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Diese
Erfindung bezieht sich auf ein wäßriges System
mit einem hohen pH und einem Rheologiemodifizierungspolymer.
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Rheologiemodifizierer
werden in wäßrigen Reinigungsprodukten
wie zum Beispiel Shampoo zur Erhöhung
der Viskosität
bei niedrigen Scherraten verwendet, während die Fließeigenschaften
des Produktes bei höheren
Scherraten beibehalten werden. Überdies
liefern Rheologiemodifizierer effektive, wärmealterungsstabile Suspensionen
aus partikulärem
Material oder Kügelchen,
dispergiert in der wäßrigen Phase.
Für diesen Zweck
ist eine Vielzahl von Copolymer-Verdickungsmitteln aus Vinylmonomeren
verwendet worden. Beispielsweise offenbart die
US-Anmeldung, Veröffentlichungsnummer 2004/0063855 ,
ein Acrylemulsionspolymer von Methacrylsäure, einem Alkylacrylat, Acrylsäure und
Stearyloxypoly(ethylenoxy)
20-ethylmethacrylat.
Solche Verdickungsmittel sollen jedoch in Endprodukten mit nahezu
neutralen pH-Werten
verwendet werden. Im Gegensatz dazu können industrielle Reinigungszusammensetzungen
und einige Körperpflegeprodukte
pH-Werte von mindestens 10 haben.
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EP 0329419 offenbart Reinigungszusammensetzungen,
die vernetzte polymere Verdickungsmittel und Hypochloritbleiche
enthalten.
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Das
von der vorliegenden Erfindung angesprochene Problem ist der Bedarf
nach einem Rheologiemodifizierungspolymer mit guter Stabilität und vorteilhaften
rheologischen Eigenschaften bei einem hohem pH.
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Darlegung der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung gestaltet sich in ihren verschiedenen Aspekten
wie in den anhängenden
Ansprüchen
angegeben.
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Die
vorliegende Erfindung liefert eine wäßrige Zusammensetzung mit einem
pH von mindestens 10 und umfassend von 0,1 % bis 5 % mindestens
eines vernetzten Copolymers, umfassend von 2,5 % bis 65 % (Meth)acrylsäure-Reste,
von 10 % bis 80 % C2-C4-Alkyl(meth)acrylat-Reste, von 2 % bis 25
% lipophil modifizierte (Meth)acrylat-Reste und Reste eines Vernetzungsmittels
ohne Ester- oder Amidfunktionalität.
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Ausführliche Beschreibung
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Die
Prozentsätze
beziehen sich auf Gewichtsprozent, basierend auf der gesamten Zusammensetzung,
sofern nicht anders spezifiziert. Wie hierin verwendet, bezieht
sich der Ausdruck „(Meth)acryl" auf Acryl oder Methacryl
und „(Meth)acrylat" auf Acrylat oder
Methacrylat. Der Ausdruck „Acrylpolymere" bezieht sich auf
Polymere von Acrylmonomeren, d. h., Acrylsäure (AA), Methacrylsäure (MAA)
und deren Ester, und Copolymere, die mindesten 50 % Acrylmonomere
umfassen. Ester von AA und MAA umfassen, sind aber nicht beschränkt auf,
Methylmethacrylat (MMA), Ethylmethacrylat (EMA), Butylmethacrylat
(BMA), Hydroxyethylmethacrylat (HEMA), Methylacrylat (MA), Ethylacrylat
(EA), Butylacrylat (BA), Ethylhexylacrylat (EHA) und Hydroxyethylacrylat
(HEA) sowie andere Alkylester von AA oder MAA, einschließlich der
nachstehend beschriebenen lipophil modifizierten Monomere. Bevorzugt
verfügen
Acrylpolymere über
mindestens 75 % Monomerreste, abgeleitet von (Meth)acrylsäure oder
(Meth)acrylatmonomeren, stärker
bevorzugt mindestens 90 %, stärker bevorzugt
mindestens 95 % und am stärksten
bevorzugt mindestens 98 %. Der Ausdruck „Vinylmonomer" bezieht sich auf
ein Monomer, das für
die Additionspolymerisation geeignet ist und eine einzelne polymerisierbare Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung
enthält.
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Das
lipophil modifizierte Copolymer, das gemäß der Erfindung verwendet wird,
enthält
lipophil modifizierte (Meth)acrylat-Reste, von denen jeder entweder
eine oder mehrere lipophile Gruppen enthalten kann. Gemäß einer
Ausführungsform
befinden sich solche Gruppen geeigneterweise in derselben Copolymerkomponente
wie und angelagert an hydrophile Ketten wie beispielsweise Polyoxyethylenketten.
Gemäß einer
anderen Ausführungsform
kann das Copolymer eine Vinylgruppe enthalten, die zur Copolymerisierung
des Polymers an andere Vinyl-enthaltende Komponenten verwendet werden
kann, um die Eigenschaften des Polymers zu verändern oder zu verbessern. Alternativ
können
andere Copolymerisationssysteme verwendet werden. Die polymerisierbare
Gruppe kann an die lipophile Gruppe direkt oder indirekt, zum Beispiel über eine oder
mehrere, zum Beispiel bis zu 60, bevorzugt bis zu 40, wasserlösliche Linkergruppen,
zum Beispiel -CH[R]CH2O- oder -CH[R]CH2NH-Gruppen,
worin R Wasserstoff oder Methyl ist, angelagert sein. Alternativ kann
die polymerisierbare Gruppe an die lipophile Gruppe durch die Umsetzung
der hydrophilen, zum Beispiel Polyoxyethylen-, Komponente mit einer
Urethanverbindung, die Ungesättigtheit
enthält,
angelagert werden. Das Molekulargewicht der lipophil modifizierenden
Gruppe oder Gruppen wird bevorzugt zusammen mit der Anzahl dieser
Gruppen so ausgewählt,
daß das
erforderliche minimale Ausmaß an
Lipophilie in dem Copolymer erhalten und bevorzugt die Leistung
in einem breiten Bereich von Systemen zufriedengestellt wird.
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Die
Menge der lipophil modifizierten Komponente in den Copolymeren,
die in der vorliegenden Erfindung verwendet werden können, beträgt bevorzugt
mindestens 5 %, stärker
bevorzugt mindestens 10 % und am stärksten bevorzugt mindestens
16 % und bevorzugt nicht mehr als 20 %.
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Die
lipophil modifizierenden Gruppen selbst sind bevorzugt geradkettige,
gesättigte
Alkylgruppen, können
aber Aralkyl- oder Alkyl-carbocyclische Gruppen wie Alkylphenylgruppen
mit mindestens 6 und bis zu 30 Kohlenstoffatomen sein, obgleich
verzweigtkettige Gruppen auch in Betracht gezogen werden. Selbstverständlich können die
Alkylgruppen entweder synthetischen oder natürlichen Ursprungs sein und
insbesondere in letzterem Fall einen breiten Bereich an Kettenlängen aufweisen.
Beispielsweise kann natürlich
vorkommende Stearinsäure
sogar von kommerziell reiner Qualität nur etwa 90 % Stearinketten,
bis zu etwa 7 % Palmitinketten und einen gewissen Anteil anderer
Ketten enthalten, und minderwertige Produkte können wesentlich weniger Stearinsäure enthalten.
Hierin soll sich der Verweis auf die Kettenlänge solcher Gruppen auf die
dominierende Kettenlänge,
die in mehr als 50 %, bevorzugt mehr 75 % der Ketten vorhanden ist,
beziehen.
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Ein
wichtiges untergeordnetes Merkmal der Erfindung ist, daß die Kettenlänge der
lipophil modifizierenden Gruppen minimiert ist und die Alkylkettenlänge, oder
dominierende Kettenlänge,
bevorzugt unter 25, stärker
bevorzugt bei 8 bis 22 und am stärksten
bevorzugt bei 10 bis 18 Kohlenstoffatomen liegt. Die hydrophile Komponente
des lipophil modifizierten Copolymers kann geeigneterweise eine
Polyoxyethylenkomponente sein, die bevorzugt mindestens eine Kette
aus mindestens 2, bevorzugt mindestens 5, stärker bevorzugt mindestens 10
und bis zu 60, bevorzugt bis zu 40, stärker bevorzugt bis zu 30 Ethylenoxideinheiten
umfaßt.
Solche Komponenten werden für
gewöhnlich
in einem Gemisch aus Kettenlängen
produziert.
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Bevorzugt
sind die C2-C4-Alkyl(meth)acrylat-Reste
in dem Copolymer, das in dieser Erfindung verwendet wird, C2-C3-Alkyl(meth)acrylat-Reste
und am stärksten
bevorzugt EA. Bevorzugt beträgt
die Menge an C2-C4-Alkyl(meth)acrylat-Resten
mindestens 20 %, stärker
bevorzugt mindestens 30 %, stärker
bevorzugt mindestens 40 % und am stärksten bevorzugt mindestens
50 %. Bevorzugt beträgt
die Menge an C2-C4-Alkyl(meth)acrylat-Resten
nicht mehr als 70 %, stärker
bevorzugt nicht mehr als 65 % und am stärksten bevorzugt nicht mehr
als 60 %. Bevorzugt beträgt
die Menge an (Meth)acrylsäure-Resten
in dem Copolymer, das in der vorliegenden Erfindung verwendet wird,
mindestens 15 %, stärker
bevorzugt mindestens 17,5 %, stärker bevorzugt
mindestens 20 % und am stärksten
bevorzugt mindestens 25 %. Bevorzugt beträgt die Menge an (Meth)acrylsäure-Resten
nicht mehr als 65 %, stärker
bevorzugt nicht mehr als 50 %, stärker bevorzugt nicht mehr als
40 % und am stärksten
bevorzugt nicht mehr als 35 %. (Meth)acrylsäure-Reste werden in das Copolymer
durch den Einschluß von
entweder (Meth)acrylsäure
oder eines (Meth)acrylsäureoligomers
mit einer polymerisierbaren Vinylgruppe in das Monomergemisch, das
zur Erzeugung des Copolymers verwendet wird, eingeführt. Bevorzugt
enthält
das Copolymer Reste, abgeleitet von Acrylsäure, in einer Menge von nicht
mehr als 30 %, stärker
bevorzugt nicht mehr als 27,5 %, stärker bevorzugt nicht mehr als
25 % und am stärksten bevorzugt
nicht mehr als 22 %. Bevorzugt enthält das Copolymer Reste, abgeleitet
von Acrylsäure,
in einer Menge von mindestens 2,5 %, stärker bevorzugt mindestens 5
%, stärker
bevorzugt mindestens 7,5 %, stärker bevorzugt
mindestens 10 % und am stärksten
bevorzugt mindestens 15 %.
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Gegebenenfalls
enthält
das Copolymer auch 2 % bis 25 %, bevorzugt 5 % bis 20 %, eines hydrophilen Comonomers,
bevorzugt eines mit Hydroxyl-, Carbonsäure- oder Sulfonsäurefunktionalität. Beispiele
hydrophiler Comonomere umfassen 2-Hydroxyethyl(meth)acrylat (HEMA
oder HEA), Itaconsäure
und Acrylamido-2-methylpropansulfonsäure.
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Die
wäßrigen Zusammensetzungen
der vorliegenden Erfindung enthalten 0,5 % bis 5 % zumindest eines
Copolymers; d. h., die Gesamtmenge des/der Copolymers/Copolymere
liegt in diesem Bereich. Bevorzugt beträgt die Menge an Copolymer in
der wäßrigen Zusammensetzung
mindestens 0,75 %, stärker
bevorzugt mindestens 1 % und am stärksten bevorzugt mindestens
1,25 %. Bevorzugt beträgt
die Menge an Copolymer in der wäßrigen Zusammensetzung
nicht mehr als 4 %, stärker
bevorzugt nicht mehr als 3 % und am stärksten bevorzugt nicht mehr
als 2,5 %. Bevorzugt ist das Copolymer ein Acrylpolymer. Das Copolymer
kann in wäßriger Dispersion
oder in trockener Form in ein zu verdickendes wäßriges System gemischt werden,
gefolgt von einer geeigneten Zugabe eines sauren oder basischen
Materials, wie erforderlich.
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Bevorzugt
beträgt
der pH der wäßrigen Zusammensetzung
mindestens 10,5. In einer Ausführungsform
der Erfindung beträgt
der pH mindestens 11. Bevorzugt beträgt der pH nicht mehr als 14,
stärker
bevorzugt nicht mehr als 13. In einer Ausführungsform der Erfindung beträgt der pH
nicht mehr als 12.
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Die
wäßrigen Zusammensetzungen
der vorliegenden Erfindung enthalten bevorzugt 0,5 % bis 25 % zumindest
eines grenzflächenaktiven
Mittels; d. h., die Gesamtmenge an grenzflächenaktivem Mittel(n) liegt
in diesem Bereich. Bevorzugt enthalten die wäßrigen Zusammensetzungen der
vorliegenden Erfindung mindestens 1 % von mindestens einem grenzflächenaktiven
Mittel. Bevorzugt enthält
die wäßrige Zusammensetzung nicht
mehr als 10 %, stärker
bevorzugt nicht mehr als 4 % und am stärksten bevorzugt nicht mehr
als 2,5 % von mindestens einem grenzflächenaktiven Mittel.
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Das/die
grenzflächenaktive(n)
Mittel ist/sind bevorzugt aus den Gruppen anionischer grenzflächenaktiver
Mittel, gekennzeichnet durch löslichmachende
Carboxylat-, Sulfonat-, Sulfat- oder Phosphat-Gruppen, und nicht-ionischer
grenzflächenaktiver
Mittel, gekennzeichnet durch Amid- oder Hydroxylgruppen oder Ethylenoxidketten
ausgewählt.
Kationische, amphotere oder zwitterionische grenzflächenaktive
Mittel können
auch oder alternativ verwendet werden, vorausgesetzt, sie sind mit
dem verdickenden Copolymer und den anderen Inhaltsstoffen des wäßrigen Systems
in den von der Erfindung geforderten Mengen kompatibel. Kationische grenzflächenaktive
Mittel, gekennzeichnet durch löslichmachende
Amin- oder Ammonium-Gruppen, und/oder amphotere grenzflächenaktive
Mittel, gekennzeichnet durch Kombinationen der anionischen und kationischen, löslichmachenden
Gruppen, können
ausgewählt
werden. Bevorzugte grenzflächenaktive
Mittel zur Verwendung in der Praxis der Erfindung können aus
den C8-C18-Fettsäuren oder
ihren wasserlöslichen
Salzen, wasserlöslichen
Sulfaten von C8-C18-Alkoholen,
sulfonierten Alkylarylverbindungen, wie beispielsweise Dodecylbenzolsulfonat,
Alkylphenoxypolyethoxyethanolen, beispielsweise mit C7-C18-Alkylgruppen und 9 bis 40 oder mehr Oxyethyleneinheiten,
Ethylenoxidderivaten langkettiger Carbonsäuren, zum Beispiel Laurin-,
Myristin-, Palmitin- oder Ölsäuren, Ethylenoxidderivaten
langkettiger Alkohole, zum Beispiel von Lauryl- oder Cetylalkoholen,
Alkanolamiden und Polyglucosiden, zum Beispiel den Alkylpolyglucosiden,
ausgewählt
sein. Geeignete kationische grenzflächenaktive Mittel können beispielsweise
Laurylpyridiniumchlorid, Octylbenzyltrimethylammoniumchlorid, Dodecyltrimethylammoniumchlorid
und Ethylenoxidkondensate primärer
Fettsäureamine
sein.
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Die
Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung kann gegebenenfalls andere
Inhaltsstoffe umfassen, zum Beispiel Salze, Co-Rheologiemodifizierer
(z. B. LaponiteTM-Ton, Celluloseerzeugnisse,
Carrageenan, Xanthan, andere Acryl- oder Urethan-Rheologiemodifizierer), organische oder
anorganische Teilchen (einschließlich zum Beispiel Abriebmittel,
Kügelchen,
Glimmer, eingekapselte Ölkügelchen),
dispergierte Flüssigkeiten,
Dispergiermittel, Biozide, Enzyme, Bleiche, Erweichungsmittel, Duftstoffe,
Farbstoffe, Thioglycolsäure usw.
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Das
Copolymer der vorliegenden Erfindung ist vernetzt, das heißt, ein
Vernetzungsmittel, ausgewählt aus
Trimethylolpropandiallylether, Tetraallylpentaerythritol, Triallylpentaerythritol,
Diallylpentaerythritol und Allylsaccharosen, wird während der
Polymerisation mit den Copolymerkomponenten eingeführt. Das
Vernetzungsmittel verfügt
nicht über
Ester- oder Amidfunktionalität.
Trimethylolpropandiallylether (TMPDE) und Tetraallylpentaerythritol
sind besonders bevorzugt. Die Menge an Vernetzungsmittelrest in
dem Polymer beträgt typischerweise
mindestens 0,01 %, bevorzugt mindestens 0,1 %, basierend auf dem
Gewicht der Copolymerkomponenten. Bevorzugt beträgt die Menge an Vernetzungsmittelrest
in dem Polymer nicht mehr als 2,5 %, stärker bevorzugt nicht mehr als
2,2 %. In einer Ausführungsform
der Erfindung, in der das Vernetzungsmittel difunktionell ist, z.
B. Divinylbenzol, beträgt
die Menge an Vernetzungsmittelrest in dem Polymer bevorzugt mindestens
0,5 %, stärker
bevorzugt mindestens 1 % und am stärksten bevorzugt mindestens
1,5 %. In einer anderen Ausführungsform
der Erfindung, in der das Vernetzungsmittel mehr als difunktionell
ist, beträgt
die Menge an Vernetzungsmittelrest in dem Polymer bevorzugt nicht
mehr als 1,0 %, stärker
bevorzugt nicht mehr als 0,5 %. Weitere Reste anderer Vernetzungsmittel,
die Ester- oder Amidgruppen enthalten, können vorliegen.
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In
einer Ausführungsform
der Erfindung wird das Copolymer bei der Verwendung eines Vernetzungsmittels
in Gegenwart eines Kettenübertragers
hergestellt. Beispiele für
geeignete Kettenübertrager
sind Kohlenstofftetrachlorid, Bromoform, Bromtrichlormethan und
Verbindungen mit einer Mercaptogruppe, einschließlich 3-Mercaptopropionsäure, oder
langkettigen Alkylmercaptanen und Thioestern wie Dodecyl-, Octyl-,
Tetradecyl- oder Hexadecyl-mercaptanen oder Butyl-, Isooctyl- oder Dodecyl-thioglycolaten.
Sofern verwendet, liegt die Menge an Kettenübertrager für gewöhnlich zwischen 0,01 % und
5 %, bevorzugt 0,1 % und 1 %, basierend auf dem Gewicht der Copolymerkomponenten.
Wird das Vernetzungsmittel in Verbindung mit einem Kettenübertrager
verwendet, was für
Polymerisationszwecke widersprüchliche
Vorgänge
sind, ist nicht nur eine außergewöhnliche
Effizienz sondern auch eine hohe Kompatibilität mit hydrophilen grenzflächenaktiven
Mitteln zu beobachten, was sich in der erhöhten Produktklarheit manifestiert.
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Der
Rheologiemodifizierer kann durch Copolymerisierung der Monomere
unter Verwendung bekannter wäßriger oder
inverser Emulgierverfahren bei einem sauren pH, inverser Emulsionspolymerisation
bei neutralem pH oder Ausfällungs-
oder Lösungspolymerisationsverfahren
hergestellt werden. In solchen Verfahren können andere geeignete Additive,
die in der Technik bekannt sind, zum Beispiel ein Radikalinitiator
wie Peroxid- oder Diazoverbindungen und gegebenenfalls Kettenüberträger verwendet
werden. Geeignete Peroxidverbindungen können Peroxide, Hydroperoxide,
Persulfate oder organische Peroxide sein und eine geeignete Menge
an Initiator kann 0,01 bis 3 Gew.-% der Komponenten des Copolymers
betragen. Die Copolymerisationstemperatur beträgt für gewöhnlich 25 °C bis 92 °C, stärker bevorzugt 60 °C bis 90 °C. Die Copolymeremulsion
kann durch Filtration gewonnen werden, und das Copolymer kann nach
Bedarf in trockener Form durch Sprühtrocknung oder Koagulation
bereitgestellt werden. Die
US-Patente
Nr. 4,384,096 ,
4,663,385 ,
4,429,097 und
4,514,552 können für weitere allgemeine und spezifische
Details über
geeignete Copolymerisations- und Gewinnungstechniken und geeignete
Monomere und Additive zugezogen werden. Das Molekulargewicht des unvernetzten
lipophil modifizierten Copolymers liegt für gewöhnlich im Bereich von 100.000
bis 1 Million.
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Eine
besondere wäßrige Zusammensetzung,
in der das Copolymer nützlich
ist, ist ein Reinigungsmittel für
harte Oberflächen.
Typische Komponenten eines Reinigungsmittels für harte Oberflächen umfassen
neben dem oben erwähnten
Copolymerverdicker und dem grenzflächenaktiven Mittel ausreichend
Base zum Erhalt eines pHs von 10–13 und optionale Inhaltsstoffe,
einschließlich
0,25–5
% Elektrolyt, 1–10
% Glycol und 0,5–5
% Silikatsalze, z. B. Kalium- oder Natriumsilikat oder -metasilikat.
Typischerweise ist das verwendete grenzflächenaktive Mittel entweder
ein nicht-ionisches oder ein anionisches grenzflächenaktives Mittel oder ein
Gemisch aus beiden. Das Copolymer kann auch in einem Abriebreinigungsmittel
für harte
Oberflächen,
das neben den oben aufgelisteten Inhaltsstoffen 5–35 % Calciumcarbonat
enthält,
verwendet werden.
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Eine
andere wäßrige Zusammensetzung,
in der das Copolymer verwendet werden kann, ist ein Enthaarungsmittel.
Typische Komponenten eines Enthaarungsmittels umfassen das Copolymer,
Thioglycolsäure oder
deren Salze, Alkali zum Erhalt eines pHs von 11–13 und optionale Inhaltsstoffe,
einschließlich
Calciumhydroxid, Glycerin, nicht-ionische und/oder anionische grenzflächenaktive
Mittel, Mineralöl,
Fettalkohol und Natriumsilikat. (Siehe Chemistry and Manufacture
of Cosmetics, 3. Auflage, Bd. 2, Kap. 11; Allured Publishing Corp.,
Carol Stream IL, 2000).
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Das
Copolymer kann auch in Haarentspannungsformulierungen in Cremeform
verwendet werden. Andere Inhaltsstoffe dieser Formulierungen umfassen
1–10 %
Glycol, 5–20
% Petrolatum, Base zum Erhalt eines pHs von 10,5–13 und optionale Inhaltsstoffe,
einschließlich
0,5–10
% Guanidin, 0,5–10
% nicht-ionische grenzflächenaktive
Mittel, 1–10
% Mineralöl,
1–15 %
Fettalkohol und 0,2–2
% kationisches Polymer. (Siehe Chemistry and Manufacture of Cosmetics,
3. Auflage, Bd. 2, Kap. 17, 19; Allured Publishing Corp., Carol
Stream IL, 2000).
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Andere
Formulierungen, in denen das Copolymer verwendet werden kann, umfassen
Haargel (Alkohol-enthaltend und alkoholfrei); Haarstylingcreme,
-paste oder -gummi; Shampoo, Conditioner, 2 in 1-Konditioniershampoo,
Körperwäsche/Duschgel,
Flüssigseife,
Sonnenschutzlotionen und -sprays, Tönungslotionen, Hautpflegelotionen,
Zweikomponenten-Haarfarbstoffe, Dauerwellenformulierungen, Reinigungsmittel
für Textilien
und harte Oberflächen,
z. B., Waschmittel, flüssige
Geschirrspülmittel,
Handgeschirrspülmittel,
Fleckenloser, Ofenreiniger und Glas/Fensterreiniger, und Verdickungsmittel
aller Arten von Alkohol- oder Wasser/Alkohol-Formulierungen. Das
Copolymer kann auch als ein polymerer Emulgator mit oder ohne Coemulgatoren oder
grenzflächenaktive
Mittel verwendet werden.
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BEISPIEL
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Herstellung der Testproben:
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- 1. Abwiegen von 50 g einer Grundlage für ein Reinigungsmittel
für harte
Oberflächen in ein kleines Becherglas.
- 2. Abwiegen von ausreichend Copolymer für 2,0 % Copolymer in der Endformulierung.
Vorverdünnen
von Rheologiemodifizierer mit 5,0 g deionisiertem Wasser.
- 3. Zugeben von verdünntem
Polymer in das Becherglas unter Rühren. Mischen, bis vollständig eingemischt.
- 4. Einstellen des pHs der Formulierung auf 11 mit einer 10 %igen
NaOH-Lösung.
- 5. q.s. auf 60 g insgesamt mit deionisiertem Wasser. Die Probe
kann über
eine Stunde äquilibrieren
und der pH wird wenn notwendig mit NaOH oder Zitronensäure eingestellt.
- 6. Teilen der Probe. Zu einem Teil werden 0,1 g Polyethylenkügelchen
gegeben und zum Einmischen gemischt. Der zweite Teil wird für die Rheologiemessungen
verwendet.
- 7. Messen der Rheologie der Probe nach einem Tag bei Raumtemperatur
und nach Wärmealterung
bei 45 °C
oder 60 °C. Überwachen
der Kügelchensuspension
bei Raumtemperatur, 45 °C,
60 °C.
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Liste der Polymere
| Eintrag | Copolymerzusammensetzung |
| Polymer
1 Vgl. | 18
Lipo1a/52 EA/10 MAA/20 AA//0,2 DAP/0,1 n-DDM |
| Polymer
2 Vgl. | 18
Lipo1/52 EA/10 MAA/20 AA//1,6 DVB/0,1 n-DDM |
| Polymer
3 Vgl. | 18
Lipo1/52 EA/10 MAA/20 AA//2,0 DVB/0,1 n-DDM |
| Polymer
4 Vgl. | 18
Lipo1/52 EA/10 MAA/20 AA//1,8 DVB/0,1 n-DDM |
| Polymer
5 Vgl. | 18
Lipo1/52 EA/10 MAA/20 AA//0,135 Triallylisocyanurat/0,1 n-DDM |
| Polymer
6 Vgl. | 18
Lipo1/52 EA/10 MAA/20 AA//0,15 Methylen-bisacrylamid/0,1 n-DDM |
| Polymer
7 | 18
Lipo1/52 EA/10 MAA/20 AA//0,12 Tetraallylpentaerythritol/0,1 n-DDM |
| Polymer
8 | 18
Lipo1/52 EA/10 MAA/20 AA//0,116 Trimethylolpropandiallylether/0,1
n-DDM |
| Polymer
9 | 3
Lipo3b/15 Lipo1/52 EA/10 MAA/20 AA/0,116
TMPDE/0,1 n-DDM |
| Polymer
10 | 6
Lipo3/12 Lipo1/52 EA/10 MAA/20 AA/0,116 TMPDE/0,1 n-DDM |
| Polymer
11 | 9
Lipo3/9 Lipo1/52 EA/10 MAA/20 AA/0,116 TMPDE/0,1 n-DDM |
| Polymer
12 | 18
Lipo1/52 EA/10 MAA/20 AA//0,08 Tetraallylpentaerythritol/0,1 n-DDM |
- a Lipo1 ist ein
lipophil modifiziertes Monomer mit einer linearen gesättigen C16-18-Alkylgruppe,
die durch etwa 18–26
Oxyethylenreste mit einer Methacryloylgruppe verbunden ist.
- b Lipo3 ist ein lipophil modifiziertes
Monomer mit einer linearen gesättigten
C20-24-Alkylgruppe,
die durch 20–28 Oxyethylenreste
mit einer Methacryloylgruppe verbunden ist.
- DAP ist Diallylphthalat.
- d nDDM ist n-Dodecylmercaptan.
- e TMPDE: Trimethylolpropandiallylether
-
Polymer
1 enthält
Reste eines Diallylphthalat-Vernetzungsmittels (DAP-Vernetzungsmittels),
die Estergruppen enthalten, so daß Polymer 1 nicht innerhalb
des Umfangs der beanspruchten Erfindung liegt und nur zu Vergleichszwecken
einbezogen ist. Dem ähnlich
enthält
Polymer 6 Reste eines Methylen-bisacrylamid-Vernetzungsmittels, die Amidgruppen
enthalten, so daß auch
Polymer 6 nicht im Umfang der beanspruchten Erfindung liegt und
nur zu Vergleichszwecken einbezogen ist.
| 2,0 % Polymer
2 gegenüber
2,0 % Polymer 1 bei pH 11, 45 °C |
| Probe | Temp./Dauer | Viskosität (Pa·s) bei
einer Scherrate von 1 e–4/s | Viskosität (Pa·s) bei
einer Scherrate von 1/s |
| 2,0
% Polymer 2 | Beginn | 685 | 5 |
| 2,0
% Polymer 2 | 45 °C/4 Wochen | 2077 | 9 |
| 2,0
% Polymer 1 | Beginn | 1316 | 11 |
| 2,0
% Polymer 1 | 45 °C/4 Wochen | 69 | 16 |
| 2,0 % Polymer
5 bei pH 11, 45 °C |
| Probe | Temp./Dauer | Viskosität (Pa·s) bei
einer Scherrate von 1 e–4/s | Viskosität (Pa·s) bei
einer Scherrate von 1/s |
| 2,0
% Polymer 5 | Beginn | 875 | 15 |
| 2,0
% Polymer 5 | 45 °C/1 Woche | 552 | 18 |
| 2,0
% Polymer 5 | 45 °C/2 Wochen | 579 | 19 |
| 2,0
% Polymer 5 | 45 °C/3 Wochen | 507 | 18 |
| 2,0
% Polymer 5 | 45 °C/4 Wochen | 374 | 19 |
-
| 2,0 % Polymer
2 gegenüber
2,0 % Polymer 3 gegenüber
Polymer 4 bei pH 11, 60 °C |
| Probe |
Temp./Dauer |
Viskosität (Pa·s) bei
einer Scherrate von 1 e–4/s |
Viskosität (Pa·s) bei
einer Scherrate von 1/s |
| 2,0
% Polymer 2 |
Beginn |
642 |
5 |
| 2,0
% Polymer 2 |
60 °C/10 Tage |
1386 |
10 |
| 2,0
% Polymer 3 |
Beginn |
633 |
5 |
| 2,0
% Polymer 3 |
60 °C/10 Tage |
3085 |
11 |
| 2,0.
% Polymer 4 |
Beginn |
531 |
5 |
| 2,0
% Polymer 4 |
60 °C/10 Tage |
1278 |
10 |
| 2,0 % Polymer
7 bei pH 11, 60 °C |
| Probe |
Temp./Dauer |
Viskosität (Pa·s) bei
einer Scherrate von 1 e–4/s |
Viskosität (Pa·s) bei
einer Scherrate von 1/s |
| 2,0
% Polymer 7 |
Beginn |
560 |
10 |
| 2,0
% Polymer 7 |
60 °C/7 Tage |
569 |
12 |
| 2,0
% Polymer 7 |
60 °C/10 Tage |
435 |
13 |
| 2,0 % Polymer
8 bei pH 11, 60 °C |
| Probe |
Temp./Dauer |
Viskosität (Pa·s) bei
einer Scherrate von 1 e–4/s |
Viskosität (Pa·s) bei
einer Scherrate von 1/s |
| 2,0
% Polymer 8 |
Beginn |
1199 |
12 |
| 2,0
% Polymer 8 |
60 °C/7 Tage |
1889 |
17 |
| 2,0
% Polymer 8 |
60 °C/10 Tage |
1442 |
16 |
| 2,0 % Polymer
6 bei pH 11, 25 °C
gegenüber
45 °C |
| Probe |
Temp./Dauer |
Viskosität (Pa·s) bei
einer Scherrate von 1 e–4/s |
Viskosität (Pa·s) bei
einer Scherrate von 1/s |
| 2,0
% Polymer 6 |
Beginn |
177 |
14 |
| 2,0
% Polymer 6 |
25 °C/1 Woche |
208 |
18 |
| 2,0
% Polymer 6 |
25 °C/2 Wochen |
175 |
17 |
| 2,0
% Polymer 6 |
25 °C/3 Wochen |
155 |
19 |
| 2,0
% Polymer 6 |
25 °C/4 Wochen |
150 |
20 |
| 2,0
% Polymer 6 |
45 °C/1 Woche |
174 |
18 |
| 2,0
% Polymer 6 |
45 °C/2 Wochen |
142 |
17 |
| 2,0
% Polymer 6 |
45 °C/3 Wochen |
111 |
18 |
| 2,0
% Polymer 6 |
45 °C/4 Wochen |
49 |
18 |
-
Die
Daten in den obigen Tabellen demonstrieren, daß die Polymere 7–8, die
innerhalb des Umfangs der vorliegenden Erfindung liegen, pH-stabile
hohe Viskositäten
bei geringen Scherraten und niedrige Viskositäten bei hohen Scherraten bereitstellen.
Im Gegensatz dazu liefern Polymer 1, das über Esterfunktionalität in seinen
Vernetzungsmittelresten verfügt,
und Polymer 6, das über
Amidfunktionalität
in seinen Vernetzungsmittelresten verfügt, keine hohe Viskosität bei geringer
Scherrate nach dem Altern in einer Formulierung mit hohem pH.