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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine Bürstvorrichtung zum Bürsten von
Vieh, mit einer länglichen
Bürste,
die durch eine Antriebseinrichtung in Bewegung versetzt werden kann,
und mit einer Trageinrichtung zum Tragen der Bürste, wobei die Trageinrichtung
mindestens ein flexibles Element umfasst. Die Bürstvorrichtung ist insbesondere
zum Bürsten von
großen
Tieren geeignet, wie Kühen,
Pferden, Schweinen, Ziegen und dergleichen, ist jedoch nicht auf
diese Tiere beschränkt.
Solche Vieh-Bürstvorrichtungen
sind bekannt.
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Die
Beschreibung des US Patents Nr. 6,318,298 offenbart eine Bürstvorrichtung,
die eine horizontal angeordnete zylindrische Bürste für Kühe aufweist, welche sich um
ihre Längsachse
drehen kann. Eine Welle der Bürste
ist an einem Ende der Bürste
auf einem Ende eines Arms montiert, der sich in einer vertikalen
Ebene drehen kann, so dass die Höhe
der Bürste
variieren kann. Die Ausgangsposition der Bürste ist die niedrigstmögliche Position.
Der Drehpunkt des Arms ist an einer Wand oder einer Säule befestigt.
Die Drehung der Bürste,
die man durch Antreiben der Bürstenwelle
mittels eines Motors über
einen Kettentrieb im Schwenkarm erhält, wird automatisch durch
Kontakt aktiviert, wobei die Höhe
der Bürste
durch die Kraft bestimmt wird, welche die Kuh auf die Bürste ausübt. In der
Welle der Bürste
können
Kanäle
vorgesehen sein, mittels welcher Kanäle ein Behandlungsmittel in
die Bürste
zugeführt
werden kann, um das Behandlungsmittel auf die Haut und das Haar
der Kuh zu überführen. Die horizontale
Bürste
kann nur den Rücken
und hochgelegene horizontale Oberflächen der Kuh erreichen.
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Die
Japanische Patentanmeldung Nr. 11-243802 offenbart eine Bürstvorrichtung
mit einer Anordnung aus einer horizontal angeordneten zylindrischen
Bürste,
die sich um ihre Längsachse
drehen kann, und einer ähnlichen
vertikal angeordneten Bürste
für Kühe oder
Pferde. Beide Bürsten
weisen eine mittige Antriebswelle auf, die in einem Gestell montiert
ist, das an einer Wand oder Säule
befestigt werden kann. Die Welle der horizontalen Bürste ist an
einem Ende der Bürste
befestigt, während
die Welle der vertikalen Bürste
an beiden Enden der Bürste
befestigt ist. Ein im Gestell untergebrachter Motor treibt die beiden
Bürstenwellen über Kegelzahnradtriebe
an. Die Lage der Bürsten
ist im Bezug zum Gestell im Wesentlichen fest, obwohl die horizontale
Bürste
an ihrem angetriebenen Ende mittels eines Federelements mit der
Antriebswelle verbunden ist, mit der Folge, dass ein begrenztes
Verschwenken der horizontalen Bürste
möglich
ist, wenn das Tier eine Querkraft auf sie ausübt. Die horizontale Bürste kann
die höher
gelegenen horizontalen Oberflächen
des Tiers erreichen, während
die vertikale Bürste
auch die tiefer gelegenen vertikalen Oberflächen des Tiers erreichen kann.
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Ein
Nachteil der bekannten Bürstvorrichtungen
besteht darin, dass eine komplizierte und folglich verhältnismäßig teuere
mechanische Konstruktion notwendig ist, um die ins Auge gefasste
Funktionalität
bereit zu stellen. Die Höhenveränderung
der horizontalen Bürste
gemäß der Beschreibung
des US Patents Nr. 6,318,298 und die große Oberfläche des Tiers, die gemäß der Japanischen
Patentanmeldung Nr. 11-243802 erreicht werden kann.
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Das
Ziel der Erfindung ist es im Wesentlichen, mindestens einen der
oben erwähnten
Nachteile zu überwinden,
und zu diesem Zweck stellt die Erfindung eine Bürstvorrichtung gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 bereit, die von einer einfachen Konstruktion ist
und folglich verhältnismäßig preiswert
ist, und imstande ist, eine große
Oberfläche
zu erreichen, und dadurch gekennzeichnet ist, dass in Abwesenheit
einer äußerlich
auf sie einwirkenden Kraft die Bürste
eine im Wesentlichen vertikale Ausrichtung aufweist, und dass das
mindestens eine flexible Element der Trageinrichtung ein Verschwenken der
Bürste
in eine im Wesentlichen horizontale Ausrichtung der Bürste durch
eine äußerlich
darauf einwirkende Kraft zulässt.
Auf diese Weise kann mit einer einzigen Bürste eine große Oberfläche des
Tiers erreicht werden: der Rücken
und die höher
gelegenen Oberflächen,
wenn die Bürste
im Wesentlichen eine horizontale Ausrichtung aufweist, und die Seiten und
die tiefer gelegenen Oberflächen,
wenn die Bürste
im Wesentlichen eine vertikale Ausrichtung aufweist.
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Bei
einer einfachen bevorzugten Ausführungsform
ist das mindestens eine flexible Element länglich und ist insbesondere
im Wesentlichen röhrenförmig. Ein
solches flexibles Element ist einerseits in Querrichtung flexibel
und andererseits torsionssteif und kann auch von einer federbelasteten
Ausbildung sein. Wenn eine Federkraft besonders erwünscht ist, ist
das mindestens eine flexibel Element vorzugsweise eine Blattfeder
oder eine Schraubenfeder, bei der die Federkraft genutzt wird, um
die Bürste
in die vertikale Ausrichtung zurück
zu treiben, wenn sich die Bürste
nicht in einer vertikalen Ausrichtung befindet.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
ist die Antriebseinrichtung starr mit der Bürste verbunden, was bedeutet,
dass die Trageinrichtung sowohl die Antriebseinrichtung und die
Bürste
in einer schwenkbaren Weise trägt.
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Bei
einer anderen bevorzugten Ausführungsform
ist die Antriebseinrichtung mit der Bürste über eine flexible Verbindung
verbunden, so dass nur die Bürste
von der Trageinrichtung getragen wird und schwenkbar ist, und die
Antriebseinrichtung ist in einer nicht-schwenkbaren Weise angeordnet
und treibt die Bürste über die
flexible Verbindung an.
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Die
Antriebseinrichtung ist vorzugsweise ausgelegt, um die Bürste um
ihre Längsachse
zu drehen, damit ein einfacher Antrieb der Bürste erhalten wird.
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Bei
einer anderen bevorzugten Ausführungsform
ist die Antriebseinrichtung ausgelegt, um die Bürste im Wesentlichen in einer
zur Längsachse
der Bürste
parallelen Ebene zu bewegen, um eine Vor- und Zurück-Bewegung
und/oder eine kreisförmige Bewegung
der Bürstenhaare
im Wesentlichen in der Ebene der freien Bürstenhaarenden zu erhalten.
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Die
Bürstvorrichtung
ist vorzugsweise auch mit einer Einrichtung versehen, um ein Behandlungsmittel
von einer oberhalb der Bürste
befindlichen Stelle tropfenweise auf die Bürste zuzuführen. Insbesondere dort, wo
gleichzeitig von einer Trageinrichtung mit hohlen röhrenförmigen Elementen
Gebrauch gemacht wird, kann das Behandlungsmittel durch die Elemente
zur Bürste
geleitet werden.
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Die
Erfindung wird unten mit Bezugnahme auf die Zeichnung ausführlicher
erläutert,
die eine Reihe von Ausführungsformen
zeigt, welche nur anhand von nicht-einschränkenden Beispielen angegeben
sind und in welchen:
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1 schematisch
eine Seitenansicht einer Bürstvorrichtung
gemäß der Erfindung
in einer ersten Ausführungsform
zeigt; und
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2 schematisch
eine Seitenansicht einer Bürstvorrichtung
gemäß der Erfindung
in einer zweiten Ausführungsform
zeigt.
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In
den verschiedenen Figuren sind gleiche Teile oder Teile mit einer ähnlichen
Funktion durch gleiche Bezugszeichen angezeigt.
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1 zeigt
eine längliche,
im Wesentlichen zylindrische Bürste 2 mit
einem Durchmesser von zum Beispiel 0,5 Metern und mit Bürstenhaaren,
die von der (Längs-)
Welle der Bürste 2 aus
im Wesentlichen radial überstehen.
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Die
Welle 4 der Bürste 2 wird
an ihrem einen Ende von einem Motor 6 angetrieben, der
einen Rotor aufweist, der die Welle 4 direkt antreibt,
oder ein Untersetzungsgetriebe umfasst, um die gewünschte Umdrehungsgeschwindigkeit
der Bürste
(zum Beispiel 20 Umdrehungen pro Minute) an die verfügbare Drehgeschwindigkeit
des Rotors des Motors 6 (zum Beispiel 1500 Umdrehungen
pro Minute) anzupassen.
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Der
Motor 6 ist mit einem starren Gestell 8 verbunden,
das wiederum an zwei flexiblen, möglicherweise federbelasteten
länglichen
Elementen 10a, 10b befestigt ist, zum Beispiel
in Form von flexiblen hohlen Schläuchen von derjenigen Art, die
in der Hydraulik verwendet werden. Die flexiblen Elemente 10a, 10b gestatten
ein Verschwenken des Motors 6 aus der dargestellten vertikalen
Ausrichtung in einer beliebigen gewünschten Richtung in eine horizontale
Ausrichtung, wie durch Doppelpfeile 11 angezeigt. In diesem
Fall wird in der dargestellten Ausbildung ein Verschwenken in einer
Richtung senkrecht zu einer Ebene durch die Elemente 10a, 10b weniger Kraft
als ein Verschwenken in der Ebene durch die Elemente 10a, 10b erfordern.
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Wenn
das Element 10a von hohler Konstruktion ist, können eine
oder mehrere Versorgungsleitungen 12 im Inneren durch dieses
Element 10a hindurch geführt werden, um dem Motor 6 Energie
zuzuführen.
Die Art von Versorgungsleitung(en) hängt selbstverständlich von
der Art des Motors ab, der vorzugsweise vom elektrischen Typ ist,
jedoch auch vom hydraulischen oder pneumatischen Typ sein kann. Das
Ein- und Ausschalten des Motors 6 kann in einer bekannten
Weise ausgeführt
werden, die für
den Fachmann einfach zu verwirklichen ist, nämlich durch Kontakt bzw. die
Zeitspanne nach dem Einschalten.
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Wenn
das Element 10b von hohler Konstruktion ist, kann ein Behandlungsmittel,
zum Beispiel gegen Räude
oder gegen Fliegen, in einer Tropfenzufuhr aus einem Speicher 14 bis
zu dem Bereich oberhalb der Bürste 2 gefördert werden.
Das Behandlungsmittel fällt,
zum Beispiel in Tropfen, auf die Haare der Bürste 2 und wird über diese
verteilt, wenn die Bürste 2 benutzt
wird.
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Die
Anzahl von Elementen kann in einer anderen Anzahl als zwei gewählt werden:
sie kann gleich eins oder auch größer als zwei sein. In dem Fall,
dass nur ein Element verwendet wird, wird das Element mit der Bürstenwelle 4 fluchtend
angebracht, obwohl dies nicht wesentlich ist. Auf diese Weise kann
sichergestellt werden, dass das Verschwenken der Bürste aus
der vertikalen Ausrichtung in allen Richtungen im Wesentlichen dasselbe
Maß an
Kraft erforderlich macht (ein Element oder viele symmetrisch angebrachte
Elemente), oder dass das Verschwenken in einigen Richtungen mehr
Kraft als in anderen erforderlich macht, wie oben bereits angegeben
worden ist.
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Die
Konstruktion der Elemente kann in breiten Grenzen gewählt werden,
solange die praktischen Anforderungen an Flexibilität, (Torsions-)Steifigkeit
und Federkraft erfüllt
werden. Mögliche
Elemente sind Gummi- oder Kunststoffstangen, hohl oder sonstig,
möglicherweise
eine laminierte Konstruktion, Blattfedern oder Schraubenfedern,
Kombinationen der oben erwähnten
Komponenten, oder dergleichen. Es ist auch denkbar, zur Aufhängung der
Bürste 2 flexible
Elemente ohne – oder
mit einer sehr geringen – Federkraft
und/oder Steifigkeit zu verwenden, wie eine oder mehrere Universal- oder Kardankupplungen,
Ketten, Riemen oder Kabel, möglicherweise
in Kombination mit Vorkehrungen zum Dämpfen der Bewegungen der Bürste 2 im
Betrieb, wenn sich die Ausrichtung der Bürste 2 durch das Ausüben von
Kräften
auf sie durch die Tiere ändert.
In diesem Fall stellt die Schwerkraft sicher, dass die Bürste 2 immer
die vertikale Ausrichtung sucht.
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Die
Bürstvorrichtung
ist zum Beispiel an einer Decke 16 eines Außengebäudes an
einer Stelle aufgehängt,
die für
die Tiere leicht zugänglich
ist. Zum Beispiel haben die Tiere die Gelegenheit, auf ihre eigene
Initiative hin von der Bürstvorrichtung
Gebrauch zu machen. Statt einer Befestigung an einer Decke 16 ist
es auch möglich,
eine Wandbefestigung an einem quer zur Wand überstehenden Traggestell zu
wählen,
oder eine Bodenbefestigung an einem umgekehrt T-förmigen Traggestell
oder dergleichen. Was von Bedeutung ist, ist die vertikale Ausrichtung der
Bürste 2 in
einer Ausgangsposition der Bürste, wenn
keine äußeren Kräfte auf
die Bürste 2 ausgeübt werden.
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Wenn
die Bürstvorrichtung
benutzt wird, startet der Motor 6 für die Drehung der Bürste 2,
vorzugsweise nachdem die Tiere im Kontakt mit der Bürste 2 gewesen
sind, und die Drehung dauert über
einen vorbestimmten Zeitraum nach dem Kontakt, oder dem letzten
Kontakt, an. Es kann ein gesteuertes Ventil (nicht in weiterer Ausführlichkeit
dargestellt) vorgesehen werden, um die Zufuhr von Behandlungsmittel
aus dem Speicher 14 nur dann zu beginnen, wenn der Motor 6 in
Gang gesetzt wird, und um sie in Synchronisation mit dem Anhalten
der Drehung des Motors zu unterbrechen.
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Durch
Ausüben
einer Kraft auf die Bürste 2 kann
das Tier die Ausrichtung der Bürste 2 zwischen einer
im Wesentlichen vertikalen Ausrichtung und einer im Wesentlichen
horizontalen Ausrichtung verändern,
so dass ein großer
Teil der Oberfläche
des Tiers von der Bürste
erreicht werden kann.
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2 zeigt
eine Ausführungsform
der Bürstvorrichtung,
bei welcher der Motor 6a mit der Bürste 2 über eine
flexible Verbindung 18 verbunden ist und in einer ortsfesten
Weise eingerichtet ist. Die Verbindung 18 muss die notwendige
(Torsions-)Steifigkeit besitzen, um ein Antreiben der Bürste zuzulassen, und
kann in derselben Weise oder in einer anderen Weise wie die oben
erörterten
Elemente 10a, 10b konstruiert sein. Ansonsten
weist die in 2 dargestellte Bürstvorrichtung
dieselben Komponenten auf, wie diejenigen, die oben mit Bezugnahme
auf 1 erörtert
worden sind.
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Im
Obigen ist die rotierende Bürste 2 als
eine im Wesentlichen zylindrische Einheit dargestellt. Jedoch ist
es innerhalb des Umfangs der Erfindung auch möglich, den Durchmesser der
Bürste,
in ihrer Längsrichtung
betrachtet, zu verändern,
um zum Beispiel ein konvexes oder konkaves Profil oder ein mit Rippen
versehenes Profil zu bilden.
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Bei
einer Ausführungsform
der Bürstvorrichtung,
bei der die Bürste
im Wesentlichen eine Bewegung in einer Ebene (parallel zur Längsachse
der Bürste)
ausführt,
wie eine kreisförmige
oder eine Vor- und Zurückbewegung
oder eine Kombination der beiden, kann die Bürste auf mindestens einer Seitenfläche von
flacher Konstruktion sein, oder kann in Längsrichtung der Bürste eine
gekrümmte
Fläche umfassen.
In diesem Fall kann der Motor rotierend oder schwingend sein und,
möglicherweise
durch ein geeignetes Getriebe, für
die gewünschte
Bewegung der Bürste
sorgen.