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Die
vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung von Copeptin und/oder
seinen Fragmenten und/oder seinen Splicingvarianten und/oder Kombinationen
und/oder Derivaten davon in der medizinischen Diagnose als humoraler
Biomarker für
Gesundheitsstörungen,
die mit nicht-physiologischen Änderungen
der Vasopressin-Freisetzung aus der Neurohypophyse verbundwen sind
oder dadurch bewirkt werden, wie zum Beispiel Herzerkrankungen,
Nierenerkrankungen, Entzündungserkrankungen
und Sepsis sowie Erkrankungen/Gesundheitsstörungen des zentralen Nervensystems
sowie neurodegenerative Erkrankungen und andere, wie sie nachfolgend
erwähnt
werden.
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Im
folgenden Text werden alle Biomoleküle und Fragmente, Varianten
und Kombinationen davon, wie sie oben erwähnt wurden, die das gemeinsame
Merkmal teilen, dass sie Copeptin-Immunreaktivität zeigen, in der vorliegenden
Anmeldung als "Copeptin" bezeichnen.
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Copeptin
wird gemäß der vorliegenden
Erfindung als Biomarker verwendet, insbesondere als humoraler Biomarker,
der dazu verwendet werden kann, Gesundheitsstörungen zu diagnostizieren,
die mit nicht-physiologischen Veränderungen, insbesondere Erhöhungen,
der Vasopressin-Freisetzung aus der Neurohypophyse verbunden sind
oder dadurch bewirkt werden, wie beispielsweise kardiovaskuläre Erkrankungen, wie
chronische oder Stauungs-Herzinsuffizenz, Herzstillstand, Herzschock,
Herzinfarkt, akuter Myokardinfarkt, arterieller Hochdruck, Herzchirurgie,
Zirrhose, pulmonäre
Erkrankungen, Nieren(renale)-Erkrankungen, wie die polyzystische
Nierenkrankheit, Diabetes insipidus, Formen der Hyponatriämie, Formen
des Syndroms einer unzureichenden Sekretion des antidiuretischen
Hormons, Hämorrhagie, ödembildende
Zustände,
Entzündungserkrankungen,
Trauma, Verbrennungen, infektiöse
Komplikationen davon sowie Sepsis, schwere Sepsis und septischer
Schock, sowie Erkrankungen/Gesundheitsstörungen des zentralen Nervensystems
(ZNS) sowie neurodegenerative Erkrankungen.
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Wenn,
in der vorliegenden Anmeldung, eine Verwendung als Biomarker erwähnt wird,
bedeutet das die Bestimmung des Biomarkers in in vitro-Proben von
biologischen Fluiden (d. h. ex vivo), wie beispielsweise in Blut,
Serum oder Plasma und Zerebrospinal-Liquor (cerebrospinal fluid;
CSF). Für
jeden Fachmann beinhaltet das ganz klar, dass nur solche physiologisch
auftretenden "Copeptin"-Moleküle bestimmt
werden sollen, die tatsächlich
in derartigen Proben vorhanden sein können. In einer Probe einer
Körperflüssigkeit
können
verschiedene unterschiedliche Spezies mit im Wesentlichen identischer
Immunreaktivität
vorhanden sein, die sich beispielsweise in ihrer Länge und/oder
durch das Vorliegen und/oder den Typ und/oder dem Grad ihrer posttranslationalen
Modifikationen unterscheiden, zum Beispiel durch ihre Glykosylierung
und/oder Phosphorylierung. Angesichts der inhärenten Möglichkeit, dass jeder gegebene
Assay mehr als eine Art von Molekül erkennen kann, wird gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
die Bestimmung von Copeptin verstanden als Bestimmung einer Copeptin-Immunreaktivität, und zwar
besonders bevorzugt als Immunreaktivität, wie sie mit einem Assay
gemessen wird, wie er nachfolgend beschrieben wird.
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Soweit
sich die Verwendung der vorliegenden Erfindung auch auf die Herstellung
von Assay-Komponenten und Reagenzien erstreckt, die in Verbindung
mit der Bestimmung von Copeptin als Biomarker nützlich sind, oder auch auf
Wirkbestandteile in Pharmazeutika, können irgendwelche geeigneten
Copeptin-Peptide oder
Derivate, einschließlich
von Fusionsprodukten und Modifikationen mit zum Beispiel einer verminderten Homologie
mit dem natürlich
auftretenden Copeptin oder mit einer modifizierten Stabilität, verwendet
werden, ohne dass eine Einschränkung
auf natürlich
auftretende Copeptin-Produkte besteht.
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Der
Begriff Copeptin gemäß der vorliegenden
Erfindung erstreckt sich folglich auch auf Aminosäuresequenzen
mit zum Beispiel nur 75% Homologie, vorzugsweise wenigstens 80%
Homologie, stärker
bevorzugt wenigstens 90% Homologie zu Copeptin.
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Begriffe
wie "Diagnose" oder "diagnostisch" werden in dieser
Beschreibung als Gattungsbegriffe verwendet, die, wenn sie nicht
anders definiert werden, nicht nur eine Diagnose im Sinne des Nachweises
einer spezifischen Erkrankung bezeichnen sollen, sondern auch ein
Screenen von symptomfreien oder Hochrisiko-Populationen, bei denen
ein Risiko für
bestimmte Erkrankungen besteht, oder für die vermutet wird, dass sie
bestimmte Erkrankungen haben, insbesondere zum frühen Nachweis,
zur Überwachung
von unbehandelten oder behandelten Patienten und zum Überwachen
des Verlaufs einer Therapie und zur Prognose/Frühprognose sowie zur Überlebensprognose.
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Die
Erfindung betrifft ferner Kits, wie sie beansprucht werden.
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Vasodilatorische
Zustände
bei Schock sind lebensbedrohende Situationen. Der periphäre Blutdruck vermindert
sich drastisch und normalisiert sich häufig nach Verabreichung von
Catecholaminen nicht. Die häufigste
Form des Schocks ist der septische Schock, der gleichzeitig die
ernsteste Form der Sepsis darstellt. Ferner kann sich ein vasodilatorischer
Schock nach einer schweren Herzchirurgie, einem hämorrhagischen
oder Herzschock oder nach einer Vergiftung durch Medikamente oder
Toxine zeigen [1, 2].
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Eine
Reihe von Peptiden, die überwiegend
auf dem autocrinen/paracrinen Weg wirken, sind an der Regulierung
des Blutdrucks beteiligt. Von den folgenden Molekülen ist
bekannt, dass sie eine vasodilatorische Funktion aufweisen: z. B.
Adrenomedullin, das Calcitonin-Gen-verwandte Peptid (CGRP) und das
atriale natriuretische Peptid (ANP). Vasokonstrikti ve Wirkungen
zeigen beispielsweise die folgenden Moleküle: Endothelin, Angiotensin
II und Vasopressin (auch bekannt als Arginin-Vasopressin, antidiuretisches
Hormon (ADH)).
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Vasopressin
ist ein Spaltprodukt eines größeren Vorläufermoleküls ("VP-Prohormon"; seine Polypeptidsequenz
ist in 3 oder als SEQ ID NO: 4 gezeigt), das überwiegend
in den Neuronen des Hypothalamus gebildet wird [20]. Nach der Synthese
wird das VP-Prohormon im Golgi-Apparat glykosyliert, in sekretorische Vesikel
verpackt und durch Prohormon-Convertase SP3 in die drei Peptide
Vasopressin, Neurophysin und Copeptin gespalten. Nach der axonalen
Wanderung zu den Nervenenden der Hypophyse werden die Peptide auf bestimmte
Stimuli hin (z. B. hohe Osmolarität, Abnahme des Blutvolumens
oder unterschiedliche Hormone) aus den Vesikeln sekretiert.
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Der
hervorstechenste physiologische Effekt von Vasopressin ist die Zurückhaltung
von Körperwasser (Antidiurese).
Die Wirkung von Vasopressin im Sinne einer physiologischen Erhöhung des
Blutdrucks ist bei gesunden Individuen weniger ausgeprägt als beim
septischen Schock. Weitere physiologische Funktionen von Vasopressin
sind die Regulierung der Hypophysen-Nebennieren-Achse (ACTH, Cortisol),
die Stimulation der Aktivität
des Magen-Darm-Trakts sowie der Aggregation von Blutplättchen [1;
Zahlen in Klammern beziehen sich auf die beigefügte Liste von Literaturstellen].
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Bei
der Pathogenese von Schock spielt Vasopressin eine zentrale Rolle:
in experimentellen Schockmodellen wurde gezeigt, dass die Plasmakonzentrationen
von Vasopressin innerhalb von 15 Minuten nach der Stimulation um
drei Größenordnungen über die
Normalkonzentration ansteigen [4]. Nach der raschen Freisetzung
von Vasopressin, das in der Hypophyse gespeichert ist, nehmen die
Vasopressin-Konzentrationen während
des weiteren Verlaufs des Schocksyndroms drastisch ab, wie bei Patienten
mit septischem Schock beobachtet wurde [5–7]. Diese Beobachtung war
die Grundlage für
das Konzept einer Vasopressin-Substitutionstherapie für die Behandlung
von septischem Schock, das erfolgreich getestet wurde [8–10]. Diese
Ergebnisse deuten daraufhin, dass eine endogene Vasopressin-Abnahme
zum Zustand des septischen Schocks beiträgt [5].
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Vasopressin
wurde auch als Marker für
die Prognose der überlebenswahrscheinlichkeit
von Patienten mit Herzstillstand [11] diskutiert und es wurde folglich
auch zur Behandlung derartiger Patienten verwendet [12].
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Eine
pathophysiologische überexpression
von Vasopressin oder VP-Prohormon wurde für verschiedene Krebstypen gezeigt,
wie beispielsweise Prostata-, Hoden-Krebs, Eierstock- und Pankreas-Krebs,
Hypophysenadenome und Gangliome, olfaktorische Neuroblastome, Brust-
und Darmtumoren, Nasopharyngeal-Karzinom, Kopf- und Halskrebs, Phäochromozytom
und Tumoren gastrointestinaler Herkunft, Schuppenzell-Karzinome,
Adenokarzinome und Großzellkarzinome
[13, 24, 25, 26]. Vasopressin, das bei Krebs produziert oder freigesetzt
wird, ist als pathophysiologisch gebildet zu betrachten, d. h. auf
anormalem physiologischem Wegen gebildet (von geänderten pathologischen Geweben),
die von der normalen physiologischen Vasopressin-Produktion zu unterscheiden
sind.
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Bei
Erkrankungen, wie sie oben erwähnt
wurden, wird Vasopressin aus einem Organ (der Neurohypophyse) freigesetzt,
das sein normaler Ursprung ist, wenn auch in nicht-physiologischen
Mengen.
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Copeptin – das auch
als C-terminales Glykoprotein bekannt ist – umfasst 39 Aminosäuren, seine
Zuckereinheit und weist ein Molekulargewicht von etwa 2000 Da auf
[15–17].
Die Glykosylierung befindet sich in Position 131 des Vorläufer-VP-Prohormons (s.
SEQ ID NO: 4). Die biologische Funktion von Copeptin bleibt unklar.
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Die
direkte Bestimmung von Vasopressin als humoraler diagnostischer
Marker in Körperflüssigkeiten, wie
beispielsweise Serum oder Plasma als solche, ist für die Routinediagnostik
nicht geeignet. Mehr als 90% des Vasopressins sind an Blutplättchen gebunden
und stehen daher für
die Messungen nicht zur Verfügung [21].
Somit spiegelt das freie Vasopressin im Plasma nicht die wahre Vasopressin-Menge
wieder, die in den Blutstrom freigesetzt wurde. Die Bindung von
Vasopressin an Blutplättchen
führt zu
unterschiedlichen Ergebnissen, und zwar in Abhängigkeit von der Menge an Plättchen,
die in die Messung eingehen, die in Abhängigkeit von der Zentrifugation,
die zur Gewinnung des Plasmas angewandt wurde, variabel ist [22].
Ein weiteres Hindernis liegt in der Tatsache, dass eine höhere Vasopressin-Menge
beobachtet wird, wenn man die Blutprobe bei Raumtemperatur vor dem
Zentrifugieren stehen läßt. Diese
Wirkungen und die kurze Halbwertszeit von Vasopressin in vivo (24
Minuten, [14]) sowie in Plasmaproben ex vivo, selbst bei einer Lagerung
von –20°C [23] hat
bisher die Verwendung von Vasopressin in der Routinediagnostik behindert.
Aufgrund der kurzen Halbwertszeit ist es bei der Routinediagnostik
nicht möglich,
Proben zu nehmen, das Plasma zu gewinnen, die Probe in das Labor
zu transportieren und im Labor die Diagnostik durchzuführen, einschließlich der
erforderlichen Tests, bevor Vasopressin ein kritisches Nachweisniveau
erreicht.
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Ferner
ist aufgrund der niedrigen in vivo-Stabilität von Vasopressin und den variablen
Ergebnissen aufgrund der Bindung an Blutplättchen und der Freisetzung
von diesen die Verwendung als Biomarker extrem eingeschränkt, und
zwar selbst bei einer optimierten Probenlogistik, da sich der Einfluss
des Abbaus rapide zeigt.
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Yamaji
et al., J. of Clin. Endocrinology and Metabolism, Vol. 59, Nr. 3,
Seiten 505 bis 512 beschreiben, dass Neurophysine und der Vorläufer Pro-Pressophysin
geeignete Marker für
Erkrankungen darstellen, die unter die Definition von Anspruch 1
fallen. Der immunologische Nachweis von Copeptin wird nicht erwähnt.
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WO 2004/006860 beschreibt
einen Antikörper,
der an Copeptin bindet, zielt jedoch auf den immunologischen Nachweis
von Vasopressin-Vorläufern
ab.
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Die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand darin, die Effekte der
nachteiligen Halbwertszeit von Vasopressin und der variablen Ergebnisse
bei Messungen zu überwinden
und ein Verfahren, eine Verwendung und einen Kit für den Nachweis
und die Bestimmung der Moleküle
zu entwickeln, die mit der Freisetzung von Vasopressin assoziiert
sind, und zwar spezieller von Copeptin, und zwar zur Diagnose von
kardiovaskulären Erkrankungen
und Sepsis.
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Diese
Aufgabe konnte auf der Grundlage überraschender Befunde erreicht
werden, dass bestimmte Fragmente des VP-Prohormons – d. h.
des Vorläufers
von Vasopressin – und
zwar insbesondere Copeptin als ein Werkzeug für die Bestimmung der physiologischen
Freisetzung von Vasopressin verwendet werden können, und zwar insbesondere
in Körperflüssigkeiten,
bei der Diagnose und bei der Überwachung
von kardiovaskulären
Erkrankungen und Sepsis.
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Die
Erzeugung der Fragmente, und zwar insbesondere von Copeptiden, korreliert
mit der Freisetzung von Vasopressin, da sich alle von dem gleichen
Vorläufer
ableiten.
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Ferner
wurde gefunden, dass die Stabilität der Vorläufer-Proteine, Fragmente und/oder Kombinationen
davon ex vivo überraschend
hoch war und die Fragmente, insbesondere Copeptin, für Routinezwecke vollständig geeignet
sind.
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Diese
Verknüpfung
zwischen den Fragmenten wie Copeptin und anderen Fragmenten der
Vorläufer-Peptide
macht sie geeignet als diagnostische Werkzeuge für alle Erkrankungen, bei denen Vasopressin eine
Rolle spielt. Insbesondere kann Copeptin daher bei der medizinischen
Diagnose zur Diagnose und zur Überwachung
einer Vielzahl von Erkrankungen verwendet werden, insbesondere von
kardiovaskulären
Erkrankungen und systemischen Entzündungen, insbesondere Sepsis.
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Ferner
betrifft die vorliegende Erfindung gemäß einer Ausführungsform
die Verwendung von Copeptin zur Diagnose von Erkrankungen, zur Verlaufskontrolle
und Prognose der oben erwähnten
Erkrankungen, bei denen Vasopressin eine Rolle spielt.
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Zur
Unterstützung
der Bestimmung der Krankheit können
klinische Daten zusätzlich
berücksichtigt werden.
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Es
ist möglich,
Aminosäuresequenzen
zu nutzen, die eine wenigstens 75%ige Homologie, vorzugsweise 80%ige
Homologie und am stärksten
bevorzugt eine wenigstens 90%ige Homologie zu Copeptin gemäß der vorliegenden
Erfindung aufweisen.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung wurden gemäß den nachfolgenden Beispielen
zwei Abschnitte (PATV17; PLAY17) der humanen Vasopressin-Neurophysin
2-Copeptin-Vorläufer-Aminosäuresequenz
als immunologische Bindungsstellen ausgewählt, die von spezifischen Antikörpern erkannt
werden sollten:
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Zu
Eichzwecken und zur Herstellung von Standardlösungen wurde ein Peptid, das
die beiden erwähnten
Bindungsstellen aufweist, verwendet (PAY33):
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Die
immunologischen Bindungsstellen PATV17 und PLAY17, die von spezifischen
Antikörpern
erkannt werden sollen, wurden so ausgewählt, dass sie die angenommene
Glykosylierungsstelle des Copeptins in Position 131 nicht beinhalten.
Das Vorhandensein oder Fehlen einer posttranslationalen Modifikation
(Glykosylierung) des bestimmten Copeptids sollte daher keinen entscheidenden
Einfluss auf die Erkennung von Copeptin in einem Assay aufweisen,
der derartige Antikörper
nutzt. Der Begriff "Copeptin" umschließt daher
das "nackte" Copeptin-Peptid
sowie posttranslational modifizierte Formen dieses Peptids.
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Wenn
jedes der oben erwähnten
Peptide wie nachfolgend beschrieben synthetisiert wurde, wurde an jede
Copeptin-Aminosäuresequenz
ein aminoterminaler Cysteinrest angefügt, und die Peptide wurden
chemisch als lösliche
Proteine nach den Verfahren synthetisiert, die dem Fachmann bekannt
sind. Sie wurden gereinigt und mittels Massenspektroskopie und Umkehrphasen-HPLC
qualitätskontrolliert
und in bestimmten Teilmengen lyophilisiert (Jerini AG, Berlin, Deutschland).
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Die
synthetisierten Peptide gemäß der vorliegenden
Erfindung wurden dazu verwendet, Antigene herzustellen, und dann
Tieren injiziert, um Antikörper
gegen Copeptin gemäß der vorliegenden
Erfindung zu erzeugen. Es können
zu diesem Zwecke unterschiedliche Verfahren zur Anwendung kommen,
die einem Fachmann bekannt sind.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
wurden die Peptide PATV17 und PLAY17 mit dem Trägerprotein Keyhole Limpet Hämocyanin
(KLH) über
MBS (m-Maleimidobenzoyl-N-hydroxysuccinimidester) konjugiert, und
zwar nach den Verfahren von Pierce, Rockford, IL, USA. Antikörper gegen
die oben erwähnten
Peptide wurden in Schafen erzeugt. Bei einer bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung wurden gegen die oben erwähnten Peptide
polyklonale Antikörper
erzeugt. Die Antikörper
wurden nach bekannten Verfahren gereinigt. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung wurde das vorzugsweise durch eine ligandenspezifische
Affinitätschromatographie
bewirkt, bei der man die Peptide über ihren aminoterminalen Cysteinrest
an SulfoLink-Gel von Pierce (Boston, USA) kuppelte, und zwar nach
dem Verfahren von Pierce. Bei einer bevorzugten Ausführungsform
waren die Antikörper
mit einem Marker markiert, um ihren Nachweis zu ermöglichen.
Der verwendete Marker ist vorzugsweise ein lumineszierender Marker,
und bei einer noch stärker
bevorzugten Ausführungsform
wurde der Antikörper
mit einem chemilumineszierenden Marker markiert, und gemäß einer
noch weiteren bevorzugten Ausführungsform
waren die Antikörper
gegen PATV17 (0413-pAK) und PLAY17 (0417-pAK) mit einem chemilumineszierenden
Marker markiert.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
die Verwendung der erzeugten Antikörper zum Nachweis von Copeptin
gemäß der vorliegenden
Erfindung in Proben von Körperflüssigkeiten,
sowie einen Kit, der eine bestimmte Menge an Antikörpern umfasst,
die spezifisch im Hinblick auf den Nachweis von Molekülen gemäß der vorliegenden
Erfindung sind. Es können
unterschiedliche Assays dazu verwendet werden, die Moleküle nachzuweisen,
wie sie dem Fachmann bekannt sind, die kompetitive oder Sandwich-Immunoassays
in manuellen, automatisierten oder Point-of-Care-Testformaten umfassen, wobei unterschiedliche
Arten von Markern zur Anwendung kommen.
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Verfahren
zum Nachweis der Bindung des Antikörpers an das entsprechende
Molekül
sind ebenfalls den Fachleuten bekannt. Alle derartigen bekannten
Assayformate können
im Kontext der Bestimmung von Copeptin verwendet werden. Es liegt
beispielsweise im Bereich der vorliegenden Erfindung, Copeptin mit
Hilfe einer Schnelltestvorrichtung zu bestimmen, beispielsweise
vom immunchromatographischen Typ, und zwar als sog. POC(Point of
Care)-Test. Die Bestimmung von Copeptin kann auch mit einem homogenen
Assay des sog. KRYPTOR®-Typs unter Anwendung
der sog. TRACE®-Technologie
durchgeführt
werden.
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Eine
bevorzugte Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung beschreibt die Verwendung von Antikörpern, die
gegen die oben erwähnten
Peptide erzeugt wurden, und zwar 0413-pAK und 0417-pAK, insbesondere
für einen
Zweiseiten-Immunoassay vom Sandwich-Typ. Eine weitere bevorzugte
Ausführungsform der
Erfindung beschreibt die Verwendung dieser Antikörper für den Nachweis und die Bestimmung
der Konzentration der Moleküle
der vorliegenden Erfindung, und zwar insbesondere von Copeptin in
verschiedenen Körperflüssigkeiten
und anderen Biomaterialien. Bei einer bevorzugten Ausführungsform
kann Copeptin in Konzentrationen über 50 pg/ml Körperflüssigkeit
nachgewiesen werden (1).
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Gemäß einer
Ausführungsform
beruht die Erfindung auf der entdeckten Langzeitstabilität von Copeptin
ex vivo in Plasma und Serum (Tabelle 2) und nutzt diese. In Plasma
und Serum waren die Copeptin-Spiegel selbst nach zwei Tagen Lagerung
bei Raumtemperatur überraschend
stabil. Somit ist Copeptin bei weitem geeigneter für diagnostische
Zwecke als Vasopressin.
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Eine
bevorzugte Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung beschreibt die Verwendung von Antikörpern, die
gegen PLAY17 und PATV17 erzeugt wurden, zum Nachweis von Copeptin
in gesunden Personen, in Patienten mit Sepsis, mit Herzinfarkt und
erhöhtem
arteriellen Blutdruck (2) sowie zur Bestimmung der Schwere
von chronischer oder Stauungs-Herzinsuffizienz (CHF) (4).
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Die
Erfindung gestattet ferner die Bestimmung des Vorhandenseins und
der Stabilität
der erfindungsgemäßen Moleküle, und
zwar insbesondere von Copeptin, in Körperflüssigkeiten, sowie die Bestimmung
des Unterschieds der Peptid-Konzentration in gesunden Kontrollen
und in Patienten mit ver schiedenen Erkrankungen, die die oben erwähnten einschließen (2; 4).
Der Median von gesunden Kontrollpersonen liegt bei etwa 13 pg/ml.
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Die
Erfindung beschreibt ferner eine signifikante Veränderung
der Konzentration des humoralen Biomarkers Copeptin in Körperflüssigkeiten
bei Krankheit, wobei die Krankheiten die obigen umfassen.
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Eine
bevorzugte Ausführungsform
der Erfindung beruht auf dem überraschenden
Befund einer hochsignifikanten Veränderung, d. h. eines etwa 10fachen
Anstiegs der Copeptin-Konzentration im Plasma von Sepsis-Patienten
(Median 150,5 pg/ml) und bei Herzinfarkt (Median 129,5 pg/ml), und
eines etwa 35fachen Anstiegs bei Patienten mit erhöhtem arteriellen
Blutdruck (Median 459,5 pg/ml).
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Bei
Patienten mit CHF korrelieren die gemessenen Copeptinspiegel gut
mit der Schwere der Krankheit, die allgemein unter Verwendung des
funktionellen Klassifikationssystems der New York Heart Association (NYHA)
bewertet wird, wobei die NYHA-Klassen I bis IV den folgenden typischen
funktionellen Kapazitäten entsprechen:
NYHA-Klasse I – asymptomatisch;
NYHA-Klasse II – Symptome
bei mäßiger Betätigung;
NYHA-Klasse III – Symptome
bei geringster Betätigung;
NYHA-Klasse IV – Symptome
(Atemnot) im Ruhezustand. Bei einer Studie, bei der die Copeptin-Spiegel
in Plasmaproben einer Gesamtheit von 348 CHF-Patienten bestimmt
wurden (25 in NYHA-Klasse I; 124 in NYHA-Klasse II; 127 in NYHA-Klasse
III; 72 in NYHA-Klasse IV; vergleiche Tabelle 1), zeigten die Mediane
für die
unterschiedlichen Klassen eine klare Tendenz (siehe die nachfolgende
Tabelle 1).
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Die
Erfindung stellt auch ein diagnostisches in vitro-Verfahren sowie
Kits, wie sie beansprucht werden, für die oben erwähnten Erkrankungen
bereit, wobei insbesondere einer oder mehrere Copeptin-Antikörper verwendet
werden.
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Beschreibung der Figuren
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1 zeigt
die Standardkurve für
den Sandwich-Immunoassay zur Bestimmung der Copeptin-Immunreaktivität unter
Verwendung von PAY33 als Standardmaterial.
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2 zeigt
die Konzentration der Copeptin-Immunreaktivität in Proben von gesunden Personen
und von unterschiedlichen Patientengruppen (Sepsis, Herzinfarkt
oder erhöhter
arterieller Blutdruck).
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3 zeigt
die Aminosäuresequenz
des Vasopressin-Prohormons (Ein-Buchstaben-Code; vergleiche auch
SEQ ID NO: 4).
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4 zeigt
die Konzentrationen der Copeptin-Immunreaktivität in Proben von Patienten mit
CHF (chronischer Herzinsuffizienz), die nach dem NYHA-Klassifikationssystem
klassifiziert wurden.
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Materialien, Verfahren und Messungen
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Beispiel 1
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Peptid-Synthese
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Peptide
wurden nach Standardarbeitsweisen, die dem Fachmann bekannt sind,
synthetisiert, und ihre Qualität
wurde durch Massenspektrometrie und Umkehrphasen-HPLC kontrolliert,
und sie wurden in Teilmengen lyophilisiert (Jerini AG, Berlin, Deutschland).
Die Aminosäuresequenzen
der Peptide sind die folgenden (Zahlen beziehen sich auf die entsprechenden
Positionen in den humanen-Pro-Vasopressin-Neurophysin 2-Copeptin-Vorläufern (Positionen
132–147
und 149–164): PATV
17 (132–147
+ N-terminaler Cysteinrest):
PLAY
17 (149–164
+ N-terminaler Cysteinrest):
Standard-Peptid
PAY 33 (132–164)
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Beispiel 2
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Konjugation und Immunisierung
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Peptide
der Sequenzen mit den IDs 1–2
wurden mittels MBS (m-Maleimidobenzoyl-N-hydroxysuccinimidester)
mit dem Trägerprotein
KLH (Keyhole Limpet Hemocyanin) konjugiert gemäß den Protokollen für "NHS-Ester-maleimide-crosslinkers" von PIERCE, Rockford,
IL, USA. Schafe wurden immunisiert, indem sie 100 μg Konjugat
erhielten (μg
gemäß dem Peptidgehalt
des Konjugats) sowie anschließend
50 μg des
Konjugats alle 4 Wochen (Menge bezogen auf den Peptidgehalt des
Konjugats). Beginnend im Monat 4 nach der Immunisierung wurden alle
vier Wochen 700 ml Blut von jedem Schaf abgenommen, und Antiserum
wurde durch Zentrifugation gewonnen. Konjugation, Immunisierungen
und die Produktion von Antiseren erfolgte durch MicroPharm, Carmerthenshire,
UK.
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Beispiel 3
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Reinigung von Antikörpern
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Die
polyklonalen Antikörper
aus Schafen wurden gereinigt unter Verwendung einer ligandenspezifischen
Affinitätsreinigung.
Für diesen
Schritt wurden die Peptide PATV 17 und PLAY 17 an SulfoLink-Gel,
das von Pierce (Boston, USA) geliefert wurde, gebunden. Die Bindung
erfolgte nach dem Protokoll von Pierce. 5 mg Peptid wurden pro 5
ml Gel zugesetzt.
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Kurz
gefasst wurden Kolonnen dreimal mit 10 ml Elutionspuffer (50 mM
Citronensäure,
pH 2,2) und Bindepuffer (100 mM Natriumphosphat, 0,1% Tween, pH
6,8) gewaschen. 100 ml Schaf-Antiserum wurden unter Verwendung eines
Filters mit einem Durchmesser von 0,2 μm filtriert und dem Kolonnenmaterial
zugesetzt, das aus der Kolonnne in einen Becher mit 10 ml Bindepuffer überführt worden
war. Das Material wurde über Nacht
bei Raumtemperatur durch leichte Rotation inkubiert. Das Material
wurde in leere Kolonnen überführt (NAP
25, Pharmacia, geleert). Die Eluate wurden verworfen. Anschließend wurden
die Kolonnen mit 250 ml Protein-freiem Bindepuffer gewaschen (Proteingehalt
des gewaschenen Eluats < 0,02
A 280 nm). Den gewaschenen Kolonnen wurde Elutionspuffer zugesetzt,
und es wurden Fraktionen von 1 ml gesammelt. Der Proteingehalt jeder
Fraktion wurde nach dem BCA-Verfahren
bestimmt (gemäß dem Protokoll
von PIERCE, Rockford, IL, USA). Fraktionen mit einem Proteingehalt > 0,8 mg/ml wurden vereinigt.
Nach der Bestimmung des Proteingehalts wurden 39 mg anti-PATV 17-Antikörper 0413-pAk
und 103 mg anti-PLAY 17-Antikörper 0417-pAk
gewonnen.
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Beispiel 4
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Markierung
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Der
anti-PLAY 17-Antikörper
0417-pAk wurde wie folgt behandelt: 500 μl der erzeugten Affinitäts-gereinigten
Antikörper
wurden über
eine NAP-5 Gelfiltrationkolonne (Pharmacia) gemäß dem Protokoll von Pharmacia
in 1 ml 100 mM Kaliumphosphatpuffer (pH 8.0) umgepuffert. Die Protein-Konzentration
der Antikörperlösung betrug
1,5 mg/ml.
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Zur
Markierung mit einem chemilumineszierenden Marker wurden 10 μl MA70-Akridinium-NHS-Ester (1
mg/ml; Hoechst Behring) zu 67 μl
Antikörperlösung zugesetzt
und es wurde 15 Minuten bei Raumtemperatur inkubiert. Dann wurden
423 μl 1
M Glycin zugesetzt, und es wurde 10 Minuten inkubiert. Die Lösung wurde
in 1 ml Lösemittel
A (50 mM Kaliumphosphat, 100 mM NaCl, pH 7,4) umgepuffert, und zwar
unter Verwendung einer NAP-5 Gel-Filtrationskolonne gemäß den Protokollen
von Pharmacia. Für
die endgültige
Eliminierung von ungebundenem Marker erfolgte eine Gel-Filtrations-HPLC
(Säule:
Waters Protein Pak SW300). Die Probe wurde zugegeben und bei einer
Durchflussgeschwindigkeit von 1 ml/Minute in Lösemittel A chromatographiert. Der
Durchfluss wurde kontinuierlich mit einem UV-Messgerät bei der
Wellenlänge
von 280 und 368 nm überwacht,
um den Grad der Markierung zu bestimmen. Das Absorptionsverhältnis 368/280
nm von markiertem Antikörper
betrug 0,1. Die Fraktionen, die monomere Antikörper enthielten, wurden gesammelt
(Retentionszeit 8–10
Minuten) und in 3 ml 100 mM Natriumphosphat, 150 mM NaCl, 5% Rinderserumalbumin,
0,1% Natriumazid, pH 7,4, aufgenommen.
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Beispiel 5
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Kupplung
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Der
anti-PATV 17-Antikörper
0413-pAk wurde an bestrahlten 5 ml-Polystyrolröhrchen immobilisiert (Greiner,
Deutschland). Für
diese Prozedur wurde die Antikörperlösung auf
eine Proteinkonzentration von 6,6 μg/ml mit 50 mM Tris, 100 mM
NaCl, pH 7,8 verdünnt.
Pro Röhrchen
wurden 300 μl
der verdünnten
Proteinlösung
pipettiert. Diese wurden 20 Stunden bei 22°C inkubiert, und die Lösung wurde
entfernt. Dann wurden jedem Röhrchen
4,2 ml 10 mM Natriumphosphat, 2% Karion FP, 0,3% Rinderserumalbumin,
pH 6,5 zugesetzt. Nach 20 Stunden wurde die Lösung entfernt, und die Röhrchen wurden
in einem Vakuumtrockner getrocknet.
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Beispiel 6
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Immunoassay
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Es
wurde der folgende Assay-Puffer verwendet: 100 mM Natriumphosphat,
150 mM NaCl, 5% Rinderserumalbumin, 0,1% unspezifierte Schaf-IgG,
0,1% Natriumazid, pH 7,4.
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Die
Copeptin-Konzentration von EDTA-Plasma von gesunden Personen und
Patienten mit unterschiedlichen Erkrankungen/Erkrankungen, die oben
erwähnt
wurden, wurde bestimmt, und zwar insbesondere von Herzerkrankungen
und Kreislauferkrankungen.
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Als
Standardmaterial wurde das chemische synthetisierte Peptid (Peptid
PAY 33) verwendet, das den Positionen 132–164 des Vasopressin-Neurophysin
2-Copeptin-Vorläufers
entspricht. Der Standard wurde im normalen Pferdeserum (Sigma) verdünnt.
-
In
die Teströhrchen
wurden 100 μl
Standard oder Probe sowie 100 μl
Assay-Puffer pipettiert. Die Röhrchen
wurden zwei Stunden bei 22°C
unter leichtem Rotieren inkubiert. Nach einem 4-maligem Waschen
mit 1 ml Waschpuffer (0,1 Tween 20) wurde der Überstand verworfen. Dann wurden
200 μl Assay-Puffer, die 1 Million
RLU (relative Lichteinheiten) des MA70-markierten Antikörpers enthielten,
zugesetzt, und es wurde für weitere
zwei Stunden bei einer leichten Rotation bei 22°C inkubiert. Nach einem 4-maligen
Waschen mit 1 ml Waschpuffer (0,1% Tween 20) wurde die an das Röhrchen gebundene
Chemilumineszenz in einem Luminometer bestimmt (Berthold, LB952T,
Grundreagenzien B.R.A.H.M.S AG). Unter Verwendung der Software MultiCalc
(Spline Fit) wurden die Konzentrationen der Proben bestimmt.
-
Beispiel 7
-
Bestimmung der Copeptin-Konzentration
-
Der
Begriff Copeptin-Immunreaktivität
beschreibt die Menge an Substrat, die mit dem entwickelten Sandwich-Immunoassay
nachgewiesen wird. Der Sandwich-Immunoassay verwendet Antikörper, die
gegen die Positionen 132–147
und 149–164
des Vasopressin-Neurophysin 2-Copeptin-Vorläufers erzeugt wurden, zum Nachweis
des Substrats. Eine typische Standard kurve für den entwickelten Assay ist
in 1 beschrieben. Unter Verwendung des Assays können Konzentrationen
von mehr als 50 pg/ml Copeptinreaktivität in Plasma oder Serum quantitativ
bestimmt werden.
-
Beispiel 8
-
Konzentration der Copeptin-Immunreaktivität bei gesunden
Personen und im Krankheitszustand
-
Serum
und Plasma von gesunden Personen und von Patienten, die an verschiedenen
Krankheiten litten, die Sepsis, Herzinfarkt und erhöhten arteriellen
Blutdruck umfassten, wurden analysiert (2): Die
Copeptin-Immunreaktivität
wurde bestimmt. Verglichen mit gesunden Personen war die Copeptin-Immunoreaktivität bei Krankheit überraschend
erhöht.
Gesunde Personen zeigten einen Median von etwa 13 pg/ml, Sepsis-Patienten einen Median
von etwa 150 pg/ml, bei Herzinfarkt betrug der Median etwa 129 pg/ml,
und bei einem erhöhten
arteriellen Blutdruck betrug der Median etwa 459 pg/ml.
-
Beispiel 9
-
Konzentration der Copeptin-Immunreaktivität bei Patienten
mit chronischer Herzinsuffizienz (CHF) der NYHA-Klassen I bis IV
-
In
Serum- und Plasmaproben einer Gesamtheit von 348 CHF-Patienten (25 in
NYHA-Klasse I; 124 in NYHA-Klasse II; 127 in NYHA-Klasse III; 72
in NYHA-Klasse IV; vergleiche Tabelle 1) wurden unter Verwendung
des oben beschriebenen Assays die Copeptin-Spiegel bestimmt. Die
Ergebnisse sind in Diagrammform in
4 gezeigt.
Wie zu erkennen ist, zeigten die Mediane der Copeptin-Konzentration
in pg/ml für
die unterschiedlichen Klassen eine klare Tendenz zum Anstieg, indem
der Median für
Patienten der NYHA-Klasse I zu 20,30 pg/ml ermittelt wurde, bei
Klasse II zu 33,25 pg/ml, bei Klasse III zu 49,60 pg/ml, und bei
Klasse IV zu 85,80 pg/ml (vergleiche die statistischen Daten in
der nachfolgenden Tabelle 1). Tabelle 1
| | NYHA
I | NYHA
II | NYHA
III | NYHA
IV |
| Zahl
der Werte | 25 | 124 | 127 | 72 |
| Median | 20,30 | 33,25 | 49,60 | 85,80 |
| Mittel | 27,00 | 45,32 | 63,91 | 184,7 |
| Untere
95% CI des Mittels | 17,45 | 38,79 | 55,29 | 118,9 |
| Obere
95% CI des Mittels | 36,56 | 51,86 | 72,54 | 250,5 |
-
Das
Ergebnis, dass es eine enge Korrelation der Schwere von CHF mit
den Copeptin-Spiegeln in Plasma gibt, macht Copeptin zu einem Biomarker-Kandidaten
zur Verwendung bei der Diagnose (positive oder negative Diagnose)
von CHF, zur Überwachung
des Verlaufs und der Entwicklung von CHF und zur Überwachung
und Kontrolle einer CHF-Therapie. Ferner kann, angesichts gegenwärtiger Versuche,
die Nützlichkeit von
Vasopressin-Rezeptorantagonisten bei der Therapie der Herzinsuffizienz
zu bewerten [27], die Bestimmung von Copeptin in Serum- oder Plasma-Proben
von Patienten mit Herzinsuffizienz die Identifikation solcher Patienten
gestatten, die stärker
als andere von einer Behandlung mit Vasopressin-Rezeptorantagonisten profitieren würden.
-
Beispiel 10
-
Stabilität der Copeptin-Immunreaktivität
-
Die
Copeptin-Immunreaktivität
in Plasma und Serum erwies sich als überraschend stabil (Tabelle
2). Tabelle 2 zeigt die ex vivo-Stabilität von endogenem immunreaktivem
Copeptin in Serum und Plasma von Sepsis-Patienten. TABELLE 2
| Probe | Lagerung
(Tage/Temperatur) | Wiederfindung
(%) |
| Serum
(n
= 3) | 1
Tag/4°C
2
Tage/4°C
1
Tag/RT
2 Tage/RT | 98,0%
99,2%
94,1%
103,7 |
| Plasma
(n
= 5) | 1
Tag/4°C
2
Tage/4°C
1
Tag/RT
2 Tage/RT | 103,4%
101,6%
99,9%
104,9% |
-
Selbst
nach zwei Tagen Lagerung bei Raumtemperatur (RT) konnte keine Abnahme
der Immunreaktivität
festgestellt werden.
-
Somit
ist die ex vivo-Stabilität
der Copeptin-Immunreaktivität überraschend
deutlich erhöht
im Vergleich mit Vasopressin.
-
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-
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