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Die
vorliegende Erfindung betrifft emaillierte Verglasungen, insbesondere
Automobilverglasungen, die emaillierte Bereiche umfassen. Genauer
gesagt, richtet sich die Erfindung auf Verglasungen von diesem Typ und
bei denjenigen, die für
Automobile vorgesehen sind, auf diejenigen, die allen Anforderungen
der Automobilhersteller genügen,
das sind Verglasungen, die überdies
in den Schmelzöfen
für die
Glasherstellung rezyklisiert werden können und insbesondere diejenigen,
die für
die Flachglasherstellung verwendet werden, die als diejenigen gelten,
deren Einsatzbedingungen am meisten eingeengt sind.
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Die
Vorschriften hinsichtlich der Rezyklisierung von Fahrzeugbestandteilen
führt dazu,
dass neue Probleme zu berücksichtigen
sind. Die Automobilverglasungen werfen insbesondere Probleme auf,
die im Zusammenhang mit dem Vorhandensein emaillierter Schichten
stehen. Die emaillierten Bereiche sind insbesondere dafür vorgesehen,
die Fixierungshaftmittel gegen eine Verschlechterung durch UV-Strahlen zu schützen oder die
funktionellen Elemente, wie die elektrische Versorgung, Träger von
Rückspiegeln,
usw. zu maskieren.
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Die
Rezyklisierung in den Produktionsöfen für Flachglas wirft Fragen auf,
die sowohl die Modifikationen der Zusammensetzung und der Eigenschaften
des Glases, die durch diese Rezyklsierung verliehen werden können, betreffen
als auch den richtigen Betrieb des Ofens selbst.
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Bei
der Bestimmung der notwendigen Eigenschaften der verwendeten Email,
die auf den für
die Rezyklisierung vorgesehenen Verglasungen verwendet werden, haben
die Erfinder zuerst danach gesucht, die Menge des mit dem rezyklisierten
Glas eingeführten
Emails zu berechnen. Für
die gesamten Verglasungen eines Fahrzeugs liegt die Menge an Email
in der Größenordnung
von 50 g oder weniger. Dieser Wert ist für ein mittleres Fahrzeug angegeben,
das kein Glasdach umfasst, das emaillierte Bereiche hat. Unter der
Annahme eines Dachs von dieser Art und unter Berücksichtigung der wichtigen
Oberflächen,
die beschichtet sein können,
kann die Menge an Email bis auf den doppelten Wert belaufen.
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In
erster Näherung
liegt der Anteil an Email im Verhältnis zum gesamten rezyklisierten
Glas in der Größenordnung
von 1000 ppm. Der Teil der Pigmente und der Fritte, der die Beschichtung
bildet, liegt entsprechend in der Größenordnung von 10 bis 30% Pigment
auf 90 bis 70 Gew.-% Fritte und besonders häufig entsprechend bei ungefähr 25% Pigment
auf ungefähr
75% Fritte.
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Diese
Mengenverhältnisse
beeinflussen auf direkte Art die Menge und Art der Elemente, die
in die Zusammensetzung der verwendeten Beschichtungen kommen können, mit
dem Wissen, dass diese verschiedenen Bedingungen genügen müssen, und
zwar denjenigen, die mit der Glasherstellung in denen die Verglasungen
rezyklisiert werden verbunden sind, aber auch denjenigen Eigenschaften,
die von Seiten der Hersteller für diese
emaillierten Verglasungen gefordert werden.
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Der
rezyklisierbare Charakter erfordert zuerst, dass die Gläser und
folglich das Email, das sie tragen, frei von Elementen sind, die
nicht zugelassen sind, weil sie giftig sind. Das ist insbesondere
der Fall bei Blei, das früher
ausgiebig in der Fritte des Email zur Minimierung der Schmelztemperatur
verwendet wurde. Auf die gleiche Weise ist die Verwendung von Cd
vollständig
verboten.
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Die
Einführung
von rezyklisiertem Glas und des Email, das es trägt, darf nicht zu unerwünschten
Verfärbungen
des erzeugten Glases führen.
Zum Beispiel haben die Erfinder im Laufe ihrer Untersuchungen festgestellt,
dass das Bi des Email der rezyklisierten Verglasungen in der „Float"-Atmosphäre reduziert
wird und zu einer braunen Färbung
auf der Oberfläche
führt.
Aus diesem Grund darf die Emailzusammensetzung keine bedeutende
Menge an Bi enthalten. In zahlreichen Zusammensetzungen früherer Fritten
wurde nämlich
vorgeschlagen, Blei durch dieses Element zu ersetzen, um den Schmelzpunkt
zu erniedrigen.
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Eisen
als Farbstoff ist in allen üblichen
Gläsern
in variablen Anteilen vorhanden. Bei der Herstellung von Flachgläsern müssen die
rezyklisierten Produkte einen eingeschränkten Anteil an Eisen aufweisen,
auch wenn das Eisen aufgrund seines starken Färbevermögens ein bedeutsames Element
bildet, das in die Zusammensetzung der erfindungsgemäß verwendeten
Pigmente hineinkommt.
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Die
Bestandteile des Email dürfen
keine übermäßige Wechselwirkung
mit den Schamottsteinen, die den Ofen auskleiden, oder mit den Werkzeugen
des Glastransports aufweisen. Die Bestandteile der Emails dürfen insbesondere
nicht zur Bildung von Metallen führen,
die zur Korrosion der Schamottsteine imstande sind. Die Metalle,
die leicht reduziert werden, wie Ag, müssen daher, sofern sie vorhanden
sind, in sehr beschränkter
Menge vorhanden sein.
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Boroxid
ist ein weiterer Bestandteil, der üblicherweise zum Erniedrigen
der Schmelztemperatur der Fritten vorgeschlagen wird. Es stellt
jedoch ein für
die herausragenden Teile der Schamottsteine äußerst korrosives Element dar,
umso mehr, als es extrem flüchtig
ist.
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Aus
den gleichen Gründen
müssen
Fluoride, die für
die Schamottsteine extrem korrosive Bestandteile sind, in den rezyklisierten
Produkten in gut kontrollierter Menge vorkommen.
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Wenn
die Gläser
ebenfalls Schwefel enthalten, ist das Vorhandensein von Ni aus Gründen der
möglichen
Bildung von Ni-Sulfiden ebenfalls nicht erwünscht. Die Nickelsulfidteilchen
verursachen nämlich
das spontane Zerbrechen, wenn die Verglasungen, die diese Sulfide
enthalten, einer thermischen Behandlung unterzogen werden.
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Es
reicht nicht aus, dass die Verglasungen rezyklisiert werden können. Es
ist offensichtlich, dass bei ihrer Anwendung allen gesuchten Eigenschaften
Genüge
getan sein muss.
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Insbesondere
müssen
die Emails, den üblichen
Techniken folgend, leicht zum Aufbringen sein, insbesondere durch
Siebdruck oder Tintenstrahl. Sie müssen relativ leicht zu Behandeln
sein, insbesondere müssen sie
bei den für
die thermischen Arbeitsvorgänge üblichen
Temperaturen, denen sie unterzogen werden, schmelzbar sein, insbesondere
im Verlauf der Arbeitsvorgänge
des Härtens,
ohne zu Schwierigkeiten bei dem „Kleben" der Glasscheiben untereinander, die
in diesen Arbeitsvorgängen übereinander
gelegt werden, Veranlassung zu geben. Sie müssen eine zufrieden stellende
Opazität
bei den verwendeten geringen Dicken aufweisen. Sie müssen gegen übliche chemische
oder mechanische Angriffe beständig
sein. Sie dürfen
nicht die Beständigkeit
der Verglasungen, auf die sie aufgebracht werden, hinderlicherweise
verringern.
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Die
Bildung von Fritten auf der Basis von Metalloxiden ist gut bekannt
und führt
zu einer großen
Vielfalt von Zusammensetzungen. Das pulverförmige Glas, das als Fritte
bekannt ist, kann durch schnelles Abkühlen des geschmolzenen Glases, üblicherweise
durch das Gießen
des geschmolzenen Glases in ein Wasserbad und Rückgewinnen der erhaltenen Glaskörnchen und
Zermahlen zur gewünschten
Größe der Teilchen,
hergestellt werden. Die Fritten werden als Schmelzbestandteil in
Mischungen mit keramischen Pigmenten verwendet; eine solche Mischung
wird Email genannt. Das Email kann als künstlerisches oder als Nutzdekor
auf Substrate aufgebracht werden, die in der Lage sind, das Brennen
oder eine thermische Behandlung bei den Schmelztemperaturen der
Fritte auszuhalten. Diese Substrate enthalten Keramiken aller Art,
metallische Oberflächen,
Glaskeramiken. Das Email wird unter Bildung einer flüssigen Emailzusammensetzung,
die mit einem flüssigen
Suspensionsmittel, insbesondere einem flüchtigen organischen Mittel
vermischt ist, aufgebracht, um im häufigsten Fall eine durch Siebdruck
auf das Substrat aufzubringende Tinte zu bilden. Die Alternativen
umfassen die manuelle Auftragung mit einer Schablone und die mechanischen
Auftragungen, wie „Offset"-Druck. Eine Auftragungsvariante
ist die Übertragung
nach Aufbringung auf ein Papier, zum Beispiel ein gummiertes Papier,
unter Bildung eines Abziehbildes und das Abziehbild wird auf das
Substrat aufgebracht. Die Fachleute bezeichnen als keramisches Pigment,
ein Pigment, das bei der Temperatur, bei der das Email gebrannt
wird, stabil ist, das heißt,
bei der Schmelztemperatur der Bestandteile der Fritte unter den üblichen
Bedingungen.
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Die
Erfindung hat emaillierte Verglasungen, insbesondere Automobilverglasungen,
die in den zur Herstellung des Natrium-Calcium-Silicatflachglases
verwendeten herkömmlichen Öfen rezyklisierbar
sind zum Gegenstand. Die erfindungsgemäßen Verglasungen sind teilweise
mit Email beschichtet, dessen Bestandteile derart gewählt sind,
dass, wenn man als Referenz einen Anteil des Email im Verhältnis zum
rezyklisierten Glas nimmt, der 1000 ppm nicht überschreitet, und als Prozentsatz
der Rezyklisierung 10% Glas im Verhältnis zur Masse geschmolzenen
Glases nimmt, sie nicht zu einer Modifikation von mehr als 0,5%
Lichttransmission für eine
Glasscheibe mit 4 mm Dicke im Verhältnis zu den entsprechenden
Werten des Glases führen,
wenn die Rezyklisierung mit demselben nicht beschichteten Glas durchgeführt worden
wäre.
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Die
Wahl der Bestandteile des Email für die erfindungsgemäßen Verglasungen,
immer unter denselben Rezyklisierungsbedingungen, wobei die Auswirkungen
auf eine Glasscheibe von 4 mm gemessen werden, die mit dem das rezyklisierte
Glas enthaltenden Glas hergestellt wurde, erfolgt derart, dass die
Variation in der dominierenden Wellenlänge nicht mehr als 3 nm im
Verhältnis
zu den entsprechenden Werten eines Glases bei Durchführung der
Rezyklisierung mit demselben rezyklisierten, nicht emaillierten
Glas beträgt,.
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Die
Wahl der Bestandteile, insbesondere die Abwesenheit oder quasi-Abwesenheit
von Verbindungen, die zum Einführen
von Modifikationen dieser Parameter in der Lage sind, wird so durchgeführt, dass
dieses Ergebnis erreicht wird. Die Angaben bezüglich dieses Gegenstandes sind
schon vorstehend dargestellt. Ausführlichere Beispiele und Bedingungen
sind nachfolgend in der Beschreibung angegeben.
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Vorteilhafterweise
sind die Bestandteile des Email der rezyklisierten Verglasungen
darart und kommen in derartigen Anteilen vor, dass mit den vorher
angegebenen Rezyklisierungsbedingungen die Variation der Lichttransmission
nicht mehr als 0,3% und die Variation der dominanten Wellenlänge nicht
mehr als 2 nm beträgt.
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Ebenso
ist die Wahl der Bestandteile des Email der Verglasung bevorzugt
so, dass die Rezyklisierung der Verglasungen immer unter den vorstehend
angegebenen Bedingungen (10% Rezyklisierung und höchstens
1000 ppm Email im Verhältnis
zum rezyklisierten Glas) keine Modifikation des Oxidations-Reduktions-Koeffizienten
von mehr als 1% verursacht.
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Die
Wahl der Bestandteile der rezyklisierten Verglasungen ist weiterhin
bevorzugt so, dass die Variation der Reinheit der angeregten Farben
des erzeugten Glases nicht mehr als 0,5% beträgt.
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Alle
vorstehenden Faktoren beziehen sich auf die optischen Eigenschaften
der erhaltenen Gläser.
Die Wahl des Email berücksichtigt
auch dessen Einfluss auf die Eigenschaften der Verglasungen, auf
die sie aufgebracht werden. Die Erfinder haben so gezeigt, dass
für die
mechanische Beständigkeit
der Verglasungen die Wahl der Zusammensetzung des Email und insbesondere
der Bestandteile der Fritte auch noch zu einem Email führen muss,
dessen thermischer Expansionskoeffizient so nah wie möglich bei
demjenigen des Glases liegen muss, auf das das Email aufgebracht
wird. Insbesondere ist der thermische Expansionskoeffizient des Natrium-Calcium-Silicat-Flachglases,
ein besonderes übliches
Flachglas, in der Größenordnung
von 90 × 10–7/K.
Die Zusammensetzung des Email und insbesondere diejenige der Fritte
ist bevorzugt so, dass das Email einen thermischen Expansionskoeffizienten
unterhalb von demjenigen des Glases aufweist. Vorteilhafterweise
liegt dieser Koeffizient unterhalb von 90 × 10–7/K.
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Das
email der erfindungsgemäßen Verglasungen
weist vorteilhafterweise eine gute Beständigkeit gegen Säuren auf.
Diese gemäß der ASTM-Norm
C724-91 gemessene Beständigkeit
beträgt
vorteilhafterweise wenigstens gleich 3.
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Eine
Frittenzusammensetzung die insbesondere zur Bildung des auf die
erfindungsgemäßen rezyklisierbaren
Verglasungen aufgebrachten Email angepasst ist, umfasst in Gewichtsprozent
35–45%
SiO2, 12–20% B2O3, 10–16%
ZnO, 0–12%
Na2O, 1–15%
K2O, bis 2% Li2O,
wobei die Summe Na2O + K2O
+ Li2O 10–15% beträgt, 8–18% TiO2,
bis 2% CaO, bis 1% SrO und bis 5% BaO, wobei die Summe CaO + SrO
+ BaO 0,4 bis 5% beträgt,
und sie ist überdies
im Wesentlichen frei von Fluorid. Die Summe der Bestandteile beträgt in allen
Fällen
100%.
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Die
Zusammensetzung der Fritte kann noch 0 bis 3% Al2O3 und 0 bis 5% Bi2O3 umfassen, aber ist vorzugsweise frei von
letzterem.
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Die
Zusammensetzung der Fritte kann kleine Mengen an zusätzlichen
Bestandteilen, vielleicht als Verunreinigungen enthalten, wobei
die gesamte Menge dieser Bestandteile 2% nicht überschreitet. Diese Bestandteile
sind insbesondere ZrO2, Fe2O3, MnO, MgO, SnO2,
La2O3, CeO2, P2O5,
V2O5 und Schwefel.
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Die
Zusammensetzung weist vorzugsweise kein SnO2 auf.
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Zur
Verbessererung der Schmelzbarkeit der Zusammensetzung der Fritte
können
kleine Mengen an Fluoriden in den Ausgangsstoffen vorhanden sein.
Bevorzugt jedoch ist die Zusammensetzung der Fritte frei von Fluoriden.
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Die
auf die erfindungsgemäßen rezyklisierbaren
Verglasungen aufgebrachten Emails umfassen vorteilhafterweise mindestens
eine Fritte des vorstehend angegebenen Typs und mindestens ein keramisches Pigment.
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Das
Email enthält
bevorzugt keine für
die in der Einleitung angegebenen Bedingungen unter Berücksichtigung
der Rezyklisierung nachteiligen Bestandteile.
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Die
keramischen Pigmente sind von unterschiedlicher Herkunft. Zur bevorzugten
Verwendung der rezyklisierbaren Emails ist die Auswahl an Pigmenten
jedoch eingeschränkt.
Wenn eine Automobilverglasung mit Motiven oder Bauglas mit Motiven
rezyklisiert wird, wird das Pigment des Emails in dem geschmolzenen Glas
aufgelöst.
Die farbigen Ionen der Übergangsmetalle
des Pigments werden in das Glas eingebaut. Je nach Art des Elements,
seinem Oxidationszustand und seiner Konzentration trägt das gelöste Pigment
zur Lichtabsorption des erhaltenen flottierten Glases bei. Elemente
wie Cr, Co und Ni sind absorbierende Elemente, wie auch immer ihr
Oxidationszustand ist, und sie sind in der Zusammensetzung nicht
erwünscht.
Cu kann zu nicht farbigen Ionen wie Cu(I) reduziert werden, aber
Cu(I) ist instabil und wandelt sich um, um elementares kolloidales
Cu zu ergeben, das die Lichttransmission des Glases verringert.
Folglich muss der Anteil an Cu in den Pigmenten ebenfalls gering
bleiben.
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Eisenverbindungen
befinden sich normalerweise in den Ausgangsstoffen für die Herstellung
von flottiertem Glas. Es ist kein Problem zu befürchten, wenn das Pigment Eisenverbindungen
in beschränkter
Menge enthält.
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Manganionen
bilden farbige Gläser,
wenn der Oxidationszustand mehr als 2 beträgt, während die Mn(II)-Ionen wenig
zur Lichtabsorption beitragen. Die Pigmente, die Mn-Verbindungen enthalten,
verursachen bei der Rezyklisierung keine Probleme.
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Eisenoxide
mit gemischter Valenz, wie Magnetit (siehe zum Beispiel
DE 44 01 657 ) oder die Pigmente auf
Basis von Eisen-Mangan-Mischoxiden sind dafür bekannt, dass sie schwarze
Emails bilden, die insbesondere aufgrund ihrer großen Opazität gut zur
Verwendung auf den Automobilverglasungen geeignet sind. Pigmente
mit dieser Zusammensetzung sind kommerziell verfügbar, wie zum Beispiel die
von Bayer hergestellten, die unter dem Namen Bayferrox 303 kommerzialisiert
werden, oder das Pigment Black 10G930, das von Shepherd Color Cy
hergestellt wird. Die thermische Stabilität der Magnetitpigmente kann
verbessert werden, indem sie mit einer Glaszusammensetzung überzogen
werden (siehe
DE 195 25 658 ).
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Die
Emailpulver werden durch trockenes Mischen eines Pulvers der Fritte
mit einem oder mehreren Pigmenten in Pulverform hergestellt. Auf
alternative Weise kann das gleichzeitige feuchte Zermahlen der Fritte mit
dem Pigment verwendet werden, die Kalzinierung einer Fritte-Pigment-Mischung
gefolgt von Zermahlen kann ebenfalls zur Herstellung des Emailpulvers
verwendet werden. Die Pigmentmenge in dem Emailpulver beträgt typischerweise
10 bis 30 Gew.-%, vorzugsweise 15 bis 25 Gew.-%.
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Zur
Aufbringung eines Email, wie es zuvor zur Bildung einer erfindungsgemäßen rezyklisierbaren
Verglasung beschrieben wurde, auf ein Glas wird die Mischung aus
Fritte und Pigmenten in einem geeigneten Medium, zum Beispiel einem
Medium zum Drucken durch Siebdruck, zur Bildung einer Druckfarbe
suspendiert.
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Die
Tinte kann durch Mischen der Pulver von Fritte und Pigment und Dispergieren
der Beschichtung in dem gewählten
Medium mittels einer Mühle
mit drei Walzen oder durch andere Mittel, wie einer Kugelmühle oder
einem ultraschnellen Mischer, hergestellt werden. Die erhaltene
Paste kann, falls notwendig, verdünnt werden. Die Paste zum Drucken
mittels Siebdruck weist typischerweise eine Viskosität von 5
bis 25 Pas auf (für
ein Schermodul von 10 s–1).
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Das
Medium zur Herstellung der Tinte ist zum Beispiel bei der Johnson
Matthey-Gruppe kommerziell verfügbar und
kann ein Medium sein, das mittels IR getrocknet werden kann, mit
den Artikelnummern 650-63, 700-63 oder 702-63, ein Medium, das mit
UV behandelt werden kann, wie 660-70 oder 724-70, oder ein thermoplastisches
Medium, wie 64-64.
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Die
passenden Größen der
Körner
für die
Glasfritte sind 6 bis 18 μm,
ausgedrückt
als Anteil umfassend 90% Körner,
d90. Die für das Pigment geeigneten Größen der
Körner
sind 1 bis 10 μm,
vorzugsweise 1 bis 5 μm.
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Die
Eigenschaften der Tinte können
gemäß dem spezifischen
Auftragungsmodus, der Art des Brennens usw. durch Routine- und Optimierungsversuche
gewählt
werden. Im Allgemeinen kann die Tinte auf die Automobilverglasungen
durch Siebdruck aufgetragen werden, jedoch können auch andere Verfahren
verwendet werden. Zum Beispiel kann eine zum Drucken mittels Tintenstrahl
geeignete Tinte gemäß der Lehre
der
britischen Patentanmeldung
Nr. 0327340.6 formuliert werden.
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Die
passenden Druckparameter und Programme zum Brennen sind die üblichen.
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Die
vorliegende Erfindung wird nun unter Bezugnahme auf die folgenden
spezifischen Beispiele beschrieben. Es ist jedoch leicht zu verstehen,
dass die Einzelheiten modifiziert werden können, ohne von den Konzepten
der vorliegenden Erfindung abzuweichen.
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Die
Proben der Fritte zur Herstellung der Emails der erfindungsgemäßen rezyklisierbaren
Verglasungen haben die Nummern 1-11.
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Die
unter Bildung von Oxiden, Borsten, Fluoriden, Phosphaten geeigneten
Vorläufer
oder andere geeignete Vorläufer
werden gemischt, bei ungefähr
1200°C über ungefähr 1 bis
1,5 Stunden geschmolzen und in einen Kaltwasserstrom zur Bildung einer
Glasfritte gegossen. Die Tabelle 1 zeigt die Zusammensetzungen der
Fritten in Gew.-%. Die Fritte kann zu einem Pulver, zum Beispiel
in einer Kugelmühle
oder Strahlmühle
zermahlen werden. Die Beispiele 3 und 11 sind zum Vergleich angegeben
und nicht erfindungsgemäß. Tabelle 1
| Bestandteil | #1 | #2 | #3 | #4 | #5 | #6 | #7 |
| SiO2 | 42,38 | 41,51 | 41,92 | 36,99 | 42,14 | 42,08 | 43,62 |
| TiO2 | 12,36 | 8,53 | 13,87 | 17,23 | 12,41 | 12,57 | 12,79 |
| B2O3 | 16,37 | 16,82 | 19,68 | 16,67 | 17,04 | 17,11 | 16,99 |
| Al2O3 | 0,52 | 0,33 | 0,36 | 0,22 | 0,22 | 0,22 | 0,34 |
| ZnO | 10,87 | 14,99 | 14,02 | 14,05 | 10,92 | 11,01 | 11,25 |
| CaO | 0,55 | 0,61 | 0,10 | 0,41 | 0,38 | 0,43 | 0,40 |
| SrO | 0,12 | 0,10 | 0,05 | 0,08 | 0,05 | 0,06 | 0,06 |
| BaO | 3,04 | 2,95 | 0 | 0 | 3,02 | 3,02 | 0 |
| Li2O | 0 | 0 | 0 | 0 | 0,43 | 1,31 | 0 |
| Na2O | 9,83 | 10,16 | 9,95 | 0 | 9,38 | 8,17 | 10,39 |
| K2O | 3,96 | 4,00 | 0,05 | 14,35 | 4,01 | 4,02 | 4,16 |
| Bestandteil | #8 | #9 | #10 | #11 |
| SiO2 | 42,28 | 41,80 | 41,20 | 41,91 |
| TiO2 | 12,35 | 12,25 | 12,33 | 12,10 |
| B2O3 | 16,82 | 17,41 | 16,90 | 16,88 |
| Al2O3 | 0,35 | 0,33 | 1,08 | 0,45 |
| Bi2O3 | 0 | 0 | 0 | 2,87 |
| ZnO | 13,76 | 10,77 | 11,01 | 11,38 |
| CaO | 0,45 | 0,44 | 0,45 | 0,12 |
| SrO | 0,04 | 0,06 | 0,07 | 0 |
| BaO | 0 | 2,91 | 2,95 | 0 |
| Li2O | 0 | 0 | 0 | 0,43 |
| Na2O | 9,98 | 11,04 | 10,02 | 9,98 |
| K2O | 3,97 | 2,99 | 3,99 | 3,88 |
| NaF | 0 | 0 | 0 | 0 |
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Die
Fritten wurden gemäß den herkömmlichen
Verfahren zur Bestimmung ihrer funktionellen Merkmale, die für die Aufbringung
auf erfindungsgemäße Verglasungen
am bedeutsamsten sind, getestet. Die Ergebnisse sind in der Tabelle 2 gezeigt
| Merkmale | #1 | #2 | #3 | #4 | #5 | #6 | #7 |
| Tg (°C,
DSC) | 538 | 529 | 532 | 548 | 534 | 518 | 537 |
| CTE
(10–7/K) | 88 | 87 | 113 | 85 | 89 | 86 | 91 |
| Säurebeständigkeit
(3,7% HCl/5 min) | 3 | 3 | 3 | 3 | 3 | 3 | 3 |
| Merkmale | #8 | #9 | #10 | #11 |
| Tg (°C,
DSC) | 537 | 536 | 537 | 522 |
| CTE
(10–7/K) | 85 | 87 | 88 | 95 |
| Säurebeständigkeit
(3,7% HCl/5 min) | 3 | 3 | 3 | 3 |
- Tg = Glasübergangstemperatur, gemessen
durch differentielle analytische Kalorimetrie.
- CTE = thermischer Expansionskoeffizient
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Die
Säurebeständigkeit
wurde gemäß der ASTM-Norm
C724-91 auf einer Skala von 1 bis 7 gemessen, wobei 1 keinem Angriff
und 7 einer vollständigen
Auflösung
entspricht.
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Bezüglich der
in der Tabelle 1 dargestellten Ergebnisse stellt man fest, dass
die Fritten leicht schmelzbar sind, dass ihr thermischer Expansionskoeffizient
wenig von demjenigen des Glases des Substrats, auf welches die Beschichtung
aufgebracht wird, verschieden ist (und besonders häufig unterhalb
von diesem liegt) und dass sie eine gute Säurebeständigkeit aufweisen.
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Es
wurden andere geeignete erfindungsgemäße Fritten, Nummer 12 bis 15,
hergestellt. Die Zusammensetzungen sind in Tabelle 3 angegeben.
Die Fritte 15 selbst stimmt nicht mit den erfindungsgemäß verwendeten überein,
wenn sie nicht durch Verbindung mit anderen Bestandteilen modifiziert
wurde. Für
die Bildung des Email von Beispiel 4 der Tabelle 4 wird diese Fritte
mit der Fritte 14 mit den entsprechenden Anteilen kombiniert, so
dass die Gesamtheit den Bedingungen der Erfindung entspricht. Tabelle 3
| Oxid | Fritte
#12 | Fritte
#13 | Fritte
#14 | Fritte
#15 |
| SiO2 | 42,0 | 42,2 | 42,3 | 40,6 |
| TiO2 | 12,5 | 12,5 | 12,6 | 4,2 |
| Al2O3 | | 0,1 | | 2,6 |
| B2O3 | 17,0 | 17,0 | 17,1 | 12,8 |
| Bi2O3 | | | | 2,7 |
| V2O5 | | | | 1,1 |
| BaO | 3,0 | 3,0 | 3,0 | 2,4 |
| ZnO | 11,0 | 11,0 | 11,1 | 21,4 |
| CaO | 0,5 | 0,4 | 0,4 | |
| Li2O | | 0,4 | 1,3 | |
| Na2O | 10,0 | 9,4 | 8,2 | 11,0 |
| K2O | 4,0 | 4,0 | 4,0 | 1,0 |
- Die Fritten Nr. 12 bis 15 wurden zum Bilden
der in der Tabelle 4 dargestellten Emails Nr. 1 bis 3 verwendet.
Tabelle 4 | Bestandteil | Beispiel
#1 | Beispiel
#2 | Beispiel
#3 | Beispiel
#4 |
| Fritte
#12 | 0,75 | | | |
| Fritte
#13 | | 0,75 | | |
| Fritte
#14 | | | 0,75 | 0,375 |
| Fritte
#15 | | | | 0,375 |
| Bayferrox | 0,16 | 0,16 | 0,16 | 0,16 |
| 10G930 | 0,09 | 0,09 | 0,09 | 0,09 |
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75
Gewichtsteile einer Glasfritte oder einer Mischung von erfindungsgemäßen Glasfritten
(siehe vorstehende Tabelle) wurden mit 16 Gewichtsteilen des schwarzen
Pigments Bayferrox 303 (Bayer AG) und 9 Gewichtsteilen des Pigments
Black 10G930 (Shepherd Color Cy) gemischt. Zu 100 Gewichtsteilen
dieses Pulvers dieser Mischung wurden 25 Gewichtsteile Siebdruckmedium
650-63 (Johnson Matthey Verre) zugegeben. Nach intensivem Mischen
wird die endgültige
Paste durch Mahlen in einer Mühle
mit drei Walzen und Zugeben des Mediums gebildet, um die gewünschte Viskosität von 15
Pas zu erhalten.
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Diese
Paste wird durch Siebdruck auf eine Glasplatte gedruckt, um eine
feuchte Schicht mit 25 μm Dicke
zu erhalten, die bei 120°C
getrocknet und bei 680°C
gebrannt wird, um eine gut geschmolzene nicht poröse keramische
Schicht zu ergeben.
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Die
nachfolgenden Angaben wurden bei den Proben der Email gemessen,
deren Zusammensetzungen in der Tabelle 4 angegeben sind. Tabelle 5 Merkmale der gebrannten Emails Brennen auf Proben von 100 × 100 mm2
klarem Glas (3 mm), Walzenofen mit 680 °C, Geschwindigkeit 150 (4,16
cm/min)
| Merkmale | Beispiel
1 | Beispiel
2 | Beispiel
3 | Beispiel
4 |
| Brennen
bei 680°C | OK | OK | OK | OK |
| Farbe | L
a
b | 27,1
0,6
0,0 | 27,5
0,6
–0,7 | 27,6
0,6
–0,5 | 27,7
0,0
0,2 |
| | L*
a*
b* | 10,2
3,1
0,4 | 10,7
2,7
–0,9 | 9,7
3,0
–0,7 | 10,1
3,4
0,8 |
| „Glanz” | 56 | 57 | 42 | 82 |
| Optische
Dichte | 3,1 | 3,2 | 3,1 | 3,3 |
| Kratzen
16 N | OK | OK | OK | OK |
| Kratzen
30 N | OK | OK | OK | OK |
| 0,1
H2SO4/22°C/24 Stunden | OK | OK | OK | OK |
| 0,1
N NaOH/22°C/24
h | OK | OK | OK | OK |
| Statischer
Widerstand (N) | 568 | 764 | 738 | 792 |
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Der
Kratztest wird auf einem „Scratch
Boy"-Gerät (Braive
Instrument) durchgeführt.
Die verwendeten Klingen sind von der Firma STANLEY und sind mit
11-300 bezeichnet. Die Gewichte 1 kg und 3 kg wurden in den entsprechenden
Abstufungen von 10 und 30 N angewandt. Falls kein Kratzer auf dem
Email bemerkt wurde, lautete das Ergebnis „OK".
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Der
Test mit H2SO4-Säureangriff
umfasst die Durchführung
vor und nach Eintauchen in die angegebene Lösung und während 24 h eines „Kratztests" vom vorstehend angegebenen
Typ. In Abwesenheit einer Verschlechterung nach dem Eintauchen lautete
das Ergebnis „OK". Die Behandlung
wird mit der Lösung
auf der Basis von NaOH durchgeführt.
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Die
Messung des statischen Widerstands wird gemäß der europäischen Norm EN 1288 durchgeführt.