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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein neues Verfahren zur Herstellung
von Hochleistungsstrukturprofilen unter Verwendung eines modifizierten
Pultrusionsverfahrens. Das neue Verfahren ist ein kontinuierliches
Verfahren, mit dem Strukturprofile hergestellt werden, die über hervorragende
Eigenschaften und insbesondere hervorragende mechanische Eigenschaften
wie hohe Biegemoduln und Festigkeit, insbesondere hohe Druckfestigkeit,
wie Druckfestigkeit an einem gekerbten, einem gebolzten und einem
reinen Probekörper
(open hole and filled hole and plain compression strength), und
hervorragende Trageigenschaften verfügen, durch die die Strukturprofile
insbesondere für
Flugzeuganwendungen geeignet sind.
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Faserverstärkte Kunststoffmaterialien
werden immer wichtiger. Solche Materialien vereinigen eine hervorragende
Festigkeit mit einem sehr niedrigen Gewicht, wodurch sie für gewichtsempfindliche
Anwendungen die erste Wahl sind, insbesondere in der Flugzeugindustrie.
Faserverstärkte
Kunststoffmaterialien bestehen prinzipiell aus mehreren Fasern oder
Faserbahnen, die durch ein Kunststoffmaterial, für gewöhnlich ein Harz, zusammen laminiert
sind. Damit sie jedoch für
Hochleistungsanwendungen, insbesondere in der Flugzeugindustrie,
geeignet sind, müssen
harzverstärkte
Fasern über
eine hervorragende Festigkeit verfügen. Eine wichtige Voraussetzung
zur Verstärkung
von Materialien für
die Verwendung in der Flugzeugindustrie sind die Druckeigenschaften,
von denen Druckfestigkeit an einem reinen, einem gekerbten und einem
gebolzten Probekörper,
wie sie beispielsweise ASTM Standard D 6484-99 beschreibt, definierende
kritische Designkriterien sind.
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Es
gibt viele Verfahren zur Fertigung von Kompositstrukturen, einschließlich, aber
nicht beschränkt
auf das Warmformen polymerer Matrizes und Autoklaven-Verarbeitung.
Diese sind jedoch alle entweder arbeitsaufwendig, teurer als die
Verwendung rein metallischer Materialien, nicht anwendbar auf Mittel-
bis Großserienanwendungen
oder führen
nicht zu hoch struktureffizienten Strukturen. Die Verfahren nach
dem Stand der Technik sind im allgemeinen chargenorientiert, wie
die, die für
Autoklaven-gehärtete
Strukturen eingesetzt werden.
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Die
Fertigung komplexer Strukturprofile ist ein arbeitsaufwendiges Verfahren,
das typischerweise aus dem Schneiden und Streckformen von Verstärkungen
zur Erleichterung der Konformation ebener Materialien zu nicht ebenen
Geometrien besteht. Die Kosten der resultierenden Strukturen sind
hoch, ihre Herstellung erfordert viel Zeit und das Verfahren ist
fehleranfällig.
Selbst bei der Nutzung automatisierter Materialanordnungssysteme,
die in der Technik bekannt sind, wie moderne Spinnkabelanordnung,
sind die Zeit, die zur Herstellung einer Struktur erforderlich ist,
die Kosten und möglicherweise
die Bauteilqualität
nicht gerade optimal.
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In
der Technik sind Pultrusionsverarbeitungsverfahren bekannt, in denen
wärmegehärtete, stranggezogene
Verbundstrukturen in mittleren bis hohen Produktionsraten produziert
werden können.
Eine allgemeine Einschränkung
der Pultrusionsverfahren ist jedoch, daß ein Pultrusionsverfahren
nur auf die Produktion gerader, gedehnter Bauteile mit einheitlichem
Querschnitt ausgerichtet ist. Dies liegt zum Teil an der Art des
Verfahrens selbst und zum Teil an den hitzehärtbaren Harzen, die häufig verwendet
werden. Da das Verfahren im Betrieb lange kontinuierliche Verstärkungsfasern
durch die verschiedenen Grundoperationen zieht, bildet es von Natur
aus gedehnte Verbundwerkstoffe, in denen die Verstärkungsfasern
in der Pultrusionsrichtung ausgerichtet sind. Sind sie erst einmal
gehärtet,
können
die hitzehärtbaren
Harze anschließend
nicht in irgendeiner anderen Art und Weise warmgeformt oder geformt
werden, dennoch ist es notwenig, das hitzehärtbare Harz in der Preßform zu
härten,
um so die Fasern aneinander zu binden und die gewünschte Querschnittsform zu
erzeugen.
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Für gewöhnlich wird
in diesen Verarbeitungsverfahren ein Harzsystem eingesetzt, das
das Strukturverhalten für
eine schnelle Verarbeitung erfüllt.
Daher sind herkömmliche
stranggezogene Strukturen im allgemeinen für primäre Strukturanwendungen aufgrund
ihres nicht gerade optimalen Strukturverhaltens ungeeignet. Schwaches
Strukturverhalten ist nicht optimalen Faserorientierungen im Gewebe
und der Notwendigkeit der Verwendung schnell härtender Harze, die kein optimales
Strukturverhalten zeigen, zuzuschreiben.
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Verstärkungstextilien
werden oftmals auch als Gewebe, Textilbahnen, Textilverstärkungen,
Verstärkungen
usw. oder einfach Textilien bezeichnet. Alle diese Ausdrücke, die
im wesentlichen Verstärkungstextilien bedeuten
sollen, werden in der Technik und auch in dieser Anmeldung synonym
verwendet.
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Diese
und andere Probleme sind in der Technik bekannt und werden beispielsweise
in
US-A 6,033,511 erörtert. Zur Überwindung
dieser Probleme schlägt
US-A 6,033,511 ein
Pultrusionsfertigungsverfahren vor, in dem eine Vorform aus mehreren
Gewebeschichten durch ein Bad mit einem flüssigen Matrixmaterial gezogen wird,
das Matrixmaterial einheitlich in der Vorform dispergiert und durch
Entfernen von Wärme
aus dem Matrixmaterial verfestigt wird, die Vorform mit dem verfestigten
Matrixmaterial geschnitten und bevorzugt durch die Verwendung von
Elektronenstrahlhärtung
gehärtet
wird. Dieses Verfahren ist noch komplizierter, erfordert eine Elektronenstrahlhärtungsvorrichtung,
und die Probleme der Verfahren und Produkte nach dem Stand der Technik
werden nicht ausreichend gelöst.
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Ferner
sind die Bahnen, die dem Pultrusionsverfahren unterzogen werden,
starken Ziehkräften
ausgesetzt, was die Anzahl und Art von Textilien, die in diesem
Verfahren verwendet werden, einschränkt, und wodurch bei der Verwendung
mehrerer Bahnen viel geheftet werden muß.
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Auf
der anderen Seite hat die Pultrusion signifikante Vorteile, da sie
ein kontinuierliches Verfahren ist, das faserverstärkte Kunststoffmaterialien
bei relativ niedrigen Kosten liefert. Es gibt eine große Anzahl
an Literatur, die das Pultrusionsverfahren betrifft, und es können beispielsweise
US-A 6,048,427 ,
US-A 5,716,487 ,
US-A 6,033,510 und
Meyer, R. W. „Handbook
of Pultrusion Technology",
Chapman and Hall, New York, NY 1985 genannt werden.
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US-A 5,098,496 offenbart
ein Pultrusionsverfahren zur Herstellung eines Gegenstandes aus
einem faserverstärkten
hitzehärtbaren
Polymer, worin die Ziehgeschwindigkeit und die Temperatur der Heiz-
und Kühlabschnitte
der Preßform
des Pultrusionsapparats so gesteuert werden, daß die Polymerzusammensetzung während des
Ziehens durch die Preßform
geliert, so daß der
Gegenstand eine nicht alltägliche
Form beibehält. Die
Steuerung erfolgt als Antwort auf die Viskosität und die Härtungskinetiken der Polymerzusammensetzung und
die nicht alltägliche
Querschnittsform des Gegenstandes.
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Als
geeignete Komponenten der durch Wärme härtbaren flüssigen hitzehärtbaren
polymerisierbaren Zusammensetzung werden Standardmaterialien mit
niedriger Viskosität
beschrieben, und die gesamte Materialtechnologie basiert auf bifunktionalen
Epoxiden, die im allge meinen in den Pultrusionsverfahren nach dem Stand
der Technik verwendet werden. Demgemäß erfolgt das bevorzugte Verfahren
der Auftragung der hitzehärtbaren
polymerisierbaren Harzzusammensetzung durch Leiten der Fasern durch
ein Bad (Tauchen in ein Bad), auch wenn in
US-A 5,098,496 erwähnt wird,
daß die
hitzehärtbare
polymerisierbare Zusammensetzung auf unterschiedliche Art und Weise
auf die verstärkten
Fasern aufgebracht werden kann. Ein solches Verfahren erfordert
eine niedrige Viskosität
der flüssigen
hitzehärtbaren
polymerisierbaren Zusammensetzung bei Raumtemperatur, wenn eine
gute Imprägnierung
der Fasern erreicht werden soll, und demgemäß müssen in dem Verfahren von
US-A 5,098,496 reaktive
Monomere zur Reduktion der Viskosität des Harzes verwendet werden.
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Mit
der Harzzusammensetzung mit niedriger Viskosität, die zur Imprägnierung
der Fasern in dem Verfahren von
US-A 5,098,496 verwendet wird, kann kein Hochleistungsmaterial
erzeugt werden, das für
Raumfahrtanwendungen geeignet ist, da diese Materialien die Tg,
den Druck usw., die für
diese Anwendungen erforderlich sind, nicht erfüllen. Ferner können aufgrund
der hohen Ziehkräfte,
die in diesem Verfahren erforderlich sind, Hochleistungstextilien
wie multiaxiale Gewebe in diesem Verfahren nicht verwendet werden
und die Fasern, die in dem Verfahren von
US-A 5,098,496 verwendet
werden, sind für
gewöhnlich
parallel zum Fluß des
Materials ausgerichtet, was bedeutet, daß alle Fasern auf 0° ausgerichtet
sind, was für
ein Standardpultrusionsverfahren typisch ist.
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Harz-Transfer-Form-Verfahren
(RTM-Verfahren) sind zur Herstellung eines Hochleistungsmaterials, wie
es in der Flugzeugindustrie erforderlich ist, allgemein bekannt.
Das RTM-Verfahren
ist zur Verarbeitung zweidimensionaler Bahnen in dreidimensionale
Verstärkungsgegenstände geeigneter
als das oben erörterte klassische
Pultrusionsverfahren, und im allgemeinen werden Bahnen aus Kohlefaser
oder einem anderen Material wie Aramidfasern oder Glasfasern um
oder in eine Form oder einen Dorn geformt und durch Druck an diese
angepaßt.
Nachdem die Schichten in der Form gebildet sind, wird ein Harz in
die Form injiziert, um die Bahnen aneinander zu binden. Die anfänglichen
Bahnen aus dem Verstärkungsmaterial
in dem klassischen RTM-Verfahren umfassen das Harz nicht und sind
daher trocken und ohne weiteres biegbar. Dann wird die Form erwärmt, damit
das Harz härten
kann. Typische Beispiele für
ein RTM-Verfahren werden beispielsweise in Beckwith, S. W., Hyland,
CR. „Resin
Transfer Molding",
SAMPE Monograph Nr. 3, Covina, Ca. (1999) beschrieben.
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Das
typische RTM-Verfahren ist für
gewöhnlich
ein nicht-kontinuierliches oder nur teilweise kontinuierliches Verfahren.
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Ein
Problem mit bekannten RTM-Verfahren ist, daß die Beschickung der trockenen
Verstärkungsschichten
in die Form Zeit und Arbeit kostet, was dieses Verfahren eher teuer
macht. Daher sind RTM-Verfahren entwickelt worden, die Vorformen
verwenden, die bereits die gewünschte
Form haben und die zum Beispiel durch Verbinden der Schichten mit
Verstärkungssträngen oder
durch die Verwendung einer viskosen Flüssigkeit oder eines festen
Harzes als ein Haftmittel, um die Schichten zusammenzuhalten, hergestellt
werden.
US-A 5,071,711 offenbart
ein Verfahren zur Herstellung von Vorformen, worin auf die Oberfläche aller
von einer oder mehreren Lagen eines unimprägnierten Substratmaterials
eine oder mehrere nicht-gesinterte Thermoplast-ähnliche, harzartige Verbindung(en)
aufgetragen wird/werden, die im wesentlichen frei von einer Verbindung
ist/sind, die als ein Vernetzter für die thermoplastische, feste,
harzartige Verbindung dienen würde.
Die harzförmige
Verbindung hat die Form eines Pulvers mit einer Teilchengröße kleiner
als etwa 500 μm
und einem Schmelzpunkt, bestimmt durch DSC, von etwa 50°C bis etwa
70°C. Die
Thermoplast-ähnlichen,
harzartigen Pulververbindungen werden dann auf der Oberfläche des
Substratmaterials zu einem Film geschmolzen, das harzartige Material
wird abgekühlt,
eine oder mehrere Lagen des so behandelten Substratmaterials werden vereinigt
und in die gewünschte
Form gebracht. Die geformten Lagen aus dem behandelten Substratmaterial werden
dann einer Temperatur ausgesetzt, die zum Schmelzen der harzartigen
Verbindung ausreicht, und nach dem Abkühlen auf eine Temperatur unter
den Schmelzpunkt der harzartigen Verbindung wird eine vorgeformte
Vorform zur Verwendung in einem Formgebungsverfahren als Verstärkungsmaterial
erhalten. Die Vorform kann dann gelagert und eventuell in RTM-Verfahren
verwendet werden.
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Der
Erhalt von Hochleistungsstrukturprofilen mit dem RTM-Verfahren,
die die oben erörterten
hohen Voraussetzungen der Raumfahrtindustrie erfüllen, ist jedoch schwierig.
Die Viskosität
des in dem RTM-Verfahren verwendeten Harzes muß niedrig sein, um sicher zu
stellen, daß das
Harz gleichmäßig durch
die (Mehrschicht-)Bahnen verteilt wird, was oftmals zu unzureichenden
mechanischen Eigenschaften des Endproduktes führt.
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Viele
Probleme von Pultrusions- und RTM-Techniken können durch die Verwendung einer
Prepregtechnologie vermieden werden. Die Prepregtechnologie hat
den Vorteil, daß das
Heften reduziert oder sogar vollständig weggelassen werden kann,
und es möglich
ist, Additive wie Elastomere oder Thermoplasten in dem Prepregharz
zu verwenden, um die Schlagfestigkeit der resultierenden Verbundmaterialien
zu erhöhen.
Solche Additive, die in Teilchenform oder einfach gelöst in dem
hitzehärtbaren
Harz zugegeben werden können,
können
nicht in RTM-Techniken verwendet werden, da sie die Viskosität zu sehr
erhöhen
würden
oder im Falle von Teilchen während
des Imprägnierverfahrens
ausfiltern würden.
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Ein
Beispiel für
ein Prepregverfahren wird beispielsweise in
US-A 5,043,126 beschrieben.
US-A 5,043,126 offenbart
ein Verfahren, in dem ein faserverstärktes Kunststoffmaterial durch
diskontinuierlich starken Druckaufbau und Erwärmen zum Wärmehärten gebildet und schrittweise
in drucklosen Zeiträumen
eingespeist wird. In dem Verfahren wird eine vorimprägnierte
Kohlefaser-, Aramid- oder Glasfaserbahn mit einem darin imprägnierten
hitzehärtbaren
Harz als ein Grundmaterial des faserverstärkten Kunststoffmaterials verwendet,
wobei die Kohlefaser, die Aramid- oder Glasfaser in Form einer gewebten
Faserbahn oder einer unidirektionalen Faserbahn verwendet wird.
In Abhängigkeit
der Form des Endproduktes wird zwischen überlappende Materialbahnen
Roving eingeschoben.
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Eine
kontinuierliche Injektion des Harzes in die Bahnen ist in dem Verfahren
aus
US-A 5,043,128 nicht möglich, da
der Transport der verstärkten
Bahnen gestoppt werden muß,
während
Druck und Wärme
angelegt werden. Daher ist das Verfahren aus
US-A 5,043,129 auf die Verwendung
von Prepregs beschränkt.
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Die
Prepregtechnologie hat viele Vorteile, insbesondere können Strukturprofile
mit hervorragenden mechanischen Eigenschaften erhalten werden, in
einem Prepreg muß die
Textilbahn oder -auflage typischerweise jedoch über ein sehr arbeits- oder
ausrüstungsaufwendiges
Verfahren erreicht werden, was ein Nachteil ist, der das Produkt
teuer macht. Ferner müssen
die vorimprägnierten
Bahnen (Prepregs) für
gewöhnlich
unter Kühlung
gelagert werden, was ebenfalls unökonomisch ist.
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Ein
Ziel der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung eines ökonomischen
Verfahrens zur Herstellung von Hochleistungsstrukturprofilen, die
faserverstärkte
Kunststoffmaterialien sind, und eines Apparates zur Durchführung dieses
Verfahrens, der die Probleme der Verfahren nach dem Stand der Technik überwindet
und Hochleistungsstrukturprofile mit sehr hoher Festigkeit, insbesondere
hervorragender Druckfestigkeit, wie Druckfestigkeit an einem reinen
und einem gekerbten Probekörper,
die die Voraussetzungen der Flugzeugindustrie erfüllen, produzieren
kann. Das Verfahren sollte die Verwendung höchst leistungsfähiger Textilverstärkungen
erlauben, was wiederum Textilverstärkungen mit einem minimalen
Ausmaß an
Kräuselung
bedeutet. Ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung
neuer Hochleistungsstrukturprofile.
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Dieses
Ziel wird durch ein kontinuierliches Pultrusionsverfahren zur Herstellung
von Strukturprofilen wie Hochleistungsstrukturprofilen erreicht,
wobei
- a) eine oder mehrere Textilbahnen mit
einer Harzzusammensetzung, umfassend eine Kombination aus
(i)
mindestens einem Epoxidharz, das ein tri- oder tetra-funktionales
Epoxidharz ist, und
(ii) einem Härtungsmittelsystem, umfassend
mindestens zwei Arten reaktiver Gruppen mit unterschiedlicher Reaktivität; imprägniert wird/werden;
- b) die imprägnierten
Textilbahnen Wärme
ausgesetzt werden, um so eine Teilreaktion zwischen dem mindestens
einen Epoxidharz und dem Härtungsmittelssystem
herbeizuführen,
so daß die
Viskosität
der Harzzusammensetzung erhöht
wird, und
- c) die teilweise umgesetzte imprägnierte Harzzusammensetzung
unter Verwendung von Wärme
und/oder Druck geliert wird.
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Die
Erfindung liefert auch einen Apparat, der zur Durchführung eines
bevorzugten Verfahrens der vorliegenden Erfindung verwendet werden
kann, und neue Strukturprofile, insbesondere Hochleistungsstrukturprofile,
die in der Flugzeugindustrie verwendet werden können und durch das Verfahren
der Erfindung erhältlich
sind.
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Das
Verfahren der vorliegenden Erfindung ermöglicht die Anwendung sehr geringer
Ziehkräfte.
Beispielsweise sind die Ziehkräfte
im Zusammenhang mit der Profilgeometrie, die in den Beispielen aus
US-A 5,098,496 verwendet
werden, zehn Mal höher
als die Ziehkräfte,
die typischerweise in dem Verfahren der vorliegenden Erfindung verwendet
werden (beim Ver gleich der Laminatoberfläche). Daher ermöglicht das
Verfahren der vorliegenden Erfindung die Verwendung irgendeiner
Art von Faserorientierung, und in dem Verfahren der vorliegenden
Erfindung können
sehr empfindliche Hochleistungstextilien verwendet werden, während beispielsweise
ein herkömmliches
Pultrusionsverfahren, wie in
US-A
5,098,496 offenbart, Fasern verwenden muß, die üblicherweise
parallel zum Materialfluß angeordnet
sind.
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Bevorzugt
werden in dem Verfahren der Erfindung so viele Textilverstärkungsbahnen
wie möglich
genutzt, die nicht durch die typischen Mittel wie herkömmliche
Web-, Flecht-, oder Heftverfahren erzeugt wurden.
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Durch
das Verfahren der vorliegenden Erfindung können Textilverstärkungen
verwendet werden, die minimal kräuseln,
mit anderen Worten zeigen die Fasern in diesen Verstärkungen
einen höheren
Grad an Orientierung. Wenn beispielsweise multiaxiale Nähgewirke,
wie sogenannte nicht-gekräuselte
Gewebe, eingesetzt werden, ist ein minimaler Heftgrad für die Verwendung
in dem Verfahren dieser Erfindung ausreichend. Beispielsweise können Textilbahnen
mit 3 Gew.-% oder weniger, stärker
bevorzugt 2 Gew.-% oder weniger, insbesondere 1 Gew.-% oder weniger
Heftgarn verwendet werden, oder es ist überhaupt kein Heftgarn erforderlich.
Die prozentualen Anteile basieren auf dem Gesamtgewicht der Ausgangs-Textilbahnen
ohne Bindemittel. Das oben genannte Heften ist insbesondere ein
Heften mit Heftgarn, das sich in der Harzmatrix nicht auflöst oder
darin schmilzt.
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Ein
signifikanter Vorteil des Verfahrens der vorliegenden Erfindung
ist, daß die
Textilbahnen in Ziehrichtung des Profils/der Maschine ausgerichtet
sind, was zu verringerter Faserwelligkeit führt, was schließlich wiederum
hilft, die Druckfestigkeit des erzeugten Strukturprofils zu erhöhen.
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Es
wurde unerwartet herausgefunden, daß Hochleistungsstrukturprofile,
die mit Leistungsmerkmalen übereinstimmen,
die typischerweise nur durch Verfahrenen erreicht werden können, die
Prepregs als Ausgangsmaterial einsetzen, erhalten werden können, indem
trockene, unimprägnierte
Textilen in einem Pultrusionsverfahren, insbesondere einem Injektionspultrusionsverfahren,
verwendet werden, wenn eine bestimmte Harzzusammensetzung zum Imprägnieren
der Textilien verwendet wird.
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Ein
besonderer Vorteil der vorliegenden Erfindung ist, daß das Verfahren
mit jeder Art von Textilien durchgeführt werden kann. Die neue Harzzusammensetzung
ermöglicht
die Anwendung sehr kleiner Ziehkräfte in dem Pultrusionsverfahren,
und folglich können
Textilien in dem Pultrusionsverfahren der vorliegenden Erfindung
verwendet werden, die in Pultrusionsverfahren des Standes der Technik
nicht verwendet werden können.
Pultrusionsverfahren des Standes der Technik erforderten gewebte
Textilien, ungewebte Textilien (Segel/Filz-Typ), nicht-gekräuselte Textilien oder UD-Gewebe,
die gewebt oder geheftet sind. Während
solche Textilien selbstverständlich
auch in dem Verfahren der vorliegenden Erfindung verwendet werden
können,
ist die Verwendung unidirektionaler Bänder (UD-Bänder), die weder gewebt sind
noch irgendeine Heftung aufweisen (die sich nicht auflöst), als
Mittel für
die Textilstabilisierung ebenso möglich, wobei UD-Bänder mittels
eines Haftmittels zusammengehalten werden, das gewöhnlich in
Form eines Heftgarns aufgebracht wird, das sich in der Massematrix
auflöst.
Die letzteren Textilien können
durch Zusammensetzen von UD-Lagen erhalten werden, die unter Verwendung
eines Haftmittels, ähnlich
dem für
UD-Bänder
verwendeten, (d. h., entweder einem thermoplastischen oder einem
hitzehärtbaren
Klebstoff), miteinander verbunden werden. Aufgrund der geringen
Ziehkräfte,
die in der vorliegenden Erfindung verwendet werden können, können sehr
ziehempfindliche Textilien wie biaxiale Textilien von +/– 45° verarbeitet
werden. Daher können
in dem Verfahren der vorliegenden Erfindung buchstäblich alle
Auflagefolgen erhalten oder verarbeitet werden, wodurch Designfreiheit
und ein verringertes Gewicht erhalten werden.
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Da
die Textilien dieser Erfindung minimal oder gar nicht mit sich nicht
auflösendem
oder schmelzendem Heftgarn geheftet sind, zeigen die Fasern/Spinnkabel
sehr wenig Kräuselung,
viel weniger, als in gewebten Textilien oder gehefteten Textilien
mit Heftfäden,
die sich nicht auflösen,
wie sie gewöhnlich
in Pultrusionsanwendungen verwendet werden. Ausgezeichnete Eigenschaften
in der Ebene, wie Druckfestigkeit in der Ebene, werden bereitgestellt.
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Daher
sind die in der vorliegenden Erfindung verwendeten Textilien vorzugsweise
unidirektionale Bänder
(UD-Bänder)
und multiaxiale Gewebe, wie oben definiert, bevorzugt Kombinationen
aus solchen unidirektionalen Bändern
und multiaxialen Geweben. Unidirektionale Bänder sind vorzugsweise nicht
gekräuselte, nicht
geheftete, Haftmittel-Schmelzgarn-stabilisierte unidirektionale
Bänder,
nicht-gekräuselte,
mit schmelzbarem/löslichem
Heftfaden geheftete, unidirektionale Bänder oder gewebte unidirektionale
Bänder
mit einem Fasergewicht von mehr als 90% in Kettfadenrichtung. Multiaxiale
Gewebe sind vorzugsweise nicht-gekräuselt, sind
nur wenig oder gar nicht oder mit einem Heftfaden geheftet, der
sich in der Matrix auflöst/darin
schmilzt oder flache aus Spinnkabel gewebte Textilien oder nicht-gekräuselte Gewebebindungen.
Am stärksten
bevorzugt ist eine Kombination aus solchen multiaxialen Geweben,
insbesondere biaxialen oder triaxialen Geweben, und unidirektionalen
(UD-)Bändern.
Das UD-Band wird an dem multiaxialen Gewebe vorzugsweise unter Verwendung
eines Haftmittels (oder wie nachstehend beschrieben Bindemittel
genannt) oder unter Verwendung eines Heftfadens, der sich in der
Matrix auflösen/darin
schmelzen kann, befestigt.
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Die
mechanischen Eigenschaften werden erhöht, wenn das Heften verringert
wird, insbesondere Heften mit Garn, das sich in der Harzmatrix nicht
auflöst
oder darin schmilzt. Gewöhnlich
können
unter Verwendung biaxialer Textilien höhere Druckwerte erreicht werden,
als mit triaxialen Textilien. Dies ist durch die Orientierung der
Fasern zu erklären.
Heften verursacht das Kräuseln
der Fasern. Diese Abweichung von der Richtung der Kraft verringert
die Druckfestigkeit. Eine triaxiale Textile enthält, zusätzlich zu den z. B. zwei +/–-Bahnen
(Richtungen) einer biaxialen Textile, eine dritte Richtung. In diesem
Fall ist die dritte Richtung ein Grad Null, der der Maschinenrichtung
und der am stärksten
belasteten Richtung der Komponente entspricht. Kann das Heften dieser
Null-Grad-Bahn vermieden werden, kann das Kräuseln verringert werden, was
wiederum zu einer höheren
Druckfestigkeit führen
kann.
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Die
beste Leistung kann mit reinen UD-Textilbahnen erreicht werden,
die keinerlei Heftung (mit sich nicht auflösenden oder schmelzenden Garnen)
aufweisen und die eine signifikante Freiheit in bezug auf die Kombination
von Textilbahnen zu Stapeln von Textilbahnen gestatten.
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Daher
werden in dem Verfahren der vorliegenden Erfindung vorzugsweise
mehrere Textilbahnen, z. B. vier oder mehr Textilbahnen, verwendet,
die zu Stapeln geformt wurden, und jeder Stapel enthält ein oder mehrere
UD-Bänder
und/oder eine oder mehrere multiaxiale Textilien.
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Die
Textilbahnstapel können
in einem separaten Verfahrensschritt hergestellt werden, und die
so hergestellten Textilbahnstapel können dann in dem Pultrusionsverfahren
der vorliegenden Erfindung eingesetzt werden.
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Vorzugsweise
werden die unterschiedlichen Textilbahnen unter Verwendung eines
Bindemittels zu einem Stapel vereinigt. Ein Bindemittel ist definitionsgemäß ein Material,
daß die
Stabilisierung der Textilbahnen ohne konventionelle Textilmittel
wie Weben oder Heften ermöglicht.
Das Bindemittel fungiert im wesentlichen als Haftmittel zwischen
den Textilbahnen. Ein Bindemittel besteht typischerweise entweder
aus einem thermoplastischen Polymer oder einem hitzehärtbaren
Polymer, bevorzugt einem thermoplastischen Polymer. Das Bindemittel
kann in verschiedenen Formen eingeführt/aufgebracht werden:
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a) Solvatisierungsverfahren
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Das
Bindemittel wird in einem geeigneten Lösungsmittel gelöst, das
gelöste
Bindemittel wird dann entweder durch Eintauchen/Imprägnieren
der Textile in der Bindemittellösung
oder durch Sprühen
der Bindemittellösung
auf die Textilie aufgebracht. Das Lösungsmittel wird dann aus dem
Bindemittel unter anschließender Verwendung
einer geeigneten Extraktionstechnik extrahiert.
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b) Pulver-Heißschmelz-Verfahren
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Das
Bindemittel wird auf eine Textilie in Teilchenform aufgebracht.
Durch Erhitzen schmilzt das Bindemittel auf der Textile und haftet
daran. Nach diesem Heißschmelzverfahren
kann die Textile abgekühlt
werden.
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c) Vlies/Heißschmelz-Verfahren
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Das
Bindemittel wird auf/in die Textilie in Form eines nicht gewebten
(Textil-)Bahnmaterials aufgebracht/eingeführt. Diese Vliese können Segel,
Netze oder papierartige Materialien sein, die teilweise oder gänzlich aus
Bindemittelmaterial bestehen. Das Bindemittelmaterial liegt in Form
kontinuierlicher oder diskontinuierlicher Filamente vor und besteht
aus thermoplastischen Polymeren, entweder amorphen, semi-kristallinen
oder kristallinen Polymeren. Vorzugsweise sind diese Bindemittelfilamente
aus semi-kristallinen Polymeren. Das Vliesmaterial besteht vorzugsweise
aus semi-kristallinen Polymeren, wie Polyamiden oder Copolyamiden
oder Gemischen davon. Das Flächengewicht
dieser Vliesmaterialien sollte eher klein sein, z. B. zwischen 3
und 30 g/m2, vorzugsweise zwischen 5 und
10 g/m2, liegen. Das Vlies wird auf die
Textile unter Verwendung von Wärme
und Druck, z. B. in einer Kalandrieranlage, bei einer Temperatur,
die das thermische Binden des Vlieses an die Textile ermöglicht,
aufgebracht. Dies kann über
oder unterhalb der Schmelztemperatur, vorzugsweise unter der Schmelztemperatur,
des Massepolymers des Segels stattfinden. Ähnlich wie beim Pulver-Heißschmelz-Verfahren
kann die Textilie nach dem thermischen Binden des Vlieses abgekühlt werden.
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d) Heißschmelz-Verfahren für ein durch
Hitze schmelzbares Garn
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Anstelle
der Verwendung von Vliesen aus einem Bindemittelmaterial, wie unter
c) beschrieben, können
Filamente oder Garne aus diesem Bindemittelmaterial, hier durch
Hitze schmelzbare Garne genannt, jedes für sich, zum Stabilisieren von
Textilien verwendet werden. Diese durch Hitze schmelzbaren Garne,
die aus denselben Polymeren sein können, wie unter c) beschrieben,
oder aus Polymeren sein können,
die sich in Epoxidharzen beim Imprägnieren lösen, wie Polysulfone/Polyethersulfone,
wobei letzte bevorzugt sind, können
in/auf eine Textile in beinahe jeder Art und Weise eingeführt werden.
In einem bevorzugten Beispiel können
die Garne während
des Webverfahrens eingeführt
oder auf die Textilien in einem separaten Verfahren eingeführt/aufgebracht
oder mit den losen Fasern, aus denen die Textilien gemacht sind,
vermischt werden. Indem das durch Hitze schmelzbare Garn und die
Textile auf die entsprechende Bindungstemperatur erhitzt werden,
beginnen die durch Hitze schmelzbare Garne an die umliegenden Fasern/Textilien
zu binden, wodurch wiederum eine stabilisierte Textilstruktur bereitgestellt
wird, wie in a) bis c) beschrieben.
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Die
Verfahren c) und d) sind zur Bildung von Stapeln aus den Textilmaterialien
gemäß der Erfindung bevorzugt.
Am stärksten
bevorzugt ist ein Verfahren, bei dem unterschiedliche Textilbahnen
unter Verwendung von Vliesen miteinander verbunden werden.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung können
die Textilbahnen separat von dem Pultrusionsverfahren der Erfindung
zu Textilbahnenstapeln verbunden werden, und es können Textilbahnen
und Textilbahnstapel verwendet werden, die durch irgendein bekanntes
Verfahren hergestellt werden oder die kommerziell erhältlich sind.
In einer bevorzugten Ausführungsform
umfaßt
das Pultrusionsverfahren der vorliegenden Erfindung jedoch den Schritt
der Stapelbildung von Textilbahnen, wie oben beschrieben. Daher
werden in einem bevorzugten Verfahren in einem ersten Verfahrensschritt
Textilbahnstapel unter Verwendung eines Bin demittels, vorzugsweise
Vliese, hergestellt, wie oben besprochen, und diese gebundenen Textilbahnstapel
werden dann in situ in dem Pultrusionsverfahren verwendet.
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Bei
der Herstellung der Textilbahnstapel sollte vermieden werden, daß zu viel
von dem Bindemittel in die Textilbahnen eindringt, da dies die Imprägnierung
der Textilbahnstapel negativ beeinflussen kann. Vorzugsweise werden
die Textilbahnstapel unter Verwendung einer Temperatur und eines
Drucks hergestellt, die so ausgewählt sind, daß das Bindemittel
auf der Oberfläche
der Fasern gehalten und ein Abstand zwischen den einzelnen Textilbahnen
in dem Textilbahnstapel sichergestellt wird. Dadurch kann die Imprägnierung
der Textilbahnstapel verbessert werden (die für die Imprägnierung verwendete Harzzusammensetzung
kann zwischen den Textilbahnen fließen).
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In
dieser Beschreibung umfaßt
der Bezug auf Textilbahnen auch Textilbahnstapel, sofern nicht etwas anderes
speziell genannt oder aus dem Kontext offensichtlich ist.
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Das
Material der Textilbahnen ist nicht besonders eingeschränkt, und
alle Textilmaterialien, die im Stand der Technik verwendet werden,
können
verwendet werden. Am stärksten
bevorzugt besteht mindestens eine, stärker bevorzugt mehr als eine
der Bahnen aus Kohlefasern, die Verwendung von Bahnen aus anderen Fasern,
wie Aramidfasern oder Glasfasern, allein oder in Kombination miteinander
oder mit Kohlefasern, ist jedoch ebenso möglich. Wenn es notwendig ist
oder für
vorteilhaft gehalten wird, kann Roving zwischen den Bahnen bereitgestellt
werden.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung werden die Textilbahnen oder die Textilbahnstapel,
die miteinander verbunden sind, vorgeformt, bevor sie mit der Harzzusammensetzung
imprägniert
werden. Vorzugsweise werden die Textilbahnen nach dem Vorformen
direkt in die Imprägniervorrichtung gezogen
und werden nicht verdichtet. Die vorgeformten Textilbahnen können jedoch
auch mit einer Verdichtungsvorrichtung, wie einer Presse, erhitzten
Walzen oder erhitzten Bändern
zum Erhalt einer festen Vorform verdichtet werden. Diese feste/stabilisierte
Vorform wird dann den anschließenden
Imprägnier- und Gelierverfahren
der vorliegenden Erfindung unterzogen. Ein Verdichtungsschritt erhöht die Stabilität der Vorform
signifikant. Beim Verdichten der Vorform sind gewöhnliche
Temperaturen 80°C
bis 200°C,
bevorzugt 160°C
bis 190°C,
und Drücke
im Bereich von 0,1 bis 3 bar, bevorzugt 0,5 bis 3 bar, können angewandt
werden. Bei diesen Temperaturen wird das Bindemittel weich, und
während
des Abkühlens
wird eine feste Vorform erhalten. Bei dem Verdichtungsschritt ist
jedoch darauf zu achten, daß die
Vorform weiterhin imprägniert
werden kann. Dies kann erreicht werden, indem der Druck und die
Zeit, während
der der Druck angewandt wird, und die Temperaturen, unter denen
der Druck angewandt wird, optimiert werden.
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Aus
wirtschaftlichen Gründen
wird in dem Verfahren der vorliegenden Erfindung vorzugsweise keine feste
Vorform verwendet, sondern die vorgeformten Textilbahnen oder Textilbahnstapel
werden direkt nach dem Vorformen ohne vorheriges Verdichten imprägniert.
Der zusätzliche
Verdichtungsschritt vor dem Imprägnierverfahren
ist von Nutzen, wenn bestimmte empfindliche Textilien verwendet
werden und sehr dünne
Profilquerschnitte verwirklicht werden müssen.
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Bevor
die Textilbahnen oder Textilbahnstapel in die Imprägniervorrichtung
eintreten, können
vorteilhafterweise Rovings am Rand und den Kernregionen hinzugefügt werden,
um den Hohlraum in einer homogenen Weise zu füllen. Dies minimiert das Auslaufen
und unterstützt
die Erzeugung eines homogenen Produktes.
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Das
Imprägnieren
der gegebenenfalls vorgeformten Textilbahnen oder Textilbahnstapel
kann durch Ziehen der Textilbahnen oder Textilbahnstapel durch ein
Imprägnierbad,
wie es in der Technik bekannt ist, bewirkt werden, vorzugsweise
werden die Textilbahnen oder Textilbahnstapel jedoch durch eine
Imprägniervorrichtung
gezogen, worin die Harzzusammensetzung, die zum Imprägnieren
verwendet wird, in die Textilbahnen oder Textilbahnstapel in der
Form unter einer hohen Temperatur und einem hohen Druck injiziert
wird (eine solche Imprägniervorrichtung
wird „Injektionsvorrichtung" genannt). Die Injektionstemperatur
ist von der Harzzusammensetzung abhängig, bevorzugte Injektionstemperaturen
liegen jedoch im Bereich von 80°C
bis 140°C,
stärker
bevorzugt im Bereich von 90°C
bis 140°C,
insbesondere im Bereich von 90°C
bis 130°C.
Der Injektionsdruck liegt bevorzugt im Bereich von 1 bis 10 bar,
bevorzugt 1 bis 6 bar.
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Um
eine ausreichende Imprägnierung
zu erreichen, darf, insbesondere, wenn die Harzzusammensetzung injiziert
wird, die Viskosität
der Harzzusammensetzung nicht zu hoch sein.
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Andererseits
muß das
erzeugte Strukturprofil nach dem Gelieren der Harzzusammensetzung
die erforderlichen mechanischen Eigenschaften haben. Gemäß der Erfindung
wurde herausgefunden, daß eine Harzzusammensetzung,
die eine Kombination aus mindestens einem Epoxidharz, das ein tri-
oder tetrafunktionales Epoxidharz ist, und einem bestimmten Härtungsmittelsystem
umfaßt,
diese Anforderungen erfüllt.
Gewöhnlich
enthält
die Harzzusammensetzung mehr als ein Epoxidharz.
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Das
Epoxidharz, das in der Harzzusammensetzung der vorliegenden Erfindung
vorliegt, ist vorzugsweise ein Epoxidharz mit mindestens einer Aminogruppe.
Besonders bevorzugt ist ein tetrafunktionales Harz, das stärker bevorzugt
mindestens eine Aminogruppe besitzt, insbesondere ein Tetraglycidylamin-Epoxidharz, wie
Tetraglycidylaminodiphenylmethan, oder ein trifunktionales Harz,
das stärker
bevorzugt mindestens eine Aminogruppe besitzt, insbesondere ein
Triglycidyl-Epoxidharz, wie Triglycidyl-p-aminophenol. Bevorzugt
ist ein Tetraglycidyl-Epoxidharz oder eine Kombination aus einem
Tetraglycidyl-Epoxidharz und einem Triglycidyl-Epoxidharz, insbesondere
wie oben definiert. Besonders bevorzugt ist das Epoxidharz Tetraglycidylaminodiphenylmethan,
das z. B. von Huntsman Advanced Materials unter dem Markennamen
MY721 erhältlich
ist, jedoch auch von anderen Lieferanten erhalten werden kann. Das
trifunktionale Epoxidharz ist vorzugsweise ein Triglycidylamin-Epoxidharz,
z. B. Triglycidyl-p-aminophenol, das kommerziell z. B. unter der
Marke MY0510 von Huntsman Advanced Materials oder unter anderen
Bezeichnungen von anderen Lieferanten erhältlich ist.
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Die
Menge der Harze in der Harzzusammensetzung, basierend auf dem Gesamtgewicht
der Harzzusammensetzung, beträgt
bevorzugt 25 bis 90%, stärker
bevorzugt 30 bis 80%. Die Menge der Epoxidharze in der Zusammensetzung,
basierend auf dem Gewicht der Harze in der Harzzusammensetzung,
beträgt
bevorzugt 25 bis 100%, stärker
bevorzugt 50 bis 100%, am stärksten
bevorzugt 75 bis 100%. Die Menge des Tetraglycidylamin-Epoxidharzes
in der Harzzusammensetzung, basierend auf dem Gewicht der Harze
in der Harzzusammensetzung, beträgt
bevorzugt 25 bis 100%, stärker
bevorzugt 40 bis 100%.
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Die
Harzzusammensetzung kann andere Harzkomponenten enthalten, insbesondere
bifunktionale Harze mit oder ohne Amingruppen, oder andere kein
Amin enthaltende trifunktionale oder tetrafunktionale Epoxidharze,
z. B. Elastomer-modifizierte bifunktionale Epoxidharze.
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Ferner
können
Kleinstbestandteile als die Leistung steigernde oder modifizierende
Mittel in der Harzzusammensetzung enthalten sein, wie irgendwelche
der folgenden: Beschleuniger; thermoplastische Verbindungen und
Kern-Hülle-Kautschuke;
Flammschutzmittel; Benetzungsmittel; Pigmente/Farbstoff; UV-Absorber; antifungale
Verbindungen; verfestigende Teilchen; Viskositätsmodifikatoren; flüssige Kautschuke;
Antioxidationsmittel; anorganische oder organische Füllstoffe;
Stabilisatoren; Verdünnungsmittel
und Weichmacher.
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Die
zweite wichtige Komponente der Harzzusammensetzung zur Verwendung
in dem Verfahren der vorliegende Erfindung ist ein Härtungsmittelsystem,
umfassend mindestens zwei reaktive Gruppen mit unterschiedlicher
Reaktivität,
d. h., eine der reaktiven Gruppen hat eine höhere Reaktivität als die
andere der reaktiven Gruppen.
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Die
reaktiven Gruppen mit unterschiedlicher Reaktivität können irgendwelche
funktionalen Gruppen sein, die mit funktionalen Gruppen des Epoxidharzes
reagieren können,
und vorzugsweise ist mindestens eine dieser reaktiven Gruppen eine
Amingruppe, stärker
bevorzugt sind beide Gruppen Amingruppen. Es ist natürlich ebenso
möglich,
daß das
Härtungsmittelsystem
mehr als zwei Arten reaktiver Gruppen enthält, es ist jedoch wichtig,
daß das
Härtungsmittelsystem
eine Art reaktive Gruppe enthält,
die eine höhere
(niedrigere) Reaktivität
besitzt, als eine zweite Art reaktiver Gruppe, die auch in dem Härtungsmittelsystem
vorliegt.
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Der
Ausdruck „Reaktivität", wie in der vorliegenden
Erfindung in Verbindung mit einem Härtungsmittel oder einem Härtungsmittelsystem
verwendet, bezieht sich auf die Fähigkeit des Härtungsmittels
(oder spezieller einer funktionalen Gruppe davon), mit dem Epoxidharz
(oder spezieller mit einer funktionalen Gruppe davon) zu reagieren.
Nachfolgend wird die Erfindung hauptsächlich weiter in bezug auf
die am stärksten
bevorzugte Ausführungsform
beschrieben, nämlich
dahingehend, daß die
mindestens zwei Arten reaktiver Gruppen des Härtungsmittelsystems beide Amingruppen
sind, die Verwendung anderer reaktiver Gruppen jedoch selbstverständlich auch
möglich
ist. Beispielsweise kann eine Art reaktive Gruppe durch ein reaktives
Butadienarylnitrilelastomer (z. B. CTBN, Carboxyl-terminiertes Butadienacrylnitril)
bereitgestellt werden, und die andere Art ist ein Amin. Typischerweise
reagieren Amingruppen schneller mit Epoxygruppen als z. B. CTBNs. Dies
trifft insbesondere für
primäre
Amingruppen (-NH2) zu, die in bezug auf
Epoxy-Ringöffnungsreaktionen wesentlich reaktiver
sind. Die meisten Härtungsmittel
auf der Basis eines aromatischen Amins besitzen primäre Aminfunktionalität. Da ein
reaktives Butadienarylnitrilelastomer gewöhnlich eine niedrigere Reaktivität als ein
(primäres)
Amin aufweist, würde
das reaktive Butadienacrylnitrilelastomer der reaktiven Gruppe eine
niedrigere Reaktivität
verleihen, und das (primäre)
Amin würde
der reaktiven Gruppe höhere
Reaktivität
verleihen.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung hat eine reaktive Gruppe des Härtungsmittelsystems eine „höhere" Reaktivität, wenn
es mit dem Epoxidharz schneller und/oder unter milderen Bedingungen,
gewöhnlich
bei einer niedrigeren Temperatur, als die anderen reaktiven Gruppen
des Härtungsmittelsystems
reagiert. Demgemäß hat eine
reaktive Gruppe des Härtungsmittelsystems
der vorliegenden Erfindung eine „niedrigere" Reaktivität, wenn
sie mit dem Epoxidharz langsamer und/oder unter strengeren Reaktionsbedingungen,
gewöhnlich
bei einer höheren
Temperatur, als die andere reaktiv Gruppe des Härtungsmittelsystems reagiert.
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Die
Erfinder glauben derzeit, ohne an eine Theorie gebunden sein zu
wollen, daß nach
dem Injizieren der Harzzusammensetzung in Schritt a) des Verfahren,
die Viskosität
in Schritt b) kontrolliert ansteigt, was durch das Umsetzen der
reaktiven Gruppen des Härtungsmittelsystems
mit höherer
Reaktivität
mit dem mindestens einen Epoxidharz verursacht wird. Die Umsetzung
der funktionalen Gruppen mit höherer
Reaktivität führt zu einem
kontrollierten Viskositätsaufbau.
Vorzugsweise erhöht
sich die Viskosität
der Harzzusammensetzung in Schritt b) des Verfahrens der vorliegenden
Erfindung von einem Wert in dem Bereich von etwa 10 bis 500 mPa·s, stärker bevorzugt
in dem Bereich von etwa 50 bis 200 mPa·s zu Beginn von Schritt b)
auf einen höheren
Wert der Viskosität
am Ende von Schritt b). Der höhere
Wert der Viskosität
am Ende von Schritt b) liegt vorzugsweise im Bereich von etwa 100
bis 30.000 mPa·s,
stärker
bevorzugt etwa 500 bis 10.000 mPa·s. Folglich wird die Viskosität des Harzes
in Schritt b) der vorliegenden Erfindung vorzugsweise um einen Faktor von
5 bis 200, stärker
bevorzugt um einen Faktor von 10 bis 150, erhöht. Die Viskosität zu Beginn
von Schritt b) wird bei der Temperatur zu Beginn von Schritt b)
gemessen, und die Viskosität
am Ende von Schritt b) wird bei der Temperatur am Ende von Schritt
b) gemessen. Die Viskositätsmessungen
werden unter Verwendung eines Parallel-Platten-Rheometers durchgeführt. 6 zeigt
das Viskositäts-
und Temperaturmuster eines typischen Verfahrens der vorliegenden
Erfindung, wobei Schritt b) 5 Minuten nach dem Beginn des Verfahrens beginnt
und 15 Minuten nach dem Beginn des Verfahrens endet. Alle in dieser
Beschreibung angege benen und gezeigten Viskositätsmessungen wurden mit einem „Bohlin
CSR-Rheometer" vorgenommen.
Die Proben wurden unter Verwendung einer 40-mm-Parallel-Platten-Anordung durchgeführt.
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In
Schritt b) tritt gewöhnlich
keine Vernetzung auf oder nur sehr wenig Vernetzung tritt auf (Härtungsgrad
von 0% bis 10%), und es wird angenommen, daß der Viskositätsanstieg
in Schritt b) hauptsächlich
von einer Erhöhung
des gewichtsmittleren Molekulargewichts der Polymere in der Harzzusammensetzung
verursacht wird. Dieser Viskositätsaufbau
ist wichtig, um die erforderlichen ausgezeichneten mechanischen
Eigenschaften in dem fertigen Strukturprofil zu erhalten, während das
Risiko des Brechens oder der Harzabscheidung in der Vorrichtung
während
der Stabilisierung der mit Harz imprägnierten Textilbahnen verringert
wird. Die Struktur der Moleküle,
die die Amino-funktionale Gruppe mit einer höheren Reaktivität aufweisen,
wird so ausgewählt,
daß in
erster Linie nur eine Erhöhung
des gewichtsmittleren Molekulargewichts der Harzpolymere auftreten
kann, jedoch keine oder keine signifikante Vernetzung.
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Während Schritt
c) findet Gelieren, d. h., Vernetzen, statt, und die Harzzusammensetzung
wird gehärtet.
Gewöhnlich
wird während
Schritt c) ein Härtungsgrad
von 40% oder mehr, bevorzugt 50% oder mehr, z. B. 40% (oder 50%)
bis 90%, bevorzugt 40% (oder 50%) bis 85%, insbesondere 40% (oder
50%) bis 75%, erreicht. Folglich wird die Harzzusammensetzung während Schritt
c) des Verfahrens der vorliegenden Erfindung geliert, und nach Schritt
c) können
die geformten Textilbahnen vor der weiteren Verarbeitung durch Nachhärten gelagert
oder transportiert werden. Das Härtungsmittelsystem
enthält
jedoch noch immer einige reaktive Gruppen, die bei dem Nachhärtungsschritt
unter hoher Temperatur reagieren können. Da die geformten Textilbahnen
nach Schritt c) bereits geliert und ausreichend stabilisiert sind,
braucht dieser letzte Nachhärtungsschritt nicht
unter Druck durchgeführt
zu werden. Vorzugsweise umfaßt
das Verfahren der vorliegenden Erfindung den Nachhärtungsschritt
unter einer hohen Temperatur als Schritt d), und während dieses
Härtungsschrittes wird
vorzugsweise ein Härtungsgrad
von 90% oder mehr erreicht. Die nach Schritt c) und vor dem Nachhärten erhaltenen
Strukturprofile sind selbst nützliche
Produkte mit kommerziellem Wert. Der Härtungsgrad ist für einen
Fachmann ein bekanntes Merkmal und kann durch DSC (Differential-Scanning-Calorimetrie)
gemessen werden.
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Zusammenfassend
wird angenommen, daß die
Viskosität
der Harzzusammensetzung in dem Verfahren der vorliegenden Erfindung
in Schritt b) in kontrollierter Weise aufgebaut wird, indem die
funktionalen Gruppen mit einer höheren
Reaktivität
umgesetzt werden, und Gelieren in Schritt c) durch Umsetzen der
funktionalen Gruppen mit einer niedrigeren Reaktivität stattfindet.
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Das
Härtungsmittelsystem,
das in dem Verfahren der vorliegenden Erfindung verwendet wird,
enthält mindestens
zwei unterschiedliche Arten reaktiver Gruppen mit unterschiedlicher
Reaktivität.
In einer bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung sind beide reaktiven Gruppen Aminogruppen,
und es wird von der Tatsache Gebrauch gemacht, daß z. B.
primäre
Aminogruppen eine höhere
Reaktivität
haben als sekundäre
Aminogruppen. Des weiteren können
reaktive Gruppen in bezug auf ihre Reaktivität durch sterische Effekte,
insbesondere große
Seitengruppen, gehindert sein. Aminogruppen, die an nicht-aromatische
Kohlenhydrate gebunden sind, haben gewöhnlich eine höhere Reaktivität als Aminogruppen,
die an aromatische Kohlenwasserstoffe gebunden sind.
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Es
ist möglich,
daß beide
reaktiven Gruppen an ein und demselben Härtungsmittel vorliegen. Ein
bevorzugtes Härtungsmittel,
das sowohl primäre
Aminogruppen als auch sekundäre
Aminogruppen enthält,
ist 4-Aminodiphenylamin (DPDA).
-
-
In
diesem Molekül
wird die Reaktivität
der sekundären
Aminogruppe durch die Gegenwart der großen Phenylgruppen weiter verringert.
Wird 4-Aminodiphenylamin als Härtungsmittelsystem
mit beiden Arten der reaktiven Gruppen mit unterschiedlicher Reaktivität verwendet,
wird der kontrollierte Viskositätsaufbau
möglicherweise
durch eine Reaktion der primären
Aminogruppen mit dem Epoxidharz erreicht. Die Reaktionsbedingungen
während
dieses Reaktionsschrittes sind nicht streng genug (die Temperatur
ist nicht hoch genug oder die Erhitzungszeit ist nicht lang genug)
um eine Reaktion der sterisch gehinderten sekundären Aminogruppen zu verursachen.
Das Endprodukt dieses Reaktionsschrittes ist ein etwas stabilisiertes
geformtes Produkt, das vorzugsweise unverzüglich. dem Gelieren in Schritt
c) unterzogen wird, wo eine hohe Temperatur für einen Zeitraum angewandt
wird, der ausreicht, die Umset zung der sekundären Aminogruppe mit dem Epoxidharz
zu bewirken (und die Umsetzung der verbleibenden primären Aminogruppen
mit dem Epoxidharz zu beenden, wenn notwendig), und das Gelieren
wird bewirkt.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung enthält
das Härtungsmittelsystem
unterschiedliche Härtungsmittel.
In diesem Fall werden die reaktive Gruppe mit einer niedrigeren
Reaktivität
und, die reaktive Gruppe mit der höheren Reaktivität an unterschiedliche
Härtungsmittel
gebunden, und das Härtungsmittelsystem,
das in dem Verfahren der vorliegenden Erfindung verwendet wird,
enthält
diese unterschiedlichen Härtungsmittel.
Härtungsmittel
mit einer relativ niedrigen Reaktivität sind z. B. monoaromatische
Diamine wie Diethyltoluoldiamin (DETDA) oder aromatische Sulfone
wie Diaminodiphenylsulfon (DDS). Solche Härtungsmittel mit einer relativ
niedrigen Reaktivität
können
vorteilhafterweise mit einem Härtungsmittel
mit einer höheren
Reaktivität,
wie einem cyclischen nicht-aromatischen Amin, wie p-Aminocyclohexylmethan
(PACM), kombiniert werden. Wie oben erklärt, reagieren die Amin-funktionalen
Gruppen mit der höherer Reaktivität wie die
Amin-funktionalen Gruppen in PACM während des kontrollierten Viskositätsaufbaus
in dem Verfahren der vorliegenden Erfindung mit dem Epoxid, und
während
Schritt c) bewirken die Amin-funktionalen Gruppen mit einer niedrigeren
Reaktivität,
z. B. die Amin-funktionalen Gruppen von DDS und/oder DETDA, das Gelieren.
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Die
folgenden Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung sind besonders bevorzugt:
- a) Das Härtungsmittelsystem
enthält
ein Härtungsmittel
mit einer relativ hohen Reaktivität wie PACM und ein oder mehrere
Härtungsmittel
mit einer relativ niedrigen Reaktivität wie DETDA und/oder DDS.
- b) Das Härtungsmittelsystem
enthält
ein Härtungsmittel,
das funktionale Gruppen mit einer relativ hohen Reaktivität und funktionale
Gruppen mit einer relativ niedrigen Reaktivität aufweist, wie DPDA, und ein
oder mehrere Härtungsmittel
mit einer relativ hohen Reaktivität wie PACM.
- c) Das Härtungsmittelsystem
enthält
ein Härtungsmittel,
das funktionale Gruppen mit einer niedrigeren und mit einer höheren Reaktivität aufweist,
wie DPDA, und ein oder mehrere Härtungsmittel
mit funktionalen Gruppen mit einer niedrigeren Reaktivität wie DETDA
und/oder DDS.
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Das
Verfahren der vorliegenden Erfindung kann einfach durch geeignete
Auswahl des Härtungsmittelsystems,
um eine hohe Differenz in bezug auf die Reaktivität der Härtungsmittel
in dem Härtungsmittelsystem zu
erreichen, und durch Einstellen der Mengen der Härtungsmittel in dem Härtungsmittelsystem
kontrolliert werden. Geeignete Härtungsmittelsysteme
sind von einem Fachmann auf der Basis von Beispielen, die in dieser
Beschreibung bereitgestellt werden, den veröffentlichten Reaktivitäten von
Härtungsmitteln
und, wenn notwendig, einigen einfachen Routineexperimenten zu finden.
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Vorzugsweise
unterscheiden sich die Temperaturen, bei denen die Reaktion der
reaktiven Gruppen des Härtungsmittelsystems
mit der niedrigeren Reaktivität
und der reaktiven Gruppen des Härtungsmittelsystems
mit der höheren
Reaktivität
mit dem Epoxidharz verursacht wird, um 5°C oder mehr, stärker bevorzugt um
10°C oder
mehr, noch stärker
bevorzugt um 20°C
oder mehr. Bei einer gegebenen Temperatur reagieren die funktionalen
Gruppen mit einer höheren
Reaktivität
folglich schneller mit dem Epoxidharz als die funktionalen Gruppen
mit einer niedrigeren Reaktivität.
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Die
Menge des Härtungsmittelsystems
in der Harzzusammensetzung ist nicht besonders eingeschränkt und
liegt vorzugsweise im Bereich von 10 bis 75 Gew.-%, stärker bevorzugt
20 bis 70%, basierend auf dem Gesamtgewicht der Harzzusammensetzung.
Enthält
das Härtungsmittelsystem
ein oder mehrere Mittel mit einer höheren Reaktivität und ein
oder mehrere Härtungsmittel
mit einer niedrigeren Reaktivität,
beträgt die
Menge des Härtungsmittels
mit einer höheren
Reaktivität
(Umsetzen bei niedrigeren Temperaturen), basierend auf der Gesamtmenge
der Härtungsmittel
in der Harzzusammensetzung, vorzugsweise 10 bis 90 Gew.-%, stärker bevorzugt
20 bis 80 Gew.-%, und die Menge des Härtungsmittels mit einer niedrigeren
Reaktivität,
basierend auf der Gesamtmenge der Härtungsmittel in der Harzzusammensetzung,
beträgt
10 bis 90 Gew.-%, vorzugsweise 20 bis 80 Gew.-%.
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Liegt
ein Härtungsmittel
in dem Härtungsmittelsystem
vor, das sowohl funktionale Gruppen mit einer niedrigeren Reaktivität als auch
funktionale Gruppen mit einer höheren
Reaktivität
bereitstellt, wird diese zum Teil als ein Härtungsmittel mit einer höheren Reaktivität und zum
Teil als ein Härtungsmittel
mit einer niedrigeren Reaktivität
in Betracht gezogen.
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Ist
das Härtungsmittel
mit einer höheren
Reaktivität
ein cyclisches nicht-aromatisches Amin, insbesondere para-Aminocyclohexylmethan,
beträgt
die Menge dieses Härtungsmittels,
basierend auf der Gesamtmenge der Härtungsmittel in der Harzzusammensetzung,
vorzugsweise 5 bis 50 Gew.-%, stärker
bevorzugt 10 bis 40 Gew.-%. In diesem Fall beträgt die Menge des Härtungsmittels
mit einer niedrigeren Reaktivität,
z. B. das eine oder die mehreren aromatischen Amine, insbesondere
Diethyltoluoldiamin und/oder Diaminodiphenylsulfon, basierend auf
der Gesamtmenge der Härtungsmittel
in der Harzzusammensetzung, 50 bis 95 Gew.-%, stärker bevorzugt 60 bis 90 Gew.-%.
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Liegt
ein Härtungsmittel
vor, das funktionale Gruppen mit einer höheren Reaktivität und funktionale Gruppen
mit einer niedrigeren Reaktivität
aufweist, wie 4-Aminodiphenylamin, beträgt die Menge des Härtungsmittels
mit der höheren
Reaktivität
z. B. 0 bis 70%, stärker
bevorzugt 0 bis 60%, beträgt
die Menge des Härtungsmittels
mit der niedrigeren Reaktivität
vorzugsweise 0 bis 80%, stärker
bevorzugt 0 bis 70%, und beträgt
die Menge des Härtungsmittels
mit beiden Funktionalitäten
vorzugsweise 20 bis 100%, stärker
bevorzugt 30 bis 100%.
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Beispielsweise
enthält
das Härtungsmittelsystem
in einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ein Härtungsmittel
mit beiden Funktionalitäten,
wie 4-Aminodiphenylamin, und ein Härtungsmittel mit einer niedrigeren
Reaktivität,
wie Diaminodiphenylsulfon, und ein Härtungsmittel mit einer höheren Reaktivität, wie para-Aminocyclohexylmethan.
In einem solchen System beträgt
die Menge des Diaminodiphenylsulfons, basierend auf der Gesamtmenge
des Härtungsmittelsystems
in der Harzzusammensetzung, bevorzugt 10 bis 50 Gew.-%, stärker bevorzugt
20 bis 40 Gew.-%, beträgt
die Menge des 4-Aminodiphenylamins bevorzugt 20 bis 60 Gew.-%, stärker bevorzugt
30 bis 50 Gew.-%, und macht die Menge des para-Aminocyclohexylmethans den
Rest des Härtungsmittelsystems
aus.
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Es
ist nicht notwenig, zu erwähnen,
daß die
Mengen der Härtungsmittel
des Härtungsmittelsystems
so gewählt
werden müssen,
daß die
Gesamtmenge der Mittel 100% nicht übersteigt. Alle prozentualen
Anteile beziehen sich auf das Gewicht, sofern nichts anderes angegeben
ist.
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In
dem Pultrusionsverfahren des Standes der Technik werden gewöhnlich Härtungsmittel
verwendet, die relativ latent sind, um eine imprägnierte Harzzusammensetzung
mit niedriger Viskosität
bereitzustellen. Solche relativ latenten Härtungsmittel werden z. B. in
Pultrusionsverfahren verwendet, wie sie in
US-A 5,098,496 offenbart
sind. Die Verwendung eines solchen relativ latenten Härtungsmittels
erfordert oft die Co-Verwendung eines geeigneten Aminhärtungsbeschleunigers,
der als Katalysator fungiert. In
US-A 5,098,496 werden Trialkylsulfoniumsalze,
enthaltend Anionen mit niedriger Nucleophilie, als solche Aminhärtungsbeschleuniger
verwendet. Im Gegensatz dazu werden in dem Verfahren der vorliegenden
Erfindung vorzugsweise Aminhärtungsmittel
verwendet, die weniger latent sind, da die imprägnierende Harzzusammensetzung
im allgemeinen eine relativ hohe Viskosität hat, insbesondere, wenn die
Imprägnierung
mittels Injektion erfolgt. Daher wird in dem Verfahren der vorliegenden
Erfindung vorzugsweise kein Katalysator (oder kein Aminhärtungsbeschleuniger)
verwendet, und vorzugsweise sind die imprägnierenden Harzzusammensetzungen
der vorliegenden Erfindung frei von Katalysator.
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Durch
die Verwendung der Kombination der Härtungsmittel gemäß der vorliegenden
Erfindung kann der Viskositätsanstieg
vor dem Gelieren in Schritt c) sorgfältig kontrolliert werden, und
insbesondere kann in der bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung, in der das Harz auf die Textilbahnen oder Textilbahnstapel
durch Injektion aufgebracht wird, der Injektionspunkt von dem Punkt,
an dem das Gelieren stattfindet, getrennt werden. Beispielsweise
werden die Textilbahnen oder Textilbahnstapel am Anfang der Injektionsvorrichtung
(die ersten 2/3 der Injektionsvorrichtung) mit der Harzzusammensetzung
imprägniert
und die Viskosität
wird erhöht
(Schritte a) und b) des Verfahrens), und in dem letzten Teil (z.
B. letztes 1/3) der Injektionsvorrichtung wird das Gelieren bewirkt,
indem Wärme
und/oder Druck angewandt werden. Beispielsweise kann die Erhöhung der
Viskosität
5 bis 15 Minuten bei Temperaturen von 110 bis 120°C dauern,
und das Gelieren folgt bei Temperaturen von 125 bis 195°C für einen
ausreichenden Zeitraum, in Abhängigkeit
des speziellen Harzsystems.
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In
der obigen Ausführungsform
der Erfindung wird das Gelieren im zweiten Teil der Injektionsvorrichtung
zu einem solchen Grad durchgeführt,
daß das
Strukturprofil am Ende der Injektionsvorrichtung im Prinzip gehärtet ist
(z. B. Härtungsgrad
von 40 bis 75%), und die Imprägniervorrichtung
ist außerdem
die Geliervorrichtung. In dieser Ausführungsform dauert es, aufgrund
des bikinetischen Verhaltens des Harzsystems, einige Zeit, bis sich
die Viskosität
erhöht,
so daß das
Harz flexibel und weich bleibt, wodurch das Risiko des Brechens und der
Harztrennung während
des Transports durch die Imprägnier-/Geliervorrichtung
verringert wird. Das bikinetische System wird so eingestellt, daß das Gelieren
nur in dem letzten Teil der Imprägnier-/Geliervorrichtung
stattfindet, und nach dem Gelieren verläßt das gelierte Material unverzüglich die
Imprägnier-/Geliervorrichtung,
so daß nach
Schritt c) kein Druck und keine Temperatur mehr auf das (teilweise)
gelierte Harzsystem angewandt wird. Der Nachteil dieser Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist, daß die bikinetischen Eigenschaften
des Harzsystems in bezug auf Wärme,
Druck, Transportgeschwindigkeit und Dimension der Imprägnier-/Geliervorrichtung
sorgfältig
eingestellt werden müssen.
In dieser Ausführungsform
ist das Härtungsmittel
mit einer höheren
Reaktivität
vorzugsweise ein cyclisches nichtaromatisches Amin, wie p-Aminocyclohexylmethan,
da eine hohe Differenz in bezug auf die Reaktivität unter
Verwendung eines Härtungsmittels leicht
erhalten werden kann, insbesondere wenn das Härtungsmittel mit einer niedrigeren
Reaktivität
ein monoaromatisches Diamin ist, wie Diethyltoluoldiamin und/oder
DDS. In dieser Ausführungsform
müssen
die Strukturprofile keinem zusätzlichen
Härtungsschritt
in einer separaten Geliervorrichtung unter Anwendung von Druck und
Temperatur unterzogen werden. Ledigleich der Nachhärtungsschritt
in einem Ofen unter Verwendung hoher Temperatur und langer Härtungszeiten
wird gewöhnlich
durchgeführt,
um eine Vernetzung von 90% oder mehr zu erreichen.
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In
der am stärksten
bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung wird der Viskositätsanstieg
in der Injektionsvorrichtung zu einem solchen Grad bewirkt, daß am Ende
der Injektionsvorrichtung, wenn das Strukturprofil die Injektionsvorrichtung
verläßt (Ende
von Schritt b) des Verfahrens der vorliegenden Erfindung), das Profil
noch immer flexibel ist, die Viskosität des Harzes jedoch ausreichend
hoch ist, so daß es
innerhalb des Profils bleibt und nicht herausfließt, z. B.
durch Tropfen. In dieser Ausführungsform
wird die Harzzusammensetzung nach dem Verlassen der Injektionsvorrichtung
einem weiteren Gelierschritt (Schritt c) des Verfahrens der vorliegenden
Erfindung), vorzugsweise unter Verwendung einer Kombination aus
Temperatur und Druck, unterzogen. Vorzugsweise werden nach der Injektionsvorrichtung
Abziehlagen und/oder Filme auf dem Profil positioniert, die die
folgende Geliervorrichtung vor Kontamination schützen. Am Ende des Verfahrens
können die
Filme von den Strukturprofilen entfernt werden.
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Wie
oben besprochen, können
in einem Pultrusionsverfahren Probleme auftreten, wenn Druck auf
die imprägnierten
Textilbahnen während
und nach dem Gelieren ausgeübt
wird.
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Die
Harzzusammensetzung wird steif, und wenn das steife Material in
Richtung der Vorrichtung, welche Druck zuführt, bewegt wird, besteht das
Risiko, das die versteiften Textilbahnen brechen oder etwas Harzmaterial
von den Verstärkungsbahnen
getrennt wird und in der Geliervorrichtung akkumuliert. Andererseits
ist das Verfahren, wenn der Transport der Textilbahnen unterbrochen
wird, während
Druck angelegt wird, kein kontinuierliches Verfahren und es treten
die Probleme auf, die in der Einführung der vorliegenden Beschreibung
besprochen wurden.
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Daher
tritt in der am stärksten
bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung in der Imprägniervorrichtung nur ein Viskositätsanstieg
auf, der verhindert, daß die
Harzzusammensetzung von den Strukturprofilen tropft nachdem diese
die Imprägniervorrichtung
verlassen haben. Das partielle Gelieren wird in einer separaten
Geliervorrichtung erreicht, die Wärme und Druck auf die imprägnierten
Textilbahnen ausüben kann.
Diese Folge kann aufgrund des speziellen Harzsystems mit mindestens
zwei reaktiven Gruppen unterschiedlicher Reaktivität, das in
dem Verfahren der vorliegenden Erfindung verwendet wird, erreicht
werden. Während
die Imprägniervorrichtung
stationär
ist, ist die Geliervorrichtung vorzugsweise beweglich. Für den Zeitraum,
in dem das Gelieren unter Wärme
und Druck stattfindet, wird die Geliervorrichtung mit derselben
Geschwindigkeit in dieselbe Richtung wie die mit Harz imprägnierten
Textilbahnen bewegt, so daß keine
relative Bewegung zwischen den Textilbahnen und der Geliervorrichtung
auftritt. Da es keine relative Bewegung zwischen den Textilbahnen
und der Geliervorrichtung gibt, können die oben angesprochenen
Probleme nicht auftreten.
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Die
Geliervorrichtung kann z. B. in Form von zwei Walzen, die Wärme und
Druck auf die mit Harz imprägnierten
Textilbahnen ausüben,
während
sie mit derselben Geschwindigkeit rollen, mit der die mit Harz imprägnierten
Textilbahnen durch den Apparat transportiert werden, vorliegen.
Mit einer solchen Vorrichtung ist es jedoch schwierig, ausreichendes
Harten zu erreichen. Ferner ist es schwierig, eine konstante Dicke
des (teilweise) gelierten Produktes zu erhalten. Bevorzugt ist eine
Geliervorrichtung, die eine Taktpresse ist, die mit den mit Harz
imprägnierten
Textilbahnen bewegt wird. Die Textilbahnen, die vorzugsweise vorgeformt
sind, werden mit der Harzzusammensetzung bei einer erhöhten Temperatur,
so daß die
Viskosität
des Harzsystems ausreichend niedrig ist, und bei einem Druck, so
daß das
Harzsystem die Textilbahnen vollständig imprägnieren kann, mittels Injektion
versetzt. Nach dem Imprägnierschritt
wird die Viskosität
erhöht,
wie oben besprochen (Schritt b)). Daher ist das Harz, wenn die mit
Harz imprägnierten
Textilbahnen die Imprägniervorrichtung verlassen,
ausreichend viskos, daß es
in den Textilbahnen bleibt. Nachdem die mit Harz imprägnierten
Textilbahnen die Imprägniervorrichtung
verlassen haben, gelangen sie in die Taktpresse an einem Punkt X1,
und die Taktpresse wendet Wärme
und Druck auf die mit Harz imprägnierten
Textilbahnen an, während
die Taktpresse mit derselben Geschwindigkeit und in dieselbe Richtung
bewegt wird, wie die mit Harz imprägnierten Textilbahnen. Die
Temperatur der Taktpresse reicht aus, um das Gelieren der Harzzusammensetzung
zu verursachen. Nach einer vorbestimmten Zeit t1, an einem vorbestimmten
Punkt X2, wird die Taktpresse von den imprägnierten Textilbahnen entfernt
und zurück
zu Punkt X1 bewegt. Während
die Taktpresse Wärme
anwendet, findet in den mit Harz imprägnierten Textilbahnen Gelieren
statt, und der angelegte Druck stellt eine einheitliche Dicke des
erhaltenen Strukturprofils sicher. Während die Taktpresse so eingestellt
werden kann, daß die
Wärme,
die während
eines Zyklus angewandt wird, ausreicht, um das gewünschte Gelieren
zu erreichen (in diesem Fall entspricht der Abstand von X1 und X2
im wesentlichen der Länge
der Taktpresse), wird die Taktpresse vorzugsweise so eingestellt,
daß der
gewünschte
Gelierungsgrad nach einigen Zyklen, z. B. nach 2 Zyklen oder nach
3 Zyklen oder nach 4 Zyklen, usw. erreicht werden kann. Folglich
ist der Abstand zwischen X1 und X2 vorzugsweise kleiner als die
Taktpresse, so daß jeder
Punkt der mit Harz imprägnierten
Textilbahnen während
mehreren Zyklen der Taktpresse erhitzt und Druck darauf ausgeübt wird.
Diese Betriebsweise liefert eine besonders gute, konstante Dicke
und vermeidet das Abtrennen am Strukturprofil.
-
Beim
Betrieb der Taktpresse, ist es bevorzugt, daß die Öffnungszeiten der Taktpresse
sind im Vergleich zu den Zeiträumen,
während
denen Druck auf das Strukturprofil ausgeübt wird, so kurz wie möglich sind. Kurze Öffnungszeiten
vermeiden das Auftreten von Porositäten und Delaminierung. Daher
wird sie, wenn die Taktpresse an Punkt X2 geöffnet wird, zurück zu Punkt
X1 bewegt und wieder so schnell wie möglich geschlossen.
-
Die
Zykluszeit der Taktpresse ist nicht besonders eingeschränkt, vorzugsweise
beträgt
jeder Zyklus jedoch 2 bis 120 s, stärker bevorzugt 10 bis 120 s,
stärker
bevorzugt 20 bis 60 s, insbesondere 10 bis 30 s. 4 zeigt
die Kontinuität
des Verfahrens und des Preßzyklus.
-
Die
Verwendung einer solchen Taktpresse ermöglicht einen kontinuierlichen
Transport der Textilbahnen durch den Apparat und eine kontinuierliche
Injektion des Imprägnierharzes
in die Textilbahnen, wobei trotzdem eine relative Bewegung zwischen
den Textilbahnen und der Geliervorrichtung vermieden wird, während Wärme und
Druck angewandt werden.
-
Diese
Ausführungsform
des Verfahrens der Erfindung ist besonders bevorzugt, da die räumliche
Trennung des Schrittes, in dem die Viskosität erhöht wird, und des Gelierschrittes
eine bessere Verfahrenssicherheit ermöglicht, und die Anforderungen
an das Harzsystem, insbesondere an die Differenz zwischen der Reaktivität der funktionalen
Gruppen des Hartungsmittelsystems, sind nicht so hoch, wie in den
Ausführungsformen,
in denen die Gelierung in der Imprägniervorrichtung auftritt.
In dieser Ausführungsform
der Erfindung wird vorzugsweise ein Härtungsmittelsystem verwendet,
das mindestens ein Härtungsmittel
mit funktionalen Gruppen mit einer niedrigeren Reaktivität zusätzlich zu
funktionalen Gruppen mit einer höheren
Reaktivität
aufweist, wie DPDA.
-
Die
Temperaturen und Drücke,
die in der Geliervorrichtung verwendet werden, sind von dem verwendeten
Harz und der Geschwindigkeit, mit der die Verstärkungsbahnen durch den Apparat
transportiert werden, abhängig.
Die besten Werte für
jedes spezielle Harzsystem kann ein Fachmann ohne unnötige Experimente herausfinden.
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In
der Geliervorrichtung findet während
des Gelierens unter Wärme
und Druck der größte Teil,
jedoch nicht die gesamte Vernetzung des Verstärkungsharzes statt, und gewöhnlich muß das Härten noch
immer durch Erhitzen des Strukturprofils, nachdem es die Geliervorrichtung
verlassen hat, beendet werden (Nachhärten), die Strukturprofile
vor dem Nachhärten
sind jedoch nützliche
Zwischenprodukte, die gelagert, transportiert und vermarktet werden
können.
Gewöhnlich
finden in der Geliervorrichtung 50% bis 90%, z. B. 50 bis 75%, der
Vernetzung statt.
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Aufgrund
der besonders vorteilhaften Harzchemie, die in der vorliegenden
Erfindung eingesetzt wird, kann die Vernetzung in dem Pultrusionsverfahren
sehr genau kontrolliert werden, und der Härtungsgrad des Endproduktes
kann eingestellt werden, und die Konsistenz der Profile kann auf
die Anforderungen der Kunden und ihre Verfahren zur weiteren Handhabung
der Strukturprofile angepaßt
werden. Beispielsweise kann mit einem Vernetzungsgrad (oder Härtungsgrad)
von 10–40%
eine Art „netzförmiges Prepreg" erhalten werden. Ein
solches Profil ist bei einer adäquaten
Temperatur weich, ist ein an sich vermarktbares Produkt und kann von
dem Endverbraucher zu jeder Struktur geformt werden. Mit einem solchen
netzförmigen
Prepreg können gebogene
Profile und hochintegrierte Strukturen erhalten werden.
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Mit
dem Verfahren der vorliegenden Erfindung ist außerdem die Erzeugung halbgehärteter Profile
mit einer verringerten Tg möglich. Solche
halbgehärteten
Profile haben einen Vernetzungsgrad von 40–75%. Solche halbgehärteten Profile
haben den Vorteil, daß sie
eine Verringerung der Spannung nach oder vor den Bindungsvorgängen ermöglichen,
und sie können
vorzugsweise verwendet werden, um nachformbare Profile zu erzeugen.
Das Bilden von Profilen erfordert das Erhitzen auf Temperaturen,
die über
der Glasübergangstemperatur
(Tg) liegen, und die Profile müssen dann
zu der annähernd
gewünschten
Form geformt werden. Vollständiges
Härten
wird dann durch Nachhärten
eines solchen Profils in seiner annähernd gewünschten Form erreicht.
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Das
Nachhärten
wird eingesetzt, um den Vernetzungsgrad zu erhöhen, und mit dem Nachhärten kann ein
Vernetzungsgrad von vorzugsweise 90% oder mehr erreicht werden.
Das Nachhärten
wird durchgeführt, wie
es im Stand der Technik der Pultrusionsverarbeitung allgemein bekannt
ist, unter Verwendung eines Ofens und hoher Temperaturen im Bereich
von 120°C
bis 200°C,
bevorzugt im Bereich von 160°C
bis 200°C.
Das Nachhärten
findet vorzugsweise für
1 bis 4 Stunden, z. B. für
etwa 2 Stunden, statt.
-
Mit
der vorliegenden Erfindung können
alle Arten von Strukturprofilen mit konstanten Vernetzungen, z.
B. I-Träger,
T-Träger, Ω-Träger, Querträger, gebogene
Träger,
usw., hergestellt werden.
-
Ein
Apparat zur Durchführung
des Verfahrens der vorliegenden Erfindung ist im Prinzip ein gewöhnlicher
Pultrusionsapparat, der im Stand der Technik allgemein bekannt ist
und der die Modifikationen enthält, die
zur Durchführung
des Verfahrens der Erfindung notwendig sind. Ein solcher Apparat
ist schematisch in 1 gezeigt. Der Apparat umfaßt (gewöhnlich)
ein Aufsteckgatter aus Walzen 1, die die Textilbahnen oder Textilbahnstapel
tragen, eine Vorformvorrichtung 2, die gegebenenfalls eine
Presse zum Stabilisieren der Vorform umfaßt, eine Imprägnier-/Geliervorrichtung 3,
die so angepaßt
ist, daß sie
das Imprägnieren
der Tex tilbahnen und das Anwenden einer Wärmefolge, die das Verfahren
der vorliegenden Erfindung erfordert, ermöglicht, gegebenenfalls eine
weitere Heizvorrichtung für
das Nachhärten
(nicht gezeigt) und die Ziehwerkzeuge der Ziehvorrichtungen 4,
die die Verstärkungsbahnen
durch den Apparat transportieren. In dem in 1 gezeigten
Apparat sind die Imprägniervorrichtung,
die Vorrichtung, in der die Viskosität erhöht wird, und die Geliervorrichtung
dieselbe, so daß Imprägnierung,
Viskositätserhöhung und
Gelierung in derselben Vorrichtung durchgeführt werden.
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Die
Form des Strukturprofils definiert den Aufbau der Vorrichtung, in
der die Viskosität
der Harzzusammensetzung erhöht
wird, und der Geliervorrichtung. Die Vorrichtungen haben ein hohles
Inneres, das erhitzt werden kann und dieselbe Form und Dimensionen
hat, wie das Strukturprofil, z. B. ein I-Träger, ein T-Träger, usw.
Nach dem Imprägnieren
wird die flüssige
Harzzusammensetzung von den äußeren Wänden des
hohlen Inneren der Vorrichtung begrenzt, und nach dem Viskositätsaufbau
wird diese Form aufgrund der hohen Viskosität der Harzzusammensetzung aufrechterhalten.
Die Länge
und die äußeren Dimensionen
der Vorrichtungen für
den Viskositätsaufbau
und das Gelieren sind von einem Fachmann in Abhängigkeit der bestimmten Form
des Strukturprofils, der Harzzusammensetzung, der verwendeten Temperaturen,
dem geplanten Durchsatz, usw. leicht zu finden und anzupassen. Injektionsvorrichtungen,
Taktpressen, usw. sind kommerziell erhältlich und können von
einem Fachmann leicht zur Durchführung
des Verfahrens der Erfindung angepaßt werden.
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Die
durch das Verfahren der vorliegenden Erfindung erhaltenen Strukturprofile
unterscheiden sich von Profilen des Standes der Technik, z. B. aufgrund
der Art der verwendeten Materialien.
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Die
durch das Verfahren der vorliegenden Erfindung erhaltenen Hochleistungsstrukturprofile
haben ausgezeichnete Eigenschaften und insbesondere eine verbesserte
Druckfestigkeit, insbesondere Druckfestigkeit an einem gekerbten
Probekörper,
wie gemäß ASTM Standard
D6484-99 gemessen. Beispielsweise beträgt die Druckfestigkeit an einem
gekerbten Probekörper
der quasi-isotropen Auflagen vorzugsweise 270 MPa oder mehr, am
stärksten
bevorzugt über
300 MPa. Die OHC-Leistung der gerichteten Auflagen, wie {55/22,5/22,5/0},
die impliziert, daß 55%
der Fasern die Orientierung 0°,
22,5% +45°,
22,5% –45° und 0% 0° haben, beträgt vorzugsweise
mehr als 450 MPa, am stärksten
bevorzugt mehr als 470 MPa.
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Die
OHC-Leistung der gerichteten Auflagen, wie {60/15/15/10}, die impliziert,
daß 60%
der Fasern die Orientierung 0°,
15% +45°,
15% –45° und 10%
90° haben,
beträgt
vorzugsweise mehr als 500 MPa, am stärksten bevorzugt mehr als 520
MPa. Dies macht sie insbesondere für Raumfahrtanwendungen nützlich.
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Sofern
nicht anders angegeben, beziehen sich alle in dieser Beschreibung
genannten prozentualen Anteile auf das Gewicht.
-
Die
Erfindung wird ausführlicher
unter Bezug auf die folgenden Figuren erklärt.
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1 ist
eine schematische Darstellung eines bevorzugten Apparates zur Durchführung des
Verfahrens der vorliegenden Erfindung.
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2 zeigt
eine Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung, in der die Geliervorrichtung und die
Imprägniervorrichtung
dieselbe Vorrichtung sind, und in der ein Harzsystem mit einem starken
bikinetischen Verhalten verwendet wird, um die Harzakkumulation
in der Geliervorrichtung zu verringern.
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3 zeigt
die am stärksten
bevorzugte Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung, in der die Imprägniervorrichtung und die Geliervorrichtung
räumlich
getrennt sind und die Geliervorrichtung eine Taktpresse ist.
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4 zeigt
ein Diagramm, das die Kontinuität
des Verfahrens und der Preßzyklen
unter Verwendung einer Taktpresse, die Druck durch eine obere Platte
oder untere Platte und eine Seitenplatte ausübt, die z. B. für die Herstellung
von I-Trägern
verwendbar ist (bevorzugte Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung), angibt.
-
5 ist
ein Fließdiagramm,
das einen Überblick über ein
besonders bevorzugtes Verfahren der vorliegenden Erfindung, die
verwendeten Materialien und die durch das Verfahren erhaltenen Produkte
gibt.
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6 zeigt
das Temperaturprofil des Verfahrens und das Viskositätsprofil
des Harzsystems über
die Verfahrenszeit für
ein bevorzugtes Verfahren der vorliegenden Erfindung unter An gabe
des Beginns und Endes der Schritte b) und c). Die Viskosität wurde
mit einem Parallel-Platten-Rheometer
bei der entsprechenden Temperatur gemessen. Das Verfahren wurde
unter Verwendung einer Taktpresse durchgeführt, wie oben beschrieben.
-
In 1 werden
die Textilbahnen auf den Walzen 1 bereitgestellt. In diesem
Beispiel gibt es 12 Walzen, von denen jede eine Textilbahn oder
einen Stapel aus Textilbahnen bereitstellen kann, die miteinander verdreht
und dann in die Vorformvorrichtung 2 geführt werden.
In der Vorformvorrichtung 2 werden die vereinigten Textilbahnen
zu einer vorbestimmten Form geformt und gegebenenfalls durch eine
optionale Presse verfestigt. Die Vorform wird dann in eine Imprägniervorrichtung 3 geführt, wo
das Harz in die Textilbahnen injiziert wird. In 1 werden
die Textilbahnen konstant durch den ganzen Apparat durch die Ziehwerkzeuge 4 der
Ziehvorrichtung gezogen, und die Bewegungen der Ziehwerkzeuge 4 sind
durch Pfeile angegeben.
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2 zeigt
schematisch eine bevorzugte Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung, worin die Gelierung unter Wärme und
Druck in der Imprägniervorrichtung
stattfindet.
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Die
Vorform 5 tritt in die kombinierte Imprägnier- und Geliervorrichtung
ein, und die Textilbahnen werden mit der Harzzusammensetzung bei
Position 6 dieser Vorrichtung imprägniert. Zwischen den Positionen 6 und 7 tritt
keine signifikante Vernetzung auf, sondern nur ein Viskositätsaufbau.
Die Harzzusammensetzung wird gleichmäßig überall in den Textilbahnen
verteilt. Die Gelierung findet dann zwischen Position 7 und 8 statt, so
daß der
gelierte Gegenstand nach dem Gelieren unverzüglich die kombinierte Imprägnier-/Geliervorrichtung
bei 8 verläßt, so daß das Risiko
des Brechens oder der Harzabscheidung in der Vorrichtung signifikant verringert
wird. Zwischen Position 6 und 7 findet kein Vernetzen
statt oder der Grad der Vernetzung, die auftritt, ist gering, aber
die Struktur wird stabilisiert, während zwischen Position 7 und 8 Vernetzung
vorzugsweise zu einem Ausmaß von
50% bis 75% stattfindet. Die inneren Wände der kombinierten Imprägnier-/Geliervorrichtung
wenden Druck auf die Strukturprofile an, wodurch die Form und eine
konstante Dicke der Strukturprofile sichergestellt werden. Das gelierte
Material, das die Imprägnier-/Geliervorrichtung
an Position 8 verläßt, hat die
erforderliche Form mit einheitlicher Dicke und kann dann durch das
Anwenden von Temperatur, wie oben erklärt, nachgehärtet werden.
-
3 zeigt
schematisch die am stärksten
bevorzugte Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung, worin die Imprägniervorrichtung von der Geliervorrichtung
getrennt ist und wobei die Geliervorrichtung in Form einer Taktpresse
vorliegt. Die Vorform 10 (die vorzugsweise nicht verfestig
ist) tritt in die Imprägniervorrichtung ein,
und eine Harzzusammensetzung wird an Position 11 injiziert.
In der Imprägniervorrichtung
findet keine Vernetzung oder nur wenig Vernetzung statt, die Viskosität der Harzzusammensetzung
wird jedoch erhöht.
Daher ist, wenn das Material die Imprägniervorrichtung an Position 12 verläßt, die
Harzzusammensetzung ausreichend viskos, daß sie in den Textilbahnen bleibt
und nicht heraustropft. An Position 13 tritt das Material
in die Taktpresse ein, und Wärme
und Druck werden angelegt, angegeben durch die Pfeile. Unter Erhitzen
findet Vernetzung statt, und die Harzzusammensetzung geliert. Der
Druck sorgt für
eine konstante Dicke des erhaltenen Strukturprofils. Während der
Gelierung der Harzzusammensetzung bewegt sich die Taktpresse mit
derselben Geschwindigkeit und in dieselbe Richtung, wie die Textilbahnen,
bis sich der Anfang der Taktpresse an Position 13a befindet,
so daß es
dort keine relative Bewegung zwischen der Taktpresse und den mit
Harz imprägnierten Textilbahnen
gibt. Befindet sich der Anfang der Taktpresse an Position 13a,
wird die Taktpresse von der dann teilweise gelierten Harzzusammensetzung
entfernt und so schnell wie möglich
zurück
zu Position 13 bewegt, wo sie erneut auf die Textilbahnen
angewendet wird und so weiter. Durch diese am stärksten bevorzugte Betriebsweise
wird jeder Teil des Strukturprofils mehrmals Wärme und Druck unterzogen, bis
ein ausreichendes Gelieren stattgefunden hat. Die Textilbahnen werden
während
des gesamten Verfahrens kontinuierlich in Richtung der Pfeile 14 transportiert.
Diese Verfahrensweise liefert Strukturprofile mit einer besonders
konstanten Dicke und ohne Schwachpunkte.
-
Die
folgenden Beispiele dienen nur zur Veranschaulichung. Sie veranschaulichen
die Wirkung der Textilkonfiguration unter Verwendung einer {55/22,5/22,5/0}-Auflage,
wie oben beschrieben, und die Wirkung der Harzzusammensetzung und
damit den Unterschied zwischen Gelier-/Härtungsverfahren.
-
Die
folgenden Abkürzungen
wurden verwendet.
- DETDA
- Diethyltoluoldiamin
- PACM
- para-Aminocyclohexylmethan
- DPDA
- 4-Aminodiphenylamin
- DDS
- Diaminodiphenylsulfon
- MY0510
- Triglycidyl-p-aminophenol → trifunktionales
Epoxidharz
- MY721
- Tetraglycidyldiaminodiphenylmethan → tetrafunktionales
Harz
- Hypox RA95
- Elastomer-modifiziertes
bifunktionales Epoxidharz
-
Die
in den Beispielen verwendeten Harzzusammensetzungen und Textilien
wurden in einer an sich bekannten Weise hergestellt.
-
Beispiel
3 wurde unter Verwendung einer Taktpresse hergestellt, die Beispiele
1 und 2 wurden hergestellt, indem die Gelierung am Ende der Imprägniervorrichtung
durchgeführt
wurde. Die Ziehkraft lag in dem Bereich von 1 bis 2 t für Beispiel
1 und 2 und zwischen 0,3 und 0,6 t für Beispiel 3. Das Strukturprofil
hatte die Form eines I-Trägers.
Der Viskositätsanstieg
in der Injektionsvorrichtung lag zwischen 10 und 20 min, in Abhängigkeit
der Bandgeschwindigkeit. Die Gesamtzeit jedes Teils des Strukturprofils
in der Taktpresse betrug ungefähr
6 min (nur Beispiel 3). Die Anzahl an Zyklen während dieser Zeit war = 12
bis 15.
-
Die
Harzformulierungen von Beispiel 1 und 2 waren identisch und bestanden
aus einem multifunktionalen Epoxid, einem cycloaliphatischen Amin
und einem aromatischen Amin. Beide Härtungsmittel zeigten sehr unterschiedliche
Reaktivitäten
und waren daher verwendbar, wenn die Gelierung in der Injektionsvorrichtung
stattfinden sollte, wie zuvor beschrieben. In Beispiel 1 wurden
biaxiale Textilien in Kombination mit einem unidirektionalen Band
(UD-Band) verwendet,
um die {55/22,5/22,5/0}-Auflage zu erreichen, wohingegen in Beispiel
2 triaxiale Textilien in Kombination mit einem unidirektionalen
Band (UD-Band) verwendet wurden, um dieselbe {55/22,5/22,5/0}-Auflage
zu erreichen. Beide Auflagen bestanden aus 18 Hauptlagen, jede mit
einem Kohlefaserflächengewicht
von 270 g/m2. In Beispiel 1 wurden 8 Hauptlagen
unter Verwendung von Polyesterheftgarn, das ein integraler Teil
der 4 Bahnen der biaxialen Textilie war, vereinigt, wohingegen in
Beispiel 2 12 Hauptlagen unter Verwendung von Polyesterheftgarn
vereinigt wurden. Folglich war der Heftgrad von Beispiel 2 hö her. Die
Differenz in bezug auf die OHC-Festigkeit, wie in Tabelle 1 gezeigt,
war auf die Differenz des Heftgrades zurückzuführen.
-
In
Beispiel 3 wurden dieselben Textilien verwendet, wie in Beispiel
2, die Harzformulierung wurde im Vergleich zu Beispiel 2 jedoch
verändert,
und Gelierung in einer anderen Weise durchgeführt, wie oben beschrieben.
Die höhere
OHC-Leistung war auf die besseren Druckeigenschaften der Formulierung
von Beispiel 3 zurückzuführen.
-
Dies
wurde auch durch das Testen der Druckfestigkeit orthotroper [0/90°]
3s-Laminate bestätigt, die aus 5 Harnisch Gewebe
mit Atlasbindung und unterschiedlichen Harzen bestanden. Das Gewebe
wurde von Hexcel hergestellt und sein Markenname ist G926 und es
hatte ein Flächengewicht
von 370 g/m
2 und war aus Tenax 6k HTA 5131
Kohlefasern. Die Strukturprofile von Beispiel 3 wurden gegenüber Strukturprofilen,
hergestellt durch konventionelle RTM-Technologie, unter Verwendung
von Standard-Prepregs für
Raumfahrtanwendungen (für
die Raumfahrt verwendbares Prepregharz 6376 von Hexcel Composites
und das für
die Raumfahrt verwendbare RTM-Harz RTM6 von Hexcel Composites) untersucht.
Die Laminate wurden gemäß EN 2850
B getestet, wie in Tabelle 2 gezeigt. Die Druckprüfung ergab
808 MPa für
Beispiel 3. Die Druckprüfung
des Prepregsystems 6376 von Hexcel Composites, bestehend aus demselben
Gewebe, ergab ungefähr
800 MPa und des RTM6-Harzes 797 MPa. Tabelle 1:
| Beispiel | 1 | 2 | 3 |
| Harz | MY721 | 100 | 100 | 50 |
| MY0510 | | | 25 |
| Hypox
RA95 | | | 25 |
| Härter | DETDA | 65 | 65 | 30 |
| PACM | 35 | 35 | - |
| DPDA | | | 40 |
| (3,3
+ 4,4)-DDS | | | 30 |
| Textil/Auflage |
| Multiaxiale
Textilien von der Saertex GmbH | biaxial
+45°/–45°
540
g/m2
Faser: 12 k
HTS von Tenax | triaxial
+45°/–45°/0°
820
g/m2
Faser: 12 k
HTS von Tenax | triaxial
+45°/–45°/0°
820
g/m2
Faser: 12 k
HTS von Tenax |
| UD-Band/Textil
von Hexcel Fabrics | 280
g/m2
Faser: 24 k
HTS von Tenax | 280
g/m2
Faser: 24 k
HTS von Tenax | 280
g/m2
Faser: 24 k
HTS von Tenax |
| Zusammensetzung | Symmetrisch
10 × UD
6 × biaxial | Symmetrisch
6 × UD
4 × triaxial | Symmetrisch 6 × UD
4 × triaxial |
| Versuchsparameter |
| Bandgeschwindigkeit
[cm/min] | | 10 | 12 | 6 |
| Einspritzdruck
[bar] | | 5 | 4,8 | 3 |
| Tematurperprofil
der Vorrichtung | Eintritt
[°C] | 23 | 17 | 14 |
| Injektion
[°C] | 103 | 95 | 114 |
| Zone
6[°C] | 95 | 85 | 105 |
| Zone
5[°C] | 114 | 112 | 120 |
| Zone
4[°C] | 117 | 117 | 136 |
| Zone
3[°C] | 127 | 126 | 130 |
| Zone
2[°C] | 130 | 130 | 120 |
| Zone
1[°C] | 134 | 134 | 120 |
| Presse | Preßtemperatur
[°C] | - | - | 180 |
| Druck
[bar] | - | - | 7 |
| Materialeigenschaften |
| | OHC
[MPa] | 452 | 435 | 476 |
Tabelle 2: Mechanische Eigenschaften
| Harz | Beispiel
3 | RTM6 | 6376 |
| Druckfestigkeit [MPa] gemäß EN2850
Typ B | 808 | 797 | 800 |