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Gebiet der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf stabilisierte radiopharmazeutische 99mTc-Zusammensetzungen
aus 99mTc-Tetrofosmin, die ein Ascorbinsäure- oder
Ascorbat-Strahlenschutzmittel
(Radioprotectant) beinhalten, bei Abwesenheit eines antimikrobiellen
Konservierungsmittels. Lyophilisierte Kits, die sich zur Großmengen-Zubereitung mehrerer
Patientendosiseinheiten der radiopharmazeutischen 99mTC-Tetrofosmin-Zusammensetzung
eignen, sind ebenfalls offenbart, zusammen mit Verfahren zur Zubereitung
solcher Dosiseinheiten aus dem lyophilisierten Großmengen-Fläschchen.
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Hintergrund der Erfindung
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Radiopharmaka
zur diagnostischen Bildgebung, die auf dem Radioisotop Technetium-99m
(99mTc) basieren, sind in Bezug auf eine
Vielzahl klinischer Diagnostiken bekannt, einschließlich Untersuchungen
funktioneller (z. B. renaler) Natur und der Perfusion (insbesondere
von Herz und Gehirn). Da das Radioisotop 99mTc eine
Halbwertszeit von sechs Stunden besitzt, werden solche 99mTc-Radiopharmaka meist
aus sogenannten „Kits" zubereitet.
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Diese
Kits zur Zubereitung von 99mTc-Radiopharmaka
geben dem Benutzer die Möglichkeit,
sich Vorräte
nicht-radioaktiver, lyophilisierter Fläschchen anzulegen, welche die
notwendigen Reagenzien enthalten, die zwecks Rekonstitution mit 99mTc-Pertechnetat
(TcO4 –) aus einem Vorrat von 99mTc so entworfen sind, dass sich das gewünschte sterile 99mTc-Radiopharmakon in einfacher Weise ergibt.
Eine sterile Lösung
aus 99mTc-Pertechnetat in isotonischer Kochsalzlösung wird
durch Elution eines Technetiumgenerators mit steriler Kochsalzlösung erhalten,
wie aus dem Stand der Technik bekannt.
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Kits
zur Zubereitung von 99mTc-Radiopharmaka
enthalten typischerweise:
- (i) einen Liganden,
der einen Metallkomplex mit 99mTc bildet,
- (ii) ein biokompatibles Reduktionsmittel, das in der Lage ist,
Pertechnetat, also Tc(VII), zum niedrigeren Oxidationszustand des
gewünschten 99mTC-Metallkomplexprodukts
zu reduzieren.
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Das
biokompatible Reduktionsmittel für 99mTc-Pertechnetat ist typischerweise Zinnion,
also Sn(II). Der Kit kann zusätzliche
Exzipienten enthalten, z. B. schwache Chelatbildner (etwa Gluconat,
Glucoheptonat, Tartrat, Phosphonat oder EDTA); Stabilisatoren; pH-Regulierungsmittel;
Puffer; Lösungsvermittler
oder Füllmittel (etwa
Mannitol, Inosit oder Natriumchlorid), um den Umgang mit den Kit-Komponenten
und deren Lyophilisierung zu erleichtern. Zwecks Vereinfachung von
Lagerung und Verteilung werden die nicht-radioaktiven Kits meist
gefriergetrocknet in einem sterilen Fläschchen mit Verschluss bereitgestellt.
Außerdem
ermöglicht
die lyophilisierte Formulierung dem Endbenutzer eine einfache Rekonstitution
mit sterilem 99mTC-Pertechnetat in Kochsalzlösung, damit
sich das gewünschte
sterile, injizierbare 99mTc-Radiopharmakon
zur Anwendung beim Menschen ergibt. Die Haltbarkeitsdauer des nicht-radioaktiven
Technetium-Kits kann sich auf mehrere Monate belaufen.
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Radiopharmazeutische
Zusammensetzungen können
durch Radiolyse, insbesondere des Lösungsmittels (typischerweise
Wasser), beeinträchtigt
werden mit der darauf folgenden Erzeugung hochreaktiver freier Radikale,
die nach der Rekonstitution eine oder mehrere Komponenten der Kit-Zusammensetzung
zerlegen können.
Bekannt ist die Verwendung von Strahlenschutzmitteln oder Fängern freier
Radikale, um die Unterdrückung
einer derartigen Zerlegung zu unterstützen. Kennzeichnenderweise
werden Fänger
freier Radikale aus bekannten Klassen antioxidativer Verbindungen
gewählt.
Ascorbinsäure
und Ascorbate, die als Stabilisatoren für zinnhaltige nicht-radioaktive Kits
zur Zubereitung von
99mTc-Radiopharmaka
fungieren, sind in
US 4,364,920 offenbart
und haben anschließend
in radiopharmazeutischen
99mTc-Zubereitungen weitverbreitete Anwendung
gefunden. In
US 4,233,284 sind
Gentisinsäure-Stabilisatoren
für
99mTc-Radiopharmaka offenbart. Para-Aminobenzoesäure (PABA)
und verwandte Stabilisatoren für
radiopharmazeutische
99mTc-Zubereitungen sind
in
US 4,451,451 offenbart.
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Beim
Myoview
TM-Kit handelt es sich um ein 10
ml-Fläschchen,
das die folgende lyophilisierte Formulierung enthält:
| Tetrofosmin | 0,23
mg |
| Zinnchlorid-Dihydrat | 30 μg |
| Dinatriumsulfosalicylat | 0,32
mg |
| Natrium-D-Gluconat | 1,0
mg |
| Natriumhydrogencarbonat | 1,8
mg |
| pH-Wert
bei Rekonstitution | 8,3–9,1, |
welche Formulierung unter Stickstoffgas USP/NF
in einem 10 ml-Glasfläschchen
versiegelt ist und nach Rekonstitution mit steriler Natrium-(
99mTc)-Pertechnetat-Injektion USP/Ph.Eur. eine Lösung ergibt,
die das Radiopharmakon
99mTc-Tetrofosmin zur Bildgebung
vom Herzen enthält.
Folglich ist im Myoview
TM-Kit kein Strahlenschutzmittel
enthalten.
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Ein
injektionsfertiges oder „Konjugat"-Modell von MyoviewTM wird seit 1997 in Japan vertrieben. Diese „Konjugat"-Form umfasst den
im Voraus gebildeten 99mTc-Tetrofosmin-Technetium-Komplex
in wässriger
Lösung
in einem Spritzenfläschchen,
d. h. einem Fläschchen
mit separatem Kolben und separater Nadel, das so entworfen ist,
dass es sich sofort zusammenfügen
lässt und
eine das Radiopharmakon enthaltende Spritze ergibt. Die MyoviewTM-„Konjugat"-Lösung enthält Ascorbinsäure in einer
Konzentration von 1,36 mg/ml (7,7 mmolar).
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Bastien,
u. a. [Nucl. Med. Comm., 20, 480-Kurzfassung 84 (1999)] legen dar,
dass die Reihenfolge der Zugabe von Kochsalzlösung und Pertechnetat zum MyoviewTM-Kit die radiochemische Reinheit (RCP:
Radiochemical Purity) von 99mTc-Tetrofosmin
beeinflussen kann. Des Weiteren berichten Murray, u. a. [Nucl. Med. Comm.,
21, 845–849
(2000)], dass das Vorhandensein von zuviel Stickstoffgas im Kopfraum
des MyoviewTM-Fläschchens während der Rekonstitution zu
variablen RCP-Ergebnissen infolge unerwünschter radiochemischer Unreinheiten
führen
kann. Murray, u. a., und die Gebrauchsanweisungen auf der Packung
des MyoviewTM-Kits erklären, dass Luft während der
Rekonstitution absichtlich in das Fläschchen gezogen wird, um diese
Probleme zu umgehen. Dies wird erreicht, indem 2 ml des Kopfraumgases
entzogen werden, wenn eine Belüftungsnadel
platziert ist, so dass 2 ml Luft in das Fläschchen gezogen werden. Es
wird angenommen, dass die Ursache des Problems eine reduktive Autoradiolyse
ist und dass das Einlassen von Sauerstoff diese Zerlegung inhibiert.
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Patel,
u. a. [J. Nucl. Med. Technol., 26(4), 269–273 (1998)] legen die Ergebnisse
einer Untersuchung im Handel erhältlicher
MyoviewTM-Fläschchen dar und kommen zu dem
Schluss, dass eine Rekonstitution mit dem Doppelten der Obergrenze
des Herstellers für
Radioaktivität
(bis zu 18 GBq von 99mTc) erfolgreich ist,
aber sie verdeutlichen nicht, welche Einschränkungen hinsichtlich des verwendeten 99mTc-Pertechnetat-Generatoreluats
gemacht wurden. Angeblich verschaffen solche höheren Radioaktivitätspegel
die Vorteile, dass das Personal einer geringeren Strahlenbelastung
ausgesetzt ist (eine Zubereitung statt mehrerer Zubereitungen) und
dass die QK-Ergebnisse weniger stark variieren. Tatsächlich berichtet
Murray, u. a. (siehe oben), dass der Einsatz radioaktiver Konzentrationen,
welche die in den Gebrauchsanweisungen auf der MyoviewTM-Packung angegebenen überschreiten,
zu schlechten RCP-Ergebnissen führen.
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WO 02/053192 offenbart
stabilisierte radiopharmazeutische Zusammensetzungen, welche Folgendes umfassen:
- (i) einen 99mTc-Metallkomplex;
- (ii) ein Strahlenschutzmittel, welches Ascorbinsäure, para-Aminobenzoesäure oder
Gentisinsäure,
oder ein Salz davon mit einem biokompatiblen Kation umfasst;
- (iii) eines oder mehrere antimikrobielle Konservierungsmittel
der Formel (I):
wobei R für C1-4-Alkyl
steht,
und M für
H oder ein biokompatibles Kation steht.
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Die
Beispiele aus
WO 02/053193 beinhalten
die Zubereitung stabilisierter
99mTc-Tetrofosmin-Komplex-Zusammensetzungen
via die Zugabe von Strahlenschutzmittellösung und Lösung antimikrobiellen Konservierungsmittels
zu herkömmlichen
Myoview
TM-Kits. Keine spezifischen Beispiele
für lyophilisierte
Kits, die sowohl Tetrofosmin als auch ein Strahlenschutzmittel enthalten,
sind in
WO 02/053192 offenbart.
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Die vorliegende Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf Kits zur Zubereitung stabilisierter
radiopharmazeutischer 99mTc-Tetrofosmin-Zusammensetzungen,
zusammen mit einem Verfahren zur Zubereitung von 99mTc-Tetrofosmin-Dosiseinheiten.
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Um
das Problem der längeren
Verfügbarkeit
eines radiopharmazeutischen 99mTC-Agens post-Rekonstitution
zu lösen,
muss das anfängliche
Maß an
Radioaktivität
von 99mTc bei der Rekonstitution hoch ausfallen, und
zwar deshalb, weil aufgrund der sechsstündigen Halbwertszeit von 99mTc die Hälfte der Radioaktivität, die zur
Erstellung des diagnostischen Bilds verwendet wird, via radioaktiven
Zerfall alle sechs Stunden verloren geht und daher nach Verstreichen
von zwölf
Stunden nur der ursprünglichen
Radioaktivität
verbleibt. Derartige hohe Radioaktivitätspegel über längere Zeiträume werfen möglicherweise
erhebliche Radiolyseprobleme bezüglich
der radiopharmazeutischen 99mTc-Zusammensetzung
auf.
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Deswegen
enthält
die Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung ein Strahlenschutzmittel.
Der 99mTc-Tetrofosmin-Aktiv-Inhaltsstoff
ist entweder für
Abbau durch die reduzierende Wirkung des Reduktionsmittels (das
vorhanden ist, um das Durchführen
des Markierens mit 99mTc zu unterstützen) oder
für Radiolyse empfänglich.
Durch Verwendung der stabilisierten Zusammensetzungen der vorliegenden
Erfindung eröffnet sich
die Möglichkeit,
die Nutzungslebensdauer nach Radiomarkierung selbst bei erhöhten 99mTc-Radioaktivitätspegeln zu verlängern.
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Detaillierte Beschreibung der Erfindung
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In
einem ersten Aspekt bietet die vorliegende Erfindung einen lyophilisierten,
nicht-radioaktiven
Kit, der nach Rekonstitution mit 99mTc-Pertechnetatlösung eine
stabilisierte radiopharmazeutische 99mTc-Tetrofosmin-Zusammensetzung
ergibt, wobei der Kit eine Formulierung aufweist, welche Folgendes
umfasst:
- (i) Tetrofosmin;
- (ii) ein Strahlenschutzmittel, ausgewählt aus Ascorbinsäure oder
einem Salz derselben mit einem biokompatiblen Kation;
- (iii) ein biokompatibles Reduktionsmittel;
- (iv) ein pH-Regulierungsmittel in einer Menge, die wirksam ist,
um zu gewährleisten,
dass, bei Rekonstitution des Kits mit Kochsalzlösung, die sich ergebende Lösung einen
pH-Wert im Bereich von 8,0 bis 9,2 aufweist;
mit der Maßgabe, dass
weder der Kit noch die radiopharmazeutische 99mTc-Tetrofosmin-Zusammensetzung ein
antimikrobielles Konservierungsmittel enthält.
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Unter
dem Begriff „Tetrofosmin" ist der dargestellte
Ether-substituierte Diphosphin-Chelatbildner 1,2-Bis[bis(2-ethoxyethyl)phosphino)]ethan
zu verstehen:
der in dem im Handel vertriebenen
99mTc-Kit mit dem Namen Myoview
TM verwendet
wird, mit dem die Zubereitung von
99mTc-Tetrofosmin,
also
99mTc(O)
2(tetrofosmin)
2 +, erfolgt.
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Als „Strahlenschutzmittel" wird eine Verbindung
bezeichnet, welche Abbaureaktionen wie Redoxprozesse dadurch inhibiert,
dass hochreaktive freie Radikale, etwa sauerstoffhaltige freie Radikale,
die aus der Radiolyse von Wasser hervorgehen, eingefangen werden.
Geeigneterweise werden die Strahlenschutzmittel der vorliegenden
Erfindung aus Ascorbinsäure
und Salzen derselben mit einem biokompatiblen Kation ausgewählt.
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Unter
dem Begriff „biokompatibles
Kation" ist ein
positiv geladenes Gegenion zu verstehen, das ein Salz mit einer
ionisierten, negativ geladenen anionischen Gruppe bildet, wobei
das positiv geladene Gegenion bei der erforderlichen Dosierung nicht
toxisch ist und sich daher zur Verabreichung an den Körper eines
Säugers,
insbesondere den Körper
eines Menschen, eignet. Zu den Beispielen für zweckmäßige biokompatible Kationen
gehören:
die Alkalimetalle Natrium und Kalium, die Erdalkalimetalle Calcium
und Magnesium und ferner das Ammoniumion. Bevorzugte biokompatible
Kationen sind Natrium und Kalium, wobei Natrium besonderer Vorzug
gegeben wird.
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Der
Begriff „biokompatibles
Reduktionsmittel" bezeichnet
ein Reduktionsmittel, das zur Reduktion von Tc(VII)Pertechnetat
zu niedrigeren Oxidationszuständen
von Technetium taugt, das bei der erforderlichen Dosierung nicht
toxisch ist und sich daher zur Verabreichung an den Körper eines
Säugers,
insbesondere an den Körper
eines Menschen, eignet. Zu den zweckmäßigen Reduktionsmitteln zählen: Natriumdithionit,
Natriumbisulfit, Ascorbinsäure,
Formamidinsulfinsäure,
Zinnion, Fe(II) oder Cu(I). Das biokompatible Reduktionsmittel ist
bevorzugt ein Zinnsalz, wie z. B. Zinnchlorid oder Zinntartrat.
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Der
Begriff „lyophilisiert" wird in seiner herkömmlichen
Bedeutung gebraucht, nämlich
bezüglich
einer gefriergetrockneten, bevorzugt in steriler Weise hergestellten
Verbindung.
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Mit
dem Begriff „antimikrobielles
Konservierungsmittel" ist
ein Mittel gemeint, welches das Wachstum potentiell schädlicher
Mikroorganismen wie Bakterien, Hefen oder Schimmelpilze inhibiert.
In Abhängigkeit
von der Dosis kann das antimikrobielle Konservierungsmittel auch
einige bakterizide Eigenschaften aufweisen. Typischerweise werden
antimikrobielle Konservierungsmittel eingesetzt, um das Wachstum
von Mikroorganismen in der radiopharmazeutischen Zusammensetzung
post-Rekonstitution, also im radioaktiven diagnostischen Produkt
selbst, zu hemmen. Jedoch werden sie manchmal auch benutzt, um das
Wachstum potentiell schädlicher Mikroorganismen
in einer oder mehreren Komponenten nicht-radioaktiver Kits vor der
Rekonstitution zu blockieren. Die antimikrobiellen Konservierungsmittel
umfassen: die Parabene, d. h. Methyl-, Ethyl-, Propyl- oder Butylparaben
oder Gemische aus denselben; Benzylalkohol; Phenol; Kresol; Cetrimid
und Thiomersal. Bestimmte antimikrobielle Konservierungsmittel sind
zu flüchtig,
um die Lyophilisierung zu überstehen (z.
B. Benzylalkohol oder Phenol), oder besitzen eine sehr geringe Wasserlöslichkeit.
Dies gestaltet ihre Eingliederung in einen lyophilisierten Kit problematisch,
der zur Rekonstitution mit einem wässrigen Lösungsmittel entworfen ist,
damit sich eine radiopharmazeutische Lösung ergibt. Außerdem können bestimmte
antimikrobielle Konservierungsmittel Metallkomplexe mit 99mTc bilden, wodurch sie die radiochemische
Reinheit (RCP) und damit die biologische Verteilung von 99mTc-Tetrofosmin nachteilig beeinflussen.
Ferner erhöht
die Anwesenheit eines antimikrobiellen Konservierungsmittels in
der Formulierung die Gefahr des Auftretens von Problemen chemischer
Inkompatibilität
bei der Kit-Lagerung, z. B. aufgrund der Sauerstoff- oder Schwefelatomabstraktion
durch die Phosphine von Tetrofosmin.
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Derartige
Kits sind so gestaltet, dass sie sterile radiopharmazeutische Produkte
ergeben, die zur Verabreichung an den Menschen, z. B. via direkte
Injektion in den Blutkreislauf, taugen. Der lyophilisierte Kit ist zur
Rekonstitution mit steriler 99mTc-Pertechnetat-(TcO4 –)-Lösung aus einem 99mTc-Radioisotop-Generator
entworfen, damit sich eine Lösung
ergibt, die sich ohne weitere Handhabung an einen Menschen verabreichen lässt. Bereitgestellt
wird die 99mTc-Pertechnetat-Lösung in
einem biokompatiblen Träger.
Bei dem „biokompatiblen
Träger" handelt es sich
um ein Fluid, insbesondere eine Flüssigkeit, in der das Radiopharmakon
suspendiert oder gelöst
ist, so dass die Zusammensetzung physiologisch verträglich ist,
was bedeutet, dass sie an den Körper
eines Säugers
ohne Hervorrufen toxischer Wirkungen oder übermäßiger Unannehmlichkeiten verabreicht
werden kann. Zweckgemäß ist der
biokompatible Träger
eine injizierbare Trägerflüssigkeit,
wie steriles, pyrogenfreies Injektionswasser; eine wässrige Lösung wie
Kochsalzlösung
(die vorteilhafterweise so ausgeglichen werden kann, dass das Endprodukt
zur Injektion entweder isotonisch oder nicht hypotonisch ist); eine
wässrige
Lösung
aus einer oder mehreren Substanzen zur Regulierung der Tonizität (z. B.
Salze von Plasmakationen mit biokompatiblen Gegenionen), Zucker
(z. B. Glukose oder Saccharose), Zuckeralkohole (z. B. Sorbit oder
Mannitol), Glykole (z. B. Glycerol) oder andere nicht-ionische Polyolmaterialien
(z. B. Polyethylenglykole, Propylenglykole und dergleichen). Der
biokompatible Träger
kann auch biokompatible organische Lösungsmittel wie z. B. Ethanol
umfassen. Derartige organische Lösungsmittel
sind nützlich,
um mehr lipophile Verbindungen oder Formulierungen zu solubilisieren.
Vorzugsweise handelt es sich beim biokompatiblen Träger um pyrogenfreies
Injektionswasser, isotonische Kochsalzlösung oder wässrige Ethanollösung. Wie
oben angegeben, liegt der pH-Wert des biokompatiblen Trägers zur
intravenösen
Injektion zweckgemäß im Bereich von
4,0 bis 10,5. Der biokompatible Träger umfasst bevorzugt ein wässriges
Lösungsmittel,
besonders bevorzugt isotonische Kochsalzlösung. Die Verwendung des biokompatiblen
Trägers
der vorliegenden Erfindung erfolgt in Abwesenheit eines antimikrobiellen
Konservierungsmittels.
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Die
Kits der vorliegenden Erfindung umfassen einen geeigneten Behälter, der
die Zusammensetzung der ersten Ausführungsform enthält. Das
Tetrofosmin kann entweder in Form einer freien Base oder eines Säuresalzes
oder auch in Form eines Komplexes aus Tetrofosmin und einem nicht-radioaktiven
Metall vorliegen, der nach Zugabe des Technetiums eine Transmetallierung
(d. h. einen Metallaustausch) durchläuft, aus der das gewünschte Produkt
entsteht. Vorzugsweise liegt das Tetrofosmin in Form einer freien
Base vor. Geeignete Behälter
sind jene, die versiegelt sind und daher die Wahrung steriler Integrität und/oder
radioaktiver Sicherheit ermöglichen,
gegebenenfalls zuzüglich
eines inerten Kopfraumgases (z. B. Stickstoff oder Argon), während sie
ferner die Zugabe und Entnahme von Lösungen mittels Spritze gestatten.
Ein solcher bevorzugter Behälter
ist ein mit Septum versiegeltes Fläschchen, wobei der gasdichte
Verschluss mit einer Übersiegelung
(typischerweise aus Aluminium) aufgebördelt ist. Derartige Behälter besitzen
den zusätzlichen
Vorteil, dass der Verschluss einem Vakuum standhalten kann, falls
gewünscht,
z. B. zwecks Änderung
des Kopfraumgases oder zwecks Entgasung von Lösungen.
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Des
Weiteren enthalten die nicht-radioaktiven Kits gegebenenfalls zusätzliche
Komponenten, etwa einen Transchelator, ein pH-Regulierungsmittel
oder eine Füllsubstanz.
Bei einem „Transchelator" handelt es sich
um eine Verbindung, die rasch reagiert, um einen schwachen Komplex
mit Technetium zu bilden und dann durch den Liganden deplaciert
wird. Dies minimiert die Gefahr, dass sich reduziertes hydrolysiertes
Technetium (RHT) bildet, und zwar infolge der raschen Reduktion
von Pertechnetat, die mit der Technetiumkomplexbildung konkurriert.
Geeignete Transchelatoren sind Salze organischer Säuren mit
einem biokompatiblen Kation, insbesondere „schwache organische Säuren" mit einem pKa im
Bereich von 3 bis 7. Essigsäure,
Zitronensäure,
Weinsäure,
Gluconsäure,
Glucoheptonsäure,
Benzoesäure,
Phenole oder Phosphonsäuren
stellen geeignete schwache organische Säuren dar. Daher handelt es
sich bei den geeigneten Salzen um Acetate, Zitrate, Tartrate, Gluconate,
Glucoheptonate, Benzoate, Phenolate oder Phosphonate. Bevorzugte
Salze sind Tartrate, Gluconate, Glucoheptonate, Benzoate oder Phosphonate,
besonders bevorzugt Phosphonate, ganz besonders bevorzugt Diphosphonate.
Ein bevorzugter Transchelator ist ein Salz der Gluconsäure, mit
einem biokompatiblen Kation, insbesondere Natriumgluconat. Ein zusätzlicher
bevorzugter Transchelator ist 5-Sulfosalicylsäure oder ein Salz derselben
mit einem biokompatiblen Kation. Es besteht die Möglichkeit,
zwei oder mehr Transchelatoren in Kombination anzuwenden, und die
Tetrofosmin-Kits der vorliegenden Erfindung umfassen besonders bevorzugt
eine Kombination aus Natrium-5-sulfosalicyclat und Natriumgluconat.
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Unter
dem Begriff „pH-Regulierungsmittel" ist eine Verbindung
oder ein Gemisch von Verbindungen zu verstehen, welche(s) zur Sicherstellung
dient, dass der pH-Wert des rekonstituierten Kits zwecks Verabreichung
an Mensch oder Säuger
innerhalb akzeptabler Grenzen (von annähernd 4,0 bis 10,5) liegt.
Zu den geeigneten pH-Regulierungsmitteln
zählen
pharmazeutisch annehmbare Puffer wie Tricin, Phosphat oder TRIS [d.
h. Tris(hydroxymethyl)aminomethan] und pharmazeutisch annehmbare
Basen wie Natriumcarbonat, Natriumbicarbonat oder Gemische daraus.
Ein bevorzugtes pH-Regulierungsmittel für die Tetrofosmin-Kits der
vorliegenden Erfindung stellt Natriumbicarbonat dar.
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Unter
dem Begriff „Füllsubstanz" ist ein pharmazeutisch
annehmbares Füllmittel
zu verstehen, das den Umgang mit dem Material während Produktion und Lyophilisierung
erleichtern kann. Zu den geeigneten Füllsubstanzen gehören anorganische
Salze wie Natriumchlorid und wasserlösliche Zucker oder Zuckeralkohole wie
Saccharose, Maltose, Mannitol oder Trehalose. Bestimmte pH-Regulierungsmittel
können
auch als Füllmittel
fungieren. Eine bevorzugte Füllsubstanz
mit einer solchen zweifachen Funktion stellt Natriumbicarbonat dar.
Bevorzugte Kits der vorliegenden Erfindung umfassen eine Füllsubstanz
zur Erleichterung der Lyophilisierung. Eine bevorzugte Füllsubstanz
für die
Tetrofosmin-Kits
der vorliegenden Erfindung ist Natriumbicarbonat als Füllsubstanz
mit zweifacher Funktion.
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Es
wurde herausgefunden, dass die Eingliederung eines Strahlenschutzmittels
in die Kits der vorliegenden Erfindung den Vorteil verleiht, dass
der 99mTc-Tetrofosmin-Komplex mit guter radiochemischer Reinheit und
post Rekonstitution bis zu zwölf
Stunden nach Zubereitung über
gute Stabilität
verfügt,
ohne dass die Notwendigkeit eines Luftzuführungsschritts besteht, der
sowohl vom Stand der Technik als auch von den Gebrauchsanweisungen
auf der MyoviewTM-Packung gelehrt wird.
Dies stellt eine nützliche
Vereinfachung dar, weil ein Verfahrensschritt beseitigt wird, wodurch
ein Handhabungsvorgang entfällt,
was nicht nur in einer verringerten Strahlungsdosis für den Bediener
sondern auch in einer schnelleren und einfacheren Ausführung resultiert.
Ferner ist der Schritt der Luftzuführung in der radiopharmazeutischen
Praxis etwas unüblich,
weshalb die Gefahr besteht, dass er versehentlich vergessen wird,
mit der daraus folgenden nachteiligen Wirkung auf die radiochemische
Reinheit.
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Die
Konzentration des Strahlenschutzmittels zur Verwendung in den Kits
der vorliegenden Erfindung beläuft
sich geeigneterweise auf 0,0003 bis 0,7 molar, bevorzugt auf 0,001
bis 0,07 molar, besonders bevorzugt auf 0,0025 bis 0,01 molar. Für Ascorbinsäure entspricht
dies einer geeigneten Konzentration von 0,05 bis 100 mg/cm3, bevorzugt 0,2 bis 10 mg/cm3,
besonders bevorzugt 0,4 bis 1,5 mg/cm3.
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Wenn
das 99mTc-Tetrofosmin-Radiopharmakon dieser
Erfindung einem Menschen verabreicht wird, liegt eine zu verwendende
zweckmäßige Radioaktivitätsmenge
im Bereich von 185 bis 1221 MBq (5–33 mCi). Zur Bildgebung vom
Herzen sollte, bei Verabreichung von Ruhe- und Belastungsinjektion
am selben Tag, die erste Dosis 185–444 MBq (5–12 mCi) aufweisen, gefolgt
von einer zweiten Dosis mit 555–1221
mBq (15–33 mCi),
die annähernd
1 bis 4 Stunden später
gegeben wird. Daher liegt die anfängliche 99mTc-Aktivität in den stabilisierten
radiopharmazeutischen 99mTc-Zusammensetzungen
der vorliegenden Erfindung im Bereich von 0,2 bis 100 GBq, was selbst
unter Berücksichtigung
des radioaktiven Zerfalls von 99mTC eine
mehrfache Dosierung aus der selben Zubereitung erlaubt.
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Der
lyophilisierte Kit der vorliegenden Erfindung ist vorzugsweise so
formuliert, dass sich der pH-Wert der Lösung bei Rekonstitution mit
Wasser oder Kochsalzlösung
auf 8,0 bis 9,2, besonders bevorzugt auf 8,0 bis 8,6, beläuft. Dies
bedeutet, dass die Menge des pH-Regulierungsmittels angepasst werden
muss, wenn es sich beim Strahlenschutzmittel um Ascorbinsäure, also
um eine Säure,
handelt. Notwendig ist dies, um den optimalen pH-Wert des Kits für die 99mTc-Radiomarkierung von Tetrofosmin zu
gewährleisten;
die Stabilität
post Rekonstitution und die Eignung zur Verabreichung an Patienten
bleiben gewahrt. Eine bevorzugte Kit-Formulierung für ein 30
ml-Fläschchen-Modell
ist in Beispiel 2 angeführt,
welches darstellt, dass die Natriumbicarbonatmenge gegenüber der
herkömmlichen
10 ml-Fläschchen-Formulierung von
MyoviewTM erheblich heraufgesetzt werden
muss. Die Erfinder haben herausgefunden, dass bei einem 30 ml-Fläschchen-Kit
das Erhöhen der
Ascorbinsäuremenge
auf 5,5 mg/Fläschchen
oder das Verringern der Natriumbicarbonatmenge auf 10 mg/Fläschchen
in gefriergetrockneten Kuchen mit inakzeptablem visuellen Erscheinungsbild
resultiert. Als Grund dafür
wird die geringe Glasübergangstemperatur
von Ascorbinsäure
(–54°C) angenommen,
die wahrscheinlich die Glasübergangstemperatur
der Formulierung senkt. Deshalb besteht eine Obergrenze für die Ascorbinsäuremenge,
die hinzugefügt
werden kann, wenn ein annehmbarer lyophilisierter Kit hergestellt
werden soll. Es wurde herausgefunden, dass signifikant höhere Natriumbicarbonatlevel
nötig sind,
damit der Ascorbinsäure
entsprochen wird und sich auch weiterhin ein annehmbarer lyophilisierter
Plug ergibt.
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Die
Strahlenschutzmittel der vorliegenden Erfindung sind im Handel bei
einer Anzahl von Lieferanten erhältlich.
Tetrofosmin kann so zubereitet werden, wie beschrieben von Chen,
u. a. [Zhong. Heyix. Zazhi, 17(1) 13–15 (1997)] oder von Reid,
u. a. [Synth. Appl. Isotop. Lab. Corp., Band 7, 252–255 (2000)].
Die übliche
Synthese schließt
zunächst
das Herstellen von 1,2-Bis(phosphino)ethan oder H2PCH2CH2PH2 ein,
gefolgt von der Zugabe freier Radiale von überschüssigem Ethylvinylether unter
Verwendung eines Radikalinitiators, wie in Beispiel 1 beschrieben.
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In
einem zweiten Aspekt bietet die vorliegende Erfindung einen Mehr-Dosen-Kit,
der die lyophilisierte Formulierung der ersten Ausführungsform
umfasst, und zwar in einem versiegelten, sterilen Behälter, der
mit einem Verschluss ausgestattet ist, der die Zugabe und Entnahme
von Lösungen
ermöglicht,
während
er die sterile Integrität
bewahrt; wobei der Kit so formuliert ist, dass sich 4 bis 30 Patientendosiseinheiten
von 99mTc-Tetrofosmin-Radiopharmakon aus
einem einzigen Mehr-Dosen-Kit gewinnen lassen.
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Der
Mehr-Dosen-Kit muss so robust sein, dass er signifikant höheren Radioaktivitätspegeln
und auch größeren Lösungsvolumen
standhält
als der herkömmliche
MyoviewTM-Kit. Als Mehr-Dosen-Fläschchen
geeignete Behälter
besitzen bevorzugt ein Volumen von 20 bis 50 cm3,
besonders bevorzugt von 20 bis 40 cm3 und ganz
besonders bevorzugt von 30 cm3. Der Behälter ist
mit einem gasdichten Siegel versehen, in das mehrfach mit einer
Injektionsnadel eingestochen werden kann (z. B. ein Siegelverschluss
aus einem aufgebördelten Septum).
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Der
Mehr-Dosen-Kit umfasst für
mehrere Patientendosen ausreichendes Material (z. B. bis zu 100 GBq 99mTC pro Fläschchen), wodurch die Möglichkeit
besteht, Patientendosiseinheiten in Spritzen von klinischer Qualität zu verschiedenen
Zeitintervallen während
der brauchbaren Lebensdauer der stabilisierten Zubereitung in Entsprechung
zur klinischen Situation zu entnehmen. Als Alternative dazu kann
eine Dosiseinheit von 99mTc-Tetrofosmin-Radiopharmakon
in einem versiegelten Behälter
bereitgestellt werden, wie oben erläutert. Unter dem Begriff „Patientendosiseinheit" bzw. „Dosiseinheit" ist eine radiopharmazeutische 99mTc-Tetrofosmin-Zusammensetzung
mit einem radioaktiven 99mTc-Gehalt zu verstehen,
der sich zur in vivo Bildgebung nach Verabreichung an einen einzelnen
Patienten eignet. Derartige „Dosiseinheiten" sind in der fünften Ausführungsform
(unten) weiter beschrieben. Die Mehr-Dosen-Kits der vorliegenden
Erfindung sind so formuliert, dass sich 4 bis 30, vorzugsweise 6
bis 24 solcher Dosiseinheiten von 99mTc-Tetrofosmin-Radiopharmakon
erhalten lassen, und zwar in reproduzierbarer Weise bei einer Reihe
von 99mTc-Generatoreluaten. Jedoch wird es
auch möglich
sein, den Mehr-Dosen-Kit in einer Weise zu benutzen, dass er 1 bis
40 und möglicherweise sogar
mehr als 40 solcher Dosiseinheiten ergibt.
-
Wie
bei der ersten Ausführungsform
ist beim Mehr-Dosen-Kit der zweiten Ausführungsform kein Luftzuführungsschritt
im Rekonstitutionsprotokoll notwendig, was einen wichtigen Vorteil
darstellt. Überdies
ermöglicht
der Mehr-Dosen-Kit der vorliegenden Erfindung viel kürzere Herstellungszeiten
für mehrere
radiopharmazeutische 99mTc-Tetrofosmin-Zubereitungen,
was mit einer wesentlich verringerten Strahlendosis für den Bediener
einhergeht. Der Mehr-Dosen-Kit weist ferner eine erhöhte Haltbarkeitsstabilität von mindestens 78
Wochen auf, wohingegen der herkömmliche
MyoviewTM-Kit eine Haltbarkeit von 37 Wochen
besitzt. Weitere Vorteile des Mehr-Dosen-Kits werden hinsichtlich
des Verfahrens der dritten Ausführungsform
(unten) dargelegt.
-
In
einem dritten Aspekt bietet die vorliegende Erfindung ein Verfahren
zur Zubereitung mehrerer Patientendosiseinheiten des Radiopharmakons 99mTC-Tetrofosmin,
welches Folgendes umfasst:
- (i) Rekonstituieren
des Mehr-Dosen-Kits der zweiten Ausführungsform entweder mit einer
sterilen Lösung aus 99mTc-Pertechnetat oder zunächst mit
einem biokompatiblen Träger,
gefolgt von einer sterilen Lösung aus 99mTC-Pertechnetat;
- (ii) gegebenenfalls Ausführen
von Schritt (i) in Anwesenheit eines antimikrobiellen Konservierungsmittels;
- (iii) Ermöglichen,
dass eine 99mTc-Tetrofosmin-Komplexbildung
stattfindet, damit sich eine Lösung
ergibt, die einen Großvorrat
des gewünschten 99mTc-Tetrofosmin-Radiopharmakons
umfasst;
- (iv) gegebenenfalls Überprüfen der
radiochemischen Reinheit des Großvorrats an 99mTc-Tetrofosmin-Komplex;
- (v) Entnehmen einer Dosiseinheit aus dem Großvorrat aus Schritt (iii) in
eine zweckmäßige Spritze
oder einen zweckmäßigen Behälter;
- (vi) Wiederholen von Schritt (v) mit einer zusätzlichen
Spritze oder einem zusätzlichen
Behälter
zu späteren Zeitpunkten,
damit sich weitere Dosiseinheiten ergeben.
-
Die
Dosiseinheit ist so, wie bezüglich
der ersten Ausführungsform
(oben) definiert, und ist ausführlicher
in der vierten Ausführungsform
(unten) beschrieben. Auch der biokompatible Träger und bevorzugte Ausführungsformen
desselben sind so, wie bezüglich
der ersten Ausführungsform
(oben) definiert. Einen bevorzugten biokompatiblen Träger für dieses
Verfahren stellt sterile Kochsalzlösung dar. Vorzugsweise erfolgt
die Durchführung
des Verfahrens in Abwesenheit eines antimikrobiellen Konservierungsmittels.
-
Die
sterile 99mTc-Pertechnetat-Lösung wird
vorzugsweise aus einem Technetium-Generator gewonnen. Der radioaktive
Gehalt des in Schritt (i) zu verwendenden 99mTc-Pertechnetats
befindet sich zweckgemäß im Bereich
von 2 bis 100 GBq, bevorzugt 5 bis 75 GBq. Die radioaktive Konzentration
von 99mTc beträgt bevorzugt nicht mehr als
10 GBq/cm3, besonders bevorzugt nicht mehr
als 2,5 GBq/cm3. Einmal hergestellt, verfügt der Großvorrat
des gewünschten 99mTc-Tetrofosmin-Radiopharmakons über eine Nutzungshaltbarkeit
von bis zu 12 Stunden.
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Die 99mTc-Tetrofosmin-Komplexbildung, d. h. Schritt
(iii), ist bei Raumtemperatur normalerweise innerhalb von 15 Minuten
abgeschlossen.
-
Das
Verfahren der vorliegenden Erfindung besitzt die folgenden Vorteile
gegenüber
der Alternative einer Rekonstitution mehrerer MyoviewTM-10
ml-Fläschchen:
- (a) die Anzahl der Handhabungsvorgänge, welche
Radioaktivität
(99mTc-Pertechnetat)
involvieren, wird signifikant verringert;
- (b) ein Luftzuführungsschritt
ist nicht notwendig;
- (c) es sollte nur eine einzige QK-Bestimmung pro Charge Dosiseinheiten
erforderlich sein gegenüber
einer QK-Bestimmung pro Dosis;
- (d) das Großmengen-Fläschchen
wird in solch einer Weise formuliert, dass die Formulierung einer
Reihe von 99mTc-Generatoreluat-Bedingungen
standhalten kann;
- (e) weniger Schritte sind involviert, weshalb sich die Automation
einfacher gestaltet;
- (f) weniger nicht-radioaktive Kit-Fläschchen werden benötigt, was
Kühllagerraum
spart.
-
Für den Bediener
stellen eine kürzere
Verarbeitungszeit (d. h. mehr Effizienz) und eine reduzierte Strahlungsdosis
die entscheidenden Folgen dar, die umso wesentlicher sind je größer die
Anzahl der zuzubereitenden Dosiseinheiten ausfällt.
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In
einem vierten Aspekt bietet die vorliegende Erfindung eine stabilisierte
radiopharmazeutische Zusammensetzung, welche Folgendes umfasst:
- (i) den 99mTc-Komplex
von Tetrofosmin in einem biokompatiblen Träger;
- (ii) ein Strahlenschutzmittel mit einer Konzentration von 0,5
bis 6,0 mmolar, das ausgewählt
ist aus Ascorbinsäure
oder einem Salz davon mit einem biokompatiblen Kation;
mit
der Maßgabe,
dass die radiopharmazeutische Zusammensetzung kein antimikrobielles
Konservierungsmittel enthält.
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Der „biokompatible
Träger" und bevorzugte Ausführungsformen
desselben sind so, wie oben definiert.
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Bei
einer millimolaren (mmolaren) Konzentration ist 1,0 mmolar gleich
0,001 molar. Die Konzentration des Strahlenschutzmittels liegt bevorzugt
im Bereich von 0,6 bis 5,7 mmolar, besonders bevorzugt von 0,7 bis 5,5
mmolar. Diese Bereiche entsprechen jenen Konzentrationsbereichen,
die erhalten werden, wenn die bevorzugten Kits der ersten Ausführungsform
mit dem erforderlichen Volumenbereich von 99mTc-Perechnetat
in Kochsalzlösung
rekonstituiert werden. Darüber
hinaus sind diese Konzentrationen des Strahlenschutzmittels niedriger
als jene, die in der MyoviewTM-„Konjugat"-Lösungszubereitung
verwendet werden, die in Japan erhältlich ist.
-
Bevorzugte
Strahlenschutzmittel für
die stabilisierte Zusammensetzung sind so, wie bezüglich der
ersten Ausführungsform
definiert.
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Bevorzugt
liegt der pH-Wert der stabilisierten Zusammensetzung im Bereich
von 7,5 bis 9,0, besonders bevorzugt von 8,0 bis 8,6.
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In
einem fünften
Aspekt bietet die vorliegende Erfindung eine Patientendosiseinheit
des Radiopharmakons 99mTc-Tetrofosmin, welche
die Zusammensetzung der vierten Ausführungsform umfasst, mit einem
radioaktiven 99mTc-Gehalt, der sich zur
Bildgebung von einem einzelnen Patienten eignet.
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Die
Patientendosiseinheit ist so, wie bezüglich der ersten Ausführungsform
definiert, und wird in zur Verabreichung an den Menschen geeigneter,
steriler Form in einem zweckmäßigen Behälter oder
einer zweckmäßigen Spritze
zur Verfügung
gestellt. Derartige Spritzen taugen zur klinischen Anwendung und
sind vorzugsweise Einwegspritzen, so dass die Spritze niemals bei
mehr als einem Patienten benutzt würde. Gegebenenfalls kann die
Spritze mit einem Spritzenschild versehen sein, um den Bediener
vor einer Strahlendosis zu schützen.
Geeignete radiopharmazeutische Spritzenschilder sind im Handel erhältlich und
umfassen vorzugsweise entweder Blei oder Wolfram, wie beschrieben
von Logan [J. Nucl. Med. Technol., 21(3), 167–170 (1993)].
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Alternativ
dazu kann die Dosiseinheit von 99mTc-Tetrofosmin-Radiopharmakon
in einem Behälter
zur Verfügung
gestellt werden, der eine Versiegelung aufweist, die für ein mehrfaches
Einstechen mit einer Injektionsnadel taugt (z. B. ein Versiegelungsverschluss
in Form eines aufgebördelten
Septums). Die Dosiseinheit der vorliegenden Erfindung wird bevorzugt
in einer Spritze von klinischer Qualität bereitgestellt und ist besonders
bevorzugt mit einem Spritzenschild ausgestattet.
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Der
radioaktive 99mTc-Gehalt der Dosiseinheit
beträgt
geeigneterweise 150 bis 1500 MBq, bevorzugt 185 bis 1250 MBq. Wenn
Ruhe- und Belastungsinjektion am selben Tag verabreicht werden,
sollte sich die erste Dosis auf 185 bis 450 MBq belaufen, 1–4 Stunden
später
gefolgt von einer zweiten Dosis mit 550 bis 1250 MBq. Die Zusammensetzungen,
die in der Dosiseinheit bevorzugt eingesetzt werden, sind so, wie
in der dritten Ausführungsform
(oben) beschrieben.
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Die
Erfindung wird durch die nicht einschränkenden Beispiele veranschaulicht,
die nachstehend im Einzelnen ausgeführt sind.
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Beispiel
1 erläutert
die Synthese von Tetrofosmin. Beispiel 2 stellt einen lyophilisierten
Mehr-Dosen- oder „Großmengen"-Kit der vorliegenden
Erfindung dar, mit einem Myoview30 genannten bevorzugten Modell. Beispiel
3 zeigt, wie ein lyophilisierter Mehr-Dosen- oder „Großmengen"-Kit der vorliegenden
Erfindung zur Zubereitung mehrerer Dosiseinheiten von 99mTc-Tetrofosmin
eingesetzt werden kann. Beispiel 4 veranschaulicht, dass Strahlenschutzmittel-haltige
lyophilisierte Kits post-Rekonstitution mit 99mTc-Pertechnetat über viele
Stunden hinweg eine ausgezeichnete radiochemische Reinheit aufweisen.
-
Beispiel
5 führt
vor Augen, dass beim Myoview30-Kit selbst ohne Luftzuführungsschritt
die Stabilität post-Rekonstitution
bei steigenden radioaktiven Konzentrationen (RACs: Radioactive Concentrations)
höher ist
als bei MyoviewTM. Außerdem veranschaulicht Beispiel
5, dass sich der Myoview30-Kit bei einem umfassenderen Bereich von
Elutionsintervallen für
den 99mTc-Generator erfolgreich einsetzen
lässt.
Was sowohl den Bereich der radioaktiven Konzentrationen (RAC) als
auch jenen des 99mTc-Generator-Elutionsintervalls
anbelangt, verfügen
die Kits der vorliegenden Erfindung über nutzbringende Flexibilität, insbesondere
hinsichtlich eines radiopharmazeutischen Vorgangs, bei dem unter
Umständen
mehrere 99mTc-Tetrofosmin-Zubereitungen pro Tag hergestellt
werden müssen.
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Beispiel
6 beweist, dass der Myoview30-Kit der vorliegenden Erfindung weitaus
kürzere
Herstellungszeiten für
mehrere radiopharmazeutische 99mTc-Tetrofosmin-Zubereitungen ermöglicht,
mit wesentlich reduzierter Strahlungsdosis für den Bediener. Zwar ist die
für die
Qualitätskontrollprobe
verwendete Radioaktivitätsmenge
bei Myoview30 und MyoviewTM die gleiche,
aber Myoview30 involviert 70% weniger Zeit und 75% weniger Radioaktivität. Zusätzlich ist
es für
den Bediener einfacher, vier Chromatographiestreifen zur Qualitätskontrolle
hinter einem Strahlungsschild zu platzieren als sechzehn.
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Aus
Beispiel 7 geht hervor, dass ein Mehr-Dosen-Fläschchen der vorliegenden Erfindung
zur Herstellung von dreißig 99mTc-Tetrofosmin-Dosiseinheiten verwendbar
ist, unter Wahrung einer zufriedenstellenden radiochemischen Reinheit
und ohne Gefährdung
der Sterilität
der Fläschcheninhalte.
So entsprach die radiochemische Reinheit zwölf Stunden post-Rekonstitution
der Spezifikation, selbst nachdem der Stöpsel mehrmals durchstochen
worden war. Im Kulturmedium trat nach zwölf Stunden kein Wachstum auf,
und das Produkt bestand den USP/Ph.Eur.- Sterilitätstest. Die untersuchten Zubereitungsverdünnungen
zeigten einen Gehalt an bakteriellen Endotoxinen unter 313 IU/Fläschchen.
Dies bedeutet, dass keine lebensfähigen Bakterien oder Abbauprodukte
derselben nachgewiesen wurden und daher das Mehr-Dosen-Fläschchen
ohne Bedarf eines antimikrobiellen Konservierungsmittels effizient
funktioniert.
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Aus
Beispiel 8 ist ersichtlich, dass die Verschlüsse der Mehr-Dosen-Fläschchen
der vorliegenden Erfindung bis zu fünfunddreißig Nadeleinstichen standhalten.
Beispiel 9 veranschaulicht, dass Mehr-Dosen-Fläschchen der vorliegenden Erfindung
eine nicht-radioaktive Nutzungshaltbarkeit von 78 Wochen (18 Monaten)
besitzen, wenn sie bei 5°C
(2°C bis
8°C) gelagert
und vor Licht geschützt
werden.
-
Aus 1 geht
hervor, dass die Strahlenschutzmittelzusammensetzungen der vorliegenden
Erfindung eine zufriedenstellende radiochemische Reinheit von über 95%
bis zu zwölf
Stunden post-Rekonstitution ergeben (d. h. die Nutzungshaltbarkeit
der Zubereitung).
-
2 zeigt
die Ergebnisse aus einem Vergleich der Verlustrate bezüglich der
radiochemischen Reinheit von 99mTc-Tetrofosmin
im Verlauf der Zeit, und zwar als Funktion der radioaktiven Konzentration
(RAC) bei Myoview30 und MyoviewTM (mit Luftzuführung).
Es ist ersichtlich, dass der Myoview30-Kit der vorliegenden Erfindung
weitaus robuster ist.
-
Beispiel 1: Synthese von Tetrofosmin
-
Alle
Reaktionen und Handhabungsvorgänge
wurden entweder in vacuo oder unter einer sauerstofffreien Stickstoffatmosphäre durchgeführt. Die
Lösungsmittel
wurden getrocknet und vor Verwendung mittels Stickstoffspülung entgast. α-Azoisobutyronitril
(AIBN) und Ethylvinylether wurden jeweils aus BDH und Aldrich gewonnen.
Bis(diphosphino)ethan wurde der Literatur entsprechend hergestellt
[Inorganic Synthesis, Band 14, 10].
-
Eine
mit einem TeflonTM-Rührstab ausgestattete Fischer-Druckflasche
wurde mit Ethylvinylether (5 cm3, 52,3 mmol),
Bis(diphosphino)ethan (1 cm3, 10 mmol) und α- Azo-isobutyronitril
(0,1 g, 0,61 mmol) gefüllt. Daraufhin
wurde das Reaktionsgemisch gerührt
und 16 Stunden lang auf 75°C
erhitzt. Nach Abkühlen
zurück auf
Raumtemperatur wurde die viskose Flüssigkeit in einen 50 cm3-Rundkolben umgefüllt. Flüchtige Materialien wurden durch
Erhitzen unter Vakuum entfernt. Das erhaltene, nicht flüchtige Material
war gemäß NMR rein.
Ausbeute: 3,0 g, 80%.
1H NMR (CDCl3): δ 1,12
(12H, dt J = 1,16 Hz, 7,15 Hz; OCH2CH3) 1,51 (4H, br m; PC2H4P), 1,7 (8H; br t, J = 7,4 Hz; PCH2CH2OEt), 3,4 (8H,
dt J = 1,16 Hz, 7,15 Hz, OCH2CH3),
3,49 (8H; br m; PCH2CH2OEt)
ppm.
31P NMR: δ –33,17 ppm.
-
Bei
Raumtemperatur wurde Tetrofosmin zu Tetrofosminsulfosalicylat gewandelt
durch Umsetzung mit 2,3 bis 2,5 molaren Äquivalenten von 5-Sulfosalicylsäure in Ethanol,
gefolgt von Rekristallisation aus Ethanol/Ether.
-
Beispiel 2: Formulierung und Herstellung
eines lyophilisierten Großmengen-Fläschchen-Kits
-
Eine
optimierte Formulierung für
die Herstellung eines 30 ml-Großmengen-Fläschchens
lautet wie folgt:
| Tetrofosmin | 0,69
mg, |
| Zinnchlorid-Dihydrat | 90 μg, |
| Dinatriumsulfosalicylat | 0,96
mg, |
| Natrium-D-Gluconat | 3,0
mg, |
| Ascorbinsäure | 5,0
mg, |
| | |
| | |
| Natriumhydrogencarbonat | 11,0
mg, |
| pH-Wert
nach Rekonstitution | mit
8,3 bis 9,1. |
| Kochsalzlösung | |
-
Diese
Kit-Formulierung trägt
den Namen „Myoview30".
-
Es
erfolgte die Herstellung von 500 ml-Chargen. So wurden annähernd 90%
vom Gesamtvolumen des Injektionswassers (WFI: Water for Injektion)
in ein Zubereitungsgefäß gegeben.
Durch Spülen
mit Stickstoff wurde das Injektionswasser von Sauerstoff befreit.
Tetrofosminsulfosalicylat, Zinnchlorid-Dihydrat, Natrium-D-Gluconat, Ascorbinsäure und
Natriumhydrogencarbonat wurden dispensiert, hinzugegeben und der
Reihe nach unter konstantem Mischen aufgelöst. Die Dispensierbecher wurden
mit von Sauerstoff befreitem Injektionswasser gespült. Unter
kontinuierlichem Mischen wurde die Großmengen-Lösung mit von Sauerstoff befreitem
Injektionswasser auf 100% des Endvolumens reguliert. Die Stickstoffspülung wurde
nicht fortgesetzt. Während
des verbleibenden Herstellungsverfahrens wurde im Kopfraum ein Stickstoffpolster
angewandt.
-
Die
Lösung
wurde steril filtriert, und 3,0 ml der filtrierten Lösung wurden
in 30 ml-Fläschchen
dispensiert. Die Fläschchen
wurden teilweise zugestöpselt
und dann lyophilisiert.
-
Beispiel 3: Verfahren zur Rekonstitution
eines Strahlenschutzmittel-haltigen Großmengen-Kits
-
Ein
30 ml-Fläschchen
des Myoview30-Kits (aus Beispiel 2) wurde in einen zweckmäßigen Behälter mit strahlungssicherer
Abschirmung gegeben, und das Gummiseptum wurde mittels eines mit
Isopropylalkohol getränkten
Tupfers desinfiziert. Eine sterile Nadel (die Lüftungsnadel) wurde durch das
Gummiseptum eingeführt. 99mTc-Pertechnetat-Generatoreluat [mit einem
Volumen von 10–30
cm3; verdünnt mit Natriumchlorid-Injektion,
USP wie angemessen, ohne Bakteriostatikum; bei einer radioaktiven
Konzentration von bis zu 10 GBq/cm3 und
einem radioaktiven 99mTc-Gesamtgehalt von
bis 100 GBq (2,7 Ci)] wurde unter Verwendung einer sterilen Spritze
mit Schild zugegeben. Daraufhin wurde die Lüftungsnadel entfernt. Der Inhalt
des rekonstituierten Fläschchens
wurde zehn Sekunden lang schonend vermischt, um die vollständige Lösung des
lyophilisierten Pulvers zu gewährleisten,
und dann bei Raumtemperatur fünfzehn
Minuten lang inkubiert.
-
Das
rekonstituierte Myoview30-Fläschchen
wurde bei 2–25°C gelagert,
und der Inhalt wurde innerhalb von zwölf Stunden nach Zubereitung
verwendet. Entnommene Aliquots wurden ebenfalls bei 2–25°C gelagert und
innerhalb des gleichen 12-stündigen Zeitraums
wie das rekonstituierte Myoview30-Fläschchen benutzt.
-
Beispiel 4: Radiochemische Analyse der
radiochemischen Reinheit eines Strahlenschutzmittel-haltigen lyophilisierten
Kits im Verlauf der Zeit
-
Radiochemische Reinheit des
Kits im Verlauf der Zeit
-
Die
radiochemische Reinheit [RCP] des rekonstituierten Myoview30-Kits
(Beispiel 2) wurde mittels zweier chromatographischer Systeme gemessen:
| System
1: | Stationäre Phase: | ITLC-SG |
| | Mobile
Phase: | Aceton/Dichlormethan
[35:65 |
| | | v/v] |
-
Dieses
System bewirkt die Trennung des lipophilen
99mTc-Tetrofosmins
von den
99mTc-Hydrophilen und den lipophilen
Unreinheiten [Spezie B, C und X] und
99mTc-Pertechnetat.
| System
2: | Stationäre Phase: | Whatman
Nr. Papier |
| | Mobile
Phase: | Acetonitril/Wasser
[50:50 v/v] |
-
Dieses
System bewirkt die Trennung reduzierten hydrolysierten Technetiums
[RHT], das am Anfang des Streifens zurückbleibt, von den anderen Technetiumkomplexen,
die wandern.
-
Das
Myoview30-Fläschchen
wurde ohne den Einsatz eines Luftzuführungsschritts rekonstituiert.
Ergebnisse bezüglich
der Rekonstitution eines Myoview30-Fläschchens
mit 99mTc-Pertechnetat (37,9 GBq in 17,5 ml;
RAC = 2,2 GBQ/ml) sind in 1 aufgeführt.
-
Beispiel 5: Radiochemische Analyse der
radiochemischen Reinheit eines Strahlenschutzmittel-haltigen lyophilisierten
Kits im Verlauf der Zeit, verglichen mit dem Stand der Technik
-
MyoviewTM-Kits wurden von Amersham plc (nun Teil
von GE Healthcare) erhalten. Die Stabilität der Myoview30-Kit-Formulierung
der vorliegenden Erfindung und jene der im Handel erhältlichen
MyoviewTM-10 ml-Kit-Formulierung post-Rekonstitution
bei zunehmender radioaktiver Konzentration (RAC) wurden verglichen.
Bezüglich
MyoviewTM wurde das Rekonstitutionsverfahren
entsprechend der Verpackungsbeilage durchgeführt, d. h. der Luftzuführungsschritt
wurde vorgenommen.
-
Die
Untersuchung beruhte auf acht MyoviewTM-Zubereitungen
und neunundachtzig Myoview30-Zubereitungen. MyoviewTM-Fläschchen
wurden mit bis zu 4,5 GBq/ml und Myoview30-Fläschchen mit bis zu 11,0 GBq/ml
rekonstituiert. Alle der acht MyoviewTM-Zubereitungen
wurden mit Eluat aus einem 99mTc-Generator
rekonstituiert, eluiert innerhalb eines 24-stündigen Elutionsintervalls.
Hingegen wurden die Myoview30-Fläschchen
mit Eluat aus 99mTc-Generatoren mit verschiedenen
Elutionsintervallen rekonstituiert, und zwar bis zu 96 Stunden ohne
den Einsatz eines Luftzuführungsschritts.
Die Ergebnisse sind in 2 aufgeführt.
-
Beispiel 6: Vergleich von Zubereitungszeit
und Strahlungsdosis für
den Bediener bei Myoview30 und MvoviewTM
-
Sechzehn
Dosiseinheiten mit jeweils 18,5 GBq (500 mCi) 99mTc-Tetrofosmin
wurden nach dem einen oder dem anderen der folgenden Verfahren zubereitet:
- Verfahren 1: Rekonstituieren von vier Myoview30-Fläschchen
(aus Beispiel 2) mit jeweils 74 GBq 99mTc-Pertechnetat;
- Verfahren 2: Rekonstituieren von sechzehn MyoviewTM-Fläschchen
mit jeweils 18,5 GBq 99mTc-Pertechnetat.
-
Die
Ergebnisse sind in Tabelle 1 aufgelistet:
| Verfahren | Relative
Strahlungsdosis auf die Hände
des Bedieners | Verbindungszeit (min) | QK-Zeit
(min) | Gesamtzeit
für die Zubereitung
(min) |
| 1 | 88 | 11 | 2 | 13 |
| 2 | 175 | 28 | 7 | 35 |
-
Beispiel 7: Nachweis der Sterilität eines
Mehr-Dosen-Fläschchens
-
Drei
separate Chargen von Myoview30, hergestellt entsprechend der Beschreibung
aus Beispiel 2, wurden untersucht. Unmittelbar vor der Rekonstitution
wurde in jedes der beiden Fläschchen
aus den drei Myoview-30 ml-Chargen eine Lüftungsnadel, BD Microlance
21 G, zusammengesetzt mit einem 0,22 μm sterilen und pyrogenfreien
Millex GP-Filter, eingeführt.
Die Fläschchen
wurden mit 23 ml steriler Kochsalzlösung rekonstituiert. Sofort
danach wurde verdünntes
99mTc-Eluat (2 ml) in die Fläschchen
injiziert, so dass der radioaktive Gehalt etwa 2 GBq/Fläschchen
betrug. Bei 25°C
wurden die Fläschchen
zwölf Stunden
lang gelagert. Nach fünfzehn
Minuten wurden die Fläschchen
so behandelt, wie in Tabelle 2 dargestellt. Tabelle 2
| Zeit
post-Rekonstitution (Stunden) | Entnommenes
Volumen (ml) der simulierten Dosis | Gesamtzahl
entnommener Einzeldosen |
| 0,25 | 0,25 | 10 |
| 6 | 0,5 | 10 |
| 12 | 1 | 10 |
-
So
wurden dreißig
simulierte Dosen nach 15 Minuten, 6 Stunden und am Ende der Haltbarkeit,
also nach 12 Stunden, entnommen. Die Dosen wurden unter Verwendung
von 1 ml-BD-(Becton Dickinson)-Spritzen entnommen, die mit den Nadeln
BD Microlance 25 G zusammengesetzt waren. Für jede Entnahme wurde eine
frische Spritze/Nadel verwendet. Die Dosen Nummer 1 und 21 wurden
zu Analysen auf radiochemische Reinheit geschickt. Die letzte Dosis
(Nummer 30) wurde zum LAL-Test (Limulus-Amoebocyten-Lysat zur Bestimmung
bakterieller Endotoxine) und zur Untersuchung des osmotischen Drucks
geschickt. Das nach 12 Stunden in den Myoview30-Fläschchen
verbleibende Volumen, nämlich
annähernd
7,5 ml, wurde gemäß derzeitigem
USP/Ph.Eur-Test auf Sterilität überprüft. So wurde
das verbleibende Volumen durch zwei geteilt, die Sterilitätstests
wurden vorgenommen, und es erfolgte eine 14-tägige Inkubation in Thioglycolat-Medium
(TGY) und Trypton-Soja-Bouillon (TSB) in 25°C- und 32°C-Inkubatoren.
-
LAL-Test
-
Dosis
Nummer 30 jedes Fläschchens
wurde zur Untersuchung auf bakterielle Endotoxine geschickt. Der
Inhalt der Fläschchen
wurde anfänglich
mit 25 ml steriler Kochsalzlösung
rekonstituiert. Eine weitere Verdünnung wurde durchgeführt, indem
0,1 ml dieser Lösung
genommen und zu 9,9 ml Injektionswasser (WFI) gegeben wurden. Der
LAL-Test erfolgte mittels des Röhrchen-Verfahrens.
Bei dieser Verdünnung
belief sich die Grenze für
bakterielle Endotoxine auf 313 IU/Fläschchen.
-
Ergebnisse
-
- Sterilität:
Als Ergebnis wurde angegeben, dass das Produkt den Sterilitätstest besteht
(Bestehen = P), falls kein Wachstum im Kulturmedium auftritt.
- RCP: Bei allen Zubereitungen belief sich die radiochemische
Reinheit von 99mTc-Tetrofosmin auf 96–97%.
- pH-Wert: Der pH-Wert jedes Fläschchens wurde mit 8,2 gemessen.
- LAL: Als Ergebnis für
jedes der Fläschchen
wurde angegeben, dass das Produkt besteht (P), wenn es der gesetzte
Grenze entspricht.
-
Die
Ergebnisse sind in Tabelle 3 zusammengefasst: Tabelle 3: Zusammenfassung der Ergebnisse
bezüglich
Sterilität
und RCP-Stabilität
| Charge | GBq/Fläschche n | Zeit
p. r., Stunden | Sterilität | LAL/Fläschchen |
| 1 | 2,05 | 0,25 | NA | NA |
| 2,04 |
| NA | 12 | P | P |
| P | P |
| 2 | 1,95 | 0,25 | NA | NA |
| 1,83 |
| NA | 12 | P | P |
| P | P |
| 3 | 1,97 | 0,25 | NA | NA |
| 2,06 |
| NA | 12 | P | P |
| P | P |
| Gesamtdurchschnitt | NA | NA | P | NA |
| NA = nicht
ausgeführt,
P = bestanden |
-
Beispiel 8: Nachweis der Verschlussintegrität eines
Mehr-Dosen-Fläschchens
-
Beim
verwendeten Myoview30-Verschluss handelte es sich um PH 701/45 rot-braun
(1178) und beim Behälter
um ein 30 ml-Fläschchen
vom Typ 1, Schott. Zehn Myoview30-Fläschchen wurden gemäß Ph.Eur.3.2.9
getestet, außer
dass statt zehn Einstichen wie bei Ph.Eur. fünfunddreißig Einstiche vorgenommen wurden.
Dies war notwendig, um die erhöhte
Anzahl multipler Dosierungen eines Mehr-Dosen-Fläschchens
zu simulieren. Jeder Verschluss wurde fünfunddreißigmal mithilfe einer frischen
Injektionsnadel mit einem Außendurchmesser
von 0,8 mm durchstochen, wobei jeder Einstich an einer anderen Stelle
erfolgte. Beim letzten Einstich handelte es sich gleichzeitig um
eine Injektion ultrafiltrierten Wassers bis zum Nennvolumen von
30 ml. Die zehn gefüllten
Fläschchen
mit Einstichen wurden aufrecht in einen Becher mit Methylenblau-Lösung (1 g/l)
getaucht. Der Außendruck
wurde 10 min lang um 270 mbar auf 750 mbar verringert. Anschließend wurde der
Umgebungsdruck wiederhergestellt, und die Fläschchen wurden, eingetaucht
in die Methylenblau-Lösung, weitere
dreißig
Minuten lang ruhen gelassen. Die Fläschchen wurden gründlich gespült und vor
einem weißen Hintergrund
auf jegliche Verfärbung überprüft. Im Test
wurde kein Eindringen von Farbstoff in irgendeines der Fläschchen
nachgewiesen.
-
Beispiel 9: Stabilitäts-Untersuchung von Mehr-Dosen-Fläschchen
-
Mehrere
Fläschchen
aus drei separaten Myoview30-Chargen, zubereitet wie in Beispiel
2, wurden vor Licht geschützt
und bei einer kontrollierten Temperatur von 5°C gelagert. Bei einer Lagerung
von bis zu 52 Wochen wurden Fläschchen
in Intervallen getestet. Tetrofosmin, Ascorbinsäure, Stanno, Dinatriumsulfosalicylat, Sauerstoffgehalt
und Feuchtigkeitsgehalt wurden einem Assay unterzogen. Die Reinheit
des Tetrofosmins wurde durch 1H und 31P NMR überwacht.
Die radiochemische Reinheit des mithilfe der gelagerten Kits zubereiteten 99mTc-Tetrofosmins
wurde ebenfalls zu jedem Zeitpunkt gemessen.
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Alle
erhaltenen Ergebnisse zeigten, dass das Produkt, wenn es vor Licht
geschützt
bei 5°C
(2 bis 8°C) gelagert
wurde, über
den vollen Zeitraum von 52 Wochen alle Spezifikationen erfüllte. Sämtliche
Ergebnisse wurden ausgewertet, und es wurde eine statistische Analyse
durchgeführt.
An quantitativen Parametern wurde eine Linearregressionsanalyse
vorgenommen, um das Verhältnis
zwischen jedem der Parameter und der Lagerzeit zu ermitteln. Der
aus der Regressionsanalyse gewonnene Korrelationskoeffizient wurde
unter Anwendung des Pearson-Tests auf seine Signifikanz untersucht.
Das 95%-Vertrauensintervall für
einen individuellen Parameter wurde berechnet. Wenn der Parameter
im Verlauf der Zeit nur abnehmen (oder zunehmen) konnte, wurde ein
einseitiges Vertrauensintervall berechnet. Die 95%-Vetrauensintervalle
und Regressionslinien wurden bis zur 78. Woche (zum 18. Monat) extrapoliert,
also 6 Monate über
jenen Zeitraum hinaus, der von den Langzeitdaten abgedeckt ist.
Dies stellt die maximale Verlängerung
der Haltbarkeit dar, basierend auf den verfügbaren Ergebnissen gemäß ICH (The
International Conference an Harmonisation of Technical Requirements
for Registration of Pharmaceuticals for Human Use) Richtlinie Q1E.
Der früheste
Zeitpunkt, zu dem die 95%-Vertrauensgrenze für den Durchschnitt das vorgeschlagene
Annehmbarkeitskriterium schneidet, liegt bezüglich Proben, die bei 5°C gelagert
sind, jenseits der 78. Woche. Myoview30-Chargen, die in der beschriebenen
Form länger
als 78 Wochen gelagert wurden, wiesen zwölf Stunden post-Rekonstitution
eine radiochemische Reinheit von über 90% auf, wenn die Rekonstitution
mit 5,5 bis 89 GBq 99mTc-Pertechnetat erfolgt
war.