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Die
Peptid-Vakzination oder -Immuntherapie ist ein therapeutischer Ansatz,
der derzeit Gegenstand eines großen Interesses im Rahmen der
Prävention
oder der Behandlung von viralen Pathologien oder Krebspathologien
ist. Ihr Prinzip beruht auf der Immunisierung durch Peptide, die
T-Epitope von viralen oder tumoralen Antigenen reproduzieren, welche
von cytotoxischen T-Zellen (CTL), im Allgemeinen vom CD8+-Typ, erkannt
werden, die eine Hauptrolle bei der Eliminierung der Zellen spielen,
die diese Antigene an ihrer Oberfläche exprimieren.
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Man
wird sich erinnern, dass die CTL nicht die ganzen Proteinantigene
erkennen, sondern Peptidfragmente dieser, die 8 bis 10 Aminosäuren umfassen,
die von den Molekülen
des Haupthistokompatibilitätskomplexes-Klasse
I (MHC I), die an der Oberfläche
verschiedener Zellen exprimiert werden, präsentiert werden. Die Präsentation
dieser Peptide resultiert aus einem komplexen Prozess, der als „Prozessierung
des Antigens" („apprêtement
de l'antigène") bezeichnet wird,
der 3 Hauptstufen impliziert:
- – den cytosolischen
Abbau der Antigenproteine durch einen Multienzymkomplex, der Proteasom
genannt wird;
- – die
Translokation der Peptide, die aus diesem Abbau stammen, in das
endoplasmatische Retikulum (ER) durch die TAP-Transporter;
- – die
Assoziation dieser Peptide mit den 2 MHC I-Ketten, um stabile MHC
I/Peptid-Komplexe
zu bilden, die an die Zelloberfläche
exportiert werden;
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Die
MHC I/Peptid-Komplexe Wechselwirken mit den Rezeptoren für das Antigen
(TCR), die den T-Lymphozyten entsprechen. Diese Wechselwirkung induziert
die Stimulation dieser Lymphozyten und ihre Zellteilung (klonale
Proliferation), die zu der Erzeugung der Effektorlymphozyten führt, die
denselben TCR tragen, welche die Eliminierung des Aggressors, gegen
dessen Antigene die Immunantwort induziert wurde, sicherstellen
werden.
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Im
Verlauf des Prozessierungsverfahrens erfolgt eine Selektion der
Peptide, die zu einer Präsentationshierarchie
durch den MHC I an der Oberfläche
der Zelle führt.
Die Repräsentation
der Epitope an der Zelloberfläche
wird insbesondere von der Stabilität des Antigenproteins im Cytosol,
den Stellen und der Häufigkeit der
Spaltungen, die durch das Proteasom durchgeführt werden, der Wirksamkeit
der Translokation im ER durch die TAP-Transporter und insbesondere
von der Fähigkeit
der Peptide, an verschiedenen Molekülen des MHC I zu binden und
stabile Peptid/MHC I-Komplexe zu bilden, abhängen.
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Die
Peptide, die vorzugsweise durch den MHC am Ende des Prozessierungsverfahrens
präsentiert werden,
bilden immundominante Epitope, die die Hauptteilnehmer an der CTL-Reaktion auf native
Antigene sind, aus denen sie hervorgegangen sind. Dagegen bilden
die Peptide, die nur schwach präsentiert
werden, subdominante/kryptische Epitope, die nur wenig oder gar
nicht an dieser Reaktion bzw. Antwort beteiligt sind.
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Es
wurde vorgeschlagen, Peptide, die diesen, durch den MHC I präsentierten,
entsprechen, zu verwenden, um eine Schutzantwort, insbesondere gegen
virale oder tumorale Antigene, zu induzieren.
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So
wurde gezeigt, dass Vakzine, die auf immundominanten Peptiden basieren,
im Allgemeinen auf der Basis ihrer starken Affinität für die MHC
I-Moleküle
ausgewählt
wurden, in zahlreichen experimentellen Mäusemodellen und neuerdings
bei den Menschen einen antiviralen oder antitumoralen Schutz gewährleisten
können
[SCHULTZ et at., Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 88, 991 (1991); KAST
et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 88, 2283, (1991); MARCHAND et
al., Int. J. Cancer, 80, 219, (1999); ROSENBERG et al., Nature Med.,
4, 321, (1998)].
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Unterdessen
wurde kürzlich
auch gezeigt, dass die Vakzination bzw. Impfung mit immundominanten Peptiden
sich in einigen Fällen
als unwirksam erweisen könnte.
Während
der chronischen Infektion mit einem Virus, dessen Mutationsgrad
erhöht
ist, wie z. B. HIV oder HBV, begünstigt
so der Selektionsdruck, der durch die natürliche antivirale CTL-Reaktion
auferlegt wird, das Überleben
von Varianten, die in der Sequenz ihrer immundominanten Peptide
mutiert sind. Diese Varianten werden durch CTL, die für immundominante
Epitope spezifische sind, nicht mehr erkannt [KLENERMAN et al.,
Nature, 369, 403, (1994); BERTOLETTI et al., Nature, 369, 407, (1994);
MOSKOPHIDIS und ZINKERNAGEL, J. Virol., 69, 2187, (1995); BORROW
et al., Nat. Med., 3, 205, (1997); GOULDER et al., Nat. Med., 3,
212, (1997)].
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Auch
im Fall von Tumoren, die erhöhte
Konzentrationen an Proteinen exprimieren, die auch in normalen Geweben
exprimiert werden und die „Autoantigene" bilden, kann sich
ein Toleranzphänomen
entwickeln. Diese Toleranz betrifft hauptsächlich die immundominanten
Epitope mit starker Affinität
für MHC.
Die Stimulation des Repertoires an CTL, das spezifisch für diese
Epitope ist, scheint nicht der beste Weg zu sein, um einen wirksamen
antitumoralen Schutz zu erhalten.
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So
wurde die Verwendung von subdominanten/kryptischen Epitopen mit
schwacher Affinität
für den MHC
vorgeschlagen. Im Fall der antiviralen Vakzination können diese
Epitope, die keinem ähnlichen
Selektionsdruck unterliegen, wie immundominante Epitope, nützliche
Ziele darstellen, um Viren des Wildtyps sowie ihre Varianten zu
eliminieren. Im Fall der antitumoralen Vakzination sind Epitope
mit schwacher Affinität
wenig oder nicht an der Entwicklung der Toleranz beteiligt, das
Repertoire an antitumoralen spezifischen CTL dieser Epitope könnte für eine in
vivo-Rekrutierung verfügbar
bleiben.
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Während früherer Arbeiten
hat die Gruppe der Erfinder [OUKKA et al., J. Immunol., 157, 3039,
(1996)] gezeigt, dass es möglich
ist, subdominante/kryptische Peptide als antivirale Vakzination
zu verwenden. Sie haben auch beobachtet, dass die Wirksamkeit eines
durch subdominante/kryptische Epitope induzierten Schutzes derjenigen
unterlegen ist, die mit der Vakzination durch das dominante Peptid
erhalten wird, dass sie aber erhöht
werden kann, indem diese Peptide durch Erhöhung ihrer Affinität für den MHC
I immunogener gemacht werden [TOURDOT et al., J. Immunol., 159,
2391, (1997)].
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Die übliche Strategie
zur Erhöhung
der Immunogenität
von viralen oder tumoralen Epitopen besteht darin, ihre Affinität für den MHC
I und/oder die Stabilität
des Komplexes Peptid/MHC I durch Substitution bzw. Austausch von
Aminosäuren
zu erhöhen.
Es wurde in der Tat beobachtet, dass die Peptide, die fähig sind,
mit einem gegebenen MHC-Allel einen Komplex zu bilden, das Vorliegen
von konservierten Aminosäureresten
in bestimmten Positionen gemeinsam haben. So wurde für jedes
Allel des MHC I ein spezifisches Verankerungsmotiv identifiziert,
das Aminosäuren
impliziert, die als „primäre Verankerungsreste" bezeichnet werden.
Es wurde auch gezeigt, dass Reste, die außerhalb der Verankerungsstellen
liegen (sekundäre
Verankerungsreste) eine günstige
oder ungünstige
Wirkung auf die Affinität
des Peptids für
den MHC ausüben
können;
das Vorliegen dieser sekundären
Verankerungsreste erlaubt es, zu erklären, dass im Inneren der Peptide,
die dasselbe spezifische Verankerungsmotiv eines gegebenen MHC I
besitzen, eine große
Variabilität
in der Fixierungsaffinität
existiert und dass Peptide, die das vollständige primäre Verankerungsmotiv nicht
haben, durch die MHC I-Moleküle
präsentiert
werden können
und für
diese Moleküle
eine starke Affinität
besitzen.
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So
ist es zahlreichen Arbeitsgruppen gelungen, die Immunogenität von Peptiden,
die als potentielle virale oder tumorale Immunogene identifiziert
wurden, zu verstärken,
indem sie ihre Affinität
für den
MHC I erhöhten
LIPFORD et al. [Vaccine, 13, 313, (1995)] haben zum Beispiel für die Maus
gezeigt, dass die Substitution bzw. der Austausch von D durch I
in Position 2 des Peptids auf dem Epitop 50–57 von Ag 136.1 des Papillomavirus,
präsentiert
durch das Molekül
Kb, die Stabilität der mit dem Molekül Kb gebildeten Komplexe erhöht und das Epitop in vivo immunogen
macht, dass die induzierten CTL, die durch das Papillomavirus transformierten
Zellen erkennen. BRISTOL et al. [J. Immunol., 160, 2433, (1998)]
zeigten auch, dass der Ersatz des Restes V in der C-terminalen Position
des Epitops 4–12
des mutierten Oncogens Ras p21 durch I oder L, die die spezifischen
Verankerungsaminosäuren
in Position 9 des Moleküls
Kd sind, die Induktion einer spezifischen CTL-Antwort
bei den BALG/c-Mäusen
erlaubte. HUDRISIER et al. [Mol. Immunol., 32, 895, (1995)] haben
die Reste des Peptids SMIENLEYM (SEQ ID NO: 1) identifiziert, die
in die Bindung an das Molekül
Db eingreifen, und haben eine Reihe von
Peptiden mit starker Affinität
produziert, und zwar Derivate der Sequenz X1AIX4NAEAL (SEQ ID NO: 2), worin X1 =
Y oder K und X4 = E oder K.
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POGUE
et al. [Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 92, 8166, (1995)] haben beim
Menschen Aminosäuren
in verschiedenen Position des immunogenen Epitops 767–484 der
inversen Transkriptase des HIV-1-Virus, präsentiert durch das Molekül HLA A2.1
mit starker Affinität,
substituiert und gezeigt, dass die Substitution durch Y oder F im
Rest in Position 1, die schon starke Affinität des Peptids und seine Fähigkeit
CTL ausgehend von PBL von seropositiven Spender, die das Allel HLA
A2.1 besitzen, erhöht.
PARKHURST et al. [J. Immunol., 157, 2539, (1996)] haben einzelne
Substitutionen in den Positionen 1, 2, 3 oder doppelte Substitutio nen
in den Positionen 1 und 2 oder 2 und 3 in den immunogenen Epitopen
gpl00 209, gp100 280 und gp100 154 von Ag gp100, assoziiert mit
Melanom, durchgeführt
und haben gezeigt, dass die modifizierten Epitope gp100 209 2M und
gp100 280 9V eine stärkere
Affinität
als das nicht-modifizierte Epitop haben. BAKKER et al. [Int. J.
Cancer, 70, 302, (1997)] haben durch Substitution an einer der Verankerungspositionen
(Position 2) oder außerhalb der
Verankerungspositionen (Position 8) Varianten des Epitops gp100
154, die eine stärkere
Affinität
als das native Epitop besitzen, erhalten. SAROBE et al. [J. Clin.
Invest., 102, 1239, (1998)] haben eine immunogene Variante des Epitops
C7A des Kernproteins des HCV-Virus, das durch HLA A2.1 präsentiert
wird, erhalten. VALMORI et al. [J. Immunol., 160, 1750, (1988)]
haben ein Derivat mit starker Affinität des Epitops 26–35 des Antigens
von Melanom MART-1, präsentiert
durch HLA A2.1, erhalten. MICHELETTI et al. [Eur. J. Immunol. 1999,
29, 2579] haben einfache oder doppelte Substitutionen bzw. Austausche
in den Positionen 1 und/oder 3 des Peptids CLG durchgeführt, das
von dem Protein LMP-2 des EBV-Virus stammt. In seiner nativen Form hat
dieses Peptid eine starke Affinität für das Molekül des MHC und ist immunogen.
Die Autoren haben beobachtet, dass die Varianten A3 und Y1-A3, die
von dem Peptid CLG stammen, eine stärkere Affinität als das native
Peptid haben und eine stärkere
immunologische Reaktion stimulieren.
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Es
scheint somit möglich,
die Immunogenität
von subdominanten/kryptischen Epitopen zu erhöhen, um sie als Immuntherapie
zu verwenden. Allerdings erfordert dies eine vorherige Identifizierung
dieser Epitope. Nun bleibt dies gerade aufgrund ihrer schwachen
Immunogenität
problematisch.
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Mit
dem Ziel, dieses Problem zu lindern, haben die Erfinder untersucht,
ob es möglich
wäre, allgemeine
Regeln für
den Austausch bzw. die Substitution von Aminosäuren zu definieren, die es
erlauben würden, die
Affinität
und somit die Immunogenität
der Mehrzahl der tumoralen Epitope, die durch MHC (durch die Moleküle HLA A2.1)
präsentiert
werden, zu erhöhen
und sie haben untersucht, ob sie die spezifischen Verankerungsaminosäuren dieses
Moleküls
besitzen oder nicht, und zwar allgemein unabhängig von ihrer Ursprungssequenz.
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Die
Erfinder haben so festgestellt, dass die einzige Substitution bzw.
der alleinige Austausch der N-terminalen Aminosäure durch einen Tyrosinrest,
ungeachtet der nativen Sequenz des Peptids, die Affinität dieses Peptids
für die
HLA-Moleküle
der Klasse I und insbesondere für
das Molekül
HLA A2.1 erhöht
und die Stabilität des
gebildeten Komplexes Peptid/MHC I erhöht und das in einem Verhältnisanteil,
der umso bedeutender ist, je schwacher die Affinität des nativen
Peptids war. Sie haben außerdem
beobachtet, dass die so modifizierten Peptide die antigene Spezifität der natürlichen
Peptide konservierten und immunogen wurden und fähig waren, in vivo ein CTL-Repertoire
zu rekrutieren, das für
das entsprechende native Peptid spezifisch ist.
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Gegenstand
der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Identifizierung
von subdominanten/kryptischen Epitopen, die durch das Klasse I-Molekül HLA A2.1
präsentiert
werden, dadurch gekennzeichnet, dass es wenigstens die folgenden
Stufen umfasst:
- a) Auswahl aus der Sequenz
eines Proteins, gegen das man eine cytotoxische T-Antwort induzieren
möchte,
wenigstens einer Peptidsequenz mit 8 bis 11 Aminosäuren, die
das primäre
Verankerungsmotiv des Moleküls
HLA A2.1 ganz oder einen Teil davon besitzt und eine solche ist,
dass der Komplex dieses Peptids mit dem Molekül HLA A2.1 eine DC50 von unter
2 Stunden besitzt;
- b) für
jede ausgewählte
Sequenz Herstellung eines varianten Peptids, das von der genannten
Sequenz durch Substitution bzw. Ersatz der N-terminalen Aminosäure durch
einen Tyrosinrest abgeleitet wird;
- c) Bestimmung der Immunogenität jedes varianten Peptids,
das in Stufe b) erhalten wurde, durch Selektion jedes immunogenen
Peptids unter diesen, das eine spezifische CTL-Antwort gegenüber Targetzellen
erzeugt, die das Protein exprimieren, das aus der in Stufe a) ausgewählten Peptidsequenz
stammt, und Identifizierung der Peptidsequenz, von der das immunogene
Peptid abgeleitet ist.
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Im
Rahmen der Beschreibung der vorliegenden Erfindung versteht man
unter „immunogenem
Peptid" ein Peptid,
das fähig
ist, eine spezifische CTL-Antwort zu induzieren, und unter „nicht-immunogenem
Peptid" ein Peptid,
das unfähig
ist, eine spezifische CTL-Antwort zu induzieren.
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Die
Wahl der Peptidsequenzen, die fähig
sind, Epitope zu bilden, die durch ein Klasse I-HLA-Molekül, HLA A2.1, präsentiert
werden, kann in klassischer Weise durch Analyse der Peptidsequenz
des gewählten Proteins
erfolgen, um die Peptide auszuwählen,
die das ganze primäre
Verankerungsmotiv eines Moleküls HLA
A2.1 oder einen Teil davon besitzen (L in Position 2 und/oder V/L
in C-terminaler Position). Man wird selbstverständlich die Peptide, die als
Immunogene bekannt sind, eliminieren. Gegebenenfalls wird man eine komplementäre Auswahl
der Peptide durchführen
können,
deren potentielle Bindungsfähigkeit
an HLA A2.1, die durch Computeranalyse vorausgesagt wurde, am schwächsten zu
sein scheint. Algorithmen, die zu diesem Zweck verwendbar sind,
sind an sich bekannt; man kann z. B. zwei nennen, die von PARKER
et al. [J. Immunol., 152, 163, (1994)] beschrieben wurden.
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Diese
Analyse wird vorteilhafterweise durch die experimentelle Bestimmung
der Bindungsaffinität
des Peptids für
HLA A2.1 und der Bestimmung der Stabilität des Komplexes Peptid/HLA
A2.1 vervollständigt
werden können.
Nicht-immunogene Peptide weisen am häufigsten eine schwache Affinität für Klasse
I-HLA auf und/oder bilden mit diesem einen wenig stabilen Komplex.
Verfahren zur Bestimmung der Affinität des Peptids für HLA A2.1
und der Stabilität
des gebildeten Komplexes sind an sich bekannt. Man wird z. B. das
von FIRAT et al. [Eur. J. Immunol., 29, 3112, (1999)] beschriebene
nennen.
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Die
Affinität
eines Peptids für
Klasse I-HLA, insbesondere HLA A2.1, wird am häufigsten im Bezug zu einer
eines Referenzpeptids in Form der relativen Affinität definiert.
Die relative Affinität
ist als das Verhältnis der
Konzentration des Peptids, das die Bildung einer bestimmten Menge
des Komplexes Peptid/Klasse I-HLA erlaubt, zu der Konzentration
des Referenzpeptids, das unter denselben Bedingungen die Bildung
derselben Menge an Peptid/Klasse I-HLA erlaubt. In diesem Fall gilt,
je höher
die relative Affinität
ist, desto schwächer wird
die Affinität
der Bindung des Peptids für
Klasse I-HLA sein.
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Zum
Beispiel werden für
einen Komplex Peptid/HLA A2.1, nimmt man das Peptid mit der Sequenz
IVGAETFYV (SEQ ID NO: 3) als Peptidreferenz, mehr als 84% der nicht-immunogenen Peptide
häufig
eine relative Affinität
von über
10 haben.
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Die
Stabilität
des Komplexes Peptid/HLA A2.1 wird oft durch DC50 definiert, welches
die Zeit darstellt, die zur Dissoziation von 50% der gebildeten
Komplexe notwendig ist. Im Allgemeinen ist diese Zeit für die nicht-immunogenen
Peptide unter 2 Stunden. [VAN DER BURG et al., J. Immunol., 156,
3308 (1996)].
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Wenn
ein durch HLA A2.1 präsentiertes
Peptid eine relative Affinität
(bezüglich
HIVpol 589) von über 10
und einen DC50-Wert von unter 2 Stunden besitzt, wird es sehr wahrscheinlich
nicht-immunogen sein.
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Die
Immunogenität
der Peptide, die in der Stufe c) zurückgehalten werden, wird in
einfacher Weise z. B. durch klassische Verfahren der Bestimmung
der Fähigkeit
des Peptids, in vivo, ex vivo oder in vitro, eine spezifische CTL-Antwort
gegenüber
Targetzellen, die das Protein exprimieren, von dem es stammt, zu
erzeugen, verifiziert werden.
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Sobald
diese Wahl durchgeführt
ist, werden die varianten Peptide, die von Sequenzen abgeleitet
sind, die durch Substitution der N-terminalen Aminosäure durch
einen Tyrosinrest erhalten werden, sehr leicht hergestellt werden,
und zwar insbesondere durch Peptidsynthese nach klassischen Techniken,
die dem Fachmann gut bekannt sind.
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Vor
der Detektion der Immungenität
dieser varianten Peptide, die in Stufe c) des Verfahrens gemäß der Erfindung
durchgeführt
wird, umfasst das Verfahren eine Vorselektion der varianten Peptide
durch die Bestimmung der relativen Affinität des Peptids für ein Molekül HLA A2.1
und/oder der Stabilität
des gebildeten Komplexes Peptid/Klasse I-HLA und eine Selektion
der varianten Peptide, die eine relative Affinität für HLA A2.1 aufweisen, die unter
der der nativen Peptide ist, von denen sie abgeleitet sind, und/oder
die einen DC50-Wert von über
2 Stunden aufweisen.
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Jedes
Peptid, das diesen Kriterien entspricht, kann dann getestet werden,
um zu untersuchen, ob es ein spezifisches CTL-Repertoire des nicht-immunogenen
nativen Peptids, von dem es abgeleitet ist, induzieren kann und
ob es fähig
ist, insbesondere die Lyse der Targetzellen, die das native Protein
exprimieren, von dem dieses nicht-immunogene Peptid stammt, nach
sich zu ziehen.
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Wenn
dieser Test positiv ist, kann man davon ausgehen, dass dieses nicht-immunogene
native Peptid ein subdominantes/kryptisches Epitop, präsentiert
durch HLA A2.1, des genannten Antigens darstellt.
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Die
Durchführung
des obigen Verfahrens hat es den Erfindern erlaubt, neue subdominante/kryptische Epitope,
die durch HLA A2.1 präsentiert
werden, des Tumorantigens HER-2/neu, der katalytischen Untereinheit
der Telomerase (TERT) und des HIV-1-Virus zu identifizieren.
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Diese
subdominanten/kryptischen Epitope sind die Folgenden:
Für HER-2/neu:
das
Peptid HER-2/neu 650: PLTSIISAV (SEQ ID NO: 4)
das Peptid HER-2/neu
466: ALIHHNTHL (SEQ ID NO: 5)
das Peptid HER-2/neu 402: TLEEITGYL
(SEQ ID NO: 6)
das Peptid HER-2/neu 391: PLQPEQLQV (SEQ ID
NO: 7)
Für
HIV-1:
das Peptid gagp24-212: EMMTACQGV (SEQ ID NO: 8)
das
Peptid po179: LLDTGADDTV (SEQ ID NO: 9)
Für die katalytische Untereinheit
der Telomerase (TERT):
das Peptid mhp 572: RLFFYRKSV (SEQ ID
NO: 10)
das Peptid mhp 988: DLQVNSLQTV (SEQ ID NO: 11)
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Gegenstand
der vorliegenden Erfindung sind auch immunogene Peptidepitope, die
von subdominanten/kryptischen Epitopen abgeleitet sind, die durch
Durchführung
des Verfahrens gemäß der Erfindung
identifiziert werden können,
und insbesondere subdominante/kryptische Epitope von HER/neu, des
HIV-1-Virus und der katalytischen Untereinheit der Telomerase (TERT),
die oben genannt wurden.
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Ein
peptidisches immunogenes Epitop gemäß der Erfindung kann durch
verschiedene Modifikationen der Peptidsequenz des subdominanten/kryptischen
Epitops, von dem es stammt, erhalten werden. In ganz vorteilhafter
Weise umfassen diese Modifikationen wenigstens den Austausch der
N-terminalen Aminosäure durch
einen Tyrosinrest. Es kann sich insbesondere um ein variantes Peptid
handeln, das am Ende der Stufe c) des Verfahrens gemäß der Erfindung
ausgewählt
wurde oder gegebenenfalls ganz von dem stammen, das andere Sequenzmodifikationen
umfasst, die es möglich
machen, dass seine Immunogenität
zunimmt.
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Gegenstand
der vorliegenden Erfindung sind auch Zusammensetzungen, die wenigstens
ein immungenes Peptidepitop gemäß Anspruch
4 umfassen.
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Die
immunogenen Peptidepitope gemäß der Erfindung
sind in allen Immuntherapie-Behandlungen verwendbar,
für die
es wünschenswert
ist, eine CTL-Reaktion zu induzieren, die gegen die subdominanten/kryptischen
Epitope gerichtet ist, und sie sind insbesondere im Rahmen der antiviralen
oder antitumoralen Therapie einsetzbar.
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Vorteilhafterweise
handelt es um Multiepitopzusammensetzungen, die fähig sind,
eine polyspezifische CTL-Antwort zu erzeugen und die zu diesem Ziel
auch ein anderes immungenes Epitop oder mehrere andere immunogene
Epitope umfassen. Es kann sich um ein anderes subdominantes/kryptisches
Epitop oder um mehrere andere subdominante/kryptische Epitope und/oder
ein immundominantes Epitop oder mehrere immundominante Epitope handeln.
Diese Epitope können
von demselben Antigen oder von zwei oder mehreren unterschiedlichen
Antigenen stammen.
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Vorteilhafterweise
können
Multiepitopzusammensetzungen gemäß der Erfindung
auch wenigstens ein Epitop umfassen, das durch ein Molekül des MHC
II präsentiert
wird und das fähig
ist, eine T-Hilfsantwort zu induzieren. Sie können außerdem, um in größerem Umfang
bei einer Population verwendbar zu sein, deren Individuen unterschiedliche
HLA-Allele tragen, ein oder mehrere Epitope umfassen, das/die durch
andere Moleküle
des MHC I als HLA A2 präsentiert
wird/werden.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
einer Zusammensetzung gemäß der Erfindung
umfasst sie wenigstens ein chimäres
Polypeptid, das eine Kopie oder mehrere Kopien eines immunogenen
Peptidepitops gemäß der Erfindung
umfasst. Im Fall einer Multiepitopzusammensetzung umfasst das genannte
chimäre Polypeptid
außerdem
eine Kopie oder mehrere Kopien wenigstens eines anderen immunogenen
Epitops.
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Ein
derartiges chimäres
Polypeptid kann in einfacher Weise durch an sich bekannte Verfahren
und insbesondere durch die klassischen Techniken der DNA-Rekombination
erhalten werden.
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Gegenstand
der vorliegenden Erfindung ist auch ein Nucleinsäuremolekül, das für ein chimäres Polypeptid gemäß der Erfindung
codiert.
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Gegenstand
der vorliegenden Erfindung ist auch die Verwendung eines immunogenen
Peptidepitops gemäß Anspruch
4, einer Zusammensetzung oder eines Nucleinsäuremoleküls gemäß der Erfindung zum Erhalt
eines Medikaments und insbesondere eines Medikaments, das zur antiviralen
oder antitumoralen Immuntherapie bestimmt ist.
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Die
vorliegende Erfindung umfasst auch Medikamente, die als Wirkstoff
wenigstens ein immunogenes Peptidepitop gemäß Anspruch 4 umfassen, eine
Zusammensetzung oder ein Nucleinsäuremolekül gemäß der Erfindung.
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Nach
einer bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung sind die genannten Medikamente Vakzine.
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Medikamente
gemäß der Erfindung
können
außerdem übliche Exzipientien
sowie Adjuvantien, die üblicherweise
in der Immuntherapie verwendet werden und die die Verabreichung
des Wirkstoffs erleichtern, seine Immunogenität erhöhen können usw., umfassen.
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Die
vorliegende Erfindung wird durch die Ergänzung der Beschreibung die
folgt, die sich auf nicht-beschränkende
Beispiele zur Identifizierung neuer Peptide und neuer Antigene,
die potentiell in der Immuntherapie einsetzbar sind, bezieht, durch
Durchführung
des Verfahrens gemäß der Erfindung
besser verständlich.
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BEISPIEL 1: BEZIEHUNG ZWISCHEN DER AFFINITÄT, DER STABILITÄT DER KOMPLEXE
HLA A2.1/PEPTID UND DER IMMUNOGENITÄT DER VIRALEN UND TUMORALEN
PEPTIDE
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Fünfunddreißig Peptide,
die von viralen Antigenen stammen (HBV, HIV, Flu), und die von Tumoren stammen
(HER-2/neu, Melanom gp100, Tyrosinase, Mart-1), wurden auf ihre
Fähigkeit
getestet, an das Molekül
HLA A2.1 zu binden und es zu stabilisieren: diese Peptide sind in
der folgenden Tabelle I dargestellt. Tabelle
I
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22
dieser Peptide (in Tabelle I mit einem Sternchen gekennzeichnet)
sind bereits als Epitope bekannt, die durch HLA A2.1 präsentiert
werden und eine cytotoxische CTL-Antwort beim Menschen erzeugen;
die 13 anderen Peptide, die noch nicht als Epitope beschrieben wurden,
wurden als Funktion von zwei Kriterien ausgewählt: das Vorliegen von primären Verankerungsmotiven
von HLA A2.1 (L in Position 2 und V/L in C-terminaler Position)
und ein schwacher Bindungsscore, und zwar nach einer Evaluierung,
die durch das BIMAS-Programm durchgeführt wurde [PARKER et al., J.
Immunol., 152, 163, (1994)].
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Die
Affinität
für HLA
A2.1 und die Stabilität
des Komplexes Peptid/HLA A2.1 wurden durch Strömungscytometrie evaluiert und
die Immunogenität
wurde durch Erzeugung von CTL bei transgenen HHD-Mäusen evaluiert
[PASCOLO et al., J. Exp. Med., 185, 2043, (1997)].
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Die
verwendeten Protokolle sind die Folgenden [FIRAT et al., Eur. J.
Immunol., 29, 3112, (1999)]:
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Affinität:
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Humane
T2-Zellen, die bezüglich
der TAP-Transporter defizient sind, [FIRAT et al., Eur. J. Immunol., 29,
3112, (1999)] (3 × 105 Zellen/ml) werden bei 37°C während 16
Stunden mit unterschiedlichen Konzentrationen jedes zu testenden
Peptids in dem RPMI-1640-Medium ohne Serum, supplementiert mit 100
ng/ml humanem β2-Mikroglobulin
inkubiert. Dann werden sie zweimal gewaschen und mit dem monoklonalen
Antikörper
BB7.2 [PARHAM et al., Hum. Immunol. 3, 4, 277–299, (1981)], der für das Molekül HLA A2.1
spezifisch ist, markiert und dann mit dem Ziege-anti-Maus-Ig-Antikörper, der
an Fluoresceinisothionat (FITC) gekoppelt ist, markiert.
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Die
Zellen werden dann durch Strömungscytometrie
analysiert. Für
jede Peptidkonzentration wird die spezifische Fluoreszenz von HLA
A2.1 als %-Wert der Fluoreszenz, die mit 100 μM eines Referenzpeptids (HIVpol
589; IVGAETFYV (SEQ ID NO: 3)) erhalten wird, berechnet. Die relative
Affinität
(RA) ist als Verhältnis der
Konzentration jedes Peptids, die 20% der Fluoreszenz induziert,
die mit 100 μM
des Referenzpeptids erhalten wird, zu der Konzentration des Referenzpeptids,
die 20% der Fluoreszenz induziert, die mit 100 μM des Referenzpeptids erhalten
wird, definiert. Je schwächer
die relative Affinität
ist, desto stärker
bindet das Peptid an HLA A2.1. Die mittlere RA für jedes Peptid wird ausgehend
von wenigestens drei unabhängigen
Experimenten bestimmt. In allen Experimenten werden 20% der maximalen
Fluoreszenz für
1 bis 3 μM
des Referenzpeptids erhalten.
-
Stabilität:
-
T2-Zellen
(106/ml) werden während einer Nacht bei 37°C mit 100 μM jedes zu
testenden Peptids in RPMI 1640-Medium ohne Serum, das mit 100 ng/ml
humanem β2-Mikroglobulin
supplementiert war, inkubiert. Dann werden sie in vier Wiederaufnahmen
gewaschen, um die freien Peptide zu eliminieren, mit Brefeldin A (SIGMA;
10 μg/ml)
während
einer Stunde inkubiert, um die Expression der HLA A2.1-Moleküle, die
neu synthetisiert wurden, an ihrer Oberfläche zu verhindern, gewaschen
und während
0, 2, 4, 6 oder 8 Stunden inkubiert. Für jede Inkubationszeit werden
die Zellen dann, wie es oben angegeben ist, mit dem Antikörper BB7.2 markiert
und durch Strömungscytometrie
analysiert, um die Menge des Komplexes Peptid/HLA A2.1, der an ihrer
Oberfläche
vorliegt, zu evaluieren. Diese Menge wird durch die folgende Formel
evaluiert: (mittlere Fluoreszenz der mit dem Peptid vorinkubierten
T2-Zellen – mittlere
Fluoreszenz der unter ähnlichen
Bedingungen in Abwesenheit von Peptid behandelten T2-Zellen). Der DC50-Wert
(Komplexdissoziation: DC) ist als die Zeit definiert, die für den Verlust
von 50% der stabilisierten Komplexe HLA A2.1/Peptid bei t = 0 erforderlich
ist.
-
Immunogenität
-
Die
verwendeten HHD-Mäuse
sind β2m/-,
Db-/- und verwendet wurde ein Monoketten-HLA A2.1, das aus
den Domänen α1 und α2 von HLA
A2.1 und den Domänen α3 und dem
intracellulären
Teil von Db bestand, gebunden durch seinen
N-Terminus an den C-Terminus von humanem β2-m durch ein Peptid aus 15
Aminosäuren.
-
Die
Mäuse erhielten
eine subkutane Injektion in die Schwanzbasis mit 100 μg jedes zu
testenden Peptids, das in Freunds unvollständigem Adjuvans emulgiert war,
in Gegenwart von 140 μg
eines T-Hilfsepitops, das vom „Kern"-Antigen von HBV
stammte (128–140,
Sequenz TPPAYRPPNAPIL (SEQ ID NO: 63)).
-
Nach
11 Tagen wurden die den Mäusen
entnommenden Milzzellen (5 × 107 Zellen in 10 ml) in vitro mit dem zu testenden
Peptid (10 μM)
stimuliert. Am 6. Tag der Kultur wurden die ansprechenden Populationen getestet,
um eine spezifische Cytotoxizität
zu bestimmen. In bestimmten Fällen
wurden die ansprechenden Zellen in vitro erneut in Intervallen von
einer Woche mit 2 × 106 HHD-Milzzellen, die bestrahlt worden waren (3000
rad), und 10 μM
Peptid in Gegenwart von 20 UI/ml rekombinantem IL2 erneut stimuliert.
-
Die
Zellen RMA-HHD und RMAS-HHD wurden als Targets zur Untersuchung
der Cytotoxizität
verwendet. Diese Zellen wurden durch Transfektion von murinen RMA-Zellen
und ihrer varianten RMAS-Zellen, die bezüglich TAP defizient sind, mit
der Konstruktion HHD erhalten, wie es von PASCOLO et al. [J. Exp.
Med., 185, 2043, (1997)] beschrieben ist. Sie wurden durch Viren
infiziert, die die unterschiedlichen Antigene exprimieren, von denen
die zu testenden Peptide stammten.
-
Die
verwendeten Viren sind die Folgenden: das rekombinante Virus des
Vakzins, exprimierend VIHgag VVTG1144 (vac-VIHgag), beschrieben
in JOHNSON [J. Immunol., 147, 1512, (1991)]; das rekombinante Virus des
Vakzins, das HER-2/neu VT39 exprimiert (vac-neu) (Therion Biologics);
das Virus des Vakzins vac-gp100, beschrieben von YANG [J. Immunol.
164, 4204, (2000)]; ein Virus des Vakzins vom Wildtyp (vac-WT);
und das Virus flu PR8 der Influenza, beschrieben durch VIRELIZIER
[J. Immunol., 115, 2, 434–439,
(1975)]. Für
Virusinfektionen wurden die Zellen RMA-HHD während 16 Stunden mit dem Virus
des Vakzins (10 KbE/Zelle), rekombinant oder wild, oder mit dem
Virus flu PR8 (50 HAU) während
2 Stunden inkubiert.
-
Die
Targetzellen wurden mit 150 μCi 51Cr während
90 Minuten markiert, dann dreimal gewaschen und auf Platten mit
96 Vertiefungen mit rundem Boden verteilt (104 Zellen/Vertiefung
in 100 μl
RPMI 1640 + 3% fötales
Kälberserum).
-
Die
nicht-infizierten RMA-HHD- oder RMAS-HHD-Zellen wurden mit 1 μM zu testendem
Peptid bei 37°C
während
90 Minuten beladen.
-
Dann
wurden 100 μl
Effektorzellen in verschiedenen Konzentrationen in die Vertiefungen
gegeben und die Platten wurden 4 Stunden lang bei 37°C inkubiert.
Nach der Inkubation wurden 100 μl Überstand
gesammelt und die Radioaktivität
wird in einem γ-Zähler gemessen.
-
Die
prozentuale spezifische Lyse wurde durch die folgende Formel errechnet:
[(Experimentelle Freisetzung von 51Cr-spontane
Freisetzung von 51Cr)/(maximale Freisetzung
von 51Cr-spontane
Freisetzung von 51Cr)] × 100. In allen Experimenten
war die spontane Freisetzung unter 20% der maximalen Freisetzung,
die durch 3N HCl induziert wurde.
-
Als
Funktion ihrer Fähigkeit,
an das Molekül
HLA A2.1 zu binden und dieses zu stabilisieren und ihrer Immunogenität wurden
die 34 Peptide in drei unterschiedliche Gruppen eingeteilt; die
Resultate dieser Klassifizierung sind in Tabelle II dargestellt. Tabelle II
| PEPTIDE | RA | DC50
(STUNDEN) | RESPONDER*/GESAMTZAHL
DER MÄUSE |
| GRUPPE
I | | | |
| HIVgag
76 | 1,0 | > 8 | 7/10 |
| Flu
M58 | 0,2 | > 8 | 4/6 |
| HBVpol
575 | 2,5 | > 8 | 6/8 |
| HBVpol
765 | 2,0 | 4 | ND |
| Mart-127 | 2,2 | 2–4 | 4/5 |
| gp100
177 | 0.5 | > 6 | 3/5 |
| gp100
178 | 0,3 | 6–3 | 4/6 |
| gp100
154 | 2,3 | 6–8 | 7/9 |
| gp100
570 | 1,0 | 4–6 | 6/9 |
| gp100
209 | 1,3 | 4 | 4/6 |
| gp100
476 | 10,0 | 6 | 8/10 |
| gp100
457 | 1,6 | 2–4 | 416 |
| HER-2/neu
799 | 1,0 | 6–8 | 3/4 |
| HER-2/neu
369 | 2,3 | 4 | 12/13 |
| HER-2/neu
789 | 1,6 | 6–8 | 4/6 |
| HER-2/neu
48 | 1,7 | > 8 | 5/6 |
| HER-2/neu
773 | 1,7 | 6 | 2/3 |
| HER-2/neu
5 | 2,3 | > 8 | 5/6 |
| HER-2/neu
689 | 2 | 4 | 5/6 |
| Gruppe
II | | | |
| Tyrosinase
1 | > 60,0 | 2–4 | 4/23 |
| Mart-132 | 21,1 | 4 | 0/10 |
| HER-2/neu
851 | 24,0 | 4 | 1/12 |
| HER-2/neu
661 | > 60,0 | 2–4 | 0/6 |
| HER-2/neu
1023 | 19,6 | 4 | 5/10 |
| Gruppe
III | | | |
| HBVpol
28 | 5,3 | < 2 | 0/6 |
| HBVpol
594 | 4,2 | < 2 | 0/6 |
| HBVpal
985 | 43,3 | < 2 | 0/6 |
| Tyrosinase
224 | > 50,0 | < 2 | 0/6 |
| Tyrosinase
207 | > 50,0 | 2 | 0/6 |
| HER-2/neu
650 | 1,4 | < 2 | 0/6 |
| HER-2/neu
466 | 4,8 | 2 | 0/6 |
| HER-2/neu
402 | 19,0 | < 2 | 0/6 |
| HER-2/neu
391 | > 70,0 | 2 | 0/6 |
| HER-2/neu
971 | > 70,0 | 2 | 0/6 |
- * Man beobachtet, dass die Mäuse, die
mit spezifischer Cytotoxizität
gegen gepulste Targets durch ein Peptid ansprechen, über 15%
der Toxizität
gegenüber
nicht-geladenen Targets ist.
-
Die
erste Gruppe besteht aus 19 Peptiden, die eine RA ≤ 10 und einen
DC50-Wert > 2 Stunden
haben. Sie entsprechen den Epitopen von Virus- oder Tumorantigenen
(mit Ausnahme von HBVpol 765 und HER-2/neu 48) und lösen eine
CTL-Antwort bei einem erhöhten
prozentualen Anteil (60 bis 92%) der HHD-Mäuse aus.
-
Die
zweite Gruppe von fünf
Peptiden mit einer RA > 10
und einem DC50-Wert > 2
Stunden umfasst drei bekannte Epitope und ein potentielles Epitop
(HER-2/neu 661). Zwei von ihnen sind nicht-immunogen (Mart-1 32,
HER-2/neu 661), während
HER-2/neu 851 und Tyrosinase 1 eine Antwort bei einem schwachen prozentualen
Anteil der HHD-Mäuse
(8% bzw. 17%) induzieren.
-
Zu
der dritten Gruppe gehören
zehn Peptide mit einem DC50-Wert < 2
Stunden und mit einer variablen RA. Sie entsprechen keinen bekannten
Epitopen (mit Ausnahme von HER-2/neu 971) und sie sind bei HHD-Mäusen nicht
immunogen, selbst wenn sie eine erhöhte RA haben, wie HBVpol 28,
HBVpol 594, HER-2/neu 650 und HER-2/neu 466.
-
Aus
diesen Resultaten können
die folgenden Schlussfolgerungen gezogen werden: (i) sekundäre Verankerungsmotive
beeinflussen die HLA A2.1-Bindung stark, da Peptide mit den primären HLA
A2.1-Verankerungsresten ein sehr großes Spektrum der Affinitäten aufweisen,
(ii) die Bindungsaffinität
steht nicht immer in Korrelation mit der Fähigkeit, das Molekül HLA A2.1
zu stabilisieren. Die Peptide Mart-1 32 und HER-2/neu 851 sind schwache
Bindemittel, allerdings bilden sie stabile Komplexe Peptid/HLA A2.1.
Dagegen sind die Peptide HBVpol 28, HBVpol 594, HER-2/neu 650 und
HER-2/neu 466 kräftige
Bindemittel, aber sie bilden instabile Komplexe mit dem Molekül HLA A2.1,
(iii) die Immunogenität
der Peptide hängt
in erster Linie von ihrer Fähigkeit,
das Molekül
HLA A2.1 zu stabilisieren, ab. Peptide mit einem DC50-Wert < 2 Stunden sind
niemals immunogen, selbst wenn sie eine starke Bindungsaffinität haben.
Unterdessen reicht eine Stabilität
des HLA A2.1, die durch ein Peptid induziert wird, nicht aus, um
eine Immunogenität
sicherzustellen. In der Tat können Peptide
mit einem DC50-Wert > 2
Stunden nicht immunogen sein (Mart-1 32 und HER-2/neu 661) oder
sehr schwach immunogen sein (Tyrosinase 1 und HER-2/neu 851), wenn
sie eine schwache Bindungsaffinität aufweisen.
-
Es
scheint demnach, dass es notwendig ist, gleichzeitig die Bindungsaffinität und die
Fähigkeit,
das Molekül
HLA A2.1 zu stabilisieren, zu verbessern, damit die Peptide eine
starke CTL-Antwort erzeugen.
-
BEISPIEL 2: EFFEKT DES ERSATZES DES RESTES
IN POSITION P1 DURCH EIN TYROSIN AUF DIE AFFINITÄT UND DIE STABILITÄT DES KOMPLEXES
HLA A2.1/PEPTID.
-
Varianten
von 33 Peptiden, die in Beispiel 1 beschrieben wurden, die in dem
Ersatz der ersten N-terminalen Aminosäure durch ein Tyrosin resultieren
(Substitution P1Y), wurden synthetisiert. Diese Varianten wurden
bezüglich
ihrer Affinität
für das
Molekül
HLA A2.1 und ihrer Fähigkeit,
den gebildeten Komplex zu stabilisieren, getestet.
-
Die
Resultate sind in Tabelle III angegeben. Tabelle III
| (Peptid | RA
WT/RA Y1 | DC50
Y1-DC50 WT |
| HIVgag
76 | ↑ 3,0 | =
0 |
| Flu
M58 | ↑ 2,4 | =
0 |
| HBVpol
575 | ↑ 2,6 | =
0 |
| HBVpol
765 | ↑ 40,4 | ↑ 4 |
| Mart-127 | ↑ 2 | =
0 |
| gp100
177 | =
0,6 | ↑ 2 |
| gp100
178 | =
0,8 | ↑ 2 |
| gp100
154 | =
0,8 | ↓ 2 |
| gp100
570 | ↑ 13,4 | ↑ > 2 |
| gp100
209 | =
1,7 | ↑ 2 |
| gp100
476 | ↑ 4,2 | ↑ 2 |
| gp100
457 | ↑ 2,3 | ↑ > 2 |
| HER-2/neu
369 | ↑ 3,9 | ↑ > 2 |
| HER-2/neu
799 | ↑ 3,9 | ↑ > 2 |
| HER-2/neu
789 | ↑ 2,1 | =
0 |
| HER-2/neu
48 | ↑ 3,0 | =
0 |
| HER-2/neu
773 | ↑ 2,0 | ↑ 2 |
| HER-2/neu
5 | =
1,1 | =
0 |
| HER-2/neu
689 | ↑ 3,1 | ↑ > 2 |
| Tyrosinase
1 | ↑ > 3,7 | ↑ > 2 |
| Mart-1
32 | ↑ 16,2 | ↑ 2 |
| HER-2/neu
851 | ↑ 3,0 | ↑ 2 |
| HER-2/neu
661 | ↑ > 1,5 | ↑ 2 |
| HBVpol
28 | ↑ 2,3 | ↑ > 2 |
| HBVpol
594 | ↑ 14,8 | ↑ > 6 |
| HBVpol
985 | ↑ 13,7 | ↑ > 6 |
| Tyrosinase
224 | ↑ > 5,1 | ↑ > 2 |
| Tyrosinase
207 | ↑ > 6,4 | ↑ > 4 |
| HER-2/neu
650 | ↑ 6,0 | ↑ > 4 |
| HER-2/neu
466 | ↑ 3,3 | ↑ > 4 |
| HER-2/neu
402 | ↑ 5,2 | ↑ > 2 |
| HER-2/neu
391 | ↑ 55,5 | ↑ > 6 |
| HER-2/neu
971 | ↑ 11,6 | ↑ 2 |
-
Diese
Resultate zeigen, dass der Austausch bzw. der Ersatz P1Y die Bindung
aller Peptide mit schwacher Affinität erhöht und die Stabilisierung von
HLA A2.1 für
alle schwach stabilisierenden Peptide (Gruppen II und III in Tabelle
II) begünstigt.
Die Affinitätserhöhung, gemessen
durch das Verhältnis
zwischen der RA des modifizierten Peptids und des natürlichen
Peptids, ist mindestens 1,5 und geht bis 55,5, während die Erhöhung der
Stabilisierung von HLA A2.1, gemessen durch die Differenz zwischen
dem DC50-Wert des modifizieren Peptids und des natürlichen
Peptids, mindestens 2 Stunden ist und bis zu 6 Stunden geht. Die
RA aller modifizierten Peptide, ausgenommen eines unter ihnen (HER-2/neu
661 Y1), liegt unter 10 und ihr DC-Wert ist > 4 Stunden. Für die Peptide Tyrosinase 1
und HER-2/neu 661 erzeugt die Modifikation P1Y keine Peptide mit
einer sehr starken Affinität.
Dies ist durch das Vorliegen von sekundären Verankerungsresten P3–P8/9, die
für die
Bindung von HLA A2.1 ungünstig
sind, in diesen Peptiden bedingt.
-
Die
Wirkung der Substitution P1Y ist nicht auf die Peptide mit schwacher
Affinität
beschränkt,
sondern wird auch bei der Mehrzahl der Peptide mit starker Affinität (Gruppe
I der Tabelle II) beobachtet. Lediglich zwei der neuzehn Peptide
mit starker Affinität
verbesserten weder ihre Bindungsaffinität noch ihre Stabilisierungsfähigkeit
(gp100 154 und HER-2/neu 5). Es muss betont werden, dass eine Erhöhung der
Affinität
von der Natur des Restes in Position 1 des nativen Peptids unabhängig ist
und dass sie selbst dann beobachtet wird, wenn der substituierte
Rest kein Rest ist, der für
die Bindung mit HLA A2.1 ungünstig
ist. Lediglich vier der 19 Peptide, die ein Verhältnis RA des natürlichen
Peptids/RA des modifizierten Peptids von über 3 haben, sind ein Rest,
der in P1 ungünstig
ist (P für
HER-2/neu 391, HER-2/neu 650 und HBVpol 594, E für HER-2/neu 971). Die Affinitätserhöhung dieser
vier Peptide ist jedenfalls sehr bedeutend: sie liegt zwischen 6
und 55,5.
-
Unterdessen
wird die Affinität
selbst dann erhöht,
wenn Y einen anderen günstigen
Rest wie F ersetzt (HBVpol 575 und Tyrosinase 207).
-
Diese
Resultate zeigen, dass eine Substitution P1Y die Bindung an HLA
A2.1 und die Stabilisierungsfähigkeit
des gebildeten Komplexes für
fast alle an HLA A2.1 gebundenen Peptide erhöht. Dieser Effekt ist für die nicht-immunogenen
Peptide mit schwacher Affinität
für HLA
A2.1 noch ausgeprägter.
-
BEISPIEL 3: GEKREUZTE ERKENNUNG DER NATÜRLICHEN
PEPTIDE UND IHRER P1Y-VARIANTEN DURCH SPEZIFISCHE CTL
-
Die
Erhöhung
der Affinität
für HLA
A2.1 ist die erste Bedingung, um Peptide mit schwacher Affinität immunogen
zu machen. Es ist jedoch auch notwendig, dass ihre Konformation
in dem Komplex mit HLA A2.1 nicht-modifiziert wird und dass ihre
antigene Spezifität
konserviert wird. Wenn dies der Fall ist, müssen CTL, die bei den HHD-Mäusen, die
mit dem nativen Peptid geimpft wurden, erzeugt werden, dieses und
seine Variante P1Y mit derselben Wirksamkeit erkennen. Darüber hinaus
müssen
die Varianten P1Y in der Lage sein, in vivo das Repertoire der CTL,
die für
das natürliche
Peptid spezifisch sind, zu rekrutieren.
-
Die
Erkennung der Varianten P1Y durch für das natürliche Peptid spezifische CTL
wurde zunächst
untersucht. CTL, die bei HHD-Mäusen
induziert wurden, welche mit den Peptiden HIVgag 76, HBVpol 575,
gp100 154, gp100 457, gp100 476, gp100 570, gp100 177 oder HER-2/neu 369 sensibilisiert
worden waren, wurden bezüglich
ihrer Fähigkeit,
Target-RMAS-HHD, die entweder mit den natürlichen Peptiden (WT) oder
mit den entsprechenden P1V-Varianten (P1Y) beladen waren, zu töten, getestet.
-
1 stellt
die Resultate dar (% Lyse als Funktion des Verhältnisses Effektorzellen/Targetzellen),
die mit acht unterschiedlichen Peptiden erhalten wurden.
- RMAS-HHD-Zellen,
beladen mit dem natürlichen
Peptid:
- RMAS-HHD-Zellen, beladen mit dem Peptid P1Y:
- RMAS-HHD-Zellen, nicht-beladen: .
-
Diese
Resultate zeigen, dass die CTL, die bei den HHD-Mäusen induziert
wurden, welche mit den Peptiden HIVgag 76, HBVpol 575, gp100 154,
gp100 457, gp100 476, gp100 570, gp100 177 und HER-2/neu 369 sensibilisiert
worden waren, die RMAS-HHD-Zellen, die mit dem natürlichen
Peptid oder mit seiner Variante P1Y beladen waren, mit derselben
Wirksamkeit töten.
-
Die
P1Y-Varianten sind auch fähig,
in vivo die CTL, die für
das natürliche
Peptid spezifisch sind, zu rekrutieren. Milzzellen von HHD-Mäusen, die
mit den P1Y-Varianten HIVgag 76Y1, HBVpol 575Y1, gp100 154Y1, gp100
457Y1; gp100 476Y1, gp100 570Y1, gp100 177Y1 und HER-2/neu 369Y1
sensibilisiert worden waren, wurden auf ihre Fähigkeit, RMAS-HHD-Targets, die
entweder mit den P1Y-Varianten (P1Y) oder mit den Peptiden des Wildtyps
(WT) beladen waren, zu töten,
untersucht.
-
Die
Resultate (% Lyse als Funktion des Verhältnisses Effektorzellen/Targetzellen)
sind in 2 dargestellt:
- RMAS-HHD-Zellen,
beladen mit dem natürlichen
Peptid:
- RMAS-HHD-Zellen, beladen mit dem Peptid P1Y:
- RMAS-HHD-Zellen, nicht-beladen: .
-
Diese
Resultate zeigen, dass die Varianten P1Y CTL erzeugen, die die RMAS-HHD-Targets, die mit dem
varianten Peptid oder dem entsprechenden natürlichen Peptid beladen sind,
töten.
-
Außerdem induzieren
alle diese varianten Peptide, ausgenommen gp100 154Y1, CTL bei einem
erhöhten
prozentualen Anteil von HHD-Mäusen,
was die entsprechenden natürlichen
Peptide nicht tun. Drei bis acht HHD-Mäuse wurden für jedes
Peptid getestet und eine CTL-Antwort
wurde bei 100% der Mäuse,
die mit HIVgag 76Y1, HBVpol 575Y1, gp100 476Y1, gp100 570Y1 und
HER-2/neu 369Y1 sensibilisiert worden waren, und bei 75% der Mäuse, die
mit gp100 457Y1, gp100 177Y1 und gp100 154Y1 sensibilisiert worden
waren, induziert.
-
Darüber hinaus
erkannten die CTL, die durch die P1Y-Varianten induziert worden
waren, diese Varianten und die natürlichen entsprechenden Peptide
mit vergleichbaren Affinitäten.
-
Die
CTL, die bei den Mäusen
erzeugt worden waren, die mit den P1Y-Varianten HER-2/neu 369Y1, HIVgag
76Y1 und gp100 154Y1 sensibilisiert worden waren, wurden bezüglich ihrer
Fähigkeit,
Target-RMAs-HHD, die mit verschiedenen Konzentrationen des varianten
Peptids P1Y oder des entsprechenden Wild-Peptids beladen worden
waren, getestet.
-
Die
Resultate (% Lyse in Funktion des Verhältnisses Effektorzellen/Targetzellen)
werden durch die 3 dargestellt:
- RMAS-HHD-Zellen,
beladen mit dem natürlichen
Peptid:
- RMAS-HHD-Zellen, beladen mit dem Peptid P1Y:
-
Diese
Resultate zeigen, dass die CTL, die durch Varianten P1Y bzw. die
P1Y-Varianten induziert werden, eine Cytolyse ergeben, die gleich
der Hälfte
der maximalen Cytolyse ist, und zwar für ähnliche Mengen an variantem
P1Y-Peptid und natürlichem
Peptid.
-
Um
eine Verwendung der P1Y-Varianten in der Immuntherapie ins Auge
zu fassen, ist es darüber
hinaus erforderlich, dass die CTL, die durch diese Varianten induziert
werden, Epitope des Antigens, von dem sie abgeleitet sind, die natürlich prozessiert
wurden, erkennen.
-
CTL,
die bei Mäusen
erzeugt wurden, welche durch HIVgag 761Y1, HER-2/neu 369Y1, HER-2/neu 5Y1,
gp100 476Y1 und flu M58Y1 sensibilisiert waren, wurden untersucht,
um ihre Fähigkeit,
RMA-HHD-Zellen zu töten,
welche durch die rekombinanten Viren vac-HIVgag, vac-neu, vac-gp100
oder flu PR8 infiziert waren und in endogener Art die entsprechenden
viralen Antigene exprimierten, oder die mit dem Wildtypvirus vac-WT infiziert
waren.
-
Die
Resultate (% Lyse als Funktion des Verhältnisses Effektorzellen/Targetzellen)
sind in 4 dargestellt:
- RMA-HHD-Zellen,
die mit vac-WT infiziert sind ;
- RMA-HHD-Zellen, die mit vac-HIVgag infiziert sind ;
- RMA-HHD-Zellen, die mit vac-neu infiziert sind ;
- RMA-HHD-Zellen, die mit vac-gp100 infiziert sind ;
- RMA-HHD-Zellen, die mit flu PR8 infiziert sind ;
-
Diese
Resultate zeigen, dass die CTL, die für P1Y-Varianten spezifisch
sind, das natürlich
gereifte Epitop erkennen, da sie mit dem entsprechenden Virus infizierte
Targets, nicht aber die durch vac-wt infizierten Targets töten.
-
Es
scheint demnach, dass die Substitution P1Y den zwei Kriterien genügt, die
für die
Induktion einer CTL-Antwort gegen irgendein Peptid mit schwacher
Affinität
für HLA
A2.1 notwendig sind, wie auch immer seine Sequenz ist. Zunächst erhöht sie die
Bindungsaffinität
und die Stabilisierung der Peptide, die an HLA A2.1 gebunden sind,
und an zweiter Stelle wechselwirkt sie nicht mit der Peptid/TCR-Wechselwirkung
und modifiziert daher ihre antigene Spezifität nicht.
-
BEISPIEL 4: WIEDERHERSTELLUNG DER IMMUNOGENITÄT VON NICHT-IMMUNOGENEN PEPTIDEN MIT
SCHWACHER AFFINITÄT
FÜR HLA
A2.1 DURCH EINE P1Y-SUBSTITUTION
-
Mäuse werden
mit den P1Y-Varianten der Peptide HER-2/neu 402, HER-2/neu 466,
HER-2/neu 650, HER-2/neu 391, Tyrosinase 207, HBVpol 594, HBVpol
28 und HBVpol 985 geimpft. Elf Tage später werden ihre Milzzellen
in vitro mit dem entsprechenden natürlichen Peptid restimuliert
und die erzeugten CTL werden gegen die RMAS-HHD-Targetzellen, die
nicht beladen sind oder mit dem natürlichen Peptid beladen sind,
getestet.
-
Die
Resultate (% Lyse als Funktion des Verhältnisses Effektorzellen/Targetzellen)
werden in 5 dargestellt:
- RMAS-HHD-Zellen,
beladen mit dem natürlichen
Peptid:
- RMAS-HHD-Zellen, nicht-beladen: .
-
Für jedes
Peptid ist die Anzahl von Mäusen,
die reagieren, angegeben. Diese Resultate zeigen, dass die HHD-Mäuse, die
mit P1Y-Varianten sensibilisiert wurden, für das natürliche Peptid spezifische CTL
erzeugen. Außerdem
ist der Prozentwert der Mäuse,
die eine Antwort bzw. Reaktion liefern, relativ hoch. Er liegt zwischen
33 und 77%.
-
Diese
Angaben beweisen, dass eine P1Y-Substitution eine allgemeine Strategie
zur Erhöhung
der Immunogenität
von nicht-immunogenen Peptiden mit schwacher Affinität für HLA A2.1
darstellt.
-
BEISPIEL 5: IDENTIFIZIERUNG VON SUBDOMINANTEN/KRYPTISCHEN
EPITOPEN MT HILFE VON P1Y-VARIANTEN
-
Die
Möglichkeit,
eine CTL-Antwort gegen Peptide mit schwacher Affinität für HLA A2.1
zu induzieren, erlaubt es, subdominante/kryptische virale oder tumorale
Epitope, die für
eine spezifische Immuntherapie nützlich
sind, zu identifizieren.
-
Diese
Möglichkeit
wird nachfolgend durch das Beispiel von 3 unterschiedlichen Antigenen
veranschaulicht: das tumorale Antigen HER 2/neu, das HIV-1-Virus
und die katalytische Untereinheit der Telomerase (hTERT).
-
HER-2/neu-Epitope:
-
Das
Peptid HER-2/neu 650 nimmt nicht an der CTL-Antwort teil, die für HER-2/neu
spezifisch ist und die bei Patienten entwickelt wird, die einen
Tumor HER-2/neu+ tragen. Es sind zwei Hypothesen möglich: entweder
handelt es sich um ein Epitop, das nicht natürlich durch tumorale Zellen
gereift ist, die HER-2/neu exprimieren, oder es handelt sich um
ein subdominantes/kryptisches Epitop.
-
Wie
in Beispiel 1 oben beschrieben ist, bildet das Peptid HER-2/neu
650 instabile HLA A2.1-/Peptid-Komplexe und ist demnach nicht immunogen.
- 1) Um zu untersuchen, ob das Peptid HER-2/neu
650 einem subdominantere/kryptischen Epitop entspricht, werden die
CTL, die bei Mäusen
erzeugt werden, welche durch die Variante HER2/neu 650Y1 sensibilisiert wurden,
auf ihre Fähigkeit
hin untersucht, durch vac-neu infizierte RMA-HHD-Zellen abzutöten.
-
Die
Resultate (% Lyse als Funktion des Verhältnisses Effektorzellen/Targetzellen)
sind in 6 dargestellt:
- RMA-HHD-Zellen,
infiziert mit vac-WT ;
- RMA-HHD-Zellen, infiziert mit vac-neu .
-
Diese
Resultate zeigen, dass CTL, die für HER-2/neu 650 spezifisch
sind, Targetzellen abtöten,
die mit vac-neu infiziert sind, nicht aber Targetzellen, die mit
vac-WT infiziert sind, was beweist, dass das Peptid HER-2/neu 650
ein subdominantes/kryptisches Epitop von HER-2/neu ist.
-
Die
P1Y-Varianten der Peptide HER-2/neu 466, HER-2/neu 402, HER-2/neu
661 und HER-2/neu 391 wurden in der gleichen Art getestet; mit Ausnahme
der Variante PY1 von HER-2/neu
661 sind die Resultate ähnlich
denen, die für
HER-2/neu 650 beobachtet werden.
-
Die
Peptide HER-2/neu 466, HER-2/neu 402 und HER-2/neu 391 bilden somit
auch subdominante/kryptische Epitope von HER-2/neu.
-
Was
HER-2/neu 661 betrifft, bestätigen
die erhaltenen Resultate diejenigen, die die schwache Erhöhung der
Affinität
betreffen, die in Beispiel 2 oben beschrieben wurden. Zusätzli che
Modifikationen müssen durchgeführt werden,
um die Verwendung dieses Peptids als Immuntherapie ins Auge zu fassen.
- 2) Die Immunogenität der Varianten HER-2/neu 466Y1,
HER-2/neu 402Y1, HER-2/neu 650Y1 und HER-2/neu 391Y1 gemäß der Erfindung
im Vergleich zu einem immundominanten Peptid wurde auch an humanen
Zellen evaluiert und mit derjenigen des immundominanten Peptids
HER-2/neu 369 verglichen.
-
Mononukleäre Zellen
des peripheren Bluts (PMBC) wurden von gesunden HLA A2.1-Spendern erhalten
und in 2 ml RPMI 1640-Kulturmedium, supplementiert mit 10 nM Glutamin,
250 Einheiten/ml Penicillin-Streptomycin und 10% durch Wärme inaktiviertem
humanem AB-Serum,
resuspendiert und während
2 Stunden bei 37°C
inkubiert. Die nicht-anhaftenden Zellen wurden gesammelt und die
anhaftend bleibenden Zellen wurden mit dem zu testenden Peptid (5 μM) bei 37°C während 90
Minuten beladen und mit 3000 rad bestrahlt; sie wurden dann zur
Eliminierung des freien Peptids gewaschen.
-
3 × 106 nicht-anhaftende Zellen wurden zu einem
Endvolumen von 2 ml zu Kulturmedium, supplementiert mit 50 N/ml
rekombinantem IL-2, gegeben. Am siebten Tag wurden sie gesammelt,
gewaschen und in dem Kulturmedium suspendiert und mit 5 × 106 autologen anhaftenden Zellen, die vorher
mit dem zu testenden Peptid beladen worden waren, wie es oben beschrieben
ist, restimuliert. Am nächsten
Tag wurden 150 IU/ml rekombinantes IL-2 zugefügt. Am neunten oder zehnten
Tag wurden die Kulturen mit 300 IU/ml rekombinantem IL-2 komplementiert.
Bei Bedarf wurde das Medium ausgetauscht, indem 1 ml Kulturüberstand
entnommen wurde und durch 1 ml Kulturmedium, das 300 IU/ml rekombinantes
IL-2 enthält,
ersetzt wurde. Dieser Vorgang wird wenigstens dreimal in Intervallen
von einer Woche wiederholt.
-
T2-Zellen,
die mit dem nativen Peptid beladen wurden (1 μM Peptid, 37°C, 90 Minuten), das dem zu testenden
P1Y-Peptid entspricht, wurden als Targets verwendet, um die Cytotoxizitat
zu untersuchen.
-
Die
Resultate (% Lyse als Funktion des Verhältnisses Effektorzellen/Targetzellen)
für jedes
der getesteten Peptide sind in 7 dargestellt:
- T2-Zellen, beladen mit dem natürlichen Peptid:
- T2-Zellen, nicht-beladen: .
-
Diese
Resultate zeigen, dass die P1Y-Substitution auch die Immunogenität gegenüber humanen
Zellen erhöht.
- 3) Um zu verifizieren, ob die P1Y-Peptide humane
CTL induzieren würden,
die spezifisch für
natürlich
prozessierte tumorale Epitope sind, wurden CTL, die wie oben beschrieben,
ausgehend von humanen PBMC von 3 unterschiedlichen Spender, stimuliert
durch HER-2/neu 369 oder durch die Peptide HER-2/neu 466Y1, HER-2/neu
402, HER-2/neu 650 Y1 und HER-2/neu
391 Y1, auch bezüglich
ihrer Fähigkeit,
humane Tumorzellen HLA A2.1+, die in mehr oder weniger großer Menge
das Epitop HER-2/neu exprimieren, zu töten, getestet.
-
Die
als Zellziele verwendeten tumoralen Zellen sind die Folgenden:
- – 4
Zelllinien HLA A2.1+/HER-2/Neu+: MC F-7 [ZAKS, Cancer Res.. 58,
4902, (1998)]; PUB/N (humane Tumorzelllinie von nicht kleinzelligem
Lungenkrebs); HCT-116 [BROSSART, Cancer Res., 58, 732, (1998)]; LAW
(humane Tumorlinie von Nierenkrebs);
- – 2
Zelllinien HLA A2.1+/HER-2/neu-: ZR 75.1 [OSBORNE et al., Cancer
Res., 139, 2422–2428,
(1979)]; SUP/M2 [MORGAN et al., Blood, 73, 8, 2155–2164, (1989)];
- – als
Vergleich die Linie K562, die gegenüber einer Lyse durch die NK-Zellen
empfindlich ist.
-
Die
Expression des Tumorantigens HER-2/neu durch diese Zellen, evaluiert
durch Immunfluoreszenz mit Hilfe eines monoklonalen anti-HER-2/neu-Antikörpers, wird
durch die folgende Tabelle IV dargestellt. Tabelle IV
| Zelllinie | HER-2/neu
(FI) |
| ZR75.1 | 0,12 |
| SUP/M2 | 0,11 |
| MCF-7 | 1,94 |
| HCT-116 | 1,23 |
| PUB/N | 1,33 |
| LAW | 0,35 |
-
Die
Resultate dieser Cytotoxizitäts-Assays
(% Lyse als Funktion des Verhältnisses
Effektorzellen/Targetzellen; Verhältnisse E/T: 40/1; 20/1) für jedes
der getesteten Peptide sind in 8 dargestellt;
- ZR75.1-Zellen:
- SUP/M2-Zellen:
- MCF-7-Zellen:
- HCT-116-Zellen:
- PUB/N-Zellen:
- LAW-Zellen:
-
Es
wird keine Cytotoxizität
gegenüber
den Zellen K562 beobachtet.
-
Diese
Resultate zeigen, dass die CTL, die ausgehend von PMBC von 3 verschiedenen
Spender, stimuliert durch die varianten Peptide P1Y, erhalten wurden,
die die Zellen HER-2/neu+
MCF-7, PUB/N, HCT-116 und LAW lysieren, nicht aber die Zellen HER-2/neu-ZR75.1
und SUP/M2.
-
Es
ist zu betonen, dass die Lyse auch im Fall der Zellen LAW, die das
Antigen HER-2/neu
nur schwach exprimieren, ebenso wirksam ist wie im Fall der Zellen
MCF-7, PUB/N und HCT-116, die es auf einem erhöhten Niveau exprimieren. Dies
zeigt, dass die Präsentation
der Epitope mit schwacher Affinität keine Expression des Antigens
auf einem erhöhten
Niveau benötigt.
-
Epitope von HIV 1:
-
Die
Substitution bzw. der Austausch P1Y wurde verwendet, um neue subdominante/kryptische
Epitope von HIV 1 zu identifizieren.
-
17
Peptide von Gag, Pol, Env und Nef von HIV wurden aus der vollständigen Polypeptidsequenz
von HIV 1 ausgewählt.
Die Liste dieser Peptide ist in der folgenden Tabelle V dargestellt. Tabelle
V
- * Die Nummerierung der Aminosäuren basiert
auf der Sequenz des Klons HIV 1 WEAU 1.60 (Zugangsnummer Genbank
U21135). Diese Referenz wird einfach angegeben, um die Lokalisierung
der Peptide dieser Tabelle bezüglich
viraler Proteine anzugeben; die Sequenz dieser Peptide ist nicht
immer vollständig
identisch mit der der entsprechenden Peptide des Klons WEAU.
- *** Die Häufigkeit
wurde ausgehend von verfügbaren
Isolaten auf der Basis der Angaben der „HIV Molecular Immunology
Database" errechnet.
-
Die
relative Affinität
dieser Peptide für
HLA A2.1 (Referenzpeptid I9V) und die Stabilität des Komplexes Peptid/HLA
A2.1 wurden für
das native Peptid und für
seine Variante, die aus dem Ersatz der N-terminalen Aminosäure durch
ein Tyrosin resultiert, bestimmt, wie es in Beispiel 1 oben beschrieben
wurde.
-
Die
Resultate sind in der folgenden Tabelle VI dargestellt. Tabelle VI
| CD8-Epitopenpeptide | Native Peptide | P1Y-Peptide |
| RA | DC | RA | DC |
| GAG | 591 | 2,2 | > 6 h | 5 | > 6 h |
| | T9V | 5,5 | 3,5
h | 5,5 | > 6 h |
| | E9V | 21 | < 2 h | 1,7 | > 6 h |
| POL | 110V | 10 | < 2 h | 1,5 | 4
h |
| | A9M | 5 | 2
h | 1,75 | > 6 h |
| | V11V | 4,5 | 2
h | 2,5 | 3,5
h |
| | V9L | > 100 | ND | 8,6 | < 2 h |
| | I9V | 1 | 5
h | ND | ND |
| | P9L | > 100 | ND | 4,6 | < 2 h |
| | E11Q | > 100 | ND | > 100 | ND |
| | E10L | > 100 | ND | 10 | < 2 h |
| | 19V | 3,1 | > 6 h | 1,3 | > 6 h |
| ENV | K9L | 1,35 | > 6 h | 0,7 | > 6 h |
| | K9L/T | 0,65 | > 6 h | 0,4 | > 6 h |
| | R9V | > 100 | ND | 5 | ND |
| NEF | P10L | > 100 | ND | 5 | ND |
| | A9L | > 100 | ND | 7 | > 6 h |
-
Die
zwei Peptide gagp 24-212 (E9V) und pol 79 (L10V) haben eine schwache
Affinität
und ein schwaches Stabilisierungsvermögen (RA > 5 und DC < 2 Stunden); dagegen haben ihre P1Y-Varianten
eine starke Affinität
und ein starkes Stabilisierungsvermögen (RA < 5 und DC > 2 Stunden). Die Immunogenität der Peptide
E9V und L10V und ihrer P1Y-Varianten wurde ebenfalls getestet. Die
nativen Peptide sind nicht immunogen; dagegen sind ihre Varianten
sowohl bei den HHD-Mäusen
wie beim Menschen immunogen.
-
Außerdem wurden
auch CTL, die ausgehend von humanen PBMC, die von 6 unterschiedlichen
Spender stammten, erzeugt worden waren, die in vitro durch autologe
Zellen, die mit dem varianten Peptid E9VY oder dem varianten Peptid
L10VY beladen worden waren oder durch das immundominante native
Peptid S9L stimuliert worden waren, auf ihr Vermögen RMA-HHH-Zellen (RMA-Zellen,
die das native Molekül
HLA A2.1 exprimieren), die durch ein rekombinantes Virus des Vakzins,
das das Protein gag oder das Protein pol von HIV1(Isolat LAI) exprimiert,
oder durch ein Virus des Kontrollvakzins vom Wildtyp infiziert waren,
zu töten,
untersucht.
-
Die
Resultate sind in 9 dargestellt (auf der Abszisse
% spezifische Lyse; auf der Ordinate das Verhältnis Effektorzellen/Targetzellen).
Diese Resultate zeigen, dass die Peptide E9V und L10V natürlicherweise durch
Zellen präsentiert
werden, die HLA A2.1 und das virale Protein, von dem sie stammen
(gag für
E9V und pol für
L10V), exprimieren.
-
Epitope der katalytischen Untereinheit
der Telomerase (hTERT):
-
Die
Substitution P1Y wurde verwendet, um zu bestimmen, ob die katalytische
Untereinheit der Telomerase (hTERT) Epitope besitzt, die fähig sind,
eine cytotoxische T-Antwort zu induzieren.
-
Es
wurden 8 Peptide aus der Polypeptidsequenz der katalytischen Untereinheit
der Telomerase (hTERT) ausgewählt.
-
Die
relative Affinität
dieser Peptide für
HLA A2.1 und die Stabilität
des Komplexes Peptid/HLA A2.1 wurden bestimmt, wie es in Beispiel
1 oben beschrieben ist (Referenzpeptid: HIVpol 589).
-
Die
Resultate sind in Tabelle VII unten angegeben: Tabelle
VII
-
Die
zwei Peptide mhp 572 und mhp 988 haben eine schwache Affinität und ein
schwaches Stabilisierungsvermögen
(RA > 5 und DC 50 < 2 Stunden). Diese
2 Peptide sind außerdem
der katalytischen Untereinheit der humanen Telomerase (hTERT) und
der katalytischen Untereinheit der Maustelomerase (mTERT) gemeinsam.
Die P1Y-Varianten dieser 2 Peptide, die aus dem Ersatz der N-terminalen
Aminosäure
durch ein Tyrosin resultieren, wurden hergestellt und ihre relative
Affinität
für HLA
A2.1 und die Stabilität
des Komplexes Peptid/HLA A2.1 wurden bestimmt.
-
Die
Resultate, die in der folgenden Tabelle VIII angegeben sind, zeigen,
dass diese Varianten mhp 572Y1 und mhp 988Y1 starke Affinität und starkes
Stabilisierungsvermögen
haben (RA < 5 und
DC50 > 2 Stunden). Tabelle
VIII
-
CTL,
erzeugt aus humanen PBMC von verschiedenen Blutspendern, in vitro
stimuliert durch autologe Dendritenzellen, die mit dem varianten
Peptid mhp 572Y1 oder dem varianten Peptid mhp 988Y1 beladen waren,
wurden bezüglich
ihrer Fähigkeit,
die humanen Tumorzellen HLA A2.1/hTERT+ abzutöten, untersucht: U266 [VONDERHEIDE,
Immunity, 10, 11, (1999)] oder HSS HLA A2.1-/hTERT+: [VONDERHEIDE,
Immunity, 10, 11, (1999)].
-
Die
Resultate (% Lyse als Funktion des Verhältnisses Effektorzellen/Targetzellen;
Verhältnisse
FIT: 40/1; 20/1; 10/1) sind in 10 dargestellt:
man beobachtet keine Lyse für
die HSS-Tumorzellen, die HLA A2.1 nicht exprimieren; dagegen beobachtet
man eine starke Lyse im Fall der Tumorzellen U266, die gleichzeitig die
katalytische Untereinheit der Telomerase (HIRT) und HLA A2.1 exprimieren.
-
Diese
Resultate zeigen, dass die Peptide mhp 572 und mhp 988 natürlicherweise
durch die humanen Tumorzellen präsentiert
werden und dass immunogene Derivate dieser Peptide potentiell in
der Antitumor-Immuntherapie verwendbar sind.
-
BEISPIEL 6: ANTITUMORAKTIVITÄT DER P1Y-VARIANTEN
-
I. Derivate des Epitops der katalytischen
Untereinheit der Telomerase (hTERT)
-
P1Y-Varianten
(mhp 572Y1 und mhp 988Y1), die wie in Beispiel 2 beschrieben erhalten
wurden, wurden bezüglich
ihres Vermögens,
in vivo eine Antitumorschutzantwort mit immundominanten Peptiden
(mp 797 und mp 545) zu induzieren, getestet.
-
Zehn
HHD-Mäuse,
die wie in Beispiel 1 beschrieben erzeugt worden waren, wurden mit
zwei Injektionen mit einem Intervall von zwei Wochen mit unterschiedlichen
Peptiden, die von Synt:em (Nîmes,
Frankreich) synthetisiert worden waren, geimpft.
-
Sieben
Tage nach der letzten Injektion wurden den Mäusen, die mit den Peptiden
mhp 572Y1, mhp 988Y1, mp 797 und mp 545 geimpft worden waren, EL-4/HHD
Tumorzellen implantiert [PASCOLO et al., J. Exp. Med., 185, 2043–2051 (1997)].
-
Die
Wirksamkeit des Antitumorschutzes wird evaluiert, indem die Größe der Tumoren
28 Tage nach ihrer Implantation gemessen wird (11 A1 und 11 A2: Größe der Tumoren
als Funktion der zur Impfung verwendeten Peptide), und auch durch
das Überleben
der Mäuse
mit Implantat (11 B: % Überleben als Funktion der Tage
nach der Implantation der Tumorzellen).
-
Die
Resultate sind in den 11 A1, 11 A2 und 11 B dargestellt:
man beobachte, dass am Tag 28 die Tumoren 490 ± 144 mm2 bzw.
653 ± 148
mm2 bei den nicht-behandelten Mäusen (Kontrolle)
und mit dem Peptid mp 797 behandelten Mäusen messen, 421 ± 170 mm2 bzw. 489 ± 209 mm2 bei
den nicht-behandelten Mäusen
(Kontrolle) und bei den mit dem Peptid mp 545 behandelten Mäusen messen,
dass aber die Gruppe von Mäusen,
die mit den Peptiden mhp 572Y1 und mhp 988Y1 geimpft waren, die
Tumoren 232 ± 244
mm2 bzw. 190 ± 207 mm2 (11 A1) oder 213 ± 160 mm2 (11 A2) messen und dass 4 Mäuse, die mit mhp 572Y1 bzw.
mhp 988Y1 geimpft waren, keine Tumoren am T28 aufweisen.
-
Alle
nicht-geimpften Mäuse
waren am T50 tot (
11 B:
)
-
Für die mit
den Peptiden mp 797 und mp 545 geimpften Mäuse (
11 B:
und
)
beobachtet man eine Mortalität
ab T40 und die letzte Maus starb an T50.
-
Die
Mortalität
ist in der Gruppe von Mäusen,
die mit mhp 572Y1 und mhp 988Y1 geimpft wurden, deutlich reduziert
(
11 B:
und
).
Sie tritt am T40 auf und 4 Mäuse
(40%) sind am T80 noch am Leben (
11 B:
,
).
-
II. Derivate des Epitops HER-2/neu
-
P1Y-Varianten
(HER-2/neu 650Y1, HER-2/neu 402Y1), erhalten wie in Beispiel 2 beschrieben,
werden auf ihre Fähigkeit,
in vivo eine Antitumorschutzantwort mit den immundominanten Peptiden
(HER-2/neu 369, HER-2/neu 48) zu induzieren, untersucht.
-
Zehn
HHD-Mäuse,
erzeugt wie in Beispiel 1 beschrieben, werden mit zwei Injektionen
in einem Intervall von zwei Wochen mit diesen verschiedenen Peptiden,
synthetisiert durch Synt:em (Nîmes,
Frankreich), geimpft.
-
HER-2/HHD/neu-Zellen
werden erhalten, indem die Tumorzellen EL-4(HD mit cDNA, die für das Molekül HER-2/neu
codiert, transfiziert werden.
-
Sieben
Tage nach der letzten Injektion erhielten die Mäuse, die mit den Peptiden HER-2/neu 650Y1, HER-2/neu
402Y1, HER-2/neu 369 und HER-2/neu 48 geimpft worden waren, eine
Implantierung mit den Tumorzellen EL-4/HHD/neu.
-
Die
Wirksamkeit des Antitumorschutzes wurde evaluiert, indem die Größe der Tumoren
28 Tage nach Implantierung (12 A:
Größe der Tumoren
als Funktion der für
die Vakzination verwendeten Peptide) gemessen wurde und das Überleben
der Mäuse
mit Implantierungen (12 B: Prozentwert an Überlebenden als
Funktion der Anzahl der Tage nach Implantierung bzw. Implantation
der Tumorzellen) bestimmt wurde.
-
Die
Resultate zeigen, dass die Tumore am Tag T28 560 ± 93 mm2, 474 ± 234
mm2 und 564 ± 174 mm2 bei
den nicht-behandelten Mäusen
(Kontrolle) bzw. bei den mit den Peptiden HER-2/neu 369 und HER-2/neu 48
behandelten Mäusen
maßen,
dass aber die Tumore in der Gruppe von Mäusen, die mit den Peptiden HER-2/neu
402Y1 und HER-2/neu 650Y1 geimpft worden waren, 323 ± 116 mm2 bzw. 100 ± 99 mm2 maßen und
dass 4 Mäuse,
die mit HER-2/neu
650Y1 geimpft worden waren, am T28 keine Tumoren aufwiesen.
-
Alle
nicht-vakzinierten Mäuse
waren am Tag T40 tot (
12 B:
)
-
Für alle mit
den Peptiden HER-2/neu 369 und HER-2/neu 48 geimpften Mäuse (
12 B:
und
) trat
die Mortalität
nur am T32 auf und die letzte Maus starb am T52.
-
Die
Mortalität
ist in der Gruppe von Mäusen,
die mit HER-2/neu 402Y1 und HER-2/neu 650Y1 geimpft waren, deutlich
verringert (
12 B:
und
).
Sie wird nur ab T46 beobachtet und 3 Mäuse (30%) sind am T70 noch
am Leben (
12 B:
).
-
Die
Gesamtheit dieser Resultate zeigt, dass nur die in P1 mit einem
Tyrosin substituierten Formen der subdominanten/kryptischen Peptide
(HER-2/neu 650Y1, HER-2/neu 402Y1, mhp 572Y1 und mhp 988Y1) fähig sind,
in vivo eine wirksame Antitumorantwort zu erzeugen. Es scheint somit
interessant zu sein, subdominante/kryptische Peptide in ihrer in
P1 mit einem Tyrosin ausgetauschten Form bzw. substituierten Form
in der Antitumor-Immuntherapie zu verwenden.
-
BEISPIEL 7: ANTITUMORAKTIVITÄT, INDUZIERT
DURCH VAKZINE AUS DNA, DIE FÜR
MEHRERE DOMINANTE UND SUBDOMINANTE/KRYPTISCHE EPITOPE CODIERT, DIE
VON HER-2/neu ABGELEITET sind
-
Um
die relativen Misserfolge der bis heute ausschließlich mit
Hilfe von tumoralen Peptiden klinisch durchgeführten Assays abzumildern, besteht
ein neuer Ansatz in der Antitumor-Immuntherapie darin, multispezifische
Antworten durch eine genetische Immunisierung mit einer Polyepitopkonstruktion
durchzuführen, die
aus acht dominanten und vier subdominan ten/kryptischen Derivaten,
die von HER-2/neu abgeleitet sind und auf HLA A2.1 beschränkt sind,
besteht.
-
Selektion der Epitope
-
Die
acht dominanten Epitope (HER-2/neu 799, HER-2/neu 369, HER-2/neu
789, HER-2/neu 689, HER-2/neu
773, HER-2/neu 5, HER-2/neu 48 und HER-2/neu 1023) weisen eine hohe
Affinität
für HLA
A2.1 auf (RA < 5
und DC50 > 4
Stunden), außer
HER-2/neu 1023, das als solches mit einer mittleren Bindungsaffinität angesehen
wird (RA > 5, DC50 > 4
Stunden) (siehe Tabelle II, Beispiel 1).
-
Die
vier subdominanten/kryptischen Epitope (HER-2/neu 466, HER-2/neu
402, HER-2/neu 391
und HER-2/neu 650) (siehe Tabelle II, Beispiel 1) weisen eine sehr
schwache Bindungsaffinität
auf und sind bei den HHD-Mäusen
und beim Menschen nicht-immunogen, während die P1Y-Varianten (HER-2/neu
466Y, HER-2/neu 402Y1, HER-2/neu 391Y und HER-2/neu 650Y1), die wie in Beispiel 2
beschrieben erhalten wurden, eine große Affinität für HLA A2.1 aufweisen (RA < 4 und DC
50 > 4
Stunden). Diese P1Y-Varianten sind in der folgenden Tabelle IX angegeben: Tabelle
IX
-
Die
Immunogenität
der P1Y-Varianten und der immundominanten Epitope wurde nach dem
in Beispiel 1 beschriebenen Protokoll getestet.
-
Mäuse wurden
subkutan mit jedem der zwölf
oben genannten Peptide in Gegenwart des Epitops Th Iab, das von
dem „Kern"-Antigen von HBV
stammt, geimpft. Elf Tage später
wurden ihre Milzzellen in vitro mit dem zu testenden Peptid (1 μg) während 6
Tagen restimuliert und die erzeugten CTL wurden gegen die MAS-HHD-Zielzellen,
die mit den Immunisierungspeptiden oder einem Kontrollpeptid beladen
waren, getestet.
-
Die
Resultate (% Lyse als Funktion des Verhältnisses Effektorzellen/Targetzellen)
sind in 13 dargestellt:
- RMAS-HHD-Zellen,
mit dem Immunisierungspeptid beladen:
- RMAS-HHD-Zellen, mit einem Kontrollpeptid beladen: .
-
Wie
erwartet, rufen alle diese Epitope eine CTL-Antwort hervor und die,
die durch die P1Y-Varianten hervorgerufen wurden, sind für die entsprechenden
natürlichen
Peptide spezifisch.
-
Selektion einer Polyepitopkonstruktion
-
Die
Polyepitopkonstruktion (pet-neu) umfasst eine fortlaufende Folge
der vorher genannten 12 Epitope, das heißt:
- – die acht
dominanten Epitope (HER-2/neu 799, HER-2/neu 369, HER-2/neu 789,
HER-2/neu 689, HER-2/neu
773, HER-2/neu 5, HER-2/neu 48 und HER-2/neu 1023), die als Targets
der Lymphozyten, die die Tumore infiltrieren (LIT) bei Krebs der
Lunge, der Eierstöcke,
des Magens und von RCC beschrieben wurden, und
- – die
vier subdominanten/kryptischen P1Y-Varianten (HER-2/neu 466Y, HER-2/neu
402Y1, HER-2/neu 391Y und HER-2/neu 650Y1), die wie in Beispiel
2 beschrieben erhalten worden waren.
-
Die
Verwendung der obigen Polyepitopkonstruktion wurde für die Expression
beim Menschen optimiert und jedes potentielle Initiationscodon wurde
soweit wie möglich
von der Initiationsstelle konserviert, insbesondere wenn Kosack-Konsequenzen
eingebaut wurden. Ein SV5-pk-Motiv wurde an das 3'-Ende der Konstruktion
angefügt,
um die Verwirklichung der Expression von pet-neu in den transfizierten
COS-Zellen zu ermöglichen
(Expression des Anti-PK-Antikörpers mit
14 Aminosäuren).
-
Ein
Plasmid mit 3,0 kb, Vax1 (Invitrogen), wurde ausgewählt, in
dem für
die Replikation in E. coli oder für die Expression des rekombinanten
Proteins in den Säugerzellen
nicht notwendige Sequenzen weggenommen wurden, um die homologen
DNA-Sequenzen im humanen Genom zu limitieren, und um die Möglichkeit einer
chromosomalen Integration zu minimieren. Dieses Plasmid umfasst
das Gen für
Resistenz gegenüber Kanamycin
eher als gegenüber
Ampicillin, und zwar in dem Maße,
in dem die Aminoglycoside weniger geeignet sind, um beim Menschen
eine allergische Antwort hervorzurufen. Die Expression wird durch
die Promotor-Aktivator-Sequenzen
des humanen Cytomegalovirus (CMV) gesteuert. Eine Beendigung der
Transkription und eine Polyadenylierung der wirksamen mRNA wurden
erhalten, indem das Polyadenylierungssignal des Rinderwachstumshormons
verwendet wurde.
-
Die
DNA von pet-neu wird synthetisiert und in den Vektor pVax1 (Vax1/pet-neu)
kloniert.
-
Die
Polyepitopkonstruktion, wie sie oben beschrieben ist, weist die
folgenden Eigenschaften auf:
- a) sie erlaubt
die Prozessierung (l'apprêtage) jedes
Epitops an seinem C-terminalen Ende und
- b) sie schafft keine neuen Verknüpfungspeptide mit erhöhter Affinität für das Molekül HLA A2.1.
-
Die
Prozessierung (l'apprêtage) am
C-terminalen Ende wird durch zwei Vorhersagemodelle für eine Spaltung
des Proteasoms evaluiert (netChop1.0, www.cbs.dtu.dk/services/ NetChopPAPROC,
www.uni-tuebingen.de/uni:bcm/kuttler/links/html). Eine Vorhersage
einer Spaltung durch zwei Modelle ist notwendig, um zu beurteilen,
dass ein Epitop prozessiert ist.
-
Die
Affinität
der neuen Verknüpfungspeptide
wird wie in Beispiel 1 präzisiert
durch das Vorhersagemodell BIMAS evaluiert [PARKER et al., J. Immunol.,
152, 163, (1994)]. Unter den verschiedenen evaluierten Anordnungen
wurde die Anordnung der 14, die
SEQ ID NO: 70 entspricht, gewählt,
denn sie entspricht am besten den zwei oben präzisierten Eigenschaften. Die
Epitope HER-2/neu 773, HER-2/neu 1023, HER-2/neu5, HER-2/neu 466Y,
HER-2/neu 391Y, HER-2/neu 650Y1 wurden als modifiziert vorausgesagt
und nur fünf
neue Verknüpfungspeptide
mit einer erhöhten
Affinität
für das
Molekül
HLA A2.1 konnten erzeugt werden (p679, p949, p179, p9110, p6310); diese
Peptide wurden durch ihre Position in der Sequenz pet-neu (Positionen:
67, 94, 17, 91 und 63) und ihre Länge (9 oder 10 Aminosäuren) definiert.
-
I. Immunogenität von Vax1/pet-neu bei transgenen
HHD-Mäusen
-
A. Fähigkeit
von Vax1/pet-neu, in vivo spezifische CTL zu induzieren.
-
Die
Immunogenität
von Vax1/pet-neu wurde wie in Beispiel 1 beschrieben untersucht:
HHD-Mäuse, die
wie in Beispiel 1 beschrieben erzeugt worden waren, wurden intramuskulär mit zwei
Injektionen im Abstand von 15 Tagen mit Vax1/pet-neu (150 μg) immunisiert.
Eine Woche nach der letzten Immunisierung wurden ihre Milzzellen
in vitro mit B-Zellen, die durch LPS aktiviert und mit jedem der
zwölf Peptide beladen
worden waren, restimuliert.
-
Die
Cytotoxizität
wurde mit Hilfe von RMAS-HHD-Zellen (Targetzellen), die mit dem
Peptid, das dem entspricht, mit dem die B-Zellen beladen worden
waren, oder mit einem Kontrollpeptid beladen waren, evaluiert.
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Die
Resultate, die von einer statistisch entnommenen immunisierten HHD-Maus
stammen, sind in 14 dargestellt (% Lyse als Funktion
des Verhältnisses
Effektorzellen/Targetzellen).
- RMAS-HHD-Zellen, beladen mit
dem Peptid, das für
die Zellen B verwendet wurde:
- RMAS-HHD-Zellen, beladen mit einem Kontrollpeptid: .
-
Die
CTL töten
die RMAS-HHD-Zellen, die jeweils mit einem der zwölft Peptide
beladen sind, obgleich für
CTL, die für
bestimmte Peptide spezifisch sind, eine Lyse der RMAS-HHD-Zellen, die mit einem
Kontrollpeptid beladen sind, beobachtet wird (nicht-spezifische
Lyse).
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Die
wichtigsten spezifischen Lysen (30% über dem Hintergrund) werden
mit HER-2/neu 773, HER-2/neu 799, HER-2/neu 369, HER-2/neu 689,
HER-2/neu 402Y1 und HER-2/neu 391Y erhalten.
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B. Fähigkeit
der CTL, endogenes HER-2/neu zu erkennen.
-
Die
bei den mit Vax1/pet-neu geimpften HHD-Mäusen induzierten CTL wurden
auf ihre Fähigkeit,
spezifisch endogenes HER-2/neu zu erkennen, getestet.
-
Die
Resultate sind in 15 gezeigt (% Lyse als Funktion
des Verhältnisses
Effektorzellen (E)/Targetzellen (T)).
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Die
CTL wurden wie in A oben beschrieben induziert und gegen die Targetzellen
EL-4/HHD
),
die in Beispiel 6 beschrieben sind, und die Targetzellen EL-4/HHD/neu
,
die durch Transfizieren der Zellen EL-4/HHD mit der cDNA, die für HER-2/neu
codiert, erhalten wurden, getestet.
-
Die
CTL, die für
zwölf Peptide
von pet-neu spezifisch sind, erkannten und töteten die Ziele bzw. die Targets
EL-4/HHD/neu, die HER-2/neu exprimieren, aber nicht die Targets
EL-4/HHD, die als
negative Kontrolle verwendet wurden.
-
Für alle drei
getesteten Mäuse
wurde eine äußerst starke
spezifische Lyse (> 20% über dem
Hintergrund) für
HER-2/neu 1023, HER-2/neu 789, HER-2/neu 48, HER-2/neu 689, HER-2/neu 466Y, HER-2/neu 402Y1
und HER-2/neu 391Y erhalten.
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C. Faktor, der an der Induktion der CTL
beteiligt ist.
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Die
Induktion der CTL benötigt
entweder die Sensibilisierung mit Vax1/pet-neu oder resultiert auch
aus der Wiederholung der in vitro-Stimulationen der naiven Milzzellen.
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Die
Immunogenität
von Vax1/pet-neu wurde wie in Beispiel 1 beschrieben getestet: Sechs
Mäuse wurden
entweder mit der Konstruktion Vax1/pet-neu oder mit dem Vektor Vax1
immunisiert. Ihre Milzzellen wurden in vitro wiederholt mit den
B-Zellen, die durch LPS aktiviert worden waren, und mit jedem zu
testenden Peptid beladen worden waren (Effektorzellen) stimuliert.
-
Die
Targetzellen, die verwendet wurden, um die Spezifität der CTL
gegenüber
HER-2/neu zu untersuchen,
sind die RMAS-HHD-Zellen und die Zellen EL-4/HHD/neu, die wie in
Beispiel 6 beschrieben erhalten worden waren.
-
Die
Cytotoxizität
wurde nach der dritten Stimulation in vitro getestet. Die RMAS-HHD-Zellen, die mit dem
Peptid, das demjenigen entspricht, mit dem die B-Zellen beladen
waren, oder mit einem Kontrollpeptid beladen waren, und die Zellen
EL-4/HHD/neu wurden als Targetzellen verwendet.
-
Die
Resultate sind in
16 gezeigt [% spezifische Lyse
(die Lyse der Targetzellen, die mit einem Kontrollpeptid beladen
waren, ist abgeleitet) nach einer Immunisierung mit Vax-1
oder
Vax1/pet-neu (
].
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Die
mit Vax1/pet-neu sensibilisierten Milzzellen führten zu CTL, die für die zwölf Peptide
spezifisch waren. In überraschender
Weise wurden die CTL gegen die Mehrheit der Peptide, ausgenommen
HER-2/neu 369 und HER-2/neu 789, aus Milzzellen, die mit dem Vektor
Vax1 sensibilisiert worden waren, erzeugt. Für einige Peptide (HER-2/neu
1023, HER-2/neu 48, HER-2/neu
799, HER-2/neu 773, HER-2/neu 391Y) ist die Cytotoxizität der CTL,
die ausgehend von mit Vax1 sensibilisierten Milzzellen induziert
worden waren, fast so erhöht wie
die Cytotoxizität
der CTL, die ausgehend von mit Vax1/pet-neu sensibilisierten Milzzellen
induziert worden waren (16) A.
Dies zeigt, dass die wiederholten in vitro-Stimulationen ausreichend
sind, um die Induktion von CTL auszulösen.
-
Obgleich
diese CTL mit den Peptiden beladene Targets eliminieren, sind sie
doch noch unfähig,
Targetzellen, die endogenes HER-2/neu (EL-4/HHD/neu) exprimieren,
zu erkennen und zu eliminieren, ganz im Gegensatz zu CTL, die aus
mit Vax1/pet-neu sensibilisierten Milzzellen induziert wurden (16)
B.
-
Die
Gesamtheit dieser Resultate zeigt, dass die CTL, die für HER-2/neu
spezifisch sind, fähig
sind, wirksam die Tumorzellen zu eliminieren, die das Antigen exprimieren,
durch eine Vax1/pet-neu-Vakzination erzeugt werden.
-
II. Die Vax1/pet-neu-Vakzination induziert
in vivo eine Antitumorimmunität.
-
Die
in vitro erhaltenen Resultate haben dazu geführt, zu untersuchen, ob die
Vax1/petneu-Vakzination bzw. -Impfung in vivo eine schützende Antitumorimmunität induziert.
-
A. Effekt auf das Wachstum der Tumoren
und Spezifität
des Antitumorschutzes.
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Ein
Subklon der Zellen EL-4/HHD/neu, die wie in Beispiel 6 erzeugt worden
waren, der extrem tumorigen ist, wird nach drei in vivo-Selektionen
in den HHD-Mäusen
erhalten. Er exprimiert HHD und HER-2/neu auf demselben Level wie
die Elternzellen.
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HHD-Mäuse, die
wie in Beispiel 1 beschrieben erzeugt worden waren, werden mit 2
Injektionen mit einem Intervall von zwei Wochen mit der Konstruktion
Vaxl/pet-neu (17 A und 17 C)
oder mit dem leeren Vektor Vax1 (17 B)
immunisiert oder werden nicht immunisiert (17 D).
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Eine
Woche nach der letzten Immunisierung werden den obigen Mäusen 2 × 104 EL-4/HHD/neu-Zellen (17 A, 17 B
und 17 D) oder EL-4/HHD/Tel-Aml-Zellen, die erhalten
wurden, indem die Zellen EL-4/HHD mit der cDNA transfiziert wurden,
die für
das rekombinante Protein Tel-Aml codiert, implantiert, um in vivo
die Spezifität
der schützenden
Antitumorimmunität
zu untersuchen.
-
Das
Wachstum der Tumoren wird alle 5 bis 7 Tage bis zum T28, wenn alle
nicht-geimpften
Mäuse tot sind,
evaluiert und die Mäuse
der restlichen Gruppe werden bezüglich
ihrer Mortalität überwacht.
-
Die
Resultate sind in 17 gezeigt (Größe der Tumoren
als Funktion der Zahl der Tage nach der Implantierung der Tumorzellen).
-
Alle
nicht-geimpften Kontrollmäuse
(17 D) oder mit Vax1 geimpften Mäuse (17 B)
entwickeln Tumore, die am T17 auftreten und sehr schnell größer werden.
Am T28 messen die Tumore 772 ± 268
mm2 bzw. 404 ± 121 mm2 bei
den Kontrollmäusen
bzw. den mit Vax1 behandelten Mäusen
(p = 0,04).
-
In
der Gruppe von Mäusen,
die mit Vax1/pet-neu geimpft waren (17 A),
zeigen dagegen 2 von 9 Mäusen
am T28 keine Tumore, andernfalls treten am T23 Tumore auf und wachsen
langsam. Die Größe der Tumoren
ist 116 ± 66
mm2 (p = 0,0001 zum Vergleich mit den nicht-behandelten
Mäusen
oder mit den mit Vax1 behandelten Mäusen).
-
Diese
schützende
in vivo-Antitumorimmunität
ist für
HER-2/neu spezifisch, und zwar aufgrund der Tatsache, dass die mit
Vax1/pet-neu geimpften Mäuse
nicht gegen den Tumor EL-4/HHD/Tel-Aml
geschützt
sind (17 C). In der Tat entwickeln
alle Mäuse
Tumore und ihre Größe ist am
T28 578 ± 231
mm2.
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B. Wirkung auf das Überleben der Mäuse und
Spezifität
des Antitumorschutzes.
-
Die
Wirkung des Antitumorschutzes, der durch die Impfung Vax1/pet-neu
induziert wurde, wird bestätigt,
indem das Überleben
der Mäuse,
die Tumore tragen, untersucht wird.
-
HHD-Mäuse werden
geimpft und erhalten eine Implantierung, wie es in A beschrieben
ist. Ihre Mortalität
wird bis zum T55 beschrieben.
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Die
Resultate sind in 18 gezeigt (% Überleben
als Funktion der Zahl an Tagen nach Implantierung der Tumorzellen).
-
Alle
nicht-geimpften Mäuse
sterben am T32
.
-
Für die mit
Vax1 geimpften Mäuse
beginnt
die Mortalität
am T32 und die letzte Maus stirbt am T42 (p = 0,04 im Vergleich
zu den nicht-geimpften Mäusen).
-
Die
Mortalität
ist in der Gruppe von Mäusen,
die mit Vax1/pet-neu geimpft wurden, deutlich verringert
.
Sie beginnt am T39 und 5 Mäuse
(56%) sind am T55 noch am Leben (p = 0,0008 im Vergleich zu nicht-behandelten
Mäusen
und mit Vax1 behandelten Mäusen).
-
Diese
Schutzimmunität
ist für
HER-2/neu spezifisch, da die Mortalität der Mäuse, die mit Vax1/pet-neu behandelt
wurden und die eine Implantierung des Tumors EL4/HHD/Tel-Aml erhielten
, ähnlich der
Mortalität
der Mäuse
ist, die mit Vax1 behandelt wurden und die eine Implantierung mit
den Tumorzellen EL-4/HHD/neu erhielten
. SEQUENZPROTOKOLL
SEQUENZPROTOKOLL