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Gebiet der Erfindung
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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Beobachtung oder Überwachung
von Zellen, insbesondere ihres Metabolismus, um die Kulturbedingungen zu
optimieren. Ferner betrifft die Erfindung ein Screening-Verfahren
mit hohem Durchsatz und eine für
ein derartiges Verfahren geeignete Vorrichtung.
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Hintergrund der Erfindung
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Eine
Mikrofluidvorrichtung umfasst typischerweise mindestens einen Kanal
oder eine Kammer mit einer Größe, die
in mindestens einer Abmessung einen Wert von 1 mm oder weniger aufweist. Von
besonderem Interesse sind Mikrofluidvorrichtungen, die sich zur
Durchführung
und/oder Überwachung
von chemischen und biologischen Vorgängen eignen. Diese Vorrichtungen
können
zur Simulation von großtechnischen
Verfahren in einem mikroskopischen Niveau eingesetzt werden, um
dadurch die Volumina an Fluidmaterialien und Reagenzien auf ein Minimum
zu beschränken.
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Eine
Mikrofluidvorrichtung kann zur Überwachung
des Zeltmetabolismus verwendet werden. Veränderungen im äußeren biologischen,
chemischen und physikalischen Milieu einer Zelle legen bestimmte
Muster einer herauf- und herunterregulierten Genexpression fest
und führen
zu Veränderungen
in den Konzentrationen und Flüssen
von Metaboliten innerhalb der zellulären Umgebung. Sämtliche
lebenden Zellen nehmen Nahrungsmittel auf und bauen diese ab, um
wertvolle Energie und Abfallprodukte zu erzeugen. Beispielsweise
verändern
fast sämtliche Zellen
den pH-Wert ihrer Umgebung, indem sie alkalische oder saure Nährstoffe
aufnehmen oder organische Säuren,
CO2 oder NH4 + erzeugen. Ein Zellmetabolismus dieses Typs
kann mit einem Mikrophysiometer auf Siliciumbasis überwacht
werden, der die Geschwindigkeit, mit der eukaryontische Zellen den pH-Wert
ihrer unmittelbaren Umgebung verändern,
in Echtzeit in thermoregulierten Mikrovolumen-Fließkammern
misst; vergl. Wada et al., Clin. Chem., Bd. 37 (1991), S. 600–601; und
McConnell et al., Science, Bd. 257 (1992), S. 1906–1912.
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Dieses
Mikrophysiometer unterliegt einer Anzahl von Einschränkungen.
Beispielsweise stützt sich
der lichtaddressierbare, potentiometrische Sensor (LAPS), auf dem
dieses System beruht, auf eine teure Silicium-Mikrotechnik und weist
ein relativ hohes Mikrovolumen (mehrere μl) auf. Außerdem erfordert die Vorrichtung
eine ausgeklügelte
instrumentelle Ausrüstung,
bedient sich biofeindlicher anorganischer Oberflächen und ist gemäß der derzeitigen Konfiguration
nur zur Überwachung
eines einzigen Analyten (pH-Wert) befähigt.
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Herkömmliche
zelluläre
Mikrofluidvorrichtungen umfassen Kanäle und Kammern mit einem relativ
großen
Volumen (in der Größenordnung
von μl). Die
Größe einer
Mikrofluidvorrichtung ist vorzugsweise so klein wie möglich, so
dass die Mengen an Reagenzien/Proben auf ein Minimum beschränkt werden
können.
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Da
die Mikrofluidtechnologie sich mit winzigen Volumina an Reagenzien
und fluiden Materialien bedient, hängt die Beobachtung und Überwachung von
Zellen in kritischer Weise vom Oberflächen/Volumen-Verhältnis der
Mikrofluidkammern und -kanäle sowie
von der Natur des Biofilms, der die innere Oberfläche eines
Kanals oder einer Kammer bildet, ab. Herkömmliche Mikrofluidkanäle und -kammern sind
typischerweise auf Volumina in μl-Größenordnung
beschränkt.
Wenn das Volumen kleiner ist (beispielsweise in der Größenordnung
von nl), geht die Volumenverringerung nicht mit einer Verringerung der
Oberfläche
einher und der Einfluss einer ungleichmäßigen Biofilmbildung ist noch
ausgeprägter.
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Die
Größe einer
Mikrofluidvorrichtung kann auch durch die Größe eines verwendeten Sensors beschränkt sein.
Weitere Probleme bei der Mikrofluidtechnologie umfassen die Bereitstellung
von kostengünstigen
Vorrichtungen und Mikrofluidkreisläufen, die Schaffung von Inokulationsverfahren
mit hohem Durchsatz und den Echtzeitnachweis einer zellulären Aktivität.
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Herkömmliche
Mikrofluidvorrichtungen werden im allgemeinen aus Glas, Siliciumdioxid
oder Substraten auf Siliciumbasis unter Anwendung photolithographischer
Bearbeitungstechniken zur Herstellung von Kanälen, Reaktionskammern oder
Anordnungen hergestellt. Während
erfolgreiche Prototypvorrichtungen unter Verwendung dieser Substrate hergestellt
worden sind, sind die damit verbundenen Herstellungstechniken, einschließlich die
Erzeugung von Masken, das Ätzen
und Abdichten von Kanälen sowie
das Verkleben und Packen, im allgemeinen schwierig und/oder aufwändig in
der Realisation. Die Herstellung von Mikrovorrichtungen im Großmaßstab wird
durch die Tatsache behindert, dass die Größen der Wafer relativ gering
sind, die Bearbeitungskosten prohibitiv sind, der Aufbau, die Werkzeugausrüstung, Konstruktionsänderungen
und Revisionen teuer sind und die Einführung der dreidimensionalen
Beschaffenheit in die Konstruktion teure Zupassungs- und Ätz- oder Schneideeinrichtungen
erfordert.
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Zusammenfassende Darstellung der Erfindung
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Gemäß einem
Aspekt der Erfindung werden Zellen in einer Mikrofluidvorrichtung,
die einen Sensor umfasst, gemäß den Ansprüchen überwacht. Dies
wird unter solchen Bedingungen durchgeführt, dass ein Anhaften von
Zellen an einer Wand der Vorrichtung gehemmt wird.
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Gemäß einem
weiteren Aspekt der Erfindung umfasst eine Mikrofluidvorrichtung
eine Kammer, die einen Sensor und Einlässe für eine Probe und für ein Wachstumsmedium
gemäß den Ansprüchen aufweist.
Eine Wand der Vorrichtung ist so beschaffen, dass bei der Anwendung
ein Anhaften von Zellen an der Wand gehemmt wird.
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Die
Kammer steht vorzugsweise in Verbindung mit einer zweiten, nachgeschalteten
Kammer. Die zweite Kammer kann zum Nachweis von zellulären Komponenten,
z. B. von exprimierten Proteinen oder Enzymen, verwendet werden.
In diesem Fall kommt eine erfindungsgemäße Vorrichtung in Frage, die
eine biotische (erste) Kammer in Verbindung mit einer abiotischen
(zweiten) Kammer umfasst.
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Durch
Hemmung der Haftung der Zelle an einer Wand der Kammer wird die
Bildung eines Biofilms auf ein Minimum beschränkt oder gehemmt. Die Größe der Mikrofluidvorrichtung
ist möglicherweise weniger
kritisch als bei herkömmlichen
Mikrofluidvorrichtungen, und zwar trotz eines hohen Oberflächen/Volumen-Verhältnisses,
da die Einflüsse
einer Biofilmbildung auch bei kleinen Volumina (z. B. in der Größenordnung
von nl) in ausgeprägter
Weise verringert werden.
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Eine
erfindungsgemäße Vorrichtung
umfasst vorzugsweise eine Mehrzahl von Mikrofluidkammern, die durch
Mikrofluidkanäle
verbunden sein können. Eine
derartige Anordnung kann zur Untersuchung multifaktorieller Effektoren,
wie Kohlenstoff/Stickstoff-Quellen, Vitamin- und Mineralienzufuhr
und ihrer Einflüsse
auf die mikrobielle Physiologie verwendet werden.
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Eine
erfindungsgemäße Vorrichtung
kann zu einem raschen, kostengünstigen
Verfahren zur Untersuchung des Verhaltens von Vollzellsystemen führen und
kann in Bereichen, wie Pharmazeutika und Biotechnologie (Vollzell-Screening,
Auffinden von Arzneistoffen, Genomik, Proteomik und Metabolomik,
Gewebekultur, Biotransformationen, Erzeugung von chiralen Arzneistoffen),
Lebensmittel und Getränke
(Wachstumsbedingungen, Optimierung von Medien, fermentierte Produkte,
wie Aminosäuren,
Vitamine, Gummen, Säuren),
Umgebungsaspekte (Abhilfe für
Schäden
der Biosphäre)
und wissenschaftliche Fragen (Mikrobiologie, Genomik, Biochemie), verwendet
werden.
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Die
Erfindung ermöglicht
auch erhebliche Kosten- und Zeiteinsparungen bei Reagenzien und ermöglicht die
Optimierung von Bedingungen für
das Wachstum unter anderem von Bakterien, Pilzen und Säugetierzellen.
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Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen
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Eine
erfindungsgemäße Vorrichtung
umfasst eine Mikrofluidkammer mit einem Sensor und Einlässen für eine Probe
und ein Wachstumsmedium, sowie vorzugsweise einen Auslass, gemäß den Ansprüchen. Die
Reagenzien werden vorzugsweise durch einen oder mehrere Mikrofluidkanäle in die Kammer
eingespeist. Ein Auslass der Kammer kann sodann vorzugsweise über einen
Mikrofluidkanal in ein Abfallreservoir oder eine andere Kammer führen. Ein
Ausgabekanal kann als eine Überlauf-
und Probennahmeleitung verwendet werden und kann durch ein ineinandergreifendes
gedrucktes Muster von in engem Abstand zueinander stehenden Inseln
versperrt werden, um als Filter zu wirken und einen Austritt der
wachsenden Zellen aus der Kammer zu verhindern.
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Eine
erfindungsgemäße Vorrichtung
wird vorzugsweise unter Verwendung von Kunststoffmaterial gebildet.
Kunststoffe stellen attraktive Materialien für Mikrofluidsysteme dar, da
sie billiger sind und leichter handhabbar als Substrate auf der
Basis von Siliciumdioxid/Silicium. Ein breites Spektrum von kostengünstigen
Polymermaterialien ermöglicht
die Auswahl der geeigneten Kunststoffe mit thermischer und chemischer
Beständigkeit,
für photolithographische
und Siebdruckverfahren, zur Oberflächenderivatisierung und zur
Verklebung mehrerer Schichten. Kunststoffmaterialien können sowohl
lineare als auch vernetzte, undurchsichtige und durchscheinende Kunststoffe
umfassen, die die Möglichkeiten
für inerte
Oberflächen
für nicht-wässrige Medien,
chemisch modifizierbare Oberflächen
und Vorrichtungen, die optisch abgefragt werden können oder
die elektrisch leitend sein können,
bieten. Im Vergleich zu derzeitigen Substraten auf der Basis von
Glas, Siliciumdioxid oder Silicium bietet die Verwendung von Kunststoffen mehrere
ausgeprägte
Vorteile, einschließlich
einer Merkmalsauflösung,
die mit der Technologie auf Siliciumbasis gleichwertig ist, kurze
Designzyklen, geringe Werkzeugkosten und erhebliche Flexibilität im Design
und die Möglichkeit
zur Herstellung von Tausenden von Vorrichtungen auf einer einzigen
Kunststofffolie. Elektrische Anschlüsse können direkt an der Vorrichtung
selbst angebracht werden, ohne dass Klebe-, Montier- oder Packtechniken
erforderlich sind. Zu Beispielen für geeignete Kunststoffmaterialien
gehören
Polyolefine, wie Polypropylen (PP), Polycarbonat, PDMS, Polyvinylchlorid
(PVC), Polystyrol, Fluorpolymere und Acrylate, wie Polymethylmethacrylat
(PMMA).
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Bei
der Auswahl geeigneter Materialien sind die entsprechenden Eigenschaften
in mechanischer, chemischer, elektrischer, akustischer und optischer Hinsicht,
Gasdurchlässigkeit,
Oberflächenmorphologie,
Sterilisierbarkeit, biologische Verträglichkeit und, was von besonderer
Bedeutung ist, die Fähigkeit,
die Materialien zu verbinden, zu ätzen oder zu bedrucken, zu
berücksichtigen.
Die möglichen
Einflüsse von
Additiven, wie Stabilisatoren, Füllstoffen,
Weichmachern und farbgebenden Mitteln, z. B. auf das zelluläre Wachstum
und die Lebensfähigkeit,
sind ebenfalls zu berücksichtigen.
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Eine
erfindungsgemäße Vorrichtung
kann eine mehrschichtige Konstruktion umfassen. Ein Material des
vorstehend beschriebenen Typs eignet sich in besonderer Weise als
ein Substrat.
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Ein
derartiges Substrat kann darin ausgebildete Mikrofluidkammern/-kanäle aufweisen.
Vorzugsweise ist auf dem Substrat ein unterschiedliches, leichter
bearbeitbares Material, z. B. ein Epoxyharz, als eine "Matrix"-Schicht ausgebildet
und die Mikrofluidkammern/-kanäle
sind darin ausgebildet. Gegebenenfalls können sodann die Wände dieser Bestandteile
behandelt oder beschichtet werden, um ein Anhaften von Zellen zu
hemmen. Die Vorrichtung kann anschließend fertiggestellt werden,
indem man eine weitere Schicht eines Materials vom Substrattyp oben
auf die Mikrofluidschicht aufbringt.
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Die
einzelnen Schichten können
nach bekannten Techniken gebildet und miteinander verbunden werden.
Geeignete Bildungstechniken, wie Drucken und Formen, Verkleben oder
Laminieren, können
zur Verbindung der Schichten herangezogen werden. Gleichermaßen kann
die Mikrofluidvorrichtung durch bekannte Mikrobearbeitungsverfahren gebildet
werden, einschließlich
Abtragen unter Verwendung eines Exzimerlasers oder eines anderen Lasers.
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Das
Substrat ist vorzugsweise undurchlässig. Um Proben/Reagenzien
und dergl. einzuführen oder
um eine Überwachung
des Sensors zu ermöglichen,
können
ein oder mehr Löcher
durch Stanzen oder Bohren, z. B. unter Verwendung eines Lasers, vorgesehen
werden. Alternativ oder zusätzlich
soll das Substratmaterial das Durchstechen mit einer Nadel ermöglichen,
durch die Materialien abgegeben werden können.
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Die
Kammer oder Kammern weisen typischerweise ein Volumen von mindestens
50 nl auf, beispielsweise bis zu 10 μl, häufig nicht mehr als 500 nl,
1 μl oder
2 μl. In
einem Substrat mit einer Dicke von 500 μm würden Löcher mit einer Weite von 1,0, 1,5
und 2,0 mm zu Kammern mit einem Volumen von etwa 400 nl, 900 nl
bzw. 1,6 μl
führen.
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Ein
Merkmal der Erfindung besteht darin, dass das Anhaften von Zellen
an einer Wand der Kammer gehemmt wird. Durch Hemmen des Anhaftens
von Zellen an den Wänden
der Kammer wird die Bildung eines Biofilms gesteuert.
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Es
gibt zahlreiche Verfahren zur Hemmung der Anhaftung von Zellen.
Hierzu gehören
die Beschichtung der Innenseite einer Kammer und/oder von Kanälen mit
einem hydrophilen Material, z. B. mit Polyvinylalkohol (PVA), und
die Einverleibung eines nicht-metabolisierbaren Inhibitors auf der
Basis eines mannosespezifischen Adhesins (z. B. Methyl-α-D-mannopyranosid)
im Wachstumsmedium.
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Die
Wand der Kammer ist vorzugsweise glatt. Ein Substrat, wie PMMA oder
PP, ist glatt, und die Glattheit eines Epoxyharzes kann gesteuert
werden, z. B. durch Ultraschallbehandlung, Entgasung oder Zentrifugieren
vor dem Auftragen. Ferner kann eine Behandlung mit Säuren oder
Alkalien dazu beitragen, die Ausbildung von Nukleisierungspunkten auf
ein Minimum zu beschränken.
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Bakterielles
Wachstum kann durch Erhöhung
der Sauerstoffzufuhr in die Bioreaktorkammer gefördert werden. Die Vorrichtung
umfasst vorzugsweise eine innere Oberflächenschicht aus einem gasdurchlässigen Material,
das beispielsweise gegenüber
Sauerstoff, CO2 oder NH3 durchlässig ist.
Alternativ kann die innere Oberfläche bei einem (obligatorischen)
Anaerobier gegenüber
Sauerstoff undurchlässig
sein. Zu Beispielen für
gasdurchlässige Kunststoffe
gehören
Polyalkene, z. B. Polyethylen geringer Dichte (LDPE) und Polymethylpenten (PMP).
Diese Kunststoffe sind optisch klar und chemisch resistent. Bei
Polyalkenen handelt es sich um hydrophobe Kunststoffe von "geringer Energie". Für die Haftung
an einer Epoxyschicht ist eine gewisse Oberflächenaktivierung erforderlich.
Ferner ist es erstrebenswert, die Oberfläche soweit wie möglich hydrophil
auszugestalten, um das Anhaften von Bakterien während der Verwendung zu verhindern.
Dies kann erreicht werden, indem man eine Polyalken-Oberfläche unter
Anwendung eines Sauerstoff-Plasma-Verfahrens ätzt. In diesem Fall wird das Polyalken
vorzugsweise beschichtet, z. B. mit PVA, um eine Rückbildung
zu einer hydrophoben Oberfläche
zu verhindern. Alternativ kann die Oberfläche des Polyalkens mit Chromsäure behandelt
werden. Dadurch wird die Oberfläche
des Kunststoffes oxidiert und hydrophil ausgestaltet. Es wurde gezeigt, dass
durch diese Techniken die Anhaftung von Bakterien, wie E. coli und
L. casei, bis zu 90 % verringert werden kann.
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Eine
erfindungsgemäße Vorrichtung
umfasst vorzugsweise eine Fluorpolymerschicht. Fluorpolymere, wie
fluoriertes Ethylen-Polypropylen (FEP), weisen eine hervorragende
Gasdurchlässigkeit
und hervorragende optische Eigenschaften auf. Jedoch weisen Fluorpolymere
eine geringe Reaktivität
auf und machen daher vor dem Auftragen eine Vorbehandlung notwendig.
Ein Verfahren besteht in der Verwendung eines Reduktionsmittels,
z. B. eines Natriumnaphthalid-Komplexes. Dieses Mittel ist in verschiedenen
handelsüblichen
Gemischen verfügbar (z.
B. Tetra-Etch der Fa. W. L. Gore Associates). Eine gesteuerte Reoxidation,
z. B. unter Verwendung eines Oxidationsmittels, wie Salpetersäure, kann
erforderlich sein.
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Die
umfassende Untersuchung von biologischen Prozessen erfordert eine
Beurteilung sowohl der biotischen als auch der abiotischen Phasen.
Die biotische Phase definiert das Zellwachstum, die Stoffwechselparameter
und die Produktivitätsparameter
eines biologischen Systems, während
die abiotische Phase durch Stoffwechselprodukte definiert ist, die
chemischer und/oder physikalischer Natur sein können.
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Die
Vorrichtung umfasst vorzugsweise eine biotische Kammer in Kombination
mit einer abiotischen Kammer. Die abiotische Kammer kann Abfang-,
Trenn- und Analysensysteme umfassen, die so konzipiert sind, dass
sie auf individuelle Profile von Produkten der zellulären Vorgänge, die
in der biotischen Kammer ablaufen, abgestellt sind. Dabei kann eine
Bioreaktorkammer als ein "Quasi-Chemostat" angesehen werden,
in dem die überlaufende
Flüssigkeit
eine Probenquelle für
die nachgeschaltete Analyse der Stoffwechselprodukte ergibt. Muster
der Stoffwechselreaktion auf durch Nährstoffe und Umgebung bedingte
Reize können
untersucht werden. Diese Beobachtungen können sodann dazu herangezogen
werden, eine qualitative und quantitative Beurteilung des zu untersuchenden
Mikroorganismus vorzunehmen. Die Ergebnisse können anschließend zur
Definition der kritischen Nährstoff-,
Umgebungs- und Zeitkomponenten herangezogen werden.
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Gleichermaßen kann
eine erfindungsgemäße Vorrichtung
auch zum Abfangen von spezifischen Proteinen über geeignete Affinitätsadsorptionsmittel oder
His-tag-Bindungsmittel sowie zur Überwachung ihrer Anwesenheit
mit einem geeigneten Sensor, z. B. einem holographischen oder einem
akustischen Sensor, verwendet werden. Die Möglichkeit der Verwendung von
gepulsten akustischen Wellen die durch eine magnetische direkte
Erzeugung induziert werden, ist mit Kunststoffsubstraten kompatibel,
da akustische Verluste erheblich geringer als die Verluste, die
beim Resonanzformat auftreten, sind und ein Abfragen mit einem kontinuierlichen
Spektrum von Frequenzen möglich
ist, was die Erstellung eines "Fingerabdrucks" von Zielproteinen,
Zellen oder Oligonucleotiden erlaubt.
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Die
Konstruktion der Vorrichtung kann auf den vorgesehenen Anwendungszweck
maßgeschneidert
sein. Dies kann die Bereitstellung von Mehrkanal-Zufuhreinlässen zur
Dosierung von mehr als einem Wachstumsmedium, z. B. von verschiedenen
Kohlenstoff- und Stickstoffquellen, Vitaminen, Wachstumsfaktoren,
mineralischen Ergänzungsmitteln
und Vorstufen, und von zusätzlichen
Sensoren in der Kammer beinhalten. Die Kammer umfasst vorzugsweise
einen Rührer,
vorzugsweise ein Magnetkügelchen
mit einem Durchmesser von 20–100 μm. Zu weiteren
Möglichkeiten
gehören
das Drucken und/oder photolithographische Ätzen der Mikrokammer, Mikrokanäle mit großem Seitenverhältnis, Mikrofluid-Antriebsmechanismen,
Strömungseigenschaften,
Pumpen, Rühren
und Rückhaltefilter
sowie die Herstellung von nachgeschalteten und analytischen Modulen.
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Die
Kammer umfasst einen oder mehrere Sensoren zur Überwachung der zellulären Aktivität, z. B.
durch Nachweis von Veränderungen
der Biomasse (Zellzahl) oder der Temperatur sowie von Veränderungen
von Schlüsselmerkmalen,
die mit dem Wachstum verbunden sind (pH-Wert, gelöster Sauerstoff,
Redoxpotential, Substratkonzentrationen). Mehrere Sensoren können in
einer Kontrollstation in der Bioreaktorkammer nebeneinander angeordnet sein.
Der oder die Sensoren können
um den Umfang der Vertiefung herum angeordnet sein, wobei sie nicht
nur eine klare optische Weglänge
ermöglichen, sondern
auch als eine Betätigungsvorrichtung
für einen
Rührer
dienen. Eine Kammer kann mit einem Mikroskop (das vorzugsweise mit
einer Digitalkamera und Bildsoftware ausgestattet ist) versehen
sein, das zur Überwachung
von eukaryontischen zellulären Vorgängen verwendet
werden kann.
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Die
holographische Sensortechnologie ist in idealer Weise für die vorliegende
Erfindung geeignet. Ein holographischer Sensor kann zur Überwachung einer
Vielzahl von Analyten, wie Gasen, Ionen, Metaboliten, Antigenen
und Vollzellen, in Echtzeit unter Erzielung rascher Reaktionszeiten
verwendet werden. Der Sensor kann gegenüber Kombinationen von Analyten,
wie Gasen (z. B. O
2, CO
2),
Glucose, pH-Wert, Lactat, Glutamat/Glutamin, Temperatur, Redoxzustand,
Ionen (z. B. Ammoniumionen) und zellulären Produkten (Antibiotika,
Enzyme, exprimierte Proteine) empfindlich sein. Geeignete Hologramme
dieses Typs sind in
WO-A-95/26499 und
WO-A-99/63408 beschrieben.
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Sensorelektroden
können
für die
in situ-Messung von pH-Wert, gelöstem
Sauerstoff, Glucose oder anderen biochemischen Substraten verwendet werden.
pH-Fühlelektroden
können
Metalloxide, wie Tantalpentoxid (gedruckt mit Tantal(V)-isopropoxid, Sol-Gel-Bildung
und Härtung
bei 100–110°C) oder den
Dioxiden von Iridium, Platin oder Ruthenium (gedruckt mit vorgesintertem
Rutheniumdioxid-hydrat im Gemisch mit einer Polymerpaste im Gewichtsverhältnis von
1:2), umfassen. Eine Elektrode zum Erfassen von gelöstem Sauerstoff
kann eine Gold- oder Dreilagenkonstruktion umfassen, die ein Kunststoffsubstrat,
eine Platin-Mikromatrixelektrode und eine Silber/Silberbromid-Pseudoreferenz und
eine gasdurchlässige
PTFE-Membran unter Einschluss eines internen Elektrolytgels umfassen.
Ein Temperatur- oder Redoxpotential kann ebenfalls mit gedrucktem Platin
gebildet werden. Die Biomasse kann durch optisches Abfragen bei
580–600
nm unter Verwendung einer bernsteinfarbenen LED (γmax 592
nm) als Lichtquelle, eines Silicium-Photodioden/Verstärkers als Detektor
und von faseroptischen Lichtleitern zum Transport des Lichtes in
die Kammer und aus dieser heraus gemessen werden. Zu weiteren Techniken, die
eingesetzt werden können.
gehören
die Membranfluoreszenz, Farbänderungen
und dergl.
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Ein
Sensor auf der Basis von Ruthenium kann ebenfalls verwendet werden,
insbesondere ein Fluoreszenzauslöschungs-Sauerstoffsensor
auf der Basis von Ruthenium. Eine Anzahl von derartigen Verbindungen
mit einem Rutheniumion-Liganden und
3 Liganden auf der Basis von Phenanthrolin sind verfügbar und
können
zur Bestimmung des Sauerstoffgehalts in einer Polymermatrix immobilisiert
werden. Weitere Sensoren auf Fluoreszenzbasis können verwendet werden. Es gibt
eine Anzahl von Verbindungen, die bei Veränderungen der Ionenkonzentrationen,
Gaskonzentrationen, des pH-Werts und dergl., die Fluoreszenz erhöhen oder
verringern. Gleichermaßen
gibt es einen Bereich von einfachen Farbänderungsreaktionen, die ausgenützt werden
können,
insbesondere für
variable Größen, wie
den pH-Wert.
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Daten
aus der Kammer können
in einer Datenregistriereinrichtung gespeichert werden, die vorzugsweise
einen mit einem geeigneten analogen Interface ausgerüsteten Rechner
umfasst. Die Interface-Schaltung ist vorzugsweise flexibel, um einfache,
qualitativ hochwertige Niederfrequenzmessungen (z. B. alle 15 Sekunden über einen
Zeitraum von 48 Stunden) oder gleichzeitige "Schnappschüsse" der Signale (z. B. von über 400
Sensoren) zu ermöglichen.
Die durch diese Schaltungen erzeugten Daten stehen dem Rechner zur
Verfügung,
so dass eine Datenregistrierung, Analysen und Echtzeit-Feedback-Steuersysteme
gewährleistet
sind. Die wirksame Untersuchung und Ausnutzung von biotischen und
abiotischen Vorgängen
unter Verwendung von in massiver Weise parallelen Zellkultursystemen
erfordert die Anwendung der Erzeugung und Analyse von Daten in hoher
Dimension. Multifaktorielle und andere statistische Verfahren werden
vorzugsweise für die
experimentelle Entwicklung, Kontrolle und Analyse einbezogen. Mehrdimensionale
Methoden, z. B. die "Pincipal
Components Analysis" können zur
Ableitung von Informationen und Erkenntnissen aus den variablen
Datensätzen
der holographischen und anderen analytischen Reaktionen verwendet
werden. Algorithmische Sensoren und Inferenzapparate können ebenfalls
entwickelt werden, die ungleichartige biotische und abiotische Datenströme vereinigen,
um Informationen und Erkenntnisse über den metabolischen, physiologischen
und zellulären
Status zu gewinnen.
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Eine
erfindungsgemäße Vorrichtung
kann in Form einer Anordnung von Mikrofluidkammern, die gegebenenfalls
durch Mikrokanäle
verbunden sind, vorliegen. Es kann sich um eine Anordnung von biotischen
und abiotischen Kammern handeln. Beispielsweise kann eine derartige
Anordnung dazu verwendet werden, um Zufuhr-, Handhabungs- und Kontrollsysteme
zur Überwachung
des Verhaltens von einer oder mehreren Kammern zu erreichen, wobei
jede Kammer in der Anordnung mit verschiedenen Wachstumsmedien versehen
ist. Soweit erforderlich, muss sorgfältig auf die Konfiguration
der Anordnung geachtet werden, um zu gewährleisten, dass die Mikrofluidkontakte
und die Gesichtspunkte, die sich aus einer Maßstabsvergrößerung im Zusammenhang mit
den makroskopischen Fluidik-Multiplexen, optischen Abfragesystemen
und Eingabe/Ausgabe-Kontakten ergeben, innerhalb der Vorrichtung erreichbar
sind. Die Anordnung kann als zweidimensionale Anordnung, im Band-,
Scheiben- oder Trommelformat vorliegen, wobei beliebige biotische,
abiotische und analytische Phasen in entsprechender Weise angeordnet
sind. Allgemeiner ausgedrückt, können die
Sensoren in Form einer Anordnung innerhalb von einer oder mehreren
Kammern vorliegen, wobei beliebige Paare von Kammern mit einem geeigneten
Kanal verbunden sein können.
Das Layout der Anordnung, z. B. in Reihen und Spalten, soll lediglich
mit der entsprechenden optischen oder anderweitigen Nachweisvorrichtung
kompatibel sein.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft insbesondere das Studium von Zellkulturen,
z. B. Gewebekultur- und Fermentationsverfahren. Die derzeitige Technologie
zur Untersuchung der Fermentationsentwicklung bemüht sich,
eine große
Anzahl von metabolischen Effektoren (entweder einzeln oder in Kombinationen
von in Wechselwirkung tretenden Faktoren, zu untersuchen. Dies ist
erforderlich, um möglichst
rasch das für
eine maximale Produktivität geeignete
Fermentationsverfahren festzulegen. Somit besteht ein Bedürfnis, ein
System zu entwickeln, das gleichzeitig Hunderte oder Tausende von
Effektoren der mikrobiellen Physiologie testen kann. Dies kann unter
Verwendung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
vorzugsweise in Form einer Anordnung, realisiert werden.
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Die
vorliegende Erfindung kann auch zum Studium von filamentösen Mikroorganismen,
der Biotransformation von Vorläufermolekülen, der
mehrfachen Kulturinokulation (unter Einschluss von Sporen), neuer
bioaktiver antibakterieller Verbindungen mit Zell-Zell-Signalgebung
und von in Bezug auf den Stoffwechsel manipulierten Zellen verwendet
werden. Zu weiteren Anwendungsmöglichkeiten
der vorliegenden Erfindung gehören
die rasche Analyse von mutationsmäßig segregierten Zellen (zur
Unterstützung
der funktionellen Genomik), das mit hohem Durchsatz ablaufende Screening
der Erzeugung von Antibiotika und deren Empfindlichkeitsparameter,
die Automatisierung von zellulären
biologischen Tests zur Bewertung von Agonisten/Antagonisten, zelluläre Systeme
zur Erzeugung von biopharmazeutischen Schlüsselverbindungen, die Messung
von zellulären Energieströmen, der
metabolische und physiologische Status, gemischte Kultursysteme
und deren Wechselwirkungen, Umwelteinflüsse von zytotoxischen Mitteln,
rezeptorvermittelte Reaktionen, Subtypen und Signalleitungswege
sowie Liganden-Durchlass-Ionenkanäle.
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Die
folgenden Beispiele dienen der Erläuterung der Erfindung.
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Beispiel 1
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Mikrofluidvorrichtungen
wurden unter Verwendung eines Polycarbonat-Substrats, das mit einem Epoxyharz bedruckt
war, hergestellt. Die Harzschicht wurde zur Begrenzung von Einlass-
und Auslass-Mikrokanälen
und der Mikrofluidkammer verwendet. Salzsäure wurde in die Kammer einer
jeden Vorrichtung in verschiedenen Konzentrationen (0,02 bis 0,2
M) eingeleitet und 45 Minuten darin belassen, um die Epoxygruppen
zu härten.
Die Vorrichtungen wurden sodann mit sterilem destilliertem Wasser
gespült,
bis der pH-Wert der Spülflüssigkeit
dem Grundwert des Wassers entsprach, und anschließend getrocknet.
Eine Probe von E. coli-Zellen und ein Wachstumsmedium wurden sodann
in die Kammer eingeführt
und eine Züchtung
wurde durchgeführt.
Es wurde festgestellt, dass die Härtung der Epoxygruppen in signifikanter
Weise die Anhaftung der Zellen an der Oberfläche des Epoxyharzes in der
Kammer verringerte, wobei nach 1 Stunde nur ein geringer Biofilm
festgestellt wurde.
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Beispiel 2
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E.
coli-Zellen wurden in einem nicht-bewegten LB-Wachstumsmedium in
drei Polycarbonat/Epoxyharz-Mikrofluidvorrichtungen gezüchtet. Eine
Vorrichtung umfasste LB-Medium mit einem Gehalt an zusätzlicher
Mannose, während
in der anderen Vorrichtung das LG-Medium das nicht-metabolisierbare Mannose-Analoge Methyl-α-mannopyranosid
umfasste. Nach 4-stündiger
Inkubation bei 37°C
wurden die einzelnen Vorrichtungen mit Kristallviolett gefärbt und
die Anzahl an Bakterien, die pro Gesichtsfeld hafteten (bei 600x
Vergrößerung)
wurde gezählt.
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1 zeigt,
dass die Anwesenheit von Mannose und des Mannose-Analogen zu einer signifikanten Verringerung
des Ausmaßes
der bakteriellen Anhaftung führte.
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Beispiel 3
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Eine
Mikrofluidvorrichtung wurde durch Laminieren eines Polycarbonat-Substrats und von
Epoxy- und LDPE-Schichten gebildet. Das LDPE stellte ein Mittel
zur Einführung
einer Nadel für
die Materialzufuhr dar. Das geformte Epoxyharz wurde mit Säure behandelt
und mit Polyvinylalkohol (PVA) beschichtet. Anschließend wurde
eine Vernetzung mit saurem Glutaraldehyd durchgeführt. Überschüssiger Glutaraldehyd
wurde sodann ausgewaschen. Statische E. coli/LB-Kulturen wurden zur Bewertung des Grads der
Biofilmbildung herangezogen.
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2 zeigt,
dass die Anwesenheit des hydrophilen, vernetzten PVA in signifikanter
Weise das Ausmaß der
Biofilmbildung beschränkt.
Für jedes Paar
von Säulen
(a, b und c) zeigt die linke Säule
das bakterielle Zählergebnis
auf dem Epoxyharz, während
die rechte Säule
das Zählergebnis
auf dem Polycarbonat angibt.
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Beispiel 4
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Eine
Reihe von Vorrichtungen mit einer Polycarbonat-Rückseite und einer Beschichtung
mit Epoxyharz wurde hergestellt. Zwei Teile Epoxyharz wurden unter
Anwendung eines üblichen
Mischverfahrens hergestellt. Aliquotanteile wurden zur Entfernung
eines Teils der Luftblasen einer Ultraschallbehandlung unterzogen.
Nach Beschichtung der einzelnen Vorrichtungen mit PVA wurden die
Vorrichtungen getrennt, um die Anzahl an aufgerissenen Luftbläschen, die
an der Oberfläche
vorlagen, zu bestimmen. Es wurde festgestellt, dass die Ultraschallbehandlung
zu einer Verringerung der Anzahl an aufgebrochenen Luftbläschen um
etwa 50 % führte.
Die Vorrichtungen wurden sodann zur Fermentierung von statischen
Terrific Broth-Kulturen von E. coli verwendet.
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Eine
genaue Untersuchung der aufgerissenen Luftbläschen ergab, dass zwar der
Großteil
der Bläschen
keinerlei Zunahme in Bezug auf das Ausmaß an anhaftenden Bakterien
zeigte, dass einige aber mit dicken Zellkolonien bedeckt waren.
Diese bedeckten Bläschen
zeigten deutliche "scharfe" Eigenschaften, wobei
die Ränder
eindeutig und ausgeprägt
waren. Etwa 5 % der aufgerissenen Bläschen fielen in diese Kategorie.
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3 zeigt
die Anzahl an Bakterien, die an einer Polycarbonat/Epoxyharz-Vorrichtung hafteten und
eine "scharfe" Oberfläche aufwiesen
(erzeugt durch Lamination mit LDPE, das entfernt wurde, nachdem
das Epoxyharz gehärtet
war), sowie eine Vorrichtung mit einer "glatten" Oberfläche. Die glatte Oberfläche ist
gegenüber
einer bakteriellen Anhaftung und somit einer Biofilmbildung weniger
anfällig.
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Beispiel 5
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Sechs
Mikrofluidvorrichtungen auf Polycarbonatbasis wurden unter Verwendung
einer Polyalken (LDPE)-Überzugsschicht
hergestellt. Zwei der Vorrichtungen wurden 30 Sekunden mit Sauerstoffplasma
und zwei weitere 90 Sekunden mit Sauerstoffplasma behandelt, wodurch
man zwei Sätze
von Vorrichtungen erhielt, die jeweils in unterschiedlichem Ausmaß behandelt
wurden. Ein Satz wurde mit PVA behandelt, während die Vorrichtungen des
anderen Satzes nicht auf diese Weise behandelt wurden. Sodann wurde
E. coli in den Kammern der einzelnen Vorrichtungen gezüchtet.
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Polyalkene
sind hydrophob und begünstigen somit
eine bakterielle Anhaftung. Durch Beschichtung des Polyalkens mit
hydrophilen PVA lässt
sich eine Verringerung der Bakterienzählung erwarten.
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4 zeigt
die anfängliche
Bakterienzählung
sowie die nach 6 und 24 Stunden. Sowohl die Plasmabehandlung des
Polyalkens als auch die Zugabe von PVA verringern das Ausmaß der bakteriellen
Anhaftung.
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Beispiel 6
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Drei
Mikrofluidvorrichtungen aus Polycarbonat/Epoxyharz wurden hergestellt,
die eine Überzugsschicht
aus fluoriertem Ethylenpolypropylen (FEP) umfassten. Eine der Vorrichtungen
wurde durch Vorbehandlung des FEP mit Natriumnaphthalid gebildet.
Eine weitere Vorrichtung wurde durch Vorbehandlung von FEP mit dem
Naphthalinkomplex und Beschichtung mit PVA gebildet. Sodann wurde E.
coli in der Mikrofluidkammer der einzelnen Vorrichtungen gezüchtet. Ein
Natriumnaphthalin-Komplex wurde zur Erhöhung der Reaktivität von FEP
und somit zur Unterstützung
der Herstellung der Vorrichtung verwendet.
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5 zeigt
die Bakterienzählung
der einzelnen Vorrichtungen. Obgleich eine Beschichtung der FEP-Schicht
mit Natriumnaphthalin-Komplex die Anzahl an anhaftenden Bakterien
erhöht,
liegt die Gesamtzahl der anhaftenden Zellen immer noch in dem Bereich,
der für
andere Kunststoffmaterialien, die typischerweise in einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
verwendet werden, festgestellt würde.
Die Beschichtung der FEP-Schicht mit PVA bewirkte eine deutliche
Verringerung der bakteriellen Anhaftung. FEP ist aufgrund seiner
erstrebenswerten Beschaffenheit in Bezug auf Gasdurchlässigkeit
und optische Eigenschaften ein bevorzugtes Material.
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Beispiel 7
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Zwei
Polycarbonat-Mikrofluidvorrichtungen wurden hergestellt, die sauerstoffdurchlässige Überzugsschichten
umfassten. Eine Vorrichtung umfasste eine Polymethylpenten (TPX)-Überzugsschicht
und die andere eine FEP-Überzugsschicht.
Anschließend wurde
E. coli in der Mikrofluidkammer einer jeden Vorrichtung gezüchtet.
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Es
wurde festgestellt, dass die rasche aerobe Wachstumsphase des fakultativen
Anaerobiers E. coli durch Verwendung eines stärker sauerstoffdurchlässigen Kunststoffes
verlängert
werden konnte. TPX ist gegenüber
Sauerstoff durchlässiger
als FEP und unterstützt,
wie 6 zeigt, eine längere aerobe, exponentielle
Wachstumsphase, bevor der Sauerstoff zu einem limitierenden Nährstoff
wird.