Flk4, KDR/Flk-1, Fit-1, FGFR-1R, FGFR-2R,
FGFR-3R und FGFR-4R. Besonders bevorzugt ist die RTK ausgewählt aus IGF-1R.
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Die
Protein-Tyrosin-Kinase, deren katalytische Aktivität durch
Kontakt mit einer Verbindung dieser Erfindung oder einem Salz oder
Prodrug davon moduliert wird, kann auch eine Nichtrezeptor- oder
zelluläre
Protein-Tyrosin-Kinase (CTK) sein. So kann die katalytische Aktivität von CTKs,
wie z.B., ohne Einschränkung, Src,
Frk, Btk, Csk, Abl, ZAP70, Fes, Fps, Fak, Jak, Ack, Yes, Fyn, Lyn,
Lck, Blk, Hck, Fgr und Yrk, durch Kontakt mit einer Verbindung oder
einem Salz dieser Erfindung moduliert werden.
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Noch
eine weitere Gruppe von PKs, deren katalytische Aktivität durch
Kontakt mit einer Verbindung dieser Erfindung moduliert werden kann,
sind die Serin-Threonin-Proteinkinasen, wie z.B., ohne Einschränkung, CDK2
und Raf.
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Diese
Erfindung betrifft auch Verbindungen, welche die PK-Signaltransduktion
durch Beeinflussung der enzymatischen Aktivität von RTKs, CTKs und/oder STKs
modulieren, wodurch sie die von solchen Proteinen transduzierten
Signale stören.
Speziell betrifft die vorliegende Erfindung Verbindungen, welche
die durch RTK, CTK und/oder STK vermittelten Signaltransduktionswege
modulieren, als therapeutischen Versuch zur Heilung vieler Arten
von festen Tumoren, einschließlich,
ohne jedoch beschränkt
zu sein auf, Karzinome, Sarkome, einschließlich Kaposi-Sarkom, Erythroblastom,
Glioblastom, Meningiom, Astrozytom, Melanom und Myoblastom. Die
Behandlung oder Prävention
nichtfester Tumorkarzinome, wie z.B. Leukämie, ist von dieser Erfindung
ebenfalls vorgesehen. Indikationen können u.a. Hirnkarzinome, Blasenkarzinome,
Ovarialkarzinome, Magenkarzinome, Bauchspeicheldrüsenkarzinome,
Darmkarzinome, Blutkarzinome, Brustkarzinome, Prostatakarzinome,
Nierenzellkarzinome, Lungenkrebs und Knochenkarzinome sein, ohne
jedoch darauf beschränkt zu
sein.
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Weitere
Beispiele für
die Arten von Störungen,
die mit einer unzureichenden PK-Aktivität verbunden sind und für deren
Prävention,
Behandlung und Untersuchung die hierin beschriebenen Verbindungen
von Nutzen sein können,
sind, ohne darauf beschränkt
zu sein, Zellproliferationsstörungen,
fibrotische Störungen und
Stoffwechselstörungen.
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Wie
zuvor erwähnt,
gehört
der Rezeptor von insulinähnlichem
Wachstumsfaktor 1 (IGF-1R) zur Familie der Transmembrantyrosinkinaserezeptoren,
wie z.B. der Thrombozytenwachstumsfaktorrezeptor, der Rezeptor von
epidermalem Wachstumsfaktor und der Insulinrezeptor. Es gibt zwei
bekannte Liganden für
den IGF-1R-Rezeptor. Diese sind IGF-1 und IGF-2. So wie hierin verwendet,
bezieht sich die Bezeichnung "IGF" sowohl auf IGF-1
als auch auf IGF-2. Die Familie der Liganden, Rezeptoren und Bindungsproteine
von insulinähnlichem
Wachstumsfaktor ist bei Krywicki und Yee, Breast Cancer Research
and Treatment, 22:7-19, zusammengefasst.
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IGF/IGF-1R-gesteuerte
Störungen
sind durch eine unzureichende oder übermäßige Aktivität von IGF/IGF-1R
gekennzeichnet. Eine unzureichende IGF-Aktivität bedeutet entweder: (1) eine
IGF- oder IGF-1R-Expression
in Zellen, die normalerweise IGF oder IGF-1R nicht exprimieren;
(2) eine erhöhte
IGF- oder IGF-1R-Expression, die zu einer unerwünschten Zellproliferation,
wie z.B. Krebs, führt;
(3) eine erhöhte
IGF- oder IGF-1R-Aktivität,
die zu unerwünschter
Zellproliferation, wie z.B. Krebs, führt, und/oder eine übermäßige IGF-
oder IGF-1R-Aktivität.
Eine übermäßige IGF-
oder IGF-1R-Aktivität
bedeutet entweder eine Verstärkung des
Gens, das IGF-1, IGF-2, IGF-1R kodiert, oder die Erzeugung eines
IGF-Aktivitätsgrades,
der mit Zellproliferationsstörungen
korreliert werden kann (d.h. mit steigendem IGF-Grad nimmt die Schwere
von einem oder mehreren der Symptome der Zellproliferationsstörung zu).
Auch die Bioverfügbarkeit
von IGF-1 und IGF-2 kann durch die Gegenwart oder Abwesenheit eines
Satzes IGF-Bindungspräsenz oder
-abwesenheit eines Satzes IGF-Bindungsproteine (IGF BPs), von denen
sechs bekannt sind, beeinflusst werden. Die übermäßige Aktivität von IGF/IGF-1R
kann auch von einer Herabregulierung von IGF-2, das eine IGF-2-Bindungsdomäne, jedoch
keine intrazelluläre
Kinasedomäne,
enthält,
herrühren.
Beispiele für
IGF/IGF-1R-gesteuerte Störungen sind
u.a. die verschiedenen IGF/IGF-1R-bezogenen
menschlichen bösartigen
Tumore, die bei Cullen, et al., Cancer Investigation, 9(4): 443-454,
1991, welches hierin durch Bezugnahme vollständig aufgenommen ist, einschließlich sämtlicher
Zeichnungen, zusammengefasst sind. Die klinische Bedeutung und Rolle
bei der Regulierung der Osteoblastenfunktion von IGF/IGF-1Rs ist
bei Schmid, Journal of Internal Medicine, 234: 535-542, 1993, zusammengefasst.
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Somit
umfassen die IGF-1R-Aktivitäten:
(1) Phosphorylierung von IGF-1R-Protein; (2) Phosphorylierung eines
IGF-1R-Proteinsubstrats; (3) Wechselwirkung mit einem IGF-Adapterprotein;
(4) IGF-1R-Proteinoberflächenexpression.
Weitere IGF-1R-Proteinaktivitäten
können
durch Standardverfahren identifiziert werden. Die IGF-IR-Aktivität kann durch
Messung von einer oder mehreren der folgenden Aktivitäten untersucht werden:
(1) Phosphorylierung von IGF-1R; (2) Phosphorylierung eines IGF-1R-Susbstrats; (3) Aktivierung
eines IGF-1R-Adapter-Moleküls;
und (4) Aktivierung von Stromabwärts-Signalgebungsmolekülen, und/oder
(5) erhöhte
Zellteilung. Diese Aktivitäten
können
durch nachstehend beschriebene und im Stand der Technik bekannte
Verfahren gemessen werden.
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IGF-1R
wurde als eine absolute Notwendigkeit zur Errichtung und Aufrechterhaltung
des transformierten Phänotyps
sowohl in vitro als auch in vivo in verschiedenen Zelltypen genannt
(R. Baserga, Cancer Research 55: 249-252, 1995). Es wurde berichtet,
dass Herbimycin A die IGF-1R-Protein-Tyrosin-Kinase und die Zellproliferation in
menschlichen Brustkrebszellen inhibiert (Sepp-Lorenzino, et al.,
1994, J. Cell Biochem. Suppl. 18b: 246). Versuche, welche die Rolle
von IGF-1R bei der Umwandlung untersuchen, setzten Antisense-Strategien,
dominant negative Mutanten und Antikörper für den IGF-1R ein und führten zu
der Annahme, dass IGR-1R ein bevorzugtes Ziel für therapeutische Interventionen
sein kann.
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IGF-1R
wurde, außer
dass er mit Ernährungstherapie
und Typ-II-Diabetes in Verbindung gebracht wurde, auch mit mehreren
Arten von Karzinomen in Verbindung gebracht. Zum Beispiel wurde
IGF-1 als ein autokriner Wachstumsstimulator für mehrere Tumorarten genannt,
z.B. für
menschliche Brustkrebs-Karzinomzellen
(Arteago et al., J. Clin. Invest., 1989, 84:1418-1423) und kleinzellige
Lungentumorzellen (Macauley et al., Cancer Res., 1989, 50: 2511-2517).
Ferner scheint IGF-1, während
er ganzheitlich bei dem normalen Wachstum und der normalen Differenzierung
des Nervensystems beteiligt ist, ein autokriner Anreger für menschliche
Gliome zu sein. Sandberg-Nordgvist et al., Cancer Res., 1993, 53:
2475-2478.
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Ein
Beispiel für
die potentielle Beteiligung von IGF-2 bei kolorektalem Karzinom
findet sich bei der Hochregulierung von IGF-2 mRNA bei Darmtumoren,
verglichen mit normalem Darmgewebe. (Zhang et al., Science (1997)
276: 1268-1272.) IGF-2 kann auch eine Rolle bei der hypoxieinduzierten
Neovaskularisierung von Tumoren spielen. (Minet et al., Int. J.
Mol. Med. (2000) 5:253-259.) IGF-2 kann auch bei der Tumorgenese durch
Aktivierung einer Insulinrezeptor-Isoform-A eine Rolle spielen.
Die IGF-2-Aktivierung
von Insulinrezeptor-Isoform-A aktiviert die Zellüberlebenssignalgebungswege
in Zellen, ihr relativer Beitrag zum Tumorzellenwachstum und -überleben
ist derzeit jedoch nicht bekannt. Die Kinasedomäne von Insulinrezeptor-Isoform-A ist
mit der des Standard-Insulinrezeptors identisch. Scalia et al.,
2001, J. Cell Biochem. 82: 610-618.
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Die
Bedeutung von IGF-1R und dessen Liganden in kultivierten Zelltypen
(Fibroblasten, Epithelzellen, Glattmuskelzellen, T-Lymphozyten,
myeloische Zellen, Chondrozyten und Osteoblasten (die Stammzellen
des Knochenmarks)) wird durch die Fähigkeit von IGF-1, das Zellwachstum
und die Zellproliferation zu stimulieren, veranschaulicht. Goldring
und Goldring, Eukaryotic Gene Expression, 1991, 1: 301-326. In einer
Reihe von kürzlichen
Publikationen schlagen Baserga und andere vor, dass IGF-1R eine zentrale
Rolle bei dem Mechanismus der Transformation spielen und als solche
ein bevorzugtes Ziel für
therapeutische Interventionen für ein
breites Spektrum an menschlichen bösartigen Tumoren sein könnten. Baserga,
Cancer Res., 1995, 55: 249-252; Baserga, Cell, 1994, 79: 927-930;
Coppola et al., Mol. Cell. Biol., 1994, 14: 4588-4595; Baserga, Trends
in Biotechnology, 1996, 14: 150-152; H.M. Khandwala et al., Endocrine
Reviews, 21: 215-244, 2000. Die vorwiegenden Karzinome, die durch
Verwendung einer Verbindung der vorliegenden Erfindung behandelt werden
können,
sind u.a., ohne jedoch darauf beschränkt zu sein, Brustkrebs, Prostatakrebs,
Kolorektalkarzinom, kleinzelliger Lungenkrebs, nicht-kleinzelliger
Lungenkrebs, Nierenzellkarzinom oder Endometriumkarzinom.
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IGF-1
wurde auch mit Netzhaut-Neovaskularisierung in Verbindung gebracht.
Bei manchen Patienten mit einer hohen Konzentration an IGF-1 wurde
eine proliferative diabetische Retinopathie beobachtet. (L.E. Smith
et al., Nature Medicine, 1999, 5:1390-1395.)
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Die
Verbindungen der vorliegenden Erfindung können auch als Anti-Aging-Mittel
geeignet sein. Es wurde festgestellt, dass eine Verbindung zwischen
der IGF-Signalgebung und dem Altern besteht. Versuche haben gezeigt,
dass Säuger,
deren Kalorienaufnahme eingeschränkt
wurde, niedrige Konzentrationen an Insulin und IGF-1 und eine höhere Lebensdauer
besitzen. Ähnliche
Beobachtungen wurden auch bei Insekten gemacht. (Siehe C. Kenyon,
Cell, 2001, 105: 165-168; E. Strauss, Science, 2001, 292: 41-43;
K.D. Kimura et al., Science 1997, 277: 942-946; M. Tatar et al.,
Science, 2001, 292: 107-110).
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STKs
wurden bei vielen Karzinomarten impliziert, vor allem bei Brustkrebs
(Cance et al., Int. J. Cancer, 1993, 54:571-577).
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Die
Verbindung zwischen einer abnormalen PK-Aktivität und einer Erkrankung ist
nicht auf Krebs beschränkt.
Zum Beispiel wurden RTKs mit Erkrankungen, wie z.B. Psoriasis, Diabetes
mellitus, Endometriose, Angiogenese, Ausbildung atheromatöser Plaques,
Alzheimer-Krankheit, epidermale Hyperproliferation, neurodegenerative
Erkrankungen, altersbezogene Makuladegeneration und Hämangiome,
in Verbindung gebracht. Zum Beispiel wurde EGFR bei der kornealen
und dermalen Wundheilung angegeben. Insulin-R- und IGF-1R-Defekte
treten bei Typ-II-Diabetes mellitus auf. Eine vollständigere
Korrelation zwischen spezifischen RTKs und ihrem therapeutischen
Indikationen ist bei Plowman et al., DN&P, 1994, 7: 334-339, angegeben.
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Wie
zuvor erwähnt,
sind nicht nur RTKs, sondern auch CTKs, einschließlich, ohne
jedoch beschränkt zu
sein auf, src, abl, fps, yes, fyn, lyn, lck, Zap70, lbk, hck, fgr
und yrk (zusammengefasst durch Solen et al., FASEB J., 1993, 6:
3403-3409), beim proliferativen und metabolischen Signaltransduktionsweg
beteiligt, und es könnte
somit erwartet werden und es wurde gezeigt, dass sie bei vielen
PTK-vermittelten
Störungen
beteiligt sind, auf die die vorliegende Erfindung abzielt. Zum Beispiel
wurde gezeigt, dass mutiertes src (v-src) ein Onkoprotein (pp60v-src) bei Hühnern ist. Darüber hinaus überträgt dessen
Zellhomolog, das Protoonkogen pp60c-src onkogene
Signale an viele Rezeptoren. Die Überexprimierung von EGFR oder
HER2/neu in Tumoren führt
zur konstitutiven Aktivierung von pp60c-src,
welche für
maligne Zellen charakteristisch ist, die jedoch bei normalen Zellen
fehlt. Andererseits weisen Mäuse,
die defizient in der Expression von c-src sind, einen osteopetrotischen
Phänotyp
auf, was auf eine wichtige Beteiligung von c-src bei der Osteoklastenfunktion
und auf eine mögliche
Beteiligung bei verwandten Störungen
hindeutet.
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Ähnlich wurde
Zap70 mit der T-Zellen-Signalgebung in Verbindung gebracht, welche
mit Autoimmunstörungen
verbunden sein kann.
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STKs
wurden mit Entzündung,
Autoimmunerkrankungen, Immunreaktionen und Hyperproliferationsstörungen wie
Restenose, Fibrose, Psoriasis, Osteoarthritis und rheumatoider Arthritis
in Verbindung gebracht.
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PKs
wurden auch bei der Embryonenimplantierung genannt. So können die
Verbindungen dieser Erfindung ein wirksames Verfahren zur Prävention
einer solchen Embyonenimplantation liefern und dabei als Mittel
zur Geburtenkontrolle geeignet sein.
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Schließlich stehen
sowohl RTKs als auch CTKs derzeit im Verdacht, bei Hyperimmunstörungen beteiligt
zu sein.
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Diese
und andere Aspekte der Erfindung werden aus den hierin enthaltenen
Lehren offensichtlich werden.
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Ein
Verfahren zur Identifizierung einer chemischen Verbindung, welche
die katalytische Aktivität
von einer oder mehreren der oben erörterten Proteinkinasen moduliert,
ist ein weiterer Aspekt dieser Erfindung. Das Verfahren umfasste
das Inkontaktbringen von Zellen, welche die erwünschte Proteinkinase exprimieren, mit
einer Verbindung dieser Erfindung (oder ihrem Salz oder Prodrug)
und die Untersuchung der Zellen auf irgendwelche Auswirkungen, welche
die Verbindung auf diese hat. Die Auswirkung kann eine beliebige,
entweder durch das bloße
Auge oder durch Verwendung von Gerätschaften beobachtbare Änderung
oder nicht vorhandene Änderung
in einem Zell-Phänotyp
sein. Die Änderung
oder die nicht vorhandene Änderung
in dem untersuchten Zell-Phänotyp
kann zum Beispiel, ohne Einschränkung,
eine Änderung
oder eine nicht vorhandene Änderung
der katalytischen Aktivität
der Proteinkinase in Zellen oder eine Änderung oder nicht vorhandene Änderung
bei der Wechselwirkung der Proteinkinase mit einem natürlichen
Bindungspartner sein.
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ZUSAMMENSETZUNG
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Pharmazeutische
Zusammensetzungen der obigen Verbindungen sind ein weiterer Aspekt
dieser Erfindung.
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So
wie hierin verwendet, soll die Bezeichnung "Zusammensetzung" ein Produkt umfassen, das die angegebenen
Bestandteile in den angegebenen Mengen enthält, sowie ein beliebiges Produkt,
das direkt oder indirekt durch Kombination der angegebenen Bestandteile
in den angegebenen Mengen resultiert.
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Die
vorliegende Erfindung umfasst auch eine pharmazeutische Zusammensetzung,
die zur Behandlung von Krebs geeignet ist, umfassend die Verabreichung
einer therapeutisch wirksamen Menge der Verbindungen dieser Erfindung
mit oder ohne pharmazeutisch annehmbaren Trägern oder Verdünnungsmitteln.
Geeignete Zusammensetzungen dieser Erfindung enthalten wässrige Lösungen,
welche Verbindungen dieser Erfindung und pharmakologisch annehmbare
Träger,
z.B. Kochsalzlösung,
bei einem pH-Wert von z.B. 7,4 enthalten. Die Lösungen können in die Blutbahn eines
Patienten durch lokale Bolus-Injektion eingebracht werden.
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Die
pharmazeutischen Zusammensetzungen, die den Wirkstoff enthalten,
können
in einer zur oralen Verwendung geeigneten Form vorliegen, zum Beispiel
als Tabletten, Pastillen, Lutschtabletten, wässrige oder ölige Suspensionen,
dispergierbare Pulver oder Granulate, Emulsionen, Hart- oder Weichkapseln
oder Sirupe oder Elixiere. Zur oralen Verwendung bestimmte Zusammensetzungen
können
gemäß einem
beliebigen, im Stand der Technik bekannten Verfahren zur Herstellung
von pharmazeutischen Zusammensetzungen hergestellt werden, und solche
Zusammensetzungen können
ein oder mehrere Mittel enthalten, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend
aus Süßstoffen,
Aromastoffen, Farbmitteln und Konservierungsstoffen, um pharmazeutisch
geschmackvolle und wohlschmeckende Präparate zur Verfügung zu
stellen. Tabletten enthalten den Wirkstoff im Gemisch mit nichttoxischen
pharmazeutisch annehmbaren Hilfsstoffen, die sich zur Herstellung von
Tabletten eignen. Diese Hilfsstoffe können zum Beispiel inerte Verdünnungsmittel,
wie z.B. Calciumcarbonat, Natriumcarbonat, Lactose, Calciumphosphat
oder Natriumphosphat; Granulier- und Sprengmittel, zum Beispiel
mikrokristalline Zellulose, Croscarmellose-Natrium, Maisstärke oder
Alginsäure;
Bindemittel, zum Beispiel Stärke,
Gelatine, Polyvinylpyrrolidon oder Akaziengummi, und Gleitmittel,
zum Beispiel Magnesiumstearat, Stearinsäure oder Talk, sein. Die Tabletten
können
ohne Überzug
sein, oder sie können
durch bekannte Verfahren überzogen
werden, um den unangenehmen Geschmack des Arzneistoffes zu maskieren
oder die Auflösung
und Absorption im Magen-Darm-Trakt zu verzögern und dadurch über längere Zeit
eine nachhaltige Wirkung zu ergeben. Zum Beispiel kann ein wasserlösliches
Maskierungsmaterial, wie z.B. Hydroxypropylmethylcellulose oder
Hydroxypropylcellulose, oder ein Zeitverzögerungsmaterial, wie z.B. Ethylcellulose,
Celluloseacetatbutyrat, eingesetzt werden.
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Die
Verbindungen der vorliegenden Erfindung können auch zusammen mit anderen
gut bekannten therapeutischen Mitteln, die aufgrund ihrer speziellen
Eignung gegen den behandelten Zustand ausgewählt werden, verabreicht werden.
Zum Beispiel sind im Falle von knochenbezogenen Störungen Kombinationen, die
geeignet wären,
u.a. diejenigen mit antiresorptiven Bisphosphonaten, wie z.B. Alendronat
und Risedronat; Integrinblockern (weiter unten definiert), wie z.B. αvβ3-Antagonisten;
konjugierten Östrogenen,
die bei der Hormonersatztherapie verwendet werden, wie z.B. PREMPRO®,
PREMARIN® und
ENDOMETRION®;
selektiven Östrogenrezeptormodulatoren
(SERMs), wie z.B. Raloxifen, Droloxifen, CP-336156 (Pfizer) und
Lasofoxifen; Kathepsin-K-Inhibitoren und ATP-Protonenpumpeninhibitoren.
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Die
vorliegenden Verbindungen eignen sich auch in Kombination mit bekannten
Mitteln gegen Krebs. Solche bekannte Mittel gegen Krebs sind u.a.
die folgenden: Östrogenrezeptormodulatoren,
Androgenrezeptormodulatoren, Retinoidrezeptormodulatoren, zytotoxische
Mittel, antiproliferative Mittel, Prenylproteintransferaseinhibitoren,
HMG-CoA-Reduktaseinhibitoren, HIV-Proteaseinhibitoren, Reverse-Transkriptase-Inhibitoren
und andere Angiogeneseinhibitoren. Die vorliegenden Verbindungen
sind besonders geeignet, wenn sie zusammen mit einer Strahlentherapie
verabreicht werden. Die synergistischen Wirkungen der VEGF-Inhibierung
zusammen mit einer Strahlentherapie wurden im Fachgebiet beschrieben
(siehe die
WO 00/61186 ).
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"Östrogenrezeptormodulatoren" bedeutet Verbindungen,
welche die Bindung von Östrogen
an den Rezeptor behindern oder inhibieren, ungeachtet des Mechanismus.
Beispiele für Östrogenrezeptormodulatoren
sind u.a. Tamoxifen, Raloxifen, Idoxifen, LY353381, LY117081, Toremifen,
Fulvestrant, 4-[7-(2,2-Dimethyl-1-oxopropoxy-4-methyl-2-[4-[2-(1-piperidinyl)ethoxy]phenyl]-2H-1-benzopyran-3-yl]phenyl-2,2-dimethylpropanoat,
4,4'-Dihydroxybenzophenon-2,4-dinitrophenylhydrazon
und SH646.
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"Androgenrezeptormodulatoren" bedeutet Verbindungen,
welche die Bindung von Androgenen an den Rezeptor behindern oder
inhibieren, ungeachtet des Mechanismus. Beispiele für Androgenrezeptormodulatoren
sind u.a. Finasterid und andere 5α-Reduktaseinhibitoren,
Nilutamid, Flutamid, Bicalutamid, Liarozol und Abirateronacetat.
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"Retinoidrezeptormodulatoren" bedeutet Verbindungen,
welche die Bindung von Retinoiden an den Rezeptor behindern oder
inhibieren, ungeachtet des Mechanismus. Beispiele für solche
Retinoidrezeptormodulatoren sind u.a. Bexaroten, Tretinoin, 13-cis-Retinsäure, 9-cis-Retinsäure, α-Difluormethylornithin, ILX23-7553,
frans-N-(4'-Hydroxyphenyl)retinamid
und N-4-Carboxyphenylretinamid.
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"Zytotoxische Mittel" bedeutet Verbindungen,
die einen Zelltod herbeiführen,
hauptsächlich
durch direkten Eingriff in die Zellfunktion, oder die die Zellmyosis
inhibieren oder behindern, einschließlich Alkylierungsmitteln,
Tumomekrosefaktoren, Interkalatoren, Mikrotubulininhibitoren und
Topoisomeraseinhibitoren.
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Beispiele
für zytotoxische
Mittel sind u.a. Tirapazimin, Sertenef, Cachectin, Ifosfamid, Tasonermin,
Lonidamin, Carboplatin, Doxorubicin, Altretamin, Prednimustin, Dibromdulcitol,
Ranimustin, Fotemustin, Nedaplatin, Oxaliplatin, Temozolomid, Heptaplatin, Östramustin,
Improsulfantosilat, Trofosfamid, Nimustin, Dibrospidiumchlorid,
Pumitepa, Lobaplatin, Satraplatin, Profiromycin, Cisplatin, Irofulven,
Dexifosfamid, cis-Amindichlor(2-methylpyridin)platin, Benzylguanin,
Glufosfamid, GPX100, (trans,trans,trans)-Bis-mu-(hexan-1,6-diamin)-mu-[diaminplatin(II)]bis[diamin(chlor)platin(II)]tetrachlorid,
Diarizidinylspermin, Arsentrioxid, 1-(11-Dodecylamino-10-hydroxyundecyl)-3,7-dimethylxanthin,
Zorubicin, Idarubicin, Daunorubicin, Bisantren, Mitoxantron, Pirarubicin,
Pinafid, Valrubicin, Amrubicin, Antineoplaston, 3'-Desamino-3'-morpholino-13-desoxo-10-hydroxycarminomycin,
Annamycin, Galarubicin, Elinafid, MEN10755 und 4-Desmethoxy-3-desamino-3-aziridinyl-4-methylsulfonyldaunorubicin
(siehe die
WO 00/50032 ).
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Beispiele
für Mikrotubulininhibitoren
sind u.a. Paclitaxel, Vindesinsulfat, 3',4'-Didehydro-4'-desoxy-8'-norvincaleukoblastin, Docetaxol, Rhizoxin,
Dolastatin, Mivobulinisethionat, Auristatin, Cemadotin, RPR109881,
BMS184476, Vinflunin, Cryptophycin, 2,3,4,5,6-Pentafluor-N-(3-fluor-4-methoxyphenyl)benzolsulfonamid,
Anhydrovinblastin, N,N-Dimethyl-L-valyl-L-valyl-N-methyl-L-valyl-L-prolyl-L-prolin-t-butylamid, TDX258
und BMS188797.
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Einige
Beispiele für
Topoisomeraseinhibitoren sind Topotecan, Hycaptamin, Irinotecan,
Rubitecan, 6-Ethoxypropionyl-3',4'-O-exobenzylidenchartreusin,
9-Methoxy-N,N-dimethyl-5-nitropyrazol[3,4,5-k]acridin-2-(6H)propanamin, 1-Amino-9-ethyl-5-fluor-2,3-dihydro-9-hydroxy-4-methyl-1H,12H-benzo[de]pyrano[3',4':b,7]indolizino[1,2b]chinolin-10,13(9H,15H)dion,
Lurtotecan, 7-[2-(N-Isopropylamino)ethyl]-(20S)camothecin,
BNP1350, BNPI1100, BN80915, BN80942, Etoposidphosphat, Teniposid,
Sobuzoxan, 2'-Dimethylamino-2'-desoxyetoposid,
GL331, N-[2-(Dimethylamino)ethyl]-9-hydroxy-5,6-dimethyl-6H-pyrido[4,3-b]carbazol-1-carboxamid,
Asulacrin, (5a,5aB,8aa,9b)-9-[2-[N-[2-(Dimethylamino)ethyl]-N-methylamino]ethyl]-5-[4-hydroxy-3,5-dimethoxyphenyl]-5,5a,6,8,8a,9-hexohydrofuro(3',4':6,7)naphtho(2,3-d)-1,3-dioxol-6-on,
2,3-(Methylendioxy)-5-methyl-7-hydroxy-8-methoxybenzo[c]-phenanthridinium, 6,9-Bis[(2-aminoethyl)amino]benzo[g]isoguinolin-5,10-dion, 5-(3-Aminopropylamino)-7,
10-dihydroxy-2-(2-hydroxyethylaminomethyl)-6H-pyrazol[4,5,1-de]acridin-6-on, N-[1-[2(Diethylamino)ethylamino]-7-methoxy-9-oxo-9H-thioxanthen-4-ylmethyl]formamid,
N-(2-(Dimethylamino)ethyl)acridin-4-carboxamid,
6-[[2-(Dimethylamino)ethyl]amino]-3-hydroxy-7H-indeno[2,1-c]chinolin-7-on und Dimesna.
-
"Antiproliferative
Mittel" sind u.a.
Antisens-RNA- und -DNA-Oligonukleotide, wie z.B. G3139, ODN698, RVASKRAS,
GEM231 und INX3001, und Antimetabolite, wie z.B. Enocitabin, Carmofur,
Tegafur, Pentostatin, Doxifluridin, Trimetrexat, Fludarabin, Capecitabin,
Galocitabin, Cytarabinocfosfat, Fosteabinnatriumhydrat, Raltitrexed,
Paltitrexid, Emitefur, Tiazofurin, Decitabin, Nolatrexed, Pemetrexed,
Nelzarabin, 2'-Desoxy-2'-methylidencytidin,
2'-Fluormethylen-2'-desoxycytidin, N-[5-(2,3-Dihydrobenzofuryl)sulfonyl]-N'-(3,4-dichlorphenyl)harnstoff,
N6-[4-Desoxy-4-[N2-[2(E),4(E)-tetradecadienoyl]glycylamino]-L-glycero-B-L-mannoheptopyranosyl]adenin,
Aplidin, Ecteinascidin, Troxacitabin, 4-[2-Amino-4-oxo-4,6,7,8-tetrahydro-3H-pyrimidino[5,4-b][1,4]thiazin-6-yl-(S)-ethyl]-2,5-thienoyl-L-glutaminsäure, Aminopterin,
5-Flurouracil, Alanosin, 11-Acetyl-8-(carbamoyloxymethyl)-4-formyl-6-methoxy-14-oxa-1,11-diazatetracyclo(7.4.1.0.0)-tetradeca-2,4,6-trien-9-ylessigsäureester,
Swainsonin, Lometrexol, Dexrazoxan, Methioninase, 2'-Cyano-2'-desoxy-N4-palmitoyl-1-B-D-arabinofuranosylcytosin
und 3-Aminopyridin-2-carboxaldehydthiosemicarbazon. "Antiproliferative
Mittel" umfasst
auch monoklonale Antikörper
für Wachstumsfaktoren,
anders als diejenigen, die unter "Angiogeneseinhibitoren" aufgeführt sind,
wie z.B. Trastuzumab, und Tumorsuppressorgene, wie z.B. p53, die durch
einen rekombinanten virusvermittelten Gentransfer zugeführt werden
können
(siehe zum Beispiel
US-Patent
Nr. 6069134 ).
-
"HMG-CoA-Reduktaseinhibitoren" bedeutet Inhibitoren
von 3-Hydroxy-3-methylglutaryl-COA-Reduktase. Verbindungen mit Inhibitorwirkung
für HMG-CoA-Reduktase
können
leicht durch Anwendung im Stand der Technik gut bekannter Tests
identifiziert werden. Siehe zum Beispiel die in
US-Patent 4231938 in Spalte 6 und
in der
WO 84/02131 auf
den Seiten 30-33 beschriebenen Tests. Die Bezeichnungen "HMG-CoA-Reduktaseinhibitor" und "Inhibitor von HMG-CoA-Reduktase" haben dieselbe Bedeutung,
wenn sie hier verwendet werden.
-
Beispiele
für HMG-CoA-Reduktaseinhibitoren,
die verwendet werden können,
sind u.a. Lovastatin (MEVACOR
®, siehe
US-Patent Nr. 4231938 ,
4294926 und
4319039 ), Simvastatin (ZOCOR
®,
siehe
US-Patent Nr. 4444784 ,
4820850 und
4916239 ), Pravastatin (PRAVACHOL
®,
siehe
US-Patente Nr. 4346227 ,
4537859 ,
4410629 ,
5030447 und
5180589 ), Fluvastatin (LESCOL
®,
siehe
US-Patente Nr. 5354772 ,
4911165 ,
4929437 ,
5189164 ,
5118853 ,
5290946 und
5356896 ), Atorvastatin (LIPITOR
®,
siehe
US-Patente Nr. 5273995 ,
4681893 ,
5489691 und
5342952 ) und Cerivastatin (auch bekannt
als Rivastatin und BAYCHOL
®, siehe
US-Patent Nr. 5177080 ). Die Strukturformeln
dieser und weiterer HMG-CoA-Reduktaseinhibitoren,
die bei den vorliegenden Verfahren verwendet werden können, sind
auf Seite 87 von M. Yalpani, "Cholesterol
Lowering Drugs",
Chemistry & Industry,
S. 85-89 (5. Februar 1996) und in den
US-Patenten
Nr. 4782084 und
4885314 beschrieben. Die
Bezeichnung HMG-CoA-Reduktaseinhibitor, so wie sie hier verwendet
wird, umfasst alle pharmazeutisch annehmbaren Lacton- und offenen
Säureformen
(d.h., bei denen der Lactonring geöffnet wird, um die freie Säure zu bilden)
sowie Salz- und Esterformen von Verbindungen, die eine HMG-CoA-Reduktase-Inhibitorwirkung
besitzen, und daher ist die Verwendung solcher Salze, Ester, offenen
Säure-
und Lactonformen vom Umfang dieser Erfindung umfasst. Eine Darstellung
des Lactonteils und von dessen offener Säureform ist nachstehend als
Strukturen I und II gezeigt.
-
-
Bei
HMG-CoA-Reduktaseinhibitoren, bei denen eine offene Säureform
existieren kann, können
Salz- und Esterformen vorzugsweise aus der offenen Säure gebildet
werden, und alle diese Formen sind von der Bedeutung der Bezeichnung "HMG-CoA-Reduktaseinhibitor", so wie sie hier
verwendet wird, umfasst. Vorzugsweise ist der HMG-CoA-Reduktaseinhibitor
ausgewählt
aus Lovastatin und Simvastatin und besonders bevorzugt aus Simvastatin.
Die Bezeichnung "pharmazeutisch
annehmbare Salze" soll
hier, in Bezug auf den HMG-CoA-Reduktaseinhibitor, nichttoxische
Salze der bei dieser Erfindung eingesetzten Verbindungen bedeuten,
die im allgemeinen durch Umsetzung der freien Säure mit einer geeigneten organischen
oder anorganischen Base hergestellt werden, insbesondere diejenigen,
die aus Kationen, wie z.B. Natrium, Kalium, Aluminium, Calcium,
Lithium, Magnesium, Zink und Tetramethylammonium, gebildet werden,
sowie diejenigen Salze, die aus Aminen, wie z.B. Ammoniak, Ethylendiamin,
N-Methylglucamin,
Lysin, Arginin, Ornithin, Cholin, N,N'-Dibenzylethylendiamin, Chlorprocain, Diethanolamin,
Procain, N-Benzylphenethylamin, 1-p-Chlorbenzyl-2-pyrrolidin-1'-ylmethylbenzimidazol,
Diethylamin, Piperazin und Tris(hydroxymethyl)aminomethan, gebildet
werden. Weitere Beispiele für
Salzformen von HMG-CoA-Reduktaseinhibitoren können u.a. Acetat, Benzolsulfonat,
Benzoat, Bicarbonat, Bisulfat, Bitartrat, Borat, Bromid, Calciumedetat,
Camsylat, Carbonat, Chlorid, Clavulanat, Citrat, Dihydrochlorid,
Edetat, Edisylat, Estolat, Esylat, Fumarat, Gluceptat, Gluconat,
Glutamat, Glycollylarsanilat, Hexylresorcinat, Hydrabamin, Hydrobromid,
Hydrochlorid, Hydroxynaphthoat, Iodid, Isothionat, Lactat, Lactobionat,
Laurat, Malst, Malest, Mandelat, Mesylat, Methylsulfat, Mucat, Napsylat,
Nitrat, Oleat, Oxalat, Pamoat, Palmitat, Panthothenat, Phosphat/Diphosphat,
Polygalacturonat, Salicylat, Stearat, Subacetat, Succinat, Tannst,
Tartrat, Teoclat, Tosylat, Triethiodid und Valerat sein.
-
Esterderivate
der beschriebenen HMG-CoA-Reduktaseinhibitorverbindungen können als
Prodrugs fungieren, die, wenn sie im Blutstrom eines warmblütigen Tiers
absorbiert sind, sich in einer Weise spalten können, welche die Freisetzung
der Arzneistoffform ermöglicht
und dem Arzneistoff eine verbesserte therapeutische Wirksamkeit
verleihen.
-
"Prenylproteintransferaseinhibitor" bedeutet eine Verbindung,
die irgendein Prenylproteintransferaseenzym oder eine beliebige
Kombination aus den Prenylproteintransferaseenzymen inhibiert, einschließlich Famesylproteintransferase
(FPTase), Geranylgeranylproteintransferase Typ I (GGPTase-1) und
Geranyigeranyiproteintransferase Typ II (GGPTase-II, auch Rab GGPTase
genannt). Beispiele für
Prenylproteintransferaseinhibitorverbindungen sind u.a. (±)-6-[Amino(4-chlorphenyl)(1-methyl-1H-imidazol-5-yl)methyl]-4-(3-chlorphenyl)-1-methyl-2(1H)-chinolinon,
(-)-6-[Amino(4-chlorphenyl)(1-methyl-1H-imidazol-5-yl)methyl]-4-(3-chlorphenyl)-1-methyl-2(1H)-chinolinon,
(+)-6-[Amino(4-chlorphenyl)(1-methyl-1H-imidazol-5-yl)methyl]-4-(3-chlorphenyl)-1-methyl-2(1H)-chinolinon,
5(S)-n-Butyl-1-(2,3-dimethylphenyl)-4-[1-(4-cyanobenzyl)-5-imidazolylmethyl]-2-piperazinon,
(S)-1-(3-Chlorphenyl)-4-[1-(4-cyanobenzyl)-5-imidazolylmethyl]-5-[2-(ethansulfonyl)methyl)-2-piperazinon,
5(S)-n-Butyl-1-(2-methylphenyl)-4-[1-(4-cyanobenzyl)-5-imidazolylmethyl]-2-piperazinon, 1-(3-Chlorphenyl)-4-[1-(4-cyanobenzyl)-2-methyl-5-imidazolylmethyl]-2-piperazinon,
1-(2,2-Diphenylethyl)-3-[N-(1-(4-cyanobenzyl)-1H-imidazol-5-ylethyl)carbamoyl]piperidin,
4-{5-[4-Hydroxymethyl-4-(4-chlorpyridin-2-ylmethyl)piperidin-1-ylmethyl]-2-methylimidazol-1-ylmethyl}benzonitril,
4-{5-[4-Hydroxymethyl-4-(3-chlorbenzyl)piperidin-1-ylmethyl]-2-methylimidazol-1-ylmethyl}benzonitril,
4-{3-[4-(2-Oxo-2H-pyridin-1-yl)benzyl]-3H-imidazol-4-ylmethyl}benzonitril,
4-{3-[4-(5-Chlor-2-oxo-2H-[1,2']bipyridin-5'-ylmethyl]-3H-imidazol-4-ylmethyl}benzonitril,
4-{3-[4-(2-Oxo-2H-[1,2']bipyridin-5'-ylmethyl]-3H-imidazol-4-ylmethyl}benzonitril,
4-[3-(2-Oxo-1-phenyl-1,2-dihydropyridin-4-ylmethyl)-3H-imidazol-4-ylmethyl}-benzonitril, 18,19-Dihydro-19-oxo-5H,17H-6,10:12,16-dimetheno-1H-imidazo[4,3-c][1,11,4]dioxaazocyclononadecin-9-carbonitril, (±)-19,20-Dihydro-19-oxo-5H-18,21-ethano-12,14-etheno-6,10-metheno-22H-benzo[d]imidazo[4,3-k][1,6,9,12]oxatriazacyclooctadecin-9-carbonitril,
19,20-Dihydro-19-oxo-5H,17H-18,21-ethano-6,10:12,16-dimetheno-22H-imidazo[3,4-h][1,8,11,14]oxatriazacycloeicosin-9-carbonitril und (±)-19,20-Dihydro-3-methyl-19-oxo-5H-18,21-ethano-12,14-etheno-6,10-metheno-22H-benzo[d]imidazo[4,3-k][1,6,9,12]oxatriazacyclooctadecin-9-carbonitril.
-
Andere
Beispiele für
Prenylproteintransferaseinhibitoren sind in den folgenden Publikationen
und Patenten zu finden:
WO 96/30343 ,
WO 97/18813 ,
WO 97/21701 ,
WO 97/23478 ,
WO 97/38665 ,
WO 98/28980 ,
WO 98/29119 ,
WO 95/32987 ,
US-Patent Nr. 5420245 ,
US-Patent Nr. 5523430 ,
-
US-Patent Nr. 5532359 ,
US-Patent Nr. 5510510 ,
US-Patent Nr. 5589485 ,
US-Patent Nr. 5602098 ,
Europäische Patentveröffentlichung
0618221 ,
Europäische Patentveröffentlichung
0675112 ,
Europäische Patentveröffentlichung
0604181 ,
Europäische Patentveröffentlichung
0696593 ,
WO 94/19357 ,
WO 95/08542 ,
WO 95/11917 ,
WO 95/12612 ,
WO 95/12572 ,
WO 95/10514 ,
US-Patent Nr. 5661152 ,
WO 95/10515 ,
WO 95/10516 ,
WO 95/24612 ,
WO 95/34535 ,
WO 95/25086 ,
WO 96/05529 ,
WO 96/06138 ,
WO 96/06193 ,
WO 96/16443 ,
WO 96/21701 ,
WO 96/21456 ,
WO 96/22278 ,
WO 96/24611 ,
WO 96/24612 ,
WO 96/05168 ,
WO 96/05169 ,
WO 96/00736 ,
US-Patent Nr. 5571792 ,
WO 96/17861 ,
WO 96/33159 ,
WO 96/34850 ,
WO 96/34851 ,
WO 96/30017 ,
WO 96/30018 ,
WO 96/30362 ,
WO 96/30363 ,
WO 96/31111 ,
WO 96/31477 ,
WO 96/31478 ,
WO 96/31501 ,
WO 97/00252 ,
WO 97/03047 ,
WO 97/03050 ,
WO 97/04785 ,
WO 97/02920 ,
WO 97/17070 ,
WO 97/23478 ,
WO 97/26246 ,
WO 97/30053 ,
WO 97/44350 ,
WO 98/02436 , and
US-Patent Nr. 5532359 . Für ein Beispiel
für die
Rolle eines Prenylproteintransferaseinhibitors bei der Angiogenese
siehe das European J. of Cancer, Band 35, Nr. 9, S.1394-1401 (1999).
-
Beispiele
für HIV-Proteaseinhibitoren
sind u.a. Amprenavir, Abacavir, CGP-73547, CGP-61755, DMP-450, Indinavir,
Nelfinavir, Tipranavir, Ritonavir, Saquinavir, ABT-378, AG 1776
und BMS-232632. Beispiele für
Reverse-Transkriptase-Inhibitoren sind u.a. Delaviridin, Efavirenz,
GS-840, HB Y097, Lamivudin, Nevirapin, AZT, 3TC, ddC und ddI.
-
"Angiogeneseinhibitoren" bedeutet Verbindungen,
welche die Bildung von neuen Blutgefäßen inhibieren, ungeachtet
des Mechanismus. Beispiele für
Angiogeneseinhibitoren sind u.a., ohne jedoch darauf beschränkt zu sein,
Tyrosinkinaseinhibitoren, wie z.B. Inhibitoren des Tyrosinkinaserezeptors
Flt-1 (VEGFR1) und Flk-1/KDR (VEGFR20), Inhibitoren von epidermalen,
Fibroblasten- oder Thrombozyten-Wachstumsfaktoren,
MMP(Matrixmetalloprotease)-Inhibitoren, Integrin-Blocker, Interferon-α, Interleukin-12, Pentosanpolysulfat,
Cyclooxygenaseinhibitoren, einschließlich nichtsteroidale Antiphlogistika
(NSAIDs) wie Aspirin und Ibuprofen sowie selektive Cyclooxygenase-2-Inhibitoren
wie Celcoxib und Rofecoxib (PNAS, Band 89, S. 7384 (1992); JNCI,
Band 69, S. 475 (1982); Arch. Opthalmol., Band 108, S. 573 (1990);
Anat. Rec., Band 238, S. 68 (1994); FERS Letters, Band 372, S. 83
(1995); Clin, Orthop. Band 313, S. 76 (1995); J. Mol. Endocrinol., Band
16, S. 107 (1996); Jpn. J. Pharmacol., Band 75, S. 105 (1997); Cancer
Res., Band 57, S. 1625 (1997); Cell, Band 93, S. 705 (1998); Intl.
J. Mol. Med., Band 2, S. 715 (1998); J. Biol. Chem., Band 274, S.
9116 (1999), Carboxyamidotriazol, Combretastatin A-4, Squalamin,
6-O-Chloracetylcarbonyl)fumagillol,
Thalidomid, Angiostatin, Troponin-1, Angiotensin-II-Agonisten (siehe
Fernandez et al., J. Lab. Clin. Med. 105:141-145 (1985)) und VEGF-Antikörper (siehe
Nature Biotechnology, Band 17, S. 963-968 (Oktober 1999); Kim et
al., Nature, 362, 841-844 (1993);
WO
00/44777 und
WO 00/71186 ).
-
Wie
oben beschrieben, betreffen die Kombinationen mit NSAIDs die Verwendung
von NSAIDs, die wirksame COX-2-Inhibierungsmittel sind. Für die Zwecke
dieser Beschreibung ist ein NSAID wirksam, wenn es einen IC50-Wert für
die COX-2-Inhibierung von 1 μM
oder weniger besitzt, gemessen durch den hierin offenbarten Zell-
oder Mikrosomaltest.
-
Die
Erfindung umfasst auch Kombinationen mit NSAIDs, die selektive COX-2-Inhibitoren
sind. Für
die Zwecke dieser Beschreibung sind NSAIDs, die selektive COX-2-Inhibitoren
sind, derart definiert, dass sie eine Spezifität für die COX-2-Inhibierung gegenüber der
COX-1-Inhibierung von wenigstens dem 100-Fachen besitzen, gemessen
anhand des Verhältnisses
der IC
50-Werte für COX-2 zu den IC
50-Werten
für COX-1,
ermittelt durch den nachstehend offenbarten Zell- oder Mikrosomaltest.
Solche Verbindung sind u.a. diejenigen, die in
US-Patent 5474995 , erteilt am 12.
Dezember 1995,
US-Patent 5861419 ,
erteilt am 19. Januar 1999,
US-Patent
6001843 , erteilt am 14. Dezember 1999,
US-Patent 6020343 , erteilt am 1. Februar
2000,
US-Patent 5409944 ,
erteilt am 25. April 1995,
US-Patent
5436265 , erteilt am 25. Juli 1995,
US-Patent
5536752 , erteilt am 16. Juli 1996,
US-Patent 5550142 , erteilt am 27.
August 1996,
US-Patent 5604260 ,
erteilt am 18. Februar 1997,
US-Patent
5698584 , erteilt am 16. Dezember 1997,
US-Patent 5710140 , erteilt am 20.
Januar 1998,
WO 94/15932 ,
veröffentlicht
am 21. Juli 1994,
US-Patent 5344991 ,
erteilt am 6. Juni 1994,
US-Patent
5134142 , erteilt am 28. Juli 1992,
US-Patent 5380738 , erteilt am 10.
Januar 1995,
US-Patent 5393790 ,
erteilt am 20. Februar 1995,
US-Patent
5466823 , erteilt am 14. November 1995,
US-Patent 5633272 , erteilt am 27.
Mai 1997, und
US-Patent 5932598 ,
erteilt am 3. August 1999, offenbart sind.
-
COX-2-Inhibitoren,
die bei dem vorliegenden Behandlungsverfahren besonders geeignet
sind, sind: 3-Phenyl-4-(4-(methylsulfonyl)phenyl)-2-(5H)-furanon
und
5-Chlor-3-(4-methylsulfonyl)phenyl-2-(2-methyl-5-pyridinyl)pyridin
oder ein pharmazeutisch annehmbares
Salz davon.
-
Allgemeine
und spezielle Syntheseverfahren zur Herstellung der oben beschriebenen
COX-2-Inhibitorverbindungen finden sich in
US-Patent Nr. 5474995 , erteilt am
12. Dezember 1995,
US-Patent Nr. 5861419 , erteilt
am 19. Januar 1999, und
US-Patent
Nr. 6001843 , erteilt am 14. Dezember 1999, die alle hierin
durch Bezugnahme aufgenommen sind.
-
Verbindungen,
die als spezifische COX-2-Inhibitoren beschrieben wurden und sich
daher bei der vorliegenden Erfindung eignen, sind u.a., ohne jedoch
darauf beschränkt
zu sein, die folgenden:
oder ein
pharmazeutisch annehmbares Salz davon.
-
Verbindungen,
die als spezifische COX-2-Inhibitoren beschrieben sind und somit
bei der vorliegenden Erfindung geeignet sind, und Syntheseverfahren
dafür,
können
in den folgenden Patenten, anhängigen
Anmeldungen und Veröffentlichungen
gefunden werden, die hierin durch Bezugnahme aufgenommen sind:
WO 94/15932 , veröffentlicht
am 21. Juli 1994,
US-Patent Nr.
5344991 , erteilt am 6. Juni 1994,
US-Patent Nr. 5134142 , erteilt am
28. Juli 1992,
US-Patent Nr.
5380738 , erteilt am 10. Januar 1995,
US-Patent Nr. 5393790 , erteilt am
20. Februar 1995,
US-Patent Nr.
5466823 , erteilt am 14. November 1995,
US-Patent Nr. 5633272 , erteilt am
27. Mai 1997, und
US-Patent Nr.
5932598 , erteilt am 3. August 1999.
-
Verbindungen,
die spezifische COX-2-Inhibitoren sind und somit bei der vorliegenden
Erfindung geeignet sind, und Syntheseverfahren dafür, können in
den folgenden Patenten, anhängigen
Anmeldungen und Veröffentlichungen
gefunden werden:
US-Patent Nr.
5474995 , erteilt am 12. Dezember 1995,
US-Patent
Nr. 5861419 , erteilt am 19. Januar 1999,
US-Patent Nr. 6001843 , erteilt am
14. Dezember 1999,
US-Patent Nr. 6020343 ,
erteilt am 1. Februar 2000,
US-Patent
Nr. 5409944 , erteilt am 25. April 1995,
US-Patent
Nr. 5436265 , erteilt am 25. Juli 1995,
US-Patent Nr. 5536752 , erteilt am
16. Juli 1996,
US-Patent Nr.
5550142 , erteilt am 27. August 1996,
US-Patent Nr. 5604260 , erteilt am
18. Februar 1997,
US-Patent Nr.
5698584 , erteilt am 16. Dezember 1997, und
US-Patent Nr. 5710140 , erteilt am
20. Januar 1998.
-
Andere
Beispiele für
Angiogeneseinhibitoren sind u.a., ohne jedoch darauf beschränkt zu sein,
Endostation, Ukrain, Ranpirnase, IM862, 5-Methoxy-4-[2-methyl-3-(3-methyl-2-butenyl)oxiranyl]-1-oxaspiro[2,5]oct-6-yl(chloracetyl)carbamat,
Acetyldinanalin, 5-Amino-1-[[3,5-dichlor-4-(4-chlorbenzoyl)phenyl]methyl]-11-1-1,2,3-triazol-4-carboxamid,
CM 101, Squalamin, Combretastatin, RPI4610, NX31838, sulfatiertes Mannopentaosephosphat,
7,7-(Carbonyl-bis[imino-N-methyl-4,2-pyrrolocarbonylimino[N-methyl-4,2-pyrrol]carbonylimino]-bis-(1,3-naphthalindisulfonat)
und 3-[(2,4-Dimethylpyrrol-5-yl)methylen]-2-indolinon (SU5416).
-
Die
Bezeichnung "Integrin-Blocker", wie sie oben verwendet
wird, bedeutet Verbindungen, welche die Bindung eines physiologischen
Liganden an das αvβ3-Integrin selektiv antagonisieren, inhibieren
oder dieser Bindung entgegenwirken, Verbindungen, welche die Bindung
eines physiologischen Liganden an das αvβ5-Integrin
selektiv antagonisieren, inhibieren oder dieser Bindung entgegenwirken,
Verbindungen, welche die Bindung eines physiologischen Liganden
sowohl an das αvβ3-Integrin als auch an das αvβ5-Integrin
antagonisieren, inhibieren oder dieser Bindung entgegenwirken, und
Verbindungen, welche die Wirkung des/der auf Kapillarendothelzellen
exprimierten speziellen Integrins/Integrine antagonisieren, inhibieren
oder dieser Wirkung entgegenwirken. Die Bezeichnung bedeutet auch
Antagonisten der αvβ6-, αvβ8-, α1β1-, α2β1-, α5β1-, α6β4- und α6β4-Integrine. Die Bezeichnung bedeutet auch
Antagonisten einer beliebigen Kombination aus αvβ3-, αvβ5-, αvβ6-, αvβ8-, α1β1-, α2β1-, α5β1-, α6β1-
und α6β4-Integrinen.
-
Einige
spezielle Beispiele für
Tyrosinkinaseinhibitoren sind u.a. N-(Trifluormethylphenyl)-5-methylisoxazol-4-carboxamid,
3-[(2,4-Dimethylpyrrol-5-yl)methylidenyl)indolin-2-on, 17-(Allylamino)-17-desmethoxygeldanamycin,
4-(3-Chlor-4-fluorphenylamino)-7-methoxy-6-[3-(4-morpholinyl)-propoxyl]chinazolin,
N-(3-Ethinylphenyl)-6,7-bis(2-methoxyethoxy)-4-chinazolinamin, BIBX1382, 2,3,9,10,11,12-Hexahydro-10-(hydroxymethyl)-10-hydroxy-9-methyl-9,12-epoxy-1H-diindolo[1,2,3-fg:3',2',1'-kl]pyrrolo[3,4-i][1,6]benzodiazocin-1-on,
SH268, Genistein, STI571, CEP2563, 4-(3-Chlorphenylamino)-5,6-dimethyl-7H-pyrrolo[2,3-d]pyrimidinmethansulfonat,
4-(3-Brom-4-hydroxyphenyl)-amino-6,7-dimethoxychinazolin,
4-(4'-Hydroxyphenyl)amino-6,7-dimethoxychinazolin,
SU6668, ST1571A, N-4-Chlorphenyl-4-(4-pyridylmethyl)-1-phthalazinamin
und EMD121974.
-
Die
vorliegenden Verbindungen eignen sich auch alleine oder in Kombination
mit Blutplättchenfibrinogenrezeptor(GP
IIb/IIIa)-Antagonisten, wie z.B. Tirofiban, zur Inhibierung der
Metastase von kanzerösen
Zellen. Tumorzellen können
Blutplättchen
größtenteils
durch Thrombinerzeugung aktivieren. Diese Aktivierung ist mit der
Freisetzung von VEGF verbunden. Die VEGF-Freisetzung fördert die
Metastase durch Erhöhung
des Extravasats an den Punkten der Adhäsion an das vaskuläre Endothel
(Amirkhosravi, Platelets 10, 285-292, 1999). Daher können die
vorliegenden Verbindungen dazu dienen, die Metastase alleine oder
in Kombination mit GP IIb/IIIa-Antagonisten zu inhibieren. Beispiele
für andere
Fibrinogenrezeptorantagonisten sind u.a. Abciximab, Eptifibatid,
Sibrafiban, Lamifiban, Lotrafiban, Cromofiban und CT50352.
-
FORMULIERUNGEN
-
Die
Verbindungen dieser Erfindung können
an Säuger,
vorzugsweise an Menschen, entweder alleine oder vorzugsweise in
Kombination mit pharmazeutisch annehmbaren Trägern, Hilfsstoffen oder Verdünnungsmitteln,
gegebenenfalls mit bekannten Hilfsstoffen, wie z.B. Alaun, in einer
pharmazeutischen Zusammensetzung gemäß pharmazeutischer Standard-Praxis
verabreicht werden. Die Verbindungen können oral oder parenteral verabreicht
werden, einschließlich
der intravenösen,
intramuskulären,
intraperitonealen, subkutanen, rektalen und/oder topischen Verabreichungswege.
-
Wenn
sie als eine feststehende Dosis formuliert werden, setzen solche
Kombinationsprodukte die Verbindungen dieser Erfindung in dem nachstehend
beschriebenen Dosisbereich und den/die anderen pharmazeutischen
Wirkstoff(e) in dessen/deren bewährtem
Dosisbereich ein. Die Verbindungen der vorliegenden Erfindung können alternativ
der Reihe nach mit einem oder mehreren bekannten pharmazeutisch
annehmbaren Mitteln verwendet werden, wenn eine Kombinationsformulierung
unangemessen ist.
-
Formulierungen
zur oralen Verwendung können
auch als Hartgelatinekapseln, bei denen der Wirkstoff mit einem
inerten festen Verdünnungsmittel,
zum Beispiel Calciumcarbonat, Calciumphosphat oder Kaolin, vermischt
ist, oder als Weichgelatinekapseln, bei denen der Wirkstoff mit
einem wasserlöslichen
Träger,
wie z.B. Polyethylenglycol, oder einem Ölmedium, zum Beispiel Erdnussöl, Flüssigparaffin
oder Olivenöl,
vermischt ist, dargereicht werden.
-
Zur
oralen Verwendung einer Verbindung gemäß dieser Erfindung, insbesondere
zur Chemotherapie, kann die ausgewählte Verbindung zum Beispiel
in Form von Tabletten oder Kapseln oder als eine wässrige Lösung oder
Suspension verabreicht werden. Im Falle von Tabletten zur oralen
Verwendung sind Träger,
die üblicherweise
verwendet werden, u.a. Lactose und Maisstärke, und üblicherweise werden Gleitmittel,
wie z.B. Magnesiumstearat, zugegeben. Zur oralen Verabreichung in
Kapselform sind geeignete Verdünnungsmittel u.a.
Lactose und getrocknete Maisstärke.
Wenn wässrige
Suspensionen zur oralen Verwendung benötigt werden, wird der Wirkstoff
mit Emulgatoren und Suspensionsmittel kombiniert. Falls erwünscht, können bestimmte Süß- und/oder
Aromastoffe zugegeben werden. Zur intramuskulären, intraperitonealen, subkutanen
und intravenösen
Verwendung werden üblicherweise
sterile Lösungen
des Wirkstoffs hergestellt, und der pH-Wert der Lösungen sollte
geeignet eingestellt und gepuffert werden. Zur intravenösen Verabreichung
sollte die Gesamtkonzentration der gelösten Stoffe gesteuert werden,
um das Präparat
isotonisch zu machen.
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Wässrige Suspensionen
enthalten den Wirkstoff in einer Mischung mit Hilfsstoffen, die
zur Herstellung von wässrigen
Suspensionen geeignet sind. Solche Hilfsstoffe sind Suspensionsmittel,
zum Beispiel Natriumcarboxymethylcellulose, Methylcellulose, Hydroxypropylmethylcellulose,
Natriumalginat, Polyvinylpyrrolidon, Tragantgummi und Akaziengummi;
Dispersions- oder Benetzungsmittel können ein natürlich vorkommendes Phosphatid,
zum Beispiel Lecithin, oder Kondensationsprodukte eines Alkylenoxids
mit Fettsäuren,
zum Beispiel Polyoxyethylenstearat, oder Kondensationsprodukte von
Ethylenoxid mit langkettigen aliphatischen Alkoholen, zum Beispiel
Heptadecaethylenoxycetanol, oder Kondensationsprodukte von Ethylenoxid
mit Teilestern, erhalten aus Fettsäuren und einem Hexitol, wie
z.B. Polyoxyethylensorbitmonooleat, oder Kondensationsprodukte von
Ethylenoxid mit Teilestern, erhalten aus Fettsäuren und Hexitolanhydriden,
zum Beispiel Polyethylensorbitanmonooleat, sein. Die wässrigen Suspensionen
können
auch ein oder mehrere Konservierungsmittel, zum Beispiel Ethyl-
oder n-Propyl-p-hydroxybenzoat,
ein oder mehrere Farbmittel, einen oder mehrere Aromastoffe und
einen oder mehrere Süßstoffe,
wie z.B. Saccharose, Saccharin oder Aspartam, enthalten.
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Ölige Suspensionen
können
durch Suspendieren des Wirkstoffs in einem Pflanzenöl, zum Beispiel Arachisöl, Olivenöl, Sesamöl oder Kokosnussöl, oder
in Mineralöl,
wie z.B. Flüssigparaffin,
formuliert werden. Die öligen
Suspensionen können
ein Verdickungsmittel, zum Beispiel Bienenwachs, Hartparaffin oder
Cetylalkohol, enthalten. Süßstoffe,
wie z.B. die oben genannten, und Aromastoffe können zugegeben werden, um ein wohlschmeckendes
Oralpräparat
zu ergeben. Diese Zusammensetzungen können durch die Zugabe eines Antioxidationsmittels,
wie z.B. butyliertes Hydroxyanisol oder alpha-Tocopherol, konserviert
werden.
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Dispergierbare
Pulver und Granulate, die zur Herstellung einer wässrigen
Suspension durch Zugabe von Wasser geeignet sind, stellen den Wirkstoff
in einer Mischung mit einem Dispersions- oder Benetzungsmittel,
Suspensionsmittel und einem oder mehreren Konservierungsmitteln
zur Verfügung.
Beispiele für
geeignete Dispersions- oder Benetzungsmittel und Suspensionsmittel
sind diejenigen, die bereits oben genannt wurden. Zusätzliche
Hilfsstoffe, zum Beispiel Süß-, Aroma-
und Farbstoffe, können
ebenfalls vorhanden sein. Diese Zusammensetzungen können durch
die Zugabe eines Antioxidationsmittels, wie z.B. Ascorbinsäure, konserviert
werden.
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Die
pharmazeutischen Zusammensetzungen der Erfindung können auch
in Form von Öl-in-Wasser-Emulsionen
vorliegen. Die ölige
Phase kann ein Pflanzenöl,
zum Beispiel Olivenöl
oder Arachisöl,
oder ein Mineralöl,
zum Beispiel Flüssigparaffin,
oder Mischungen daraus sein. Geeignete Emulgatoren können natürlich vorkommende
Phosphatide, zum Beispiel Sojabohnenlecithin, und Ester oder Teilester,
erhalten aus Fettsäuren
und Hexitolanhydriden, zum Beispiel Sorbitanmonooleat, und Kondensationsprodukte
der Teilester mit Ethylenoxid, zum Beispiel Polyoxyethylensorbitanmonooleat,
sein. Die Emulsionen können
auch Süßstoffe, Aromastoffe,
Konservierungsmittel und Antioxidantien enthalten.
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Sirupe
und Elixiere können
mit Süßstoffen,
zum Beispiel Glycerin, Propylenglycol, Sorbit oder Saccharose, formuliert
werden. Solche Formulierungen können
auch ein Demulzens, ein Konservierungsmittel, Aroma- und Farbstoffe
und Antioxidantien enthalten.
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Die
pharmazeutischen Zusammensetzungen können in der Form einer sterilen
injizierbaren wässrigen Suspension
vorliegen. Unter den annehmbaren Vehikeln und Lösungsmitteln, die eingesetzt
werden können, sind
Wasser, Ringer-Lösung
und isotonische Natriumchloridlösung.
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Das
sterile injizierbare Präparat
kann auch eine sterile injizierbare Öl-in-Wasser-Mikroemulsion sein, wobei
der Wirkstoff in der öligen
Phase gelöst
ist. Zum Beispiel kann der Wirkstoff zunächst in einer Mischung aus
Sojabohnenöl
und Lecithin gelöst
werden. Die Öllösung wird
dann in eine Mischung aus Wasser und Glycerin eingebracht und weiterverarbeitet,
um eine Mikroemulsion zu bilden.
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Die
injizierbaren Lösungen
oder Mikroemulsionen können
durch eine lokale Bolus-Injektion in den Blutstrom des Patienten
eingebracht werden. Alternativ kann es vorteilhaft sein, die Lösung oder
Mikroemulsion in einer solchen Weise zu verabreichen, dass eine
konstante zirkulierende Konzentration der vorliegenden Verbindung
aufrechterhalten wird. Um eine solche konstante Konzentration aufrecht
zu erhalten, kann eine Vorrichtung zur kontinuierlichen intravenösen Zufuhr
eingesetzt werden. Ein Beispiel für eine solche Vorrichtung ist
die intravenöse
Pumpe Deltec CADD-PLUSTM Modell 5400.
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Die
pharmazeutischen Zusammensetzungen können in Form einer sterilen
injizierbaren wässrigen oder öligen Suspension
zur intramuskulären
und subkutanen Verabreichung vorliegen. Diese Suspension kann gemäß dem bekannten
Stand der Technik formuliert werden, wobei diejenigen Dispersions-
oder Benetzungsmittel und Suspensionsmittel verwendet werden, die
oben erwähnt
wurden. Das sterile injizierbare Präparat kann auch eine sterile
injizierbare Lösung
oder Suspension in einem nichttoxischen, parenteral annehmbaren
Verdünnungsmittel
oder Lösungsmittel
sein, zum Beispiel eine Lösung
in 1,3-Butandiol.
Zusätzlich
werden sterile nichtflüssige Öle herkömmlicherweise
als ein Lösungsmittel
oder Suspensionsmittel verwendet. Für diesen Zweck kann jedes beliebige
milde nichtflüssige Öl verwendet
werden, einschließlich
synthetischer Mono- oder Diglyceride. Zusätzlich finden Fettsäuren, wie
z.B. Ölsäure, Verwendung
bei der Herstellung injizierbarer Präparate.
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Die
Verbindungen der Formel I können
auch in der Form von Zäpfchen
zur rektalen Verabreichung des Arzneistoffes verabreicht werden.
Diese Zusammensetzungen können
durch Vermischen des Arzneistoffes mit einem geeigneten nichtreizenden
Hilfsstoff, der bei normalen Temperaturen fest ist, bei der Rektaltemperatur
jedoch flüssig
ist und deshalb im Rektum schmelzen und den Arzneistoff freisetzen
wird, hergestellt werden. Solche Materialien sind u.a. Kakaobutter,
glycerinierte Gelatine, hydrierte Pflanzenöle, Mischungen aus Polyethylenglycolen
mit verschiedenen Molekulargewichten und Fettsäureester von Polyethylenglycol.
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Zur
topischen Verwendung werden Cremes, Salben, Gele, Lösungen oder
Suspensionen usw. verwendet, welche die Verbindung der Formel I
enthalten. (Für
die Zwecke dieser Anmeldung soll die topische Anwendung Mundwaschungen
und Gurgelanwendungen beinhalten.)
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Die
Verbindungen der vorliegenden Erfindung können auch in intranasaler Form
durch die topische Verwendung geeigneter Intranasalvehikel und Abgabevorrichtungen
oder auf transdermalen Wegen unter Verwendung von Transdermal-Hautpflastern,
die den Durchschnittsfachleuten gut bekannt sind, verabreicht werden.
Um in Form eines transdermalen Abgabesystems verabreicht zu werden,
wird die Dosisverabreichung während
des Dosierungsregimes natürlich
kontinuierlich anstatt intermittierend sein. Die Verbindungen der vorliegenden
Erfindung können
auch als ein Zäpfchen
verabreicht werden, wobei Grundstoffe wie Kakaobutter, glycerinierte
Gelatine, hydrierte Pflanzenöle,
Mischungen aus Polyethylenglycolen mit verschiedenen Molekulargewichten
und Fettsäureester
von Polyethylenglycol eingesetzt werden.
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Zusätzlich können die
Verbindungen der vorliegenden Erfindung an einen Säuger, der
diese benötigt, unter
Verwendung einer Gelextrusionsmechanismus(GEM)-Vorrichtung verabreicht
werden, wie sie z.B. in
US-Patent
Nr. 4976697 , eingereicht am 11. Dezember 1990, beschrieben
ist.
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Wenn
eine Verbindung gemäß dieser
Erfindung an ein menschliches Subjekt verabreicht wird, wird die Tagesdosis
normalerweise vom verschreibenden Arzt bestimmt werden, wobei die
Dosis im Allgemeinen mit dem Alter, Gewicht, Geschlecht und Ansprechverhalten
des einzelnen Patienten sowie mit der Schwere der Symptome des Patienten
variiert.
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Bei
einer beispielhaften Anwendung wird eine geeignete Menge der Verbindung
an einen Säuger,
der sich einer Krebstherapie unterzieht, verabreicht. Die Verabreichung
erfolgt in einer Menge zwischen etwa 0,1 mg/kg Körpergewicht bis etwa 60 mg/kg
Körpergewicht
pro Tag, vorzugsweise zwischen 0,5 mg/kg Körpergewicht bis etwa 40 mg/kg
Körpergewicht
pro Tag.
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Die
Verbindungen dieser Erfindung können
durch Anwendung von Reaktionen, wie sie in den folgenden Schemata
gezeigt sind, zusätzlich
zu anderen Standardmanipulationen, die in der Literatur bekannt
sind oder in den Experimentalverfahren veranschaulicht sind, hergestellt
werden. Es sollte beachtet werden, dass, um sich kurz zu halten,
in den folgenden Schemata nur ein Enantiomer aus der Ringexpansion
veranschaulicht ist. Substitutionen am Benzazocinrest A, wie hierin
oben veranschaulicht, die anders sind als die in den Schemata speziell
veranschaulichten Substitutionen, können durch Anwendung von im
Stand der Technik bekannten Verfahren oder geeignet substituierten
Ausgangsmaterialien hergestellt werden. Diese Schemata sind daher
weder durch die beschriebenen Verbindungen, noch durch irgendwelche
für Veranschaulichungszwecke eingesetzte
spezielle Substituenten eingeschränkt. Die Substituentennummerierung,
wie sie in den Schemata gezeigt ist, muss nicht notwendigerweise
mit der in den Ansprüchen
verwendeten Nummerierung übereinstimmen.
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Es
ist zu verstehen, dass in den nachstehenden Schemata R1-(CR1a 2)n-1-X-(CR1a 2)p-V-(R2)q bedeutet, wie
es in Formel I definiert ist.
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BEISPIELE
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Die
angegebenen Beispiele sollen dem weiteren Verständnis der Erfindung dienen.
Spezielle eingesetzte Materialien, Spezies und Bedingungen sollen
die Erfindung weiter veranschaulichen und nicht deren angemessenen
Umfang einschränken.
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BEISPIEL 1
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3-(3-Brombenzyl)-11-methyl-1,2,3,4,5,6-hexahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazociniumdichlorid
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Schritt A: {2-[(Tetrahydro-2H-pyran-2-yloxy)methyllphenyl}methanol
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Zu
einer Suspension von 1,2-Benzoldimethanol (5 g, 36,19 mmol) in Toluol/2,3-Dihydropyran
(206 ml/11 ml) bei 30°C
wurden 3,62 g Dowex (50WX2-100) zugegeben. Die Reaktion wurde 5
Stunden bei 30°C gerührt. Die
Mischung wurde filtriert, um Dowex zu entfernen, dann im Vakuum
eingeengt und über
Nacht unter Rühren
an eine Vakuumpumpe angeschlossen, um 2,3-Dihydropyran zu entfernen.
Das rohe Reaktionsprodukt wurde durch Normalphasenchromatographie
(20% EtOAc/Hexane – 25% – 30%) gereinigt,
um eine klare Flüssigkeit
zu ergeben (5,72 g).
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Schritt B: 2-[(Tetrahydro-2H-pyran-2-yloxy)methyl]benzyl-4-methylbenzolsulfonat
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Eine
Lösung
von {2-[(Tetrahydro-2H-pyran-2-yloxy)methyl]phenyl}methanol (5,52
g, 24,84 mmol) in CH2Cl2 (100
ml) wurde auf 0°C
abgekühlt
und mit Et3N (6,92 ml, 49,68 mmol) behandelt,
gefolgt von der Zugabe von Ts2O (8,9 g,
27,33 mmol). Die Reaktion wurde 3,5 Stunden bei 0°C gerührt. Die
Mischung wurde mit gesättigtem
NH4Cl verdünnt und mit CH2Cl2 (2x) extrahiert. Die vereinten organischen
Lösungen
wurden mit Wasser gewaschen, über
Na2SO4 getrocknet
und im Vakuum eingeengt. Das Rohprodukt wurde durch Normalphasenchromatographie
(10% EtOAc/Hexane – 20%)
gereinigt, um ein hellbraunes Öl
zu ergeben (7,36 g).
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Schritt C: 3-[2-(Hydroxymethyl)benzyl]-1,4-dimethylpiperazin-2,5-dion
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Eine
Lösung
von 1,4-Dimethylpiperazin-2,5-dion (3,06 g, 21,51 mmol) in THF (100
ml) wurde auf –70°C abgekühlt. Eine
LiHMDS-Lösung
(1M, 23,46 mmol, 23,46 ml) wurde durch eine Spritze zugegeben und die
Reaktion 15 Minuten gerührt.
Eine Raumtemperaturlösung
von 2-[(Tetrahydro-2H-pyran-2-yloxy)methyl]benzyl-4-methylbenzolsulfonat
(7,36 g, 19,55 mmol) in THF (30 ml) wurde durch eine Kanüle zugegeben. Die
Reaktion wurde bei –65°C gerührt, und
man ließ das
Bad 9 Stunden lang schmelzen. Die Mischung wurde mit gesätt. NH4Cl gequencht und mit EtOAc (2 × 400 ml)
extrahiert. Die vereinten organischen Lösungen wurden anschließend mit
Salzlösung
gewaschen, über
Na2SO4 getrocknet
und im Vakuum eingeengt. Die Reaktion wurde durch Umkehrphasen-HPLC
gereinigt, und dies führte
zu einer Mischung aus geschütztem/ungeschütztem erwünschtem
Produkt. Die Mischung wurde zwischen gesätt. NaHCO3 und
CH2Cl2 aufgetrennt
und mit CH2Cl2 (2x)
extrahiert. Die vereinten organischen Lösungen wurden über Na2SO4 getrocknet und
eingeengt, um 2,02 g eines hellgelben Feststoffs zu ergeben, der
sowohl geschütztes
als auch von der Schutzgruppe befreites erwünschtes Produkt enthielt. Die
wässrige
Schicht wurde mit CH2Cl2 und
CHCl3 (5x) extrahiert. Die vereinten organischen
Lösungen
wurden über
Na2SO4 getrocknet
und eingeengt, um 449 mg des erwünschten
Produkts zu ergeben. Die Mischung aus geschütztem/ungeschütztem erwünschtem
Produkt wurde in 90 ml MeOH gelöst
und mit 2 g Dowex (50WX2-100) behandelt. Die Lösung wurde 5 Stunden bei Umgebungstemperatur
gerührt.
Die Reaktion wurde filtriert, mit MeOH gewaschen und eingeengt,
um das erwünschte
Produkt (1,48 g) zu ergeben.
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Schritt D: 2-[(1,4-Dimethvl-3,6-dioxopiperazin-2-yl)methyl]benzylchlorid
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Eine
Lösung
von 3-[2-(Hydroxymethyl)benzyl]-1,4-dimethylpiperazin-2,5-dion (1,48
g, 5,64 mmol) und Et3N (1,57 ml, 11,28 mmol)
in DMF wurde auf 0°C
abgekühlt.
Mesylchlorid wurde durch eine Spritze bei 0°C zugegeben, und man hell die
gerührte
Reaktion über
Nacht durch Schmelzen des Bades auf Umgebungstemperatur erwärmen. Weiteres
Et3N (2 Äquiv.)
und Mesylchlorid (1,1 Äquiv.)
wurden bei 0°C
zugegeben, und man ließ die
gerührte
Reaktion 6 Stunden durch Schmelzen des Bades auf Umgebungstemperatur
erwärmen.
LiCl (478 mg, 11,28 mmol) wurde zugegeben und die Reaktion bei Umgebungstemperatur
1,5 Stunden gerührt.
Die Mischung wurde zwischen NH4Cl und EtOAc
aufgetrennt und mit EtOAc (3x) extrahiert. Die vereinten organischen
Lösungen
wurden mit Salzlösung
gewaschen, über
Na2SO4 getrocknet
und eingeengt. Das Rohprodukt wurde durch Normalphasenchromatographie
(0-3% MeOH(NH3)/CH2Cl2)
gereinigt, um ein gelbes Öl
(1,47 g) zu ergeben.
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Schritt E: 3,11-Dimethvl-2,3,5,6-tetrahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazocin-4,12(1H)-dion
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Eine
Lösung
von 2-[(1,4-Dimethvl-3,6-dioxopiperazin-2-yl)methyl]benzylchlorid
(1,47 g, 5,24 mmol) in THF (52 ml) wurde auf –65°C abgekühlt. LiHMDS (1M, 5,76 mmol,
5,76 ml) wurde durch eine Spritze zu der Lösung zugegeben, um eine gelbe
Suspension zu ergeben. Die Reaktion wurde 2,5 Stunden gerührt, und
anschließend
hell man sie auf –30°C erwärmen. Die
Mischung wurde mit gesätt.
NH4Cl gequencht und mit EtOAc (3 Mal) extrahiert.
Die vereinten organischen Lösungen
wurden mit Salzlösung
gewaschen, über
Na2SO4 getrocknet
und im Vakuum eingeengt. Das rohe Reaktionsprodukt wurde durch Normalphasenchromatographie (0-6%
MeOH/CH2Cl2) gereinigt,
um einen weißen
Feststoff zu ergeben (0,678 g).
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Schritt F: 3,11-Dimethvl-1,2,3,4,5,6-hexahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazocin
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Eine
Suspension von 3,11-Dimethvl-2,3,5,6-tetrahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazocin-4,12(1H)-dion (647
mg, 2,65 mmol) in THF (26 ml) wurde mit LAH (1M, 10,59 mmol, 10,59
ml) behandelt und 3 Stunden zum Rückfluss erhitzt. Die Reaktion
wurde auf Umgebungstemperatur abgekühlt und mit Na2SO4-Decahydrat gequencht. Die Mischung wurde
filtriert, gründlich
mit THF gewaschen und eingeengt, um ein klares Öl zu ergeben (0,566 g).
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Schritt G: Benzyl-11-methyl-1,4,5,6-tetrahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazocin-3(2H)-carboxylat
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Eine
Lösung
von 3,11-Dimethyl-1,2,3,4,5,6-hexahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazocin
(92 mg, 0,425 mmol) in Toluol (5 ml) wurde mit Benzylchlorformiat
(1,4 mmol, 200 μl)
behandelt und auf 85°C
erwärmt. Die
Reaktion wurde über
Nacht gerührt.
Weitere 0,070 ml Benzylchlorformiat wurden zu der Mischung zugegeben
und diese 5 Stunden am Rückfluss
gerührt.
Die Reaktion wurde auf Umgebungstemperatur abgekühlt und zwischen gesätt. wässrigem
NaHCO3 und EtOAc aufgetrennt. Die wässrige Schicht
wurde mit EtOAc gewaschen. Die organische Lösung wurde mit Salzlösung gewaschen, über Na2SO4 getrocknet und
im Vakuum eingeengt. Das Rohprodukt wurde durch Normalphasenchromatographie
gereinigt (0-6% MeOH(NH3)/CH2Cl2), um ein hellbraunes Öl zu ergeben (69 mg).
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Schritt H: 3-Methyl-1,2,3,4,5,6-hexahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazocin
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Eine
Lösung
von Benzyl-11-methyl-1,4,5,6-tetrahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazocin-3(2H)-carboxylat
(69 mg, 0,205 mmol) in EtOH (4 ml) wurde mit einer Aufschlämmung von
Pd/C (11 mg) in EtOH behandelt. Die Reaktion wurde kurz mit H2 gespült,
dann 2 Stunden unter einem H2-Ballon gerührt. Die
Mischung wurde mit Ar gespült,
dann durch Celite filtriert und gründlich mit EtOH gewaschen.
Die Reaktion wurde im Vakuum eingeengt, um ein klares Öl zu ergeben
(38 mg).
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Schritt I: 3-(3-Brombenzyl)-11-methyl-1,2,3,4,5,6-hexahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazociniumdichlorid
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Zu
einer Lösung
von 0,038 g, 3-Methyl-1,2,3,4,5,6-hexahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazocin (0,188
mmol) in 2 ml DCE wurden 0,02 ml 3-Brombenzaldehyd (0,21 mmol) und
0,056 g Na(OAc)BH3 (0,26 mmol) zugegeben.
Die resultierende Mischung wurde unter N2 über Nacht
bei Umgebungstemperatur gerührt, dann
in gesättigtes
wässriges
Natriumhydrogencarbonat gegossen und mit CH2Cl2 (2 Mal) extrahiert. Die organischen Lösungen wurden über Na2SO4 getrocknet,
filtriert und durch Flashchromatographie (0%-10% MeOH/CH2Cl2) gereinigt,
um ein hellgelbes Öl
(57 mg) zu ergeben. 1H-NMR (500 MHz, CDCl3) δ 7,28 (br.
d, J = 8 Hz, 1H), 7,21-7,15 (m, 2H), 7,08-7,00 (m, 4H), 6,83 (br.
d, J = 8 Hz, 1H), 3,49 (d, J = 14 Hz, 1H), 3,45 (d, J = 14 Hz, 1H),
3,22-3,16 (m, 3H), 3,10 (dd, J = 15, 3 Hz, 1H), 3,03-2,97 (m, 2H),
2,91 (dd, J = 11,3 Hz, 1H), 2,86 (dd, J = 11, 5 Hz, 1H), 2,78 (d,
J = 10 Hz, 1H), 2,59 (dd, J = 11, 1 Hz, 1H), 2,45 (s, 3H). Das Bis-HCl-Salz
der Verbindung wurde durch Einwirkenlassen eines Überschusses
an HCl gebildet. Exakte Masse laut HRMS (ES) berechnet für C20H24BrN2 (M+H+): 371,1118. Gefunden 371,1117.
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BEISPIEL 2
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3-(3-Brombenzyl)-1,2,3,4,5,6-hexahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazociniumchlorid
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Schritt A: Dibenzyl-1,4,5,6-tetrahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazocin-3,11(2H)-dicarboxylat
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Eine
Lösung
von 3,11-Dimethyl-1,2,3,4,5,6-hexahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazocin
(51 mg, 0,236 mmol), hergestellt durch Nacharbeiten der in Beispiel
2 (Schritte A-F) beschriebenen Verfahren, in Toluol (4 ml) wurde
mit Benzylchlorformiat (130 μl,
0,94 mmol) behandelt und zum Rückfluss
erhitzt. Nach 2,5-tägigem
Rühren
war nur eine 85%ige Umwandlung in das Mono-Austauschprodukt erfolgt.
Weitere 0,260 ml Benzylchlorformiat wurden zu der Reaktion zugegeben
und diese 24 Stunden am Rückfluss
gerührt.
Es erfolgte ein deutlicher Fortschritt hin zum mutmaßlichen
erwünschten
Produkt (2:1 Mono:Di-Cbz). Weitere 0,300 ml Benzylchlorformiat (4x)
wurden im Verlauf von 6 Tagen zu der refluxierenden Reaktion zugegeben.
Die Mischung wurde auf Umgebungstemperatur abgekühlt und zwischen gesätt. wässrigem
NaHCO3 und EtOAc aufgetrennt. Die wässrige Schicht
wurde mit EtOAc (1x) extrahiert. Die organische Schicht wurde mit
Salzlösung gewaschen, über Na2SO4 getrocknet und
im Vakuum eingeengt. Das Rohprodukt wurde durch Normalphasenchromatographie
(0-3-6% MeOH(NH3)/CH2Cl2) gereinigt, um einen hellbraunen Schaum
(70 mg) zu ergeben.
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Schritt B: 1,2,3,4,5,6-Hexahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazocin
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Eine
Lösung
von Dibenzyl-1,4,5,6-tetrahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazocin-3,11(2H)-dicarboxylat (63
mg, 0,138 mmol) in EtOH (4 ml) wurde mit einer Aufschlämmung von
Pd/C (15 mg) in EtOH behandelt. Die Reaktion wurde kurz mit H2 gespült,
dann 2,5 Stunden unter einem H2-Ballon gerührt. Die
Mischung wurde mit Ar gespült,
dann durch Celite filtriert und gründlich mit EtOH gewaschen.
Die Reaktion wurde im Vakuum eingeengt, um ein klares Öl (27 mg)
zu ergeben.
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Schritt C: 3-(3-(Brombenzyl)-1,2,3,4,5,6-hexahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazociniumdichlorid
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Durch
Nacharbeiten der in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren, wobei 3-Methyl-1,2,3,4,5,6-hexahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazocin
in Schritt 1 durch 1,2,3,4,5,6-Hexahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazocin ersetzt
und ein einziges Äquivalent
3-Brombenzaldehyd eingesetzt wurde, wurde die Titelverbindung erhalten. 1H-NMR (500 MHz, CDCl3) δ 7,37-7,35
(m, 1H), 7,33 (br. s, 1H), 7,22-7,18 (m, 2H), 7,16-7, m, 4H), 3,81-3,78
(m, 1H), 3,75 (d, J = 14 Hz, 1H), 3,65 (d, J = 14 Hz, 1H), 3,52
(dd, J = 14, 6 Hz, 1H), 3,35 (dd, J = 13, 4 Hz, 1H), 3,21-3,20 (m,
1H), 3,08-3,03 (m, 2H), 2,97 (dd, J = 11, 4 Hz, 1H), 2,94 (dd, J
= 16, 7 Hz, 1H), 2,89-2,84 (m, 2H). Das Bis-HCl-Salz der Verbindung
wurde durch Einwirkenlassen eines Überschusses an HCl gebildet.
Exakte Masse laut HRMS (ES) berechnet für C19H22BrN2 (M+H+): 357,0461. Gefunden: 357,0955.
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BEISPIEL 3
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3,11-Bis(3-brombenzyl)-1,2,3,4,5,6-hexahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazociniumdichlorid
-
Durch
Nacharbeiten der in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren, wobei 3-Methyl-1,2,3,4,5,6-hexahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazocin
in Schritt I durch 1,2,3,4,5,6-Hexahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazocin ersetzt
und zwei Äquivalente
3-Brombenzaldehyd verwendet wurden, wurde die Titelverbindung erhalten. 1H-NMR (500 MHz, CDCl3) δ 7,32 (br.
d, J = 8 Hz, 2H), 7,21-7,18 (m, 2H), 7,16 (br. s, 2H), 7,09 (t,
J = 8 Hz, 2H), 7,05-7,03 (m, 2H), 6,97 (br. d, J = 8 Hz, 2H), 3,62
(d, J = 14 Hz, 1H), 3,58 (d, J = 14 Hz, 1H), 3,20 (m, 2H), 3,13
(dd, J = 14, 6 Hz, 2H), 2,98 (dd, J = 14, 6 Hz, 2H), 2,85 (dd, J
= 11, 3 Hz, 2H), 2,73 (d, J = 10 Hz, 2H). Das Bis-HCl-Salz der Verbindung
wurde durch Einwirkenlassen eines Überschusses an HCl gebildet.
Exakte Masse laut HRMS (ES) berechnet für C26H27Br2N2 (M+H+): 525,0536. Gefunden 525,0526.
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BEISPIEL 4
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11-Acetyl-3-(3-brombenzyl)-1,2,3,4,5,6-hexahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazocinium-Trifluoracetat
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Eine
Lösung
von 3-(3-Brombenzyl)-1,2,3,4,5,6-hexahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazociniumdichlorid
(26 mg, 0,138 mmol), hergestellt durch Nacharbeiten der in Beispiel
2 beschriebenen Verfahren, in CH2Cl2 (2 ml) wurde mit Pyridin (0,19 mmol, 20 μl) und Acetylchlorid
(0,09 mmol, 10 μl)
behandelt. Die Reaktion wurde 2,5 Stunden bei Umgebungstemperatur
gerührt.
Die Mischung wurde mit EtOH verdünnt
und im Vakuum eingeengt. Der Rückstand
wurde in Acetonitril aufgenommen und durch Umkehrphasen-HPLC gereinigt, um
ein weißes
Pulver zu ergeben. 1H-NMR (500 MHz, CD3OD) δ 7,82
(d, J = 11 Hz, 1H), 7,68 (d, J = 8 Hz, 1H), 7,58 (t, J = 9 Hz, 1H),
7,44 (t, J = 8 Hz, 1H), 7,22-7,15 (m, 3H), 7,07 (d, J = 8 Hz, 1H),
4,90 (m, 1H), 4,67 (br., 1H), 3,90 (br. d, J = 12 Hz, 1H), 3,69-3,33
(m, 6H), 3,27-3,24 (m, 1H), 3,14 (dd, J = 15, 8 Hz, 1H), 1,50 (s, 3H).
Exakte Masse laut HRMS (ES) berechnet für C21H24BrN2O (M+H+): 399,1067. Gefunden 399,1073.
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BEISPIEL 5
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Die
oben hergestellten Salzverbindungen können durch im Stand der Technik
bekannte Verfahren neutralisiert werden. Zum Beispiel kann das Salz
mit einer geeigneten verdünnten
wässrigen
Basenlösung, wie
z.B. verdünntem
wässrigem
NaOH, Kaliumcarbonat, Ammoniak und Natriumhydrogencarbonat, behandelt werden,
um die freie oder Nicht-Salz-Form der Verbindung zu ergeben. Nachstehend
aufgeführt
ist der Name der freien Form für
die entsprechende Salzverbindung, die in dem angegebenen Beispiel
beschrieben ist:
| Beispiel | Name
der freien Form |
| 1 | 3-(3-Brombenzyl)-11-methyl-1,2,3,4,5,6-hexahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazocin |
| 2 | 3-(3-Brombenzyl)-1,2,3,4,5,6-hexahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazocin |
| 3 | 3,11-Bis(3-brombenzyl)-1,2,3,4,5,6-hexahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazocin |
| 4 | 11-Acetyl-3-(3-brombenzyl)-1,2,3,4,5,6-hexahydro-5,2-(epiminomethano)-3-benzazocin |
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TESTS
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Die
in den obigen Beispielen beschriebenen Verbindungen der vorliegenden
Erfindung wurden durch die nachstehend beschriebenen Tests getestet,
und es wurde gefunden, dass sie eine Kinaseinhibitorwirkung besitzen.
Speziell inhibierten die Verbindungen der vorliegenden Erfindung
die IGF-1R- oder Insulinrezeptorkinaseaktivität mit einem IC50-Wert
von weniger als oder gleich etwa 100 μM. Andere Tests sind in der
Literatur bekannt und könnten
leicht von den Fachleuten durchgeführt werden (siehe zum Beispiel
Dhanabal et al., Cancer Res. 59:189-197; Xin et al., J. Biol. Chem.
274:9116-9121; Sheu et al., Anticancer Res. 18:4435-4441; Ausprunk
et al., Dev. Biol. 38:237-248; Gimbrone et al., J. Natl. Cancer
Inst. 52:413-427; Nicosia et al., In Vitro 18:538-549).
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IGF-1R-KINASE-TEST
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Die
IGF-1R-Rezeptorkinaseaktivität
wird durch Einbau von Phosphat in ein Peptidsubstrat, das einen Tyrosinrest
enthält,
gemessen. Die Phosphorylierung des Peptidsubstrats wird mit Hilfe
von Anti-IGF-1R
und Anti-Phosphotyrosin-Antikörpern
in einem HTRF(Homogeneous Time Resolved Fluorescence)-Detektionssystem
quantifiziert. (Park, Y-W., et al. Anal. Biochem., (1999) 269, 94-104).
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MATERIALIEN
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IGF-1R-REZEPTORKINASEDOMÄNE
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Die
intrazellulären
Kinasedomänen
von menschlichem IGF-1R wurde als ein Glutathion-S-Transferase-Fusionsprotein
kloniert. Die IGF-1R-β-Untereinbeit-Aminosäurereste
930 bis 1337 (Nummerierungssystem wie bei Ullrich et al., EMBO J.
(1986) 5, 2503-2512) wurden in den Baculovirus-Transfervektor pAcGHLT-A (BD-Pharmingen)
kloniert, so dass die N-Termini der IGF-1R-Reste an die C-Termini der GST-Domäne, kodiert im
Transfervektor pAcGHLT-A, fusioniert werden. Rekombinanter Virus
wurde erzeugt und das Fusionsprotein in SF-9-Insektenzellen (BD-Pharmingen)
exprimiert. Das Enzym wurde mit Hilfe einer Glutathion-Sepharose-Säule gereinigt.
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INSULINREZEPTORKINASEDOMÄNE
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Die
intrazellulären
Kinasedomänen
von menschlichem Insulinrezeptor wurde als ein Glutathion-S-Transferase-Fusionsprotein
kloniert. Die Insulinrezeptor-β-Untereinheit-Aminosäurereste
941 bis 1343 (Nummerierungssystem wie bei Ullrich et al., Nature,
(1985) 313, 756-761) wurden in den Baculovirus-Transfervektor pAcGHLT-A (BD-Pharmingen)
kloniert, so dass die N-Termini der IGF-1R-Reste an die C-Termini der GST-Domäne, kodiert
im Transfervektor pAcGHLT-A, fusioniert werden. Rekombinanter Virus
wurde erzeugt und das Fusionsprotein in SF-9-Insektenzellen (BD-Pharmingen)
exprimiert. Das Enzym wurde mit Hilfe einer Glutathion-Sepharose-Säule gereinigt.
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INSEKTENZELLENLYSEPUFFER
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10
mM Tris pH 7,5; 130 mM NaCl; 2 mM DTT; 1% Triton X-100; 10 mM NaF;
10 mM NaPi; 10 mM NaPPi; 1X Protease Inhibitor Cocktail (Pharmingen).
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WASCHPUFFER
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Phosphatgepufferte
Kochsalzlösung
(PBS): 137 Mm NaCl, 2,6 mM KCl, 10 mM Na2HPO4, 1,8 mM KH2PO4, pH 7,4; 1 mM DTT; 1X Protease-Inhibitor-Cocktail.
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DIALYSEPUFFER
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20
mM Tris pH 7,5; 1 mM DTT, 200 mM NaCl; 0,05% Triton X-100 und 50%
Glycerin.
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ENZYMVERDÜNNUNGSPUFFER
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50
mM Tris, pH 7,5; 1 mM DTT; 100 mM NaCl; 10% Glycerin, 1 mg/ml BSA.
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ENZYMREAKTIONSPUFFER
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20
mM Tris pH 7,4; 100 mM NaCl; 1 mg/ml BSA; 5 mM MgCl2;
2 mM DTT.
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QUENCHPUFFER
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125
mM Tris pH 7,8; 75 mM EDTA; 500 mM KF; 0,125% Triton X-100; 1,25%
BSA; 60 nM SA-XL665 (Packard); 300 pM Europiumcryptat-markierter
Anti-Phosphotyrosin-Antikörper
(Eu-PY20).
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PEPTIDSUBSTRAT
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Sequenz
LCB-EQEDEPEGDYFEWLE-NH2; Stammlösung ist
1 mM gelöst
in DMSO; verdünnt
auf 1 μM
in 1X Enzymreaktionspuffer für
eine 10X Arbeitsstammlösung.
(LCB = Aminohexanoylbiotin).
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ATP
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Stammlösung ist
0,5M ATP (Boehringer) pH 7,4; Stammlösung wird auf 40 mM ATP in
Enzymreaktionspuffer verdünnt,
um 20X Arbeitsstammlösung
zu ergeben.
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HEK-21-ZELLLINIE
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Menschliche
embryonale Nierenzellen (HEK-293) (ATCC) wurden mit einem Expressionsplasmid,
das die gesamte IGF-1R-kodierende Sequenz enthält, transfektiert. Nach der
Antibiotika-Auswahl wurden die Kolonien auf IGF-1R-Überexpression
durch Western-Blot-Analyse gescreent. Ein Klon, der als HEK-21 bezeichnet
wird, wurde für
zellbasierende IGF-1R-Autophosphorylierungstests
ausgewählt.
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HEK-ZELLWACHSTUMSMEDIUM
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Dulbecco's Modified Eagle's Medium (DMEM),
10% fatales Kälberserum,
1X Penn/Strep, 1X Glutamin, 1X nichtessentielle Aminosäuren (alle
von Life Technologies).
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ZELLLYSEPUFFER
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50
mM Tris-HCl pH 7,4; 150 mM NaCl; 1% Triton X-100 (Sigma); 1X Säuger-Protease-Inhibitoren
(Sigma); 10 mM NaF; 1 mM NaVanadat.
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WESTERN-BLOCKIERPUFFER
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20
mM Tris-HCl pH 8,0; 150 mM NACl; 5% BSA (Sigma); 0,1% Tween 20 (Biorad).
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VERFAHREN
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A. PROTEINREINIGUNGEN
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Spodoptera
frugiperda SF9-Zellen wurden mit rekombinantem Virus, kodierend
entweder die GST-IGF-1R-β-Untereinheit
oder das GST-InsR-Fusionsprotein, bei einem MOI von 4 Virusteilchen/Zellen transfektiert.
Die Zellen werden 48 Stunden bei 27°C kultiviert, durch Zentrifugation
geerntet und einmal mit PBS gewaschen. Das Zellpellet wird nach
der letzten Zentrifugation bei –70°C eingefroren.
Alle anschließenden
Reinigungsschritte werden bei 4°C
durchgeführt.
10 Gramm der gefrorenen Paste werden in einem 90-ml-Volumen Insektenzellenlysepuffer
(BD-Pharmingen) aufgetaut und unter gelegentlichem Rühren 20
Minuten auf Eis gehalten. Das Lysat wird bei 12000 g zentrifugiert,
um Zelltrümmer
zu entfernen. Der Lyse-Überstand
wurde mit 45 ml Glutathionagarosekügelchen (BD-Pharmingen) vermischt
und langsam bei 4°C
eine Stunde gerührt,
wonach die Kügelchen
zentrifugiert und 3 Mal mit Waschpuffer gewaschen wurden. Die Kügelchen
werden erneut in 45 ml Waschpuffer suspendiert und als eine Aufschlämmung in
eine Chromatographiesäule
gegossen. Die Säule
wird mit 5 Volumen Waschpuffer gewaschen und das GST-IGF-1R aus
der Säule
mit 5 mM Glutathion in Waschpuffer eluiert. Die gesammelten Fraktionen
werden gegen Dialysepuffer dialysiert und bei –20°C aufbewalt.
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B. IGF-1R-KINASETEST
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Die
IGF-1R-Enzymreaktion wird in einem 96-Well-Plattenformat durchgeführt. Die
Enzymreaktion besteht aus Enzymreaktionspuffer plus 0,1 nM GST-IGF-1R,
00 nM Peptidsubstrat und 2 mM ATP in einem Endvolumen von 60 Mikrolitern.
Der Inhibitor in DMSO wird in ein Volumen von 1 Mikroliter gegeben
und 10 Minuten bei 22°C
vorinkubiert. Die letztendliche Inhibitorkonzentration kann von
100 μM bis
1 nM reichen. Die Kinasereaktion wird mit 3 Mikroliter 40 mM ATP
initiiert. Nach 20 Minuten bei 22°C
wird die Reaktion mit 40 Mikroliter Quenchpuffer gestoppt, und man
lässt sie
2 Stunden bei 22°C äquilibrieren.
Die relativen Fluoreszenzeinheiten werden an einem Discovery-Plattenlesegerät (Packard)
abgelesen. Die IC50-Werte für die Verbindungen
werden durch eine 4-Punkt-Sigmoidal-Kurvenanpassung ermittelt.
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C. INSULINREZEPTORKINASETEST
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Die
Kinasereaktion für
den Insulinrezeptor ist identisch mit der für den Test von IGF-1R (oben)
verwendeten Reaktion, außer
dass GST-InsR mit einer Endkonzentration von 0,1 nM verwendet wird.
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D. ZELLBASIERENDER IGF-1R-AUTOPHOSPHORYLIERUNGSTEST
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IGF-1R-Inhibitorverbindungen
werden auf ihre Fähigkeit,
IGF-I-induzierte IGF-1R-Autophosphorylierung
in einer IGF-1R-transfektierten menschlichen embryonalen Nierenzelllinie
(HEK-21) zu blockieren,
getestet. HEK-21-Zellen, welche den menschlichen IGF-1R-Rezeptor überexprimieren,
werden in 6-Well-Platten in HEK-Zellwachstumsmedium bis zu einer
80%igen Konfluenz kultiviert (37°C
in einer 5%-CO2-Atmosphäre). In den Zellen wird durch
vier Stunden in HEK-Wachstumsmedium mit 0,5%igem fötalem Kälberserum
ein Serummangel erzeugt. Eine 10X-Konzentration an Inhibitor in
Wachstumsmedium wird zu den Zellen in einem Zehntel des Endvolumens
des Mediums zugegeben, und man lässt
ein Stunde bei 37°C
vorinkubieren. Die Inhibitorkonzentration kann von 10 nM bis 100 μM reichen.
IGF-I (Sigma) wird zu den Zellen mit Serummangel bis zu einer Endkonzentration
von 30 ng/ml zugegeben. Nach einer 10-minütigen Inkubation in Gegenwart
von IGF-I bei 37°C
wird das Medium entfernt, die Zellen einmal mit PBS gewaschen und
mit 0,5 ml kaltem Zelllysepuffer versetzt. Nach 5-minütiger Inkubation
auf Eis werden die Zellen von den Wänden der Vertiefungen abgekratzt,
und Lysepuffer plus Zellen werden in ein 1,5-ml-Mikrofugenröhren überführt. Das
gesamte Lysat wird zwanzig Minuten bei 4°C gehalten und anschließend mit
maximaler Geschwindigkeit in einer Mikrofuge zentrifugiert. Der Überstand
wird entfernt und für
die Analyse aufbewahrt. Der Phosphorylierungsstatus des Rezeptors
wird durch Western Blot ermittelt. Die Lysate werden auf 8% denaturierenden
Tris-Glycin-Polyacrylamidgelen
elektrophoresebehandelt und die Proteine durch Elektroblotting auf
Nitrozellulosefilter übertragen.
Die Blots werden mit Blockierreagenz 10 Minuten blockiert, wonach
Antiphosphotyrosin-Antikörper (4G10,
Upstate Biotechnology) bis zu einer Endverdünnung von 1:1500 zugegeben
wird. Die Blots und primärer
Antikörper
werden über
Nacht bei 4°C
inkubiert. Nach dem Waschen mit PBS plus 0,2% Tween 20 (Biorad) wird
ein HRP konjugierter Anti-Maus sekundärer Antikörper (Jackson Labs) in einer
Verdünnung
von 1:15000 zugegeben und 2 Stunden bei 4°C inkubiert. Die Blots werden
anschließend
mit BPS-Tween gewaschen und unter Verwendung von ECL (Amersham)
Lumineszenzreagenz gewaschen. Phosphorylierter IGF-1R auf den Blots
wird durch Autoradiographie oder Darstellung mit Hilfe einer Kodak
Image Station 440 sichtbar gemacht. Die IC50-Werte
werden durch densitometrisches Scannen oder durch Quantifizierung
mit Hilfe der Kodak Digital Science Software ermittelt.