-
Technisches Gebiet
-
Die
vorliegende Erfindung betrifft allgemein das Gebiet der Halbleitertechnologie
und insbesondere das Verhindern der seitlichen Oxidation in Transistoren
unter Verwendung einer ultradünnen
Sauerstoffdiffusionssperre.
-
Allgemeiner Stand der Technik
-
In
der Regel enthält
in Halbleiterprozessen ein Transistorbauelement ein Gate, gekennzeichnet durch
ein Gatedielektrikum, das über
einem Substrat angeordnet ist, und eine Gateelektrode, die über dem Gatedielektrikum
angeordnet ist. Die Gateelektrode ist ein elektrisch leitfähiges Material,
wie zum Beispiel dotiertes Polysilizium oder Metall. Das Gatedielektrikum
war herkömmlicherweise
ein dielektrisches Material mit niedrigem k-Wert, wie zum Beispiel
Siliziumdioxid (SiO2).
-
Infolge
des großen
Bedarfs an kleineren Transistorbauelementen mußte das Dielektrikum mit niedrigem
k-Wert jedoch immer dünner
werden. Ab einer bestimmten Dünnheit
beginnt das Gatedielektrikum mit niedrigem k-Wert jedoch seine dielektrischen
Qualitäten
zu verlieren. Folglich bestand eine konventionellere Lösung darin,
das Dielektrikum mit niedrigem k-Wert durch ein Dielektrikum mit
hohem k-Wert zu ersetzen. Ein Dielektrikum mit hohem k-Wert kann
mit höheren
dielektrischen Qualitäten bei
geringerer Dicke aufwarten als Dielektrika mit niedrigen k-Werten. Nur haben
leider auch Dielektrika mit hohen k-Werten ihre Probleme. Zum Beispiel sind
Dielektrika mit hohen k-Werten hoch-durchlässig für Sauerstoffdiffusion. 1 veranschaulicht
die potentiellen Auswirkungen einer Sauerstoffdiffusion durch ein
Gatedielektrikum 102 mit hohem k-Wert in einer Transistorgatestruktur 100 gemäß dem Stand der
Technik. Wenden wir uns 1 zu, wo ein Gatedielektrikum 102 mit
hohem k-Wert über
einem Siliziumsubstrat 101 angeordnet ist. Über dem
Gatedielektrikum 102 mit hohem k-Wert ist eine Gateelektrode 104,
auch als ein Steueranschluß bekannt,
ausgebildet, die aus einem elektrisch leitfähigen Material, wie zum Beispiel
dotiertem Polysilizium, hergestellt ist. Anschließend können Prozesse
wie zum Beispiel Lithographien, Ausheilungen und Abstandshalterabscheidungen
Sauerstoff 106 eintragen, entweder als Teil des Prozesses
oder unbeabsichtigt als Umgebungssauerstoff, der seitlich (horizontal)
in das Gatedielektrikum 102 mit hohem k-Wert eindiffundiert
und Abschnitte des darunterliegenden Siliziumsubstrats 101 und
der darüberliegenden
Polysiliziumgateelektrode 104 oxidiert, so daß unerwünschte SiO2-Abscheidungen 108 entstehen.
-
Diese
SiO2-Abscheidungen 108 sind überaus unerwünscht, weil
sie im Endeffekt die Dicke des Gatedielektrikums 102 vergrößern und
die Dicke der Gateelektrode 104 verringern. Des Weiteren
verkleinern die SiO2-Abscheidungen 108 die
effektive Dielektrizitätskonstante
des Gatedielektrikums 102, wodurch die Kapazitanz des Schaltkreises
zunimmt. Folglich geht der Nutzen des Verwendens eines Gatedielektrikums
mit hohem k-Wert verloren. Außerdem
sind die SiO2-Abscheidungen 108 unerwünscht, weil
sie den Bereich des Siliziumsubstrats 101 angreifen, wo
sich der Kanal befinden wird, wodurch die Leistung des Transistors
beeinträchtigt wird,
der aus der Gatestruktur 100 gebildet wird.
-
Zum
Stand der Technik gehört
ein Verfahren zur Herstellung eines Halbleiterbauelements, das einen
MIS-Feldeffekttransistor mit einer gering-dotierten Drainstruktur
(Lightly Doped Drain – LDD)
umfaßt,
wobei die Randabschnitte der Gateisolationsschicht nicht beschädigt werden,
sowie ein Halbleiterbauelement, das einen MIS-Feldeffekttransistor umfaßt, der
mittels dieses Verfahrens hergestellt wird.
-
Ein
solches Halbleiterbauelement kann durch ein Verfahren hergestellt
werden, das Folgendes beinhaltet: Ausbilden einer Feldoxidschicht
zum Trennen von Elementen auf der Hauptfläche eines Siliziumsubstrats;
anschließend
Ausbilden einer Gateoxidschicht auf der Hauptfläche des Siliziumsubstrats,
wobei die Dicke der Gateoxidschicht zwischen einigen wenigen nm
und 100 nm liegt; danach Ausbilden einer Polysiliziumschicht über der
gesamten Hauptfläche
des Siliziumsubstrats, wobei in die Polysiliziumschicht Phosphor
als ein Fremdstoff eingearbeitet wird, um zu gewährleisten, daß die Polysiliziumschicht
leitfähig
ist; danach Aufbringen eines Photoresists über der Polysiliziumschicht
und strukturieren des Photoresists in einer bestimmten Weise, wobei
der auf diese Weise strukturierte Photoresist als eine Maske zum
selektiven Ätzen
der Polysiliziumschicht durch anisotropes Ätzen verwendet wird, um die
Gateelektrode auszubilden, wobei das Verfahren zum anisotropen Ätzen der
Polysiliziumschicht im Allgemeinen so abläuft, daß ein Gas wie zum Beispiel
Freon oder ein Halogen mit verringertem Druck in der Größenordnung
des zweistelligen mTorr-Bereichs strömt und ein Hochfrequenzplasma daraus
erzeugt wird und das Ätzen
durch dieses Hochfrequenzplasma ausgeführt wird.
-
Für ein solches
Verfahren wird die Siliciumnitridschicht über der gesamten Hauptfläche des
Siliziumsubstrats ausgebildet, so daß die Gateoxidschicht und die
Gateelektrode bedeckt sind. Ein CVD-Verfahren, bei dem Dichloramin
und Ammoniak als Materialgase eingesetzt werden, könnte zum
Beispiel als das Verfahren zum Ausbilden der Siliziumnitridschicht
verwendet werden. Die Siliziumnitridschicht wird durch anisotropes Ätzen zurückgeätzt. Dabei bleibt
die Siliziumnitridschicht an Stellen zurück, welche die Seitenflächen der
Gateelektrode und der Gateoxidschicht abschirmen. Das Verfahren
des Ausführens
eines anisotropen Ätzens
auf der Siliziumnitridschicht könnte
eines sein, bei dem ein freonartiges Gas mit einem verringerten
Druck von zum Beispiel 0,1 Torr (1 Torr = 133 Pa) strömt, ein
Hochfrequenzplasma daraus erzeugt wird und das Ätzen durch dieses Hochfrequenzplasma
ausgeführt
wird.
-
Ein
Beispiel eines solchen Verfahrens und eines damit hergestellten
Halbleiterbauelements findet sich in der US-Patentanmeldung Nr.
20020047168 an Toshihiko.
-
Die
Erfindung stellt einen Transistor nach Anspruch 1 bereit.
-
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
-
Die
vorliegende Erfindung wird durch die Figuren der begleitenden Zeichnungen
beispielhaft veranschaulicht und wird nicht durch diese Figuren eingeschränkt. In
diesen Figuren, in denen gleiche Bezugszahlen ähnliche Elemente bezeichnen,
ist Folgendes dargestellt:
-
1 veranschaulicht
die potentiellen Auswirkungen einer Sauerstoffdiffusion durch ein
Gatedielektrikum mit hohem k-Wert in einer Transistorgatestruktur
gemäß dem Stand
der Technik.
-
2 veranschaulicht
einen Transistor mit einer dünnen
Sauerstoffdiffusionssperre als ein Beispiel, um das Verständnis der
Erfindung zu erleichtern.
-
Die 3A–3M veranschaulichen
ein Verfahren zum Ausbilden eines Transistors mit einer dünnen Sauerstoffdiffusionssperre
zum Verhindern einer seitlichen Sauerstoffdiffusion durch ein sauerstoffdurchlässiges Gatedielektrikum
gemäß einer Ausführungsform
der Erfindung.
-
Detaillierte Beschreibung
-
Im
vorliegenden Text werden ein Verfahren und eine Vorrichtung zum
Verhindern einer seitlichen Oxidation in Transistoren beschrieben.
In der folgenden Beschreibung werden zahlreiche konkrete Details
dargelegt. Einem Durchschnittsfachmann leuchtet jedoch ein, daß diese
konkreten Details für
die Praktizierung von Ausführungsformen
der Erfindung nicht notwendig sind. Obgleich bestimmte beispielhafte
Ausführungsformen
in den begleitenden Zeichnungen beschrieben und gezeigt sind, versteht
es sich, daß diese
Ausführungsformen
lediglich veranschaulichend sind und die vorliegende Erfindung nicht
einschränken
und daß diese
Erfindung nicht auf die gezeigten und beschriebenen konkreten Konstruktionen
und Anordnungen beschränkt
ist, weil dem Durchschnittsfachmann durchaus Modifizierungen einfallen
können.
In anderen Fällen
sind einschlägig
bekannte Halbleiterfertigungsprozesse, -techniken, -materialien,
-ausrüstung
usw. nicht näher
im Detail dargestellt worden, um Ausführungsformen der vorliegenden
Erfindung nicht unnötig
in den Hintergrund treten zu lassen.
-
Gemäß Ausführungsformen
der im vorliegenden Text beschriebenen Erfindung werden ein Verfahren
und eine Vorrichtung zum Ausbilden einer sauerstoffbeständigen Diffusionssperre
an den Seiten eines Transistors beschrieben. Die sauerstoffbeständige Diffusionssperre
verhindert, daß Sauerstoff seitlich
in die Seitenwände
eines Gatedielektrikums eindiffundiert, das einen sehr geringen
Widerstand gegen Sauerstoffdiffusion aufweist, oder anders ausgedrückt: das
eine hohe Durchlässigkeit
für Sauerstoffdiffusion
aufweist. Durch Verhindern einer seitlichen Diffusion von Sauerstoff
wird das darunter befindliche Substrat oder die darüberliegende
Gateelektrode vor unerwünschter
Oxidation geschützt.
Die Anmeldung ist insbesondere für
Gatedielektrika mit hohem k-Wert vorteilhaft, weil die meisten Gatedielektrika
mit hohem k-Wert hoch-durchlässig
für Sauerstoffdiffusion
sind. Folglich besteht ein Vorteil der sauerstoffbeständigen Diffusionssperre
darin, daß Transistoren
sehr dünne
Gatedielektrika haben können
und dennoch nicht von seitlicher Oxidation betroffen sind, die normalerweise
bei Gatedielektrika mit hohem k-Wert auftritt. Infolge dessen können integrierte
Schaltungen kleiner gestaltet werden, ohne Verluste bei der Leistung
oder Zuverlässigkeit
hinnehmen zu müssen.
-
2 veranschaulicht
einen Transistor 200 mit einer dünnen Sauerstoffdiffusionssperre 206 gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung. Wenden wir uns 2 zu, wo
ein Transistor 200 auf einem Siliziumsubstrat 201 ausgebildet
ist. Ein sauerstoffdurchlässiges
Gatedielektrikum 202, wie zum Beispiel ein Dielektrikum
mit hohem k-Wert, das hoch-durchlässig für Sauerstoffdiffusion ist,
ist auf der Oberfläche
des Substrats 201 ausgebildet, und eine Gateelektrode 204 ist
wiederum auf dem sauerstoffdurchlässiges Gatedielektrikum 202 ausgebildet. Eine
dünne Sauer stoffdiffusionssperre 206 ist
auf den Seitenwänden
der Gateelektrode 204 und auf den Seitenwänden des
sauerstoffdurchlässigen Gatedielektrikums 202 ausgebildet.
Der Transistor 200 enthält
außerdem
ein Paar dicker Seitenwandabstandshalter 208, die neben
den äußeren Rändern der
Sauerstoffdiffusionssperre 206 ausgebildet sind. Der Transistor 200 enthält ein Paar
Source/Drain-Regionen 210, die jeweils ein Paar Spitzen oder
Source/Drain-Verlängerungen 211 und
eine Source/Drain-Kontaktregion 212 mit tiefliegender Grenzfläche umfassen.
-
Wir
bleiben bei 2. Die dünne Sauerstoffdiffusionssperre 206 besteht
aus einem Material, das hoch-beständig gegen die Diffusion von
Sauerstoff ist. Herkömmlicherweise
könnten
während
der Verarbeitung eines Transistors bestimmte Prozesse ausgeführt werden,
die das sauerstoffdurchlässige
Gatedielektrikum 202 unbeabsichtigt Sauerstoff aussetzen
würden,
gewöhnlich
während
eines Oxidationsprozesses oder über
sonstige Prozesse, die Umgebungssauerstoff enthalten. Der Sauerstoff
würde leicht
das sauerstoffdurchlässige
Gatedielektrikum 202 passieren und das darunter befindliche
Substrat 201 oder die darüberliegende Gateelektrode 204 oxidieren.
Die Oxidation würde
unerwünschte
Siliziumdioxidabscheidungen entstehen lassen, welche die Leistung
des Transistors beeinträchtigen
würden oder
den Transistor sogar funktionsuntüchtig machen würden. Die
dünne Sauerstoffdiffusionssperre 206 bedeckt
und versiegelt jedoch die Seitenwände des sauerstoffdurchlässigen Gatedielektrikums 206 und verhindert
die seitliche Diffusion von Sauerstoff in das sauerstoffdurchlässiges Gatedielektrikum 206.
-
3A–3M veranschaulichen
ein Verfahren zum Ausbilden eines Transistors mit einer dünnen Sauerstoffdiffusionssperre
zum Verhindern einer seitlichen Diffusion von Sauerstoff durch ein sauerstoffdurchlässiges Gatedielektrikum
gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung. Wenden wir uns 3A zu,
wo mehrere Feldisolationsregionen 302 in einen Substrat 300 ausgebildet
sind. Der Begriff "Substrat" umfaßt einen
Halbleiterwafer wie zum Beispiel monokristallines Silizium sowie
Strukturen, die eine oder mehrere isolierende, halb-isolierende,
leitfähige
oder halb-leitfähige
Schichten und Materialien aufweisen. So umfaßt zum Beispiel der Begriff
Silizium-auf-Isolator, Silizium-auf-Saphir und sonstige höherentwickelte
Strukturen. Die Isolationsregionen 302 können Flachgrabenisolationsregionen
(Shallow Trench Isolation – STI)
oder Tiefgrabenisolationsregionen sein, die durch Ätzen eines
Grabens in das Substrat 300 und anschließendes Ausfüllen des
Grabens mit einem abgeschiedenen Oxid-, Nitrid- oder sonstigen dielektrischen
Material ausgebildet werden. Die Feldisolationsregionen 302 können auch unter Verwendung
anderer Verfahren, wie zum Beispiel LOCOS-, vertieftes LOCOS- oder
Silizium-auf-Isolator
(Silicon on Insulator - SOI)-Verfahren, ausgebildet werden.
-
Die
mehreren Isolationsregionen 302 isolieren eine Mulde 303 eines
Leitfähigkeitstyps
gegen Mulden 301 eines anderen Leitfähigkeitstyps. Zum Beispiel
kann die Mulde 303 eine Region mit einer Leitfähigkeit
vom p-Typ sein, während
die Mulden 301 Regionen mit einer Leitfähigkeit vom n-Typ oder umgekehrt
sein können.
Eine Mulde mit einer Leitfähigkeit
vom p-Typ kann in der Weise ausgebildet werden, daß man eine
erste Implantierung von Boratomen in einer Menge von 3,0 × 1013/cm2 mit einer
Energie von 230 keV und danach eine zweite Implantierung von Borionen
in einer Menge von 4,2 × 1013/cm2 und mit einer
Energie von 50 keV in das Substrat 300 vornimmt, um eine
p-Mulde mit einer Konzentration von 7,0 . ⎕ 1017/cm3 zu erzeugen. Eine Mulde mit einer Leitfähigkeit
vom n-Typ kann in der Weise ausgebildet werden, daß man eine
erste Implantierung von Phosphoratomen in einer Menge von 4 . ⎕ 1013/cm2 und mit einer
Energie von 475 keV, eine zweite Implantierung von Phosphoratomen
in einer Menge von 2,5 . ⎕ 1012/cm2 mit
einer Energie von 60 keV und eine abschließende Inplantierung von Arsenatomen
in einer Menge von 1,1013/cm2 mit
einer Energie von 180 keV in ein Siliziumsubstrat mit einer Konzentration von
1 . ⎕ 1016/cm3 vornimmt,
um eine n-Mulde mit einer Konzentration vom n-Typ von ungefähr 7,0 . ⎕ 1017/cm3 zu erzeugen.
Es versteht sich, daß Regionen
mit einer Leitfähigkeit
vom p-Typ und Regionen mit einer Leitfähigkeit vom n-Typ auch mit
Hilfe anderer Mittel, die dem Durchschnittsfachmann vertraut sind,
ausgebildet werden können.
-
Das
Verfahren kann, wie in 3B gezeigt, in der Weise fortgesetzt
werden, daß man
eine Deckabscheidung einer elektrisch isolierenden ("dielektrischen") Schicht 304 auf
dem Substrat 300 und auf den Isolationsregionen 302 ausführt, wobei
die dielektrische Schicht 304 hoch-durchlässig für die Diffusion
von Sauerstoff ist, oder anders ausgedrückt: eine sauerstoffdurchlässige dielektrische
Schicht 304 ist. In einer Ausführungsform der Erfindung ist
die sauerstoffdurchlässige
dielektrische Schicht 304 ein dielektrisches Material mit
hohem k-Wert und kann in einer Dicke zwischen 2 Å und 50 Å abgeschieden werden. Zu herkömmlichen
Techniken für
eine Deckabscheidung einer Schicht aus dielektrischem Material mit
hohem k-Wert gehören
die Sputterabscheidung oder Aufdampfungstechniken.
-
Der
Begriff "mit hohem
k-Wert" ist ein
relativer Begriff, der sich auf ein Material mit einer Dielektrizitätskonstante
(k) bezieht, die wesentlich höher
ist als die von Siliziumdioxid (SiO2), oder anders ausgedrückt: wesentlich
höher als
k = 3,9. Zu beispielhaften Materialien mit hohem k-Wert, die bei
der Herstellung integrierter Bauelemente verwendet werden, gehören Metalloxide
(Al2O3, ZrO2, HfO2, TiO2, Y2O3, La2O3 usw.), ferroelektrische
Materialien (PZT, BST usw.), amorphe Metallsilikate (Hf, Zr), amorphe
Silikatoxide (HfO2, ZrO2)
und paraelektrische Materialien (BaxSr1- xTiO3, PbZrxTi1-xO3).
-
Dielektrika
mit hohen k-Werten eignen sich bestens zur Ausbildung von Transistoren
aufgrund der effektiven elektrisch isolierenden Eigenschaften des
Materials mit hohem k-Wert im Vergleich zu seiner physischen Dicke.
Die hohen dielektrischen Qualitäten
machen es möglich,
dielektrische Materialien mit hohem k-Wert sehr dünn abzuscheiden,
wobei sie aber immer noch eine sehr gute effektive elektrische "Dicke" aufweisen – in vielen
Fällen
viel größer als
die effektive elektrische Dicke von SiO2 bei
einer äquivalenten
physischen Dicke.
-
Trotz
der vielen Vorteile der Verwendung eines Dielektrikums mit hohem
k-Wert bei der Ausbildung eines Transistors haben jedoch viele Klassen von
Dielektrika mit hohen k-Werten einen bedauerlichen Nachteil: Sie
sind hoch-durchlässig
für Sauerstoffdiffusion,
oder anders ausgedrückt:
Sauerstoffmoleküle
(oder Moleküle
von Sauerstoffverbindungen) können
leicht die Poren in dem dielektrischen Material mit hohem k-Wert
passieren. Folglich kann – gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung – die sauerstoffdurchlässige dielektrische
Schicht 304 synonym als ein Dielektrikum mit hohem k-Wert
bezeichnet werden. Jedoch können
andere Ausführungsformen
der Erfindung auch andere dielektrische Materialien verwenden, bei
denen es sich nicht unbedingt um Materialien mit hohem k-Wert handelt,
sondern die immer noch hoch-durchlässig für Sauerstoffdiffusion sind.
-
Das
Verfahren kann, wie in 3C gezeigt, mit einer Deckabscheidung
eines elektrisch leitfähigen
Materials 306 über
die sauerstoffdurchlässige
dielektrische Schicht 304 auf eine mit der Technologie skalierte
Dicke fortgesetzt werden. In einer Ausführungsform der Erfindung ist
das elektrisch leitfähige Material 306 polykristallines
Silizium oder Polysilizium und wird auf eine Dicke zwischen ungefähr 600 Å und 2000 Å, bevorzugt
1600 Å,
abgeschieden. Herkömmliche
Polysiliziumdeckabscheidungsprozesse sind einschlägig bekannt,
darunter chemische Dampfabscheidung (Chemical Vapour Deposition – CVD) und
physikalische Dampfabscheidung (Physical Vapour Deposition – PVD).
Solche Abscheidungsprozesse finden in der Regel bei Temperaturen
im Bereich von 600 bis 650°C
statt. Jedoch können
sich diese Abscheidungsprozesse auch bei höheren Temperaturen vollziehen.
Silan- oder Gasströme,
die N2 oder H2 zu
100 % enthalten, können
in dem Polysiliziumabscheidungsprozeß verwendet werden. Die elektrisch
leitfähige
Schicht 306 kann vor oder nach der Strukturierung auf den
gewünschten
Leitfähigkeitstyp und
die gewünschte
Tiefe ionenimplantiert werden. In anderen Ausführungsformen der Erfindung
können
andere Materialien in Verbindung mit oder anstelle von Polysilizium
verwendet werden, wie zum Beispiel Metall, Metallegierung und Metalloxid, einzelkristallines
Silizium, amorphes Silizium, Silizid oder sonstige einschlägig bekannte
Materialien zum Ausbilden einer Gateelektrode.
-
Das
Verfahren kann mit dem Ausbilden einer Hartmaske 312 auf
der elektrisch leitfähigen
Schicht 306 fortgesetzt werden, wie in den 3D–3E gezeigt.
Verschiedene einschlägig
bekannte Verfahren können
zum Ausbilden einer Hartmaske auf einer elektrisch leitfähigen Schicht 306 verwendet
werden. In der in 3D gezeigten Ausführungsform
der Erfindung kann die Hartmaske 312 durch Abscheiden einer
Hartmaskenschicht 308, wie zum Beispiel einer Nitridschicht,
mittels einer chemischen Dampfabscheidung (CVD) über der elektrisch leitfähigen Schicht 306 ausgebildet
werden. Dann kann ein typischer Photolithographieprozeß ausgeführt werden, einschließlich der
bekannten Schritte des Maskierens, Belichtens und Entwickelns einer
Photoresistschicht, um eine Photoresistmaske 310 auszubilden, wie
in 3D gezeigt. Dann wird, wie in 3E gezeigt,
die Struktur der Photoresistmaske 310 auf die Maskierungsschicht 308 übertragen,
indem die Maskierungsschicht 308 bis zur Oberseite der
elektrisch leitfähigen
Schicht 306 geätzt
wird, wobei die Photoresistmaske 310 zum Ausrichten der Ätzung benutzt wird,
wodurch eine Hartmaske 312 über der elektrisch leitfähigen Schicht 306 ausgebildet
wird.
-
Das
Verfahren wird, wie in 3F gezeigt, fortgesetzt, indem
die Photoresistmaske 310 entfernt wird und die elektrisch
leitfähige
Schicht 306 bis hinab zur Oberseite der sauerstoffdurchlässigen dielektrischen
Schicht 304 geätzt
wird, wobei die Hartmaske 312 zum Ausrichten der Ätzung benutzt
wird, wodurch eine leitfähige
Struktur 318, auch als eine Gateelektrode oder ein Steueranschluß bekannt,
unter der Hartmaske 312 gebildet wird. Das Ätzmittel 316 soll
die elektrisch leitfähige
Schicht 306 ätzen,
aber nicht die Hartmaske 312 oder die sauerstoffdurchlässige dielektrische
Schicht 304. Um ein seitliches Ätzen in die Seitenwände der
Gateelektrode 318 hinein zu verhindern, ist eine Trockenätzung unter
Verwendung einer Chemie auf Chlorbasis bevorzugt. Dann kann eine
Heißphosphorätzung ausgeführt werden, um
die Hartmaske 312 zu entfernen.
-
Als
nächstes
kann das Verfahren, wie in 3G gezeigt,
fortgesetzt werden, indem die sauerstoffdurchlässige dielektrische Schicht 304 bis
zur Oberseite des Substrats 300 und bis zur Oberseite der
Isolationsregionen 302 geätzt wird. Die Ätzchemie
ist so einzustellen, daß die sauerstoffdurchlässige dielektrische
Schicht 304 geätzt
wird, aber weder das Substrat 300, noch die Gateelektrode 318,
noch die Isolationsregionen 302 geätzt werden. Nach dem Ätzen bleibt
ein Abschnitt 319 der sauerstoffdurchlässigen dielektrischen Schicht 304 direkt
unter der Gateelektrode 318 zurück. Dieser Abschnitt 319 der
dielektrischen Schicht 304 ist auch als ein Gatedielektrikum
bekannt und ist das gleiche Material wie die sauerstoffdurchlässige dielektrische
Schicht 304. Der Abschnitt 319 der sauerstoffdurchlässigen dielektrischen
Schicht unter der Gateelektrode 318 wird im vorliegenden
Text als ein "Gatedielektrikum" oder ein "sauerstoffdurchlässiges Gatedielektrikum" bezeichnet. In einer
Ausführungsform
der Erfindung, wie oben eingehender beschrieben, umfaßt das sauerstoffdurchlässige Gatedielektrikum 319 ein
dielektrisches Material mit hohem k-Wert. Die Gateelektrode 318 richtet
die Ätzung
so aus, daß die
Seitenwände des
sauerstoffdurchlässigen
Gatedielektrikums 319 vertikal auf die Seitenwände der
Gateelektrode 318 ausgerichtet sind. Um das Risiko zu minimieren,
daß das
Substrat geätzt
wird, kann einer Naßätzung der Vorzug
gegenüber
einer Trockenätzung
gegeben werden. In einer Ausführungsform
der Erfindung kann eine beispielhafte Ätzchemie eine 50:1-HF-Ätzung von
40 Sekunden Dauer enthalten, oder bis die sauerstoffdurchlässige dielektrische
Schicht 304 vollständig
von der Oberfläche
der Isolationsregionen 302 und von der Oberfläche des
Substrats 300 entfernt wurde, außer direkt unter der Gateelektrode 318.
Aufgrund der hohen Diffundierbarkeit des sauerstoffdurchlässigen Gatedielektrikums 319 ist
beim Ätzen
der sauerstoffdurchlässigen
dielektrischen Schicht 304 sorgfältig darauf zu achten, daß kein Sauerstoff
eingetragen wird, sei es direkt oder als Teil des Prozesses, weil
das sauerstoffdurchlässige Gatedielektrikum 319 freigelegt
wird und der Sauerstoff seitlich in das sauerstoffdurchlässige Gatedielektrikum 319 eindiffundieren
würde.
-
Die
Gateelektrode 318 und das sauerstoffdurchlässige Gatedielektrikum 319 bilden
zusammen eine Verbundstruktur 324, die mitunter als eine
Gatestruktur oder ein Gate eines integrierten Bauelements, wie zum
Beispiel eines Transistors, bekannt ist. Wie in 3G gezeigt,
beginnen die Seitenwände
der Gatestruktur 324 am oberen Rand 320 der Gateelektrode 319 und
erstrecken sich abwärts
entlang der gesamten Länge
der Seitenwände
sowohl der Gateelektrode 318 als auch des sauerstoffdurchlässigen Gatedielektrikums 319.
-
Als
nächstes
wird, wie in 3H gezeigt, eine dünne sauerstoffbeständige Schicht 326 als Deckabscheidung über die
Oberseite der Gatestruktur 324 und entlang der gesamten
Länge der
Seiten der Gatestruktur 324 aufgebracht, einschließlich auf (in
Kontakt mit) der gesamten Länge
der Seitenwände
der Gateelektrode 318 und des Gatedielektrikums 319.
Gleichzeitig wird die dünne sauerstoffbeständige Schicht 326 auf
allen freiliegenden Abschnitten des Substrats 300 oder
der Isolationsregionen 302 abgeschieden. Die sauerstofflieständige Schicht 326 ist
ein Material, das gegen die Diffusion von Sauerstoff beständig sein
muß und
auch keine Sauerstoffmoleküle
enthält,
die grenzflächig
in das angrenzende sauerstoffdurchlässige Gatedielektrikum 319 diffundieren
können.
Anders ausgedrückt:
Die sauerstoffbeständige
Schicht 326 ist hoch-beständig gegen Sauerstoffdiffusion
und ist frei von diffusionsfähigem
Sauerstoff. Ein beispielhaftes Material für die sauerstoffbeständige Schicht 326 ist
ein Nitrid wie zum Beispiel Siliziumnitrid, Bornitrid, Magnesiumnitrid
usw., das mit einem beliebigen einschlägig bekannten Prozeß des Abscheidens
eines dünnen
Nitridfilms ausgebildet wird. Zu beispielhaften Deckabscheidungsprozessen
gehören
ein Bistertiärbutylaminosilan
(BTBAS)-Prozeß,
ein Atomschichtabscheidungs (Atomic Layer Deposition – ALD)-Prozeß oder ein
Heißwandprozeß (Ammoniak
+ Silan).
-
Während der
Ausbildung der dünnen
sauerstoffbeständigen
Schicht 326 ist – genau
wie während
des oben beschriebenen Ätzens
der sauerstoffdurchlässigen
dielektrischen Schicht 304 – darauf zu achten, daß kein Sauerstoff
in den Prozeß eingetragen
wird, wenn das sauerstoffdurchlässige
Gatedielektrikum 319 während
der Strukturierung der sauerstoffdurchlässigen dielektrischen Schicht 304 und während der
Ausbildung der dünnen
sauerstoffbeständigen
Schicht 326 freigelegt werden kann. Ein Kontakt mit Sauerstoff
kann wesentlich begrenzt werden, indem man das gesamte Verfahren
oder einen Teil des Verfahrens in einer im Wesentlichen sauerstofffreien
Umgebung wie zum Beispiel einem Vakuum ausführt. Jedoch können selbst
bei größter Vorsicht
winzige Mengen Umgebungssauerstoff unbeabsichtigt während des
Prozesses eingetragen werden und können seitlich in die sauerstoffdurchlässige dielektrische
Schicht 304 diffundieren. Darum kann das Verfahren zum
Abscheiden der dünnen
sauerstoffbeständigen
Schicht 326 weiter so optimiert werden, um eine seitliche
Oxidation zu verhindern, oder anders ausgedrückt: um eine Oxidation auf
dem Bereich 327 des Substrats 300 unter dem sauerstoffdurchlässigen Gatedielektrikum 319 durch
seitliche Diffusion von Sauerstoff zu verhindern. Zum Beispiel kann
ein Niedrigtemperaturverfahren zum Abscheiden der sauerstoffbeständigen Schicht 326 vorteilhaft
sein, weil es bei niedrigen Temperaturen (zum Beispiel weniger als
ungefähr
650°C) mit
geringerer Wahrscheinlichkeit zu einer Oxidation des Substrats 300 kommt.
Die geringe Temperatur senkt das Risiko selbst einer geringfügigen Oxidation
auf dem Abschnitt 327 des Substrats 300, wenn
unbeabsichtigt auf irgend eine Weise ein geringer Anteil Sauerstoff eingetragen
wird. Ein BTBAS-Prozeß ist
vorteilhaft, weil er im Vergleich zu einigen anderen Verfahren, wie
zum Beispiel einem Heißwandprozeß, der in
der Regel bei einer Temperatur von ungefähr 800°C ausgeführt wird, bei einer geringen
Temperatur – zwischen
ungefähr
550°C und
650°C – ausgeführt werden
kann. Darum kann in einer Ausführungsform
der Erfindung ein BTBAS-Prozeß verwendet
werden, um die sauerstoffbeständige
Schicht 326 abzuscheiden.
-
Ein
beispielhafter BTBAS-Prozeß ist
ein CVD-Prozeß,
der Folgendes beinhalten kann: Zuerst werden wenigstens die Oberfläche des
Substrats 300, die Seiten des sauerstoffdurchlässigen Gatedielektrikums 319 und
die Seiten und die Oberseite der Gateelektrode 318 auf
eine Temperatur zwischen ungefähr
500°C und
650°C, bevorzugt
600°C, erwärmt. Dann
läßt man bei
einem Druck von ungefähr
600 Torr gleichzeitig molekularen Stickstoff (N2)
mit ungefähr
2000 Standardkubikzentimetern je Sekunde (sccm), Ammoniak (NH3) mit ungefähr 200 sccm und BTBAS mit ungefähr 800 Milligramm
je Minute (mgm) strömen.
Das N2, NH3 und
BTBAS verbinden sich zu Siliziumnitrid mit einer Rate von ungefähr 1 Å je Sekunde.
Der BTBAS-Prozeß dichtet
die sauerstoffbeständige
Schicht 326 hermetisch gegen die Seiten der Gateelektrode 318 und
das Gatedielektrikum 319 ab.
-
Ein
Durchschnittsfachmann erkennt, daß in einigen Ausführungsformen
der Erfindung auch andere Niedrigtemperaturprozesse zum Abscheiden der
dünnen
sauerstoffbeständigen
Schicht 326 vorteilhaft verwendet werden können. Gleichzeitig
ist es wichtig anzumerken, daß ein
Niedrigtemperaturprozeß vorteilhaft
ist, um die Oxidation des Bereichs 327 zu begrenzen, falls
auf irgend eine Weise etwas Sauerstoff seitlich in das sauerstoffdurchlässiges Gatedielektrikum 319 diffundiert
ist; aber es können
auch Hochtemperaturverfahren zum Abscheiden der sauerstoffbeständigen Schicht 326 verwendet
werden, wenn kein Sauerstoff seitlich in das sauerstoffdurchlässige Gatedielektrikum 319 diffundiert
ist. Des Weiteren können
Hochtemperaturverfahren auch verwendet werden, wenn nur eine geringe
Menge Sauerstoff seitlich in das sauerstoffdurchlässige Gatedielektrikum 310 diffundiert
ist, weil eine geringe Oxidation bis zu einem gewissen Grad akzeptabel
sein kann.
-
In
einer Ausführungsform
der Erfindung ist die dünne
sauerstoffbeständige
Schicht 326 in einer Dicke abzuscheiden, die ausreicht,
daß sie
als eine Diffusionssperre für
Sauerstoff agiert, um zu verhindern, daß Sauerstoff während nachfolgender
Prozesse seitlich in die Seitenwände
des sauerstoffdurchlässigen
Gatedielektrikums 319 diffundiert. Jedoch darf die dünne sauerstoffbeständige Schicht 326 nicht
so dick abgeschiedenen werden, daß sie die anschließende Ausbildung
von Spitzenimplantaten behindert, wie weiter unten noch näher beschrieben wird.
-
Darum
wird in einer Ausführungsform
der Erfindung die dünne
sauerstoffbeständige
Schicht 326 ungefähr
zwischen 2 Å und
300 Å abgeschieden.
-
Als
nächstes
wird, wie in 3I gezeigt, die dünne sauerstoffbeständige Schicht 326 mittels
einer im Wesentlichen vertikalen oder anisotropen Ätztechnik
geätzt.
Eine anisotrope Ätztechnik
arbeitet mit einer Ätzchemie,
die überwiegend
in der vertikalen (anisotropen) Richtung ätzt, obgleich es auch zu einer geringen
Menge an horizontaler (isotroper) Ätzung kommen kann. Eine beispielhafte
Chemie für
die Ätzung
kann eine standardmäßige Nitridätzung mit
einer Kohlenstofftetraflourid (CF4)-Chemie
sein (zum Beispiel CF4H2 oder
CF4 + O2 in einem
Plasmagenerator). Die anisotrope Ätzung entfernt die dünne sauerstoffbeständige Schicht 326 von
der Oberseite der Gateelektrode 318 sowie von der Oberseite
der Isolationsregionen 302 und vom größten Teil der Oberseite des
Substrats 300, außer
unmittelbar zu beiden Seiten der Gatestruktur 324. Die
anisotrope Ätzung läßt jedoch
einen Abschnitt 330 der sauerstoffbeständigen Schicht 326 entlang
der gesamten Länge
der Seitenwände
sowohl der Gateelektrode 318 als auch des sauerstoffdurchlässigen Gatedielektrikums 319 zurück.
-
Der
Abschnitt 330 kann als ein "dünner
sauerstoffbeständiger
Abstandshalter" bezeichnet
werden, weil er ähnlich
aussieht wie herkömmliche
dicke Abstandshalter, die in der Regel während der Herstellung eines
Transistors ausgebildet werden. Jedoch besteht die typische Funktion
eines dicken Abstandshalters darin, ein vertikales Dotieren von Fremdstoffen
in bestimmte Regionen des Substrats zu verhindern, wohingegen die
Funktion des Abschnitts 330, der auf den Seitenwänden zurückbleibt, darin
besteht, die seitliche Diffusion von Sauerstoff in das sauerstoffdurchlässige Gatedielektrikum 319 zu verhindern.
Außerdem
sind typische dicke Abstandshalter nicht unbedingt sauerstoffbeständig, können grenzflächig diffusionsfähigen Sauerstoff
enthalten und sind viel dicker ausgebildet. Folglich wird im vorliegenden
Text der Abschnitt 330, der auf den Seitenwänden zurückbleibt,
als eine "dünne Sauerstoffdiffusionssperre" bezeichnet, weil
es eine ihrer Funktionen ist, als eine Sperre gegen eine Sauerstoffdiffusion
zu agieren.
-
Die
dünne Sauerstoffdiffusionssperre 330 bedeckt
die Seitenwände
des sauerstoffdurchlässigen
Gatedielektrikums 319 und dichtet sie hermetisch ab. Wenn
die dünne
Sauerstoffdiffusionssperre 330 nicht vorhanden wäre, so würde Sauerstoff
(O2, O3 usw.), der
direkt während
eines nachfolgenden Prozesses einwirkt, oder Umgebungssauerstoff,
der in der Atmosphäre
vorhanden ist, seitlich durch feine Poren in dem sauerstoffdurchlässigen Gatedielektrikum 319 und
in das Siliziumsubstrat 300 unter dem sauerstoffdurchlässigen Gatedielektrikum 319 dringen
und das Siliziumsubstrat in dem Kanalbereich 327 oxidieren,
wodurch Siliziumdioxidablagerungen entstehen. Die Siliziumdioxidablagerungen
würden die
letztendliche Leistung des integrierten Bauelements beeinträchtigen,
indem sie den Stromfluß durch
den Kanal 327 stören.
Gleichzeitig würde
ohne die dünne
Sauerstoffdiffusionssperre 330 Sauerstoff seitlich in das
sauerstoffdurchlässige
Gatedielektrikum 319 und in die angrenzende Gateelektrode 318 direkt
oberhalb des sauerstoffdurchlässigen
Gatedielektrikums 319 diffundieren. Wenn die Gateelektrode 318 aus
einem Material besteht, daß oxidieren
kann, wie zum Beispiel Polysilizium, so können sich Siliziumdioxidablagerungen
auch an der Grenzfläche
zwischen der Gateelektrode 318 und dem Gatedielektrikum 319 bilden.
Da Siliziumdioxid ein Dielektrikum ist, würde die Entstehung von Siliziumdioxidablagerungen
in dem Substrat 300 oder in der Gateelektrode 318 die
physische Dicke des Gatedielektrikums 319 vergrößern. Da
Siliziumdioxid im Vergleich zu dem sauerstoffdurchlässigen Gatedielektrikum 319 einen
relativ niedrigen dielektrischen k-Wert hat, würde der effektive elektrische
k-Wert des Gatedielektrikums 319 drastisch abnehmen, wodurch
die nützlichen
Effekte des Einsatzes eines dielektrischen Materials mit hohem k-Wert
im Wesentlichen verschwinden würden.
-
Ein
weiterer Vorteil der dünnen
Sauerstoffdiffusionssperre 330 ist, daß die Ränder der Gateelektrode 318,
welche die sauerstoffbeständigen
Abstandshalter 330 berühren,
als eine Mulde versiegelt sind. Die Versiegelung der dünnen Sauerstoffdiffusionssperre 330 an
den Rändern
der Gateelektrode 318 und an den Rändern des sauerstoffdurchlässigen Gatedielektrikums 319 hilft,
die Heißelektronenlebensdauer
des Transistors zu verlängern.
-
Unmittelbar
nach dem Ausbilden der Sauerstoffdiffusionssperre wird das Verfahren,
wie in 3J gezeigt, mit dem Ausbilden
von Spitzen 340 oder flachen Source/Drain-Verlängerungen
mittels eines Spitzenimplantierungsprozeß fortgesetzt. Es können zahlreiche
einschlägig
bekannte Techniken zum Ausbilden der Spitzen 340 in dem
Substrat 300 verwendet werden. In einer Ausführungsform
der Erfindung wird das Substrat 300 mit Ionen dotiert,
deren Leitfähigkeit
der Leitfähigkeit
der Mulde 303 entgegengesetzt ist. Wenn zum Beispiel die
Mulde 303 eine Leitfähigkeit
vom p-Typ hätte,
dann würde
das Spitzenimplantieren das Implantieren von Ionen mit einer Leitfähigkeit
vom n-Typ, wie zum Beispiel Arsenionen, in die Oberseite des Substrats 300 beinhalten,
um herkömmliche
N-Spitzen-Regionen auszubilden. Wenn hingegen die Mulde 303 eine
Leitfähigkeit vom
n-Typ hätte,
dann würde
das Spitzenimplantieren das Implantieren von Ionen mit einer Leitfähigkeit vom
p-Typ, wie zum Beispiel Borionen, in die Oberseite des Substrats 300 beinhalten,
um herkömmliche
P-Spitzen-Regionen auszubilden. Die Gateelektrode 318 schützt die
Substratregion unterhalb des Gatedielektrikums 319 vor
einer Implantierung von Ionen.
-
Die
Menge der Implantation ist geringer als die, die zum Ausbilden von
tiefen Source/Drain-Grenzflächen verwendet
wird, wie weiter unten noch näher
beschrieben wird. Zum Beispiel können
in einer Ausführungsform
der Erfindung die Ionen mit einer Leitfähigkeit vom n-Typ in einer
Menge im Bereich von ungefähr
1 . ⎕ 1015 Ionen/cm2 abgeschieden
werden. Um zu gewährleisten,
daß die
Spitzen 340 auf eine flache Tiefe ausgebildet werden, sollte
die Implantierungsenergie überdies
niedrig sein, zum Beispiel um die 10 keV.
-
In
einer Ausführungsform
der Erfindung werden die Ionen in einem direkt vertikalen Winkel
(90°) implantiert,
wodurch die Spitzen 340 gebildet werden, die auf die äußeren Ränder der
Sauerstoffdiffusionssperre 330 ausgerichtet sind. Dann
kann ein Ausheilen mittels eines schnellen thermischen Prozesses
(Rapid Thermal Process – RTP)
durchgeführt werden,
um die Spitzen 340 unter die Sauerstoffdiffusionssperre 340 und
teilweise unter das sauerstoffdurchlässige Gatedielektrikum 319 zu
schieben.
-
Einem
Durchschnittsfachmann ist jedoch klar, daß auch andere Techniken ausgeführt werden können, um
die flachen Spitzen 340 in einem anderen Winkel als 90° zu implantieren.
Eine winkelige Ionenimplantation kann eine geringfügig höhere Implantierungsenergie
erfordern, da der Winkel der Ionenimplantation es erfordern kann,
daß die
Ionen durch die unteren Abschnitte der Sauerstoffdiffusionssperre 340 oder
des sauerstoffdurchlässigen Gatedielektrikums 319 implantiert
werden müssen, um
das Substrat zu erreichen, das sich unter der Sauerstoffdiffusionssperre 340 oder
dem sauerstoffdurchlässigen
Gatedielektrikum 319 befindet.
-
Als
nächstes
wird, wie in den 3K–3L gezeigt,
das Verfahren fortgesetzt, indem dicke Abstandshalter 344 neben
den äußeren Seitenwänden der
dünnen
Sauerstoffdiffusionssperre 330 so ausgebildet werden, daß die dicken
Abstandshalter 344 die äußeren Seitenwände der
dünnen
Sauerstoffdiffusionssperre 330 berühren. Die dicken Abstandshalter 344 können aus
Siliziumnitrid bestehen oder können
eine Kombination aus Siliziumnitrid und Siliziumoxid sein. In einer
Ausführungsform
der Erfindung sind die dicken Abstandshalter 344 ein Oxid/Nitrid/Oxid
(ONO)-Verbund, der
durch einen Prozeß der
schnellen thermischen Oxidation gebildet wird. In einer weiteren
Ausführungsform
der Erfindung sind die dicken Abstandshalter 344 ein Nitrid/Oxid-Verbund. Die Nitrid/Oxid-Abstandshalter können durch
Deckabscheidung einer dünnen Oxidschicht 341 von
ungefähr
50–100 Å über den
Isolationsregionen 302, den Spitzenimplantaten 340,
der dünnen
Sauerstoffdiffusionssperre 330 und der Gateelektrode 318 ausgebildet
werden, wie in 3K gezeigt. Die Deckabscheidung
der Oxidschicht 341 kann einen beliebigen einschlägig bekannten CVD-Prozeß beinhalten,
einschließlich
eines BTBAS-Prozesses. Es ist von Vorteil, die Abscheidungstemperatur
niedrig zu halten, bevorzugt bei 650°C, so daß die Wärmeenergie nicht die implantierten
Spitzen 340 stört.
Als nächstes
wird eine 500–1800 Å dicke
Siliziumnitridschicht 342 auf der Oxidschicht 341 abgeschieden.
Die Siliziumnitridschicht kann mittels standardmäßiger CVD-Abscheidungsverfahren
ausgebildet werden, einschließlich BTBAS-Abscheidungstechniken.
Auch hier ist es von Vorteil, die Abscheidungstemperatur niedrig
zu halten. Dann werden die Siliziumnitridschicht 342 und die
Oxidschicht 341 anisotrop geätzt, um die dicken Abstandshalter 344 auszubilden,
wie in 3L gezeigt. Die dicken Abstandshalter 344 gewährleisten, daß eine anschließende Tiefenimplantierung
nicht die Spitze 340 unter den dicken Abstandshaltern 344 behindert.
Folglich sind die dicken Abstandshalter 344 breit und dick
genug auszubilden, um zu verhindern, daß die anschließende hoch-dosierte
Ionen-Tiefenimplantation, die unten in 3M beschrieben
wird, den Abschnitt der flachen Spitze 340 unter den dicken
Abstandshaltern 344 überflutet.
-
Als
nächstes
wird, wie in 3M gezeigt, das Substrat 300 dem
Prozeß einer
hochdosierten Ionen-Tiefenimplantation unterzogen, um Source/Drain-Regionen 348 mit
tiefliegender Grenzfläche in
der Muldenregion 303 auszubilden. Die Tiefenimplantierung
beinhaltet das Implantieren von Ionen mit Störatomen vom gleichen Leitfähigkeitstyp,
wie sie zum Ausbilden der Spitzen 340 verwendet wurden. Wenn
zum Beispiel die Mulde 303 eine Leitfähigkeit vom p-Typ hat, so wird
ein Ion vom n-Typ implantiert, während
für eine
Mulde mit einer Leitfähigkeit
vom n-Typ ein Ion
vom p-Typ implantiert wird. Zu beispielhaften Ionen vom n-Typ gehören Arsen
und Phosphor, während
zu beispielhaften Ionen vom p-Typ Bor gehört. Gleichzeitig kann, wenn
die elektrisch leitfähige
Gateelektrode 318 Polysilizium umfaßt, der Tiefenimplantierungsprozeß dafür verwendet
werden, das Polysilizium in der Gateelektrode zu dotieren, wenn
es nicht schon zuvor dotiert wurde. In einer Ausführungsform
der Erfindung werden die Tiefenimplantate 348 auf eine
Konzentration zwischen 1 . ⎕ 1019/cm3 und 5 . ⎕ 1020/cm3 und eine Tiefe von ungefähr 0,15–0,25 Mikrometern
ausgebildet. Es kann eine Aktivierungsausheilung ausgeführt werden,
um die Spitzen 340 und die Tiefenimplantate 348 zu
aktivieren. Die Ausheilung kann mit einem RTP bei einer Temperatur
zwischen 900°C
und 1200°C,
bevorzugt 1050°C, über eine
Dauer von ungefähr
10–300 Sekunden,
bevorzugt 20 Sekunden, in einer Stickstoffatmosphäre ausgeführt werden.
-
Es
wurden nun verschiedene Ausführungsformen
der Erfindung beschrieben. Dem Fachmann ist jedoch klar, daß die Erfindung
nicht auf die beschriebenen Ausführungsformen
beschränkt
ist, sondern mit Modifizierungen und Änderungen innerhalb des Geltungsbereichs
der folgenden angehängten Ansprüche praktiziert
werden kann.