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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und System
zum Fernnetzdrucken.
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Auf
dem AEC-Markt (AEC = Architectural Engineering and Construction
= Bautechnik und Konstruktion) ist es allgemein üblich, sehr große graphische
Darstellungen unter Verwendung beispielsweise von Druckern der Reihe
HP Design-Jet von
Hewlett Packard zu erzeugen. Reprofirmen werden eingesetzt, um Druckaufträge, die
beispielsweise von Architekten erzeugt wurden, zu kopieren oder
zu erzeugen, wobei die gedruckten Kopien mit Hilfe eines Kuriers
zu den verschiedenen Auftragnehmern und Subauftragnehmern, die mit
dem Architekt zusammenarbeiten, geliefert werden.
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Für Auftragsempfänger, die
Druckressourcen steuern können,
wie z. B. Reprofirmen, ist es allgemein bekannt, das Drucken durch
entfernte Auftragssender, wie z. B. Architekten, über E-Mail
zu erleichtern. Da ein Auftragssender nicht davon ausgehen kann,
dass ein Auftragsempfänger über die
gesamte Anwendungssoftware des Senders verfügt, da dies in manchen Fällen durchaus
teuer sein kann, muss der Auftragssender einen zu druckenden Auftrag
in einem Format bereitstellen, das durch den Auftragsempfänger verwendbar
ist, statt einfach anwendungsspezifische Dateien zu übermitteln.
Das verwendete Format ist in der Regel eine Druckerdatei, die der
Empfänger
unmittelbar an einen Drucker senden kann, oder das durch einen Druckertreiber wiedergegeben
werden kann. Somit muss der Auftragssender, unter Verwendung sowohl
der ursprünglichen
Anwendung als auch eines E-Mail-Clients
wie z. B. Outlook-Express der Microsoft Corporation, eine oder mehrere
derartige Druckerdateien ordnungsgemäß erzeugen und an eine E-Mailnachricht anhängen. Bei
Empfang der E-Mailnachricht muss der Auftragsempfänger den
Anhang oder die Anhänge
speichern und sie händisch
an einen gewünschten
Drucker senden. Diese Lösung
hängt auch
davon ab, dass der Auftragssender in der Lage ist, die Druckerdatei
zu erzeugen. Die Software dafür
wird oft zusammen mit einem Drucker geliefert und wiederum ist,
aufgrund der Kosten der Software oder aufgrund dessen, dass bei
dem Sender nicht die geeignete Druckertreibersoftware installiert
ist, der Sender unter Umständen
nicht in der Lage, eine Druckdatei zu erzeugen. Ferner ist es sehr
wahrscheinlich, dass unter Verwendung einer derartigen Lösung Druckgenauigkeitsprobleme,
beispielsweise aufgrund von Unterschieden zwischen Druckermodell
oder Treibersoftware des Senders oder des Empfängers, auftreten.
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Es
sind herkömmliche
Systeme erhältlich, die
zu einem gewissen Grad die Probleme der im Vorhergehenden genannten
Praktiken angehen. Der Instant Delivery Service (www.instant-delivery.com) von
HP ist ein Dienst der Hewlett Packard Company, der bereitgestellt
ist, um es einem Auftragsempfänger
zu ermöglichen,
Aufträge,
die als Webinhalt auf mehreren Webseiten gespeichert sind, herunterzuladen
und zu drucken. Jedoch lässt
dies keine Punkt-zu-Punkt-Lieferung
eines Inhalts zu.
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Andere
Dienste, wie z. B. der Online Courier Service (www.exchange.ups.com)
von UPS, PostX (www.postx.com), Pitney Bowes (www.pb.com) oder PostECS
(www.usps.com/postecs) des United States Postal Service richten
sich auf die zuverlässige und
sichere Übertragung
von Dokumenten unter Verwendung des Internetnetzes. Sie befassen
sich nicht mit einem Bereitstellen von Druckdiensten.
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Der
Dienst plot.com von E-quorum (www.plot.com) und ein durch Mimeo (www.mimeo.com)
bereitgestellter ähnlicher
Dienst ermöglichen
es einem Benutzer, Drucke unter Verwendung des Internet zu versenden.
Die jeweiligen Drucke werden in einem Server gespeichert, und es wird
einem oder mehreren eingetragenen Reprofirmen die Gelegenheit gegeben,
ein Angebot zum Drucken des Auftrags bereitzustellen.
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Angebote
werden an den Sender weitergeleitet und, wenn der Sender ein Angebot
akzeptiert, druckt die Reprofirma den Druckauftrag. Ein Kurier liefert
die Drucke von der Reprofirma an die Endnutzer. Beider dieser Dienste
sind so entworfen, dass es Reprofirmen möglich ist, ihre Dienste aufzuwerten und
den Angebotsdienst zu rationalisieren. Sie lassen aber beispielsweise
nicht zu, dass ein Architekt sich die Tatsache zunutze machen kann,
dass manche Auftragnehmer, die eine graphische Darstellung erhalten
sollen, unter Umständen
tatsächlich über Drucker
verfügen,
die in der Lage sind, die graphische Darstellung zu drucken. Es
wird sich deshalb zeigen, dass diese Dienste es einem Benutzer nicht ermöglichen,
in einer deterministischen Art und Weise eine Partei zu bestimmen,
die einen Druckauftrag drucken soll, und somit auch kein Punkt-zu-Punkt-Drucken
eines Druckauftrags ermöglichen.
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Die
EP 886206 offenbart ein System,
das einen Netzdrucker aufweist, der Druckaufträge über das Internet von einer
Mehrzahl von Client-Prozessoren empfängt.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung ist ein Ferndrucksystem gemäß Anspruch 1 bereitgestellt.
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Die
vorliegende Erfindung stellt eine Ende-zu-Ende-Lösung von dem Auftragssender
zu dem Auftragsempfänger
bereit, die den Zusammenarbeitsfluss zwischen den verschiedenen
Parteien in dem Druckprozess verbessert.
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Es
wird sich zeigen, dass im Gegensatz zu dem Instant Delivery Service
von HP die vorliegenden Erfindung einen zentralen Server verwendet,
um Druckaufträge
in einer Punkt-zu-Punkt-Weise zwischen Sender und Empfängern zu
leiten.
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Das
Ausführungsbeispiel
liefert ein internetfähiges
Drucksystem, um durch einen entfernten Auftragssenderbenutzer gesendete
Aufträge
zu empfangen.
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Bei
bevorzugten Ausführungsbeispielen
der Erfindung kann ein Sender oder Empfänger die Lieferung von Drucken
an- oder abschalten
und die Ablaufkoordination der Lieferungen einstellen. Auch kann
der Sender oder Empfänger
anweisen, dass ein Auftrag sofort gedruckt wird, ohne auf zeitlich
festgelegte Meilensteine zu warten. Vorzugsweise können sowohl
der Sender als auch der Empfänger
die Drucke vor dem Drucken vorzusichten.
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Gemäß der Erfindung
weist der Ferndruckserver über
E-Mail über
den Empfang eines neuen Druckauftrags hin.
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Der
Empfängerbenutzer
kann den Druck auf einen Empfang der E-Mail-Benachrichtigung hin
die Drucke dynamisch annehmen. Auch kann der Auftragsempfänger die
zu druckenden Aufträge
dynamisch annehmen, sobald er den Inhalt und den Sender identifiziert
hat. Unter Verwendung des Instant Delivery Service von HP kann der
Empfänger
die zu druckenden Aufträge
nicht dynamisch annehmen oder zurückweisen.
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Die
vorliegende Erfindung ist besonders auf dem AEC-Markt nützlich,
um es Architekten, Ingenieuren und Auftragnehmern zu ermöglichen,
Drucke, im Besonderen solche für
Großdrucker,
wie beispielsweise DesignJets von HP, in einer Punkt-zu-Punkt-Weise statt
der Server-Client-Weise des Instant Delivery Service von HP auszutauschen. Tatsächlich ermöglicht es
die Erfindung Auftragnehmern, wenn sie auf diesem Markt eingesetzt
wird, beispielsweise DesignJet-Drucker von HP als Großfaxgeräte zu betreiben,
die die Qualität
des Druckers bei der Kommunikationsgeschwindigkeit eines Faxgeräts erreichen.
Sie erzielen auch den besonderen Vorteil, in der Lage zu sein, zu
wählen,
einen Druck zu empfangen oder nicht, und zwar basierend nicht nur
auf der Fähigkeit,
den Auftragssender zu identifizieren, sondern auch auf der Fähigkeit,
einen Auftragsinhalt vorzusichten, bevor der Auftrag gedruckt wird.
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Während die
vorliegende Erfindung dieselben sicheren und zuverlässigen Übertragungsfähigkeiten
wie Dienste vom Typ von UPS einschließen kann, liefert sie zusätzlich eine
Fähigkeit
zum gesteuerten Drucken, die benötigt
wird, um die Probleme von Drucksystemen des Stands der Technik zu
lösen.
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Die
bevorzugten Ausführungsbeispiele
stellen ein integriertes, zuverlässiges,
einfach zu benutzendes und unterstützendes und gesteuertes Ferndrucksystem
bereit.
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Es
wird auch gezeigt werden, dass ein zweiter Vorteil der Erfindung
die Bereitstellung einer schnellen und billigen Lösung ist,
die es Benutzern ermöglicht,
fortgeschrittenere Ferndruckeinrichtungen einzusetzen, als sie unter
Umständen örtlich verfügbar haben.
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Verschiedene
Ausführungsbeispiele
der Erfindung werden nun mit Bezug auf die begleitenden Zeichnungen
beschrieben. Es zeigen:
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1 ein
schematisches Diagramm eines Ferndrucksystems gemäß einem
bevorzugten Ausführungsbeispiel
der Erfindung;
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2 ein
schematisches Diagramm, das die an einer Verarbeitung eines Druckauftrags
beteiligten Schritte veranschaulicht; und
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3(a) und 3(b) Zustandsdiagramme für einen
Ferndruckserver der 1.
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Mit
Bezug auf 1 ist ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel
eines Ferndrucksystems 10 gemäß der vorliegenden Erfindung
gezeigt. Bei diesem System können
Kunden zwei verschiedene Rollen spielen: Benutzer, die fernzudruckende
Drucke liefern, werden als Auftragssender bezeichnet. Benutzer,
die ihre Drucker mittels eines Postfachs gemein schaftlich verwenden,
so dass andere Benutzer an dieselben drucken können, werden als Auftragsempfänger bezeichnet.
Derselbe Benutzer kann die Rolle des Auftragssenders oder Auftragsempfängers zu
unterschiedlichen Zeiten spielen, abhängig von seinen Bedürfnissen.
Bei dem bevorzugten Ausführungsbeispiel
ermöglicht
das System Auftragssendern mit einer Internetverbindung, zu entfernten
DesignJets 18, 18' von
HP zu drucken, die ebenfalls mit einem Internet 30 verbunden
sind. Nichtsdestotrotz wird sich zeigen, dass die Erfindung nicht
dahingehend beschränkt
ist und auch vollständig
oder teilweise unter Verwendung eines Intranet-WAN oder -LAN oder
mit einem beliebigen Typ eines Druckers implementiert werden könnte.
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In
jedem Fall umfasst das System des bevorzugten Ausführungsbeispiels
drei Untersysteme:
- 1. ein Senderuntersystem,
das auf einem Computer 12 eines Auftragssenders installiert
ist und es eingetragenen Benutzern ermöglicht, Druckaufträge von einer
beliebigen Anwendung aus zu versenden. Bei dem bevorzugten Ausführungsbeispiel
weist der Auftragssender einen Druckertreiber von Microsoft Windows
auf, der als ein „Ferndruck"-Drucker installiert
ist. Der Drucker kann zum Drucken von einer beliebigen Anwendung aus,
die auf dem Computer 12 abläuft, ausgewählt werden, um Druckdateien
für einen
Druckauftrag zu erzeugen. Der Auftragssender kann dann bewirken,
dass der Druckauftrag auf einen Ferndruckserver 14 hochgeladen
wird;
- 2. das Ferndruckserveruntersystem 14 handhabt alle
Internetkommunikationen und führt
das Empfangen, Verarbeiten, Nachverfolgen und Führen der hochgeladenen Druckaufträge an einen
oder mehrere Auftragsempfänger
durch. Ferner ermöglicht
es einem oder mehreren Auftragsempfängern 16, die empfangenen
Druckaufträge,
die auf einem Drucker 18, 18', dem sie zugeordnet sind, zu drucken
sind, anzunehmen oder zurückzuweisen;
und
- 3. ein Empfängeruntersystem,
das auf einer mit einem Netz verbundenen Vorrichtung, wie beispielsweise
einem Universalcomputer 20, 20', installiert ist und sich bei
dem bevorzugten Ausführungsbeispiel
regelmäßig mit
dem Ferndruckserver 14 verbindet, um Aufträge, die
auf einem lokalen Zieldrucker 18, 18', der mit der
mit dem Netz verbundenen Vorrichtung verbunden ist, zu drucken sind,
herunterzuladen. Das Empfängeruntersystem
gibt den Druckauftrag anschließend wieder
und sendet den Auftrag an den Drucker 18, 18'.
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Als
erstes tragen sich Auftragsempfänger, die
die Absicht haben, es entfernten Auftragssendern zu ermöglichen,
zu ihren DesignJets von HP zu drucken, entweder durch Herunterladen
und Installieren einer Auftragsempfängersoftware aus einer Internetwebsite
oder Installieren der Software von einer lokalen oder entfernten
Platte auf eine mit einem Netz verbundene Vorrichtung, mit der der
Drucker verbunden ist, in diesen Dienst ein.
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Alternativ
kann sich der Empfänger
zuerst einfach bei dem Ferndruckserver eintragen und die Client-Software
später
von dem Ferndruckserver herunterladen. Selbstverständlich kann
die Client-Software, sobald sie heruntergeladen worden ist, auf
einen Intranet-Netzserver gelegt werden, und jeder aus einem Unternehmen
mit einem Zugriff auf den Server kann dieselbe installieren. In 1 ist
die Vorrichtung als ein Universalcomputer 20 gezeigt, der über ein
LAN oder eine Einwählverbindung
mit dem Internet 30 verbunden werden kann. Alternativ kann die
Vorrichtung eine IP-fähige
(Internet-Protokoll-fähige)
Karte sein, die in den Drucker eingebaut ist, und die in der Lage
ist, dass die Empfängeruntersystemsoftware
auf dieselbe installiert werden kann.
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Während des
Eintragungsprozesses wird ein Postfach, das durch eine E-Mailadresse
gekennzeichnet ist, für
jeden eingetragenen Auftragsempfänger
erzeugt. Somit kann, wie es in 1 gezeigt ist,
beispielsweise eine Mail-Client-Software
eines Auftragsempfängers,
z. B. ein Internetexplorer für
die Microsoft Corporation, auf einer mit einem Netz verbundenen
Vorrichtung 16, die von der Vorrichtung 20, mit
der der zugeordnete Drucker 18 verbunden ist, getrennt
ist, installiert werden. Wiederum kann die Vorrichtung 16 eine
beliebige Vorrichtung sein, die in der Lage ist, E-Mail zu empfangen,
also z. B. sogar ein PDA oder ein Mobiltelefon. Selbstverständlich kann
das Postfach auch auf dem Computer 20 installiert werden,
mit dem der Zieldrucker 18 verbunden ist, wobei es sich
allerdings aus dem Vorhergehenden zeigt, dass dies nicht unbedingt
notwendig ist.
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Gleichzeitig
können
Benutzer, die als Auftragssender agieren möchten, eine Auftragssendersoftware
in derselben Weise, wie sie im Vorhergehenden beschrieben ist, auf
einem Computer 12 installieren, von dem aus sie Druckaufträge versenden möchten. Dies
bringt ebenso eine Eintragung bei dem Ferndruckserver mit sich,
wo sie mit einem Benutzernamen und optional einem Passwort versehen werden.
Während
der Eintragung können
sie auch eine oder mehrere E-Mailadressen
als ein Mittel zur Benachrichtigung über den Fortschritt von Druckaufträgen bereitstellen – wiederum
gilt, dass der Mail-Client für
diese E-Mailadresse(n) nicht auf derselben Maschine ablaufen muss,
von der aus die Druckaufträge
erzeugt werden. Alternativ könnte
der Benutzer zusätzlich
oder alternativ eine Telefonnummer angeben, um Benachrichtigungen
als SMS-Nachrichten zu erhalten.
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Die
Auftragssendersoftware wird vorzugsweise in Form eines Pakets, wie
beispielsweise einer Wizard-Datei oder sich selbst ausführenden
Datei zum Installieren eines Druckertreibers und Einrichten des „Ferndruck"-Druckers geliefert.
Somit wird der Drucker, sobald dieser Druckertreiber in demselben installiert
ist, zum Drucken von einer beliebigen Windows-Anwendung aus, die
auf dem Computer 12 des Auftragssenders abläuft, verfügbar.
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Es
wird nun Bezug genommen auf 2, die die
an einer Verarbeitung eines Druckauftrags beteiligten Schritte auf
einer hohen Ebene zeigt:
Bei Schritt 1, „Auftrag
hochgeladen", sendet
der Auftragssender einen Auftrag an den Ferndruckserver 14 unter
Verwendung des auf dem Computer 12 installierten Auftragssenderuntersystems.
Somit wählt der
Benutzer, der eine Anwendung, z. B. AutoCad von AutoDesk, ausführt, den
installierten „Ferndruck"-Drucker aus dem
Druckdialogfeld aus. Wenn der Benutzer „OK" in dem Dialogfeld auswählt, um eine
oder mehrere ausgewählte
Seiten zu drucken, beginnt die Anwendung mit dem Durchführen von Aufrufen
an eine GDI-Funktion (Graphics Device Interface = Graphikvorrichtungsschnittstelle,
ist das Graphikanzeigesystem bei Microsoft Windows) und sendet derselben
die Parameter für
die zu erzeugenden Objekte. GDI wiederum „zeichnet" die Objekte durch Senden von Befehlen
an dem Druckertreiber, der die Bilder tatsächlich wiedergibt. In diesem
Fall verwendet der Ferndruckdruckertreiber wiederum Funktionen,
die durch die herkömmliche
DesignJet-Druckertreiber-API (Application Programming Interface
= Anwendungsprogrammierungsschnittstelle) von HP, eine auf dem Computer 12 systemeigene DLL
(Dynamic Link Library = Dynamische-Verknüpfung-Bibliothek) dargelegt
sind, um eine temporäre Datei
auf einer Platte im HP-GL/2-Format
(HP-GL = Hewlett Packard Graphic Language = Hewlett-Packard-Graphiksprache)
zu erzeugen. HP-GL/2 wird ausgewählt,
da es eine angemessen kompakte Darstellung des Druckauftrags ist,
es wird sich jedoch zeigen, dass die Erfindung nicht auf dieses
Format beschränkt
ist und auch andere Formate, wie beispielsweise Postscript oder
PDF (Portable Document Format = tragbares Dokument-Format) verwendet werden
können.
Im Allgemeinen (auch wenn die Erfindung nicht dahingehend beschränkt ist)
können diese
Formate so beschrieben werden, dass sie Drucker-Mark-Up-Sprache- oder Vektor-Versionen
eines Druckauftrags aufweisen, verglichen mit Raster- oder Bildtabellen-Versionen
des Druckauftrags.
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In
jedem Fall instanziiert die Druckertreibersoftware gleichzeitig
mit dem Erzeugen der HP-GL/2 einen Port-Überwachungseinrichtungsteilprozess oder
-prozess, der die Erzeugung der HP-GL/2-Datei, die auf die Platte
geschrieben wird, überwacht. Wenn
die Datei vollständig
ist, instanziiert die Port-Überwachungseinrichtung
einen Auftragssendeprozess. Wenn der Auftragssendeprozess beginnt,
sucht sie nach der temporären
HP-GL/2-Datei und beginnt durch Erzeugen einer Vorschaudatei aus den
HP-GL/2-Dateiinformationen. Dies wird erzielt, indem zuerst die
HP-GL/2-Dateiinformationen
wiedergegeben werden, um ein Bittabellenbild entsprechend der ersten
Seite der HP-GL/2-Dateiinformationen
zu erzeugen. Diese Bildtabelleninformationen wiederum werden in
eine komprimiertere JPEG-Formatbilddatei
umgewandelt. Die HP-GL/2- und JPEG-Datei werden anschließend einem
Korb von Druckerdateien, die den Druckauftrag aufweisen, hinzugefügt.
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Bei
dem bevorzugten Ausführungsbeispiel fährt der
Auftragssendeprozess mit dem Anzeigen eines Dialogfelds fort, das
die sich aktuell in dem Korb befindlichen Druckerdateien auflistet,
und zeigt vorzugsweise das jeder Druckerdatei zugeordnete JPEG-Bild
als eine Thumbnail-Vorschau an. Der Benutzer ist demzufolge in der
Lage, vorher gedruckte Dateien auszuwählen und entweder ihre Attribute einzustellen,
beispielsweise durch Erhöhen
der Anzahl von zu erzeugenden Kopien (ursprünglich in dem Druckdialogfeld
ausgewählt)
oder Ändern
von Druckcharakteristika wie Druckqualität, Auflösung, Farbe (Farbe, Graupegel
oder Schwarz-Weiß),
der Ausrichtung der Zeichnung (Portrait gegenüber Landschaft) und der Seitengröße; oder
einfach die Druckerdatei aus dem Druckauftrag zu löschen.
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Sobald
der Druckerauftrag abgeschlossen ist, klickt der Benutzer auf einen
Knopf in dem Dialogfeld, um zu bewirken, dass der Druckauftrag auf
den Ferndruckserver 14 hochgeladen wird. Dies bewirkt, dass
entweder ein allgemeiner Webbrowser, wie z. B. ein Internetexplorer,
oder ein zweckgebundener Browser, hochfährt und sich mit einer auf
dem Ferndruckserver 14 gespeicherten Anmelde-Webseite verbindet.
Der Benutzer meldet sich anschließend auf der Site an und navigiert
zu einer Seite, auf der der Benutzer die Details des Druckauftrags,
wie z. B. die Zielemailadresse(n), den Gegenstand des Druckauftrags,
jegliche an den Auftragsempfänger
zu liefernde Nachricht usw., eingibt. Ein Hochladen der HP-GL/2-
und JPEG-Dateien, die den Druckauftrag aufweisen, findet während dieser
Interaktion unter Verwendung z. B. herkömmlicher HTTP-Befehle (HTTP
= Hyper-Text Transfer
Protocol = Hypertextübertragungsprotokoll),
wie z. B. HTTP Post, statt.
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Sobald
der Druckauftrag hochgeladen worden ist, kann der den Auftrag versendende
Druckertreiber entweder die Druckerdateien und Thumbnails in dem
Korb löschen
oder er kann die hochgeladenen Dateien in dem Korb als abgesendet – und unter
Umständen
sogar an wen – markieren.
Der Benutzer kann diese bei einem Formulieren des nächsten Druckauftrags
nach Wunsch löschen.
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Alternativ
könnte
der den Auftrag versendende Druckertreiber es dem Benutzer ermöglichen, mehr
als einen Druckauftrag zu einem beliebigen gegebenen Zeitpunkt zu
erzeugen, und alle derartige Alternativen fallen in den Schutzbereich
der vorliegenden Erfindung. Bei einer weiteren Alternative kann
der den Auftrag versendende Druckertreiber angepasst sein, um es
dem Benutzer zu ermöglichen,
Druckerdateien auf eine Platte zu speichern und diese später auf
einen neuen Druckauftrag hochzuladen, wobei zu diesem Zeitpunkt
eine neue Thumbnail-Vorschau erzeugt wird.
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Bei
dem bevorzugten Ausführungsbeispiel wird
die Handhabung einer Benutzerinteraktion mit der Website serverseitig
durch entsprechende Servlets-Instanzen gesteuert. Servlets sind
Teil der Java-2-Plattform von Sun Microsystems und liefern Java-Anwendungen,
die in einem Webserver oder Anwendungsserver ablaufen, um eine serverseitige Verarbeitung,
in der Regel zum Zugreifen auf eine Datenbank oder Durchführen einer
E-Commerce-Verarbeitung (E-Commerce = elektronischer Handel), zu
ermöglichen.
Servlets sind ein Java-basierter Ersatz für CGI-Scripts, Active Server
Pages (ASPs = aktive Server Seiten) von Microsoft und eigene in
C und C++ geschriebene Plug-Ins bzw. Programmerweiterungen für spezifische
Webserver (ISAPI, NSAPI). An sich wird sich zeigen, dass die Erfindung
unter Verwendung dieser und anderer alternativen Techniken in gleichem
Maße implementierbar
ist.
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Somit
handhabt eine Servlet-Instanz eine Interaktionssitzung mit einem
Auftragssender, und erhält
so die in den HTTP-Post-Anforderungen enthaltenen Druckauftragsdateien
und Details und schreibt dieselben bei dem bevorzugten Ausführungsbeispiel in
eine Datenbank.
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Da
der Auftragssender ein eingetragener Benutzer ist, und da sich der
Benutzer bei dem Ferndruckserver angemeldet hat, kennt der Server
die durch den Auftragssender bei der Eintragung bereitgestellte
E-Mailadresse. Somit erzeugt, nachdem die Druckauftragsdetails in
dem Ferndruckserver gespeichert worden sind, entweder die Servlet-Instanz,
die den bestimmten Druckauftrag handhabt, oder eine zweckgebundene
Hintergrundroutine, die die zum Drucken eingereichten Aufträge überwacht,
eine E-Mailnachricht für
den Auftragssender. Somit kann der Auftragssender eine E-Mailbenachrichtigung
von dem Ferndruckserver erhalten, die das Hochladen bestätigt.
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Bei
dem Beispiel der 2 gibt der Auftragssender die
Adresse eines oder mehrerer Auftragsempfänger an, für die der Auftrag vorgesehen
ist, in diesem Fall Paul@Contractors.com. Somit, in Schritt 2, „Neuen
Auftrag erhalten. Nehmen Sie an?",
nachdem die Druckauftragsdetails in dem Ferndruckserver gespeichert
worden sind, erzeugt entweder die Servlet-Instanz, die den bestimmten
Druckauf trag handhabt, oder eine zweckgebundene Hintergrundroutine,
die die zum Drucken eingereichten Aufträge überwacht, eine E-Mailnachricht
für jedes
durch den Druckauftragsender spezifizierte Ziel. Somit empfängt jeder
Auftragsempfänger
eine E-Mailbenachrichtigung in seinem Mail-Client.
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Der
Auftragsempfänger
kann entweder unabhängig
oder ansprechend auf die E-Mail auf die Ferndruckwebsite gehen,
um den Inhalt des zu druckenden Auftrags einzusehen, und dort kann
der Auftragsempfänger
den Auftrag annehmen oder den erhaltenen Auftrag zurückweisen/löschen.
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Bei
dem bevorzugten Ausführungsbeispiel enthält die E-Mailbenachrichtigung
einen URL, die eine Java-Serverseite (JSP = Java Server Page) auf dem
Ferndruckserver 14 identifiziert. JSP ist eine Erweiterung
der Java-Servlet-Technologie
von Sun Microsystems, die einen einfachen Programmierträger zum
Anzeigen eines dynamischen Inhalts auf einer Web-Seite bereitstellt.
Eine JSP weist eine HTML-Seite
(HTML = HyperText Mark-up Language = Hypertext Mark-Up-Sprache) mit einem
eingebetteten Javaquellencode auf, der in dem Webserver oder Anwendungsserver
ausgeführt
wird. Die HTML stellt das Seitenlayout bereit, das an den Web-Browser zurückgegeben
wird, und Java stellt die Verarbeitung bereit; z. B., um eine Anfrage
an die Datenbank zu liefern und die leeren Felder mit den Ergebnissen auszufüllen. Die
JSP wird in einen Bytecode (in ein Servlet) kompiliert, wenn sie
zum ersten Mal durch den Server vorgefunden wird. Wiederum sind
JSPs das Sun/Java-Gegenstück
zu den ASPs (Active Server Pages = aktive Serverseiten) von Microsoft,
und an sich kann die Erfindung unter Verwendung dieser oder anderer
geeigneter alternativer Techniken implementiert werden.
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Wenn
der Auftragsempfänger
auf den E-Mailbenachrichtigungs-URL
klickt, startet ein auf dem Computer 16 des Auftragsempfängers installierter
Browser (allgemein oder zweckgebunden) und zeigt zuerst einen Dialog
oder eine Seite an, die den Empfänger
auffordert, sich anzumelden, bevor er die JSP verwendet, um eine
Seite zu erzeugen, die entweder den spezifischen Druckauftrag, der
verursacht hat, dass die E-Mailbenachrichtigung
erzeugt wurde, oder vielmehr alle Druckaufträge, für die der Empfänger verantwortlich
ist, anzeigt. Die anzuzeigenden Aufträge sind abhängig von der in dem Java-Anteil der
JSP spezifizierten Anfrage, und die anzuzeigenden Attribute sind
abhängig
von dem in dem HTML-Anteil
der JSP spezifizierten Layout. Somit ist bei dem bevorzugten Ausführungsbeispiel
jeder Druckauftrag mit einem Statusbildsymbol und Vorschau-Thumbnails,
die jeder Druckdatei des Druckauftrags entsprechen, zusammen mit
beliebigen anderen relevanten Details des Druckauftrags oder der Druckaufträge angezeigt.
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Alternativ
kann der Auftragsempfänger
den Auftrag direkt aus der E-Mailbenachrichtigung annehmen. Bei
diesem Ausführungsbeispiel
könnte
die E-Mailbenachrichtigung, sowie auch in 2 gezeigten
Texttypauftragsdetails Thumbnail-Vorschauen der
Druckdateien, die den Druckauftrag aufweisen, sowie auch ein Paar
von URLs (oder den URLs entsprechenden Knöpfen) umfassen, die, wenn sie
angeklickt werden, eine Annahme oder Zurückweisung des Druckauftrags
durch den Auftragsempfänger
anzeigen. In jedem Fall wird sich zeigen, dass das Format der E-Mailbenachrichtigung
und die Art und Weise, in der sie wiedergegeben wird, selbstverständlich von
der Plattform abhängt,
auf der der Auftragsempfänger
seinen E-Mail-Client betreibt. Somit wäre die Benachrichtigung an
beispielsweise ein WAP-Telefon oder in einem IVR-Mail-Client (IVR = Interactive Voice
Recognition = interaktive Spracherkennung) weit begrenzter als auf
einem Arbeitsplatz-Mail-Client. Es wird sich auch zeigen, dass bei
einem potentiellen Umgang mit mehreren Client-Plattform-Typen Gebrauch von
XML-Nachrichten gemacht werden kann, die geeignet auf Client-Vorrichtungen
wiedergegeben werden können.
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In
jedem Fall wird, wenn der Auftragsempfänger den Auftrag annimmt, ein
geeignetes Statusattribut in dem Datenbankobjekt für den Auftrag
entsprechend aktualisiert.
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Bei
einem weiteren alternativen Ausführungsbeispiel
kann sich der Auftragsempfänger
bei dem Ferndruckserver anmelden oder eine Nachricht an den Server
senden, die anzeigt, dass er wünscht, dass
sein zugeordneter Drucker in einem Unbedient-Modus arbeitet und
möglicherweise
sogar spezifische Auftragssender identifiziert, für die der
Unbedient-Modus zulässig
ist. Wenn der Ferndruckserver einen Druckauftrag empfängt, der
in dem Unbedient-Modus wirksam sein kann, kann sein steuernder Servlet
das Statusattribut für
das Datenbankobjekt schreiben, um anzuzeigen, dass der Auftrag angenommen
wurde, oder es kann spezifisch anzeigen, dass der Auftrag in dem
Unbedient-Modus wirksam sein kann. In jedem Fall weiß das Servlet
oder die Mailer-Hintergrundroutine,
dass es nicht erforderlich ist, eine Benachrichtigung zu senden
und die Annahme durch den Auftragsempfänger zu empfangen, bevor der
Auftrag gedruckt werden kann. (Nichtsdestotrotz kann eine einfache
E-Mail-Benachrichtigung
zu Aufzeichnungszwecken an den Auftragsempfänger gesendet werden.)
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Gleichzeitig
fragt jedes Empfängeruntersystem,
das auf den Vorrichtungen 20, 20' abläuft, periodisch den Ferndruckserver 14 ab,
um zu bestimmen, ob es Aufträge
gibt, die es drucken soll. Dies sind Aufträge, die es nicht bereits heruntergeladen hat,
und die angenommen worden sind oder in dem Unbedient-Modus zu verarbeiten
sind. Es wird sich zeigen, dass durch Betreiben des Empfängers in
einem Abfragemodus der Ferndruckserver Dateien nicht zu dem Empfänger schieben
muss und somit nicht auf Probleme mit Brandmauern (Firewalls) trifft. Auch
muss er nicht berücksichtigen,
ob die Empfängeruntersysteme
allgemeiner verfügbar
sind oder nicht, d. h., ob sie abgeschaltet werden können. Wenn
andererseits Firewalls kein Problem darstellen, z. B. wenn die Erfindung
in ein Intranet implementiert ist, könnte die Erfindung so implementiert
werden, dass der Server aktiv Druckauftragsdetails an Empfängeruntersysteme übermittelt.
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Bei
dem bevorzugten Ausführungsbeispiel lädt ein Empfängeruntersystem
die Druckdateien für den
Auftrag in dem HP-GL/2-Format
herunter und gibt den Auftrag wieder. Im Allgemeinen wird der Auftrag,
wenn ein DesignJet von HP verwendet wird, in RTL (Raster Transfer
Language = Rasterübertragungssprache) übersetzt,
bevor er an den örtlichen Drucker
gesendet wird, den der Auftragsempfänger als sein Druckerziel spezifiziert
hat. In dem Fall von Modellen des Typs DesignJet 500/800 von HP
wird der Auftrag in PCL/3 (Printer Control Language = Druckersteuersprache) übersetzt,
bevor er an den Drucker gesendet wird.
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Wie
im Vorhergehenden erwähnt,
können Dateien
vom Typ einer Mark-Up-Sprache eine relativ kompakte Druckerdatei
bereitstellen, wobei der einzige Nachteil ist, dass manche Druckertreiber
unter Umständen
das Mark-Up-Sprachenformat anders als andere interpretieren, was
zu Unstimmigkeiten zwischen den Erwartungen eines Auftragssenders
bezüglich
der gedruckten Ausgabe und der tatsächlichen gedruckten Ausgabe
führt.
Andererseits sind Rasterversionen eines Druckauftrags weniger anfällig für eine Fehlinterpretation,
können
jedoch unausführbar
große
Druckerdateien zur Folge haben, was so Kompromisse in Bezug auf
die Qualität
erforderlich macht, wie z. B. dass der Auftragssender lediglich
Schwarz-Weiß-Dateien
erzeugt. In dem Fall von plot.com setzt der Auftragssender, da keine
Annahmen bezüglich
des Typs von Drucker, der eingesetzt wird, gemacht werden können, Rastertypdruckdateien
ein, die notwendigerweise entweder sehr groß oder von begrenzter Qualität sind.
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Es
wird sich zeigen, dass auf dem AEC-Markt eine Partei, die die Auftragssenderkomponente
einsetzt, und eine Partei, die die Auftragsempfängerkomponente einsetzt, beide
Zugriff auf denselben Typ von Drucker haben können, z. B. einen der Druckerserie
DesignJet von HP. Somit verfügt
der Auftrags sender unter Verwendung des bevorzugten Ausführungsbeispiels,
selbst wenn ein Druckauftrag Dateien vom Typ einer Drucker-Mark-Up-Sprache
aufweist, über
eine größere Gewissheit,
dass der Auftragsempfänger
tatsächlich den
Druckauftrag in ein Rasterformat übersetzt und den Auftrag in
einer Art und Weise druckt, die mit den Erwartungen des Auftragssenders
kompatibel ist. Dies ist besonders auf dem Markt vom AEC-Typ ein wichtiger
Vorteil, da dort Änderungen
an Großdruckdateien
in letzter Minute durch einen Inhaltserzeuger, wie z. B. einen Architekten,
unter Umständen
an zahlreiche entfernte Parteien, wie z. B. Auftragnehmer, die den
Auftrag tatsächlich
drucken sollen, übermittelt
werden müssen,
z. B. um graphische Darstellungen zu einer Baustelle zu bringen
und schnell auf diese Änderung
zu reagieren.
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Um
dies weiter zu betonen, kann die Auftragssenderkomponente mit einer
Option versehen sein, die es einem Benutzer ermöglicht, eine Rasterversion
der Druckdatei oder des gesamten Druckauftrags zu erzeugen, die
an einen örtlichen
Drucker gedruckt wird. Sobald der Auftragssender mit dieser gedruckten
Ausgabe zufrieden ist, wird der Sender wissen, dass er mit der Ausgabe
des dem Auftragsempfänger
zugeordneten Druckers genauso zufrieden sein wird, und der Druckauftrag
kann dann auf den Ferndruckserver hochgeladen werden.
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In
jedem Fall wird, sobald der Auftrag durch den Auftragsempfänger herunter
geladen wird, das Statusattribut für den Druckauftrag auf dem
Ferndruckserver aktualisiert. Wiederum kann bei Schritt 3, „Neuen
Auftrag an ihren Drucker gesendet", entweder die Servlet-Instanz, die
für das
Herunterladen des Druckauftrags auf den Drucker verantwortlich ist, oder
eine Mailer-Hintergrundroutine eine E-Mailbenachrichtigung an den Auftragsempfänger senden, um
anzuzeigen, dass der Druckauftrag zum Drucken weitergeleitet worden
ist.
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Ähnlich kann
bei Schritt 4, „Auftragsempfänger hat
Ihre Aufträge
gedruckt", dieselbe
Servlet-Instanz oder Mailer-Hintergrundroutine
eine Nachricht an den Auftragssender senden, um mitzuteilen, dass der
Auftrag gedruckt wird.
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Es
wird sich auch zeigen, dass ein Auftragssender, der einen Webbrowser
ausführt,
sich zu jedem Zeitpunkt mit der Website des Ferndruckservers verbinden
kann und wiederum, nachdem er sich angemeldet hat, JSPs verwenden
kann, um Webseiten von der Datenbank gespeicherter Druckaufträge, die Listen
der durch den Auftragssender eingereichten Druckaufträge und ihren
Status aufweist, dynamisch zu erzeugen. Diese Seiten können ferner
interaktiv sein, was es dem Benutzer beispielsweise ermöglicht,
die Attribute des Druckauftrags zu verändern, um beispielsweise Auftragsempfänger zu
der Zielliste hinzuzufügen
oder aus derselben zu löschen,
die Anzahl von zu erstellenden Kopien zu ändern, oder einfach den Druckauftrag
zu löschen.
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Bei
einer anderen Weiterentwicklung, und im Besonderen, wenn die Vorrichtung 20 ein
Universalcomputer ist, kann das Auftragsempfängeruntersystem als eine interaktive
Anwendung statt als eine Hintergrundroutine implementiert sein.
Somit kann ein Auftragsempfänger,
der den Druckauftrag angenommen hat, z. B. wenn ein Druckauftrag
eilig ist, das sofortige Herunterladen des Auftrags von der Empfängeruntersystem-Benutzerschnittstelle
anfordern. In diesem Fall wartet der Empfänger nicht, bis dis aktuelle
Abfrageperiode verstrichen ist, sondern beginnt stattdessen unverzüglich mit
dem Abfragen, womit auch das Herunterladen des Druckauftrags unverzüglich beginnt.
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Es
wird sich zeigen, dass das Ausführungsbeispiel
es dem Empfänger
ermöglicht,
genau zu entscheiden, was wann zu drucken ist (unverzüglich oder
später).
Auch wird der Empfänger über eine E-Mailbenachrichtigung
darauf hingewiesen, wenn ein neuer Auftrag angenommen werden soll,
und wenn der Drucker den Auftrag gedruckt hat.
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Es
wird nun Bezug genommen auf 3(a) und 3(b), die die Funktionsweise des Ferndruckservers
detaillierter veranschaulichen.
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Der
Prozess beginnt, wenn ein Druckauftrag erfolgreich auf den Server
hochgeladen wird, Schritt 32, und der Server durch Senden
einer Nachricht an den Auftragssender (JS = job sender) antwortet, Schritt 34,
was auch als Schritt 1) in 2 angezeigt ist.
Der Server zeichnet anschließend
eine dem Druckauftrag zugeordnete Zeit T1 auf, Schritt 36. Wenn
der Serverprozess bestimmt, nachdem er entsprechend durch den Auftragsempfänger (JR
= job receiver) benachrichtigt wurde, wie es im Vorhergehenden erläutert ist,
dass der Druckauftrag in einem Unbedient-Modus verarbeitet werden
sollte, wird der Druckauftragsstatus unverzüglich auf angenommen gesetzt,
Schritt 48. Andernfalls sendet der Server eine E-Mailbenachrichtigung
an den Auftragsempfänger,
Schritt 38, was auch als Schritt 2) in 2 gezeigt
ist. Der Druckauftragsstatus wird dann auf gesendet gesetzt, Schritt 40.
(Tatsächlich
nehmen Benutzer diese Schritte nicht wahr, und ein Auftrag erscheint,
sobald er eingereicht wird, unverzüglich als angenommen oder gesendet,
wenn er auf der Website betrachtet wird.)
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Es
kann dann eine Anzahl möglicher
Zustandsübergänge auftreten.
Falls der Auftragsempfänger
auf die E-Mailbenachrichtigung
antwortet und den Inhalt des Druckauftrags über seinen Webbrowser betrachtet,
Schritt 42, wird der Auftragsstatus dann auf geöffnet gesetzt,
Schritt 44. Somit hat sich, wenn beispielsweise ein weiterer
Benutzer das Druckauftragspaket über
seinen Webbrowser öffnet, das
dem Druckauftrag zugeordnete Statusbildsymbol von gesendet oder
angenommen jedoch geschlossen auf geöffnet geändert. In dem Geöffnet-Zustand sind
die möglichen
Zustandsübergänge gleich
denen für
den Gesendet-Zustand (außer
dem Übergang
zu dem Geöffnet-Zustand).
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Wenn
während
der Interaktion mit Webseiten, die die Details des offenen Druckauftrags
anzeigen, oder unmittelbar aus der E-Mailbenachrichtigung oder sonstigem
heraus der Auftragsempfänger den
Druckauftrag annimmt, Schritt 46, ändert sich sein Status, zumindest
für dieses
bestimmte Auftragsempfängerziel,
zu angenommen, Schritt 48. Es wird sich zeigen, dass ein
Empfänger
nicht alle Druckdateien in einem Druckauftrag annehmen muss, und der
Empfänger
kann bei einer Weiterentwicklung des Ausführungsbeispiels gewisse Druckdateien
zum Drucken auswählen.
In diesem Fall verfolgt der Ferndruckserver den Zustand jeder Druckdatei
in einem Druckauftrag statt den Druckauftrag als Ganzes.
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Alternativ
kann der Auftragsempfänger
wählen,
das Druckauftragspaket zu löschen,
Schritt 50. In diesem Fall kann eine Nachricht an den Auftragssender
gesendet werden, die anzeigt, dass der bestimmte Auftragsempfänger den
Druckauftrag zurückgewiesen
hat, Schritt 52. Gibt es keine weiteren Auftragsempfänger für den Druckauftrag
in einem Gesendet-, Offen- oder Angenommen-Zustand, fährt der
Server durch Löschen
der Druckauftragsinformationen aus dem Speicher fort, Schritt 54,
und fährt
anschließend
durch Ändern
des Zustands des Druckauftrags für
den Empfänger
zu gelöscht
fort, Schritt 56.
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Sobald
der Auftragsempfänger
den Druckauftrag gelöscht
hat, bedeutet dies, dass der betreffende Druckauftrag nicht länger für den Auftragsempfänger auf
der Website sichtbar ist. Aufgrund dessen ist der Status für den Auftragsempfänger NA
(Not applicable = nicht anwendbar) und es sind keine weiteren Aktionen
für den
Auftragsempfänger
verfügbar, da
er nicht weiter mit dem Druckauftrag interagieren kann.
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Eine
weitere Hintergrundroutine läuft
ebenfalls auf dem Ferndruckserver ab und überwacht die Zeiten T1 für jeweilige
Druckaufträge.
Wenn die seit T1 verstrichene Zeit für einen beliebigen Auftrag
eine Schwelle überschreitet,
ohne dass der Auftrag durch irgendeinen Auftragsempfänger ange nommen
wurde, Schritt 58, werden die Druckauftragsinformationen
aus dem Speicher gelöscht,
Schritt 60. Die Hintergrundroutine kann dann durch Senden
von Nachrichten, die sowohl dem Auftragssender als auch dem Auftragsempfänger für den Auftrag
anzeigen, dass der Auftrag verfallen ist, Schritt 62, sowie
durch Ändern
des Zustands des Auftrags auf verfallen, Schritt 64, fortfahren.
Die einzig mögliche
verfügbare Zustandsänderung
ist dann, ansprechend auf eine Interaktion durch den Auftragsempfänger, ein
Löschen
des Auftrags und Ändern
seines Zustands zu gelöscht.
Alternativ kann ein Druckauftrag, wenn er verfällt, direkt zu dem Gelöscht-Zustand
weitergehen, Schritt 56, was so jegliche weitere Interaktion durch
den Auftragsempfänger
verhindert.
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Nun
Bezug nehmend auf 3(b) kann das für den Auftrag
verantwortliche Empfängeruntersystem
(E-Rx), wenn es sich in dem Angenommen-Zustand befindet, mit dem
Herunterladen des Druckauftrags beginnen, Schritt 66. Bei
dem bevorzugten Ausführungsbeispiel
zeichnet der Server dann eine zweite Zeit T2 auf, die dem Druckauftrag
zugeordnet ist, Schritt 68, und der Druckauftrag tritt
in einen Druckzustand ein, Schritt 70. Somit stellt T2
die Zeit ohne Nachricht von dem Empfängeruntersystem (E-Rx) dar,
wobei T1 die Gesamtzeit darstellt, für die der Auftrag bei dem Ferndruckserver
gespeichert ist.
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Wiederum
kann sich der Auftragsempfänger, zu
jedem beliebigen Zeitpunkt, bevor der Auftrag heruntergeladen wird,
in der Tat mit dem Ferndruckserver verbinden und den Auftrag löschen, Schritt 72, und
so bewirken, dass der Server die Schritte 52–56, die
im Vorhergehenden beschrieben und als Block B angezeigt sind, durchläuft.
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Der
auf der Zeit T1 basierende Zeitablauf ist ebenso nach wie vor aktiv,
und der Druckauftrag wird wiederum, falls er sich nicht vor der
Schwellenzeit nach T1 in den Druckzustand bewegt, Schritt 74, durch
Durchlaufen der Schritte 60–64, die als Block
A angezeigt sind, als verfallen markiert.
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Nichtsdestotrotz
sind die Druckauftragsdetails nach Eintritt in den Druckzustand
entweder erfolgreich auf das Empfängeruntersystem heruntergeladen
worden, Schritt 76, oder das Empfängeruntersystem zeigt einen
Fehler beim Herunterladen von dem Server an, Schritt 78.
In beiden Fällen
wird die Zeitsteuerung ab T2 gestoppt, Schritte 80, 82.
In dem vorherigen Fall sendet der Server eine Nachricht an den Auftragssender,
die mitteilt, dass der Druckauftrag empfangen wurde, Schritt 84,
was auch als Schritt 4) in 2 angezeigt
ist. Der Server fährt dann
durch Senden einer Nachricht an den Auftragsempfänger fort, die mitteilt, dass
der Druckauftrag gedruckt wird, Schritt 86, was auch als
Schritt 3) in 2 angezeigt ist. Schließlich aktualisiert
der Server den Zustand des zu druckenden Auftrags, Schritt 88.
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In
dem Gedruckt-Zustand sind folgende Benutzeraktionen möglich:
- • Drucken:
Was „Annehmen" und somit erneutes Drucken
des Auftrags bedeutet. Der Status und Aktionen sind die gleichen,
wie sie von dem Angenommen-Zustand stammen, Schritt 48,
zeigen jedoch den Status „Gedruckt" für den Auftragssender,
wenn er die Website betrachtet. Alternativ kann der Status aktualisiert
werden, um aufzunehmen, wie oft ein Auftrag gedruckt wurde, z. B. „1 Gedruckt", „2 Gedruckt" usw. Die Benachrichtigung
bei Schritt 84 wird ebenfalls nicht benötigt;
- • Löschen: Was
bedeutet, dass der Status bei Betrachten des Druckauftrags für den Auftragssender
zu „Gedruckt" fortfahren wird,
für den
Auftragsempfänger
jedoch keine Aktion verfügbar
sein wird;
- • Offen,
falls das Druckauftragspaket nicht bereits geöffnet worden ist; oder
- • Verfall
-
Andererseits
sendet der Server, wenn ein Fehler empfangen wird, Schritt 78,
eine Nachricht an den Auftragsempfänger, Schritt 90,
und ändert
den Druckauftragszustand zu Fehler, Schritt 92. In dem Fehler-Zustand
ist der Auftrag wiederum in einem Geöffnet/Angenommen-ähnlichen
Zustand, zeigt jedoch ein Fehlerzustandsbildsymbol, wenn es durch einen
Auftragsempfänger über die
Website betrachtet wird. Dies bedeutet, dass der Auftragsempfänger das
Druckauftragspaket erneut wie in Schritt 46 explizit annehmen
muss. Es wird daher davon ausgegangen, dass der Auftragsempfänger das
den Fehler verursachende Problem, beispielsweise Abschneideprobleme,
Internetverbindungsprobleme usw. lösen wird, falls dies möglich ist,
und das Druckauftragspaket erneut annehmen wird.
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In
dem Druckzustand, Schritt 70, ist es nach wie vor möglich, dass,
falls der Druckauftrag den Gedruckt-Zustand nicht erreicht, Schritt 88,
bevor die Zeitbestimmungseinrichtungsschwellen für T1 oder optional T2 erreicht
sind, der Auftrag verfällt,
Schritte 94, 96. Ähnlich kann der Auftragsempfänger den Druckauftrag
nach wie vor löschen,
Schritt 98, was bewirkt, dass der Auftrag durch die Schritte
von Block B gelöscht
wird.
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Es
wird sich zeigen, dass 3(a) und 3(b) nicht explizit die Möglichkeit zeigen, dass ein
Auftragssender einen Druckauftrag löschen kann, obwohl sich zeigen
wird, dass dies, bevor der Auftrag durch einen Empfänger angenommen
oder gedruckt worden ist, in einer Art und Weise analog zu den Schritten 50, 72 und 98 mit
entsprechenden Änderungen
an Block B vollzogen werden kann.