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Die
vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung von Zusatzmitteln
bei Zementschlämmen
und insbesondere die Verwendung solcher Zusatzmittel bei Bohrlochzementierungsschlämmen und
-vorgängen.
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Zementschlämme zur
Verwendung bei Ölbohrloch-Zementierungsvorgängen basieren
typischerweise etwa auf Portland-Zement als hydraulisches Bindemittel.
Das Abbinden solchen Zements, als Hydratation bekannt, ist eine
chemische Reaktion zwischen dem Wasser, das in dem Schlamm vorhanden
ist, und dem Zementmaterial, wobei die Reaktion bewirkt, dass der
Schlamm zunächst
erstarrt und dann mit der Zeit aushärtet. Üblicherweise wird ein pumpfähiger Schlamm
aus Zement, Wasser und weiteren festen oder flüssigen Zusatzstoffen bzw. -mitteln
an der (Tages-)Oberfläche
angemacht.
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Da
es sich als besonders schwierig erwiesen hat, die Hydratation von
Portland-Zementen bei hohen Temperaturen zu verzögern, sind leistungsstarke
Verzögerer
entwickelt worden. Sie können
jedoch zu unvorhersehbaren Ergebnissen führen, da die Versteifungszeit
des Zementschlamms und der Zeitpunkt, zu dem sich die Druckfestigkeit
von Zement zu entwickeln beginnt, sehr empfindlich auf die Konzentration
des Verzögerers
reagieren. Außerdem
ist mitunter die Maximaltemperatur für diese Verzögerer zu
niedrig, um Bohrlöcher
zu zementieren, in denen hohe Temperaturen herrschen. So ist oft
die Zugabe eines Verzögerungsverstärkers erforderlich.
Natriumborat-Salze (z. B. Borax) und Borsäure sind bekanntermaßen wirksame "Verzögerungsverstärker". Diese Chemikalien
sind jedoch nicht immer mit anderen Zusatzstoffen bzw. -mitteln
für hohe
Einsatztemperaturen verträglich
und können
deshalb die Beherrschung des Flüssigkeitsverlusts
und die Rheologie von Zementschlämmen
verschlechtern.
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Es
ist bekannt, dass Natriumsilicate die Hydratation von Portland-Zementen bei niedriger
Temperatur beschleunigen. Außerdem
sind sie wirksame chemische Aktivatoren für hydraulische Bindemittel
auf der Basis von Hochofenschlacken. Für Arbeitsverrichtungen im Ölfeld werden
sie hauptsächlich
in Spülflüssigkeiten
und auch als "Streckmittel" für Zementschlämme verwendet.
Ein Streckmittel ermöglicht,
die Wassermenge zu vergrößern, die
dem Zement zugesetzt werden kann, um die Schlammdichte verringern,
ohne dass Absetzprobleme auftreten. Mit Natriumsilicaten gestreckte
Zementschlämme
sind besonders schwer zu verzögern,
und es ist im Allgemeinen erforderlich, leistungsstarke Verzögerer zu
verwenden.
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Die
Verwendung von Verzögerern
kann bestimmte Einsatzprobleme mit sich bringen, wie weiter oben erwähnt worden
ist. Beispielsweise kann es Probleme bei der Vereinbarkeit der Verzögerer und
anderer Komponenten von Zementschlämmen geben, der Verzögerer kann
eine allzu lange Verzögerung
beim Abbinden an der Oberfläche
bewirken, das Verhalten von Verzögerern
kann bei hohen Konzentrationen unvorhersehbar sein und das Verhalten
von Verzögerern
kann bei hohen Temperaturen unvorhersehbar sein.
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FR 2 667 058 beschreibt
die Verwendung von Silicaten in verzögerten Zementschlämmen bei
sogenannten Tie Back-Anwendungen (d. h. wenn gewünscht ist, dass die Zementhülle über die
gesamte Strecke vom Boden des Bohrlochs bis zur Oberfläche verläuft). Bei
dieser Anwendung wird ein Glucoheptonat-Verzögerer verwendet, um das Abbinden
des Zements unter den Lochbodenbedingungen bzw. Bohrloch-Sohlenbedingungen
höherer
Temperaturen zu verzögern,
und es werden verhältnismäßig große Mengen
(17,75 l/Zementtonne) Natriumsilicat in den Schlamm eingearbeitet,
um an der Oberfläche,
die auf einer viel niedrigeren Temperatur ist, ein Abbinden zu bewirken.
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Ein
weiteres Problem, das regelmäßig beim
Bohrlochzementieren angetroffen wird, ist jenes der Veränderlichkeit
der Zementreaktivität.
Die Reaktivität
eines Zements bestimmt, wie schnell ein Zement abbindet. Um die
Planung und Ausgestaltung des Zementierens zu unterstützen, hat
man eine Reihe von Zementklassifikationen festgelegt, die den allgemeinen
Reaktivitätsgrad
eines Zements und seine Eignung für bestimmte Anwendungen beim
Bohrlochzementieren angeben. Eine solche Klassifikation ist die
des American Petroleum Institute (API), welche die Klassen A bis
H für Zemente
bereitstellt, die zur Bohrlochzementierung geeignet sind. Jedoch
sind Zemente, die solchen Klassifikationen entsprechen, oft relativ
teuer. Bauzemente sind oft preiswerter und in vielen Teilen der
Welt leichter verfügbar
als API-Zemente. Jedoch machen ihre schwankende Reaktivität und ihr
unzuverlässiges
Verhalten ihre Verwendung bei Bohrlochzementierungsanwendungen riskant,
da es oft sein kann, dass der Schlamm zu schnell oder überhaupt
nicht abbindet. Zusammen mit den Auswirkungen der Temperatur am
Boden und am oberen Ende eines Bohrlochs und der Unzuverlässigkeit
der Wirkungen von Zusatzmitteln wie etwa Verzögerern, wird die Verwendung
dieser Zemente, obwohl sie vom wirtschaftlichen Standpunkt aus wünschenswert
wäre, als
in nicht mehr tragbarem Maße
riskant angesehen. Zurzeit gibt es keine einfach durchzuführende Methode,
um das Abbindeverhalten solcher Zemente zu steuern, um in der Lage
zu sein, sie für
Bohrlochzementierungsanwendungen verwendungsfähig machen zu können.
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Es
ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Verfahren und Zusammensetzungen
zum Verzögern des
Abbindens von Zement zu schaffen, die einige oder alle der oben
angegebenen Probleme angehen.
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Der
vorliegenden Erfindung obliegt die Verwendung von Silicat als Verzögerungsverstärker in
einem geeigneten Ausmaß,
um die Verzögerungswirkung
von Verzögerern
bei den hohen Temperaturen, die im Bohrloch anzutreffen sind, zu
verstärken,
während
das Abbinden von Zement bei den niedrigeren Temperaturen, die nahe
der Oberfläche
anzutreffen sind, beschleunigt wird.
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Einem
Aspekt der Erfindung obliegt das Hinzufügen eines oder mehrerer Silicate
oder von Siliciumdioxid zu einem Bohrlochzementierungsschlamm, der
einen Aushärtungsverzögerer enthält, dadurch
gekennzeichnet, dass die Menge des Silicats oder des Siliciumdioxids,
die zu dem Schlamm hinzugefügt
wird, ausreicht, um die Verzögerungswirkung
des Aushärtungsverzögerers unter
Bohrlochbedingungen im Vergleich zu der Verzögerungswirkung lediglich des
Verzögerers
zu verbessern, und außerdem
ausreicht, um das Aushärten
des Zements unter Bedingungen in der Nähe der Oberfläche im Vergleich
zu der Aushärtung
des den Verzögerer
enthaltenden Zements zu beschleunigen.
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Ein
weiterer Aspekt der Erfindung schafft einen verbesserten Verzögerer zur
Verwendung in Bohrlochzementierungsschlämmen, der ein Gemisch aus einem
Aushärtungsverzögerer und
einem oder mehreren Silicaten oder Siliciumdioxid umfasst, dadurch
gekennzeichnet, dass die relativen Mengen des Aushärtungsverzögerers und
der Silicate oder des Siliciumdioxids derart sind, dass die Verzögerungswirkung
des Aushärtungsverzögerers unter
Bohrlochbedingungen im Vergleich zu der Verzögerungswirkung des Verzögerers allein
verbessert ist und die Aushärtung
des Zements unter Bedingungen in der Nähe der Oberfläche im Vergleich
zu der Aushärtung
des den Verzögerer
enthaltenden Zements beschleunigt ist.
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Das
Siliciumdioxid oder die Silicate wirken bei den hohen Temperaturen
im Bohrloch als Verzögerungsverstärker, was
bedeutet, dass weniger Verzögerer
erforderlich ist, wodurch die oben erörterten Probleme, die mit der
Verwendung von hohen Verzögererkonzentrationen
verbunden sind, vermieden werden. Bei den niedrigeren Übertage-
oder Tagesoberflächentemperaturen
wirken das Siliciumdioxid oder die Silicate als Abbindebeschleuniger,
welche die Wirkung des Vorhandenseins des Verzögerers aufheben und ein Abbinden an
der Oberfläche
in einem vernünftigen
Zeitraum ermöglichen.
In der Lage zu sein, beide Aspekte des Abbindens zu beherrschen,
bedeutet, dass die genaue Beschaffenheit des verwendeten Zements
weniger kritisch ist, da es möglich
ist, das Abbinden mit Verzögerern
zu steuern, ohne auf die weiter oben aufgezeigten Probleme zu stoßen.
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Die
vorliegende Erfindung ist insbesondere auf Bohrlöcher anwendbar, in denen die
Lochbodentemperatur über
90°C, insbesondere
mehr als 100°C
und möglicherweise über 120°C bis zu
ungefähr
180°C beträgt. Die
Oberflächentemperatur
(der obere Teil der Zementsäule
oder der obere Abschnitt des Bohrlochs) kann niedriger als 90°C, typisch
niedriger als 80°C
und bis herunter auf weniger als 40°C sein.
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Bei
Verwendung von Siliciumdioxid als Verzögerungsverstärker wird
kolloidales Siliciumdioxid mit einer Partikelgröße von weniger als 100 nm bevorzugt.
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Besonders
bevorzugte Silicate zur Verwendung bei der Erfindung sind Alkalimetall-Silicate
der allgemeinen Formel (SiO2)x(M2O), wobei M Na, K usw. ist. Vorzugsweise
ist das SiO2:M2O-Gewichtsverhältnis größer als
1, und insbesondere fällt
es in den Bereich von 1,63 bis 3,27. Beispielsweise werden Natriumsilicate mit
SiO2:Na2O-Gewichtsverhältnissen
im Bereich von 1,5 bis 4 (Molverhältnisse 1,55 bis 4,12) und
Kaliumsilicate mit SiO2:K2O-Gewichtsverhältnissen
im Bereich von 1 bis 2,65 (Molverhältnisse 1,56 bis 4,14) besonders bevorzugt.
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Wenn
das Siliciumdioxid oder die Silicate in flüssiger Form sind, wird bevorzugt,
dass sie in Mengen von 1,5 bis 20 l/Zementtonne verwendet werden.
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Die
Verzögerer,
die mit der vorliegenden Erfindung verwendet werden können, schließen solche
Verzögerer
wie Natriumgluconat, Calciumglucoheptonat und Gemische aus Hydroxycarboxyl-Säuren und
Lignosulphonaten, unraffinierte sowie raffinierte Lignosulphonate,
Gemische aus Hydrocarboxyl-Säuren
und Ligninamin-Derivaten ein. Diese Verzögerer können wie jeweils anwendbar
in fester oder flüssiger
Form sein.
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Im
Gebrauch können
der Verzögerer
und der Silicat-Verzögerungsverstärker vor
der Zugabe zu dem Zementschlamm vorgemischt werden. Alternativ können der
Verzögerer
und der Silicat-Verstärker
getrennt zu dem Zementschlamm hinzugefügt werden. Weitere Zusatzmittel
können
auf herkömmliche
Weise in den Zementschlamm eingearbeitet werden.
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Eine
besonders bevorzugte Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung schafft einen verbesserten Verzögerer, der
ein Gemisch aus Natriumgluconat und Natriumsilicat (SiO2:Na2O-Gewichtsverhältnis von 3,27) umfasst. Solch
ein Verzögerer
ist weit weniger temperaturempfindlich als die Verzögerer des
Standes der Technik. Eine besondere Ausführungsform dieses Verzögerers enthält 7,6 Gew.-%
Natriumgluconat, 28,7 Gew.-% Natriumsilicat und 63,7 Gew.-% Wasser.
Diese Verhältnisse
sollten entsprechend der Art des Verzögerers und des Silicats, die
verwendet werden, für
die gewünschte
Wirkung eingestellt werden.
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Die
vorliegende Erfindung kann mit herkömmlichen Ölfeld-Zementen, die auf Portland-Zement
basieren, verwendet werden. Außerdem
findet sie auf Zemente Anwendung, wie etwa Bauzemente (z. B. gewöhnliche
Portland-Zemente (OPC) ASTM Typ II oder dergleichen), die herkömmlich wegen
ihrer unvorher sehbaren oder unzuverlässigen Eigenschaften unter
Bohrlochbedingungen für
ungeeignet zur Verwendung bei Bohrlochzementierungen gehalten wurden.
Die Erfindung ist sowohl auf die meisten OPCs (ASTM Typ I bis V)
als auch auf mit puzzolanischen Stoffen, wie etwa Flugasche, Hochofenschlacke
oder calzinierter Ton (z. B. Metakaolin), gemischte Portland-Zemente
anwendbar.
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Die
vorliegende Erfindung ist nachstehend anhand von Beispielen mit
Bezug auf die beigefügten Zeichnungen
beschrieben. Es zeigen:
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1 kalorimetrische
Kurven bei 80°C
und 100°C
für Schlämme, die
den Verzögerer
D mit und ohne Silicat A enthalten;
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2 kalorimetrische
Kurven für
Schlämme,
die den Verzögerer
A und verschiedenen Mengen Nanosilica enthalten; und
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3 eine
vergleichende graphische Darstellung der Verzögerer-Temperaturempfindlichkeit für einen herkömmlichen
Verzögerer
und einen Verzögerer
gemäß einem
Aspekt der Erfindung.
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Beispiele
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Die
Merkmale der Alkalisilicate, der Nanosilica-Suspension und der Zement-Verzögerer, die
bei diesen Beispielen verwendet wurden, sind in den nachstehenden
Tabellen 1 und 2 zusammengestellt. Die Konzentration der Zusatzmittel
ist in Gewichtsprozent, bezogen auf den Zement (% BWOC, By Weight
Of Cement (engl.)), für
Feststoffe und als Liter pro Zementtonne (l/t) für Flüssigkeiten angegeben. Die Zementschlämme wurden
gemäß der API-Prozedur
35 Sekunden lang in einem Waning-Mischer bei 12.000 Umdrehungen
pro Minute gemischt. Die Zementschlämme wurden mit Leitungswasser
mit einer Dichte von 1,89 kg/l angemacht. Sie wurden in ein Hochtemperatur-Hochdruck-Konsistometer
eingebracht und bei den angegebenen Temperaturen und Drücken gemäß den Prozeduren
getestet, die in "API
RP10B Recommended Practices for thickening time evaluation" dargestellt sind.
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Tabelle
1: Merkmale von Alkalisilicaten und Nanosilica
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- * Natriummetasilicat- (Na2SiO3)-Lösung
mit 30 Gew.-%
- ** Natriummetasilicat-Lösung
mit 40 Gew.-%
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Tabelle
2: Merkmale von Verzögerern
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Die
Wirkung von Natriumsilicat A auf die Versteifungszeit verschiedener
Zementschlämme
(der zugrundeliegende Zementschlamm umfasst Zement der API-Klasse
G, Typ: Black Label, von Dyckerhoff-Zementwerke, 35 % BWOC, Quarzmehl,
2,66 l/t Entschäumer,
0,2 % BWOC Absetzverhütungsmittel;
Schlammdichte: 1,89 kg/l, ausgelegt für Hochtemperaturanwendungen
(120°C und
150°C) und
wird als Ausgangsmaterial für
alle nachstehenden Beispiele verwendet, sofern nichts anderes angegeben
ist) ist in der nachstehenden Tabelle 3 dargestellt.
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Tabelle
3: Wirkung des Silicats A auf die Versteifungszeit bei Verwendung
verschiedener Verzögerer
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Es
ist festzustellen, dass die Zugabe von Silicat A die Versteifungszeit
erheblich verlängert.
Die Verzögerungswirkung
ist dramatisch, wenn Zementschlämme
mit dem Verzögerer
A verzögert
werden.
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Die
Daten der nachstehenden Tabelle 4 zeigen, dass sich die Versteifungszeit
verlängert,
wenn für
die gleiche Schlamm-Grundzusammensetzung wie oben die Konzentration
des Silicats A erhöht
wird.
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Tabelle
4: Wirkung der Konzentration des Silicats A auf die Versteifungszeit
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Die
Temperatur, bei der das Silicat A als Verzögerungsverstärker wirkt,
lässt sich
aus den in der Tabelle 5 zusammengestellten Daten ermitteln:
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Tabelle
5: Wirkung des Silicats A auf die Versteifungszeit bei verschiedenen
Temperaturen
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Für diese
Versuche wurde der Verzögerer
A verwendet. Die erwartete Beschleunigungswirkung des Silicats A
bei 40°C
ist deutlich zu sehen, die Versteifungszeit verkürzt sich mit zunehmender Silicatkonzentration – das Silicat
A wirkt bei dieser Temperatur als Beschleuniger. Bei 100°C und 130°C verlängert sich
die Versteifungszeit mit zunehmender Silicatkonzentration beträchtlich.
Aus diesen Ergebnissen ist klar, dass das Natriumsilicat A sich
bei Temperaturen oberhalb von ungefähr 90°C wie ein Verzögerungsverstärker verhält.
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Das
Natriumsilicat A wurde zusammen mit verschiedenen Verzögerern getestet,
die bei Bohrlochzementierungsvorgängen verwendet werden können. Die
Hydratation von Portland-Zementen ist ein exothermer Prozess; deshalb
können
ihre Hydratationskinetiken unter Verwendung eines isothermen Kalorimeters
mit Wärmeleiter
verfolgt werden. Das Kalorimeter wird mit einer Aufheizgeschwindigkeit
von 2°C/min
auf die Testtemperatur (80°C
oder 100°C)
aufgeheizt. Einige typische Thermogramme, die mit dem Verzögerer D
erhalten wurden, sind in 1 gezeigt. Die Zeit, nach der
das Maximum der Wärmestromspitze
erreicht wird, ist in der Tabelle 6 ausgewiesen.
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Tabelle
6: Wirkung verschiedener Verzögerer
bei 80°C
und 100°C
(Kalorimetrieergebnisse)
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- * Zeit bis zum Erreichen des Maximums der Wärmestromspitze
der kalorimetrischen Kurven (1)
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Ganz
gleich, welcher Verzögerer
verwendet wird, diese Zeit verkürzt
sich, wenn 4,44 l/t Silicat A zu den Zementschlämmen gegeben werden, die bei
80°C getestet
werden. In diesem Fall verhält
sich das Silicat wie ein Beschleuniger. Bei 100°C ist die Beschleunigungs- oder
Verzögerungswirkung
des Silicats A vom Chemismus des Verzögerers abhängig. Bei den Verzögerern A,
D, E, F und G ist eine Verzögerungswirkung
festzustellen, wohingegen bei den Verzögerern H, I und J eine Beschleunigungswirkung
beobachtet wird. Diese drei Verzögerer
enthalten ein Organophosphonat. Das Silicat A wirkt bei 100°C als Verzögerungsverstärker, wenn
es zusammen mit Verzögerern
verwendet wird, die eine Vielzahl von Chemismen abdecken.
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Natriumsilicate
mit unterschiedlichen SiO2:Na2O-Verhältnissen
wurden bei 100°C
in Gegenwart von 0,14 % BWOC Verzögerer A getestet. Es wurden
außerdem
sowohl ein Kaliumsilicat als auch eine Suspension kolloidalen Nanosilicas
getestet. Die Konzentration dieser Produkte war so gewählt, dass
das Äquivalent
von 0,18 % BWOC Siliciumdioxid (SiO2) bereitgestellt
wurde. Die Kalorimetrieergebnisse sind in der Tabelle 7 angegeben.
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Tabelle
7: Einfluss verschiedener Silicate (oder von Nanosilica) bei 100°C (Kalorimetrieergebnisse)
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- * Zeit bis zum Erreichen des Maximums der Wärmestromspitze
der kalorimetrischen Kurven (2)
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Die
Verzögerungswirkung
von Natriumsilicaten scheint von ihrem SiO2:Na2O-Gewichtsverhältnis abzuhängen. Die stärkste Wirkung
wird beobachtet, wenn das Verhältnis
1,99 und darüber
ist. Eine signifikante Verzögerungswirkung
wird noch mit dem Silicat erhalten, das ein Verhältnis von 1,63 aufweist. Das
Kaliumsilicat (Gewichtsverhältnis
von 2,14 und Molverhältnis
von 3,34) zeigt eine starke Verzögerungswirkung,
vergleichbar mit jener, die bei Natriumsilicaten mit hohem Verhältnis erzielt
wird. Die Nanosilica-Suspension (5,06 l/t ergibt 0,18 % BWOC Siliciumdioxid)
verzögert
den Zement. 2 zeigt, dass sich das Hydratationsprofil des
Zements in diesem Fall verändert,
wobei der Wärmestrom
langsam zunimmt, bis er den Maximalwert erreicht.
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Die
Produkte werden außerdem
bei 120°C
verglichen, indem die Versteifungszeit der mit 0,14 % BWOC Verzögerer A
verzögerten
Zementschlämme
gemessen wird. Die Konzentration der Silicate ist so gewählt, dass
sie das Äquivalent
von 0,40 % BWOC Siliciumdioxid bzw. Silica ergibt. Die Ergebnisse
sind in der Tabelle 8 zusammengestellt.
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Tabelle
8: Einfluss von Silicat (oder von Nanosilica) auf die Versteifungszeit
bei 120°C,
Druck: 16.100 psi
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Diese
Daten bestätigen,
dass Natriumsilicate mit einem SiO2:Na2O-Verhältnis von
1,63 und darüber als
effektive Verzögerungsverstärker wirksam
werden. Auch das getestete Kaliumsilicat sorgt für eine lange Versteifungszeit.
Die Nanosilica-Suspension ergibt ebenfalls eine Verzögerung.
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Eine
besonders bevorzugte Ausführungsform
der Erfindung umfasst einen verbesserten Verzögerer, der ein Gemisch aus
Natriumgluconat und Natriumsilicat (SiO
2:Na
2O-Gewichtsverhältnis von 3,27) enthält. Die starke
Temperaturempfindlichkeit eines herkömmlichen Verzögerers für mittlere
Temperaturen (wie etwa des Verzögerers
I in der obigen Tabelle 2) ist in
3 als
aufgetragen.
Es fällt
auf, dass die Verzögererkonzentration,
die erforderlich ist, um für
eine Versteifungszeit von 6 Stunden zu sorgen, exponentiell mit
der Temperatur zunimmt. Diese Daten können mit jenen verglichen werden,
die mit dem verbesserten Verzögerer
der Erfindung erhalten werden, in
3 als
aufgetragen
(im Folgenden "Verzögerer K''), der auf einem Gemisch aus Natriumgluconat
und Natriumsilicat (SiO
2:Na
2O-Gewichtsverhältnis von
3,27) basiert. Das Gluconat-zu-Silicat-Verhältnis ist optimiert, um die
Temperatur empfindlichkeit des Verzögerer-Gemischs zu verringern.
Bei diesem Beispiel enthält
der Verzögerer
K 7,6 Gew.-% Natriumgluconat, 28,7 Gew.-% Natriumsilicat und 63,7 Gew.-%
Wasser. Es ist zu sehen, dass zwischen 60°C und 100°C die Konzentration des Verzögerers K
nur um 21 % erhöht
zu werden braucht, während
sie für
den Verzögerer
I um 570 % erhöht
werden muss.
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Die
Leistungsfähigkeit
des Verzögerers
K wird mit jener zweier herkömmlicher
Verzögerer
für mittlere Temperaturen
(I und G der Tabelle 2) verglichen, wenn eine lange Zementsäule simuliert
wird, wobei die Temperatur am oberen Ende des Zements 40°C unter der
dynamischen Temperatur auf der Bohrlochsohle (BHCT: Bottom Hole
Circulating Temperature (engl.)) liegt. Es wurden Zementschlämme für eine dynamische
Bohrlochsohlentemperatur von 80°C
und 100°C
entwickelt, wobei auf eine Versteifungszeit von 5 bis 7 Stunden
abgezielt wurde. Die Abbindezeit wurde bei BHCT minus 40 K durch
Wärmeleitungskalorimetrie
gemessen. Die Daten sind in der nachstehenden Tabelle 9 zusammengestellt:
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Tabelle
9: Leistungsvergleich zwischen dem verbesserten Verzögerer K
und zwei herkömmlichen
Verzögerern I
und G für
mittlere Temperaturen
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Es
können
folgende Feststellungen getroffen werden:
- • Verzögerer K:
Die Konzentration braucht nur um 6 % erhöht zu werden, wenn die BHCT
von 80°C
auf 100°C
ansteigt. Der Zement am oberen Ende der Säule beginnt innerhalb von vernünftigen
Zeitdauern (von weniger als einem Tag) auszuhärten.
- • Verzögerer I:
Die Konzentration muss um 80 % erhöht werden, wenn die BHCT von
80°C auf
100°C ansteigt.
Im Vergleich zu dem Verzögerer
K ist die Abbindezeit verlängert,
insbesondere für
den Schlamm, der für
eine BHCT von 100°C
ausgelegt ist.
- • Verzögerer G:
Dieser Verzögerer
ist mit Abstand am temperaturempfindlichsten, da seine Konzentration um
215 % erhöht
werden muss, wenn die BHCT von 80°C
auf 100°C
ansteigt. Als Folge davon ist die Abbindezeit bei 60°C dramatisch
hinausgezögert,
wenn der Schlamm für
eine BHCT von 100°C
ausgelegt ist.
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Die
kürzeren
Abbindezeiten der mit dem Verzögerer
K verzögerten
Zementschlämme
können
auf die Tatsache zurückgeführt werden,
dass:
- • sowohl
bei 40°C
als auch bei 60°C
die Gegenwart von Natriumsilicat die Hydratation des Zements beschleunigt,
wodurch sich seine Abbindezeit verkürzt;
- • Schlämme, die
den Verzögerer
I oder G enthalten, wegen der hohen Konzentration des Verzögerers,
die erforderlich ist, um für
eine angemessene Versteifungszeit bei 100°C zu sorgen, übermäßig verzögert sind, wenn
sie bei 60° getestet
werden.
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Die
Leistungsfähigkeit
des Verzögerers
K wird mit jener eines Hochtemperatur-Verzögerers
D verglichen. In diesem Fall sind die Zementschlämme für eine dynamische Temperatur
auf der Bohrlochsohle (BHCT) von 120°C ausgelegt, und die Abbindezeit
wird bei 40°C,
60°C und
80°C bestimmt.
Die Ergebnisse sind in der Tabelle 10 gezeigt:
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Tabelle
10: Leistungsvergleich zwischen dem verbesserten Verzögerer K
und einem herkömmlichen
Hochtemperatur-Verzögerer
D
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Die
Versteifungszeiten sind ziemlich ähnlich und erlauben einen recht
guten Vergleich zwischen den beiden Verzögerern. Der Zementschlamm mit
dem Verzögerer
D ist nach 204 h bzw. 350 h nicht abgebunden, wenn er bei 80°C bzw. 60°C aushärtet. Bei
40°C wurde
dieses System nicht getestet, da eine zu lange Abbindezeit erwartet
wird. Die Abbindezeit eines mit dem Verzögerer K verzögerten Zementschlamms
ist bei 80°C viel
kürzer
(90 Stunden) und wird erheblich verkürzt, wenn die Temperatur abnimmt;
55 Stunden bei 60°C
und nur 28 Stunden bei 40°C.
Diese Ergebnisse zeigen deutlich, dass bei einer niedrigen Temperatur
die Beschleunigungswirkung von Natriumsilicat der Verzögerungswirkung
des Natriumgluconats entgegenwirkt.
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Die
nachstehenden Tabellen 11 und 12 fassen die Ergebnisse bezüglich der
Versteifungszeit (h:min) zusammen, die mit Ansätzen aus einem Bauzement (OPC
ASTM Typ II) mit dem Verzögerer
K unter verschiedenen Bedingungen erzielt wurden. Der getestete
Schlamm ist jeweils ein reiner Schlamm mit einer Dichte von 1870
kg/m3.
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Tabelle
11: Ergebnisse bezüglich
der Versteifungszeiten von OPC-Schlämmen mit dem Verzögerer K
in verschiedenen Konzentrationen für die Zementansätze A, B
und C und bei 56°C
und 70°C
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Tabelle
12: Festigkeitsentwicklung bei OPC-Schlämmen mit dem Verzögerer K
bei 6 l/t und 71°C
für den
Zementansatz A, 9 l/t und 71°C
für den
Zementansatz E und 9 l/t und 93°C
für den
Zementansatz D
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Sogar
diese von Ölfeld-Zementen
verschiedenen Zemente zeigen eine ausreichende Verzögererkonzentrationsempfindlichkeit,
ein konsistentes Verhalten von einem Ansatz zum anderen und eine
schnelle Festigkeitsentwicklung. Die Verwendung der neuen Verzögerer ermöglicht,
den Zement in ausreichender und vorhersehbarer Weise zu verzögern, sodass
eine Verwendung bei typischen dynamischen Bohrlochsohlentemperaturen,
wie sie bei der Bohrlochzementierung angetroffen werden, möglich ist,
ohne ein frühes
Abbinden, bevor das Einbringen abgeschlossen ist, zu riskieren,
während
sie immer noch ein angemessenes Abbinden bei Oberflächentemperaturen
ermöglichen,
sodass Arbeitsverrichtungen nicht übermäßig verzögert werden.