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Gebiet der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein verbessertes transdermales
Verabreichungssystem für
Rotigotin. Weiterhin bezieht sich die Erfindung auf eine Behandlungsmethode
unter Verwendung des transdermalen Verabreichungssystems.
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Technischer Hintergrund
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Bis
dato wurden verschiedene transdermale Verabreichungssysteme (TDS)
für Rotigotin
beschrieben. WO 94/07468 offenbart ein TDS, welches Rotigotin-Hydrochlorid
als aktive Substanz in einer Zweiphasenmatrix enthält, wobei
die kontinuierliche Phase im wesentlichen aus einem hydrophoben
Polymermaterial aufgebaut ist, die eine disperse hydrophile Phase
enthält,
die hauptsächlich
den Wirkstoff und hydratisiertes Silika enthält. Es wird aber gesagt, dass
das Silika die maximale Beladung des TDS mit dem hydrophilen Salz
erhöht.
Weiterhin enthält
die Formulierung gemäß WO 94/07468
gewöhnlich
zusätzlich
hydrophobe Lösungsmittel,
permeationsfördernde
Substanzen, Dispersionsmittel und insbesondere einen Emulgator,
welcher erforderlich ist, um die wässrige Lösung der aktiven Komponente
in der lipophilen Polymerphase zu emulgieren. Ein TDS, welches unter
Verwendung eines solchen Systems hergestellt wurde, wurde in gesunden
Personen und Parkinson-Patienten getestet. Jedoch wurden keine zufriedenstellenden
Wirkstoffplasmaspiegel erreicht.
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In
WO 99/49852 wurden zahlreiche weitere TDS beschrieben. Das TDS,
welches in dieser Patentanmeldung verwendet wird, umfasst eine Unterschicht,
welche inert gegenüber
den Bestandteilen der Matrix ist, eine selbstklebende Matrixschicht
mit einer wirksamen Menge an Rotigotin-Hydrochlorid oder Rotigotin, die eine
bedeutende Menge an Rotigotin-Hydrochlorid
(> 5% w/w) enthält, und
einen Schutzfilm, welcher vor Benutzung zu entfernen ist.
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Das
Matrixsystem besteht aus einem nicht-wässrigen Polymer-Klebesystem, welches
auf Acrylat oder Silikon mit einer Löslichkeit von Rotigotin von
mindestens 5% w/w basiert. Die genannte Matrix wurde beschrieben
als im Wesentlichen frei von organischen Silikatpartikeln. Jedoch
lässt auch
das in WO 99/49852 beschriebene TDS Wünsche in Bezug auf die erhaltene
Flussrate des Wirkstoffs durch die menschliche Haut offen.
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In
dem TDS gemäß WO 94/07468
und vielen verwandten Anmeldungen wurden passive Diffusionsmembranen
verwendet.
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Da
jedoch die Haut als eine sehr effiziente Barriere für die meisten
Wirkstoffkandidaten betrachtet werden muss, sind solche Arten von
membrankontrollierten Systemen in der Praxis mehr oder weniger auf
eine transdermale Verabreichung von aktiven Substanzen beschränkt, die
eine sehr hohe Hautpermeabilität
aufweisen. Zusätzlich
müssen spezielle
Erfordernisse an die Wirkstofffreisetzungskinetiken erfüllt werden,
wie Kontaktabgabe über mehrere
Tage.
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Ein
Ziel der vorliegenden Erfindung ist die Kontrolle (insbesondere
die Kanalisierung/Manövrierung)
des Transports von Rotigotin zu und durch die Haut aus einem Wirkstoffreservoir,
wodurch der Fluss an Rotigotin durch die TDS/Hautgrenzfläche verbessert
wird.
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Ein
weiteres Ziel und ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung
ist die Bereitstellung einer geeigneten Zusammensetzung und Herstellungsmethoden
von Polymermatrizes in TDS, welche zu einer verbesserten Abgabe
von Rotigotin an und durch die Haut führen durch
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Verhinderung der Rückdiffusion
des Anteils an Wirkstoff, welcher auf Grund seines pKa-Wertes in
der Haut ionisiert vorliegt – vom
Hautgewebe in das TDS,
- (ii) Anbieten einer kontinuierlichen Abgabe der aktiven Verbindung
durch das Stratum Corneum, nicht nur mittels der gewöhnlich lipophileren
Route (z.B. interzellulär),
sondern auch durch hydrophile Poren (z.B. eccrine Schweißdrüsen).
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Zusammenfassung der Erfindung
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Diese
Ziele werden durch Bereitstellung eines TDS erreicht, umfassend
eine Unterschicht, welche inert gegenüber den Komponenten der Matrix
ist, eine selbstklebende Matrix enthaltend Rotigotin und eine/ein
Schutzfolie oder -blatt, welche(s) vor der Verwendung entfernt wird,
dadurch
gekennzeichnet, dass
die selbstklebende Matrix aus einem festen
oder semi-festen semi-permeablen
Polymer besteht,
- (i) worin Rotigotin in Form
der freien Base inkorporiert wurde,
- (ii) welche mit Rotigotin gesättigt ist und Rotigotin als
eine Vielzahl von Mikroreservoirs innerhalb der Matrix enthält,
- (iii) welche hochdurchlässig
für die
freie Base von Rotigotin ist,
- (iv) welche undurchlässig
für die
protonierte Form von Rotigotin ist,
- (v) worin der maximale Durchmesser der Mikroreservoirs kleiner
als die Dicke der Matrix ist.
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Kurze Beschreibung der
Abbildungen
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1 zeigt
den Effekt der Protonierung von Rotigotin in der semi-permeablen Matrix
auf die Wirkstoffabsorption.
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2 zeigt
die Auswirkungen der Größenverteilung
der Mikroreservoirs in der semi-permeablen Matrix auf die Wirkstoffabsorption.
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3 zeigt
den Effekt, der durch Verringerung der Menge an protonierter Rotigotinform
in der semi-permeablen Matrix und der Verringerung der Größe der Mikroreservoirs
auf die Wirkstoffabsorption erzielt wird.
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4 zeigt
ein mikroskopisches Bild von einem herkömmlichen TDS.
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5 zeigt
ein mikroskopisches Bild des erfindungsgemäßen TDS.
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6 zeigt
den Effekt, der durch Verringerung der Menge an protonierter Rotigotinform
in der semi-permeablen Matrix und Verringerung der Größe der Mikroreservoirs
auf die in vitro Hautpermeation des Wirkstoffs erzielt wird.
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7 zeigt
einen Vergleich der in vitro Hautpermeation von Rotigotin im erfindungsgemäßen TDS
und Acrylat-basiertem TDS.
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Beschreibung der Erfindung
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Die
vorliegenden Erfindung stellt ein TDS zur Verfügung, welches eine hohe ständige Flussrate
an Rotigotin durch die TDS/Haut-Grenzfläche ermöglicht.
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Es
wurde überraschenderweise
gefunden, dass die Wirkstofffreisetzungseigenschaften eines TDS,
welches eine Klebematrix vom Silikontyp besitzt und Rotigotin enthält, deutlich
verbessert werden kann durch
- (i) Minimierung
der Menge an Rotigotin, die in der protonierten Form (Salzform)
vorliegt;
- (ii) Inkorporierung von Rotigotin in einer Vielzahl von Mikroreservoirs
in der selbstklebenden Matrix, bestehend aus einem festen oder semi-festen semi-permeablen
Polymer.
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Die
Auswirkung der oben beschriebenen Maßnahmen auf die Wirkstofffreisetzungscharakteristika
von Rotigotin in vivo ist in den 1, 2 und 3 dargestellt.
Die relative Wirkstoffabsorption in vivo war für die erfindungsgemäße Probe
am höchsten.
Die Zunahme der Größe der Mikroreservoirs
und/oder der Menge an Wirkstoffsalzresten in dem TDS führte zu
einer langsameren initialen Wirkstofffreisetzung.
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Basierend
auf den oben dargestellten Ergebnissen wurde die vorliegende Erfindung
vervollständigt.
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Wenn
das erfindungsgemäße TDS verwendet
wird, kann ein hoher Transfer an Rotigotin von der Silikonmatrix
in die äußerste Hautschicht
erzielt werden. Folglich sind die Plasmawerte an Rotigotin ausreichend,
um eine begründete
Erwartung zu haben, dass eine effiziente Behandlung mit weniger
Nebenwirkungen bereitgestellt werden kann.
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Der
Wirkstoff, der in dem erfindungsgemäßen TDS enthalten ist, ist
5,6,7,8-Tetrahydro-6-[propyl-[2-(2-thienyl)ethyl]amino]-1-naphthalenol
(INN: Rotigotin). Rotigotin ist ein Dopamin-D2-Rezeptorantagonist,
welcher z.B. zur Behandlung der Parkinson-Krankheit nützlich ist.
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Im
Kontext dieser Anmeldung ist der Begriff „Behandlung" so zu verstehen,
dass damit eine Behandlung oder eine Linderung der Symptome gemeint
ist. Die Behandlung kann therapeutischer oder prophylaktischer Natur
sein.
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Einem
Fachmann ist bekannt, dass Rotigotin in verschiedenen isomeren Formen
vorliegt. Es ist so zu verstehen, dass jedes einzelne Isomer oder
eine Mischung aus verschiedenen Isomeren in dem erfindungsgemäßen TDS
verwendet werden kann. Daher kann das S- oder R-Enantiomer oder
das Racemat oder jede andere Enantiomer-Mischung von Rotigotin verwendet
werden.
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Wenigstens
ein Teil des Rotigotins ist in einer Vielzahl von Mikroreservoirs
enthalten, die in der selbstklebenden Matrix des erfindungsgemäßen TDS
verteilt sind. Dies schließt
nicht aus und beinhaltet normalerweise auch, dass bestimmte Fraktionen an
Rotigotin im festen oder semi-festen semi-permeablen Polymer der
Matrix in ihrer Sättigungskonzentration
gelöst
sind.
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In
dieser Beschreibung sollen „Mikroreservoirs" als eigene, räumlich und
funktionell getrennte Kompartimente, bestehend aus reinem Wirkstoff oder
einer Mischung aus Wirkstoff und Kristallisationsinhibitor, welche
in einer selbstklebenden (Polymer-)Matrix dispergiert sind, verstanden
werden. Die selbstklebende Matrix enthält bevorzugt 103 bis
109 Mikroreservoire pro cm2 ihrer
Oberfläche,
insbesondere bevorzugt sind 106 bis 109 Mikroreservoire pro cm2.
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Rotigotin
ist in der selbstklebenden Matrix in seiner freien Basenform inkorporiert.
Das schließt
die Gegenwart von etwas restlicher Salzform von Rotigotin im endgültigen TDS
nicht vollständig
aus. Jedoch sollte Rotigotin in der Salzform in der selbstklebenden
Matrix des endgültigen
TDS in einer Menge von bevorzugt weniger als 5%, stärker bevorzugt
weniger als 2%, besonders bevorzugt weniger als 1% (G/G) enthalten
sein.
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Wenn
Rotigotin in der selbstklebenden Matrix in seiner protonierten (Salz-)Form
zugegen ist, wird es nicht durch die selbstklebende Matrix freigegeben.
Daher kann die Menge an Rotigotin in der Salzform bestimmt werden
durch das Durchführen eines
Wirkstoffsauflösungstests
gemäß der „Paddle over
Disk"-Methode wie
in der United States Pharmacopeia (United States Pharmacopeia/New
Formulary (USP25/NF20), Kapitel 724 „Drug Release", United States Pharmacopeia
Convention, Inc., Rockville, MD 20852, USA (2002)) beschrieben,
unter Verwendung der folgenden Bedingungen: Auflösungsmedium: 900 ml Phosphatpuffer
pH 4,5; Temperatur eingestellt auf 32 ± 0,5°C; Rührschaufelrotiergeschwindigkeit:
50 U/min; Probenahmezeiten: 0,5, 1, 2 bzw. 3 Stunden. Die Zunahme
an der eluierten Rotigotin-Konzentration
kann verwendet werden, um die Menge an nicht protoniertem Rotigotin
in der Matrix zu berechnen.
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Die
Menge an Rotigotin in der Salzform kann durch z.B. Verringerung
des Wassergehaltes der Masse, die den Wirkstoff und das (die) organische(n) Lösungsmittel
enthält,
reduziert werden. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung wird der Wassergehalt während der Herstellung auf vorzugsweise
weniger als 0,4% (G/G), mehr bevorzugt weniger als 0,1 der Masse
reduziert.
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Ein
weiterer Schritt, der unternommen werden kann, um die Menge an Rotigotin
in der Salzform zu verringern, ist die Isolierung von Rotigotin
in Form der freien Base in fester Form vor der Herstellung des TDS.
Wenn die freie Base von Rotigotin während der Herstellung des TDS
durch Neutralisierung eines Säureadditionssalzes
in vitro hergestellt wird, wird ein bestimmter Rest an Wirkstoff
in ionisierter Form in der Polymermatrix (gewöhnlich > 5% (G/G) und bis ca. 10%) zurückbleiben.
Daher ist grundsätzlich
die in vitro Herstellung der freien Basenform zur Durchführung der
vorliegenden Erfindung nicht geeignet.
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Der
maximale Durchmesser der Mikroreservoirs ist kleiner als die Dicke
der Matrix, bevorzugt beträgt
er bis zu 70% der Dicke der Matrix, insbesondere 5-60% der Dicke
der Matrix. Für
eine exemplarische Dicke der Matrix von 50 μm entspricht dies einem maximalen
Durchmesser der Mikroreservoirs von einem Bereich von bevorzugt
bis zu 35 μm.
Der Begriff „maximaler
Durchmesser" ist
zu verstehen als der größte Durchmesser
der Mikroreservoirs in einer Dimension (x-, y- oder z-Dimension).
Für den
Fachmann ist es klar, dass im Falle von kugelförmigen Durchmessern der maximale
Durchmesser dem Durchmesser des Mikroreservoirs entspricht. In dem Fall
jedoch, in dem die Mikroreservoirs nicht in der Form von Kugeln
vorliegen – d.h.
bei anderen geometrischen Formen – können die x-, y- und z-Dimensionen
sehr stark variieren.
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Da
der maximale Durchmesser der Mikroreservoirs in der Richtung des
Querschnitts der Matrix, insbesondere zwischen der Freisetzungsoberfläche und
der Unterschicht geringer ist als die Dicke der Matrix, wird ein
direkter Kontakt zwischen der Haut und den basischen Mikroreservoirs,
die Rotigotin enthalten, vermieden, wenn nicht sogar ganz verhindert. In
Folge des leicht sauren pHs der Haut, führt direkter Kontakt zwischen
der Haut und den Mikroreservoirs in der Matrix zur Protonierung
von Rotigotin, wodurch sich die Semi-Permeabilität der Matrix verschlechtert.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung liegt der mittlere Durchmesser der Mikroreservoirs,
welche Rotigotin enthalten und die in der Matrix verteilt sind,
im Bereich von 1 bis 40%, noch mehr bevorzugt 1 bis 20% der Dicke
der wirkstoffbeladenen selbstklebenden Matrix. Bei einer exemplarischen
Dicke der Matrix von 50 μm
entspricht dies einem mittleren Durchmesser der Mikroreservoirs
im Bereich von bevorzugt 0,5 bis 20 μm. Der Begriff „mittlerer
Durchmesser" ist
definiert als der mittlere wert der x-, y-, z-Durchschnittsdurchmesser
aller Mikroreservoirs. Die Zielpartikelgröße kann durch den Gehalt an
Feststoff und die Viskosität
der wirkstoffenthaltenden Beschichtungsmasse eingestellt werden.
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Die
maximalen und mittleren Durchmesser der Mikroreservoirs sowie die
Anzahl der Mikroreservoirs pro Fläche der selbstklebenden Matrix
kann wie folgt bestimmt werden: Der Abziehfilm wird vom TDS entfernt
und die freie Haftoberfläche
mit einem Lichtmikroskop untersucht (Leika Mikroskop Typ DM/RBE,
ausgestattet mit einer Kamera vom Typ Basler A 113C). Die Messung
wird mittels Analyse mit einfallendem polarisierten Licht unter
Verwendung eines Mikroskops mit einer 200-fachen Vergrößerung durchgeführt. Eine
Bildanalyse wird unter Verwendung der Software Nikon Lucia_Di, Version 4.21,
durchgeführt
und resultiert in mittleren und maximalen Durchmessern für jede Probe.
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Das
TDS der vorliegenden Erfindung ist vom „Matrix-Typ". In einem solchen
TDS vom Matrix-Typ ist der Wirkstoff in einer Polymerschicht dispergiert. TDS
vom Matrix-Typ umfassen in ihrer einfachsten Version eine Ein-Phasen-(Monoschicht)-Matrix.
Sie bestehen aus einer Unterschicht, einer selbstklebenden Matrix
mit dem Wirkstoff und eine/ein Schutzfolie oder – blatt, welche(s) vor der
Verwendung entfernt wird.
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Kompliziertere
Versionen umfassen Multischicht-Matrizes, wobei der Wirkstoff in
einer oder mehr nicht-klebenden Polymerschichten enthalten sein
kann. Das TDS der vorliegenden Erfindung ist bevorzugt ein Ein-Phasen-(Monoschicht)-Matrix-System.
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Das
feste oder semi-feste semi-permeable Polymer der selbstklebenden
Matrix muss den folgenden Anforderungen genügen:
- 1.
Ausreichende Löslichkeit
und Permeabilität
der freien Basenform von Rotigotin.
- 2. Undurchlässigkeit
der protonierten Rotigotin-Form.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ist die selbstklebende Matrix frei von Partikeln,
welche Salze von Rotigotin auf der TDS/Haut-Grenzfläche absorbieren
können.
Beispiele für
Partikel, die Rotigotin an der TDS/Haut-Grenzfläche absorbieren können, beinhalten
Silika. Solche Partikel, die Salze von Rotigotin absorbieren können, können Diffusionsbarrieren
für die
freie Basenform des Wirkstoffs darstellen und können in der Bildung von Kanälen resultieren,
die eine Permeabilität
der selbstklebenden Matrix für
die protonierte Form von Rotigotin induzieren. Solche Ausführungen
sind daher nicht vorteilhaft für
die Durchführung
der Erfindung.
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Die
selbstklebende Matrix des TDS der vorliegenden Erfindung besteht
aus einem festen oder semi-festen semi-permeablen Polymer. Gewöhnlich wird
dieses Polymer ein druckempfindliches Haftmittel (PSA) oder eine
Mischung solcher Haftmittel sein. Das (die) druckempfindliche(n)
Haftmittel bildet/bilden eine Matrix, in der der Wirkstoff und die
anderen Komponenten des TDS inkorporiert sind.
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Das
Haftmittel, welches in der vorliegenden Erfindung verwendet wird,
soll bevorzugt ein pharmazeutisch akzeptables sein, in dem Sinne,
dass es biokompatibel, nicht sensibilisierend und nicht irritierend
gegenüber
der Haut ist. Besonders vorteilhafte Haftmittel zur Verwendung in
der vorliegenden Erfindung sollten weiterhin die folgenden Anforderungen erfüllen:
- 1. Gleichbleibende Haftmittel und Co-Haftmitteleigenschaften
in Gegenwart von Feuchtigkeit oder Transpiration unter normalen
Temperaturschwankungen,
- 2. Gute Kompatibilität
mit Rotigotin sowie mit weiteren Hilfsstoffen, die in der Formulierung
verwendet werden.
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Obwohl
verschiedene Typen von auf Druck empfindlich reagierenden Haftmitteln
in der vorliegenden Erfindung verwendet werden können, ist die Verwendung von
lipophilen Haftmitteln bevorzugt, welche sowohl eine niedrige Wirkstoff-
als auch eine niedrige Wasserabsorptionskapazität haben. Haftmittel, die Löslichkeitsparameter
besitzen, die geringer als die von Rotigotin sind, sind besonders
bevorzugt. Solche bevorzugten, druckempfindlichen Kleber zur Verwendung
in TDS der vorliegenden Erfindung sind druckempfindliche Silikonkleber.
Besonders bevorzugte druckempfindliche Kleber zur Verwendung in
TDS gemäß der Erfindung
sind von der Art, dass sie ein lösliches
polykondensiertes Polydimethylsiloxan(PDMS)/Harznetzwerk bilden,
wobei die Hydroxygruppen mit z.B. Trimethylsilyl(TMS)-Gruppen gecapped
sind. Bevorzugte Haftmittel dieser Art sind BIO-PSA druckempfindliche
Silikonkleber hergestellt von Dow Corning, insbesondere Q7-4201
und Q7-4301-Qualitäten.
Jedoch können
auch andere Silikonkleber verwendet werden.
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In
einem weiteren und besonders bevorzugten Aspekt werden zwei oder
mehr Silikonkleber als Hauptkleberkomponenten verwendet. Es kann
vorteilhaft sein, wenn eine solche Mischung aus Silikonklebern eine
Mischung aus stark klebenden, druckempfindlichen Klebern umfassend
Polysiloxan mit einem Harz und mittelstark klebenden, druckempfindlichen
Silikonklebern umfassend Polysiloxan mit einem Harz, enthält.
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Die
Klebrigkeit wurde als die Eigenschaft definiert, die dem Haftmittel
ermöglicht,
eine Bindung zur Oberfläche
von anderen Materialien durch kurzen Kontakt unter leichtem Druck
auszubilden (s. z.B. „Pressure
Sensitive Tack of Adhesives Using an Inverted Probe Machine", ASTM D2979-71 (1982);
H.F. Hammond in D. Satas „Handbook
of Pressure Sensitive Adhesive Technology" (1989), zweite Ausgabe, Kapitel 4,
van Nostrand Reinhold, New York, Seite 38).
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Die
mittlere Klebrigkeit eines druckempfindlichen Silikonhaftklebers
zeigt an, dass die unmittelbare Bindung an die Oberfläche eines
Materials schwächer
ist, als im Vergleich zu Silikonklebern mit hoher Klebrigkeit. Das
mittlere Verhältnis
von Harz/Polymer für
Haftmittel mit mittlerer Klebrigkeit ist ungefähr 60/40, wohingegen es für Haftmittel
mit hoher Klebrigkeit 55/45 ist. Einem Fachmann ist bekannt, dass sowohl
die Klebeband- als auch die rheologischen Eigenschaften signifikant
durch das Verhältnis Harz/Polymer
beeinflusst werden (K.L. Ulman und R.P. Sweet „The Correlation of Tape Properties
and Rheology" (1998),
Informationsbroschüre,
Dow Corning Corporation, USA).
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Eine
solche Mischung, die einen druckempfindlichen Silikonkleber mit
hoher und mittlerer Klebrigkeit umfasst, der Polysiloxan mit einem
Harz umfasst, ist vorteilhaft, da sie ein optimales Gleichgewicht
zwischen guter Adhäsion
und geringem kalten Fluss liefert. Ein übermäßiger kalter Fluss kann in
einem zu weichen Pflaster resultieren, welches leicht an der Verpackung
oder an den Kleidungsstücken des
Patienten kleben bleibt. Darüber
hinaus scheint eine solche Mischung ganz besonders nützlich zu sein,
um höhere
Plasmaspiegel zu erhalten. Eine Mischung aus dem zuvor genannten
Q7-4201 (mittlere Klebrigkeit) und Q7-4301 (hohe Klebrigkeit) erwies sich
als besonders nützlich
als Matrix für
die TDS gemäß der vorliegenden
Erfindung.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
beinhaltet das TDS weiterhin einen Kristallisationsinhibitor. Verschiedene
Tenside oder amphiphile Substanzen können als Kristallisationsinhibitoren verwendet
werden. Sie sollten pharmazeutisch akzeptabel und für die Verwendung
in Medikamenten geprüft
sein. Ein besonders bevorzugtes Beispiel für einen solchen Kristallisationsinhibitor
ist lösliches
Polyvinylpyrrolidon, welches kommerziell erhältlich ist z.B. unter dem Handelsname
Kollidon® (Bayer
AG). Andere geeignete Kristallisationsinhibitoren beinhalten Copolymere
von Polyvinylpyrrolidon und Vinylacetat, Polyethylenglycol, Polypropylenglycol,
Glycerol und Fettsäureester
von Glycerol oder Copolymere von Ethylen und Vinylacetat.
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Die
Vorrichtung der vorliegenden Erfindung umfasst weiterhin eine Unterschicht,
welche inert gegenüber
den Komponenten der Matrix ist. Die Unterschicht ist ein Film, welcher
undurchlässig
für die Wirkstoffe
ist. Solch ein Film kann aus Polyester, Polyamid, Polyethylen, Polypropylen,
Polyurethan, Polyvinylchlorid oder einer Kombination aus den zuvor genannten
Materialien bestehen. Diese Filme können gegebenenfalls mit einem
Aluminiumfilm oder einem Aluminiumdampf beschichtet sein. Die Dicke der
Unterschicht kann zwischen 10 und 100 μm, bevorzugt zwischen 15 und
40 μm sein.
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Das
TDS der vorliegenden Erfindung umfasst weiterhin eine/ein Schutzfolie
oder -blatt, welche(s) unmittelbar vor der Verwendung entfernt wird, insbesondere
unmittelbar bevor das TDS mit der Haut in Kontakt gebracht wird.
Die/das Schutzfolie oder -blatt kann aus Polyester, Polyethylen
oder Polypropylen bestehen, welche(s) gegebenenfalls mit Aluminiumfilm
oder Aluminiumdampf oder Fluorpolymeren beschichtet sein kann. Typischerweise
liegt die Dicke einer/eines Schutzfolie oder -blatts in den Bereichen
zwischen 50 und 150 μm.
Um das Entfernen der/des Schutzfolie oder -blatts zu ermöglichen, wenn
das TDS verwendet werden soll, kann die/das Schutzfolie oder – blatt
separate Schutzfolien oder – blätter enthalten,
welche überlappende
Enden haben, ähnlich
wie sie bei der Mehrzahl der konventionellen Pflaster verwendet
werden.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung hat das TDS eine Grundfläche von
5 bis 50 cm2, insbesondere von 10 bis 30 cm2. Es versteht sich von selber, dass z.B.
eine 20 cm2 große Vorrichtung pharmakologisch äquivalent ist
und gegen zwei 10 cm2 große Vorrichtungen
oder vier 5 cm2 große Vorrichtungen mit dem gleichen
Gehalt an Wirkstoff pro cm2 ausgetauscht
werden kann. Daher ist die Oberfläche wie hier angegeben so zu verstehen,
dass sie sich auf die gesamte Oberfläche aller Vorrichtungen bezieht,
die dem Patienten gleichzeitig verabreicht werden.
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Das
Bereitstellen und Anwenden einer oder mehrerer erfindungsgemäßen TDS
hat den pharmakologischen Vorteil gegenüber der oralen Therapie, dass
der behandelnde Arzt die optimale Dosis für den individuellen Patienten
relativ schnell und akkurat titrieren kann, z.B. einfach durch die
Erhöhung
der Anzahl oder der Größe der Vorrichtungen,
die dem Patienten gegeben werden. Daher kann die optimale individuelle
Dosis häufig
schon nach einer Zeitspanne von nur ca. 3 Wochen mit geringen Nebenwirkungen bestimmt
werden.
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Ein
bevorzugter Gehalt an Rotigotin in dem erfindungsgemäßen TDS
liegt in dem Bereich von 0,1 bis 20 mg/cm2.
Noch stärker
bevorzugt sind 0,20 bis 1,0 mg/cm2. Wenn
eine 7-Tage-Pflaster gewünscht
wird, dann sind grundsätzlich
höhere
Wirkstoffgehalte erforderlich.
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Die
Vorrichtung, die in der vorliegenden Erfindung verwendet wird, ist
bevorzugt ein Pflaster, welches zumindest im zentralen Teil, in
dem der Wirkstoff enthalten ist, eine kontinuierliche Klebematrix
enthält.
Jedoch werden transdermale Äquivalente zu
solchen Pflastern gleichermaßen
von der vorliegenden Erfindung umfasst, z.B. eine Ausführungsform,
in der der Wirkstoff in einer inerten, aber nicht-klebenden Matrix
im zentralen Teil der Vorrichtung enthalten ist und entlang der
Ränder
von einem Klebeteil umgeben ist. Das TDS gemäß der vorliegenden Erfindung
wird durch einen Herstellungsprozess hergestellt, welcher umfasst:
Herstellen eines Rotigotin-beladenen Haftmittels, Beschichten, Trocknen
oder Kühlen
und Laminieren, um das Rohprodukt zu erhalten, Umwandeln des Laminats
in Pflastereinheiten durch Schneiden, und Verpacken. Die Erfindung
und die beste Ausführungsform
der Erfindung wird anhand der folgenden, nicht limitierenden Beispiele
detaillierter beschrieben.
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Erfindungsbeispiel 1 (sehr
geringer Salzgehalt, kleine Mikroreservoirs)
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252,6
g Rotigotin als freie Base werden in 587,8 g Ethanol, 100% w/w gelöst und mit
222,2 g einer ethanolischen Lösung
enthaltend 25% w/w Polyvinylpyrrolidon (Kollidon F90), einer 0,11%
w/w wässrigen
Natriumbisulfitlösung
(10% w/w), 0,25% Ascorbylpalmitat und 0,62% DL-α-Tocopherol gemischt. Zu der homogenen
Mischung werden 1692,8 g BIO-PSA Q7-4301 (73% w/w), 1691,6 g BIO-PSA Q7-4201 (73%
w/w) und 416,3 g Petrolether hinzugegeben und alle Komponenten mindestens
eine Stunde gerührt,
um eine homogene Dispersion zu erhalten.
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Zur
Herstellung der Pflastermatrix wird die Dispersion auf einen geeigneten
Abziehfilm aufgebracht (z.B. Scotchpak 1022) und die Lösungsmittel in
einem Trockenofen bei Temperaturen von bis zu 80°C kontinuierlich entfernt, um
eine wirkstoffenthaltende Klebstoffmatrix von 50 g/m2 Beschichtungsgewicht
zu erhalten. Der getrocknete Matrixfilm wird mit einer Polyesterunterschichtsfolie
laminiert, die auf der Innenseite silikonisiert und auf der gegenüberliegenden
Seite mit Aluminiumdampf beschichtet ist. Die einzelnen Pflaster
werden aus dem Gesamtlaminat ausgestanzt und unter einem Stickstoffstrom
in Beuteln versiegelt.
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Das
Rotigotin, welches in der Matrix enthalten ist, wurde im Wirkstoff-Auflösungstest
gemäß der „Paddle
over Disk"-Methode
wie in USP beschrieben unter Verwendung der Bedingungen beschrieben, nach
3 Stunden freigesetzt. Dieses Ergebnis zeigt, dass das erhaltene
TDS vollständig
frei von Rotigotin-Hydrochlorid war.
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Die
mittlere Größe der Mikroreservoirs
des TDS betrug ungefähr
10 μm mit
typischen Größen im Bereich
von 5-35 μm.
Ein mikroskopisches Bild des erhaltenen TDS ist in 5 gezeigt.
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Vergleichsbeispiel 1 (hoher
Salzgehalt, kleine Mikroreservoirs)
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2400
g Rotigotin-Hydrochlorid wurden zu einer Lösung von 272,8 g NaOH in 3488
g Ethanol (96%) gegeben. Die resultierende Mischung wurde ungefähr 10 Minuten
gerührt.
Dann wurden 379,2 g Natriumphosphatpufferlösung (27,6 g Na2HPO4 × 2H2O) und 53,2 g Na2HPO4 × 2H2O in 298,5 g Wasser) hinzugegeben. Unlösliche oder
ausgefallene Feststoffe wurden von der Mischung durch Filtration abgetrennt.
Der Filter wurde mit 964 g Ethanol (96%) gespült, und so eine partikelfreie
ethanolische Lösung
von Rotigotin, im Wesentlichen in Form der freien Base, erhalten.
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Die
Rotigotin-Lösung
(6150 g) in Ethanol (30% w/w) wurde mit 407 g Ethanol (96%) gemischt. Die
resultierende Lösung
wurde mit 1738,8 g einer ethanolischen Lösung, enthalten 25 Gew.-% Polyvinylpyrrolidon
(Kollidon® 90
F), 0,11 Gew.-% einer wässrigen
Natriumbisulphatlösung
(10 Gew.-%), 0,25 Gew.-% Ascorbylpalmitat und 0,62 Gew.-% DL-α-tocopherol
bis zur Homogenität
gemischt. Zu dieser Mischung wurden 13240 g eines Amin-resistenten Silikonklebers
mit hoher Klebrigkeit (BIO-PSA® Q7-4301 hergestellt von
Dow Corning) (73 Gew.-%ige Lösung
in Heptan), 13420 g eines Amin-resistenten Silikonklebers mit mittlerer
Klebrigkeit (BIO-PSA® Q7-4201 hergestellt von
Dow Corning) (72 Gew.-%ige Lösung
in Heptan) und 3073 g Petrolether hinzugegeben und alle Komponenten
solange gerührt,
bis eine homogene Dispersion erhalten wurde.
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Die
Dispersion wurde auf einen geeigneten Polyester-Abziehfilm (Scotchpak® 1022)
mit einer geeigneten Rakel aufgetragen und die Lösungsmittel in einen Trockenofen
bei Temperaturen von bis zu 80°C innerhalb
von 30 Minuten entfernt, um eine wirkstoffenthaltende Klebstoffmatrix
mit einem Beschichtungsgewicht von 50g/m2 zu
erhalten. Der getrocknete Matrixfilm wurde mit einer Polyesterunterschichtfolie
(Scotchpak® 1109)
laminiert. Die einzelnen Pflaster werden aus dem Gesamtlaminat in
die gewünschten
Größen ausgestanzt
(z.B. 10 cm2, 20 cm2,
30 cm2) und unter einem Stickstoffstrom
in Beuteln versiegelt.
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Nur
ca. 95% des Rotigotins, welches in der Matrix enthalten war, wurde
nach dem Wirkstoff-Auflösungstest
gemäß der „Paddle
over Disk"-Methode wie
in USP beschrieben, unter Verwendung der oben beschriebenen Bedingungen,
nach 3 Stunden frei gesetzt. Daher enthielt das erhaltene TDS ca.
5% (G/G) an protoniertem Rotigotin.
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Die
mittlere Größe der Mikroreservoirs
in TDS betrug ca. 15 μm
mit typischen Größen im Bereich
von 10 bis 20 μm.
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Vergleichsbeispiel 2 (hoher
Salzgehalt, große
Mikroreservoirs)
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150
g Rotigotin-Hydrochlorid wurde zu einer Lösung aus 17,05 g NaOH in 218
g Ethanol (96%) gegeben. Die resultierende Mischung wurde ca. 10 Minuten
gerührt.
Dann wurden 23,7 g einer Natriumphosphatpufferlösung (8,35 g Na2HPO4 × 2H2O und 16,07 g Na2HPO4 × 2H2O in 90,3 g Wasser) hinzugegeben. Unlösliche oder
ausgefallene Feststoffe wurden durch Filtration von der Mischung
abgetrennt. Der Filter wurde mit 60,4 g Ethanol (96%) gespült, und
so eine Partikelfreie ethanolische Lösung von Rotigotin, im Wesentlichen
in Form der freien Base, erhalten.
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Die
Rotigotin-Lösung
(346,4 g) in Ethanol (35% w/w) wurde mit 36,2 g Ethanol (96%) gemischt. Die
resultierende Lösung
wurde mit 109 g einer ethanolischen Lösung mit 25 Gew.-% Polvinylpyrrolidon (Kollidon® 90F), 0,077
Gew.-% einer wässrigen
Natriumbisulfitlösung
(10 Gew.-%), 0,25 Gew.-% Ascorbylpalmitat und 0,63 Gew.-% DL-α-tocopherol
bis zur Homogenität
gemischt. Zu dieser Mischung wurden 817,2 g eines Amin-resistenten
Silikonklebers mit hoher Klebrigkeit (BIO-PSA® Q7-4301
hergestellt von Dow Corning) (74 Gew.-%ige Lösung in Heptan), 851,8 g eines
Amin-resistenten Silikonhaftmittels mit mittlerer Klebrigkeit (BIO-PSA® Q7-4201,
hergestellt von Dow Corning) (71 Gew.-%ige Lösung in Heptan) und 205,8 g
Petrolether (Heptan) hinzugegeben und alle Komponenten bis zum Erhalt
einer homogenen Dispersion gerührt.
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Die
Dispersion wurde auf einen geeigneten Polyester-Abziehfilm (Scotchpak® 1022)
mit einer geeigneten Rakel aufgetragen und die Lösungsmittel in einem Trockenofen
bei Temperaturen von bis zu 80°C
innerhalb von 30 Minuten kontinuierlich entfernt, um eine wirkstoffenthaltene
Klebstoffmatrix mit einem Beschichtungsgewicht von 50 g/m2 zu erhalten. Der getrocknete Matrixfilm
wurde mit einer Polyesterunterschichtfolie (Scotchpak® 1109)
laminiert. Die einzelnen Pflaster werden auf dem Gesamtlaminat in
die gewünschten
Größen gestanzt
(z.B. 10 cm2, 20 cm2,
30 cm2) und unter einem Stickstoffstrom in
Beuteln versiegelt.
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In
Folge der großen
Mikroreservoirs in der TDS-Matrix war es möglich, die Rotigotin-Salze durch
direkten Kontakt mit dem Auflösungsmedium aufzulösen. Daher
war es nicht möglich,
die Menge an Rotigotin in protonierter Form zu bestimmen. Dies zeigt,
dass der maximale Durchmesser der Mikroreservoirs größer als
die Dicke der Matrix betrug.
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Die
mittlere Größe der Mikroreservoirs
in den TDS war ca. 50 μm
mit typischen Größen von
20 bis 90 μm.
Ein mikroskopisches Bild des erhaltenen TDS ist in 4 gezeigt.
Da Rotigotin in gleicher weise freigesetzt wurde wie Rotigotin-Hydrochlorid
in Vergleichsbeispiel 1, kann man daraus schließen, dass das erhaltene TDS
auch 5% (G/G) an Rotigotin in protonierter Form enthält.
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Vergleichsbeispiel 3 (Formulierung
vom Acrylattyp)
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Eine
Mischung aus 50,0 g Rotigotin-Hydrochlorid und 28,6 g Natriumtrisilikat
in 95 g Methylethylketon wurde bei Raumtemperatur 48 Stunden gerührt. Anschließend wurden
17,9 g Oleinalkohol, 128,6 g einer acrylischen Haftmittellösung (51,4% w/w
in Ethylacetat; Handelsname: Durotak® 387-2287
von National Starch & Chemical),
33,0 g EUDRAGIT® E100
(von Roehm Pharma) (50% w/w Lösung
in Ethylacetat) und 45,0 g Ethylacetat hinzugegeben und die Masse
mechanisch homogenisiert.
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Die
Dispersion wurde auf einen geeigneten silikonisierten Abziehfilm
(Hostaphan® RN
100) aufgetragen und die Lösungsmittel
bei 50°C
innerhalb von 30 Minuten verdampft, wobei ein Matrixgewicht von
60 g/m2 erhalten wurde. Der getrocknete
Film wurde mit einer geeigneten Polyesterfolie (Hostaphan® RN
15) laminiert. Die einzelnen Pflaster, die die gewünschte Größe haben
(z.B. 20 cm2), wurden aus dem resultierenden
Laminat ausgestanzt und unter einem Stickstoffstrom in Beuteln versiegelt.
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Beispiel 2
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Wirkstoffabsorptionstest
in vivo
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Um
die Absorption von Rotigotin durch die menschliche Haut zu beobachten,
wurde das folgende Experiment durchgeführt. Der Test wurde mit den TDS,
die in Beispiel 1 sowie in den Vergleichsbeispielen 1 und 2 erhalten
wurden, durchgeführt.
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Das
Zeitprofil der Plasmakonzentration zu verschiedenen Testzeiten wurde
in verschiedenen pharmakokinetischen Studien beinhaltend (A) 14
gesunde männliche
Personen (TDS der Vergleichsbeispiele 2 und 3) bzw. (B) 30 gesunde
männliche
Personen (TDS des Beispiels 1 und Vergleichsbeispiel 1) bestimmt.
Die Studien wurden mit einem offenen Einzeldosis randomisierten
(B) zwei Wege oder (A) drei Wege cross-over design durchgeführt.
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Die
einzelnen Konzentrationen von Rotigotin wurden anhand von Flüssigchromatographie
und Massenspektroskopie bestimmt. Die untere quantitative Nachweisgrenze
(LOQ) war 10 pg/ml.
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Die
Wirkstoffabsorption wurde anhand der Plasmakonzentrationsdaten gemäß der „Wagner-Nelson"-Methode (Malcom
Rowland, Thomas N. Tozer (Hrsg.) „Estimation of Adsorption
Kinetics from Plasma Concentration Data" in Clinical Pharmacokinetics, Seiten
480-483, Williams & Wilkins,
1995) berechnet, 100% = Absorptionsrate nach 48 Stunden; Pflasteranwendungszeit
war 24 Stunden.
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Ein
Vergleich des Flusses durch die menschliche Haut für die verschiedenen
getesteten TDS sind in 1, 2 und 3 gezeigt.
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In 1 wird
die Rotigotinabsorption für
die Probe, die aus Beispiel 1 erhalten wurde und kein Salz enthält (o) mit
der Probe, die aus dem Vergleichsbeispiel 1 erhalten wurde und ca.
5% (G/G) Rotigotin-Hydrochlorid
(•) enthält, verglichen.
Der Vergleich in 1 zeigt deutlich, dass die Wirkstoffabsorption
nach der Pflasteranwendung vom restlichen Salzgehalt in der semi-permeablen
Matrix abhängt
und durch die Reduzierung der Menge von Rotigotin in protonierter
Form in der Matrix deutlich verbessert wird.
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2 zeigt
die Auswirkungen der Größenverteilung
der Mikroreservoirs, die in der semi-permeablen Matrix verteilt
sind, durch Vergleich der Probe, die aus Vergleichsbeispiel 1 erhalten
wurde und eine mittlere Größe der Mikroreservoirs
von ca. 15 μm
und typischen Größen zwischen
10 und 20 μm
(•) mit
der Probe, die aus Vergleichsbeispiel 2 erhalten wurde und eine
mittlere Mikroreservoirgröße von ca. 50 μm und typischen
Größen zwischen
20 und 90 μm
hat.
Aus diesem Vergleich kann abgeleitet werden, dass die Verringerung
der Größe der Matrixreservoirs
den Fluss durch die menschliche Haut deutlich erhöht.
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Ein
Vergleich zwischen dem TDS von Beispiel 1 (o) und Vergleichsbeispiel
2
ist
in
3 gezeigt. Dieser Vergleich zeigt deutlich, dass
der Fluss durch die menschliche Haut durch die Reduzierung des Salzgehalts
und Abnahme der Größe der Mikroreservoirs
deutlich verbessert wird.
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Beispiel 3
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In vitro Diffusionsexperiment
mit transdermalen Wirkstoffabgabesystemen
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Der
Test wurde mit einem Sandwich aus einer übereinander liegenden unterstützenden
Separator-Membran, Haut und TDS durchgeführt. Wirkstoff, der aus dem
TDS durch die Haut und/oder Membran diffundiert ist, löst sich
in einer Akzeptorflüssigkeit, die
kontinuierlich direkt unterhalb der Membran vorbeigeht; die Akzeptorflüssigkeit
wird in Röhrchen
in einem Fraktionssammler aufgefangen; und die Fraktionen wurden
auf ihren Gehalt an Rotigotin hin untersucht. Der Fluss der aktiven
Substanz durch die Haut wurde unter Korrektur des Einflusses der
Separatormembran berechnet.
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Die
Diffusionszelle, die in Tanojo et al. (Tanojo et al. „New design
of a flow through permeation cell for in vitro permeation studies
across biological membranes" Journal
of Controlled Release (1997), 45, 41-47) beschrieben ist, wurde
verwendet, um das Experiment durchzuführen.
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Ein
Kolben, der die Akzeptorflüssigkeit
enthält,
und die gesammelten Diffusionszellen wurden in ein Temperatur-kontrolliertes
Wasserbad (32,0 ± 0,5°C) gestellt.
Die Akzeptorflüssigkeit
wurde kontinuierlich vom Kolben durch einen PTFE-Schlauch mittels
einer peristaltischen Pumpe gepumpt, durch die Diffusionszellen
geleitet, wo die Diffusion stattfindet und dann durch einen PTFE-Schlauch
zu den Teströhrchen
transportiert, die in einem Fraktionssammler angeordnet waren.
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Die
benötigte
Anzahl an Scheiben wurde aus dem TDS unter Verwendung eines kreisförmigen Messers
ausgestanzt. Menschliche Epidermis, die in einer Dicke von 200-300 μm aus einer
frischen Spenderhaut mit einem Dermatom ausgeschnitten wurde (Lagerung ≤ 36 Stunden
bei 4°C)
(nachstehend als Haut bezeichnet) wurde als Laborfilm in Petrischalen ausgestrichen.
Unter Verwendung des runden Messers wurde die Anzahl der benötigten Scheiben
ausgestanzt. Eine Membranscheibe wurde auf jede Zelloberfläche zentriert.
Die Hautscheiben wurden auf die Membranscheiben auf die Zelloberfläche mit
der Hilfe von Zangen verteilt. Eine Scheibe des TDS wird auf jede
Zelle aufgebracht und die Zellen wurden gesammelt. Das Experiment
wurde dann ähnlich
wie oben in Tanojo et al. beschrieben durchgeführt.
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Danach
wurden die Röhrchen,
die die aufgesammelten Fraktionen enthalten, gewogen und der Gehalt
jedes Röhrchens
mittels HPLC analysiert.
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Dieses
Experiment wurde sowohl für
das TDS aus Beispiel 1 wie auch für die Vergleichsbeispiele 2
und 3 durchgeführt.
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6 zeigt
das in vitro Hautpermeationsprofil für das TDS aus Beispiel 1 (•) verglichen
mit dem TDS aus Vergleichsbeispiel 2 (o).
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7 zeigt
das in vitro Hautpermeationsprofil für das TDS aus Beispiel 1 (•) verglichen
mit dem Acrylat-TDS aus Vergleichsbeispiel 3 (o).
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Aus
den erhaltenen Daten wird deutlich, dass der Fluss durch die menschliche
Haut signifikant durch Kontrolle der Größe der Mikroreservoirs in dem
TDS verbessert werden kann, wobei gleichzeitig eine semi-permeable
Matrix zur Verfügung
gestellt wird, die für
die freie Base von Rotigotin hoch permeabel ist, wohingegen sie
für die
protonierte Form undurchlässig
ist.