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Die
vorliegende Erfindung betrifft die Herstellung lichtstabiler Hopfenprodukte,
die wenig oder keine alpha/iso-alpha-Säuren enthalten und zur Bereitstellung
eines Hopfengeschmacks und -charakters für Bierprodukte verwendet werden
können,
die in Flintglas-, Klarglas- oder Grünglasflaschen verpackt werden
können. Diese
Erfindung erzeugt ein Hopfenprodukt, das nicht nur einen Hopfengeschmack
und ein Hopfenmundgefühl verleiht,
die von ursprünglichem
ganzen Hopfen nicht unterschieden werden können, sondern auch eine Lichtstabilität und Geschmacksvariationen
in Malzgetränken.
Solche behandelten Hopfenfeststoffe können bei Bier mit geringer
Bitterkeit zu einem Hopfengeschmack und -mundgefühl beitragen.
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Hopfen
entweder in Form der gemahlenen, getrockneten Pflanze oder von Pellets
wurde beim Brauen verwendet, um Malzgetränken, wie z.B. Bier oder Ale,
ihre essentiellen Eigenschaften des Aromas, des Geschmacks, des
Mundgefühls
und der Bitterkeit zu verleihen, und dem Sud eine Schaumbildung
und eine antimikrobielle Aktivität
zu verleihen. Hopfen umfasst weiche Harze, harte Harze, Wachse,
Lipide und Kohlenhydrate. Die weichen Harze umfassen alpha-Säuren, beta-Säuren und
Hopfenöle.
Der Hopfen wird üblicherweise
der kochenden Würze
im Braukessel zugesetzt und die Würze wird dann durch Hefe fermentiert,
um das fertiggestellte Produkt zu erzeugen. Während des Kochens werden alpha-Säuren in
dem Hopfen in iso-alpha-Säuren
umgewandelt, die zur Bitterkeit und zu dem Schaum in dem fertiggestellten
Produkt beitragen. Solche iso-alpha-Säuren unterliegen jedoch einer
photochemischen Reaktion, die einen „Lichtgeschmack" erzeugt, wobei es
sich um eine unerwünschte
Schwefelgeschmackseigenschaft handelt, die aus dem Vorliegen von
3-Methyl-2-buten-1-thiol resultiert. Es ist bekannt, dass diese
Reaktion auftritt, wenn das fertiggestellte Produkt, das iso-alpha-Säuren umfasst,
in Flintglas (klares Weißglas),
Klarglas- oder Grünglasflaschen
verpackt und Licht ausgesetzt wird.
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Hopfen
kann durch die Verwendung einer Extraktion mit flüssigem/überkritischem
CO2 oder von Extraktionen mit einem weniger
polaren organischen Lösungsmittel
in Hopfenfeststoffe und weiche Hopfenharze getrennt werden, d.h.
einen Hopfenex trakt, der die extrahierten alpha-Säuren, beta-Säuren und
Hopfenöle
enthält.
Der Hopfenextrakt liefert den größten Beitrag
zu dem Bitterkeitsaroma in Bier. Bier, das nur mit dem Hopfenextrakt
gebraut wird, verleiht dem Bier aufgrund des Fehlens der wasserlöslichen
Komponenten, die offensichtlich in den Hopfenfeststoffen verbleiben,
kein vollständiges
Hopfengeschmacksspektrum. Das Bitterkeitsaroma kann auch als reine
Form nach der Fermentierung oder den fertiggestellten Produkten
zugesetzt werden. Das Einbeziehen des vollständigen Spektrums des Hopfengeschmacks
würde daher
den Zusatz von Hopfenfeststoffen zu dem Sud erfordern, jedoch wurde
gefunden, dass die Hopfenfeststoffe Spurenmengen von alpha/iso-alpha-Säuren enthalten,
die aufgrund des Mangels an Lichtstabilität zu einem Lichtgeschmack im
Bier beitragen. Um daher den vollen Geschmack des Hopfens zu erhalten,
während
ein Lichtgeschmack im Bier vermieden wird, wären lichtstabile Hopfenprodukte,
die zur Erzeugung eines Biers verwendet werden könnten, wertvoll.
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Es
ist bekannt, dass es eine Anzahl von US-Patenten bezüglich dieses
Gegenstands gibt, wie z.B. Ting et al., US-Patent 5,783,235, das
die Herstellung eines weniger bitteren, fermentierten Getränks mit
Hopfengeschmack durch Zugeben des festen Hopfenrückstands, der nach einer CO2-Extraktion zurückbleibt (als einziges Hopfenmittel)
zur Würze,
Kochen des Gemischs, Entfernen der Feststoffe aus dem fermentierten
Gemisch und Fermentieren des Rests, um das Endprodukt zu erhalten,
lehrt. Während
dieses Verfahren einen Sud mit einer geringeren Bitterkeit, jedoch
mit einem Hopfengeschmack bereitstellt, der mit dem eines Suds vergleichbar
ist, der unter Verwendung von ganzem Hopfen hergestellt worden ist,
löst es
jedoch das Problem von iso-alpha-Säuren, die in dem festen Hopfenrückstand
vorliegen, nicht vollständig.
In einer Ausführungsform
des Verfahrens des '235-Patent
von Ting et al. werden der feste Hopfenrückstand und eine Hopfencharakterfraktion
(HCF, d.h. der Rückstand
eines Hopfenextrakts, der nach der Entfernung aller alpha-Säuren und aller
beta-Säuren
aus dem Hopfenextrakt, der von der CO2-Extraktion
erhalten worden ist, zurückbleibt)
pelletiert und der Würze
vor oder während
des Kochens zugesetzt. Nachdem das Gemisch gekocht und mit Hefe fermentiert
worden ist, so dass die Hopfenkomponenten und die Würze umgewandelt
werden, werden die Feststoffe anschließend abgetrennt, um das flüssige Produkt
zu erhalten. Da der feste Hopfenrückstand in dem Braukessel vorliegt,
liegen die iso-alpha-Säuren
in dem fertiggestellten Sud vor, was potenziell zu einem unerwünschten
Lichtgeschmack führt.
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Ting
et al. lehren im US-Patent 5,767,319 die Umwandlung von iso-alpha-Säuren in
lichtstabile Tetrahydroiso-alpha-Säuren, bei denen es sich um
bekannte Bitterstoffe handelt. Während
es sich dabei um eine Verbesserung bisheriger Umwandlungsverfahren
handelt, erfordert das Patent zusätzliche Behandlungsschritte,
um bestimmte Metallsalze der iso-alpha-Säuren zu erhalten, um die Metallsalze
in einem wässrigen
Alkoholmedium zu lösen
und die iso-alpha-Säuren
durch Hydrieren unter speziellen Bedingungen zu reduzieren, um die
Tetrahydroiso-alpha-Säuren
zu bilden, die dann aus dem Reaktionsmedium gewonnen werden. Ein
solches Verfahren macht das gewünschte
Ziel der Bereitstellung einer lichtstabilen Form eines Hopfenprodukts eindeutig
komplizierter.
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Darüber hinaus
lehren Ting et al. im US-Patent 6,020,019 ein Verfahren zum Hydrieren
von weichen Hopfenharzen, bei dem Kohlendioxid in flüssiger oder überkritischer
Fluidform als Reaktionslösungsmittel
verwendet wird, zur Umwandlung von iso-alpha-Säuren oder beta-Säuren in
Tetrahydroiso-alpha-Säuren
(Tetrahydroisohumulone), vorzugsweise unter Verwendung eines sauren
niederen Alkohols, der als Beschleuniger für die beta-Säuren wirkt.
Wie es vorstehend angegeben worden ist, sind Tetrahydroiso-alpha-Säuren bekannte
lichtstabile, von der FDA zugelassene Bitterstoffe, die verwendet
werden können,
um Bier mit einem Hopfengeschmack zu versehen. In diesem Patent
wurde angegeben, dass die Tetrahydroiso-alpha-Säuren bisher im Allgemeinen
aus wirtschaftlichen Gründen
nicht aus den alpha-Säuren
hergestellt worden sind. Das Hydrierungsverfahren dieses Patents
ermöglicht
die Verwendung von alpha-Säuren
als Quelle für
Tetrahydroiso-alpha-Säure
zur Verwendung beim Brauen.
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Weitere
Patente von Ting et al. umfassen die US-Patente 5,523,489, 5,874,633
und 5,917,093. In diesen Patenten werden Verfahren zur Herstellung
und/oder Reinigung von Tetrahydroiso-alpha-Säuren (Tetrahydroisohumulonen)
diskutiert. Im US-Patent 5,523,489 werden Tetrahydroisohumulone
aus Isohumulonen durch eine Hydrierung in Ethanol hergestellt. Im
US-Patent 5,917,093 werden alpha-Säuren und beta-Säuren, die in der Hopfenölfraktion
von CO2-Hopfenextrakten vorliegen, durch
Mischen mit einem Absorptionsmittel gereinigt, um Katalysatorgifte
zu entfernen, um dadurch die Menge an Katalysator zu vermindern,
die zum Hydrieren zu Tetrahydro iso-alpha-Säuren und Tetrahydrodesoxy-alpha-Säuren erforderlich
ist. Im US-Patent 5,874,633 lehren die Patentinhaber ein Verfahren
zum Hydrieren und Formulieren einer Ausgangslösung von iso-alpha-Säuren, um
konzentrierte Lösungen
von Tetrahydroiso-alpha-Säuren
zu erhalten.
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Im
US-Patent 5,972,411 lehren Goldstein et al. die Isolierung und Charakterisierung
einer Gruppe von geruchlosen und nicht-flüchtigen Glycosiden aus extrahiertem
Hopfen (Hopfenfeststoffe, die vorher mit flüssigem/überkritischem CO2 oder
weniger polaren Lösungsmitteln
extrahiert worden sind). Diese Glycoside sind wasserlöslich und
bestehen aus einer Gruppe von aromatischen Verbindungen, die an
Mono-, Di- und Trisaccharide
konjugiert sind. Diese Glycoside sind für die Bildung des Kesselhopfengeschmacks
verantwortlich. Sowohl durch chemische als auch durch biologische
Umwandlungen kann eine Essenz und ein Geschmacksstoff zum Zusetzen
zu einem nicht-gehopften Bier hergestellt werden. Diese Kesselhopfenessenzen
und -geschmacksstoffe stellen für
das Brauverfahren eine Wirtschaftlichkeit, Einheitlichkeit, Flexibilität, Qualität und Bequemlichkeit
bereit, da nur die nicht-gehopfte Würze erforderlich ist, um einen
Vorrat an nicht-gehopftem Bier zu brauen, dem dann die gewünschte Menge
an Kesselhopfenessenz und -geschmacksstoff zudosiert werden kann.
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In
den US-Patenten 5,013,571 und 5,013,572 lehrt Hay Verfahren zum
Umwandeln von alpha-Säuren in
Hopfenbittergeschmacksstoffe durch Aussetzen der alpha-Säuren gegenüber einer Umgebung, welche
die alpha-Säuren
isomerisieren und reduzieren kann, um entweder Tetrahydroiso-alpha-Säuren oder
Hexahydroiso-alpha-Säuren zu
bilden, und dann Dampfabstreifen von geruchsbildenden Verunreinigungen
davon, um gereinigte, lichtstabile Hopfenbitterverbindungen zu erzeugen.
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Zusätzlich zu
dem Vorstehenden lehrt das US-Patent 4,002,683 von Todd, Jr., ein
Verfahren zur Isomerisierung von alpha-Säuren zu iso-alpha-Säuren durch
einen Kontakt mit einer wässrigen
Lösung
eines Metallions zur Bildung von Materialien, die zur Verwendung
als Bitteradditive geeignet sind, wobei ein mit Wasser nicht mischbares
organisches Lösungsmittel
verwendet wird, in dem die alpha-Säure löslich ist. Todd, Jr., lehrt in
den US-Patenten 4,666,731 und 4,844,939 auch die Trennung der Bestandteile
von CO2-Hopfenextrakten unter Verwendung
von wässrigem
Alkali, ge folgt von der Umwandlung der abgetrennten alpha-Säurefraktion in
eine iso-alpha-Säure- oder
Isohumulonfraktion, die zum Bittermachen von Bier geeignet ist.
Darüber
hinaus lehren Todd, Jr., et al. in den US-Patenten 4,778,691 und
4,956,195 die Entfernung von geruchsbildenden Verunreinigungen aus
Hopfengeschmacksstoffen durch Extrahieren in Wasser bei einem pH-Wert über 5, und Trennen
der wässrigen
Phase, welche die Verunreinigungen enthält, von den gereinigten Hopfengeschmacksstoffen,
um einen Geschmacksstoff zu gewinnen, der aus nicht reduzierten
und reduzierten alpha-Säuren
und iso-alpha-Säuren
ausgewält
ist und im Wesentlichen frei von geruchsverursachenden Verunreinigungen
ist. Im US-Patent 5,073,396 lehrt Todd, Jr., die Verwendung einer
nicht-sauren Hopfengeschmacksfraktion zur Herstellung von Bier,
wobei die Hopfengeschmacksfraktion aus einem CO2-Hopfenextrakt hergestellt
ist, um einen Extrakt bereitzustellen, der im Wesentlichen frei
von alpha- und beta-Säuren
ist, und zwar durch Fraktionieren des Hopfenextrakts mit einer alkalischen
Lösung
innerhalb gesteuerter pH-Bereiche. Im US-Patent 5,296,637 lehren
Stegink et al. die Herstellung von geruchsfreien Tetrahydroisohumulaten
aus alpha-Säuren über die
Tetrahydrohumulate und eine anschließende Isomerisierung.
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Es
gibt folglich eine Anzahl von Verfahren zur Herstellung, Trennung
und Reinigung sowie zur Verwendung von Hopfenbittergeschmacksstoffen
für Bier.
Es wurde jedoch noch kein Verfahren zur Herstellung eines lichtstabilen
Hopfenprodukts bereitgestellt, das wenig oder keine alpha/iso-alpha-Säuren enthält, die
beim Brauen von Bier auch ein Hopfenaroma und einen Hopfengeschmack
verleihen, das bzw. der demjenigen äquivalent ist, das bzw. der
unter Verwendung von herkömmlichem
ganzen Hopfen oder von herkömmlichen Hopfenpellets
vergleichbar ist.
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Die
vorliegende Erfindung stellt Mittel zur Bereitstellung lichtstabiler
Hopfenprodukte bereit, die Bier ein Hopfenaroma und einen Hopfengeschmack
verleihen, wenn sie bei der Herstellung von Bier verwendet werden,
und zwar ohne das Potenzial einer Lichtempfindlichkeit in dem Bier,
die zu einem Lichtgeschmack führt.
Zur Herstellung von lichtstabilen Hopfenprodukten, die zur Herstellung
von lichtstabilen Bieren verwendet werden können, wurden mehrere Techniken
eingesetzt. Biere, die unter Verwendung dieser lichtstabilen Hopfenprodukte
hergestellt worden sind, wurden bezüglich der Lichtstabilität und akzeptabler
Hopfengeschmacksmerkmale durch ein sensorisches Testen bewertet.
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In
einem ersten Aspekt ist die vorliegende Erfindung ein Verfahren
zur Herstellung eines lichtstabilen Hopfenprodukts. In dem Verfahren
werden Hopfenfeststoffe mit einem ersten Alkohollösungsmittel
zum Bilden eines Gemischs aus den Hopfenfeststoffen und dem ersten
Alkohollösungsmittel
gemischt, das Gemisch aus den Hopfenfeststoffen und dem ersten Alkohollösungsmittel
wird in behandelte Hopfenfeststoffe und ein erstes Filtrat, das
alpha/iso-alpha-Säuren
umfasst, getrennt, die behandelten Hopfenfeststoffe werden mit einem zweiten
Alkohollösungsmittel
zum Bilden eines Gemischs aus den behandelten Hopfenfeststoffen
und dem zweiten Alkohollösungsmittel
gemischt, und das Gemisch aus den behandelten Hopfenfeststoffen
und dem zweiten Alkohollösungsmittel
wird in Hopfenfeststoffrückstände und
ein zweites Filtrat, das alpha/iso-alpha-Säuren umfasst, getrennt, wobei
ein lichtstabiles Hopfenprodukt, das die Hopfenfeststoffrückstände umfasst,
gebildet wird. Die erschöpfende
Extraktion (Doppelextraktion oder DX) von Hopfenfeststoffen ergibt
Hopfenfeststoffrückstände und
Filtrate, die den größten Teil
jedweder Spuren von alpha/iso-alpha-Säuren enthalten.
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In
einem zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung kann bzw. können das
erste Filtrat und/oder das zweite Filtrat dann einer weiteren Verarbeitung
unterworfen werden. In einer Version des zweiten Aspekts der Erfindung
wird bzw. werden mit dem ersten Filtrat und/oder dem zweiten Filtrat
eine Ionenaustauschentfernung der alpha/iso-alpha-Säuren in
dem ersten Filtrat und/oder dem zweiten Filtrat von der Doppelextraktion
durchgeführt,
worauf das abfließende
Medium von dem Ionenaustausch zu den Hopfenfeststoffrückständen der Doppelextraktion
zurückgeführt wird,
und dann dieses Gemisch konzentriert wird, um ein geschmackvolleres lichtstabiles
Hopfenprodukt zu erhalten. In einer anderen Version des zweiten
Aspekts der Erfindung wird bzw. werden das erste Filtrat und/oder
das zweite Filtrat einer Metallionenfällungsbehandlungsentfernung
der alpha/iso-alpha-Säuren
in dem ersten Filtrat und/oder dem zweiten Filtrat von der Doppelextraktion
unterworfen, worauf das Filtrat der Ausfällungsbehandlung zu den Hopfenfeststoffrückständen der
Doppelextraktion zurückgeführt wird,
und dann dieses Gemisch konzentriert wird, um ein lichtstabiles
Hopfenprodukt zu erhalten. In einer anderen Version des zweiten
Aspekts der Erfindung wird bzw. werden das erste Filtrat und/oder
das zweite Filtrat einer Hydrierung der alpha/iso-alpha-Säuren in
dem ersten Filtrat und/oder dem zweiten Filtrat von der Doppelextraktion
unterworfen, worauf das Filtrat der Hydrierung zu den Hopfenfeststoffrückständen der Doppelextraktion
zurückgeführt wird,
und dann dieses Gemisch konzentriert wird, um ein lichtstabiles
Hopfenprodukt zu erhalten.
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Wenn
die lichtstabilen Hopfenprodukte dieser Techniken bei der Herstellung
von gebrautem Bier eingesetzt wurden, wurde bestätigt, dass die resultierenden
Sude lichtstabil waren und dass die verwendeten Hopfenprodukte einen
Beitrag zu den Kesselhopfengeschmacksmerkmalen lieferten. Ferner
wurde gefunden, dass die lichtstabilen Hopfenprodukte mit (i) einer
Hopfenölfraktion
(HOF), d.h. einem Lösungsmittel-Hopfenextrakt
(z.B. CO2-Hopfenextrakt), bei dem die alpha-Säuren entfernt
worden sind und ein Teil der beta-Säuren entfernt worden ist, wobei
unter anderem Hopfenöle
und beta-Säuren
zurückbleiben,
(ii) einer beta-Säure-reichen
Fraktion, d.h. einem Lösungsmittel-Hopfenextrakt
(z.B. CO2-Hopfenextrakt), bei dem die alpha-Säuren entfernt worden sind,
wobei unter anderem Hopfenöle
und beta-Säuren
zurückbleiben,
und/oder (iii) lichtstabilen Bitterstoffen (z.B. hydrierten iso-alpha-Säuren), um eine weitere Geschmacksverbesserung
ohne Verursachen einer Lichtinstabilität in gebrauten Produkten zu
verursachen, rekonstituiert werden konnten.
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Es
ist folglich ein Vorteil der vorliegenden Erfindung, ein kostengünstiges
Verfahren zur Herstellung von lichtstabilen Hopfenprodukten bereitzustellen,
die bei der Bereitstellung eines Hopfengeschmacks und -mundgefühls für ein gebrautes
Produkt, das in Klarglas-, Flintglas- oder Grünglasflaschen verpackt werden soll,
geeignet sind. Es wird gefunden, dass ein solches gebrautes Produkt
für einen
Lichtgeschmack weniger empfindlich ist, der aus einem Aussetzen
gegenüber
Licht im Laufe der Zeit resultiert.
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Die
vorliegende Erfindung stellt ein Verfahren zur Herstellung von lichtstabilen
Hopfenprodukten bereit, die zur Bereitstellung eines Hopfengeschmacks
und -mundgefühls
für ein
gebrautes Produkt geeignet sind, das in Klarglas-, Flintglas- oder
Grünglasflaschen
verpackt werden soll. Das Verfahren umfasst das Mischen von Hopfenfeststoffen
mit einem ersten Alkohollösungsmittel
zum Bilden eines Gemischs aus den Hopfenfeststoffen und dem ersten
Alkohollösungsmittel,
das Trennen des Gemischs aus den Hopfenfeststoffen und dem ersten
Alkohollösungsmittel
in behandelte Hopfenfeststoffe und ein erstes Filtrat, das alpha/iso-alpha-Säuren umfasst,
das Mischen der behandelten Hopfenfeststoffe mit einem zweiten Alkohollösungsmittel zum
Bilden eines Gemischs aus den behandelten Hopfenfeststoffen und
dem zweiten Alkohollösungsmittel, und
das Trennen des Gemischs aus den behandelten Hopfenfeststoffen und
dem zweiten Alkohollösungsmittel
in Hopfenfeststoffrückstände und
ein zweites Filtrat, das alpha/iso-alpha-Säuren umfasst, wobei ein lichtstabiles
Hopfenprodukt, das die Hopfenfeststoffrückstände umfasst, gebildet wird.
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Vorzugsweise
werden die Hopfenfeststoffe durch Extrahieren von ganzem Hopfen
oder Hopfenpellets mit Kohlendioxid erhalten. Der Begriff „Hopfenfeststoffe", wie er hier verwendet
wird, steht jedoch für
den festen Hopfenrückstand,
der durch Extrahieren von ganzem Hopfen oder von Hopfenpellets mit
jedwedem Lösungsmittel,
wie z.B. Hexan, Kohlendioxid (flüssig
oder überkritisch),
Alkohol (z.B. Ethanol), Wasser oder einem Alkohol/Wasser-Gemisch
erhalten wird, oder für
den festen Hopfenrückstand,
der nach dem Kochen von ganzem Hopfen oder von Hopfenpellets in
einem Braukessel gewonnen wird.
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Die
in dem Verfahren gebildeten Hopfenfeststoffrückstände können unter Verwendung von Techniken wie
z.B. einer Verdampfung konzentriert werden. Die Hopfenfeststoffrückstände oder
die konzentrierten Hopfenfeststoffrückstände, die in dem Verfahren gebildet
werden, können
mit einem Additiv gemischt werden, das aus Hopfenölfraktionen,
beta-Säure-reichen
Fraktionen, lichtstabilen Bitterstoffen und Gemischen jedweder dieser
Additive ausgewählt
wird.
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Das
erste Alkohollösungsmittel
und das zweite Alkohollösungsmittel,
die in dem Verfahren verwendet werden, werden vorzugsweise aus der
Gruppe bestehend aus Ethanol und wässrigen Ethanollösungen ausgewählt. Das
erste Alkohollösungsmittel
und das zweite Alkohollösungsmittel
können
abhängig
von dem gewünschten
fertiggestellten lichtstabilen Hopfenprodukt gleich oder verschieden
sein. In einer Version der Erfindung werden das erste Alkohollösungsmittel
und das zweite Alkohollösungsmittel
aus wässrigen
Ethanollösungen
mit einer Ethanolkonzentration von 5% bis 95% ausgewählt. In
einer anderen Version der Erfindung werden das erste Alkohollösungsmittel
und das zweite Alkohollösungsmittel
aus wässrigen
Ethanollösun gen mit
einer Ethanolkonzentration von mehr als 90% ausgewählt. In
einer weiteren Version der Erfindung werden das erste Alkohollösungsmittel
und das zweite Alkohollösungsmittel
aus wässrigen
Ethanollösungen
mit einer Ethanolkonzentration von 95% oder höher ausgewählt.
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Die
Erfindung ist nicht auf die Behandlung von Hopfenfeststoffen mit
einem ersten Alkohollösungsmittel
zur Bildung einmal behandelter Hopfenfeststoffe und dann die Behandlung
der einmal behandelten Hopfenfeststoffe mit einem zweiten Alkohollösungsmittel
beschränkt.
Die Hopfenfeststoffe können
in einer beliebigen Anzahl unter Verwendung der gleichen Alkohollösungsmittel
oder verschiedener Alkohollösungsmittel
extrahiert werden. Beispielsweise können die Hopfenfeststoffe abhängig von
dem gewünschten
Hopfenprodukt drei-, vier-, fünfmal
oder noch öfter
mit einem Alkohollösungsmittel
behandelt werden.
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Das
erste Filtrat und das zweite Filtrat (und jedwede andere Filtrate),
die in dem Verfahren erzeugt werden, können dann einer weiteren Verarbeitung
unterworfen werden. In einer Version der Erfindung wird mindestens
eines des ersten Filtrats und des zweiten Filtrats (und jedweder
anderer Filtrate) mit einem Ionenaustauscherharz in Kontakt gebracht,
um alpha/iso-alpha-Säuren
aus dem Filtrat zu entfernen. Nach dem Inkontaktbringen des Filtrats
oder der Filtrate mit dem Ionenaustauscherharz wird eine abfließende Flüssigkeit gesammelt.
Vorzugsweise ist die abfließende
Flüssigkeit
im Wesentlichen frei von alpha/iso-alpha-Säuren. Die abfließende Flüssigkeit
wird dann mit den Hopfenfeststoffrückständen gemischt, die durch das
Verfahren erzeugt worden sind, so dass ein lichtstabiles Hopfenprodukt,
das die Hopfenfeststoffrückstände und
die abfließende
Flüssigkeit
umfasst, gebildet wird. Dieses lichtstabile Hopfenprodukt kann konzentriert
werden (z.B. durch Verdampfen), um ein konzentriertes Gemisch aus
den Hopfenfeststoffrückständen und
der abfließenden Flüssigkeit
zu erzeugen. Das konzentrierte oder nicht-konzentrierte Gemisch
kann mit einem Additiv gemischt werden, das aus der Gruppe bestehend
aus Hopfenölfraktionen,
beta-Säure-reichen
Fraktionen, lichtstabilen Bitterstoffen und Gemischen davon ausgewählt ist.
In einer Beispielausführungsform
liegt das Ionenaustauscherharz in einer Chlorid-, Hydroxid- oder
Acetationenform vor, so dass ein Austausch zwischen den dissoziierten
alpha/iso-alpha-Säuren
mit diesen Anionen (Cl–-, OH–-und Acetation) auf
den Harzen stattfindet.
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In
einer anderen Version der Erfindung wird mindestens eines des ersten
Filtrats und des zweiten Filtrats (und jedweder anderer Filtrate)
mit einem Metallion gemischt, das mit alpha/iso-alpha-Säuren einen
Komplex unter Bildung von Metallion-alpha/iso-alpha-Säuren-Komplexen bildet. Die
Metallion-alpha/iso-alpha-Säuren-Komplexe
werden dann von dem Gemisch zur Bildung eines anderen Filtrats abgetrennt.
Dieses Filtrat wird dann mit den durch das Verfahren erzeugten Hopfenfeststoffrückständen gemischt,
so dass ein lichtstabiles Hopfenprodukt gebildet wird, das die Hopfenfeststoffrückstände und
dieses Filtrat enthält.
Dieses lichtstabile Hopfenprodukt kann konzentriert werden (z.B.
durch Verdampfen), so dass ein konzentriertes Gemisch aus den Hopfenfeststoffrückständen und
diesem Filtrat gebildet wird. Das konzentrierte oder nicht-konzentrierte
Gemisch kann mit einem Additiv gemischt werden, das aus der Gruppe
bestehend aus Hopfenölfraktionen,
beta-Säure-reichen
Fraktionen, lichtstabilen Bitterstoffen und Gemischen davon ausgewählt ist.
In einer Beispielausführungsform
wird das Metallion, das mit alpha/iso-alpha-Säuren einen Komplex bildet,
aus einer Verbindung gebildet, die aus der Gruppe bestehend aus
Calciumcarbonat, Calciumhydroxid, Magnesiumhydroxid, Magnesiumcarbonat,
Magnesiumacetat, Zinksulfat, Zinkacetat und Gemischen davon ausgewählt ist.
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In
einer anderen Version der Erfindung wird mindestens eines des ersten
Filtrats und des zweiten Filtrats (und jedweder anderer Filtrate)
einer Hydrierung unterworfen, um die alpha/iso-alpha-Säuren in
dem Filtrat oder den Filtraten zu reduzieren. Von solchen hydrierten
alpha/iso-alpha-Säuren
ist bekannt, dass sie lichtstabil sind. Das Filtrat bzw. jedwedes
der Filtrate, die hydrierte alpha/iso-alpha-Säuren umfasst bzw. umfassen, wird
bzw. werden dann mit den mit dem Verfahren erzeugten Hopfenfeststoffrückständen gemischt,
so dass ein lichtstabiles Hopfenprodukt gebildet wird, das die Hopfenfeststoffrückstände und
das Filtrat bzw. die Filtrate umfasst. Dieses lichtstabile Hopfenprodukt
kann konzentriert werden (z.B. durch Verdampfen), um ein konzentriertes
Gemisch aus den Hopfenfeststoffrückständen und
dem Filtrat bzw. den Filtraten zu erzeugen. Das konzentrierte oder
nicht-konzentrierte Gemisch kann mit einem Additiv gemischt werden,
das aus der Gruppe bestehend aus Hopfenölfraktionen, beta-Säure-reichen
Fraktionen, lichtstabilen Bitterstoffen und Gemischen davon ausgewählt ist.
In einer Beispielausführungsform
wird die Hydrierung unter Verwendung eines Palladium- und/oder Platinkatalysators
und unter Verwendung von Wasserstoff bei einem Druck im Bereich
von 34,5 bis 689,5 kPa Überdruck
(5 bis 100 psig) durchgeführt.
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Das
mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
erzeugte lichtstabile Hopfenprodukt kann in konzentrierter oder
nicht-konzentrierter Form und die vorstehend beschriebenen Additive
umfassend oder nicht in bekannten Verfahren zur Herstellung eines
fermentierten Malzgetränks
verwendet werden. Beispielsweise kann das lichtstabile Hopfenprodukt
einer Würze
vor oder während
des Kochens zugesetzt werden und die Würze kann zur Bildung eines
fermentierten Malzgetränks
fermentiert werden.
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Beispiele
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Die
folgenden Beispiele sind angegeben, um die Erfindung weiter zu veranschaulichen
und sollen die Erfindung in keinerlei Weise beschränken.
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Beispiel 1
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Eine
thermische Zersetzung von Hopfenfeststoffen in der Gegenwart von
Heißluft
war nicht erfolgreich und der größte Teil
der Rückstandsmengen
von alpha-Säuren
wurde in iso-alpha-Säuren
umgewandelt, was zu einem lichtinstabilen Produkt führte. Eine
direkte Isomerisierung und Reduktion von Spurenmengen von alpha-Säuren zu
lichtstabilen rho-iso-alpha-Säuren
(oder Dihydroiso-alpha-Säuren)
in einer wässrigen
Hopfenfeststoffaufschlämmung
wurde versucht, wobei eine kaustische Natriumborhydridlösung (NaBH4) verwendet wurde. Die Ergebnisse waren
uneinheitlich und eine Hochleistungsflüssigchromatographie-Analyse (HPLC-Analyse)
zeigte, dass die Verminderung des alpha-Säuregehalts aufgrund einer Störung durch
Hopfenfeststoffmaterialien ineffektiv war.
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Beispiel 2
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Da
bekannt ist, dass Spurenmengen von alpha/iso-alpha-Säuren (etwa
0,1 bis 0,5 Gew.-%) sehr fest innerhalb der Cellulosematrix binden,
wodurch eine direkte chemische Reaktion oder Reduktion schwierig wird,
wurde entschieden, die Verminderung oder Eliminierung von alpha/iso-alpha-Säuren in
Hopfenfeststoffen durch Extraktion in ein homogenes Lösungssystem
zu versuchen. Niedermolekulare Alkohole, wie z.B. Methanol oder
Ethanol, können
bei einem effizienten Mischen ausreichende Mengen an alpha/iso-alpha-Säuren aus Hopfenfeststoffen
extrahieren. Aufgrund der Kosten und der potenziellen Toxizität von Methanol
wurde Ethanol verwendet. Zusätzlich
zu der Tatsache, dass Ethanol bezüglich des Verbrauchs sicher
ist, weist 95 % iges Ethanol ein geringeres Lösungsvermögen für die wasserlöslichen
Verbindungen und ein sehr gutes Lösungsvermögen für die alpha/iso-alpha-Säuren auf.
Extraktionsbedingungen im analytischen Maßstab wurden durch Vergleichen
der Extraktionseffizienz von saurem 95 %igen Ethanol, 95 %igem Ethanol,
saurem 70 %igen Ethanol und 70 %igem Ethanol unter Verwendung von
Galena-Hopfenfeststoffen ermittelt.
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Hopfenfeststoff-Doppelextraktionsexperimente
wurden durchgeführt.
200 g gemahlenen Hopfenfeststoffen (der feste Rückstand, der nach einer CO2-Extraktion entweder von Cascade-Hopfen
oder Galena-Hopfen zurückblieb)
wurden 600 ml 95 %iges Ethanol zugesetzt. Das Gemisch wurde dann
mit einem Magnetrührstab
eine Stunde gerührt,
worauf durch ein Whatman #4-Filtrierpapier vakuumfiltriert wurde.
Das Filtrat wurde zurückbehalten.
Die Extraktion wurde mit weiteren 600 ml 95 %igem Ethanol wiederholt
und das Gemisch wurde erneut durch ein Whatman #4-Filtrierpapier
vakuumfiltriert. Die Rückstände auf
dem Trichter wurden mit zusätzlichen
100 ml 95 %igem Ethanol gewaschen. Beide Filtrate von den zwei Extraktionen
wurden vereinigt und die Rückstände wurden
gesammelt. Die Ergebnisse sind in der Tabelle 1 gezeigt.
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Tabelle
1: Mittels HPLC analysierte Extraktionseffizienz
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Obwohl
die sauren Ethanollösungen
sichtlich effektiver sind als neutrale Lösungen, ist es möglich, dass
die Säure
die Geschmackselemente von Hopfenfeststoffen zerstört oder
nachfolgende Behandlungen stört.
Es wird auch festgestellt, dass Lösungsmittel mit einem höheren Wasseranteil
mehr wasserlösliche
Verbindungen coextrahieren. Beispielsweise wurde unter Verwendung
von 95 %igem Ethanol eine Lösung
mit dunkelgrüner
Farbe (mit einer Dichte von 0,99 g/ml) erhalten, während unter
Verwendung von 70 %igem Ethanol eine Lösung mit gelbbrauner Farbe
(mit einer Dichte von 1,02 g/ml) erhalten wurde. Mit anderen Worten: Eine
Gesamtmasse von mehr als 25 Gew.-% Extraktion von Hopfenfeststoffen
wurde verglichen mit 6% erhalten, wenn der Wasseranteil von 5% (95
%iges Ethanol) auf 30% (70% Ethanol/Wasser) erhöht wurde. Die besten Ergebnisse
für die
Verminderung und Minimierung von alpha/iso-alpha-Säuren schienen
bei einem 95 %igen Ethanolextrakt mit weniger Komplikationen erhalten
zu werden.
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Daher
wurden Hopfenfeststoffe unter Verwendung von 95 %igem Ethanol extrahiert,
bis der größte Teil der
alpha/iso-alpha-Säuren
entfernt worden war, und den anschließenden Behandlungen unterworfen.
Dies erforderte üblicherweise
zwei aufeinander folgende Extraktionen und die Hopfenfeststoffrückstände nach
einer solchen Doppelextraktion unter Verwendung von 95 %igem Ethanol
bewahren nach wie vor den größten Teil der
potenziellen wasserlöslichen
Geschmacksvorläufer.
Dieser doppelt extrahierte Hopfenfeststoffrückstand wurde dann als lichtstabiles
Hopfengrundprodukt verwendet und es wurde eine weitere Behandlung
des flüssigen
Filtrats der doppelt extrahierten Hopfenfeststoffe von der Doppelextraktion
in Betracht gezogen, um kleine Mengen an Geschmacksvorläufern zu
gewinnen.
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Beispiel 3
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Anschließend wurde
eine weitere Behandlung des flüssigen
Filtrats der doppelt extrahierten Hopfenfeststoffe durchgeführt. Die
Behandlung sollte alpha/iso-alpha-Säuren
selektiv minimieren, sie sollte jedoch auch mild und bezüglich der
Geschmacksvorläufer
inert sein. Eine Hydrierung, eine Natriumborhydridreduktion, eine
kaustische Behandlung, ein Ionenaustausch, eine Alkalimetall- und
Metallfällung
wurden zur Eliminierung von alpha/iso-alpha-Säuren oder zur Umwandlung von
alpha/iso-alpha-Säuren
in lichtstabile Formen (wie z.B. Tetrahydroiso-alpha-Säuren) in
Betracht gezogen. Eine Natriumborhydridreduktion von iso-alpha-Säuren zu
rho-iso-alpha-Säuren war
möglich,
jedoch fügte
die anschließende
Entfernung von unerwünschten
Borverbindungen zusätzliche
Schritte und einen zusätzlichen
Aufwand hinzu, und wurde deshalb als ineffizient erachtet. Sowohl
ein Ionenaustausch als auch eine Alkalimetall- oder Metallionenfällung und
eine Hydrierung zeigten vielversprechende Ergebnisse. Die so behandelten
wässrigen
Ethanollösungen
wurden mit den Rückständen wieder
vereinigt und das wässrige
Ethanol in dem Gemisch wurde dann mittels Verdampfen zur Bildung eines
rekonstituierten lichtstabilen Hopfenprodukts entfernt. Nachstehend
werden die drei erfolgreichen Verfahren gezeigt.
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Beispiel 4
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Es
wurde eine Ionenaustauschbehandlung des Filtrats der doppelt extrahierten
Hopfenfeststoffe durchgeführt.
In der Vergangenheit wurde ein basisches Ionenaustauscherharz zur
Trennung von alpha/iso-alpha-Säuren
von einem methanolischen Extrakt, einem ethanolischen Extrakt und
einem Hexan-Extrakt von Hopfen verwendet. Solche Verfahren wurden
verwendet, um alpha-Säuren,
beta-Säuren
und iso-alpha-Säuren von
Hopfen oder Hopfenextrakt chromatographisch zu reinigen, wobei verschiedene
organische Lösungsmittel
und Pufferlösungen
verwendet wurden. Hier wurde von dieser herkömmlichen Verfahrensweise zum Halten
der alpha/iso-alpha-Säuren auf
den Harzen durch Variieren der Affinität der abfließenden Flüssigkeit abgewichen
und es wurde die Elution einer alpha/iso-alpha-Säuren-freien abfließenden Flüssigkeit
ermöglicht. Die
Vereinigung der alpha/iso-alpha-Säuren-freien abfließenden Flüssigkeit
und der doppelt extrahierten Hopfenrückstände ergab eine Aufschlämmung. Das
Verdampfen des wässrigen
Ethanols und das Trocknen der Aufschlämmung ergab ein von den ursprünglichen
Hopfenfeststoffen weniger unterscheidbares Produkt, das jedoch keine
lichtinstabilen alpha/iso-alpha-Säuren enthielt.
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Zwei
Arten von Ionenaustauscherharzen, BIO-RADTM AG1 × 4 und
3 × 4,
die von Bio-Rad
Laboratories, Richmond, Kalifornien, USA, erhältlich sind, wurden verwendet.
Aufgrund von pKa-Unterschieden tauschen die dissoziierten alpha/iso-alpha-Säuren mit
diesen Anionen (Cl–-, OH–-
und Acetation) auf den Harzen aus. Das Filtrat der doppelt extrahierten
Hopfenfeststoffe wurde mit Wasser (entweder neutral oder pH 8) verdünnt, um
die Affinität
zwischen alpha/iso-alpha-Säuren
und Harzen zu erhöhen.
Der Ionenaustausch kann entweder auf einer Säulen- oder einer Chargenbasis
durchgeführt
werden. Aus Gründen
der Zweckmäßigkeit wurde
bei diesen Experimenten eine Chargenbasis verwendet. Als Ergebnis
wurden die Rückstände an al pha/iso-alpha-Säuren signifikant
vermindert, wie es in der Tabelle 2, Punkte 3, 4, 5, 6, 11 und 12,
gezeigt ist.
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Zwei
BIO-RADTM-Anionenaustauscherharze (AG 1 × 4 und
3 × 4,
400 mesh, Chloridform) wurden mit destilliertem Wasser vorgespült. Das
Filtrat der doppelt extrahierten Hopfenfeststoffe wurde in einem
1:1-Verhältnis
entweder mit destilliertem Wasser oder einer pH 8-Pufferlösung verdünnt und
dann den Ionenaustauscherharzen in einer Menge von 5% des Gesamtgemischs
zugesetzt. Das Gemisch wurde 1 Stunde gemischt und dann durch ein
Whatman #4-Filtrierpapier filtriert. Dieses Filtrat wurde dann mit
den Rückständen der
doppelt extrahierten Hopfenfeststoffe gemischt. Die Hopfenfeststoffrückstände und
die in dem Filtrat vorliegenden extrahierten Geschmacksvorläufer wurden
gleichzeitig und homogen gemischt, während das wässrige Ethanol mit einem Vakuumrotationsverdampfer
verdampft wurde. Das resultierende lichtstabile Hopfenprodukt wurde dann
für die
Endanwendung getrocknet.
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Beispiel 5
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Es
wurde auch eine Alkalimetall- oder Metallionenausfällungsbehandlung
des Filtrats der doppelt extrahierten Hopfenfeststoffe durchgeführt. Hopfen-alpha-Säuren und
Hopfen-iso-alpha-Säuren
zeigen häufig die
Eigenschaft einer Komplexierung mit Alkalimetallionen, zweiwertigen
Ionen und Übergangsmetallionen, wie
z.B. Magnesium, Calcium, Blei, Eisen, Zink, usw. Die Triketogruppe
auf dem alpha-Säuremolekül hat die Funktionalität der Chelatisierung
mit verschiedenen Metallionen. Einige der so gebildeten Komplexe
sind in Wasser und Alkohol weniger löslich. Um demgemäß bevorzugte
und effektive Alkalimetall- oder Metallionen auszuwählen, die
den FDA-Vorschriften
genügen
und dennoch die Brauanforderungen erfüllen, wurde eine Anzahl von
anorganischen Salzen ausgewählt,
wie z.B. Calciumcarbonat, Calciumhydroxid, Magnesiumhydroxid, Magnesiumacetat,
Zinksulfat und Zinkacetat.
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1200
ml eines Filtrats von der Doppelextraktion wurde eine äquivalente
Menge an destilliertem Wasser zugesetzt, um die Löslichkeit
von sich anschließend
bildenden Komplexen von alpha/iso-alpha-Säuren zu vermindern. 1 bis 5
g der Alkalimetall- oder
Metallsalze Ca(OH)2, Ca(OAc)2,
CuCl, CuSO4, ZnSO4 bzw.
Zn(OAc)2 wurden dem verdünnten Filtrat zugesetzt und
eine Stunde bei Raumtemperatur gemischt.
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Die
Mengen an alpha/iso-alpha-Säure
wurden mittels HPLC überwacht,
bis keine weitere Verminderung mehr festgestellt wurde. Der Niederschlag
wurde durch Filtration durch ein Whatman #4-Filtrierpapier entfernt
und das Filtrat wurde dann wieder den festen Rückständen der Doppelextraktion in
einem 5 Liter-Rundkolben zugesetzt. Das so gebildete Gemisch wurde
mit einem Rotationsverdampfer eingedampft (bei 31 Torr und 40 bis
50°C), um
Ethanol und Wasser zu entfernen. Ein Lyophilisieren entfernte die
restliche Feuchtigkeit und ergab trockene Feststoffe für eine anschließende Verwendung.
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Beispiel 6
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Es
wurde auch eine Hydrierung des Filtrats der doppelt extrahierten
Hopfenfeststoffe durchgeführt.
Die alpha/iso-alpha-Säure-Rückstände in dem
Filtrat der doppelt extrahierten Hopfenfeststoffe können zu
der lichtstabilen Form von Tetrahydroalpha-iso-alpha-Säuren hydriert werden. Die alpha/iso-alpha-Säure-Rückstände in dem
Filtrat der doppelt extrahierten Hopfenfeststoffe wurden einer Hydrierung
unter Verwendung von Edelmetall als Katalysatoren unterworfen. Nach
dem Abfiltrieren der Katalysatoren wurde eine lichtstabile Ethanollösung erhalten,
die nach wie vor Geschmacksvorläufer
enthielt. Das Vereinigen der Ethanollösung und der doppelt extrahierten
Hopfenfeststoffrückstände erzeugte
eine Aufschlämmung.
Das Verdampfen des Ethanols in dem Gemisch erzeugte ein lichtstabiles
Hopfenprodukt.
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400
ml des Filtrats der doppelt extrahierten Hopfenfeststoffe wurden
2 g eines Pd/C-Katalysators
in einem Autoklaven zugesetzt. Das Gemisch wurde 1 Stunde bei 30
psig und 50°C
hydriert. Der Katalysator wurde mittels Filtration entfernt und
das Filtrat wurde dann mit den doppelt extrahierten Hopfenfeststoffrückständen in
einem 5 Liter-Rundkolben vereinigt. Das Gemisch wurde dann in einem
Rotationsverdampfer bei 27 Torr und 30 bis 40°C behandelt, bis die Feststoffe
getrocknet waren.
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Beispiel 7
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Eine
Anzahl der vorstehend beschriebenen lichtstabilen Hopfenprodukte
wurde auf diese Weise hergestellt und mittels HPLC analysiert (wie
es in der Tabelle 2 gezeigt ist).
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Tabelle
2: Daten der Suden zugesetzten lichtstabilen Hopfenprodukte
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Trotz
der Abschätzung
und Vorhersage der Lichtstabilität
muss die tatsächliche
Lichtstabilität
durch eine sensorische Untersuchung bestätigt werden. Mögliche lichtstabile
Hopfenprodukte, die gemäß jeder
der vorstehend diskutierten vier Techniken hergestellt worden sind,
und andere behandelte lichtstabile Hopfenproduktproben wurden in
der folgenden Weise für
Pilotsude bereitgestellt.
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Die
doppelt extrahierten Hopfenfeststoffrückstände von Beispiel 2 (Doppel
X, Beispiele 23 und 24), bei denen eine Extraktion mit 95 %igem
Ethanol eingesetzt wurde, wurden bei 1920 bzw. 1748 ppm als Pilotsude 8679
und 8670 gebraut.
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Zur
Bewertung des Effekts der Hopfenölfraktion
(HOF) und zum Ausgleich des Verlusts an Aroma- und Geschmackskomponenten,
die aus der Doppelextraktion resultieren, wurde 1 g HOF 8 g der
doppelt extrahierten Hopfenfeststoffrückstände von Beispiel 2 (Beispiele
25 und 26) zugesetzt. Diese wurden auf einem Niveau von 192 bzw.
175 ppm als Pilotsude 8685 und 8686 gebraut.
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Ionenaustauscherharz-behandelte
Proben (Beispiele 3, 4, 5, 6 und 11) wurden als Pilotsude 8664, 8666,
8665, 8667 und 8673 gebraut. Die Probe 12 konnte aufgrund eines
höheren
alpha/iso-alpha-Säurengehalts
nicht gebraut werden.
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Zusätzliche
Pilotsude, die mit 8671, 8672, 8674, 8675, 8676, 8677, 8683, 8681
und 8682 bezeichnet wurden, wurden mit verschiedenen Alkalimetallion-ausgefällten lichtstabilen
(LS) Hopfenprodukten gehopft, die den Beispielen 8, 10, 13, 15,
16, 20, 14, 18 bzw. 19 entsprachen.
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Zusätzlich zu
dem Vorstehenden wurden zwei Natriumborhydrid-reduktions-behandelte Hopfenfeststoffe
(Beispiele 21 und 22) als Pilotsude 8678 und 8684 gebraut. Drei
Kontrollpilotsude, nämlich
die Nummern 8661, 8662 und 8663, waren nicht gehopft (8661) bzw.
mit 2000 ppm Galena-Hopfenfeststoffen (8662) und Cascade-Hopfenfeststoffen
(8663) gehopft. Die analytischen Daten sind in den nachstehenden
Tabellen 3 und 4 angegeben.
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Proben
der Pilotsude, die jeweils in 12 oz-Klarglasflaschen gefüllt wurden,
und dann in Sixpack-Papierträger
mit einer Höhe
von 5 1/4-Zoll verpackt wurden, wurden 20 Tage 25 Fuß-Beleuchtungskörpern mit Fluoreszenzlicht
ausgesetzt. Auf diese Weise wurden insgesamt 23 Produkte bewertet.
Das Testen wurde mit jeder belichteten Probe durchgeführt und
es wurde ein Vergleich mit einer entsprechenden nicht belichteten Probe
durchgeführt.
Das Testen umfasste eine subjektive Bewertung der Proben hinsichtlich
des Schwefelcharakters und des Lichtgeschmackcharakters. Die mittleren
Bewertungen basieren auf einer linearen 24 Punkte-Skala, wobei 1
schwach und 24 stark ist. Die Ergebnisse sind in der Tabelle 4 angegeben.
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Pilotsude
wurden hergestellt und in einer sensorischen Roundtable-Bewertung
auf der Basis vielversprechender Ergebnisse bei dem Lichtstabilitätstest charakterisiert.
Der Zweck eines solchen Testens bestand darin, ein beschreibendes
Profil jedes nicht belichteten lichtstabilen Hopfenproduktkandidaten
zu erhalten. Die lichtstabilen Hopfenproduktkandidaten auf Cascade-Basis
schienen stärkere
fruchtartige/esterartige Noten aufzuweisen als die lichtstabilen
Hopfenproduktkandidaten auf Galena-Basis. Die Testpersonen gaben auch eine
Bevorzugung für
die Pilotsude 8680, 8686, 8676, 8683, 8667, 8672 und 8673 an. Von
diesen basierte nur der letzte auf einem lichtstabilen Hopfenprodukt
auf Galena-Basis. Diese Bewertungen sind in der Tabelle 4 gezeigt.
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Eine
allgemeine gute Korrelation zwischen den sensorischen Bewertungen
(Lichtgeschmack) und dem analytischen iso-alpha-Säuregehalt
zeigte, dass die beschränkten
iso-alpha-Säuren,
die in den aus dem lichtstabilen Hopfenprodukt mit einem niedrigen
iso-alpha-Säuregehalt
hergestellten Pilotsuden vorlagen, zu einem geringeren Lichtgeschmack
führten
und akzeptabler waren. Die Analyse zeigte, dass die lichtstabilen Hopfenprodukte
vorzugsweise einen iso-alpha-Säuregehalt
von weniger als 0,2 bis 0,3 ppm aufweisen.
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Tabelle
3: Zusammenfassung der Lichtstabilität und des Lichtgeschmacks
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Tabelle
4: Sensorische Roundtable-Bewertung
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Auf
diese Weise wurden lichtstabile Hopfenprodukte bereitgestellt, die
Bier ein Hopfenaroma und einen Hopfengeschmack verleihen, wenn sie
bei der Bierherstellung verwendet werden, ohne dass ein Potenzial für eine Lichtempfindlichkeit
des Biers vorliegt, die zu einem Lichtgeschmack führt.
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Die
hier beschriebenen Verfahren sind zur Herstellung von gebrauten
Getränken,
wie z.B. Bier und Ale, geeignet, und ermöglichen insbesondere das Brauen
von Bieren und von Ale, die bzw. das in nicht gefärbten oder
nicht Licht-filternden Behältern
mit einer geringen oder keiner Gefahr einer Entwicklung eines üblen Lichtgeschmacks
gelagert werden können
bzw. kann.