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DE60304262T2 - Verfahren zum Kalkulieren von Assoziations- und Dissoziationskonstanten mit einem Polymerchip zum Auffinden von ionischen Polymeren - Google Patents

Verfahren zum Kalkulieren von Assoziations- und Dissoziationskonstanten mit einem Polymerchip zum Auffinden von ionischen Polymeren Download PDF

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DE60304262T2
DE60304262T2 DE2003604262 DE60304262T DE60304262T2 DE 60304262 T2 DE60304262 T2 DE 60304262T2 DE 2003604262 DE2003604262 DE 2003604262 DE 60304262 T DE60304262 T DE 60304262T DE 60304262 T2 DE60304262 T2 DE 60304262T2
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
dna
protein
probe
association
double
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired - Lifetime
Application number
DE2003604262
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English (en)
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DE60304262T8 (de
DE60304262D1 (de
Inventor
Yokohama City University Yoshifumi Yokohama-shi Nishimura
Hitachi Software Eng. Co. Ltd. Hiroshi Murai
Hitachi Software Eng. Co. Ltd. Motonao Nakao
Hitachi Software Eng. Co. Ltd. Toshiki Morita
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Hitachi Software Engineering Co Ltd
Original Assignee
Hitachi Software Engineering Co Ltd
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Hitachi Software Engineering Co Ltd filed Critical Hitachi Software Engineering Co Ltd
Application granted granted Critical
Publication of DE60304262D1 publication Critical patent/DE60304262D1/de
Publication of DE60304262T2 publication Critical patent/DE60304262T2/de
Publication of DE60304262T8 publication Critical patent/DE60304262T8/de
Active legal-status Critical Current

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C40COMBINATORIAL TECHNOLOGY
    • C40BCOMBINATORIAL CHEMISTRY; LIBRARIES, e.g. CHEMICAL LIBRARIES
    • C40B30/00Methods of screening libraries
    • C40B30/04Methods of screening libraries by measuring the ability to specifically bind a target molecule, e.g. antibody-antigen binding, receptor-ligand binding

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  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Molecular Biology (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Measuring Or Testing Involving Enzymes Or Micro-Organisms (AREA)
  • Investigating Or Analysing Materials By Optical Means (AREA)

Description

  • Hintergrund der Erfindung
  • 1. Technisches Gebiet
  • Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Berechnen der Assoziationskonstanten und der Dissoziationskonstanten zwischen einer Sonde und einem Protein, ein Verfahren zum Untersuchen der Funktionalität von Proteinen unter Verwendung des Berechnungsverfahrens und ein Verfahren zum Identifizieren von Proteinen unter Verwendung des Berechnungsverfahrens. Insbesondere bezieht sich die Erfindung auf ein Verfahren zum Untersuchen der Funktionalität von Proteinen, indem die DNA-bindende Eigenschaft der Proteine berechnet wird, und auf ein Verfahren zum Identifizieren der Proteine.
  • 2. Stand der Technik
  • Es wird erwartet, dass ein Untersuchen der Funktionalität von DNA und Proteinen oder ihr Identifizieren Werkzeuge für die Entwicklung von Arzneimitteln oder für medizinische Untersuchungen verfügbar machen würden. Insbesondere von DNA-bindenden Proteinen wird angenommen, dass sie zu den wichtigen Substanzen gehören, welche die Expression von Genfunktionen steuern oder abstimmen, und die Klärung ihrer DNA-bindenden Eigenschaften ist eine wichtige Aufgabe.
  • Eine DNA ist ein Polymer, das aus einer Sequenz aus vier Arten von Basen gebildet wird, und zwei DNAs können über ihre Sequenzen spezifisch aneinander binden. Da die Nukleinsäuren von beiden derartigen DNAs negativ geladen sind, wird eine Hybridisierung in einem hoch ionischen Lösungsmittel durchgeführt. Herkömmliche Biochips nutzen diesen Vorteil, um eine Proben-DNA nachzuweisen, indem eine Sonden-DNA auf einem Substrat immobilisiert wird.
  • Allerdings kann beispielsweise ein DNA-bindendes Protein nicht durch einen herkömmlichen Biochip identifiziert werden. Dies liegt daran, dass ein Protein als eine Probe spezifisch an eine Sonden-DNA auf einem Biochip durch ihren komplementären DNA-Teil adsorbiert werden kann, und das Protein kann auch unspezifisch an die Sonden-DNA adsorbiert werden, obwohl nicht angenommen wird, dass dies passiert, angesichts der DNA. Aufgrund derartiger spezifischer und unspezifischer Adsorptionen, die offensichtlich an der Sonden-DNA auftreten, ist es nahezu unmöglich gewesen, Probenproteine unter Verwendung eines herkömmlichen Biochips zu identifizieren.
  • Folglich gibt es einen Bedarf, einen Chip zu entwickeln, der spezifisch an ionische Polymere binden kann, wie etwa Proteine und/oder DNA, und an einer Technik, ionische Polymere unter Verwendung dieses Chips präzise zu identifizieren.
  • Es gibt auch eine Erwartung, dass das Untersuchen der Wechselwirkungen zwischen ionischen Polymeren in einem lebenden Organismus zu der Entwicklung neuer Arzneimittel und medizinischer Untersuchungen beitragen würde. Insbesondere wird die Aufmerksamkeit auf die Assoziationskonstante (KA) und die Dissoziationskonstante (KD) als wichtige Indikatoren der Wechselwirkungen zwischen ionischen Polymeren konzentriert. Die Assoziationskonstante (KA) und die Dissoziationskonstante (KD) sind zueinander reziprok: KA = 1/KD
  • Herkömmlicherweise werden die Assoziationskonstante und die Dissoziationskonstante zwischen ionischen Polymeren auf der Grundlage einer Bindungskurve oder Dissoziationskurve berechnet, die durch Überwachen der Adsorption einer Substanz unter Verwendung einer Vorrichtung zum Messen der Stärke der Bindung zwischen ionischen Polymeren, wie etwa einer Vorrichtung zum Messen einer Oberflächenplasmonresonanz (siehe beispielsweise die japanische Offenlegungsschrift (Kohyo) Nr. 7-507865), erhalten wird.
  • Bei einem Beispiel einer Oberflächenplasmonresonanzmessvorrichtung wird ein Ligand auf einer Sensoroberfläche immobilisiert, und es wird eine Probe, die eine Substanz enthält, die an dem Liganden wirkt, über ein Mikrokanalsystem zugegeben. Winzige Massenänderungen, die auf die Assoziation oder Dissoziation von Molekülen an oder von der Sensoroberfläche zurückzuführen sind, werden dann in Echtzeit anhand von Änderungen eines Oberflächenplasmonresonanzsignals dargestellt. Diese Technik ist beim Untersuchen der Wechselwirkung zwischen Biomolekülen oder der Korrelation zwischen Struktur und Funktion wirk sam. Die Oberflächenplasmonresonanz wird in einer Vielzahl von Bereichen angewendet, einschließlich der Grundlagenforschung, der Konstruktion von Proteinen (Proteinengineering) und dem Screening neuer Arzneimittel. Spezifische Beispiele, bei denen die Oberflächenplasmonresonanz genutzt wird, schließen die Forschung an dem Mechanismus von Aids oder der Krebsentwicklung, der immunologischen Antwort, Signaltransduktion, den Wegen, auf denen Rezeptoren und Liganden aneinanderbinden, und dem Mechanismus der Genexpressionskontrolle ein (siehe beispielsweise Chong L et al. A human telomeric protein. Science 1995 Dec 8; 270 (5242): 1663-7).
  • Um allerdings die Dissoziationskonstante zwischen einem DNA-bindenden Protein und einer Reihe von doppelsträngigen DNAs zu bestimmen, ist es nötig, einen speziellen Sensorchip für jede zu messende doppelsträngige DNA herzustellen. Normalerweise werden ungefähr 4 bis 6 Stunden benötigt, um einen Sensorchip herzustellen, einschließlich der Zeit für die Vorverarbeitung. Folglich ist es nahezu unmöglich gewesen, die Dissoziationskonstante in einer Reihe von Proben mit doppelsträngiger DNA in kurzer Zeit zu bestimmen.
  • WO 02/18648 offenbart ein Verfahren zur Analyse von Bindungswechselwirkungen, bei denen ein Protein an einen Nukleinsäurechip gebunden wird. Es werden Fluoreszenzwerte gegen die höchste Fluoreszenzintensität auf einem Fleck für die spezielle Messung normalisiert. Selektive Waschschritte, um die Spezifität der Bindung zu steigern, werden nicht offenbart.
  • US 6,355,428 offenbart ein Verfahren zum Bestimmen der relativen Bindungsaffinität zwischen DNA, die auf einem Chip immobilisiert ist, und DNA-bindenden Proteinen, wobei das zweite ionische Polymer markiert ist. Auch hier werden selektive Waschschritte zum Steigern der Spezifität nicht offenbart.
  • Umgekehrt mach das Verfahren, das einen Chip zum Identifizieren eines ionischen Polymers verwendet, es möglich, das Vorhandensein oder Fehlen einer Bindung zwischen doppelsträngiger DNA und DNA-bindenden Proteinen oder die relativen Bindungsstärken für eine große Anzahl an Proteinen gleichzeitig zu bestimmen. Das Verfahren ist allerdings nicht in der Lage, die Assoziations- und Dissoziationskonstanten, die absolute Werte darstellen, zu berechnen.
  • Folglich besteht ein Bedarf daran, eine Technik zu entwickeln, die in der Lage ist, die Assoziations- und Dissoziationskonstanten einer Vielzahl von ionischen Polymeren mit doppelsträngiger DNA auf einfache und schnelle Weise zu berechnen.
  • Kurzfassung der Erfindung
  • Die Erfindung wurde gemacht, nachdem erkannt worden war, dass die Berechnung von groben Werten für Assoziations- und Dissoziationskonstanten von vielen Arten von doppelsträngigen DNA-Proben, was gewöhnlich viel Zeit in Anspruch nahm, in kurzer Zeit durch Verwendung eines spezifischen Chips zum Identifizieren von Proteinen durchgeführt werden kann. Der zuvor erwähnte Bedarf wird durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1 gelöst.
  • Es wird ein Verfahren zum Berechnen einer Assoziationskonstanten und einer Dissoziationskonstanten offenbart, wobei dieses Verfahren keinen Teil der Erfindung darstellt, das Folgendes umfasst:
    einen ersten Schritt zum Herstellen eines Polymerchips zum Identifizieren eines ionischen Polymers, wobei der Polymerchip ein Substrat umfasst, auf welchem ein erstes ionisches Polymer immobilisiert ist, wobei ein zweites ionisches Polymer komplementär an das erste ionische Polymer gebunden ist, um eine Sonde zu bilden;
    einen zweiten Schritt, bei dem ein drittes ionisches Polymer als eine Probe veranlasst wird, spezifisch an die Sonde zu binden, und bei dem die relative Assoziationsstärke zwischen der Sonde, welche die ersten und zweiten ionischen Polymere umfasst, und dem dritten ionischen Polymer gemessen wird;
    einen dritten Schritt zum Berechnen einer präzisen Assoziationskonstante und Dissoziationskonstante zwischen der Sonde, welche die ersten und zweiten ionischen Polymere umfasst, und dem dritten ionischen Polymer unter Verwendung eines Verfahrens zum Messen der Assoziationsstärke zwischen ionischen Polymeren; und
    einen vierten Schritt zum Berechnen der Assoziations- und Dissoziationskonstanten zwischen der Sonde, bei der die ersten und zweiten ionischen Polymere komplementär gebunden sind, und dem dritten ionischen Polymer unter Verwendung einer Korrelation zwischen der relati ven Assoziationsstärke zwischen ionischen Polymeren, die in dem zweiten Schritt erhalten wurde, und den präzisen Assoziations- und Dissoziationskonstanten zwischen ionischen Polymeren, die im dritten Schritt erhalten wurden.
  • Ebenfalls offenbart wird ein Verfahren zum Berechnen einer Assoziationskonstante und einer Dissoziationskonstante, wobei dieses Verfahren keinen Teil der Erfindung darstellt, das Folgende umfasst:
    Einen ersten Schritt zum Herstellens eines Polymerchips zum Identifizieren ionischer Polymere, wobei der Chip ein Substrat umfasst, auf dem ein erstes ionisches Polymer immobilisiert ist, wobei ein zweites ionisches Polymer, das markiert ist, veranlasst wird, komplementär an das erste ionische Polymer in einem ionischen Lösungsmittel zu binden, um eine Sonde zu bilden, die dann getrocknet wird;
    einen zweiten Schritt, bei dem ein drittes ionisches Polymer als eine Probe veranlasst wird, an der Sonde adsorbiert zu werden, der Chip dann mit einem ionischen Lösungsmittel gewaschen wird, um das dritte ionische Polymer, das unspezifisch gebunden ist, zu entfernen, der Chip weiter mit einem nicht-ionischen Lösungsmittel gewaschen wird, um das zweite markierte ionische Polymer zu entfernen, außer in dem Fall, in dem das dritte ionische Polymer spezifisch gebunden ist, und die verbleibende Menge an Markierung abgelesen wird;
    einen dritten Schritt zum Berechnen einer präzisen Assoziations- und Dissoziationskonstanten zwischen der Sonde, die aus den ersten und zweiten ionischen Polymeren gebildet ist, und dem dritten ionischen Polymer unter Verwendung eines Verfahrens zum Messen der Assoziationsstärke zwischen ionischen Polymeren; und
    einen vierten Schritt zum Herstellen einer analytischen Kurve auf der Grundlage einer Korrelation zwischen der relativen Assoziationsstärke zwischen ionischen Polymeren, die in dem zweiten Schritt erhalten wurde, und den präzisen Assoziation- und Dissoziationskonstanten zwischen ionischen Polymeren, die in dem dritten Schritt erhalten wurden, um die Assoziationskonstante und Dissoziationskonstante zwischen der Sonde, bei der die ersten und zweiten ionischen Polymere komplementär gebunden sind, und dem dritten ionischen Polymer zu berechnen.
  • Vorzugsweise können die ersten bis dritten ionischen Polymere ausgewählt sein aus der Gruppe, bestehend aus Proteinen, Polyamimosäuren, DNA, RNA und synthetischen Polymeren.
  • Unter einem Aspekt macht die Erfindung eine Verfahren zum Berechnen von Assoziations- und Dissoziationskonstanten zwischen einer Sonde und einem Protein verfügbar, das Folgendes umfasst:
    einen ersten Schritt zum Herstellen eines DNA-Chips zum Identifizieren von Proteinen, wobei der DNA-Chip ein Substrat umfasst, auf welchem eine erste DNA immobilisiert ist, wobei eine zweite DNA, welche markiert ist, komplementär an die erste DNA in einem ionischen Lösungsmittel gebunden ist, um eine Sonde mit einer doppelsträngigen DNA zu bilden, wobei die Sonde dann getrocknet wird;
    einen zweiten Schritt, bei dem ein Protein als eine Probe veranlasst wird, an der Sonde zu adsorbieren, der DNA-Chip dann mit einem ionischen Lösungsmittel gewaschen wird, um Proteine, die unspezifisch gebunden sind, zu entfernen, und der DNA-Chip dann mit einem nicht-ionischen Lösungsmittel gewaschen wird, um die zweite markierte DNA zu entfernen, außer in dem Fall, in dem Proteine spezifisch gebunden sind, und die Menge an verbleibender Markierung abgelesen wird;
    einen dritten Schritt zum Berechnen präziser Assoziations- und Dissoziationskonstanten zwischen der Sonde mit einer doppelsträngigen DNA, die aus der ersten und zweiten DNA besteht, und dem Protein unter Verwendung eines Verfahrens zum Messen der Assoziationsstärke zwischen einer doppelsträngigen DNA und einem Protein, wie etwa durch Oberflächenplasmonresonanzverfahren und Gelshiftassays; und
    einen vierten Schritt zum Herstellen einer analytischen Kurve auf der Grundlage einer Korrelation zwischen der relativen Assoziationsstärke zwischen der doppelsträngigen DNA und dem Protein, die in dem zweiten Schritt erhalten wurde, und den präzisen Assoziations- und Dissoziationskonstanten zwischen der doppelsträngigen DNA und dem Protein, die in dem dritten Schritt erhalten wurden, um die Assoziations- und Dissoziationskonstanten zwischen der Sonde mit der doppelsträngigen DNA, in der die erste und zweite DNA komplementär gebunden ist, und dem Protein zu berechnen.
  • Beispiele des Verfahrens zum Messen der Assoziationsstärke zwischen einer doppelsträngigen DNA und einem Protein schließen ein Oberflächenplasmonresonanzverfahren und ein Gelshiftassay-Verfahren ein. Insbesondere das Oberflächenplasmonresonanzverfahren ist in Bezug auf Präzision und Durchführbarkeit überlegen, und es ist geeignet für das Verfahren zum Berechnen der Assoziations- und Dissoziationskonstanten gemäß der Erfindung.
  • Die Erfindung macht auch ein Verfahren zum Untersuchen der Funktionalität von Proteinen unter Verwendung des Verfahrens zum Berechnen von Assoziations- und Dissoziationskonstanten verfügbar, wie oben beschrieben, bei dem die Bindungseigenschaft zwischen der Sonde, in der die erste und zweite DNA komplementär gebunden ist, und dem Protein ausgewertet wird.
  • Kurze Beschreibung der Zeichnungen
  • 1 zeigt schematisch einen DNA-Chip zur Identifizierung von Proteinen als ein Beispiel des Polymerchips zum Identifizieren ionischer Polymere gemäß der Erfindung.
  • 2 zeigt ein Diagramm, welches das Verfahren zum Binden eines Proteins unter Verwendung des DNA-Chips zum Identifizieren von Proteinen nach 1 veranschaulicht.
  • 3 zeigt das Messprinzip unter Verwendung einer Oberflächenplasmonmessvorrichtung.
  • 4 zeigt ein Beispiel des Biochips.
  • 5 zeigt eine Abbildung nach DNA-Hybridisierung.
  • 6 ist ein Bild nach Zugabe von TRF-Protein und Waschen mit reinem Wasser.
  • 7 zeigt eine Tabelle, welche die Ergebnisse der Standardisierung eines quantisierten Bildes, das ausgewertet wurde, und die Dissoziationskonstanten, welche durch die Oberflächenplasmonmessvorrichtung gemessen wurden, zeigt.
  • 8 ist ein Graph (eine analytische Kurve), der eine Korrelation zwischen den Dissoziationskonstanten, die durch die Oberflächenplasmonmessvorrichtung gemessen wurden, und den Verhältnissen der Fluoreszenzintensitäten auf dem Biochip angibt.
  • Beschreibung der Erfindung
  • Das Material und die Gestalt des Substrats, das in der vorliegenden Erfindung verwendet werden, sind nicht besonders beschränkt, und die Materialien und Gestaltungen, die typischerweise für die Substrate von Biochips verwendet werden, können verwendet werden. Vorzugsweise wird das Material ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus Glas, Silikagel, Polystyrol, Polypropylen und einer Membran. Die Gestalt ist vorzugsweise entweder plattenartig oder körnchenartig.
  • Der Marker, mit dem die zweite DNA markiert wird, wird ausgewählt aus denen, die typischerweise im Bereich von Biochips verwendet werden. Insbesondere ist eine fluoreszierende Substanz unter dem Gesichtspunkt optischer Verfahren in einem Leseschritt zu bevorzugen.
  • In Fällen, bei denen die Sonde, bei der die markierte zweite DNA komplementär an die erste DNA gebunden ist, und das Protein als eine Probe die gleiche Ladung aufweisen, sollte ein viertes Probenpolymer mit einer entgegengesetzten ionischen Eigenschaft vorzugsweise zugegeben werden, damit sie fest immobilisiert werden können, gefolgt von einem Schritt, bei dem sie mit einem nicht-ionischen Lösungsmittel gewaschen werden.
  • In Bezug auf die erste und zweite DNA sollte die Anzahl an Basensequenzen in der DNA vorzugsweise zwischen 4 bis 13 für jedes Polymer betragen. Wenn die Anzahl an Basensequenzen in diesem Bereich liegt, wird die komplementäre Bindung der DNA, welche die erste und zweite DNA umfasst, gestärkt, und weiterhin wird die spezifische Bindung zwischen dem DNA-Chip, welcher diese Polymere umfasst, und den DNA-bindenden Proteinen als Proben auf der Grundlage ihrer chemischen und physikalischen Strukturen gestärkt. Als ein Ergebnis kann die Suche nach und die Identifizierung der Funktionalität der Probenproteine einfacher und präziser durchgeführt werde.
  • Das nicht-ionische Lösungsmittel, das in der Erfindung verwendet wird, ist nicht besonders beschränkt. Beispielsweise handelt es sich um eine Mischung aus einer oder mehreren Arten von Substanzen, die aus der Gruppe ausgewählt sind, die aus reinem Wasser, Alkohol, Aceton und Hexan besteht. Das ionische Lösungsmittel ist ebenfalls nicht besonders beschränkt. Es kann ein wässriges Lösungsmittel aus Natriumchlorid oder Kaliumchlorid sein.
  • Biopolymere, wie etwa DNA und Proteine (Polyaminosäuren und Polypeptide), weisen eine Ladung auf, die im Fall von DNA aufgrund der Phosphatgruppe negativ ist, und im Fall von Proteinen in Abhängigkeit von der Art der Aminosäuren entweder positiv oder negativ ist. Der Doppelstrang von DNA weist normalerweise ein negatives Ion auf und ist deshalb abstoßend, so dass er in reinem Wasser nicht hybridisiert. Allerdings kann er über Wasserstoffbrückenbindung in einem System hybridisieren, in dem ein positives Ion vorhanden ist, da beispielsweise ein Na+-Ion mit der Phosphorgruppe von DNA chelatiert. Proteine mit einer positiven Ladung binden an DANN, die eine negative Ladung im Bereich der Ladung aufweist.
  • Indem der Biochip mit einem Lösungsmittel mit verschiedenen Ionenstärken gewaschen wird, bei denen die Biopolymere über ihre Ladungen gebunden sind, werden die Polymere mit derselben Ladung dissoziiert, wenn die Ionenstärke gering ist, während die Polymere mit entgegengesetzten Ladungen stark aneinander binden. Wenn die Ionenstärke hoch ist, können selbst Polymere mit derselben Ladung aneinander binden, während Polymere mit verschiedenen Ladungen ihre Assoziationsstärke verlieren und dissoziiert werden.
  • Indem auf diese Weise die Ionenstärke geändert wird, wird es möglich, verschiedene Polymere zu identifizieren und die Funktionalität der Polymere zu untersuchen.
  • Die DNA-bindenden Proteine, wie hier verwendet, beziehen sich auf Proteine, die eine Affinität zu DNA aufweisen und die spezifisch oder unspezifisch an Basensequenzen binden. Beispiele derartiger Proteine schließen folgende ein: Hauptsächlich 1) doppelsträngige DNA-bindende Proteine, welche die Genexpression steuern, indem sie Änderungen in der DNA-Struktur hervorrufen, 2) einzelsträngige DNA-bindende Proteine, die unverzichtbar sind für den Prozess der Verdopplung, Rekombination oder Reparatur von DNA, 3) Proteine, die an dem Erhalt der Strukturen höherer Ordnung von Chromosomen beteiligt sind, 4) ATP-abhängige DNAse und 5) Topoisomerasen, welche die DNA-Superhelixstruktur bilden. Viele von 1) sind Transkriptionsfaktoren, von denen etliche strukturelle Motive bekannt sind, wie etwa die Helix-Turn-Helix, die in dem Strukturen des λ-Phagen-Proteins Cro und von cAMP-Rezeptorproteinen gefunden wurde, der „Zinkfinger", bei dem Cystein und Histidin ein Zin kion chelatieren, und der „Leucinzipper", bei dem zwei Moleküle von Proteinen, die eine α-Helix mit Leucin umfassen, das an einer Seite angeordnet ist, wie ein Reißverschluss kombiniert werden. Die Proteine 2) werden als SSB (siegle-stranded DNA-binding Proteins, Einzelstrang-DNA-bindende Proteinen) bezeichnet, und sie werden in verschiedenen Lebensformen vom Bakteriophagen bis zu höheren Lebensformen gefunden. Die Proteine 3) werden durch die Histonproteine repräsentiert, die in den Chromosomen von Eukaryoten vorhanden sind, und sie bilden eine Nukleosomenstruktur. Es ist bekannt, dass ähnliche HU-Proteine binden, um eine Nukleosomen-artige Struktur auch in Bakterien zu bilden. Die Proteine 4) schließen eine Helikase ein, welche eine DNA-Replikatikon (beispielsweise DnaB-Proteine), Rekombination (RecA- und RecBC-Proteine) und das Aufwinden von doppelsträngiger DNA fördern. Weiterhin können in der vorliegenden Erfindung nicht nur die oben erwähnten Proteine verwendet werden, denen eine DNA-bindende Eigenschaft zueigen ist, sondern auch Proteine, denen eine DNA-bindende Eigenschaft durch physikalische oder chemische Behandlungen verliehen worden ist.
  • Folglich können in der vorliegenden Erfindung die oben erwähnten verschiedenen DNA-bindenden Proteine verwendet werden. Die Erfindung schließt Fälle ein, bei denen nicht nur eine Art von DNA-bindenden Proteinen, sondern zwei oder mehrere Arten von DNA-bindenden Proteinen verwendet werden.
  • DNA-bindende Proteine weisen charakteristischerweise eine positive Ladung an der DNA-bindenden Domaine auf und binden an DNA oder RNA mit negativen Ladungen entweder spezifisch oder unspezifisch. Die doppelsträngige DNA, an welche diese DNA-bindenden Proteine gebunden sind, weist eine zunehmende Assoziationsstärke mit abnehmender Ionenstärke auf.
  • 1 zeigt einen DNA-Chip zum Identifizieren von Proteinen als ein Beispiel des Polymerchips zum Identifizieren ionischer Polymere gemäß der Erfindung. Eine erste DNA 2 mit einer Basensequenz GCTA wird auf einem Substrat 2 immobilisiert. Wenn eine zweite DNA 3, die mit einer fluoreszierenden Substanz markiert ist und eine Basensequenz CGAT aufweist, zu einem ionischen Lösungsmittel in Gegenwart der ersten DNA 2 gegeben wird, binden sie komplementär aneinander und bilden einen Doppelstrang. Wenn eine zweite DNA 6, die mit derselben fluoreszierenden Substanz markiert ist und eine Basensequenz GGTT aufweist, zu einer anderen DNA 5 mit einer Basensequenz CCAA gegeben wird, binden sie auf ähnliche Weise komplementär aneinander und bilden einen Doppelstrang. Wenn ein Protein 4, das nicht identifiziert worden ist, zu dem DNA-Chip gegeben wird, bindet das Protein 4 an den Doppelstrang mit der komplementären Bindung von DNA 2 und DNA 3. Allerdings bindet das Protein 4 nicht an den Doppelstrang der komplementären Bindung von DNA 5 und DNA 6. Derartige Phänomene können durch ein Fluoreszenzintensitätsmessinstrument gemessen und dann analysiert werden, um das Protein zu identifizieren.
  • 2 zeigt ein Diagramm, welches das Verfahren zum Identifizieren eines Proteins unter Verwendung des in 1 gezeigten DNA-Chips zum Identifizieren von Proteinen veranschaulicht. Zunächst wird ein DNA-Chip hergestellt, welcher ein Substant 1 umfasst, auf welchem DNA 2 und DNA 5 immobilisiert sind (a). Dann werden DNA 3 und DNA 6, die mit einer fluoreszierenden Substanz markiert sind, veranlasst, komplementär an den DNA-Chip in Gegenwart eines ionischen Lösungsmitttels zu binden (b). Nach Entfernen des ionischen Lösungsmittels werden nicht identifizierte Proteinen 4 zugegeben. Die Proteine 4 binden spezifisch an die Doppelstränge der DNAs 2 und 3, wie sie sollten, und sie binden auch unspezifisch an die Doppelstränge der DNAs 5 und 6, obwohl sie dies nicht sollten (c). Folglich wird der DNA-Chip mit einem ionischen Lösungsmittel gewaschen, um die unspezifisch gebundenen Proteine zu entfernen (d). Der DNA-Chip wird weiter mit einem nicht-ionischen Lösungsmittel gewaschen, um die DNA 6, die mit einer fluoreszierenden Substanz markiert ist, zu entfernen (e). Die verbleibende Fluoreszenz wird dann abgelesen, und das Protein wird auf der Grundlage des Ableseergebnisse identifiziert (f).
  • 3 zeigt das Prinzip der Messung, die durch eine Oberflächenplasmonresonanzmessvorrichtung, verfügbar von Biacore, durchgeführt wurde. An dem Boden eines Prismas wird ein Golddünnfilm mit einer Dicke von bis zu 50 nm gebildet, und die Grenzfläche wird mit polarisiertem Licht einer Wellenlänge von 760 nm bestrahlt. Dieses Vorgehen erzeugt eine Energiewelle, die als eine evaneszente Welle bezeichnet wird, auf dem Dünnfilm. Da diese evaneszente Welle zur Resonanz einer freien Elektronenwelle oder eine Plasmonwelle auf der Golddünnschicht verwendet wird, wird bei einem bestimmten Winkel des reflektierten Lichts ein Energieverlust beobachtet. Wenn die Intensität des reflektierten Lichts mit einer Photodiodenanordnung (Photodioden-Array) gemessen wird, ist ein optisches Tal zu erkennen, wie in I angegeben. Bei diesen optischen Phänomenen handelt es sich um die Oberflächenplasmonresonanz, bei der der Winkelverlust in Abhängigkeit von Änderungen der Konzentration des Lösungsmittels auf der Goldfilmoberfläche variiert.
  • In dem Fall beispielsweise, in dem eine Lösung mit einem DNA-bindenden Protein zugesetzt wird, nachdem der doppelsträngige DNA-Chip auf dem Dünnfilm immobilisiert worden ist, nimmt die Masse der Oberfläche des doppelsträngigen DNA-Chips, die als ein Sensor wirkt, aufgrund der spezifischen Bindungsreaktion auf der Oberfläche zu. Als Ergebnis verschiebt sich der Winkel, bei dem das optische Tal auftritt, von I zu II. Diese Verschiebung wird dargestellt, nachdem sie in eine chronologische Bindungskurve, die als ein „Sensorgramm" bezeichnet wird, umgewandelt wurde.
  • Im Folgenden wird ein spezifisches Verfahren zum Berechnen der Assoziationskonstanten und Dissoziationskonstanten von Proteinen beschrieben werden. Zunächst wird eine synthetisierte oligo-DNA auf ein Substrat getupft, und es wird eine komplementäre oligo-DNA mit einem markierten Terminus hybridisiert, wodurch ein doppelsträngiger DNA-Chip hergestellt wird. Eine Substanz, deren Assoziationskonstante gemessen werden soll, wird zu dem doppelsträngigen DNA-Chip als eine Probe gegeben. Wenn der DNA-Chip mit reinem Wasser gewaschen wird, wird die komplementäre DNA dissoziiert, falls die Probe nicht an die doppelsträngige DNA gebunden worden ist. Schließlich kann durch Ablesen der Fluoreszenz auf dem Chip bestimmt werden, in welchem Ausmaß die zu messende Probe an die doppelsträngige DNA gebunden worden ist. Andererseits werden die Werte der Dissoziationskonstanten KD für drei oder mehrere Arten von Proben auf dem Chip unter Verwendung einer Ausrüstung zur Oberflächenplasmonmessung bestimmt, und es wird eine analytische Kurve hergestellt. Da eine Korrelation beobachtet werden kann zwischen dem Verhältnis der Fluoreszenzintensitäten auf dem Chip und den Werten für die Dissoziationskonstante KD im Hinblick auf eine Bindung an die doppelsträngige DANN, können die Werte für die Dissoziationskonstante KD aus dem Verhältnis der Fluoreszenzintensität unter Verwendung der analytischen Kurve bestimmt werden.
  • Beispiel
  • In dem folgenden Beispiel wurde das Protein von TRF1, das bereits identifiziert worden ist, als eine Probe verwendet. TRF1 wird in dem oben erwähnten Dokument 1, das keine Patentanmeldung und kein Patent ist, eingeführt (Chong L et al. A human telomeric protein. Science 1995 Dec 8; 270(5242): 1663-7).
  • Ein Biochip wurde hergestellt, wie folgt:
    Vier Arten von Sonden-DNA, die auf einem Chip immobilisiert werden sollen, wurden verfügbar gemacht und ihre entsprechenden 5'-Termini wurden biotinyliert. Sie wurden dann an 6 Stellen eines mit Avidin beschichteten Objektträgers für jede Art von Probe unter Verwendung von SPBIO (verfügbar von Hitachi Software Engineering Co., Ltd.) aufgetupft. In dem vorliegenden Beispiel wurden 4 Arten von Sonden-DNA verwendet, so dass 24 Flecken hergestellt wurden. Die Sequenzen der auf dem Chip immobilisierten Sonden-DNA waren 5'-GTTAGGGTTAGGG-3, 5'-GTTAAGGTCAGGG-3, 5'-GTTAAGGTTAGGG-3 und 5'-GTTAGGGCTAGGG-3. Im Folgenden werden sie als eine AGTT-Sonde, eine AATC-Sonde, eine AATT-Sonde und eine AGCT-Sonde bezeichnet. Die Konzentration der aufgetupften Sonden-DNA wurde mit reinem Wasser auf 1 mM eingestellt. Ein Beispiel eines auf diese Weise betupften Biochips wird in 4 gezeigt.
  • Eine DNA-Probe mit einer Sequenz 3'-CAAYYCCRRTCCC-5' (Y = C oder T, R = A oder G) wurde als die DNA-Probe zur Hybridisierung synthetisiert, welche die komplementären Stränge für alle 4 Arten enthält. Der 5'-Terminus wurde mit einem Fluoreszenzfarbstoff Cy5 markiert.
  • Dann wurde eine 5 × SSC-Lösung hergestellt, welche die Proben-DNA in einer Konzentration von 100 nM enthielt, und 10 μl der Lösung wurden auf den vorbereiteten Biochip gegeben, um eine Hybridisierung für 30 Minuten in einer feuchten Umgebung, um ein Austrocknen zu vermeiden, zu bewirken.
  • Nach der Hybridisierung wurde der Chip mit 1 × SSC gewaschen, getrocknet und dann unter Verwendung eines Fluoreszenzscanners CRBIO2 (verfügbar von Hitachi Software Engineering Co., Ltd.) abgelesen.
  • Ein Beispiel eines Bildes, das abgelesen worden ist, wird in 5 gezeigt. In 5 geben verdunkelte Flecken die Stellen an, an denen die Cy5-markierte Probe vorhanden ist. Folglich kann die Bildung einer doppelsträngigen DNA bestätigt werden.
  • Danach wurde eine Probenlösung mit TRF1-Protein, hergestellt mit 5 mM KPB (Phosphorsäure) und 30 mM NaCl in einer Konzentration von TRF1-Protein von 110 μM, zu dem hybridisierten Biochip gegeben, und es wurde eine Hybridisierung für 10 Minuten durchgeführt.
  • Dann wurde der Chip mit 0,2 × SSC bei 40°C drei Minuten lang gewaschen, um unspezifisch adsorbierte Proteinen zu entfernen. Der Chip wurde weiterhin mit reinem Wasser bei 40°C gewaschen, um die Dissoziation der Cy5-markierten Proben-DNA zu erleichtern. Schließlich wurde der Chip unter Verwendung eines CRBIO2 abgelesen. 6 zeigt ein Bild, das nach dem Weiterverarbeiten des Zustands in 5 abgelesen wurde.
  • Die doppelsträngige DNA, die mit TRF1 hybridisiert wurde, dissoziiert selbst in reinem Wasser nicht. Folglich kann geschlussfolgert werden, dass der in 6 gezeigte Unterschied in der Fluoreszenzintensität zwischen den vier Arten von Sonden dem Unterschied in der Assoziationsstärke zwischen dem TRF1-Protein und dem doppelsträngigen DNA-Chip entspricht.
  • Die Fluoreszenzintensitäten an den Stellen der Flecken in dem Bild von 6 wurden quantifiziert, und es wurde ein Mittelwert aus durchschnittlich 6 Flecken erhalten (T). Die Fluoreszenzintensitäten an den Stellen mit den Flecken in dem Bild von 5 wurden quantifiziert, und es wurde ein Mittelwert aus 6 Flecken erhalten (H). Folglich kann ein standardisiertes Verhältnis der Fluoreszenzintensität (T/H) erhalten werden. 7 zeigt eine Tabelle der Verhältnisse der Fluoreszenzintensitäten für die einzelnen Sondensequenzen.
  • Eine präzise Dissoziationskonstante zwischen jeder der vier Arten von doppelsträngiger DNA und TRF1 wurde unter Verwendung einer Oberflächenplasmonresonanzmessvorrichtung Biacore (R) X, verfügbar von Biacore, untersucht. Die Einzelheiten des Verfahrens sind wie folgt:
    200 μl von jeder der vier Arten von Sonden (mit biotinylierten 5'-Termini), die auf dem Chip immobilisiert waren, wurden in einer Konzentration von 30 μM hergestellt. Andererseits wurden 20 μl einer hybridisierten DNA-Probe, die nicht mit Cy5-markiert war, in einer Konzentration von 30 μM hergestellt. Die DNA-Hybridisierungsprobe wurde dann mit jeder der Sonden, die auf dem Chip immobilisiert waren, gemischt und dann bei 95°C für 10 Minuten denaturiert. Die Temperatur wurde dann langsam auf Raumtemperatur zurückkehren gelassen, wodurch vier Arten von doppelsträngigen DNA-Sonden hergestellt wurden.
  • Die oben beschriebenen doppelsträngigen DNA-Sonden wurden dann an einem mit Avidin beschichten Chip unter Verwendung der Oberflächenplasmonresonanzmessvorrichtung immobilisiert. Die Avidinbeschichtung war Sensorchip SA, verfügbar von Biacore. Der Immobilisierungspuffer setzte 10 mM HEPES pH 7,4 + 3 M EDTA + 150 mM NaCl ein. Das Flussvolumen während der Immobilisierung betrug 5 μl/min.
  • Das TRF1-Protein wurde veranlasst, auf dem immobilisierten Chip in fünf verschiedenen Konzentrationen von 10 nM, 25 nM, 50 nM, 75 nM und 100 nM zu fließen. Die Menge an gebundenem TRF1 wurde unter Verwendung der Oberflächenplasmonresonanzmessvorrichtung überwacht, um eine Assoziationskurve und eine Dissoziationskurve herzustellen, auf deren Grundlage die Dissoziationskonstante (KD-Wert) berechnet wurde. Der Kopplungspuffer setzte 10 mM HEPES pH 7,4 + 3 M EDTA + 50 mM NaCl ein, und das Flussvolumen betrug 20 μl/min. Die präzisen Dissoziationskonstanten der vier Arten von Sonden werden in der Tabelle von 7 gezeigt.
  • Eine Korrelation kann zwischen denen auf diese Weise gemessenen präzisen Dissoziationskonstanten (KD) und den Verhältnissen der Fluoreszenzintensitäten (T/H), die von dem Chip erhalten wurden, beobachtet werden. Demgemäß wurde eine analytische Kurve erstellt, indem die Dissoziationskonstanten von mindestens drei Arten von doppelsträngiger DNA gemessen wurden. 8 zeigt eine analytische Kurve, die auf der Grundlage der Sonden AGTT, AATC und AATT hergestellt wurde. In 8 gibt die vertikale Achse die Dissoziationskonstante (KD-Wert) an, während die horizontale Achse das Verhältnis der Fluoreszenzintensität (T/H) angibt.
  • Falls die Dissoziationskonstanten von anderen Arten von doppelstängiger DNA bestimmt werden sollen, kann die Fluoreszenzintensität von dem fraglichen Flecken auf dem Biochip abgelesen werden und mit der analytischen Kurve verglichen werden, um eine grobe Dissoziationskonstante zu berechnen. Beispielsweise beträgt die Fluoreszenzintensität der AGCT-Sonde 0,437, wie in 7 gezeigt, so dass auf der Grundlage der analytischen Kurve von 8 angenommen werden kann, dass die Dissoziationskonstante grob in der letzteren Hälfte von 10–8 liegt. Bei einer Messung unter Verwendung der Oberflächenplasmonresonanzmessvorrichtung betrug die präzise Dissoziationskonstante (KD-Wert) 8,17 × 10–8, wie in 7 gezeigt. Folglich kann beobachtet werden, dass unter Verwendung der in 8 gezeigten analytischen Kurve Schätzungen vorgenommen werden können.
  • Folglich können in Übereinstimmung mit der Erfindung bei einer Mutation an einer doppelsträngigen DNA, an welche ein ionisches Polymer, wie etwa ein Protein bindet, die Assoziationskonstante (KA-Wert) und die Dissoziationskonstante (KD-Wert), die Indikatoren der Struktur und Funktion der Mutation sind, umfangreich und wirksam abgeschätzt werden. Insbesondere ermöglicht die Erfindung, grobe Assoziations- und Dissoziationskonstanten in einer Reihe von Mutanten zu bestimmen, bei denen eine einzelne Basensubstitution, wie etwa SNP, stattgefunden hat, auf eine einfache und schnelle Weise. Folglich kann die Erfindung Werkzeuge zur Arzneimittelentwicklung und/oder zu medizinischen Untersuchungen verfügbar machen.

Claims (4)

  1. Verfahren zum Berechnen von Assoziations- und Dissoziationskonstanten zwischen einer Sonde und einem Protein, umfassend: einen ersten Schritt der Herstellung eines DNA-Chip zum Identifizieren von Proteinen, wobei der DNA-Chip ein Substrat umfaßt, auf dem eine erste DNA immobilisiert ist, wobei eine zweite DNA, die markiert ist, an die erste DNA in einem ionischen Lösungsmittel komplementär gebunden ist, um eine Sonde mit einer doppelsträngigen DNA zu bilden, wobei die Sonde dann getrocknet wird; einen zweiten Schritt, bei dem ein Protein als eine Probe dazu gebracht wird, auf der Sonde zu adsorbieren, einen dritten Schritt der Berechnung von genauen Assoziations- und Dissoziationskonstanten zwischen der Sonde mit einer doppelsträngigen DNA, bestehend aus der ersten und zweiten DNA, und dem Protein, unter Verwendung eines Verfahrens zum Messen der Assoziationsstärke zwischen einer doppelsträngigen DNA und einem Protein, wie etwa Oberflächenplasmonresonanzverfahren und Gel-Shift-Assays, und einen vierten Schritt der Herstellung einer analytischen Kurve, basierend auf einer Korrelation zwischen der relativen Assoziationsstärke zwischen der doppelsträngigen DNA und dem Protein, erhalten in dem zweiten Schritt, und den genauen Assoziations- und Dissoziationskonstanten zwischen der doppelsträngigen DNA und dem Protein, erhalten in dem dritten Schritt, um die Assoziations- und Dissoziationskonstanten zwischen der Sonde mit der doppelsträngigen DNA, in der die erste und zweite DNA komplementär gebunden sind, und dem Protein zu berechnen, dadurch gekennzeichnet, daß in dem zweiten Schritt, nachdem ein Protein als eine Probe dazu gebracht wird, auf der Sonde zu adsorbieren, der DNA-Chip dann mit einem ionischen Lösungsmittel gewaschen wird, um Proteine zu entfernen, die nicht-spezifisch gebunden sind, und daß der DNA-Chip dann mit einem nicht-ionischen Lösungsmittel gewaschen wird, um die zweite markierte DNA zu entfernen, außer da, wo Proteine spezifisch gebunden sind, und daß die Menge an verbleibender Markierung abgelesen wird.
  2. Verfahren zum Berechnen von Assoziations- und Dissoziationskonstanten nach Anspruch 1, wobei das Verfahren zum Messen der Assoziationsstärke zwischen einer doppelsträngigen DNA und einem Protein ein Oberflächenplasmonverfahren oder ein Gel-Shift-Assay-Verfahren ist.
  3. Verfahren zum Untersuchen der Funktionalität von Proteinen unter Verwendung des Verfahrens zum Berechnen von Assoziations- und Dissoziationskonstanten nach einem der Ansprüche 1-2, wobei die Bindungseigenschaft zwischen der Sonde, in der die erste und zweite DNA komplementär gebunden sind, und dem Protein bewertet wird.
  4. Verfahren zum Identifizieren von Proteinen unter Verwendung des Verfahrens zum Berechnen von Assoziations- und Dissoziationskonstanten nach einem der Ansprüche 1-2, wobei die Bindungseigenschaft zwischen der Sonde, in der die erste und zweite DNA komplementär gebunden sind, und dem Protein bewertet wird.
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