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Die
vorliegende Erfindung stellt neue Adsorptionsmittelauslegungen für zyklische
Adsorptionsprozesse wie beispielsweise Druckwechsel- und Temperaturwechseladsorption
für die
Reinigung und Trennung von Gasgemischen bereit. Mehr im einzelnen
stellt die vorliegende Erfindung Adsorptionsmittel bereit, die aus
einer aktiven Komponente hergestellt sind, indem diese mit einem
Binder, der zu verbesserten innewohnenden Adsorptionseigenschaften
der fertigen Adsorptionsmittelteilchen beiträgt, zu Teilchen geformt wird.
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Die
Adsorption ist als Prozesseinheit für die Erzeugung reiner Gase
gut eingeführt,
wobei die Reinigung von Gasen und ihrer Gemische ihre weiteren physikalischen
und/oder chemischen Behandlungen vorhergeht, und zur Behandlung
von Abgasströmen.
Die Reinigung und Trennung atmosphärischer Luft bildet einen der
Hauptbereich, in welchem Adsorptionsverfahren in weitem Umfang eingesetzt
werden. Für
eine Steigerung ihrer Effizienz werden ständig neue Adsorptionsmittelformulierungen
und Verfahren ihrer Verwendung gesucht.
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Einer
der Bereiche starken wirtschaftlichen und technischen Interesses
stellt die Reinigung von Luft vor deren kryogener Destillation dar.
Herkömmliche
Lufttrenneinheiten (ASUs) für
die Herstellung von Stickstoff, N2, und
Sauerstoff, O2, aber auch für Argon,
Ar, durch die kryogene Trennung von Luft bestehen grundsätzlich aus
zwei bzw. mindestens drei integrierten Destillationssäulen, die
bei sehr niedrigen Temperaturen arbeiten. Aufgrund dieser niedrigen
Temperaturen ist es wesentlich, dass Wasserdampf, H2O,
und Kohlendioxid, CO2, aus der verdichteten
Speiseluft zu einer ASU abgeschieden werden. Wenn dies nicht gemacht
wird, gefrieren die Niedertemperaturabschnitte der ASU auf, was
es notwendig macht, die Produktion anzuhalten und die verstopften
Abschnitte zu erwärmen,
um die verstopfende feste Masse aus gefrorenen Gasen rückzuverdampfen
und zu entfernen. Dies kann sehr kostspielig sein. Es ist allgemein
anerkannt, dass, um ein Zufrieren einer ASU zu verhindern, der Gehalt
an H2O und CO2 in
dem verdichteten Speiseluftstrom kleiner als 0,1 ppm bzw. 1,0 ppm
sein muss. Daneben können
auch andere Verunreinigungen wie beispielsweise Kohlenwasserstoffe
mit niedrigem Molekulargewicht und Stickstoffoxid, N2O,
ebenfalls in der Speiseluft zu den auf kryogener Temperatur betriebenen Destillationssäulen vorhanden
sein, und sie müssen
ebenfalls stromab so genannten Trennprozesses abgeschieden werden,
um einen gefährlichen
Prozessbetrieb zu vermeiden.
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Ein
Verfahren und eine Einrichtung zur Vorreinigung von Luft muss die
Fähigkeit
haben, den obigen Verunreinigungspegeln ständig gerecht zu werden, und
hoffentlich den betreffenden Bedarfswert übertreffen, und muss das auch
in effizienter Weise bewerkstelligen. Dies ist besonders wichtig,
da die Kosten der Vorreinigung sich direkt zu den Kosten der Produktgase
der ASU addieren.
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Gegenwärtige kommerzielle
Verfahren für
die Vorreinigung von Luft umfassen umkehrende Wärmetauscher, Temperaturwechseladsorption,
Druckwechseladsorption und katalytische Vorreinigungstechniken.
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Umkehrende
Wärmetauscher
scheiden Wasserdampf und Kohlendioxid durch abwechselndes Gefrieren
und Verdampfen derselben in ihren Kanälen ab. Solche Systeme erfordern
eine große
Menge typischerweise 50% oder mehr, von Produktgas für die Reinigung,
das heißt
die Regenerierung ihrer Kanäle.
Daher ist die Produktausbeute auf etwa 50% des Speisematerials begrenzt.
Als Ergebnis dieses signifikanten Nachteils kombiniert mit charakteristischen
mechanischen und Geräuschproblemen,
hat die Verwendung umkehrender Wärmetauscher
als Mittel der Luftvorreinigung stromauf von ASUs über die
vergangenen Jahre ständig
abgenommen.
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Bei
der Vorreinigung von Luft durch Temperaturwechseladsorption (TSA)
werden die Verunreinigungen aus der Luft bei relativ niedriger Umgebungstemperatur,
typischerweise bei etwa 5 °C
bis 15 °C,
abgeschieden, und die Regeneration des Adsorptionsmittels bei erhöhten Temperaturen
ausgeführt,
z. B. in einem Bereich von etwa 150 °C bis 250 °C. Die für die Regeneration benötigte Produktgasmenge
beträgt
typischerweise nur etwa 10% bis 25% des Produktgases. Daher schafft
ein Temperaturwechseladsorptionsprozess eine beträchtliche
Verbesserung gegenüber
der Verwendung von Umkehrwärmetauschern.
Jedoch erfordern Temperaturwechseladsorptionsprozesse Verdampfungskühlung oder
Kälteeinheiten
zum Abkühlen
des Speisegases und Heizeinheiten zum Erwärmen des Regenerationsgases.
Sie können
daher sowohl hinsichtlich Kapitalkosten als auch Energieverbrauch
nachteilig sein, obwohl sie kosteneffektiver als das oben erwähnte Prinzip mit
umkehrenden Wärmetauschern
sind.
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Verfahren
mit Druckwechseladsorption (PSA) (oder Druck-Vakuum-Wechseladsorption
(PVSA)) sind eine attraktive Alternative zu Temperaturwechseladsorptionsprozessen,
beispielsweise als Mittel der Luftvorreinigung, das sowohl Adsorption
als auch Regeneration über
Desorption in der Regel bei Umgebungstemperatur durchgeführt werden.
Druckwechseladsorptionsprozesse erfordern im allgemeinen mehr Regenerationsgas
als Temperaturwechseladsorptionsprozesse. Dies kann nachteilig sein,
wenn eine hohe Rückgewinnung kryogen
getrennter Produkte verlangt wird. Wenn eine Druckwechseladsorptions-Luftvorreinigungseinheit
mit einer kryogenen ASU-Anlage verbunden ist, wird ein Abgasstrom
aus dem kryogenen Abschnitt, der auf einem nahe Umgebungsdruck liegenden
Druck betrieben wird, als Spülung
zum Regenerieren der Adsorptionsbetten benutzt. Speiseluft wird
unter Druck durch eine Schicht von Teilchen aus aktiviertem Aluminiumoxid
hindurch geleitet, um die Masse von H2O
und CO2 abzuscheiden, und dann durch eine
Schicht von Zeolithteilchen wie beispielsweise des FAU-Strukturtyps,
z. B. NaX-Zeolith, um die verbleibenden niedrigen Konzentrationen
von H2O und CO2 abzuscheiden.
Die Anordnung der Adsorptionsmittelschichten in dieser Weise erhöht merklich die
Temperatureffekte, das heißt
Temperaturabfälle
während
der Desorption, in den Druckmitteladsorptionsbetten. Bei anderen
Konfigurationen wird nur aktiviertes Aluminiumoxid zum Abscheiden
von sowohl H2O als auch CO2 aus
der Speiseluft benutzt. Diese Anordnung soll angeblich die Temperatureffekte
reduzieren.
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Man
wird verstehen, dass, obwohl viele auf Druckwechseladsorption basierende
Vorreinigungsmethoden in der Literatur vorgeschlagen worden sind,
nur einige wenige von diesen tatsächlich kommerziell benutzt werden
wegen der hohen, damit verbundenen Kapitalkosten.
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Im
allgemeinen erfordern bekannte Druckwechseladsorptions-Vorreinigungsprozesse
ein Minimum von 25%, typischerweise 40 bis 50% des Speisegases als
Spülgas.
Als Resultat, weil man ein schwach adsorptionsmittelspezifisches
Produkt hat, haben solche Prozesse hohe Kapitalkosten. Eine Reduktion
der Kapitalkosten von Luftvorreinigungssystemen ist besonders wichtig,
wenn eine große
Anlage in Betracht gezogen wird. Daher ist es leicht verständlich,
dass bei großen
Anlagen Verbesserungen des Betriebs des Vorreinigungssystems in
beträchtlichen
Kosteneinsparungen resultieren können.
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Ständig werden
Anstrengungen zur Entwicklung effizienterer Adsorptionsmittelmaterialien
und weniger kostspieliger Verfahren und Ausrüstung für ihre Verwendung in industriellen
Prozessen der Reinigung und Trennung von Gasen gemacht. Die vorliegende
Erfindung schafft neue Adsorptionsmittelformulierungen, die aus
einer aktiven Komponente durch Formen derselben in Teilchen mit
einem Binder hergestellt werden, der zu verbesserten eigenen Adsorptionseigenschaften
der fertigen Adsorptionsmittelteilchen beitragen.
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Die
EP-A-1 046 422 beschreibt ein Adsorptionsmittel, das aus einer aktiven
Komponente und einem Binder besteht.
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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf verbesserte Adsorptionsmittel
und ihrer Verwendung zur Druckwechseladsorption und Temperaturwechseladsorption
in Prozessen zur Reinigung und Trennung von Gasgemischen. Die verbesserten
Adsorptionsmittel bestehen aus spezifischen Formulierungen, die
den Bindergehalt und sein Verhalten in einer solchen Weise zu optimieren,
dass verbesserte innewohnende Adsorptionseigenschaften der fertigen
Adsorptionsmittelteilchen auftreten. Der Begriff innewohnende Adsorptionseigenschaften
wird hier und weiterhin zur Charakterisierung/Bezeichnung jener
Adsorptionsmitteleigenschaften benutzt, wie Kapazität und Selektivität, die direkt
in Bezug auf die Adsorptionsleistung der fertigen Adsorptionsmittelteilchen
mit Bezug auf das betrachtete Adsorptionstrennverfahren oder Reinigungsverfahren
stehen. Diese Formulierungen umfassen mindestens eine aktive Adsorptionsmittelkomponente
und eine Binderkomponente. Die aktiven Adsorptionsmittelkomponenten
können
bekannte Adsorptionsmittelmaterialien wie beispielsweise mikrokristalline
Zeolithe umfassen. Die Binderkomponenten, die Bindungs- und Formungseigenschaften
für die
fertigen Adsorptionsmittelteilchen beitragen, wie beispielsweise
Extrudate oder Kügelchen, dass
heißt
Teilchen im Millimetergrößenbereich,
werden hinsichtlich Art und Mengen so manipuliert, dass verbessertes
innewohnendes Adsorptionsverhalten der fertigen Adsorptionsmittelteilchen
resultiert.
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Im
Hinblick auf die fertigen Adsorptionsmittelteilchen ist bekannt,
dass als Ergebnis des Bindungsverfahrens die mindestens eine darin
enthaltene aktive Adsorptionsmittelkomponente, beispielsweise ein
mikrokristallines Zeolithmaterial mit eigenen spezifischen Adsorptionseigenschaften,
exakt in dem quantitativen Ausmaß verdünnt wird, in welchem eine Binderkomponente
zu der mindestens einen aktiven Adsorptionsmittelkomponente hinzugefügt wird,
wenn keine Beschädigung
der aktiven Komponenten während
der Fer tigstellungsverfahren stattfindet, und so sind die spezifischen
Adsorptionsmittelparameter des fertigen Materials. Das bindende
Material trägt
nur mechanische Festigkeit und ein stabiles und geeignetes sekundäres Porensystem zu
den fertigen Adsorptionsmittelteilchen bei. Daher verhält es sich
innert oder passiv, was seinen Beitrag zu den innewohnenden Adsorptionsmitteleigenschaften
angeht, das heißt
Adsorptionskapazität
und Selektivität des
betroffenen fertigen Materials. Daher kann der mindestens eine Binder
als ein "passiver
Verdünner" betrachtet werden.
Durch die Verwendung des Begriffs "Verdünner" definieren die Anmelder
ihn als Binder, der eine Bindung und Formung daher mechanische Festigkeit
sowie Makroporen-Transporteigenschaften bringt, um die fertigen
Adsorptionsmittelteilchen für
eine Verwendung in einer großmaßstäblichen
Adsorptionsausrüstung
fähig zu
machen. Dementsprechend trägt
ein "passiver Verdünner" nicht zu den eigenen
Adsorptionseigenschaften der fertigen Adsorptionsmittelteilchen
bei.
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Im
Gegensatz dazu kann für
die Zwecke dieser Erfindung ein "aktiver
Verdünner" ebenfalls definiert werden.
Einen Binder, der zusätzlich
zu den benannten Eigenschaften eines "passiven Verdünners" auch zu den Gesamtadsorptionseigenschaften
der fertigen Adsorptionsmittelteilchen beiträgt, insbesondere zu deren innewohnenden
Adsorptionsparametern wie beispielsweise ihrer Kapazität und Selektivität, im Bereich
physikalischer Parameter wie beispielsweise Gasdruck, Adsorptionsphasenkonzentration
(adsorbierte Menge) und Temperatur, über welche ein Druckwechsel-
oder Temperaturwechseladsorptionsprozess für die Reinigung und Trennung
von Gasgemischen ausgeführt
wird.
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1 zeigt
eine graphische Darstellung von experimentellen und modellierten
Adsorptionsisothermen für
n-Butan auf einem Hochsilika-MFI-Strukturtyp-Zeolith (Silikalit-1)
einem Binder und verschiedenen Zeolith(Z)-Binder(B)-Zusammensetzungen,
die als ZXOBYO bezeichnet werden, bei 25 °C.
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2 zeigt
eine graphische Darstellung von praktischen Adsorptionsphasenkapazitäten von
n-Butan in Abhängigkeit
von ΔnS = f(cbinder) für die Fälle "passiven Verdünners" und "aktiven Verdünners" von Hochsilika-MFI-Strukturtyp-Zeolith
(Silikalith-1) mit variierendem Bindergehalt über einen gezeigten Druckbereich
bei 25 °C,
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3 zeigt
eine graphische Darstellung von experimentellen und modellierten
Adsorptionsisothermen von n-Butan auf einem Hochsilika-FAU-Strukturtyp-Zeolith,
einem Sepio lit-Binder, und verschiedenen Zeolith(Z)-Binder(B)-Zusammensetzungen,
bezeichnet als ZXOBYO, bei 45 °C.
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4 zeigt
eine graphische Darstellung von praktischen Adsorptionsphasenkapazitäten von
n-Butan in Abhängigkeiten ΔnS = f(cbinder) für verschiedene
Fälle "aktiven Verdünners" eines Hochsilika-FAU-Strukturtyp-Zeoliths
mit variierenden Druckwechseladsorptionsprozess-Druckbereichen bei
45 °C.
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5 zeigt
eine graphische Darstellung von praktischen Adsorptionsphasenkapazitäten von
n-Butan in Abhängigkeiten ΔnS = f(cbinder) für ein Hochsilika-FAU-Strukturtyp-Zeolith mit "passivem Verdünner" (offene Kreise)
und "aktiven Verdünner" (volle Quadrate)
bei variierendem Bindergehalt über
einen Druckwechsel von 3600 bis 900 Torr bei 45 °C.
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Die
verbesserten Adsorptionsmittel dieser Erfindung umfassen spezifische
Formulierungen, die sowohl Gehalt als auch Verhalten des Binders
in einer solchen Weise optimieren, dass verbesserte Adsorptionseigenschaften
der fertigen Adsorptionsmittelteilchen auftreten. Diese Formulierungen
umfassen mindestens eine aktive Adsorptionsmittelkomponente und
eine Binderkomponente. Die aktive Adsorptionsmittelkomponente kann
aus bekannten Adsorptionsmittelmaterialien wie beispielsweise mikrokristallinen
Zeolithen ausgewählt
werden. Die Binderkomponenten, die Binder- und Formungseigenschaften
zu dem fertigen Adsorptionsmittel als Extrudate oder Kügelchen
beitragen, das heißt
Teilchen im Millimetergrößenbereich,
werden hinsichtlich Arten und ihrer Mengen sowie ihres Adsorptionsverhaltens
so manipuliert, dass verbesserte innewohnende Adsorptionseigenschaften
der fertigen Adsorptionsmittelteilchen resultieren.
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Im
Hinblick auf die fertigen Adsorptionsmittelteilchen ist es bekannt,
dass als Ergebnis des Bindungsverfahrens die mindestens eine aktive
Adsorptionsmittelkomponente darin, z. B. ein mikrokristallines Zeolithmaterial
mit spezifischen eigenen Adsorptionseigenschaften, exakt in dem
quantitativen Ausmaß verdünnt wird,
mit welchem mindestens eine Binderkomponente zu der mindestens einen
aktiven Adsorptionsrnittelkomponente hinzugefügt wird, wenn keine Beschädigung der
aktiven Adsorptionsmittelkomponente als Nebenwirkung während der
Fertigstellungsverfahren des Gesamtherstellungsprozesses stattfindet.
Die innewohnenden Adsorptionsparameter des fertigen Materials würden im
glei chen quantitativen Ausmaß verändert werden.
Das Bindermaterial trägt
zu den fertiggestellten Adsorptionsmittelteilchen nur mechanische
Festigkeit und ein stabiles und geeignetes Sekundärporensystem
bei. Daher verhält
es sich innert und passiv hinsichtlich seines Beitrags zu Adsorptionskapazität und Selektivität der fertigen
Materialteilchen. Daher kann der mindestens eine Binder als ein "passiver Verdünner" betrachtet werden.
Mit dem Begriff "Verdünner" definieren die Anmelder
ihn als einen Binder, der Bindung und Formung sowie mechanische
Festigkeit und makroporen Transporteigenschaften liefert. Dementsprechend
trägt ein "passiver Verdünner" nicht zu den eigenen
Adsorptionseigenschaften der fertigen Adsorptionsmittelteilchen
bei. Im Gegensatz dazu kann ein "aktiver
Verdünner" ebenfalls definiert
werden. Dieser Begriff definiert einen Binder, der zusätzlich zu
den genannten Charakteristiken eines "passiven Verdünners" zu den Gesamtadsorptionseigenschaften
der fertigen Adsorptionsmittelteilchen beiträgt, insbesondere zu seinen
innewohnenden Adsorptionseigenschaften wie beispielsweise Kapazität und Selektivität im Bereich
physikalischer Parameter wie beispielsweise Gasdruck, Adsorptionsphasenkonzentration
(adsorbierte Menge) und Temperatur, über welche ein Druckwechsel-
oder Temperaturwechsel-Adsorptionsprozess für die Reinigung und Trennung
von Gasgemischen ausgeführt
wird.
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Die
vorliegende Erfindung schafft neue Adsorptionsmittelzusammensetzungen,
die aus mindestens einer aktiven Adsorptionsmittelkomponente und
mindestens einer Verdünnerkomponente
bestehen, wobei ihre jeweiligen Gewichtsprozentsätze in der Adsorptionsmittelzusammensetzung
von 20% bis 95% und von 80% bis 5% reichen, dadurch gekennzeichnet,
dass die genannte Verdünnerkomponente
aktiv ist und zu den eigenen Adsorptionseigenschaften der Adsorptionsmittelzusammensetzung
beiträgt.
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Die
mindestens eine aktive Komponente in dem Adsorptionsmittelmaterial
ist aus der Gruppe ausgewählt,
die aus den Zeolithstrukturtypen BEA, CHA, EMT, ERI, FAU, FER, HEU,
LTA, LTL, MAZ, MEI, MEL, MFI, MOR, MTW, OFF, ZSM-2, ZSM-18, ZSM-20,
oder Gemischen hiervon besteht. Die hier verwendeten Abkürzungen
entsprechen denjenigen, die für
die verschiedenen Zeolithstrukturtypen durch die International Zeolite Association
(IZA) definiert sind, siehe "Atlas
of Zeolite Structure Types" von
W. M. Meier, D. H. Olson und Ch. Baerlocher, vierte revidierte Auflage,
veröffentlicht
durch Elsevier, London, im Auftrag der Structure Commission der
IZA, 1996.
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Diese
Zeolithe sind mikrokristallin und als solche pulverförmig mit
einer Größenverteilung
der Mikrokristalle über
einen gewissen Bereich. Die Zeolithmikrokristalle haben in ihrer "quasisynthetisierten" Form eine Primärabmessung
im Bereich von etwa 0,2 bis 15 Mikrometer, und bei bevorzugten Ausführungsformen
der Erfindung haben sie eine primäre Teilchenabmessung im Bereich
von etwa 0,5 bis 5 Mikrometer. Für
Zwecke dieser Erfindung ist "primäre Teilchenabmessung" als die Durchmessergröße einer
Kugel definiert, die die ausgemittelte Teilchengröße des "quasisynthetisierten" pulverförmigen Produkts
umschreibt.
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Bei
einer mehr bevorzugten Ausführungsform
ist der mindestens eine Zeolith von den Strukturtypen EMT, FAU,
LTA, MEL, MFI und ZSM-20 oder Gemischen hiervon. Höchstvorzugsweise
ist der mindestens eine Zeolith von einer der Strukturarten FAU
oder MEL und MFI. Bei dieser Ausführungsform sind die primären mikrokristallinen
Teilchen der Zeolithe, bezogen auf den FAU-Strukturtyp, entweder
von hohem Aluminiumgehalt, die als Zeolithe des X-Typs bezeichnet
werden, oder sie sind aluminiumarm, das heißt von hohem Siliziumgehalt,
wobei sie als Zeolithe des Y-Typs bezeichnet werden. Im allgemeinen
können
die X-Typ-Zeolithe als herkömmliche
X-Typ-Zeolith mit einem Silizium-Aluminium-Atomverhältnis im
Bereich von 1,2 bis etwa 1,5 definiert werden, Typ-X-Zeolith mittlerem
Siliziumgehalt (MSX) als Typ-X-Zeolith mit einem Silizium-Aluminium-Atomverhältnis im
Bereich von 1,1 bis etwa weniger als etwa 1,2 definiert werden,
oder Typ-X-Zeolith mit niedrigem Siliziumgehalt (LSX) als Typ-X-Zeolith
mit einem Silizium-Aluminium-Atomverhältnis von 0,9 bis etwa weniger
als etwa 1,1 definiert werden. Obwohl das theoretisch minimale Silizium-Aluminium-Atomverhältnis in
Zeolith-X den Wert 1,0 hat, sind scheinbare Silizium-Aluminium-Atomverhältnisse
von Typ-X-Zeolithen von nur 0,9 gemessen worden, aufgrund von Defekten
in der Struktur des Zeoliths der Anwesenheit von Verunreinigungen,
wie beispielsweise geschlossenes Aluminiumoxid und/oder Aluminate
und/oder Fehlern bei der Messung. Für Zwecke dieser Beschreibung
wird angenommen, dass das minimale Silizium-Aluminium-Verhältnis von
Typ-X-Zeolith 0,9 beträgt.
Bei bevorzugten Ausführungsformen
der Erfindung enthält
das Agglomerat Zeolith-X mit einem Silizium-Aluminium-Atomverhältnis im
Bereich von etwa 0,9 bis weniger als etwa 1,2, das heißt eine
Kombination von MSX und LSX, und in mehr bevorzugten Ausführungsformen
enthält es
im wesentlichen LSX, und es kann im wesentlichen aus Zeolith-Kalzium
LSX (CaLSX) bestehen.
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Andererseits
sind aluminiumarme Zeolithe des FAU-Strukturtyps, das heißt Typ-Y-Zeolithe gut bekannt.
Die Anmelder nehmen auf diese als ultrastabile Typ-Y und die aluminierten
Typ-Y-Zeolithe Bezug. Bei einer anderen Ausführungsform dieser Erfindung
hat das Typ-Y-Zeolith vorzugsweise ein Silizium-Aluminium-Atomverhältnis im
Bereich von etwa 5 bis etwa 300. Mehr vorzugsweise hat es ein Silizium-Aluminium-Atomverhältnis im
Bereich von etwa 10 bis etwa 250. Höchstvorzugsweise hat es ein
Silizium-Aluminium-Atomverhältnis im
Bereich von etwa 20 bis etwa 200.
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Die
Zeolithe der Strukturtypen MFI und MEL nach dieser Erfindung sind
vorzugsweise aluminiumarme MFI- und MEL-Zeolithe, die auch als Silikat-1
bzw. Silikat-2 bekannt sind, oder die betreffenden Adsorptionsmittel
sind Gemische hiervon. Die Zeolithe mit niedrigem Siliziumgehalt
der Strukturtypen MEL und MFI sind auch als ZSM-11 bzw. ZSM-5 bekannt.
Vorzugsweise haben die MFI- und MEL-Zeolithe ein Silizium-Aluminium-Atomverhältnis im
Bereich von 15 bis mehr als 1000. Mehr vorzugsweise haben sie ein
Silizium-Aluminium-Atomverhältnis
im Bereich von etwa 150 bis etwa 1000. Höchstvorzugsweise haben sie
ein Silizium-Aluminium-Atomverhältnis
im Bereich von etwa 500 bis etwa 1000. Die obere Grenze des Silizium-Aluminium-Verhältnisses,
siehe der Wert 1000 ist wegen der Unsicherheitsbereiche gesetzt,
soweit die chemische Analyse in diesem Konzentrationsbereich betroffen
ist. Er sollte aber als auch alle solchen offensichtlichen Formen
und Modifikationen von Materialien abdeckend verstanden werden,
die diesen Parameterwert übersteigen.
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Wie
hier verwendet, können
sowohl der "inerte
Verdünner" als auch der "aktive Verdünner" ein amorphes teilweise
kristallines oder kristallines Bindermaterial sein. Der "inerte Verdünner" meint irgendein
Bindermaterial, das aus verschiedenen Arten von Ton, Silika, Aluminiumoxid
oder Kombinationen von diesen zusammengesetzt ist, die zur Verwendung
bei der Agglomeration der "quasi-synthetisiertem" pulverförmigen (mikrokristallinen)
zeolithischen Materialien und ihrer entsprechenden Modifikationen
geeignet sind, und die als Ergebnis der Agglomeration vernachlässigt war
kleine oder keine Gasadsorptionsfähigkeit besitzen. In gleicher Weise
meint der "aktive
Verdünner" irgendein Bindermaterial,
das aus verschiedenen Arten von Ton, Silika, Aluminiumoxid oder
Kombinationen von diesen zusammengesetzt ist, die zur Verwendung
bei der Agglomeration der "quasisynthetisierten" pulverförmigen (mikrokristallinen)
zeolithischen Materialien und ihrer entsprechenden Modifikationen
geeignet sind, und die als Ergebnis der Agglomeration und/oder nachfolgender
spezifischer chemischer oder physikalischer Behandlung eine merkliche
Gasadsorptionsfähigkeit
besitzen, ohne jedoch in ein mit demjenigen der aktiven Adsorptionsmittelkomponente
identischen Material das heißt
die Zeolithkomponente selbst, umgewandelt zu sein.
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Es
ist dem Fachmann gut bekannt und in der industriellen Praxis üblich, gebundene
und geformte Adsorptionsmittelteilchen herzustellen, in welchen
die Bindermaterialien "inerte
Verdünner" sind. Industrielle
Prozesse der Herstellung solcher Zeolith-Binder-Zusammensetzungen durch Verwendung tonartiger
Materialien im besonderen sind verständlich beschrieben wurden durch
D. W. Breck, "Zeolite
Molecular Sieves",
Kapitel 9, Krieger Publishing Company, Malabar, Florida, 1984 (Originalausgabe
von Wiley, New York, 1974). Darin, aber auch in der
US 3 773 690 , auf welche hier zum
Zwecke eines Beispiels relevanter Kenntnis Bezug genommen wird,
sind zusätzlich
Verfahren erwähnt,
gemäß denen
ein Bindermaterial in das gleiche Material wie die aktive Adsorptionsmittelkomponente
umgewandelt werden könnte,
aus welchem die fertigen Adsorptionsmittelteilchen bestehen. Eine
solche Situation wäre
allerdings vollständig
verschieden von der nach der vorliegenden Erfindung, weil die früheren Verfahren
zu einer binderarmen oder sogar binderfreien Zusammensetzung der
fertigen Adsorptionsmittelteilchen geführt haben, in denen die aktive
Adsorptionsmittelkomponente mindestens etwa 95 Gew.-% ausmachen
würde.
Darüber
hinaus ist es wohl bekannt, dass die Mehrzahl der Typen des fertigen
Adsorptionsmittelmaterials der letzten Art nicht nur vergleichsweise
teuer ist, sondern dass solche Adsorptionsmittelmaterialien auch
weniger geeignet für
ihre Verwendung in Druckwechseladsorptions- und Druck-Vakuum-Wechseladsorptionsprozessen
sind, nämlich
wegen ihrer relativ steilen Flanken der Adsorptionsisothermen bei
Prozesstemperaturen, die zu ungenügenden Arbeitskapazitäten über gegebene
Prozessdruckhüllkurven
führen
können.
Andererseits können
schwächer
geneigte Flanken von Adsorptionsisothermen, die bei "Verdünnung" der aktiven Komponente
des Adsorptionsmittels in größerem Maße als üblich auftreten,
manchmal zu einer Steigerung der Arbeitskapazität der fertigen Adsorptionsmittelteilchen
bei einer gegebenen Druckhüllkurve
eines Druckwechseladsorptionsprozesses führen, obwohl die Sättigungskapazität dieser
Teilchen abgenommen hat. Das Konzept der "aktiven Verdünner" nach der vorliegenden Erfindung füllt die
immer noch existierende Lücke
zwischen so genannten "binderlosen" Adsorptionsmitteln
und solchen mit einem hohen Bindergehalt aus, die jedoch inert insoweit
sind, als die innewohnenden Adsorptionseigenschaften betroffen sind.
Dieses Konzept des "aktiven
Verdün ners" kombiniert die Vorteile
billiger Materialien mit denjenigen hoher Leistung im Hinblick auf
einen gegebenen Adsorptionsprozess.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung können
Adsorptionsmittel ins Auge gefasst werden, wobei der Prozess sowohl
der Formung als auch der Fertigstellung ihrer sekundären Teilchen
oder weiterer zusätzlicher
chemischer oder physikalischer Behandlung in irgendeiner geeigneten
Stufe des komplexen Fertigungsprozesses zur Schaffung von Binderkomponenten
mit den Eigenschaften "aktiver
Verdünner" führt. Der
Unterschied zum Fall des Auftretens "passiver Verdünner" basiert auf der chemischen Zusammensetzung,
und daher auf chemischen Eigenschaften und Mikroteilchengrößen der
Bindermaterialien selbst, die im Bereich derjenigen der aktiven
Komponente liegen müssen.
Dies kann, entweder aus sich heraus oder auf Grund einer Ähnlichkeit mit
jenen Eigenschaften des mikrokristallinen Zeolithmaterials ein gewisses
Mikroporositätsmuster über dem Grenzbereich
zwischen den Mikroteilchen der aktiven Adsorptionsmittelkomponente
und den Mikroteilchen des "aktiven
Verdünners" an genau dieser
Stelle verstärken,
das ähnlich
demjenigen der aktiven Adsorptionsmittelkomponente im fertigen Adsorptionsmittelteilchenprodukt
sein sollte. Eine geeignete Auswahl von Bindermaterialien hängt von
der Natur der aktiven Adsorptionsmittelkomponente ab. Ein hohes
Maß an
Korrespondenz zwischen dieser Komponente und dem "Verdünner" wird vorausgesetzt.
Gewählte
spezifische Bindungsbedingungen können die Erzeugung eines fertigen
Adsorptionsmittelprodukts begünstigen,
bei welchem der Binder darin solche "aktive Verdünner-" Eigenschaften hat. Beispielsweise können tonartige
Binder aus den Gruppen Attapulgit, Bentonit, Kaolin und Sepiolit-Mineralien
ausgewählt
werden. Geeignete Quellen von Silika umfassen Wassergläser, Siliziumoxidböden, Aerosile
(Rauchsilika) Silikagele und ausgefällte Silikas. Quellen von Aluminiumoxid,
die zur Herstellung der Adsorptionsmittelkomposite der fertiggestellten
Art brauchbar sind, umfassen auch hydriertes Aluminiumhydroxid,
Pseudo-Boehmit, Aluminium-Trihydrat,
und geeignete Kaoline wie beispielsweise Rohkaolin, kalziniertes
Kaolin, Metakaolin usw., und Kandite. Gewünschte Kationenzusammensetzungen
der fertigen "aktiven
Verdünner-" Phase können durch
geeignete Wahl von Binderzusammensetzungen berücksichtigt werden. Binäre Zusammensetzungen
der oben aufgelisteten Binder sowie von Silika-Aluminiumoxid-Arten
und von anderen Metalloxidarten können ebenfalls gewählt werden,
um bei dieser Erfindung zur Bildung von Materialien mit "aktiven Verdünner-" Eigenschaften benutzt
zu werden.
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Die
Adsorptionsmittelzusammensetzungen können durch irgendwelche herkömmlichen
Verfahren in Abhängigkeit
von der Art des angewendeten Zeoliths hergestellt werden. Die relativen
Eigenschaften der mindestens einen aktiven Adsorptionsmittelkomponente
und der mindestens einen Verdünnerkomponente
im fertiggestellten Adsorptionsmittel, das für Gasadsorptionsanwendungen
benutzt wird, können über weite
Bereiche variieren. Das gewünschte
Verhältnis
von Adsorptionsmittelkomponente/Verdünnerkomponente hängt unter
anderem von der besonderen Anwendung ab, für welche die fertiggestellten
Adsorptionsmittelteilchen eingesetzt werden. Es kann wünschenswert
sein, Verhältnisse
zu benutzen, die bis zu 95% der aktiven Adsorptionsmittelkomponente
auf Gewichtsbasis umfassen. Andererseits kann es bevorzugt sein,
fertiggestellte Adsorptionsmittelteilchen einzusetzen, die vorwiegend
die "aktive Verdünner-" Komponente umfassen,
insbesondere aus wirtschaftlichen Gründen. Im allgemeinen enthalten
die fertiggestellten Adsorptionsmittelteilchen 20 bis 95% der mindestens
einen aktiven Adsorptionsmittelkomponente und 80 bis 5% der mindestens
einen "aktiven Verdünner-" Komponente, basierend
auf dem Gesamtgewicht aller Komponenten in den fertiggestellten Adsorptionsmittelteilchen.
Bei bevorzugten Ausführungsformen
enthalten die fertiggestellten Adsorptionsmittelteilchen etwa 30
bis 90 Gew.-% der mindestens einen aktiven Adsorptionsmittelkomponente
und etwa 70 bis 10 Gew.-% der mindestens einen "aktiven Verdünner-" Komponente. Bei höchstbevorzugten Ausführungsformen
enthalten die fertiggestellten Adsorptionsmittelteilchen etwa 40
bis 85 Gew.-% der mindestens einen aktiven Adsorptionsmittelkomponente
und etwa 60 bis 15 Gew.-% der mindestens einen "aktiven Verdünner-" Komponente.
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Die
Adsorptionsmittelzusammensetzungen nach der vorliegenden Erfindungen
werden entweder in Gestalt geformter Teilchen benutzt, wie sie auch
als Sekundärteilchen
bekannt sind, oder in Gestalt von monolithischen und Laminat-Anordnungen.
Es sind Verfahren nach dem Stand der Technik bekannt, um Adsorptionsmittel-Monolithe
und -Laminate herzustellen. Die genannten Sekundärteilchen können durch eine Reihe von Verfahren
in verschiedenen geometrischen Formen geformt werden, die ihre Verwendung
in der Ausrüstung
ermöglichen,
beispielsweise in Säulen
oder Betten von großmaßstäblichen
Adsorptionsprozessen. Insbesondere wird das zusammengemischte Gemisch
der mindestens einen aktiven Adsorptionsmittelkomponente und mindestens
eines "aktiven Verdünners" durch irgendein
geeignetes der bekannten Verfahren aggregiert, z. B. durch Extrusion
und Pelletbildung oder Kügelchenbildung.
Durch diese Prozesse könnten
in geeigneter Weise aus gewählte
organische Materialien wie beispielsweise jene von Zellulosederivaten
zugegeben werden, um eine geeignete Bildung von Makroporen zu verstärken, die
für günstige Massentransfereigenschaften
der fertiggestellten Adsorptionsmittelteilchen verantwortlich sind.
Der Agglomerationsprozess wird unter Bedingungen ausgeführt, die "grüne" Aggregate einer
gewünschten
Teilchengröße erzeugen.
Im allgemeinen liegt die mittlere Abmessung der agglomerierten Teilchen
wünschenswerter
Weise im Bereich von etwa 0,2 bis 15 mm und vorzugsweise im Bereich
von etwa 0,5 bis 5 mm, und höchstvorzugsweise
liegt sie im Bereich von etwa 1 bis 3 mm. Die "grünen" Aggregate werden
durch Erhitzen in einer in geeigneten Weise ausgewählten Gasatmosphäre auf eine
Temperatur im Bereich von etwa 400 bis 900 °C während einer die gewünschte Aushärtung bewirkenden
ausreichenden Zeitperiode, Ausbrennen der organischen Materialien,
welche die Erzeugung gewisser Makroporenstrukturbilder verstärken, und
Austreiben von Wasser umgewandelt. Diese Temperatur liegt vorzugsweise
im Bereich von 450 bis 700 °C
und höchstvorzugsweise
im Bereich von etwa 500 bis 600 °C.
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Bei
dem Adsorptionsprozess nach der vorliegenden Erfindung wird eine
Komponente eines Gasgemischs, die stärker adsorbiert wird als andere
Komponenten des Gasgemischs, von den anderen Komponenten abgetrennt,
indem das Gasgemisch mit der Adsorptionsmittelzusammensetzung unter
Bedingungen in Berührung
gebracht wird, welche die Adsorption der stärker adsorbierten Komponente
bewirken. Der Prozess kann eine Temperaturwechseladsorption oder
Druckwechseladsorption sein, wobei die letztere auch Druck-Vakuum-Wechseladsorption
umfasst. Vorzugsweise ist dieser Prozess eine Druckwechseladsorption.
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Der
Adsorptionsschritt des Prozesses nach der Erfindung kann bei irgendeinem
der üblichen
und bekannten Drücke
ausgeführt
werden, die bei Gasphasen-Temperaturwechseladsorptions-
und Druckwechseladsorptionsprozessen eingesetzt werden.
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Bei
der Temperaturwechseladsorption kann der Adsorptionsschritt auf
Absolutdrücken
bis zu 50 bara oder mehr ausgeführt
werden, wird aber vorzugsweise auf Absolutdrücken unterhalb dieser und von
nicht mehr als etwa 20 bara, und höchstvorzugsweise nicht größer als
etwa 10 bara durchgeführt.
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Wenn
der Adsorptionsprozess Druckmitteladsorption ist, kann die Druckhüllkurve
des Prozesses in weitem Umfang variieren. Diese Druckhüllkurve
reicht von dem Druck, bei welchem die Adsorption stattfindet, bis
zu demjenigen, bei welchem die Desorption von Gas aus dem Adsorptionsmittelmaterial
durchgeführt
wird. Dieser Desorptionsschritt ist auch als Regeneration bekannt.
Die Druckhüllkurve
hängt von
vielen Umständen ab,
die aufgrund technischer Betrachtungen durch die spezifischen Adsorptionseigenschaften
des in Verbindung mit den Adsorptionsmitteleigenschaften betrachteten
Gasgemisches verursacht sind, aber auch von ökonomischen Parametern. Typischerweise,
wenn der Druckwechseladsorptionsprozess ein Druck-Vakuum-Wechseladsorptionsprozess
ist, wird die Desorption bei einem unteratmosphärischen Druck geführt, wobei die
Druckhüllkurve
gewöhnlich
von einem Absolutdruck im Bereich von etwa 5 bara für den Adsorptionsschritt bis
etwa 0,05 bara für
den Regenerationsschritt reicht, aber vorzugsweise von einem Absolutdruck
im Bereich von etwa 3 bara bis etwa 0,15 bara, und höchstvorzugsweise
von einem Absolutdruck im Bereich von etwa 1,5 bara für den Adsorptionsschritt
bis etwa 0,2 bara für
den Regenerationsschritt. Wenn unter atmosphärischen Drücke in einem Druckwechseladsorptionsprozess
angewendet werden, wie beispielsweise im Zusammenhang mit kohlenwasserstoffhaltigen
Gasgemischen, beträgt
Desorptions- oder Regenerationsdruck gewöhnlich vorzugsweise 1 bara
oder in der Nähe
dieses Drucks bis zu 1,5 bara, aber der Adsorptionsdruck kann wiederum
in weitem Umfang wegen der spezifischen Adsorptionseigenschaften
der Gaskomponenten variieren, die bei einem gegebenen Adsorptionsmittelmaterial
auftreten. Gewöhnlich
beträgt
der Adsorptionsdruck etwa 5 bara, aber vorzugsweise etwa 3 bara,
und höchstvorzugsweise
etwa 2,5 bara.
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Druckwechseladsorptions-
und Druck-Vakuum-Wechseladsorptionsprozesse hängt die Temperatur, auf welcher
der Adsorptionsschritt ausgeführt
wird, von einer Anzahl von Faktoren ab, wie beispielsweise den jeweiligen
Gasen, die getrennt werden, ihrem relativen Gehalt im Gasgemisch,
das zur Reinigung oder Trennung kommt, dem jeweils verwendeten Adsorptionsmittel,
und dem Druck, bei welchem die Adsorption ausgeführt wird.
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Im
allgemeinen wird der Adsorptionsschritt eines Druckwechseladsorptionsprozesses
auf einer Temperatur von mindestens etwa –50 °C, vorzugsweise auf einer Temperatur
von mindestens etwa 0 °C,
und höchstvorzugsweise
auf einer Temperatur von mindestens etwa 15 °C ausgeführt. Die obere Temperaturgrenze,
bei welcher der Adsorptionsschritt ausgeführt wird, liegt im allgemeinen
bei etwa 200 °C,
und der Adsorptionsschritt wird vor zugsweise bei einer Temperatur
nicht höher
als etwa 100 °C,
und höchstvorzugsweise
auf einer Temperatur von nicht höher
als etwa 75 °C
ausgeführt.
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Bei
Temperaturwechseladsorptionsprozessen wird der Adsorptionsschritt
im allgemeinen auf einer Temperatur im Bereich von etwa 5 °C bis etwa
50 °C ausgeführt, und
der Adsorptionsmittelregenerationsschritt wird im allgemeinen auf
einer Temperatur im Bereich von etwa 100 °C bis etwa 250 °C ausgeführt.
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Im
Prinzip kann die Zusammensetzung des zu reinigenden oder zu trennenden
Gasgemischs in weitem Umfang variieren. Bezüglich der Reinigung gemäß der Erfindung
wird unter Abscheidung das Abscheiden einfacher oder mehrfacher
Spurenverunreinigungen aus einem Gasstrom in einem Konzentrationsbereich
von einstelligen Prozentwerten bis zu ppm-Werten bis herab auf Konzentrationen
in den ppw-Bereich zu verstehen. Bezüglich der Trennung von Gasgemischkomponenten
kann ihre Konzentration in Speise- und Produktgasen bis zu dutzenden
von Prozent und bis herab in den einstelligen Prozentwertbereich
oder sogar in den ppm-Bereich reichen.
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Wie
oben angedeutet, kann der Prozess nach der Erfindung zum Trennen
irgendwelcher zweier Gase eingesetzt werden, vorausgesetzt, dass
eines der Gase stärker
durch die Adsorptionsmittel nach der Erfindung als das andere Gas
adsorbiert wird, entweder unter Bedingungen des Adsorptionsgleichgewichts
oder des Ungleichgewicht, das heißt im kinetischen Betrieb eines
Adsorptionsprozesses. Der Prozess ist besonders geeignet zur Trennung
von Stickstoff von Sauerstoff, von Stickstoff und Argon von Sauerstoff,
von Kohlendioxid aus Luft, von Distickstoffoxid aus Luft, und für die Trennung
von Kohlenwasserstoffen, z. B. die Trennung von Alkinen, wie beispielsweise
Ethylen, Propylen usw. von Alkanen wie beispielsweise Ethan, Propan
usw., die Trennung von geradkettigen Kohlenwasserstoffen von verzweigtkettigen
Kohlenwasserstoffen, z. B. die Trennung von n-Butan von Iso-Butan,
und die Trennung von gasfömigen
niedermolekulargewichtigen Kohlenwasserstoffen von Kohlendioxid.
Die Trennung dieser Gase wird vorzugsweise auf Umgebungstemperatur
oder darüber
durchgeführt,
obwohl die Trennung von Stickstoff, Sauerstoff und Argon ebenso
bei kryogenen Temperaturen durchgeführt werden kann. Die Trennung
von gasförmigen
niedermolekulargewichtigen Kohlenwasserstoffen wie beispielsweise
Ethan, Propan und n-Butan von Kohlendioxid kann ebenfalls von Interesse
sein, insbesondere, wenn der Gasstrom Feuchtigkeit enthält. Für die Zwecke
solcher Trennun gen sind hydrophobe kationenarme Zeolith-Materialien
wie beispielsweise die MFI- und MEL- sowie die FAU-Strukturtypen
mit ausreichend hohen Silizium-Aluminium-Atomverhältnissen geeignete Adsorptionsmittelmaterialien.
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Es
versteht sich, dass es innerhalb des Bereichs der vorliegenden Erfindung
liegt, herkömmliche
Ausrüstung
zur Überwachung
und automatischen Regulierung der Strömung von Gasen innerhalb des
Systems einzusetzen, so dass es vollständig automatisiert werden kann,
um in effizienter Weise kontinuierlich zu laufen.
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Die
Erfindung wird nunmehr im Hinblick auf besondere Beispiele beschrieben,
die das Zeigen der unerwarteten "aktiven
Verdünner-" Eigenschaften von
Bindern im allgemeinen, eine Lehre besonderer Adsorptionsmittel
und ihrer Verwendung für
Prozesse oder Reinigung von Gasen bezwecken. Die jeweiligen Beispiele und
Ausführungsformen
sollten nicht als den Schutzbereich begrenzend angesehen werden.
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Beispiele:
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Beispiel 1: Zubereitung
von Aluminiumoxid reichen FAU-Typ-Zeolith-Adsorptionsmitteln mit
passiven und aktiven Verdünnereigenschaften.
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Niedrigsilizium-X-Zeolith
(LSX) mit einem Silizium-Aluminium-Atomverhältnis von 1,03 wurde gemäß der in
der
UK 1 580 928 beschriebenen
Verfahren synthetisiert. Das Syntheseprodukt, das Natrium- und Kaliumionen
als austauschbare Kationen hat, wurde dann in Natrium-LSX durch
vier statische Austausche mit 20 ml von 1,0-N-NaCl-Lösung pro
g Zeolith bei 80 °C
umgewandelt. Nach jedem Austausch wurde die Probe mit wässrigem
NaOH (0,01-N) gewaschen. Natriumkationen wurden dann gegen Kalziumkationen
gemäß dem folgenden
Verfahren ausgetauscht: 15 g des Filterkuchens (Wassergehalt etwa
35%) wurde in 200 ml destilliertem Wasser suspendiert. Nach 15 min
Rühren
wurden 29 g CaCl
2·H
2O
zugegeben. Das resultierende Gemisch wurde dann unter Umrühren auf
60 °C erhitzt
und auf dieser Temperatur während
sechs Stunden umgerührt. Die
resultierende heiße
Suspension wurde schnell gefiltert, und der Filterkuchen mit drei
Portionen destillierten Wasser von jeweils 100 ml gewaschen. Der
gewaschene Filterkuchen wurde wiederum in 200 ml destilliertem Wasser
suspendiert. Nach 15 min Rühren
wurden weitere 29 g CaCl
2·H
2O zugegeben. Das resultierende Gemisch wurde
dann unter Umrühren
auf 60 °C
erwärmt
und auf dieser Temperatur während
weiterer sechs Stunden umgerührt.
Die resultierende heiße
Suspension wurde schnell gefiltert, und der doppelausgetauschte
Filterkuchen mit drei Portionen destilliertem Wasser von jeweils
100 ml gewaschen und bei 60 °C
schwach getrocknet.
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Die
Analyse des getrockneten Materials zeigte einen Ionenaustausch von
Natrium durch Kalzium von mindestens 95%. Das resultierende Kalzium-LSX-Pulver
wurde dann in Kügelchenform
granuliert. Die Kügelchen
waren zusammengesetzt aus etwa 88 Gew.-% CaLSX und 12 Gew.-% SiO2 als Binder oder "inerten Verdünner". Ein Teil des resultierenden Materials
wurde dann getrocknet und durch bekannte Verfahren Deaktivierung
und Kalzinierung bei 580 °C
in einem inerten Gasstrom (Probe 1) fertig gestellt.
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Ein
weiterer Teil des kügelchenförmigen Materials
wurde mit Kalzium-Hydroxo-Aluminat,
2 Al(OH)3·3 Ca(OH)2 in
Wasserüberschuss
unter kontinuierlichem Rühren
bei 65 °C
während
drei Stunden behandelt. Die Menge von Kalzium-Hydroxo-Aluminat wurde
so gewählt,
dass die voraussichtlich der gesamten Bindermenge, welche die Kügelchen
ursprünglich
enthielten, die Eigenschaften eines "aktiven Verdünners" gegeben wurden. Das resultierende Produkt
wurde gefiltert, getrocknet und unter Bedingungen aktiviert, die
identisch denjenigen für
den ersten Teil waren (Probe 2).
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Beispiel 2: Herstellung
von Hochsilika-FAU-Typ-Zeolith-Adsorptionsmitteln mit passiven und
aktiven Verdünnereigenschaften.
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Ein
pulverförmiger
(mikrokristalliner) Hochsilika-FAU-Typ-Zeolith mit einem Silizium-Aluminium-Atomverhältnis, 100,
wie von Degussa-Hüls,
Deutschland, als Wessalith-DAY hergestellt und vertrieben, wurde
zum Herstellen von Extrudaten in Beispiel 3 der
US 5 316 993 umrissenen Prinzipien
benutzt. Ein Sepiolit (Pansil 200) von Tolsa (Spanien) mit niedrigem
Aluminiumgehalt wurde als Binder verwendet. Zum Zwecke der Steigerung
der Makroporösität wurde
eine mikrokristalline Zellulose, NT-020, von FMC BioPolymer (USA)
verwendet. Die Mengen von Zeolithkristallen und Binderteilchen wurden
so gewählt,
dass Extrudate hergestellt wurden, die 40 Gew.-% Material des FAU-Typs
und 60 Gew.-% Binder enthielten. Die Menge der zu dem Zeolithbinder-Ausgangsgemisch
zugegebenen Zelluloseart betrug 10 Gew.-% bezogen auf sein Trockengewicht.
Die fertig gestellten Adsorptionsmittelteilchen wurden in zwei verschiedenen
Weisen hergestellt. Der erste Weg erfolgt soweit wie möglich gemäß dem entsprechenden
Teil der im Beispiel 3 der
US
5 316 993 gegebenen Beschreibung, obwohl eine Laboratoriumspelletpresse
zum Formen des Gemischs in Makroteilchen ähnlich Extrudaten verwendet
wurde (Probe 1). Der zweite Weg umfasste einen Zwischenschritt,
der die Herstellung einer wässrigen
Suspension des Zeolith-Binder-Zellulose-Gemischs und Halten desselben
unter kontinuierlichem Rühren
auf 65 °C
während
drei Stunden umfasste. Das feste Produkt wurde gefiltert und in
Luft getrocknet bis es einen knetfähigen Zustand erreichte. Eine
Laboratoriumspelletpresse wurde zum Formen der Masse in Makroteilchen ähnlich Extrudaten
verwendet (Probe 2). Die Proben 1 und 2 wurden in flachen Betten
angeordnet, bei 120 °C
während
zwei Stunden getrocknet, mit einer Rate von 100 °C/h auf 850 °C erhitzt, und während einer
weiteren Stunde auf dieser Temperatur unter einem Strom trockenen
Stickstoffs gehalten.
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Beispiel 3: Adsorption
von Distickstoffoxid auf Hochaluminiumoxid-FAU-Typ-Zeolithadsorptionsmitteln
mit passiven und aktiven Verdünnereigenschaften.
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Basierend
auf Adsorptionsdaten für
Distickstoffoxid, N2O, auf CaLSX-Kügelchen
wurden Proben 1 und 2 hergestellt, wie in Beispiel 1 beschrieben,
und auf einer Temperatur von 25 °C
mittels eines piezometrischen Systems gemessen wie von M. Bülow u. a.,
J. Chem. Soc., Faraday Trans. I, Band 79 (1983), 2457 bis 2466, geschrieben,
und es wurde untersucht, in welchem Maße der Binder "aktiven Verdünner-" Eigenschaften als Konsequenz
der nachfolgenden Behandlung der Probe 2 gegenüber Probe 1, die unbehandelt
blieb, erhalten haben könnte.
Adsorptionsdaten für
N2O auf einer Temperatur von 25 °C und einem
Gasdruck von 10 Torr in jedem Fall wurden 1,750 mmol/g und 1,877
mmol/g für
Probe 1 bzw. Probe 2 festgestellt.
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Das
Adsorptionsverhalten der Probe 2 zeigt eine Steigerung der Adsorptionskapazität für N2O um ungefähr 8 bis 9% bei den gegebenen
Bedingungen, was einer Umwandlung von etwa der Hälfte der ursprünglich in
den Kügelchen
vorhandenen Bindermenge in ein Material mit Eigenschaften eines "aktiven Verdünners" entsprechen würde.
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Beispiel 4: Adsorption
von n-Butan durch Hochsilika-MFI-Typ-Zeolith-Adsorptionsmittel mit
passiven und aktiven Verdünnereigenschaften.
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Basierend
auf Adsorptionsdaten für
n-Butan, n-C4, auf Silikalit-1-Kristallen, die vom Strukturtyp MFI sind,
die bei 25 °C
gemessen wurden, wurden Adsorptionsisothermen durch die Langmuir-Isothermengleichung
für Sekundärteilchen
mit unterschiedlichem Bindergehalt modelliert, die sowohl als "passiver Verdünner" als auch "aktiver Verdünner" wirken, siehe 1.
Für den
Fall des "aktiven
Verdünners" wurde eine Adsorptionsisotherme
für n-C4 für
einen hypothetischen Binder berechnet unter der Annahme, dass die
n-C4-Adsorptionssättigungskapazität und die
Adsorptionskonstante bis 15% derjenigen für Silikalit-1 bzw. bis zu einem Hundertstel
derjenigen für
das n-C4/Silikalit-1-System betragen. Die
Adsorptionsisothermen für
n-C4 auf dem reinen Zeolith (volle Quadrate)
und dem reinen Binder (Kreuze) sind ebenfalls in 1 gezeigt.
Die Abhängigkeiten, ΔnS = f(cbinder) für die Fälle des "passiven Verdünners" und "aktiven Verdünners" des Systems n-C4/Silikalit-1 über eine Druckhüllkurve,
die für
einen geeigneten Druck-Vakuum-Wechseladsorptionsprozess
charakteristisch wäre,
nämlich
960 ⇔ 50
Torr, und bei einer Temperatur von 25 °C, sind in 2 gezeigt.
Das erwartete Verhalten für
die beiden Fälle
wurde gefunden.
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Beispiel 5: Adsorption
von n-Butan durch Hochsilika-FAU-Typ-Zeolith-Adsorptionsmittel mit
passiven und aktiven Verdünnereigenschaften.
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Basierend
auf Adsorptionsdaten für
n-Butan, n-C4, auf Extrudaten eines Hochsilika-FAU-Typs mit einem Silizium-Aluminium-Verhältnis von
etwa 100, die auf einer Temperatur von 45 °C in unserem Laboratorium mittels
eines piezometrischen Systems gemessen wurden, wie es M. Bülow u. a.,
J. Chem. Soc., Faraday Trans. I, Band 79 (1983), 2457 bis 2466,
beschrieben, wurden Adsorptionsisothermen durch die Langmuir-Freundlich-Isothermen für die Zeolithkristalle
in den Extrudaten und für
Sekundärteilchen
mit verschiedenen Anteil an Binder modelliert, der sowohl als "passiver Verdünner" als auch als "aktiver Verdünner" wirkend angenommen
wurde. Unter Betrachtung des Falls des "aktiven Verdünners" wurde eine n-C4-Adsorptionsisotherme
für den
verwendeten Binder, nämlich
einen kommerziellen Mineralbinder der Sepiolitart (siehe Beispiel 2),
unter der Annahme berechnet, dass die n-C4-Adsorptionssättigungskapazität und die
Adsorptionskonstante bis zu 15% derjenigen für die FAU-Typ-Zeolithkristalle
bzw. bis zu einem Hundertstel derjenigen für das n-C4/FAU-Typ-Kristallsystem
betragen. Die Adsorptionsisothermen für n-C4 auf
den FAU-Typ-Kristallen (volle Quadrate) und auf reinem Binder (Kreuze)
sind in 3 zusammen mit denjenigen für verschiedene
Zusammensetzungen "aktive
Komponente über
Binder", die einen
Fall "aktiven Verdünner" nahe liegen, gezeigt.
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4 zeigt
Abhängigkeiten, ΔnS = f(cbinder) für Fälle des "aktiven Verdünners" mit verschiedenen n-C4/Extrudatsystemen mit variierendem Bindergehalt
bei einer Temperatur von 45 °C über drei
verschiedene Druckbereiche.
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Im
allgemeinen wird es aus den hiesigen Resultaten offensichtlich,
dass, um den besten Gebrauch von optimierten Zusammensetzungen "aktive Komponente über Binder" nach dieser Erfindung
zu machen, eine sorgfältige
Betrachtung dieser Zusammensetzungen in Verbindung mit Druckwechseladsorptionsprozess-Betriebsparametern
nötig sein
kann. Beispielsweise, wie aus 4 ersichtlich
ist, können
Druckhüllkurven
wie beispielsweise 3600 ⇔ 900
Torr gegeben sein, die einen Druck-Vakuum-Wechseladsorptionsprozess
darstellen, für
welche das Konzept "aktiver
Verdünner" versagt. Andererseits,
da der Druckwechsel, 3600 ⇔ 900
Torr nahe dem liegt, was für
praktische Prozesse eingesetzt werden könnte, ist ein Vergleich zwischen
den Fällen des "aktiven Verdünners" und des "passiven Verdünners" für n-C4/FAU-Typ-Zeolithsysteme in 5 spezifiziert.
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Für das n-C4/FAU-Typ-Zeolithsystem ist der Vorteil des
Falls "aktiver Verdünner" aus den Figuren
evident, insbesondere aus 5. Als Resultat
für die
Trennung von Gemischen, die aus Kohlendioxid und n-Butan bestehen,
mittels hochsiliziumhaltiger Zeolithe wie beispielsweise der MFI-
und MEL- sowie der FAU-Strukturtypen ist die Verwendung von Teilchen
wie beispielsweise Kügelchen
und/Extrudate mit einem Gehalt an "aktivem Verdünner-" Binder bis zu 40 bis 80 Gew.-% vorteilhaft.
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Dieses
Ergebnis kann gleichermaßen
als auf Gemische mit anderen niedermolekulargewichtigen Kohlenwasserstoffgasen
wie beispielsweise Propan anwendbar betrachtet werden.
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Beispiel 6 (hypothetisch):
Adsorption von Distickstoffoxid und Spurenverunreinigungen durch
Hochaluminiumoxid-FAU-Typ-Zeolith-Adsorptionsmittel mit passiven
und aktiven Verdünnereigenschaften.
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Bei
diesem Beispiel wird das Testen mit Bezug auf die Abscheidung von
N
2O und niedermolekulargewichtige Kohlenwasserstoffgase
aus Luft auf der Basis von "aktiven
Verdünner-" Eigenschaften eines
Bindermaterials projiziert, das zur Herstellung fertiggestellter
Adsorptionsmittelteilchen gemäß Beispiel
1, Probe 2 verwendet wird. Die fertiggestellten Adsorptionsmittelteilchen
wurden durch Kügelchen
der Größe Siebnummer
8 bis 12 repräsentiert,
das aus einem CaLSX-Zeolith (ursprünglich 88 Gew.-% der fertigen
Adsorptionsmittelteilchen) mit einem Kalziumkationenaustauschwert
von > 95% und SiO
2 (ursprünglich
12 Gew.-% der fertigen Adsorptionsmittelteilchen) als Binder mit
ursprünglich
nur "inerten Verdünner-" Eigenschaften repräsentiert,
die jedoch gemäß Beispiel
3 einen geschätzten
Zuwachs der Adsorptionskapazität
von ungefähr
8 bis 9% für
N
2O bei dort gegebenen Bedingungen zeigten.
Versuche sind mutmaßlich
auf einer typischen Tischmaßstab-Druckwechseladsorptionseinheit
durchzuführen,
die für
die Vorreinigung von Luft vor der kryogenen Destillation eingesetzt
wird. Das Distickstoffoxid und die Kohlenwasserstoffe die in dem
Testluftspeisestrom mit den angegebenen Konzentrationen anzunehmen
sind, sind in der ersten und der dritten Spalte der Tafel 1 von links
angegeben. Tafel
1
- * Abscheidung von Wasser und Kohlendioxid
erfolgt durch Schichten, die aus anderen Adsorptionsmitteln bestehen,
die stromauf in der Adsorptionssäule
angeordnet sind.
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Diese
Kohlenwasserstoffe sind basierend auf den Ergebnissen einer Reihe
relevanter Luftqualitätsbeobachtungen
ausgewählt.
Die Konzentrationen der Kohlenwasserstoffe wurden basierend auf
den maximal beobachteten Werten in den Luftqualitätsbeobachtungen
eingestellt, siehe Spalte 1. Die Spurenverunreinigungskonzentrationen
in der Speiseluft unterscheiden sich jedoch bei den beiden Experimenten:
In dem Fall "aktiver
Verdünner" sind sie um etwa
8% erhöht,
wie aus einem Vergleich der Zahlen in Spalte 3 mit denen in Spalte
1 in Tafel 1 von links ersichtlich ist. Die unteren Nachweisgrenzen
aller obiger Verbindungen wurden durch FTIR-Analyse festgestellt.
Die Adsorptionstemperatur, der Speisegasdruck, die Oberflächengeschwindigkeit
und die Betthöhe
sind mit 25 °C,
85,6 psia, 0,59 Fuß/Sekunde
bzw. 59 Zoll angenommen. Die vorhergesagten Ergebnisse dieses Temperaturwechseladsorptions-Vorreinigungseinheit-Testexperiments
sind in den Spalten 2 und 4 der Tafel 1 berichtet.
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Tafel
1 zeigt, dass vorhergesagt wird, dass die fertigen Adsorptionsmittelteilchen
im Fall des "aktiven Verdünners" eine Abscheidung
erhöhter
Konzentrationen der Spurenverunreinigungen dem Gasstrom einschließlich N2O und einer Reihe von anwesenden Kohlenwasserstoffen
ermöglichen.
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Während der
Erfindung mit Bezug auf bestimmte Ausführungsformen beschrieben worden
ist, offensichtlich, dass zahlreiche andere Formen und Modifikationen
der Erfindung für
den Fachmann offensichtlich sind. Die anliegenden Patentansprüche und
diese Erfindung allgemein sollten dahingehend verstanden werden,
dass sie alle solchen nahe liegenden Formen und Modifikationen innerhalb
der Idee und des Schutzbereichs der vorliegenden Erfindung abdecken.