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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Regelung eines Halbleiterschalters,
genauer gesagt, auf einen verbesserten Betrieb einer Resonanzsteuerschaltung
für einen
Halbleiterschalter. Im Einzelnen bezieht sich die vorliegende Erfindung
auf ein Verfahren zum Betrieb einer Resonanzsteuerschaltung zur
Ansteuerung eines Halbleiterschalters sowie auf einen Steuerschaltkreis
zum Betrieb einer Resonanzsteuerschaltung zur Ansteuerung eines Halbleiterschalters.
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Es
ist bei bekannten Leistungswandlern bekannt, dass die Art der Gatesteuerschaltung,
welche an die Leistungs-MOSFET-Schalter gekoppelt ist, einen entscheidenden
Einfluss, insbesondere bei hohen Frequenzen, auf die Effektivität des Leistungswandlers
hat. Somit wurden verschiedene Treiberschemen entwickelt.
US 4 967 109 offenbart ein
Resonanz-Gatetreiberschema für
einen Hochfrequenzwandler. Der Gatesteuerungs-Leistungsverlust ist proportional zu
der Schaltfrequenz und stellt eine Hauptbegrenzung bei der Konstruktion
von hoch effektiven Leistungswandlern in dem MHz-Bereich dar. Eine
Möglichkeit,
den Gatesteuerungs-Leistungsverlust zu verbessern, ist die Verwendung
einer Resonanz-Gateschaltung, wie in einem Arikel mit dem Titel „A MOS
gate drive with resonant transitions", von D. Maksimovic, 22. Annual IEEE
power electronics specialists conference (PESC), 23. bis 27. Juni
1991, Seiten 523 bis 527, beschrieben. Dieser Artikel beschreibt
eine Gateansteuerung, die eine Quasi-Rechteck-Gate-Source-Spannung
mit niedriger Impedanz zwischen Gate- und Sourceanschluss sowohl
im Ein- als auch im Aus-Zustand
abgibt. Die äquivalente
Gatekapazität
des Leistungs-MOS-Transistors wird in einem Resonanzkreis geladen
und entladen, so dass in der äquivalenten
Gatekapazität
gespeicherte Energie zu der Energiequelle des Treibers zurückgeleitet
wird.
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Resonanz-Gatesteuerschaltungen
dieser Art können
zum Beispiel in der Leistungselektronik bei MOSFETs, welche bei
hohen Schaltfrequenzen arbeiten, verwendet werden. Somit können diese
zum Beispiel in Schaltnetzteilen (SMPS) eingesetzt werden. Ebenso
können
sie Anwendungen mit besonderen Anforderungen in Bezug auf Größe, Ebenheit, EMI
oder Dynamik, wie z.B. Spannungsreglermodule (VRM) für Datenprozesso ren
(MPS), für
Flachdisplays und SMPS für
Audiogeräte
mit AM/FM-Tuner, angepasst werden.
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Bei
hohen Schaltfrequenzen im MHz-Bereich oder höher wird sowohl eine effektive
als auch eine schnelle Ansteuerung der MOSFETs immer wichtiger.
Eine effektive Ansteuerung ist erforderlich, um Gatetreiberverluste
zu reduzieren. Eine schnelle Ansteuerung ist erforderlich, um Schaltverluste
des Leistungstransistors innerhalb akzeptabler Grenzen zu halten.
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Um
eine effektive Ansteuerung zu erreichen, wird der Einsatz von Resonanztreibern,
welche effektiver als beispielsweise Hard-Switching-Treiber (Treiber
für hartes
Schalten) sind, immer wünschenswerter.
Jedoch erreichen bekannte Resonanztreiber nicht die gleiche Schaltgeschwindigkeit
und sind somit oftmals für
Anwendungen, bei denen Schaltfrequenzen in dem MHz-Bereich oder
höher verwendet werden,
nicht geeignet.
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Der
Erfindung liegt als Aufgabe zugrunde, einen verbesserten Betrieb
einer Resonanzsteuerschaltung zur Ansteuerung eines Halbleiterschalters vorzusehen.
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Gemäß einem
exemplarischen Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung kann die obige Aufgabe durch ein Verfahren,
wie in Anspruch 1 dargelegt, zum Betrieb einer Resonanzsteuerschaltung zur
Ansteuerung eines Halbleiterschalters gelöst werden. Gemäß diesem
exemplarischen Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung weist die Treiberschaltung einen ersten
Schalter, um eine Stromversorgung über einen Induktor mit einem Steueranschluss
des Halbleiterschalters zu verbinden, und einen zweiten Schalter
auf, welcher mit dem Steueranschluss des Halbleiterschalters verbunden ist,
um ein Schalten des Halbleiterschalters zu steuern. Gemäß einem
Aspekt dieses exemplarischen Ausführungsbeispiels der vorliegenden
Erfindung wird der Induktor vor Schalten des zweiten Schalters voraufgeladen.
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Vorteilhafterweise
kann auf Grund der Voraufladung des Induktors dem Steueranschluss
des Halbleiterschalters ein höherer
Ausgangsstrom zugeführt
werden, wodurch vorteilhafterweise sowohl ein schnelles als auch
effektives Schalten des Halbleiterschalters vorgesehen werden kann.
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Dieser
verbesserte Betrieb kombiniert die effektive und die schnelle Ansteuerung,
welche für
Anwendungen, bei denen Schaltfrequenzen in dem MHz-Bereich oder
höher verwendet
werden, erforderlich sind.
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Gemäß einem
exemplarischen Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung, wie in Anspruch 2 dargelegt, wird vor
dem Schaltvorgang des zweiten Schalters ein Induktorstrom aufgebaut.
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Gemäß einem
weiteren exemplarischen Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung, wie in Anspruch 3 dargelegt, wird der
Induktorstrom vor Schalten des zweiten Schalters und damit die Voraufladung
des Induktors realisiert, indem vor dem Schaltvorgang des zweiten
Schalters eine Zeitperiode vorgesehen wird, in welcher der erste
und der zweite Schalter eingeschaltet werden.
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Die
Ansprüche
4 bis 7 beschreiben weitere exemplarische Ausführungsbeispiele der vorliegenden
Erfindung. Im Einzelnen wird gemäß dem exemplarischen
Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung, wie in Anspruch 6 dargelegt, ein Verfahren gemäß einem
exemplarischen Ausführungsbeispiel der
vorliegenden Erfindung auf eine Resonanzsteuerschaltung mit vier
Schaltern und einem einfachen und robusten Aufbau angewandt.
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Gemäß einem
weiteren exemplarischen Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung, wie in Anspruch 8 dargelegt, ist ein
Steuerschaltkreis vorgesehen, um eine Resonanzsteuerschaltung zur
Ansteuerung eines Halbleiterschalters zu betreiben. Der Steuerschaltkreis
gemäß diesem
exemplarischen Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung weist einen Schaltregler auf, um das
Schalten des ersten und zweiten Schalters so zu regeln, dass der Induktor
vor einem Schaltvorgang des zweiten Schalters voraufgeladen wird.
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Vorteilhafterweise
kann dieser Steuerschaltkreis bei bekannten Resonanz-Gatesteuerschaltungen
eingesetzt werden und ermöglicht
einen schnellen und effektiven Betrieb des Halbleiterschalters bei hohen
Frequenzen.
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Anspruch
9 sieht ein exemplarisches Ausführungsbeispiel
des Steuerschaltkreises gemäß der vorliegenden
Erfindung vor.
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Es
kann als das Wesentliche eines exemplarischen Ausführungsbeispiels
der vorliegenden Erfindung angesehen werden, dass der Induktor der
Resonanzsteuerschaltung voraufgeladen wird, bevor ein Schalter,
der das Schalten des Halbleiterschalters (wie z.B. eines MOSFETs)
steuert, einen Schaltvorgang ausführt. Auf Grund dessen wird
vor dem Schaltvorgang ein Induktorstrom aufgebaut, welcher bewirkt,
dass ein Ausgangsstrom das Gate der MOSFETs lädt und somit ein schnelleres
Schalten des MOSFETs ermöglicht.
Gemäß einem
Aspekt der vorliegenden Erfindung kann die Voraufladung durchgeführt werden,
indem eine Zeitperiode vorgesehen wird, in welcher ein erster Schalter,
der eine Stromversorgung über
den Induktor mit dem Gate verbindet, und ein zweiter Schalter, der
zur Steuerung einer Schaltung des MOSFETs mit dem Gate des MOSFETs
verbunden ist, eingeschaltet werden.
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Vorteilhafterweise
kann hierdurch ein schneller und effektiver, d.h. leistungsstarker
Betrieb des MOSFETs vorgesehen werden, welcher es ermöglicht,
dass solche Schaltkreise bei VRMs für Datenprozessoren, SMPS für Flachdisplays
oder SMPS für Audiogeräte verwendet
werden können.
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Diese
und weitere Aspekte der vorliegenden Erfindung werden unter Bezugnahme
auf die nachfolgend beschriebenen Ausführungsbeispiele erläutert.
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Ausführungsbeispiele
der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden im Folgenden näher beschrieben.
Es zeigen:
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1 – ein vereinfachtes,
elektrisches Schaltbild einer Resonanz-Gatesteuerschaltung zur Steuerung eines
MOSFETs;
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2 – Zeitdiagramme
zur Erläuterung
eines Betriebs einer Resonanz-Gatesteuerschaltung;
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3 – Zeitdiagramme
eines exemplarischen Ausführungsbeispiels
eines Verfahrens zum Betrieb einer Resonanz-Gatesteuerschaltung
gemäß der vorliegenden
Erfindung.
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1 zeigt
ein elektrisches Schaltbild einer Resonanz-Gatesteuerschaltung zur
Steuerung eines MOSFETs 20, wie z.B. eines Leistungs-MOSFETs, einschließlich eines
Steuerschaltkreises zum Betrieb der Resonanz-Gatesteuerschaltung
gemäß einem exemplarischen
Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung.
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Bezugsziffer 2 in 1 kennzeichnet
eine Energieversorgung, welche eine Speisespannung Vcc erzeugt.
Bezugsziffer 4 kennzeichnet einen ersten Schalter T1, welcher zwischen der Speisespannung Vcc und einem ersten Ende eines Induktors 16 geschaltet
ist. Bezugsziffer 6 kennzeichnet eine Diode D1.
Bezugsziffer 10 kennzeichnet einen zweiten Schalter T2, welcher zwischen Erde und dem ersten Ende
des Induktors L1 16 geschaltet
ist. Parallel zu dem Schalter T2 10 zwischen
Erde und dem ersten Ende des Induktors L1 16 ist
eine weitere Diode D2 12 vorgesehen.
D1 kann die eigenleitende Body-Diode von
T1 sein, wenn T1 ein
MOSFET-Schalter ist. D2 kann die eigenleitende
Body-Diode von T2 sein, wenn T2 ein
MOSFET-Schalter ist. IL ist der Strom, welcher in
den Induktor L1 16 fließt.
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Bezugsziffer 8 kennzeichnet
einen dritten Schalter T3, welcher zwischen
der Speisespannung Vcc und einem zweiten
Ende des Induktors L1 16 vorgesehen
ist. Das zweite Ende des Induktors L1 16 ist ebenfalls
mit einem Gate des MOSFETs 20 verbunden. Bezugsziffer 14 kennzeichnet
einen vierten Schalter T4, welcher zwischen
dem zweiten Ende des Induktors L1 16 und
Erde vorgesehen ist. Zwischen dem zweiten Ende des Induktors L1 16, d.h. dem Gate des MOSFETs 20 und
Erde, parallel zu dem vierten Schalter T4 14,
ist eine Kapazität
CGS 18 dargestellt. Diese kann
entweder lediglich die Darstellung der äquivalenten Gatekapazität des MOSFETs 20 oder
die Summe einer externen Kapazität
plus der Darstellung der äquivalenten
Gatekapazität
des MOSFETs 20 sein. Eine Spannung an der Kapazität CGS 18 wird als VGS bezeichnet.
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Des
Weiteren ist gemäß einem
Aspekt der vorliegenden Erfindung ein Steuerschaltkreis 22 zum Betrieb
der Schaltung des ersten bis vierten Schalters 4, 8, 10 und 14 vorgesehen.
Der erste bis vierte Schalter T1 bis T4 (Bezugsziffern 4, 8, 10 und 14)
können
ebenfalls durch Metall-Oxid-Halbleiter-Feldeffekttransistoren (MOSFETs)
vom Anreicherungstyp dargestellt sein. Jedoch besteht ebenfalls
die Möglichkeit,
zum Beispiel CMOS-Schalter
oder andere geeignete Schalter vorzusehen. Der Steuerschaltkreis
kann zum Beispiel durch eine Ablaufsteuereinheit oder EPLD, wie
z.B. die von Alterra® hergestellten, realisiert
werden und kann durch geeignete Schaltertreiber zwischen dem Steuerschaltkreis 22 und
dem jeweiligen Schalter T1 bis T4 dargestellt sein.
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Ein
Treibersignal, welches den Schaltern T1 bis
T4 von dem Steuerschaltkreis 2 zugeführt wird, kann
eine Frequenz aufweisen, welche sich von hunderten kHz bis zu dem
MHz-Bereich erstreckt. Die Kapazität CGS 18 kann,
in Abhängigkeit
des Frequenzbereichs, in welchem der Schaltkreis betrieben wird,
im Bereich von 0,5 bis 10nF liegen, und der Induktor L1 16 kann
eine Induktanz von 50-1000nH (z.B. 200nH für Cgs = 2nF und 1 MHz) aufweisen.
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Im
Folgenden wird unter Bezugnahme der Zeitdiagramme von 2 ein
exemplarischer Betrieb der in 1 dargestellten
Resonanz-Gatesteuerschaltung beschrieben.
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Das
Zeitdiagramm 30 von 2 zeigt
die Schaltung des ersten und zweiten Schalters T1 und T2 während des
Zeitraumes. Das Zeitdiagramm 32 von 2 zeigt
die Schaltung des dritten und vierten Schalters T3 und T4 während des
Zeitraumes. Das Zeitdiagramm 34 zeigt den entsprechenden
IL während
des Zeitraumes, und das Zeitdiagramm 36 zeigt die Spannung
VGS während
des Zeitraumes.
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Wie
aus 2 ersichtlich, wird der vierte Schalter T4 in den AUS-Zustand versetzt, sobald der MOSFET 20 einzuschalten
ist, und zum gleichen Zeitpunkt t1 wird
der erste Schalter T1 in den EIN-Zustand
versetzt und verbindet das Gate des MOSFETs 20 über den
Induktor L1 16 mit Vcc·Vcc wird von der Energieversorgung 2 abgegeben.
Dieses bewirkt, wie in dem Zeitdiagramm 34 dargestellt,
einen Anstieg des Induktorsstromes IL bis
zu dem Zeitpunkt t2, zu dem der erste Schalter
T1 abgeschaltet und der dritte Schalter
T3 eingeschaltet wird. Bei t2 erreicht der
Induktorstrom IL seinen positiven Spitzenwert.
Zu dem gleichen Zeitpunkt t2 erreicht die
Spannung VGS ihren gewünschten Wert, und der MOSFET 20 wird voll
eingeschaltet. Nach t2 findet die Energierückgewinnung über die
Diode D2 und den dritten Schalter T3 statt, wodurch ein nahezu linearer Abfall
der Induktorspannung IL bewirkt wird. Bei
praktischen Anwendungen kann eine Diode parallel zu T3 das
Risiko einer Überspannung
an der Vgs, welche aus einem ungeeigneten
Timing resultieren könnte,
reduzieren. Diese Überspannung
würde die
Effektivität
des Wandlers reduzieren und könnte
zuweilen sogar destruktiv sein. Diese Diode kann die eigenleitende
Body-Diode von T3 sein, im Falle T3 zum
Beispiel durch einen MOSFET dargestellt ist.
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Somit
ist, wie aus 2 ersichtlich, die Zeitperiode
[t1; t2] erforderlich,
bis die volle Gatespannung des MOSFETs 20 erreicht und
die Schaltung des MOSFETs 20 abgeschlossen ist. Damit verlangsamt
der Induktor LL, wie dem Zeitdiagramm 34,
welches den Induktorstrom IL zeigt, zu entnehmen
ist, den Ladungsfluss in das Gate des MOSFETs 20 und dadurch
den Anstieg der Gatespannung VGS und somit
die Schaltung des MOSFETs 20.
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Bei
t3 wird der dritte Schalter T3 abgeschaltet und
der zweite Schalter T2 eingeschaltet. Dadurch wird
ein Anstieg des Induktorstromes IL bewirkt,
welcher dieses Mal in die andere Richtung als in der Zeitperiode
[t1; t2] fließt. Dadurch
fällt die
Gatespannung VGS von t3 an
ab, bis sie bei t4 Null erreicht, der Induktorstrom
IL zu diesem Zeitpunkt seinen Spitzenwert erreicht
und der zweite Schalter T2 abgeschaltet
und der vierte Schalter T4 eingeschaltet
wird. Bei praktischen Anwendungen kann eine Diode parallel zu T4 die Gefahr einer negativen Überspannung
an der Vgs, welche aus einem ungeeigneten
Timing resultieren könnte,
reduzieren. Diese Überspannung
würde die Effektivität des Wandlers
reduzieren und könnte
zuweilen sogar destruktiv sein. Diese Diode kann die eigenleitende
Body-Diode von T4 sein, im Falle T4 zum Beispiel durch einen MOSFET dargestellt
ist.
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Somit
ist, wie 2 zu entnehmen ist, die Zeitperiode
zwischen [t3; t4] erforderlich, bis die Gatespannung VGS Null
erreicht hat, und es nimmt infolgedessen eine relativ lange Zeit
in Anspruch, bis der MOSFET 20 abgeschaltet wird. Trotz
der Tatsache, dass ein solcher Betrieb sehr effektiv gegenüber Verlusten
ist, ermöglicht
dieser somit nicht den Betrieb bei hohen Frequenzen, da der Induktor
L1 den Anstieg und den Abfall der Gatespannung
VGS verlangsamt.
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3 zeigt
ein Verfahren zum Betrieb der Resonanz-Gatesteuerschaltung gemäß der vorliegenden
Erfindung, welches, wie oben angegeben, mit dem Steuerschaltkreis 22 gemäß einem
exemplarischen Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung, der den ersten bis vierten Schalter
T1 bis T4 steuert,
um einen Schaltvorgang auszuführen,
wie in den Zeitdiagrammen 40 bis 46 von 3 dargestellt, realisiert
werden kann. Wie oben angegeben, kann der Steuerschaltkreis als
eine Ablaufsteuereinheit oder EPLD mit geeigneten Treibern zum Betrieb
des ersten bis vierten Schalters T1 bis
T4, als eine Digitalschaltung mit Verstärkern zur
Ansteuerung des jeweiligen ersten bis vierten Schalters T1 bis T4 oder als eine
geeignete Analogschaltung ausgeführt
sein.
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Das
Zeitdiagramm 40 zeigt die Schaltung des ersten und zweiten
Schalters T1 und T2 während des
Zeitraumes, während
das Zeitdiagramm 42 die Schaltung des dritten und vierten
Schalters T3 und T4 während des
Zeitraumes zeigt. Das dritte Zeitdiagramm 44 zeigt den
Induktorstrom IL während des Zeitraumes, während das
vierte Zeitdiagramm 46 die Gatespannung an dem Kondensator
CGS 18 während des Zeitraumes zeigt.
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Wie
aus 3 ersichtlich, wird der erste Schalter T1 zum Zeitpunkt t5 eingeschaltet,
bevor der vierte Schalter T4 zum Zeitpunkt
t6 ausgeschaltet wird. Hierdurch wird eine Überlappungszeit
vorgesehen, in welcher sowohl der erste Schalter T1 als
auch der vierte Schalter T4 eingeschaltet
wird. Dieses bewirkt, wie in dem Zeitdiagramm 44 durch
IL dargestellt, eine Voraufladung des Induktors
L1 16. Mit anderen Worten, bevor
der vierte Schalter T4 ausgeschaltet wird,
was in der Steuerung der Schaltung des MOSFETs 20 resultiert,
wird der erste Schalter T1 eingeschaltet,
wodurch eine Voraufladung des Induktors L1 16
bewirkt wird. Diese Voraufladung wird durch Aufbau eines Induktorstroms
während
der Zeiträume
[t5; t6] realisiert,
bevor der tatsächliche
Schaltvorgang des MOSFETs 20 stattfindet, welcher durch Schließen des
vierten Transistors T4 bei t6 folgt.
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Mit
anderen Worten, die Voraufladung des Induktors L1 16 erfolgt,
indem ein Überlappungszeitraum
vorgesehen wird, in welchem der erste Schalter T1 und
der vierte Schalter T4 eingeschaltet werden.
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Nach
erfolgter Schaltung des vierten Schalters T4 bei
t6 steigt der Induktorstrom IL dann
bei t7 bis zu seinem Spitzenwert an, wobei
der erste Schalter T1 ausgeschaltet wird
und die Gatespannung Vgs ihren gewünschten
Pegel erreicht.
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Wie
ein Vergleich zwischen [t1; t2]
und [t6; t7] zeigt,
ist die Zeitperiode [t6; t7]
signifikant kürzer
als die Zeitperiode [t1; t2].
Somit kann die zur Schaltung des MOSFETs 20 erforderliche,
tatsächliche
Schaltzeit gemäß dem in 3 dargestellten,
exemplarischen Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung signifikant reduziert werden. Wie oben
beschrieben, geschieht dieses, indem eine Überlappungszeit des ersten
Schalters T1 und des vierten Schalters T4 vorgesehen wird. Auf Grund dessen wird,
beginnend bei t5 vor dem Schaltvorgang bei
t6, der Induktorstrom IL aufgebaut.
Im Vergleich zu 2 lädt auf Grund dessen ein wesentlich
höherer
Ausgangsstrom das Gate, wodurch ein wesentlich schnelleres Laden
der Gatekapazität
Cgs 18 ermöglicht wird.
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Vorteilhafterweise
kann durch Ausführung des
Schaltvorgangs, wie unter Bezugnahme auf 3 beschrieben,
eine sehr effektive Schaltung, selbst bei hohen Frequenzen, durchgeführt werden. Ebenso
ist, wie ein Vergleich von VGS eines Zeitdiagramms 36 in 2 mit
dem Zeitdiagramm 46 in 3 zeigt,
der Spannungsanstieg zwischen t6 und t7 signifikant steiler als der Spannungsanstieg
zwischen t1 und t2.
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Bei
t8 wird der zweite Schalter T2 eingeschaltet,
bevor der dritte Schalter T3 bei t9 ausgeschaltet wird. Hierdurch wird eine Überlappungszeitperiode von
t8 bis t9 vorgesehen,
in welcher der zweite Transistor T2, der
das Gate des MOSFETs 20 über den Induktor L1 16 mit
Erde (der Energieversorgung 2) verbindet, und der mit dem
Gate des MOSFETs 20 verbundene, dritte Schalter T3, der den Schaltvorgang des MOSFETs 20 steuert,
eingeschaltet werden. Dadurch wird der Induktor L1 16 durch
Aufbau des Induktorstroms IL voraufgeladen.
Sodann wird bei t9 der dritte Transistor
T3 abgeschaltet. Dieses bewirkt, wie dem Zeitdiagramm 46 entnommen
werden kann, einen steilen Abfall der Gatespannung VGS.
Des Weiteren wird dadurch bewirkt, dass der Induktor L1 16 bis zum
Zeitpunkt t10 weiter geladen wird, wobei
dann der zweite Transistor T2 abgeschaltet,
der vierte Transistor T4 eingeschaltet wird,
der Induktorstrom IL seinen Spitzenwert
erreicht und die Gatespannung VGS gegen
Erde ist. Wie dem Zeitdiagramm 44 entnommen werden kann,
fällt der
Induktorstrom IL nach t10 dann nahezu
linear auf Null ab.
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Wie
ein Vergleich der Zeitperiode [t9; t10] mit der Zeitperiode [t3;
t4] des in 2 dargestellten
Zeitdiagramms zeigt, ist die Zeitperiode [t9;
t10] signifikant kürzer als die Zeitperiode [t3; t4]. Somit ist
der Spannungsabfall der Spannung VGS während der
Zeitperiode [t9; t10]
signifikant steiler als während
der Zeitperiode [t3; t4].
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Wie 3 entnommen
werden kann, kann ein sehr schneller und effektiver Schaltvorgang
(Abschaltung) erreicht werden, indem zwischen dem zweiten Schalter
T2 und dem dritten Transistor T3 eine Überlappungszeit
vorgesehen wird. Dadurch wird während
der Zeitperiode [t8; t9]
vor dem Schaltvorgang bei t9 ein Induktorstrom
IL aufgebaut. Auf Grund dessen lädt ein wesentlich
höherer
Ausgangsstrom IL das Gate des MOSFETs 20,
wodurch ein wesentlich schnelleres Laden der Gatekondensatoren CGS 18 ermöglicht wird.
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Gemäß einem
Aspekt der vorliegenden Erfindung wird die Voraufladung so vorgenommen, dass
der Induktorstrom IL vor Schalten der die
Schaltung von MOSFET 20 steuernden, jeweiligen Schalter
T3 und T4 in etwa
die Hälfte
seines Spitzenwertes erreicht.
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Somit
ist, wie oben beschrieben, ein Verfahren zum Betrieb einer Resonanz-Gatesteuerschaltung
zur Ansteuerung eines MOSFETs sowie ein Steuerschaltkreis zur Steuerung
der Schalter einer Resonanz-Gatesteuerschaltung gemäß exemplarischen
Ausführungsbeispielen
der vorliegenden Erfindung vorgesehen, welche eine Kombination aus schneller
Schaltung und sehr hoher Effektivität ermöglichen. Vorteilhafterweise
ist dadurch der Einsatz der Resonanz-Gatesteuerschaltung in z.B.
Leistungselektronik mit MOSFETs, welche bei hohen Schaltfrequenzen
arbeiten, möglich.
Sie kann z.B. vorteilhafterweise in SMPS mit besonderen Anforderungen,
wie z.B. Ebenheit, Größe, EMI
oder Dynamik, verwendet werden. Exemplarische Anwendungsgebiete
sind zum Beispiel VRMs für
Datenprozessoren, SMPS für
Flachdisplays oder SMPS für Audiogeräte.
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An
Stelle der Verwendung von MOSFETs, wie in den obigen exemplarischen
Ausführungsbeispielen
verwendet, ist die vorliegende Erfindung ebenfalls auf nahezu alle
spannungsgesteuerten Halbleiterschalter, wie z.B. IGBTs, anwendbar.
Des Weiteren kann die vorliegende Erfindung auf stromgesteuerte
Halbleiterschalter, wie z.B. Bipolartransistoren, Thyristoren und
Triaks, angewandt werden.
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Inschrift der Zeichnung
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2
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- Energy recovery via D2 + T3 –
Energierückgewinnung über D2 +
T3
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- Energy recovery via D1 and T4 –
Energierückgewinnung über D1 und
T4
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3
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- Overlap time –
Überlappungszeit
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- pre-charge of L1 –
Voraufladung
von L1
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- steeper initial voltage slope –
steilerer Ausgangsspannungsanstieg