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Die
Erfindung betrifft folgendes:
- • eine Zubereitung,
die 5-50 Gew.-% Isphagula Husk; 1-20 Gew.-% mindestens einer Aminosäure und 20-80
Gew.-% mindestens eines Kohlenhydrats und Elektrolyte enthält, für die Verwendung
als therapeutisches Mittel;
- • eine
Zubereitung, die folgendes enthält:
Isphagula Husk; mindestens eine Aminosäure; und mindestens ein Kohlenhydrat
und Elektrolyte, wobei Isphagula Husk, die mindestens eine Aminosäure und
das mindestens eine Kohlenhydrat und Elektrolyte zu einem Kombinationspräparat für die gleichzeitige
oder aufeinanderfolgende Verwendung bei der Behandlung eines Störungszustands
des Verdauungssystems von monogastrischen Tieren, einschließlich Menschen,
vorgesehen sind;
- • eine
Zubereitung zur Behandlung eines Störungszustands des Verdauungssystems
von monogastrischen Tieren, einschließlich Menschen, wobei die Zubereitung
5-50 Gew.-% Isphagula Husk; 1-20 Gew.-% mindestens einer Aminosäure; 20-80
Gew.-% mindestens eines Kohlenhydrats und Elektrolyte enthält; und
- • eine
Zubereitung für
die Wiederherstellung der Epithelschicht des Verdauungssystems von
Säugern,
einschließlich
Menschen, wobei die Zubereitung 5-50 Gew.-% eines Mittels mit einem
Gehalt an Isphagula Husk; 1-20 Gew.-% mindestens einer Aminosäure; 20-80
Gew.-% mindestens eines Kohlenhydrats und Elektrolyte enthält.
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Bei
einem Störungszustand
des Verdauungssystems handelt es sich insbesondere um sämtliche
intestinalen Störungen,
bei denen die Epithelschicht geschädigt ist, meist als Folge von
Diarrhoe (Durchfall) mit Absorptionshemmung, auch in Verbindung
mit Dehydratisierung.
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Hintergrund der Erfindung
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Enterische
Pathogene sind jedes Jahr für
zahlreiche Todesfälle
bei neugeborenen Kälbern
verantwortlich, was in der Landwirtschaft weltweit zu Verlusten
von mehreren 100 Millionen Dollar führt. Junge Kälber unterliegen
Stresszuständen
aufgrund von Transportvorgängen
und Veränderungen
ihrer Umgebung und ihrer Futtermittel nach der Entwöhnung.
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Stress
tritt in zahlreichen Formen auf, wobei die erste Stresswirkung auf
den Magen-Darm-Trakt in einer Verringerung der mukosalen Durchblutung
und dadurch in einer Beeinträchtigung
der Integrität
der Schleimhautbarriere besteht. Ein wichtiger Bestandteil der Barrierefunktion
besteht in der Verhinderung des Übertritts
von Bakterien aus dem Lumen durch das Epithel. Stress kann zur Entwicklung
von Krankheiten, wie Diarrhoe, auch als Rinderruhr bezeichnet, führen und
ist mit dem Aufbrechen der gastrointestinalen Barriere in Verbindung
mit einer Dehydratisierung des jungen Tiers verbunden. Lokale Infektionen
durch Bakterien und Viren, Belastung mit Toxinen, physische Schädigungen
und zahlreiche systemische Krankheiten führen zum Aufbrechen. Dieses
Aufbrechen kann in einer leichten Form auftreten und eine relativ
einfache Erholung ermöglichen,
kann aber auch fatal sein. Die strukturellen Merkmale der intestinalen
Barriere, wie die Zotten, die Bestandteil der Schleimhaut sind,
können
vollständig
zerstört
werden und im Verlauf dieser Störungszustände des
Verdauungssystems fehlen. Beispielsweise verursachen Corona-Virus
(Cryptosporidium parvum) und Rota-Virus eine Zerstörung der
reifen Zellen an den Spitzen der intestinalen Zotten. Während derartiger
Störungen
wird die Resorption von Elektrolyten und einfachen Zuckern erheblich
verringert, so dass die jungen Tiere die Nährstoffe und das Wasser, die
sie möglicherweise
aufnehmen, nicht mehr resorbieren können.
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Beschreibung des Stands
der Technik
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EP-0
160 015 beschreibt eine Zubereitung zur Rehydratisierung von monogastrischen
Tieren, einschließlich
Menschen, und neugeborenen Wiederkäuern, die an Diarrhoe leiden,
wobei das Präparat
ein absorbierendes, intumeszierendes Mittel, z. B. Isphagula Husk,
Elektrolyte, Glucose und ein oder mehr Lactose zersetzende Enzyme
umfasst. Die Zubereitung eignet sich insbesondere zur Behandlung
von nicht-infektiöser Diarrhoe
und Diarrhoe, die durch Rota- und Corona-Viren verursacht wird.
Es wird erwähnt,
dass Isphagula Husk eine beträchtliche
Fähigkeit
zur Zersetzung von Lactose aufweist und dass Experimente gezeigt
haben, dass von Isphagula Husk erzeugter Schleim die beschädigte Schleimschicht
bei Subjekten, die an intestinalen Infektionen leiden, in einer
solchen Art und Weise ersetzt, dass er als bioadhäsives Polymeres
wirkt, das die Glucose-Resorption verstärken kann. Ferner wird ausgeführt, dass
das Präparat
unter anderem eine Schutzwirkung auf die intestinale Schleimhaus
ausübt.
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EP-0
474 282 beschreibt die Verwendung von polysaccharidhaltigen Materialien
in Zubereitungen für die
Wundbehandlung. Beim verwendeten Material handelt es sich um Isphagula
Husk (oder Psyllium), das als faserartiges Material beschrieben
wird. Bei Verwendung auf dem Gebiet der Wundbehandlung wurde festgestellt,
dass Isphagula Husk neben anderen Eigenschaften den Vorteil aufweist,
dass eine nicht spezifische Bindung zwischen den Mucopolysacchariden
und den Zellwänden
der in der Wunde vorhandenen Bakterien entsteht. Ferner sind die
Fasern zur Absorption von Feuchtigkeit oder zur Bindung von Wundfeuchtigkeit
befähigt, sowie
zur Erzeugung eines Schleimmaterials in Kombination mit der Feuchtigkeit.
Die Fasermaterialien wurden in erfolgreicher Weise in Kombination
mit anderen aktiven Substanzen verwendet, bei denen es sich unter anderem
um Wachstumsstimulatoren und Elektrolyten handeln kann. Bei der
Beschreibung der Wundheilung finden sich keine Ausführungen
darüber,
dass Isphagula Husk das Zellwachstum verstärkt. Die Zubereitungen liegen
vorzugsweise in Form einer porösen
Haltevorrichtung vor, beispielsweise in Form eines Sachets oder eines
kompressenartigen Produkts, das in Kontakt mit der Haut kommt. Die
Zubereitungen können
unter anderem im Epithelisierungsstadium verwendet werden, da ein
feuchtes Medium aufgrund einer Gelbildung, die zwischen der Unterseite
des Sachets, dem Kissen und der Wundoberfläche stattfindet, gebildet wird.
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US-A-6
066 341 beschreibt eine Zusammensetzung zur Behandlung von Diarrhoe
bei Tieren, wie Kälbern,
wobei die Zusammensetzung Psyllium enthält. Psyllium ist der Hauptbestandteil
der Zusammensetzung und ist in einem Gewichtsanteil von etwa 65-70
% vorhanden.
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WO-85/01441-A
beschreibt eine Zubereitung zur Verwendung von Diarrhoe bei Tieren,
wie Kälbern, wobei
die Zubereitung Psyllium in einem Anteil von 40-43 Gew.-% enthält.
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In
diesen beiden Beispielen enthalten die Zubereitungen relativ große Anteile
an Isphagula Husk, was die Gefahr von Nebenwirkungen, insbesondere
einer Verstopfung bei den Tieren, mit sich bringt.
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In "New therapies for
calf diarrhoea: Therapy and prevention for the new millennium", Elaine Hunt, North
Carolina State University College of Veterinary Medicine, wird erwähnt, dass
Glutamin eine Rolle bei Durchfallerkrankungen über mehrere Mechanismen spielen
kann und dass es eine Rolle bei der Aufrechterhaltung der Unversehrtheit
der Darmschleimhaut spielt und dass es ferner in kontrollierten
Situationen auch in erfolgreicher Weise zur Beschleunigung der Wiederherstellung
der geschädigten
intestinalen Schleimhaut verwendet worden ist. Es wurde festgestellt,
dass Glutamin einen direkten Einfluss auf die Resorption von gelösten Bestandteilen
im Kälberdarm
ausübt,
und es wird angenommen, dass Glutamin in der Zukunft bei Behandlung
von Kälberdiarrhoe
eine wichtige Komponente von Elektrolytlösungen darstellen könnte. Von
Glutamin wurde festgestellt, dass es zusätzlich zu der Tatsache, dass
es während
eines Nahrungsentzugs eine Schutzwirkung auf die intestinale Schleimhaut
ausübt,
die Schnelligkeit der Wiederherstellung von geschädigter Schleimhaut
erhöht.
Bei Kombination mit TGF-alpha stimulierte Glutamin die Erholung
von Ischämie/Reperfusions-Schädigungen
und hatte die gleiche Wirkung bei Rotavirus-Enteritis bei Schweinen.
Ferner wurde gezeigt, dass Glutamin die Glutamin-gekoppelte Na+-Resorption
in den Zellen an den Spitzen der intestinalen Zotten bei einem Schwein
stimuliert und dass Glutamin die Wasser- und Elektrolyt-Resorption wesentlich
stärker
als Glucose stimuliert. Ferner wurde festgestellt, dass ein Glutamin-Transporter
beim Kalb in den gesamten Ileum-Zotten vorhanden ist, so dass orale
Elektrolytlösungen
auf Glutaminbasis bei osmotischer Diarrhoe bei Kälbern wirksamer sein sollten
als Lösungen
auf Glucosebasis. Neben Glutamin werden weitere Substanzen erwähnt, die
die lokale Proliferation von Zellen beim Vorgang der Schleimhautreparatur
stimulieren, wie Arginin, Prostaglandine und bestimmte Wachstumsfaktoren,
von denen bei in vitro-Studien festgestellt wurde, dass sie zusammen
mit Glutamin die Schleimhautreparatur stimulieren.
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Das
US-Patent 4 711 780 beschreibt ein Arzneimittel zur Behandlung von
Oberflächenepithel,
das Vitamin C, ein Zinksalz und eine schwefelhaltige Aminosäure umfasst,
wobei das Arzneimittel auch ein Mucopolysaccharid enthalten kann.
Es wird ausgeführt,
dass das Mucopolysaccharid als eine Barriere wirkt, die Toxine auf
der Hautoberfläche
daran hindert, in den Blutkreislauf einzudringen, wo es ansonsten
zu einer Septikämie kommen
würde.
Die Menge an Mucopolysaccharid, das aus der Pflanze Aloe vera extrahiert
werden kann, beträgt
etwa 0,05 bis 10 Gew.-%. Es wird kein Mechanismus für die Wirkung
des Mucopolysaccharids bei der Unterstützung des Zellwachstums und
bei der Aufnahme von Aminosäuren
angegeben.
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In "Potential benefits
of Psyllium mucilloid supplementation of oral replacement formulas
for neonatal calf scours",
Continuing Education Artikel 7, North American Edition, Bd. 14,
2. Februar 1992, S. 247 (von Martin J. Fettman) wird angegeben,
dass die intestinale Zellproliferation und -funktion von durch Fasern
erhöhten Geschwindigkeiten
der Bildung von kurzkettigen Fettsäuren profitieren kann. Die
Zugabe von Psyllium zu Kolonozyten-Kulturen von Menschen, bei denen
ein hohes Risiko zur Entwicklung von Kolonkrebs besteht, hatte ebenfalls
eine stimulierende Wirkung auf den mikrobiellen Stoffwechsel, auf
die Erzeugung von kurzkettigen Fettsäuren und anschließend auf
das Kolonozyten-Wachstum. Orale Ersatzpräparate mit einem Gehalt an Psyllium-Mucilloid
können
unter anderem stimulierende Wirkungen auf die Enterozyten-Proliferation
ausüben, was
von Vorteil bei der Heilung von Enteritis und der anschließenden Rückkehr zu
einer normalen Nahrungsaufnahme sein kann. Ferner wird erwähnt, dass
ein Experiment durchgeführt
wurde, bei dem Cellulose zu einer elementaren Flüssigdiät für Ratten zugegeben wurde und
dass die Erneuerungsgeschwindigkeiten von Dünndarmzellen signifikant erhöht wurden.
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In "Evaluation of a glutamine-containing
oral rehydration solution for the treatment of calf diarrhoea using
an "Escherichia
coli" model", Brooks et al.,
The Veterinary Journal, Bd. 153 (1997), S. 163-170) wurden mehrere
unterschiedliche Zusammensetzungen von ORSs (orale Rehydratisierungslösungen)
in Bezug auf ihre günstigen
Einflüsse
auf Blutglucose und Körpergewicht
von Kälbern,
denen oral E. coli verabreicht worden war, untersucht. Man konzentrierte
sich auf eine einzige Aminosäure,
nämlich
Glutamin, von der angegeben wird, dass sie das Potential besitzt,
die enterische Natriumaufnahme zu fördern, und bei der Aufrechterhaltung der
Form und Funktion von Zotten wichtig ist (unter Bezugnahme auf ("Glutamine and preservation
of gut integrity",
Van der Hulst et al., Lancet, Bd. 341 (1993), S. 1363-1365) und
möglicherweise
auch bei der Unterstützung
der Integrität
der Barriere- und Immunfunktion im Darm (unter Bezugnahme auf "Intestinal fuels:
glutamine, short-chain fatty acids and dietary fiber", Evans et al., Journ.
Parenteral and Enteral Nutrition, Bd. 17 (1992), S. 47-55). Die
Ergebnisse stimmen mit einem früheren
Ergebnis überein:
die Fähigkeit
von Glutamin zur Stimulation sowohl der neutralen als auch der elektrogenen
Natriumresorption. Es wird erwähnt,
dass eine der günstigen
Eigenschaften von Glutamin darin besteht, die Wirkung des epidermalen
Wachstumsfaktors auf die Darmschleimhaut-Zellproliferation zu unterstützen (unter
Bezugnahme auf "Glutamine
is essential for epidermal growth factor stimulated intestinal cell
proliferation, Ko et al., Surgery, Bd. 114 (1993), S. 147-154).
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In "Effect of glutamine
or glycine containing oral electrolyte solutions on mucosal morphology,
clinical and biochemical findings, in calves with viral induced
diarrhea", J. M.
Naylor et al., Can. J. Vet. Res., Bd. 61 (1997), S. 43-48, wurden
Kälber
mit 1 bis 3 oralen Elektrolyten mit jeweils einer einzigen Aminosäure behandelt:
40 mmol/Liter Glycin oder 40 mmol/Liter Glutamin oder 400 mmol/Liter
Glutamin. Der Typ des Elektrolyten beeinflusste in signifikanter
Weise die Höhe
von Zwölffingerdarmzotten.
Es gab keinen signifikanten Unterschied in der Dünndarmoberfläche zwischen
den Gruppen. Insgesamt lieferte die Untersuchung keinen Hinweis,
dass ein Ersatz des Glycins durch Glutamin in oralen Elektrolytlösungen die
Behandlung von Kälbern
mit Durchfall oder die Geschwindigkeit der Schleimhautheilung verbessert.
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Offenbarung der Erfindung
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Eine
Aufgabe der Erfindung ist es, eine verbesserte Zubereitung zur Behandlung
von monogastrischen Tieren, einschließlich Menschen, die an Diarrhoe
leiden, bereitzustellen, um insbesondere eine verbesserte Heilung
der Schleimhaut bei Diarrhoe zu gewährleisten.
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Eine
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine verbesserte Zubereitung
zur Wiederherstellung der Epithelschicht des Darms bereitzustellen.
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Eine
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine verbesserte Zubereitung
bereitzustellen, mit der in verbesserter Weise der Epithelschicht
des Darms Nährstoffe
zugeführt
werden.
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Eine
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine verbesserte Zubereitung
bereitzustellen, mit der einem monogastrischen Tier, einschließlich Menschen,
das an Diarrhoe leidet, Nährstoffe
zugeführt
werden, insbesondere einem jungen Tier.
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Eine
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Zubereitung zur
Verstärkung
des Zellwachstums, insbesondere von Zellen des Darmepithels, bereitzustellen.
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Eine
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Zubereitung zur
Verwendung als therapeutisches Mittel bereitzustellen.
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Diese
Aufgaben werden durch die folgenden Zubereitungen gelöst. Gemäß einer
Ausführungsform umfasst
die Zubereitung 5-30 Gew.-% Isphagula Husk und 1-20 Gew.-% mindestens
einer Aminosäure
und 20-80 Gew.-% mindestens eines Kohlenhydrats und Elektrolyte
für die
Verwendung als therapeutisches Mittel.
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Gemäß einer
Ausführungsform
umfasst die Zubereitung 5-30 Gew.-% Isphagula Husk und 1-20 Gew.-%
mindestens einer Aminosäure
und 20-80 Gew.-% mindestens eines Kohlenhydrats und Elektrolyte, wobei
das Isphagula Husk, die mindestens eine Aminosäure und das mindestens eine
Kohlenhydrat und die Elektrolyte in Form einer Kombinationszubereitung
für die
gleichzeitige oder sequenzielle Verwendung bei der Behandlung eines
Störungszustands
des Verdauungssystems von monogastrischen Tieren, einschließlich Menschen,
vorliegen.
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Gemäß einer
Ausführungsform
umfasst die Zubereitung zur Behandlung eines Störungszustands des Verdauungssystems
von monogastrischen Tieren, einschließlich Menschen, 5-30 Gew.-%
Isphagula Husk und 1-20 Gew.-% mindestens einer Aminosäure und
20-80 Gew.-% mindestens eines Kohlenhydrats und Elektrolyte.
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Gemäß einer
Ausführungsform
umfasst die Zubereitung zur Wiederherstellung der Epithelschicht
des Darms von Säugern,
einschließlich
Menschen, 5-30 Gew.-% Isphagula Husk und 1-20 Gew.-% mindestens
einer Aminosäure,
20-80 Gew.-% mindestens eines Kohlenhydrats und Elektrolyte.
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Die
vorerwähnten
Zubereitungen können
ausschließlich
aus den angegebenen Bestandteilen bestehen.
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Bei
Diarrhoe kann es sich um sämtliche
Diarrhoearten handeln, insbesondere um nicht-infektiöse Diarrhoe,
Absorptionshemmung/Verdauungsstörung,
osmotische Diarrhoe, z. B. durch Rotavirus und Corona-"Cryptosporidium parvum"-Viren verursachte
Diarrhoe, wobei die Viren alle eine Zerstörung der reifen Zellen an den
Spitzen der Darmzotten hervorrufen. Die erfindungsgemäße Zubereitung
eignet sich zur Behandlung beliebiger Diarrhoearten in Verbindung
mit einem Bedarf zur Zufuhr von Nährstoffen zu den Zellen im Darm.
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Gemäß einer
Ausführungsform
beträgt
der Anteil an Isphagula Husk 10-30
Gew.-%, vorzugsweise 15-30 Gew.-% und insbesondere 25-30 Gew.-%.
Isphagula Husk ist ein faseriges Material, das auch als Psyllium
(Hülsen)
bezeichnet wird und in EP-0 160 015 und EP-0 474 282 (die hier durch
Verweis zum Gegenstand der Beschreibung gemacht werden) beschrieben
ist. Das erfindungsgemäß zu verwendende
Fasermaterial umfasst ein sogenanntes Mucopolysaccharid, das aus
Plantago ovata stammt und eine Polyxylose-Grundstruktur und eine
oder mehrere Seitenketten enthält,
die aus der Gruppe Galacturonsäure,
Galactose, Mannose, Glucose, Fucose, Ramnose und Arabinose ausgewählt sind.
Isphagula Husk lässt
sich als ein intumeszierendes Mittel charakterisieren, das Wasser
absorbiert und eine erhebliche Fähigkeit
zur Zersetzung von Lactose aufweist sowie für eine nicht-spezifische Bindung
zwischen den Mucopolysacchariden und den Zellwänden von Bakterien sorgt.
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Gemäß einer
Ausführungsform
beträgt
der Anteil der mindestens einen Aminosäure 1-12 Gew.-%, vorzugsweise
2-9 Gew.-% und insbesondere 3-7 Gew.-%.
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Gemäß einer
Ausführungsform
beträgt
der Anteil des Kohlenhydrats 25-50
Gew.-%, vorzugsweise 30-45 Gew.-% und insbesondere 35-40 Gew.-%.
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Das
Kohlenhydrat ist als ein einfacher Zucker definiert, z. B. ein Monosaccharid,
vorzugsweise Glucose, wie Dextrose-monohydrat, oder es kann sich
um ein Disaccharid, wie Saccharose, handeln. Glucose wird im Dünndarm des
Tiers resorbiert und sorgt für
eine Energiequelle und unterstützt
den Erholungsvorgang. Die relativen Mengen an Kohlenhydrat und Isphagula
Husk in der erfindungsgemäßen Zubereitung
sind so beschaffen, dass die Zubereitung dann, wenn sie dem Tier
verabreicht wird, eine Menge des gesamten zugesetzten Kohlenhydrats
enthält,
die nicht an Isphagula Husk gebunden wird, jedoch in der flüssigen Phase
des Zubereitungsgemisches ohne eine Bindung an Isphagula Husk vorliegt.
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Gemäß einer
Ausführungsform
beträgt
die Menge des Elektrolyten 8-40 Gew.-%, vorzugsweise 12-30 Gew.-%
und insbesondere 15-25 Gew.-%.
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Ein
Gemisch von Aminosäuren
kann erfindungsgemäß aus Milchhefe
bereitgestellt werden, die so verarbeitet worden ist, dass die löslichen
Komponenten der Hefezellen bereitgestellt werden. Beim Verarbeitungsverfahren
kann es sich um eines der folgenden Verfahren oder um eine Kombination
davon handeln: Plasmolyse, Autolyse, Thermolyse oder mechanisches
Aufbrechen. Die verarbeitete Milchhefe wird vorzugsweise mit Glutamin
ergänzt.
Das Milchhefegemisch wird als Quelle für Aminosäuren bevorzugt, und zwar aufgrund
des relativ hohen Gehalts an Aminosäuren in einem kostengünstigen
und leicht verfügbaren
Produkt. Der Anteil an Aminosäuren
in einem Milchhefegemisch beträgt
48-52 Gew.-%. In der Theorie können
beliebige Zellen, die den vorerwähnten
Verfahren unterworfen werden können,
verarbeitet und als Aminosäurequellen
verwendet werden.
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Die
Milchhefezellen werden aufgrund der Tatsache bevorzugt, dass die
Zusammensetzung an Aminosäuren
der in Kolostrum auftretenden Zusammensetzung ähnlich ist. Ferner ist die
Zusammensetzung an Vitaminen, Mineralstoffen, Sterinen, mehrfach
ungesättigten
Fettsäuren
und Glutathion ähnlich
wie in Kolostrum. Diese Aminosäurezusammensetzung
eignet sich gut zur Behandlung von jungen Tieren, die an einem Störungszustand
des Verdauungssystems leiden, insbesondere von Kälbern, neugeborenen Kälbern oder
Ferkeln.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung handelt es sich bei der mindestens einen Aminosäure um einen
Hefeextrakt, wobei es sich bei der Hefe um Milchhefe handelt.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung ist die mindestens eine Aminosäure in den löslichen Komponenten
von Milchhefe enthalten.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung ist die mindestens eine Aminosäure in plasmolysierter, getrockneter
Milchhefe enthalten.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung ist die mindestens eine Aminosäure in einem trockenen Extrakt
einer gewählten
Milchhefe enthalten.
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Beim
Extrakt von Milchhefe kann es sich auch um einen flüssigen Hefeextrakt
(mit einem Gehalt an trockenen Feststoffen von 50 bis 65 %) oder
um eine hochviskose Paste (mit einem Anteil an trockenen Feststoffen
von 70 bis 80 %) handeln.
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Gemäß einer
Ausführungsform
umfasst die Zubereitung mindestens eine Aminosäure, die aus der Gruppe ausgewählt ist,
die aus allen bekannten Aminosäuren
besteht, vorzugsweise mindestens eine Aminosäure, die aus der Gruppe ausgewählt ist,
die aus Glutamin, Arginin, Lysin, Histidin, Phenylalanin, Tyrosin, Leucin,
Isoleucin, Methionin, Valin, Alanin, Glycin, Prolin, Glutaminsäure, Serin,
Threonin, Asparaginsäure, Tryptophan
und Cystin besteht, und insbesondere mindestens eine Aminosäure, die
aus der Gruppe ausgewählt
ist, die aus Glutamin, Arginin, Alanin und Glycin besteht. Es wird
angenommen, dass Glutamin, Arginin, Alanin und Glycin von besonderem
Wert für
die Wiederherstellung des Epithels sind.
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Gemäß einer
Ausführungsform
ist das Gemisch von Aminosäuren
dadurch gekennzeichnet, dass es einen relativen Anteil an Aminosäuren aufweist,
die im Kolostrum von Säugern,
insbesondere im Kolostrum von Rindern, auftreten.
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Gemäß einer
Ausführungsform
kann es sich bei dem Gemisch von Aminosäuren um ein Kit von Bestandteilen
einer Quelle von Proteinen und einer geeigneten Protease für den kontrollierten
Abbau der Proteine zur Bildung des Gemisches handeln.
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Gemäß einer
Ausführungsform
kann die Menge des Glutamins bis zu 10 Gew.-%, vorzugsweise bis zu
5 Gew.-%, insbesondere 0,1 bis 4 Gew.-% und besonders bevorzugt
0,2-3 Gew.-% betragen.
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Beim
Glutamin handelt es sich um L-Glutamin und bei der Quelle kann es
sich um L-Glutamin selbst oder um L-Alanyl-L-glutamin (unter der
Warenbezeichnung "Glutamax
I" bekannt) oder
Glycyl-L-glutamin (unter der Warenbezeichnung "Glutamax II" bekannt) handeln. Glutamin ist bei
regenerativen Prozessen der Schleimhaut wichtig. Es wurde festgestellt,
dass Glutamin eine schonende Wirkung in Bezug auf die Unversehrtheit
der Darmschleimhaut bei Zuständen
mit Nährstoffentzug
bei zahlreichen Spezies ausübt.
Durch Isolierung von Segmenten des Kälberileums wurde gezeigt, dass
Glutamin eine Aufrechterhaltung der Unversehrtheit der Darmschleimhaut,
der ansonsten lokale Nährstoffe
entzogen würden,
bewirkt. Ferner, wurde festgestellt, dass es die Geschwindigkeit
der Wiederherstellung von geschädigter
Schleimhaut erhöht.
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Gemäß einer
Ausführungsform
beträgt
die Menge an Arginin bis zu 5 Gew.-%, vorzugsweise bis zu 3 Gew.-%,
insbesondere 0,1-2 Gew.-% und ganz besonders 0,1-0,5 Gew.-%.
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Gemäß einer
Ausführungsform
umfasst die Zubereitung mindestens eines der Salze, die mindestens eines
der durch Durchfall verlorenen Salze ersetzen. Bei Verabreichung
einer erfindungsgemäßen Zubereitung
werden die durch Diarrhoe verlorenen Salze durch in den Elektrolyten
enthaltene Ersatzsalze bereitgestellt, die in den Elektrolyten enthalten
sind, um für
eine Rehydratisierung zu sorgen und die Dehydratisierung zu stoppen.
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Gemäß einer
Ausführungsform
handelt es sich bei dem mindestens einen Kohlenhydrat um Glucose.
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Gemäß einer
Ausführungsform
umfasst die Zubereitung Elektrolyte, bei denen es sich um ein Gemisch
von mindestens zwei der Substanzen handelt, die aus der Gruppe ausgewählt sind,
die aus Magnesiumoxid, Magnesiumcarbonat-hydroxid, Magnesiumhydroxid,
Magnesiumsilicat, Calciumsilicat, Calciumcarbonat, Natriumchlorid,
Kaliumchlorid, Natriumhydrogencarbonat, Kaliumhydrogencarbonat,
Aluminiumphosphat, Aluminiumhydroxid, Citronensäure, Natriumcitrat, Trinatriumcitratdihydrat
und Kaliumcitrat besteht.
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Gemäß einer
Ausführungsform
umfasst die Zubereitung Elektrolyte, bei denen es sich um ein Gemisch
von mindestens zwei Substanzen handelt, die aus der Gruppe ausgewählt sind,
die aus Magnesiumhydroxid, Natriumchlorid, Kaliumchlorid, Natriumhydrogencarbonat,
Citronensäure,
Trinatriumcitrat-dihydrat und Natriumcitrat besteht.
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Gemäß einer
Ausführungsform
umfasst die Zubereitung mindestens einen Füllstoff, mindestens ein Geschmackskorrigens
und mindestens ein farbgebendes Mittel.
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Gemäß einer
Ausführungsform
handelt es sich beim Füllstoff
um ein faserartiges Kleiematerial.
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Gemäß einer
Ausführungsform
handelt es sich beim Füllstoff
um Weizenmehl.
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Gemäß einer
Ausführungsform
umfasst die Zubereitung ein pharmazeutisch verträgliches farbgebendes Mittel.
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Gemäß einer
Ausführungsform
umfasst die Zubereitung das farbgebende Mittel FD & C RED #40.
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Gemäß einer
Ausführungsform
umfasst die Zubereitung alpha-Tocopherol (natürliches Vitamin E).
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Gemäß einer
Ausführungsform
besteht die Zubereitung aus 27,16 % Isphagula Husk, 10,66 % Milchhefe
unter Einschluss von Glutamin, 19,75 % Elektrolyten, zusammengesetzt
aus 3,30 % Kaliumchlorid, 7,08 % Natriumhydrogencarbonat, 4,85 %
Natriumchlorid, 3,45 % Trinatriumcitratdihydrat und 1,07 % Magnesiumhydroxid,
38,10 % Dextrose-monohydrat, 0,87 % Nicotinamid, 0,30 % Aromamittel,
0,20 % Siliciumdioxid, 2,43 % Weizenmehl, 0,03 % Futterfarbmittel
und 0,50 % alpha-Tocopherol (natürliches
Vitamin E), wobei die Gewichtsprozente auf Basis der fertigen Zubereitung
berechnet sind.
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Gemäß einer
Ausführungsform
wird die Zubereitung für
die Herstellung eines Arzneimittels zur Behandlung von Diarrhoe
verwendet.
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Gemäß einer
Ausführungsform
wird die Zubereitung für
die Herstellung eines Arzneimittels zur Behandlung der Epithelschicht,
insbesondere der Epithelschicht des Darms und insbesondere der Epithelzellen der
Zotten verwendet.
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Stress
ist fast immer mit Schleimhauterosionen verbunden. Die Zotten, die
einen Bestandteil der Schleimhautbarriere darstellen, können während eines
Störungszustands
des Verdauungssystems, z. B. bei Diarrhoe, mehr oder weniger stark
aufgebrochen werden. Der Gesundheitszustand verschlechtert sich
bei einer derartigen Zerstörung
drastisch, da die Resorption von Nährstoffen im Darm nicht einwandfrei
funktioniert. Das Tier verbleibt in einem kritischen Zustand, bis
die Heilung der Zotten so weit vorangeschritten ist, dass die Resorption
von Substanzen einen positiven Einfluss auf den Gesamtzustand des
Tiers ausübt.
Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass die Erholung rasch
erfolgt, wobei häufig
eine Erholung innerhalb einiger Stunden als wichtig angesehen wird.
Für die
Heilung ist es erforderlich, dass die Epithelzellen an den Rändern des
Defekts einer Proliferation, Differenzierung und Wanderung in den
beschädigten
Bereich unterliegen, um die normale zelluläre Architektur und Funktion
wiederherzustellen. Der Heilungsvorgang kann als ein Prozess mit
einem positiven Feedback beschrieben werden, wobei die wachsenden
Zotten allmählich
befähigt
werden, immer mehr Nährstoffe
zu resorbieren. Es wird angenommen, dass eine geringe positive Wirkung
in einem frühen
Zustand einen großen
Einfluss auf die gesamte Erholungszeit und somit auf die Überlebenschancen
ausübt.
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Überraschenderweise
wurde festgestellt, dass die Zugabe eines Mittels, das ein Rehydratisierungsmittel
mit einem Gehalt an Isphagula Husk und ein Gemisch mit einem Gehalt
an Aminosäuren
umfasst, zu einer Zellkultur das Zellwachstum in signifikanter Weise
verstärkt,
verglichen mit der Zugabe entweder des Rehydratisierungsmittels
mit einem Gehalt an Isphagula Husk allein zu der Zellkultur oder
mit der Zugabe eines Rehydratisierungsmittels ohne Isphagula Husk
und des Gemisches zur Zellkultur.
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Ein
möglicher
Mechanismus für
die unerwartete erhöhte
positive Wirkung auf das Zellwachstum (die nachstehend für ein Mittel
auf der Basis einer Kombination aus Isphagula Husk und einem Aminosäuregemisch
dargelegt wird) könnte
darin bestehen, dass Isphagula Husk als Mediator wirkt. Ein Mediator
sorgt für potentielle
verstärkte
Maßnahmen
zur Kommunikation aus dem Außenraum
der Zelle in den Innenraum der Zelle. Isphagula Husk selbst kann
aufgrund seiner großen
Struktur die Zellwand nicht passieren und hat keinen direkten Einfluss
auf das Zellwachstum. Da aber trotzdem Beobachtungen eine Wirkung
von Isphagula Husk in Kombination mit einem Gemisch von Aminosäuren zeigen,
könnte
es der Fall sein, dass Isphagula Husk auf der Höhe der Zellwand vorhanden ist,
wo es die Aufnahme von Aminosäuren
unterstützt.
Unserer Kenntnis nach wurden zwar zahlreiche Eigenschaften von Isphagula
Husk beschrieben, wobei sich aber keine Ausführungen dahingehend finden,
dass Isphagula Husk als Mediator wirkt.
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Ohne
einen Mediator für
die verstärkte
Kommunikation mit dem Innenraum der Zelle können Nährstoffe nicht in einer vergleichsweise wirksamen
Weise zugeführt
werden. Dies kann eine Erklärung
dafür sein,
warum in Gegenwart eines Gemisches, das eine Aminosäure und
ein Rehydratisierungsmittel ohne Isphagula Husk umfasst, nur eine
mäßige positive
Wirkung (vergl. die nachstehenden Ausführungen) auf das Wachstum einer
Zellkultur gegeben ist.
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Das
Mittel, das eine Kombination aus einem Rehydratisierungsmittel mit
einem Gehalt an Isphagula Husk und ein Gemisch mit einem Gehalt
an Aminosäuren
umfasst, wird zur Behandlung von Diarrhoe unter sämtlichen
Nachkommen von Wiederkäuern,
sofern diese monogastrisch sind, und zur Behandlung von nicht-infektiöser Diarrhoe
und Diarrhoe, die durch Rota- und
Corona-Viren bei sämtlichen übrigen Tieren
mit einem Magen, einschließlich
des Menschen, verwendet.
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Nachstehend
werden die vorerwähnten
Befunde ausführlich
dargelegt.
-
Die
Zellproliferation in einem üblichen
Zellkulturmedium wurde in Gegenwart und Abwesenheit von Isphagula
Husk geprüft.
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Als übliches
Zellkulturmedium wurde gemäß Dulbecco
modifiziertes Eagle-Medium (DMEM) mit oder ohne Glutamin gemäß den nachstehenden
Angaben verwendet.
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Es
wurden zwei Lösungen
hergestellt:
Zellkultur-Kit I enthielt DMEM mit Glutamin, 10
% fötalem
Kälberserum,
100 IU/ml Penicillin und 100 IU/ml Streptomycin.
Zellkultur-Kit
II enthielt DMEM mit Glutamin, 10 % fötalem Kälberserum, 100 IU/ml Penicillin
und 100 IU/ml Streptomycin plus 20 % Isphagula Husk.
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Die
verwendeten Zellen wurden aus humaner Vorhaut, die von der chirurgischen
Abteilung des Academic Medical Centre, Amsterdam, erhalten worden
war, bereitgestellt. Die Epidermis wurde entfernt und die dermale
Schicht wurde in feine Stücke
aufgeschnitten und in 0,25 % Dispase/0,25 % Collagenase 2 Stunden bei
37 °C inkubiert.
Sodann wurde die Suspension durch eine Infusionskammer filtriert.
Die Zellen wurden zentrifugiert und in Kulturmedium resuspendiert.
Die Fibroblastenkulturen wurden bei 37 °C in Luft mit einem Gehalt an
5 % CO2 gehalten.
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Pro
Lösung
wurden drei Kulturschalen vorbereitet. Fibroblasten wurden in einer
Dichte von 103 Zellen pro cm2 überimpft.
Zur quantitativen Bestimmung des Zellwachstums wurde die Anzahl
an Zellen durch Messung der Lactat-dehyrogenase (LDH)-Aktivität gemäß Matsuda
et al. (automatisierter Probensammler, Cobas Fara, Hoffman LaRoche
Ltd., Basel, Schweiz) an den Tagen 0, 1, 3, 7 und 14 bestimmt und
in willkürlichen Einheiten
(a. u.) angegeben. Tabelle 1 zeigt die Rohdaten der LDH-Ergebnisse.
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Tabelle
1 In den Lösungen
I und II gemessene LDH-Konzentrationen
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Die
Unterschiede zwischen I und II bezüglich der LDH-Aktivität zeigen,
dass die Zugabe von Isphagula Husk das Zellwachstum verstärkt.
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Die
Zellproliferation in einem üblichen
Zellkulturmedium wurde auch in Gegenwart von Rehydratisierungsmitteln
unterschiedlicher Zusammensetzungen geprüft.
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Fünf Lösungen,
III, IV, V, VI und VII, wurden vorbereitet (sämtliche Prozentangaben beziehen
sich auf das Gewicht).
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Das
Zellkultur-Kit III enthielt:
20 % DMEM mit Glutamin, 100 IU/ml
Penicillin und 100 IU/ml Streptomycin;
60 % Rehydratisierungsmittel
Nr. 1 (vergl. die nachstehende Tabelle bezüglich der Zusammensetzung);
20
% Protibel.
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Das
Zellkultur-Kit IV enthielt:
20 % DMEM ohne Glutamin, 100 IU/ml
Penicillin und 100 IU/ml Streptomycin;
80 % Rehydratisierungsmittel
Nr. 1.
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Das
Zellkultur-Kit V enthielt:
20 % DMEM ohne Glutamin, 100 IU/ml
Penicillin und 100 IU/ml Streptomycin;
80 % eines üblichen
WHO-Rehydratisierungsmittels (29,8 g Glucose, 1,9 g KCl, 2,1 g NaHCO3, 0,6 g NaCl/Liter).
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Das
Zellkultur-Kit VI enthielt:
20 % DMEM ohne Glutamin, 100 IU/ml
Penicillin und 100 IU/ml Streptomycin;
80 % eines hypertonischen
Rehydratisierungsmittels (90 g Glucose, 1,9 g KCl, 2,1 g NaHCO3, 0,6 g NaCl/Liter).
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Das
Zellkultur-Kit VII enthielt:
20 % DMEM mit Glutamin, 100 IU/ml
Penicillin und 100 IU/ml Streptomycin;
60 % Rehydratisierungsmittel
Nr. 1, jedoch ohne Isphagula Husk;
20 % Protibel.
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Zusammensetzung
von Rehydratisierungsmittel Nr. 1
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Zusammensetzung
von Protibel ("Milchhefe") (Die
Daten sind den analytischen Angaben des Herstellers entnommen, Protibel
D100P, Bel Industries.)
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Die
verwendeten Zellen wurden aus humaner Vorhaut, die von der chirurgischen
Abteilung des Academic Medical Centre, Amsterdam, erhalten worden
war, bereitgestellt. Die Epidermis wurde entfernt und die dermale
Schicht wurde in feine Stücke
aufgeschnitten und in 0,25 % Dispase/0,25 % Collagenase 2 Stunden bei
37 °C inkubiert.
Sodann wurde die Suspension durch eine Infusionskammer filtriert.
Die Zellen wurden zentrifugiert und in Kulturmedium resuspendiert.
Die Fibroblastenkulturen wurden bei 37 °C in Luft mit einem Gehalt an
5 % CO2 gehalten.
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Pro
Lösung
wurden drei Kulturschalen vorbereitet. Fibroblasten wurden in einer
Dichte von 103 Zellen pro cm2 überimpft.
Zur quantitativen Bestimmung des Zellwachstums wurde die Anzahl
an Zellen durch Messung der Lactat-dehyrogenase (LDH)-Aktivität gemäß Matsuda
et al. (automatisierter Probensammler, Cobas Fara, Hoffman LaRoche
Ltd., Basel, Schweiz) an den Tagen 0, 1, 3, 7 und 14 bestimmt und
in willkürlichen Einheiten
(a. u.) angegeben. Tabelle 2 zeigt die Rohdaten der LDH-Ergebnisse.
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In
Tabelle 2 sind die Rohdaten aufgeführt.
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Tabelle
2 Für die
Lösungen
III, IV, V, VI und VII gemessene LDH-Konzentrationen
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1 ist eine graphische Darstellung der
Ergebnisse. Die Ergebnisse von Beispiel 1 sind ebenfalls in 1 aufgenommen. Der Unterschied zwischen
den Ergebnissen ist statistisch signifikant (p<0,05) mit Ausnahme der Ergebnisse für die Lösungen II
und VII.
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Bei
einem Vergleich der in 1 dargestellten
experimentellen Ergebnisse zeigt sich die positive Wirkung der Lösung III,
die eine Kombination aus einem Rehydratisierungsmittel mit einem
Gehalt an Isphagula Husk und einem Gemisch mit einem Gehalt an Aminosäuren umfasst,
auf die LDH-Konzentration. Die positive Wirkung ist bei einem Vergleich
der LDH-Konzentration der Lösungen
IV und V, die beide das Rehydratisierungsmittel mit einem Gehalt
an Isphagula Husk, jedoch nicht das Gemisch mit einem Gehalt an
Aminosäuren enthalten,
mit der LDH-Konzentration
der Lösung
VII, die eine Kombination aus dem Gemisch mit einem Gehalt an Aminosäuren und
einem Rehydratisierungsmittel ohne Isphagula Husk umfasst, ersichtlich.
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Ferner
ist durch einen Vergleich der in 1 dargestellten
experimentellen Ergebnisse die positive Wirkung der Lösung II,
die eine Kombination eines üblichen
Zellkultur-Kits mit einem Gehalt an fötalem Kälberserum und Isphagula Husk
umfasst, auf die LDH-Konzentration ersichtlich. Die positive Wirkung
ergibt sich durch einen Vergleich der LDH-Konzentration von Lösung I,
die das übliche
Zellkultur-Kit mit einem Gehalt an fötalem Kälberserum, jedoch ohne Isphagula
Husk umfasst.
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Beispiel 1
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Die
erfindungsgemäße Zubereitung
kann beispielsweise aus folgenden Bestandteilen bestehen:
| Dextrose-monohydrat | 38,10
% |
| Psyllium-Pulver
(Isphagula Husk) | 27,16
% |
| Kaliumchlorid,
KCl | 3,30
% |
| Natriumhydrogencarbonat | 7,08
% |
| Natriumchlorid,
NaCl | 4,85
% |
| Trinatriumcitrat-dihydrat | 3,45
% |
| Nicotinamid | 0,87
% |
| Milchhefegemisch
mit einem hohen Anteil | |
| an
Proteinen, B-Vitaminen und Ascorbinsäure, | |
| einschließlich Glutamin | 10,66
% |
| Geschmacksmittel
(süßer Pfirsich) | 0,30
% |
| Siliciumdioxid | 0,20
% |
| Weizenmehl | 2,43
% |
| FD & C RED #40 | |
| (Lebensmittelfarbstoff) | 0,03
% |
| Magnesiumhydroxid,
MgOH2 | 1,07
% |
| alpha-Tocopherol
(natürliches | |
| Vitamin
E) 60 % | 0,50
% |
| Gesamt | 100,00
% |
-
Die
angegebenen Prozentwerte beziehen sich auf das Gewicht.
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Die
einzelnen Bestandteile sind alle als trockene Pulver erhältlich und
werden mechanisch vermischt. Die erfindungsgemäße Zubereitung kann nicht in
trockener Form verabreicht werden, sondern muss in Wasser suspendiert
und als Lösung
oder Suspension verabreicht werden, wie es in EP-0 160 015 (durch
Verweis zum Gegenstand der Beschreibung gemacht) beschrieben wird.
Durch Vermischen von 75 g der Zubereitung mit 1 Liter Wasser erhält man eine
Suspension oder eine Lösung
der Zubereitung, die sich für
Verabreichung an Kälber
eignet.