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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG UND STAND DER TECHNIK
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Die
Erfindung betrifft eine hydrodynamische Bremse nach dem Oberbegriff
von Anspruch 1.
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Herkömmliche
hydrodynamische Bremsen, wie beispielsweise Retarder in Fahrzeugen,
umfassen in vielen Fällen
den Einsatz eines Regelkolbens, welcher auf eine Vielzahl von Positionen
eingestellt werden kann, um den Ölfluss
in dem Retarder zu steuern. Eine variable Bewegung des Regelkolbens auf
verschiedene unterschiedliche Positionen mittels eines Proportionalventils
ermöglicht
es dem Retarder, zum Erreichen eines gewünschten Bremsvorgangs aktiviert
und gesteuert zu werden. Solch ein Regelkolben steuert simultan
eine Vielzahl von Ölflüssen in
einer Vielzahl von Leitungskreisen. Die gemäß der Position des Regelkolbens
ausgeübten
Regelungen umfassen das Regeln des Strömungswegs für das Öl, welches während des
Betriebs des Fahrzeugs kontinuierlich aus einem Ölsumpf gepumpt wird. Wenn ein
Bremsvorgang gewünscht
wird, wird der Regelkolben in eine Position gebracht, in der der Ölfluss zu
dem toroidförmigen
Raum des Retarders geführt
wird, und wenn kein Bremsvorgang erforderlich ist, wird der Regelkolben
in eine Position gebracht, in der der Ölfluss aus dem toroidförmigen Raum
zu einem Leitungskreis geführt
wird, welcher eine Überführung des Öls zum Ölsumpf erlaubt.
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Solch
ein Regelkolben funktioniert verlässlich, hat aber notwendigerweise
eine relativ komplexe Form, um in der Lage zu sein, simultan eine
Steuerung einer Vielzahl von Ölflüssen in
einer Vielzahl von Leitungskreisen auszuüben. Er ist außerdem von relativ
beträchtlicher
Größe. Die
entsprechenden Leitungskreise, deren Ölfluss vom Regelkolben gesteuert
werden soll, müssen
daher so positioniert sein, dass sie durch den Regelkolben führen. Eine
solche Anforderung verkompliziert und verlängert den Ablauf des Einbaus
der Leitungskreise. Eine hydrodynamische Bremse, die einen Regelkolben
umfasst, ist daher relativ teuer herzustellen.
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ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
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Es
ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Steuerung des im
wesentlichen kontinuierlichen Flusses eines Mediums von einem Vorratsraum
einer hydrodynamischen Bremse in eine gewünschte Richtung bereitzustellen,
und zwar gemäß des vorliegenden
Betriebszustands der hydrodynamischen Bremse, unter Verwendung einer
relativ einfachen Anordnung, welche bei niedrigen Kosten hergestellt
werden kann, während
sie zur gleichen Zeit eine verlässliche
Steuerung des Ölflusses
bereitstellt.
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Diese
Aufgabe wird mittels der hydrodynamischen Bremse gemäß der in
der Einleitung genannten Art erreicht, welche durch die im kennzeichnenden
Teil von Anspruch 1 aufgeführten
Merkmale gekennzeichnet ist. Hochdruck im ersten Leitungskreis gibt
an, dass die hydrodynamische Bremse aktiviert ist, und Niedrigdruck
darin, dass die Bremse nicht aktiviert ist. Abhängig vom Druck in dem ersten
Leitungskreis führt
die hier vorliegende Ventilanordnung den Ölfluss automatisch in die gewünschte Richtung. Es
ist in diesem Fall daher keine Notwendigkeit gegeben, irgendeinen
Regelkolben zu verwenden, welcher, unter anderem simultan mit der
Steuerung des Flusses des Mediums in dem ersten Leitungskreis auch
den Fluss des Mediums in dem zweiten Leitungskreis steuern würde. Eine
getrennte Ventilanordnung kann hier dazu verwendet werden, das Medium
im zweiten Leitungskreis abhängig
vom Betriebszustand der hydrodynamischen Bremse in die gewünschte Richtung
zu leiten. Solch eine getrennte Ventilanordnung kann einfach aufgebaut
sein. Andere Vorteile sind, dass die Ventilanordnung an im wesentlichen
jeder gewünschten
Stelle angeordnet sein kann und dass der Einbau der ersten und zweiten Leitungskreise
wesentlich vereinfacht wird verglichen mit dem Einbau von Leitungen
in Verbindung mit dem Einsatz eines herkömmlichen Regelkolbens. Eine
hydrodynamische Bremse mit einer solchen Ventilanordnung kann daher
unter geringeren Kosten als eine herkömmliche hydrodynamische Bremse
hergestellt werden.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung wird der Druck im ersten Leitungskreis mittels
eines Regelventils geregelt. Solch ein Regelventil kann durch den
Druck von einem Proportionalventil gesteuert werden. Das Regelventil
ist in vorteilhafter Weise parallel zu einem Einlass-Rückschlagventil
im ersten Leitungskreis angeordnet. Dies bedeutet, dass der Fluss
des Mediums im ersten Leitungskreis entweder nach einem Abkühlen zum
toroidförmigen
Raum oder zum Vorratsraum für
das Medium zurückgeführt werden
kann. Falls eine Aktivierung der Bremse gewünscht wird, veranlasst das
Proportionalventil das Anlegen eines Steuerdrucks an das Regelventil,
so dass letzteres geschlossen bleibt und ein Hochdruck des Mediums
im ersten Leitungskreis aufrechterhalten wird. Der Hochdruck des
Mediums öffnet
das Einlass-Rückschlagventil
und das Medium wird zum toroidförmigen
Raum geführt.
Falls dagegen keine Aktivierung der Bremse gewünscht ist, veranlasst das Proportionalventil
das Anlegen eines niedrigen Steuerdrucks an das Regelventil, so
dass das Regelventil öffnet und
das Medium über
das Regelventil zum Vorrats raum geführt wird. Dies bedeutet, dass
der Druck im ersten Leitungskreis im wesentlichen auf Atmosphärendruck
absinkt.
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Gemäß einer
weiteren bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung umfasst die Ventilanordnung ein erstes
Rückschlagventil,
das in einem Teil des zweiten Leitungskreises angeordnet ist, der
mit dem ersten Leitungskreis verbunden ist, wobei dieses Rückschlagventil
derart gestaltet ist, dass es durch den Druck im ersten Leitungskreis
in eine geschlossene Position gedrückt wird. Falls im ersten Leitungskreis
ein niedriger Druck vorherrscht, so wie in dem Fall, wenn die Bremse
nicht aktiviert ist, ist es möglich,
das Medium über
das erste Rückschlagventil
zum ersten Leitungsteil zu leiten. Wenn jedoch die Bremse aktiviert
wird, herrscht im ersten Leitungsteil ein so hoher Überdruck,
dass ein Öffnen des
ersten Rückschlagventils
verhindert wird. In dieser Situation wird das gesamte Medium zum
toroidförmigen
Raum geführt.
Ein Rückschlagventil
ist eine Komponente, die verlässlich
funktioniert und zu geringen Kosten beschafft werden kann. Vorteilhafter Weise
steht das erste Rückschlagventil
unter Vorlast, die dieses in eine geschlossene Position drückt, so dass
es sich öffnet
und einen Strom des Mediums aus dem zweiten Leitungskreis zum ersten
Leitungskreis zulässt,
wenn in dem Leitungskreis ein Druck herrscht, der anzeigt, dass
die Bremse nicht aktiviert ist. Solch eine definierte Vorlast kann
mittels einer geeigneten Feder bereitgestellt werden. Das erste Rückschlagventil
steht in vorteilhafter Weise unter einer solchen Vorlast, dass es
durch einen Überdruck von
weniger als 1 bar im zweiten Leitungskreis geöffnet wird. Dies bedeutet,
dass nur ein geringer Überdruck
im zweiten Leitungskreis benötigt
wird, um das erste Rückschlagventil
zu öffnen,
wenn die Bremse nicht aktiviert ist.
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Gemäß einer
weiteren bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung umfasst die Ventilanordnung ein zweites
Rückschlagventil,
das in einem Teil des zweiten Leitungskreises angeordnet ist, der
zu dem toroidförmigen
Raum führt,
wobei das zweite Rückschlagventil
eine höhere
Vorlast aufweist, die es in eine geschlossene Position drückt, als das
erste Rückschlagventil.
Dies bedeutet, dass sämtliches
Medium, das in den zweiten Leitungskreis geführt wird, über das erste Rückschlagventil
geführt wird,
welches die geringste Vorspannung aufweist, wenn die Bremse nicht
aktiviert ist. Die Vorspannung des zweiten Rückschlagventils ist geringer
als der Überdruck,
der während
einer Aktivierung der Bremse im ersten Leitungskreis anliegt. Dies
bedeutet, dass sämtliches
in den zweiten Leitungskreis geführte
Medium über
das zweite Rückschlagventil
zum toroidförmigen
Raum geführt
wird, wenn die Bremse aktiviert wird. Die Bremsenanordnung umfasst
daher zwei Rückschlagventile,
die zu relativ geringen Kosten bereitgestellt werden können. Vorteilhafterweise ist
die Vorlast des zweiten Rückschlagventils
dergestalt, dass es sich öffnet,
wenn im zweiten Leitungskreis ein Überdruck von 1 bis 3 bar herrscht.
Der Einlass des Mediums in den toroidförmigen Raum wird vorzugsweise
in einen zentralen Teil des toroidförmigen Raums gewählt, wo
der Druck relativ gering ist und zumindest geringer als der Öffnungsdruck
des zweiten Rückschlagventils.
Während
eines Betriebs der Bremse beträgt
der Überdruck
im ersten Leitungskreis normalerweise über 5 bar, d.h. er liegt deutlich über dem Öffnungsdruck
des zweiten Ventils.
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Gemäß einer
weiteren bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung umfasst der zweite Leitungskreis eine
Pumpe, welche eine Übertragung
des Mediums bei Überdruck
vom Speicherraum bewirkt. Die Pumpe muss in der Lage sein, zumindest
einen solchen Überdruck
bereitzustellen, dass das zweite Rückschlagventil geöffnet werden kann.
Die genannte Pumpe ist vorzugsweise eine Zahnradpumpe. Solche Pumpen
sind zweckmäßig und
können
relativ einfach ausgelegt sein. Ein Pumpen-Antriebsrad in Form eines
Zahnrads kann zu diesem Zweck von der gleichen Achse angetrieben
werden, welche den Rotor der hydrodynamischen Bremse antreibt.
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KURZE BESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNG
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Eine
bevorzugte Ausführungsform
der Erfindung wird weiter unten mittels eines Beispiels mit Bezug
auf die beiliegende Zeichnung beschrieben, in der:
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1 einen
Ausschnitt eines Retarders gemäß der vorliegenden
Erfindung zeigt.
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DETAILLIERTE
BESCHREIBUNG EINER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORM DER ERFINDUNG
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1 zeigt
eine hydrodynamische Bremse in Form eines Retarders eines motorisch
angetriebenen Fahrzeugs. Der Retarder umfasst einen Stator 1 und
einen Rotor 2. Der Stator 1 hat ein ringförmiges Gehäuse 3 mit
einer Vielzahl von Schaufeln 4, die entlang des ringförmigen Gehäuses 3 in
gleichem Abstand angebracht sind. Der Rotor 2 ist von entsprechendem
Aufbau mit einem ringförmigen
Gehäuse 5,
welches eine Vielzahl von gleichermaßen in regelmäßigem Abstand
entlang des ringförmigen
Gehäuses 5 angebrachten
Schaufeln 6 einschließt.
Die entsprechenden Gehäuse 3, 5 von
Stator 1 und Rotor 2 sind bezüglich des anderen koaxial angeordnet,
so dass sie zusammen einen toroidförmigen Raum 7 bilden.
Der Rotor 2 umfasst ein Achsteil 8, welches mit einer
drehbaren Achse 9 fest verbunden ist. Die drehbare Achse 9 ist
selbst wiederum mit einer geeigneten Antriebswelle des Antriebsstrangs
des Fahrzeugs verbunden. Der Rotor 2 wird daher zusammen mit
dem Antriebsstrang des Fahrzeugs rotieren.
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Der
in 1 dargestellte Retarder beinhaltet ein Gehäuse, welches
ein erstes Element 10 und ein zweites Element 11 umfasst.
Das erste Element 10 beinhaltet ein Gehäuse, in welchem unter anderem der
Stator 1 und der Rotor 2 angeordnet sind. Das zweite
Element 11 besitzt abdeckungsartigen Aufbau und kann entlang
eines Verbindungsbereichs 12 abnehmbar zum ersten Element 10 angebracht
werden, so dass sie im befestigten Zustand ein geschlossenes Gehäuse formen.
Im Verbindungsbereich 12 ist eine Dichtung dergestalt vorgesehen,
dass das Gehäuse
eine abgedichtete Umschließung
bildet. Das erste Element 10 umfasst eine Vielzahl von
Vertiefungen 14 bis 23, welche jeweils eine Öffnung in
einer im wesentlichen gleichen Ebene A aufweisen, die durch die
gestrichelte Linie A-A in 1 dargestellt
ist. Der Verbindungsbereich 12 des ersten Elementes 10 und des
zweiten Elementes 11 erstreckt sich ebenfalls in der genannten
Ebene A.
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Die
Vertiefungen 14–23 sind
jeweils so ausgeführt,
dass sie eine Komponente aufnehmen, welche einen Teil des Retarders
bildet. Die Form und Größe der Vertiefungen 14–23 kann
an die jeweils aufzunehmenden spezifischen Komponenten angepasst
werden. Eine erste solche Vertiefung 14 nimmt ein erstes
Rückschlagventil 24 auf.
Eine zweite Vertiefung 15 nimmt ein Auslass-Rückschlagventil 25 auf.
Eine dritte Vertiefung 16 nimmt eine Zahnradpumpe 26 auf.
Eine vierte Vertiefung 17 nimmt ein zweites Rückschlagventil 27 auf.
Eine fünfte
Vertiefung 18 nimmt ein Gleitschutz-(Schnellentleerungs-)Ventil 28 auf.
Eine sechste Vertiefung 19 nimmt ein Regelventil 29 auf.
Eine siebte Vertiefung 20 nimmt ein Einlass-Rückschlagventil 30 auf.
Eine achte Vertiefung 21 nimmt ein Füllventil 31 auf. Eine neunte
Vertiefung 22 nimmt ein Einlassventil 32 zum Füllen eines
Akkumulators 33 auf. Eine zehnte Vertiefung 23 nimmt
den besagten Akkumulator 33 auf. Das erste Element 10 und
das zweite Element 11 bilden daher ein abgedichtetes Gehäuse, welches
einen Ölsumpf 34 zum
Speichern von Öl
umfasst.
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Der
Retarder umfasst einen ersten Leitungskreis 35 mit einem
ersten Teil 35a, welcher das Öl von einem Auslass vom toroidförmigen Raum 7 zum Auslass-Rückschlagventil 25 führt. Ein
zweiter Teil 35b des ersten Leitungskreises führt das Öl von dem Auslass-Rückschlagventil 25 zu
einem Wärmetauscher 36,
um das Öl
zu kühlen.
Ein dritter Teil 35c des ersten Leitungskreises führt das
gekühlte Öl zum Einlass-Rück schlagventil 30 oder
alternativ zum Regelventil 29, abhängig davon, ob der Retarder
aktiviert ist oder nicht. Ein vierter Teil 35d des ersten
Leitungskreises führt
das Öl
zu einem Einlass zum toroidförmigen
Raum 7. Der Retarder umfasst einen zweiten Leitungskreis 37 mit
einem ersten Teil 37a, über
den das Öl
vom Ölsumpf 34 zur
Zahnradpumpe 26 gesaugt wird. Ein zweiter Teil 37b des
zweiten Leitungskreises 37 führt das Öl zum ersten Rückschlagventil 24 und
zum zweiten Rückschlagventil 27.
Wenn der Retarder nicht aktiviert ist, wird das Öl über das erste Rückschlagventil 24 und
einen dritten Teil 37c des zweiten Leitungskreises zum
zweiten Teil 35b des ersten Leitungskreises geführt. Falls
der Retarder aktiviert ist, wird das Öl hingegen über das zweite Rückschlagventil 27 und
einen vierten Teil 37d des zweiten Leitungskreises zu einem
Einlass zum toroidförmigen
Raum 7 geführt.
Der Retarder umfasst auch einen dritten Leitungskreis 38,
welcher den Akkumulator 33 mit einem vierten Teil 35d des
ersten Leitungskreises verbindet. Der dritte Kreis 38 umfasst das
Füllventil 31 und
das Einlassventil 32 des Akkumulators. Das erste Element 10 des
Gehäuses
umfasst, benachbart zu den Vertiefungen 14–23,
belegte Kanäle,
welche einen Teil der oben genannten Leitungskreise 35, 37, 38 bilden.
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Ein
erstes Steuerventil 39 ist dazu ausgelegt, mittels eines
Steuerdrucks den Betrieb des Sicherheitsventils 18 zu steuern,
so dass der toroidförmige Raum 7 schnell
vom Öl
entleert werden kann, falls nötig.
Ein Proportionalventil 40 ist dazu vorgesehen, mittels
eines Steuerdrucks den Betrieb des Regelventils 19 zu steuern,
um den Retarder zu aktivieren und den Bremsbetriebs des Retarders
zu regulieren. Ein zweites Steuerventil 41 ist dazu vorgesehen,
mittels eines Steuerdrucks den Betrieb des Akkumulators 33 zu
steuern, um den toroidförmigen
Raum schnell mit Öl
zu füllen,
damit ein schneller Bremsvorgang des Retarders bewirkt wird. Jedes
dieser drei Steuerventile 39, 40, 41 und
der Wärmetauscher 36 sind
außerhalb
des Gehäuses
angeordnet.
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Wenn
der Fahrzeugführer
das Fahrzeug nicht irgendeinem Bremsvorgang unterwerfen muss, legt
das Proportionalventil 40 keinen Steuerdruck an das Regelventil 29 an,
welches voll öffnet,
so dass jegliches Öl
im dritten Teil 37c des ersten Leitungskreises über einen
Durchlass 42 zum Ölsumpf 34 abläuft. Dies
bedeutet, dass kein Öl über das
Einlass-Rückschlagventil 30 läuft, welches
einen relativ hohen Öldruck
braucht, um zu öffnen
und Öl
in den toroidförmigen
Raum 7 zu führen.
Da in dieser Situation kein Öl
zum toroidförmigen
Raum 7 geführt
wird, ergibt sich so gut wie kein Bremsvorgang außer einem
geringen, unerwünschten
Bremsvorgang aufgrund des sogenannten Leerlaufverlustes, der dadurch
hervorgerufen wird, dass sich der Rotor in der im toroidförmigen Raum 7 vorhandenen
Luft dreht.
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Die
Antriebswelle 9 treibt auch die Zahnradpumpe 26 an,
welche während
des Betriebs des Fahrzeugs kontinuierlich Öl vom Ölsumpf 34 pumpt. Von
der Zahnradpumpe 26 wird das Öl unter Überdruck zum zweiten Teil 37b des
zweiten Leitungskreises geführt.
Das erste Rückschlagventil 24 hat
hier eine Feder mit einer solchen Vorspannung, dass es bei einem Überdruck
von ungefähr
0,5 bar öffnet. Das
zweite Rückschlagventil 27 hat
eine Feder mit einer solchen Vorspannung, dass es bei einem Überdruck
von ungefähr
2 bar öffnet.
Wenn das Regelventil 29 offen ist, herrscht so gut wie
kein Überdruck
im ersten Leitungskreis 35. Dies bedeutet, dass im zweiten
Teil 35b des ersten Leitungskreises kein Überdruck
herrscht, welcher sonst den Öffnungsdruck
für das
erste Rückschlagventil 24 erhöhen würde. Wenn das
erste Rückschlagventil 24 bei
einem niedrigeren Druck als das zweite Rückschlagventil 27 öffnet, wird das
von dem Ölsumpf 34 mittels
der Zahnradpumpe 26 überführte Öl nur über das
erste Rückschlagventil 24 und
den dritten Teil 37c des zweiten Leitungskreises zum zweiten
Teil 35b des ersten Leitungskreises geleitet, welcher daher
hinter dem toroidförmigen Raum 7 in
der Richtung des Ölflusses
angeordnet ist. Danach wird das Öl
zurück
zum Ölsumpf 34 geleitet, und
zwar über
den Wärmetauscher 36,
den dritten Teil 35c des ersten Leitungskreises und das
Regelventil 29.
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Wenn
der Fahrzeugführer
das Fahrzeug einem Bremsvorgang unterziehen muss, versorgt das Proportionalventil 40 das
Regelventil 29 mit einem Steuerdruck, welcher größer als
die Vorspannung des Einlass-Rückschlagventils 30 ist.
Das zweite Regelventil 41 aktiviert den Akkumulator 33,
so dass letzterer Öl
unter hohem Druck über
den dritten Leitungskreis 38 und das Füllventil 31 zum vierten
Teil 35d des ersten Leitungskreises und zum toroidförmigen Raum 7 führt. Der
Akkumulator 33 löst
mittels eines Überdrucks
eine Ölzufuhr
aus, um ein rasches Füllen
des toroidförmigen
Raums 7 zu bewirken und dadurch einen entsprechend raschen
Bremsvorgang des Retarders auszuführen. Nach der Zirkulation
des Öls
im toroidförmigen
Raum 7 wird das Öl
unter hohem Druck über
einen Auslass vom Stator 1 zum ersten Teil 35a des
ersten Leitungskreises geführt.
Das Auslass-Rückschlagventil 25 wird
durch den hohen Öldruck
geöffnet,
und das Öl
wird zum zweiten Teil 35b des ersten Leitungskreises geführt. An
diesem Punkt steht das Öl
unter einem Überdruck
von mindestens 5 bar. Das Öl
im zweiten Teil 35b des ersten Leitungskreises wird auch
in den dritten Teil 37c des zweiten Leitungskreises geführt und
betätigt
dort einen Druckvorgang, der das erste Rückschlagventil 24 in
eine geschlossene Position drückt.
Der für
das erste Rückschlagventil 24 benötigte Öffnungsdruck wird
daher höher
sein als der entsprechende Öffnungsdruck
für das
zweite Rückschlagventil 27,
welches eine Vor spannung von ungefähr 2 bar aufwies. Dies bedeutet,
dass sämtliches
von der Zahnradpumpe 26 vom Ölsumpf 34 überführte Öl über das zweite
Rückschlagventil 27 und
den vierten Teil 37d des zweiten Leitungskreises zu einem
Einlass zum toroidförmigen
Raum 7 geführt
wird.
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Der
Einlass zum toroidförmigen
Raum 7 ist vorteilhafterweise zentral im toroidförmigen Raum 7 angeordnet.
Im zentralen Teil des toroidförmigen Raums
herrscht ein relativ geringer Druck bei im wesentlichen allen Betriebszuständen. Das
Verwenden eines separaten Leitungsteils 37d, um das Öl vom Ölsumpf 34 bei
Atmosphärendruck
zum toroidförmigen
Raum 7 zu liefern, bedeutet, dass dieses Öl nicht auf
den hohen Druck hochgepumpt werden muss, welcher im vierten Teil 35d des
ersten Leitungskreises herrscht. Daher kann eine preiswertere Zahnradpumpe 26 mit
einer geringeren Pumpenkapazität
verwendet werden. Der vierte Teil 37d des zweiten Leitungskreises
kann auch relativ einfach ausgelegt sein, da er nur so dimensioniert
zu sein braucht, um Öl
bei einem relativ kleinen Überdruck
zu transportieren.
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Das Öl wird vom
zweiten Teil 35b des ersten Leitungskreises zum Wärmetauscher 36 geführt, in welchem
es gekühlt
wird. Der Bremsvorgang des Retarders wird durch den Steuerdruck
vom Proportionalventil 40 geregelt. Die Position des Regelventils 29 wird
mittels des Steuerdrucks vom Proportionalventil 40 angepasst,
so dass ein gewisser Anteil des gekühlten Öls hinter dem Wärmetauscher 36 zurück zum Ölsumpf geführt wird,
während
der Rest durch das Einlass-Rückschlagventil 30 zum
toroidförmigen Raum 7 geführt wird.
Das Ergebnis ist die Regelung des im toroidförmigen Raum 7 zirkulierenden Öls, um so
einen gewünschten
Bremsvorgang zu bewirken.
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Die
Erfindung ist in keiner Weise auf die beschriebene Ausführungsform
beschränkt,
sondern kann frei innerhalb des Umfangs der Ansprüche variiert
werden.