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TECHNISCHES
GEBIET
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Diese
Erfindung betrifft Handschuhe, die aus biologisch abbaubaren Polyhydroxyalkanoat-Copolymeren
gebildet sind.
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STAND DER
TECHNIK
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Polymere
finden in einer Vielfalt an Kunststoffartikeln Verwendung, einschließlich Folien,
Platten, Fasern, Schäumen,
Formartikeln, Haftmitteln und vielen anderen Spezialprodukten. Die
Mehrzahl dieser Kunststoffmaterialien endet im Feststoffabfallstrom.
Obwohl einige Anstrengungen bei der Kreislaufrückführung unternommen wurden, führt die
wiederholte Verarbeitung von sogar reinen Polymeren zum Materialabbau
und folglich zu schlechten mechanischen Eigenschaften. Verschiedene
Klassen von chemisch ähnlichen
Kunststoffen, die nach ihrer Sammlung gemischt werden, können Verarbeitungsprobleme
hervorrufen, die das regenerierte Material minderwertig oder unbrauchbar
machen. Daher besteht eine Notwendigkeit für Kunststoffartikel, die biologisch
abbaubar sind.
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Ebenso
besteht eine Notwendigkeit für
Artikel, die latexallergiefrei sind. Latexkautschuk wird aus Latex gebildet,
welches der milchige Saft des kommerziellen Kautschukbaums, Hevea
Brasiliensis, ist. Latexkautschuk enthält Proteine, einschließlich Enzymen,
die in die Biosynthese von Kautschukmolekülen wie Polymeren von (cis-1,4-Polyisopren)
eingeschlossen sind, und Chemikalien, die während der Herstellung des Kautschuks
hinzugegeben werden, wie Beschleuniger und Antioxidationsmittel.
Bedauerlicherweise sind einige Menschen gegen Produkte, die Latexkautschuk
umfassen, allergisch. Solche Latexallergien umfassen Syndrome wie
Dermatitis durch chemische Reizung, eine indirekt von T-Zellen bewirkte
Reaktion, die zu einer lokalisierten Reaktion führt und als verzögerte Überempfindlichkeitsdermatitis
oder allergene Kontaktdermatitis vom Typ 4 be zeichnet wird, sofortige Überempfindlichkeit
oder Nesselfieber und eine anaphylaktische Reaktion, die auch als Überempfindlichkeit
vom Typ 1 bezeichnet wird und indirekt durch IgE-Antikörper bewirkt
wird. Menschen, die gefährdet
sind, Latexallergien zu entwickeln, sind diejenigen mit anhaltender
oder häufiger
Exposition gegenüber
Latexprodukten, besonders Patienten mit Neuralrohrschäden, wie
Spina bifida und angeborene urologische Anomalien, sowie im Gesundheitswesen
tätige
Personen mit chronischer Exposition gegenüber Latex, insbesondere Latexhandschuhen.
Daher besteht eine Notwendigkeit, die Latexexposition zu verringern.
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Darüber hinaus
können
weiche Kunststoffe, wie Vinyle, Weichmacher, wie Phthalate, oder
Schwermetalle, wie Blei und Cadmium, umfassen. Die Phthalat-Weichmacher werden
verwendet, um einen flexiblen Kunststoff zu erhalten, während die
Schwermetalle zur Verringerung des Abbaus verwendet werden. Da die Sorge
besteht, dass Weichmacher und Schwermetalle möglicherweise aus Artikeln wie
Beißringen
für Säuglinge,
Saugern, intravenösen
Schläuchen
und Nahrungsmittelverpackungen aus Vinyl austreten, ist es wünschenswert,
Verfahren zur Verringerung der Exposition gegenüber Weichmachern und Schwermetallen
bereitzustellen.
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Spencer,
US-Patent Nr. 5,733,268, offenbart medizinische Schläuche und
Behälter,
die ein Kunststoffmaterial aus ionomerem, modifiziertem Polyetherester
in Kombination mit geringen Mengen eines Polyvinylchlorids umfassen.
Spencer lehrt, dass der Polyetherester frei von Weichmachern ist.
Ferner lehrt Spencer Artikel wie Vorrichtungen zur Peritonealdialyse,
Vorrichtungen zur Harndrainage, Chemotherapie-Vorrichtungen, Vorrichtungen
zur parenteralen Ernährung
und Vorrichtungen zur Nahrungsmittelverarbeitung, die solche Schläuche umfassen.
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Sinclair
et al., US-Patent Nr. 5,760,118, offenbart Produkte, die ein hydrolytisch
abbaubares Polymer umfassen. Sinclair et al. lehren Produkte wie
Klebebänder,
medizinische Entsorgungsbeutel, Folienhüllen, Handschuhe, Masken, Einweg-Kleidungs- und -Bettwäscheprodukte
für Krankenhäuser, Zahnseide,
Zahnbürsten, Thermometer-Mundstücke, Spritzen,
Mikropipettenspitzen, Rasierer, Halter für Wattetupfer, Kontaktlinsen,
intravenöse
Schläuche,
Katheterschläuche,
Nadeln, Spritzen, Beutel für
Flüssigkeiten
wie Blut und Plasma und Unterlagen für das Züchten von lebenden Zellen.
Sinclair et al. lehren ferner Artikel wie Spielzeuge, Behälter, Mulche,
Samenbänder
und Absorptionsartikel.
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Holmes,
US-Patent Nr. 4,620,999, lehrt Einwegbeutel für Körperausscheidungen, umfassend
ein 3-Hydroxybutyrat-Polymer und basisches Material, um den pH-Wert
des Beutelinhalts auf einen pH-Wert von mindestens etwa 12 zu modifizieren.
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Noda,
US-Patent Nr. 5,918,747, offenbart ein Verfahren zum Wiedergewinnen
von Polyhydroxyalkanoaten aus biologischen Quellen. Noda lehrt ferner,
dass die Polyhydroxyalkanoate zur Bildung von Einweg-Gesundheitsfürsorgeprodukten,
wie Bandagen, Wundverbänden,
Tupfern zur Wundreinigung, Operationskitteln, OP-Abdeckungen und
OP-Tupfern, und Bettwäscheartikeln,
wie Betttüchern,
Kissenbezügen
und Schaumstoff-Matratzenkissen, verwendet werden können.
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Asrar
et al., WO 99/04948, offenbaren Verfahren zur Herstellung von beschichteten
Objekten, umfassend das Schmelzen eines Polyhydroxyalkanoats, wie
Polyhydroxybutyrat oder Polyhydroxybutyrat-Covalerat, und das Extrusionsbeschichten
des Objekts. Asrar et al. lehren, dass die Beschichtung ein Molekulargewicht von
mehr als 0,2075 ag (125.000 Dalton) aufweist.
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US 5,618,855 A und
WO 95/20615 A offenbaren biologisch abbaubare Polyhydroxyalkanoate
(PHA), die mindestens zwei statistisch wiederkehrende Monomereinheiten
umfassen. Diese PHA werden zur Herstellung von Körperpflegeprodukten wie Windeln,
Bandagen, Wundverbänden,
Operationskitteln und OP-Abdeckungen
und anderen Einwegartikeln für
Einrichtungen und Körperpflege
verwendet.
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Es
besteht eine anhaltende Notwendigkeit zur Verringerung der Exposition
gegenüber
Latex und Weichmachern. Es besteht eine Notwendigkeit für biologisch
abbaubare Artikel, die im Wesentlichen frei von Latex sind, insbesondere
Arti kel, die mit dem Körper
eines Menschen oder einem Teil davon in Kontakt kommen. Wie hier
verwendet, bezieht sich „Körperteile" auf Organe oder
Teile des Körpers
wie Haut, Schleimhäute oder
Augen. Solche Artikel sind vorzugsweise ferner frei von Weichmachern
und Schwermetallen.
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Bedauerlicherweise
sind viele biologisch abbaubare Artikel spröde oder nicht in der Lage,
unter sowohl aeroben als auch anaeroben Bedingungen abgebaut zu
werden. Ferner weisen dem Stand der Technik entsprechende Polymere
wie Polyhydroxybutyrat und Polyhydroxybutyrat-Cohydroxyvalerat oftmals
unbefriedigende Eigenschaften auf. Polyhydroxybutyrat neigt dazu,
thermisch instabil zu sein, während
Polyhydroxybutyrat und Polyhydroxybutyrat-Cohydroxyvalerat häufig geringe
Kristallisationsgeschwindigkeiten und Fließeigenschaften aufweisen, welche
die Verarbeitung schwierig machen. Beispielsweise bleibt Polyhydroxybutyrat-Cohydroxyvalerat
für lange
Zeiträume
klebrig und kann an sich selbst kleben, wenn es zu Folien verarbeitet wird.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Demgemäß ist es
ein Ziel dieser Erfindung, verschiedene Probleme des Stands der
Technik zu beseitigen.
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Gemäß einem
Gesichtspunkt der Erfindung wird ein latexallergiefreier Handschuh
bereitgestellt, der zum Kontakt mit einem menschlichen Körper angepasst
ist, aus einem Material, das dadurch gekennzeichnet ist, dass es
ein biologisch abbaubares Polyhydroxyalkanoat-Copolymer umfasst,
umfassend zwei statistisch wiederkehrende Monomereinheiten, wobei
die erste statistisch wiederkehrende Monomereinheit die folgende Struktur
aufweist:
worin R
1 H
oder C
1-2-Alkyl ist und n 1 oder 2 ist,
und die zweite statistisch wiederkehrende Monomereinheit die folgende
Struktur aufweist:
worin R
2 ein
C
3-19-Alkyl oder C
3-19-Alkenyl
ist und worin mindestens 50 % der statistisch wiederkehrenden Monomereinheiten
die Struktur der ersten statistisch wiederkehrenden Monomereinheit
aufweisen und worin ferner der Handschuh frei von Latex, d. h. von
dem Saft des kommerziellen Kautschukbaums, Hevea Brasiliensis, und
frei von Phthalat-Weichmacher ist.
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Gemäß noch einem
anderen Gesichtspunkt der Erfindung wird die Verwendung eines Handschuhs, wie
zuvor definiert, zur Verringerung der Exposition eines Menschen
gegenüber
Latex und Weichmachern bereitgestellt.
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DETAILLIERTE
BESCHREIBUNG
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Die
Anmelder haben festgestellt, dass Handschuhe, die erfindungsgemäße Polyhydroxyalkanoat-Copolymere
(PHAs) umfassen, zur Verringerung der Exposition gegenüber Latex
und Weichmachern verwendet werden können. Ferner sind solche Handschuhe
(nachfolgend als Artikel bezeichnet) vorteilhafterweise biologisch
abbaubar. Erfindungsgemäße Polyhydroxyalkanoat-Copolymere
werden sowohl unter aeroben als auch unter anaeroben Bedingungen
biologisch abgebaut, so dass aus den PHAs gebildete Artikel sogar
unter Wasser biologisch abgebaut werden können.
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Erfindungsgemäße biologisch
abbaubare Handschuhe sind unerwarteterweise beständig gegenüber Flüssigkeiten und Fett. Die Artikel
werden aus PHAs gebildet, die Erweichungstemperaturen aufweisen,
die höher
sind als die Temperaturen für
ihren Verwendungszweck, und sind daher geeignet, zur Sterilisation
erhitzt zu werden, ohne ihre Formbeständigkeit zu verlieren. Die
Artikel werden aus PHAs gebildet, die eine überraschend gute Selbstabdichtbarkeit
und Adhäsion
an Papiersubstraten aufweisen.
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Ferner
sind erfindungsgemäße PHAs
im Gegensatz zu dem Homopolymer Poly(3-hydroxybutyrat) (PHB) oder
dem Copolymer Poly(3-hydroxybutyrat-Cohydroxyvalerat) (PHBV) zäh, ohne
spröde
zu sein. Daher ist bei Artikeln, welche die PHAs umfassen, die Wahrscheinlichkeit
geringer, dass sie zerbrechen oder abbrechen. Die Anmelder haben
festgestellt, dass erfindungsgemäße Polyhydroxyalkanoate
im Verhältnis
zu Polyhydroxybutyrat und Polyhydroxybutyrat-Covalerat niedrigere
Schmelztemperaturen, niedrigere Kristallinitätsgrade und bessere Schmelzrheologien
aufweisen. Da die PHAs der vorliegenden Erfindung niedrige Schmelztemperaturen
aufweisen, lassen sich die PHAs leicht zu Folien und Beschichtungen
verarbeiten. Die PHAs der vorliegenden Erfindung besitzen Schmelztemperaturen,
die geringer sind als ihre Zersetzungstemperaturen.
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Wie
hier verwendet, soll sich „Latex" auf den Saft des
kommerziellen Kautschukbaums, Hevea Brasiliensis, beziehen, und „Latexartikel" soll sich auf Artikel
beziehen, die Latex umfassen.
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Wie
hier verwendet, soll sich „Weichmacher" auf Zusatzstoffe
beziehen, die als Weichmacher bei der Bildung von Vinyl-Kunststoffartikeln
verwendet werden. Phthalat-Weichmacher beziehen sich auf als Weichmacher
verwendete Verbindungen, die eine Phthalatgruppe umfassen. Solche
Weichmacher schließen bis-2-Ethylhexylphthalat,
auch als Dioctylphthalat (DOP) und Di-2-ethylhexylphthalat (DEHP)
bezeichnet, und Diisononylphthalat (DINP) ein. Andere Phthalat-Weichmacher schließen Butylbenzylphthalat,
Butyloctylphthalat, Di-N-butylphthalat, Dicaprylphthalat, Dicyclohexylphthalat,
Diethylphthalat, Dihexylphthalat, Diisobutylphthalat, Diisodecylphthalat,
Diisohectylphthalat, Diisooctylphthalat, Dimethylphthalat, Ditridecylphthalat,
Diundecylphthalat, Undecyldodecylphthalat und Mischungen davon ein.
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Wie
hier verwendet, bezieht sich „Alkyl" auf eine gesättigte,
kohlenstoffhaltige Kette, die gerade oder verzweigt und substituiert
(einfach oder mehrfach) oder nichtsubstituiert sein kann, während sich „Alkenyl" auf eine kohlenstoffhaltige
Kette bezieht, die einfach ungesättigt
(d. h. eine Doppelbindung in der Kette) oder mehrfach ungesättigt (d.
h. zwei oder mehr Doppelbindungen in der Kette), gerade oder verzweigt
und substituiert (einfach oder mehrfach) oder nichtsubstituiert
sein kann.
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Wie
hier verwendet, bezieht sich „PHA" auf ein Polyhydroxyalkanoat-Copolymer
der vorliegenden Erfindung, „RRMU" bezieht sich auf
eine statistisch wiederkehrende Monomereinheit, und „RRMUs" bezieht sich auf
statistisch wiederkehrende Monomereinheiten.
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Wie
hier verwendet, bezieht sich „biologisch
abbaubar" auf die
Fähigkeit
einer Verbindung, durch Mikroorganismen und/oder natürliche Umweltfaktoren
schließlich
vollständig
zu CO2 und Wasser oder Biomasse abgebaut
zu werden.
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Wie
hier verwendet, bezieht sich „kompostierbar" auf ein Material,
das die folgenden drei Anforderungen erfüllt: (1) Das Material kann
in einer Kompostieranlage für
festen Abfall verarbeitet werden; (2) wenn es so verarbeitet wird,
endet das Material im Endkompost; und (3) wenn der Kompost im Boden
verwendet wird, wird das Material schließlich im Boden biologisch abgebaut.
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Zum
Beispiel endet ein Polymerfolienmaterial, das in festem Abfall vorhanden
ist, der einer Kompostieranlage zur Verarbeitung zugeführt wird,
nicht unbedingt im Endkompost. Bestimmte Kompostieranlagen setzen
den Festabfallstrom vor weiterer Verarbeitung Windsichtung aus,
um Papier und andere Materialien abzutrennen. Eine Polymerfolie
würde in
einer solchen Windsichtung höchstwahrscheinlich
von dem Festabfallstrom getrennt und deshalb nicht in der Kompostieranlage
verarbeitet werden. Trotzdem kann es noch ein „kompostierbares" Material gemäß der vorstehenden
Definition sein, da es „fähig" ist, in einer Kompostieranlage
verarbeitet zu werden.
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Die
Notwendigkeit, dass das Material im Endkompost endet, bedeutet in
der Regel, dass es einer Form der Zersetzung im Kompostierverfahren
unterliegt. In der Regel wird der Festabfallstrom in einer frühen Phase des
Kompostierverfahrens einem Zerkleinerungsschritt unterzogen. Infolgedessen
ist die Polymerfolie als Bruchstücke
und nicht als Folie vorhanden. In der Schlussphase des Kompostierverfahrens
wird der fertige Kompost einem Siebschritt unterzogen. In der Regel
gelangen die Polymerbruchstücke
nicht durch die Siebe, wenn sie die Größe, die sie unmittelbar nach
dem Zerkleinerungsschritt aufwiesen, beibehalten haben. Die kompostierbaren
Materialien der vorliegenden Erfindung verlieren während des
Kompostierverfahrens genug von ihrer Integrität, um zu ermöglichen,
dass teilweise zersetzte Bruchstücke
durch die Siebe gelangen. Es ist jedoch denkbar, dass eine Kompostieranlage
den Festabfallstrom einer sehr rigorosen Zerkleinerung und einer eher
groben Siebung unterzieht, in welchem Fall nicht abbaubare Polymere
wie Polyethylen Anforderung (2) erfüllen würden. Das Erfüllen von
Anforderung (2) reicht deshalb nicht dafür aus, dass ein Material innerhalb der
vorliegenden Definition kompostierbar ist.
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Was
das kompostierbare Material, wie hier definiert, von Material wie
Polyethylen unterscheidet, ist Anforderung (3), dass das Material
schließlich
im Boden biologisch abgebaut wird. Diese Anforderung der biologischen
Abbaubarkeit ist für
das Kompostierverfahren oder den Gebrauch von Kompostierboden nicht
wesentlich. Fester Abfall und der daraus resultierende Kompost können alle
Arten von nicht biologisch abbaubaren Materialien, zum Beispiel
Sand, enthalten. Um jedoch eine Ansammlung von künstlichen Materialien im Boden
zu vermeiden, ist es hierin erforderlich, dass solche Materialien
vollständig
biologisch abbaubar sind. Andererseits ist es überhaupt nicht notwendig, dass
dieser biologische Abbau schnell erfolgt. Solange das Material selbst
und Zersetzungszwischenprodukte nicht giftig oder anderweitig schädlich für den Boden
oder die Ernte sind, ist es gänzlich
hinnehmbar, dass ihr biologischer Abbau mehrere Monate oder sogar
Jahre dauert, da diese Anforderung nur dazu vorhanden ist, eine
Ansammlung von künstlichen
Materialien im Bo den zu vermeiden. Die erfindungsgemäßen Copolymere
werden vorteilhafterweise einem schnellen anaeroben biologischen
Abbau unterzogen.
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Alle
hierin genannten Copolymer-Zusammensetzungsverhältnisse beziehen sich auf Molverhältnisse, sofern
nicht ausdrücklich
anders angegeben. Alle Anteile und Prozentangaben beziehen sich
auf das Gewicht, sofern nicht ausdrücklich anders angegeben.
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Die
in der vorliegenden Erfindung verwendeten Polyhydroxyalkanoate können synthetisch
hergestellt werden oder von einer Vielfalt an biologischen Organismen,
wie Bakterien oder Algen, erzeugt werden.
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Die
Polyhydroxyalkanoate können
ataktisch, isotaktisch oder syndiotaktisch sein. Die hierin verwendeten
Polyhydroxyalkanoate sind vorzugsweise im Wesentlichen isotaktisch
(von etwa 90 Gew.-% bis etwa 100 Gew.-% isotaktisch) oder vollkommen
isotaktisch (zu etwa 100 Gew.-% isotaktisch). Die vollkommen isotaktischen
Polyhydroxyalkanoate können
von biologischen Organismen erhalten werden, vorzugsweise werden
die hierin verwendeten Polyhydroxyalkanoate von biologischen Organismen
erhalten.
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Die
Polyhydroxyalkanoate sind Copolymere, die mindestens etwa 2 verschiedene
Monomere umfassen. In einer Ausführungsform
sind die Polyhydroxyalkanoate Copolymere, die mindestens etwa 3
verschiedene Monomere umfassen.
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In
einer Ausführungsform
umfasst das Polyhydroxyalkanoat mindestens zwei statistisch wiederkehrende
Monomereinheiten (RRMUs). Die erste statistisch wiederkehrende Monomereinheit
weist die folgende Struktur auf
worin R
1 H
oder ein C
1-2-Alkyl ist und n 1 oder 2 ist.
In einer bevorzugten Ausführungsform
ist die erste statistisch wiederkehrende Monomereinheit ausgewählt aus
der Gruppe bestehend aus dem Monomer, worin R
1 ein C
1-Alkyl ist und n 1 ist (der monomeren Wiederholungseinheit
3-Hydroxybutyrat), dem Monomer, worin R
1 ein C
2-Alkyl ist und n 1 ist (der monomeren Wiederholungseinheit
3-Hydroxyvalerat), dem Monomer, worin R
1 H ist
und n 2 ist (der monomeren Wiederholungseinheit 4-Hydroxybutyrat),
dem Monomer, worin R
1 H ist und n 1 ist
(der monomeren Wiederholungseinheit 3-Hydroxypropionat), und Mischungen
davon.
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Die
zweite statistisch wiederkehrende Monomereinheit weist die folgende
Struktur auf:
worin R
2 ein
C
3-19-Alkyl oder ein C
3-19-Alkenyl
ist. Geeignete zweite RRMUs schließen diejenigen ein, worin R
2 ein C
3-7-Alkyl
oder -Alkenyl, ein C
5-Alkyl oder -Alkenyl,
ein C
7-Alkyl oder -Alkenyl, ein C
8-11-Alkyl oder -Alkenyl, ein C
8-Alkyl oder -Alkenyl,
ein C
9-Alkyl oder -Alkenyl, ein C
12-19-Alkyl oder -Alkenyl, ein C
3-11-Alkyl
oder -Alkenyl oder ein C
4-19-Alkyl oder
-Alkenyl ist.
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In
einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung weisen mindestens etwa 50 %, vorzugsweise mindestens
etwa 60 %, mehr bevorzugt mindestens etwa 70 %, noch mehr bevorzugt
mindestens etwa 80 %, noch mehr bevorzugt mindestens etwa 85 % der
RRMUs die Struktur der ersten RRMU auf.
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Wenn
die Polyhydroxyalkanoate der vorliegenden Erfindung zu Folien, Platten
oder weichen, elastischen Fasern verarbeitet werden, weisen vorzugsweise
von etwa 50 % bis etwa 98 %, mehr bevorzugt von etwa 80 % bis etwa
97 %, noch mehr bevorzugt von etwa 85 % bis etwa 96 % der RRMUs
der PHAs die Struktur der ersten RRMU auf.
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Wenn
die Polyhydroxyalkanoate der vorliegenden Erfindung zu normalen
Fasern oder Formartikeln verarbeitet (z. B. spritzgegossen oder
blasgeformt) werden, weisen vorzugsweise von etwa 80 % bis etwa
99 %, mehr bevorzugt von etwa 90 % bis etwa 98 %, noch mehr bevorzugt
von etwa 92 % bis etwa 97 % der RRMUs der PHAs die Struktur der
ersten RRMU auf.
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Wenn
die Polyhydroxyalkanoate der vorliegenden Erfindung zu thermogeformten
Artikeln verarbeitet werden, weisen vorzugsweise von etwa 70 % bis
etwa 98 %, mehr bevorzugt von etwa 75 % bis etwa 97 %, noch mehr
bevorzugt von etwa 80 % bis etwa 96 % der gemischten RRMUs der PHAs
die Struktur der ersten RRMU auf.
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Wenn
die Polyhydroxyalkanoate der vorliegenden Erfindung zu Schaumstoff
verarbeitet werden, weisen vorzugsweise von etwa 70 % bis etwa 97
%, mehr bevorzugt von etwa 80 % bis etwa 96 %, noch mehr bevorzugt
von etwa 86 % bis etwa 95 % der gemischten RRMUs der PHAs die Struktur
der ersten RRMU auf.
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Wenn
die Polyhydroxyalkanoate der vorliegenden Erfindung zu Elastomeren
oder Haftmitteln, wie Bandagenhaftmitteln, verarbeitet werden, weisen
vorzugsweise etwa 50 %, mehr bevorzugt mindestens 65 % der RRMUs
der PHAs die Struktur der ersten RRMU auf.
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Wenn
die Polyhydroxyalkanoate der vorliegenden Erfindung zu Vliesstoffen
verarbeitet werden, weisen vorzugsweise von etwa 85 % bis etwa 99
%, mehr bevorzugt von etwa 90 % bis etwa 98 %, noch mehr bevorzugt
von etwa 95 % bis etwa 97 % der RRMUs der PHAs die Struktur der
ersten RRMU auf.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
ist die erste statistisch wiederkehrende Monomereinheit ausgewählt aus
der Gruppe bestehend aus dem Monomer, worin R1 ein
C1-Alkyl ist und n 1 ist (der monomeren Wiederholungseinheit
3-Hydr oxybutyrat), dem Monomer, worin R1 ein
C2-Alkyl ist und n 1 ist (der monomeren Wiederholungseinheit
3-Hydroxyvalerat), dem Monomer, worin R1 H
ist und n 2 ist (der monomeren Wiederholungseinheit 4-Hydroxybutyrat),
dem Monomer, worin R1 H ist und n 1 ist
(der monomeren Wiederholungseinheit 3-Hydroxypropionat), und Mischungen
davon.
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In
einer anderen Ausführungsform
umfasst das Polyhydroxyalkanoat der vorliegenden Erfindung eine dritte
oder mehrere zusätzliche
RRMUs mit der Struktur:
worin R
3 H,
ein C
1-19-Alkyl oder ein C
1-19-Alkenyl
ist und m 1 oder 2 ist und wobei die zusätzlichen RRMUs nicht dieselben
sind wie die erste RRMU oder die zweite RRMU. In einer Ausführungsform
umfasst das Copolymer von mindestens etwa 3, mehr bevorzugt von
etwa 3 bis etwa 20 verschiedene RRMUs.
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In
einer Ausführungsform
ist R3 ein C1-19-Alkyl
oder ein C1-19-Alkenyl und m ist 1, während in
einer anderen Ausführungsform
R3 H, ein C1-2-Alkyl
oder ein C1-2-Alkenyl ist und m 1 oder 2 ist. In einer
bevorzugten Ausführungsform
ist die dritte RRMU ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus dem Monomer, worin R3 ein C1-Alkyl ist und m 1 ist (der monomeren Wiederholungseinheit
3-Hydroxybutyrat), dem Monomer, worin R3 ein C2-Alkyl ist und m 1 ist (der monomeren Wiederholungseinheit
3-Hydroxyvalerat), dem Monomer, worin R3 H ist
und m 2 ist (der monomeren Wiederholungseinheit 4-Hydroxybutyrat),
dem Monomer, worin R3 H ist und m 1 ist
(der monomeren Wiederholungseinheit 3-Hydroxypropionat), und Mischungen
davon.
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In
einer anderen Ausführungsform
umfasst ein erfindungsgemäßes Polyhydroxyalkanoat
zwei RRMUs, wobei die erste RRMU die folgende Struktur aufweist:
worin R
1 H
oder ein C
2-Alkyl ist und n 1 oder 2 ist,
und die zweite RRMU die folgende Struktur aufweist:
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Vorzugsweise
weisen mindestens etwa 50 % der RRMUs die Struktur der ersten RRMU
auf.
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Die
eine Ausführungsform
des biologisch abbaubaren PHA der vorliegenden Erfindung umfasst
drei RRMUs, eine erste RRMU mit der Struktur:
worin R
1 H
oder ein C
1-2-Alkyl ist und n 1 oder 2 ist;
eine zweite RRMU mit der Struktur:
worin R
2 ein
C
3-19-Alkyl oder ein C
3-19-Alkenyl,
vorzugsweise ein C
4-19-Alkyl oder ein C
4-19-Alkenyl ist; und eine dritte RRMU mit
der Struktur:
worin R
3 H,
ein C
1-19-Alkyl oder ein C
1-19-Alkenyl
ist und m 1 oder 2 ist und wobei die dritte RRMU nicht dieselbe ist
wie die erste RRMU oder die zweite RRMU. Vorzugsweise weisen mindestens
50 % der RRMUs die Struktur der ersten RRMU auf. Im Allgemeinen
weisen nicht mehr als etwa 20 % der RRMUs die Struktur der dritten RRMU
auf.
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Vorzugsweise
ist das Molekulargewicht der Polyhydroxyalkanoate größer als
etwa 50.000. In einer Ausführungsform
ist das durchschnittliche Molekulargewicht (Gewichtsmittel) nicht
größer als
etwa 400.000, während
das durchschnittliche Molekulargewicht (Gewichtsmittel) in einer
anderen Ausführungsform
größer ist als
etwa 400.000, vorzugsweise größer als
500.000.
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Die
Volumenprozent-Kristallinität
(Φc) eines halbkrist"allinen Polymers (oder Copolymers) bestimmt oft,
welche Art von Endgebrauchseigenschaften das Polymer besitzt. Beispielsweise
sind hoch (mehr als 50 %) kristalline Polymere fest und steif und
für Produkte
wie Kunststoffbecher geeignet. Schwach (nicht mehr als 50 %) kristalline
Polymere hingegen sind flexibel und zäh und für Produkte wie Tüten geeignet.
Die Kristallinität kann
auf eine Reihe von Arten bestimmt werden, einschließlich Röntgenstrahlbeugung,
Differentialscanningkalorimetrie (DSC), Dichtemessungen und Infrarotabsorption,
wie von Noda, US-Patent Nr. 5,618,855, durch Bezugnahme hierin eingeschlossen,
erörtert.
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Im
Allgemeinen weisen PHAs der vorliegenden Erfindung vorzugsweise
eine Kristallinität
von etwa 0,1 % bis etwa 99 % auf, wie mittels Röntgenstrahlbeugung gemessen,
mehr bevorzugt von etwa 2 % bis etwa 80 %, noch mehr bevorzugt von
etwa 20 % bis etwa 70 %.
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Wenn
ein PHA der vorliegenden Erfindung zu einer Folie verarbeitet werden
soll, beträgt
das Maß an Kristallinität in solchem
PHA mehr bevorzugt von etwa 5 % bis etwa 95 %, wie mittels Röntgenstrahlbeugung gemessen,
mehr bevorzugt von etwa 10 % bis etwa 80 %, noch mehr bevorzugt
von etwa 20 % bis etwa 60 %.
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Wenn
ein PHA der vorliegenden Erfindung zu einer Platte verarbeitet werden
soll, beträgt
das Maß an Kristallinität in solchem
PHA mehr bevorzugt von etwa 5 % bis etwa 60 %, wie mittels Röntgenstrahlbeugung gemessen,
mehr bevorzugt von etwa 10 % bis etwa 50 %, noch mehr bevorzugt
von etwa 20 % bis etwa 40 %.
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Wenn
ein PHA der vorliegenden Erfindung zu einer normalen Faser oder
einem Vliesstoff verarbeitet werden soll, beträgt das Maß an Kristallinität in solchem
PHA mehr bevorzugt von etwa 50 % bis etwa 95 %, wie mittels Röntgenstrahlbeugung
gemessen, mehr bevorzugt von etwa 60 % bis etwa 95 %, noch mehr
bevorzugt von etwa 70 % bis etwa 95 %.
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Wenn
ein PHA der vorliegenden Erfindung zu einer weichen elastischen
Faser verarbeitet werden soll, beträgt das Maß an Kristallinität in solchem
PHA mehr bevorzugt von etwa 20 % bis etwa 90 %, wie mittels Röntgenstrahlbeugung
gemessen, mehr bevorzugt von etwa 30 % bis etwa 85 %, noch mehr
bevorzugt von etwa 40 % bis etwa 80 %.
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Wenn
ein PHA der vorliegenden Erfindung zu einem geformten oder thermogeformten
Artikel verarbeitet werden soll, beträgt das Maß an Kristallinität in solchem
PHA mehr bevorzugt von etwa 10 % bis etwa 80 %, wie mittels Röntgenstrahlbeugung
gemessen, mehr bevorzugt von etwa 20 % bis etwa 70 %, noch mehr bevorzugt
von etwa 30 % bis etwa 60 %.
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Wenn
ein PHA der vorliegenden Erfindung zu einem Elastomer oder Haftmittel
verarbeitet werden soll, beträgt
das Maß an
Kristallinität
in solchem PHA mehr bevorzugt weniger als etwa 50 %, wie mittels
Röntgenstrahlbeugung
gemessen, mehr bevorzugt weniger als etwa 30 %, noch mehr bevorzugt
weniger als etwa 20 %.
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Vorzugsweise
besitzen die biologisch abbaubaren PHAs der vorliegenden Erfindung
eine Schmelztemperatur (Tm) von etwa 30 °C bis etwa 160 °C, mehr bevorzugt
von etwa 60 °C
bis etwa 140 °C,
noch mehr bevorzugt von etwa 90 °C
bis etwa 130 °C.
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Geeignete
Polyhydroxyalkanoate schließen
diejenigen ein, die in Noda, US-Patente Nr. 5,498,692, 5,502,116,
5,536,564, 5,602,227, 5,618,855, 5,685,756 und 5,747,584, durch
Bezugnahme hierin eingeschlossen, offenbart sind.
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Artikel,
die herkömmlicherweise
vollständig
oder teilweise aus Latex hergestellt werden, können nun unter Verwendung eines
erfindungsgemäßen Polyhydroxyalkanoat-Copolymers
anstatt Latex hergestellt werden.
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In ähnlicher
Weise können
Artikel, die herkömmlicherweise
vollständig
oder teilweise aus einem Vinylkunststoff, umfassend einen Phthalat-Weichmacher,
hergestellt werden, nun unter Verwendung eines erfindungsgemäßen Polyhydroxyalkanoat-Copolymers,
welches frei von Phthalat-Weichmachern ist, hergestellt werden.
Somit kann eine Person, die solche Artikel verwendet, eine Exposition
gegenüber
Weichmachern vermeiden.
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Darüber hinaus
können
Artikel, die unter Verwendung eines erfindungsgemäßen Polyhydroxyalkanoat-Copolymers
hergestellt werden, im Wesentlichen frei, vorzugsweise frei von
Schwermetallen wie Blei oder Cadmium sein. In einer anderen Ausführungsform
sind die Artikel ferner im Wesentlichen frei von Schwermetallen
wie Blei und Cadmium. Wie hier verwendet, soll sich „im Wesentlichen
frei von Schwermetallen" auf
Artikel beziehen, die zu nicht mehr als 1 Gew.-%, vorzugsweise weniger
als etwa 0,1 Gew.-%, Schwermetalle enthalten.
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Artikel
können
aus Folien oder Platten des Polyhydroxyalkanoat-Copolymers gebildet
werden. Wie hier verwendet, bedeutet „Folie" ein äußerst dünnes, durchgehendes Stück einer
Substanz mit einem hohen Verhältnis
von Länge
zu Dicke und einem hohen Verhältnis
von Breite zu Dicke. Obwohl keine Notwendigkeit für einen
präzisen
oberen Dickengrenzwert besteht, beträgt ein bevorzugter obe rer Grenzwert
etwa 0,25 mm, mehr bevorzugt etwa 0,10 mm und noch mehr bevorzugt
etwa 0,05 mm. Die Folien können
unter Anwendung von herkömmlichen
Verfahren zum Herstellen von ein- oder mehrschichtigen Folien auf
herkömmlichen
Folienherstellungsvorrichtungen verarbeitet werden.
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Wie
hier verwendet, bedeutet „Platte" ein sehr dünnes, durchgehendes
Stück einer
Substanz mit einem hohen Verhältnis
von Länge
zu Dicke und einem hohen Verhältnis
von Breite zu Dicke, wobei das Material dicker ist als etwa 0,25
mm. Platten weisen hinsichtlich Eigenschaften und Herstellung viele
derselben Charakteristiken auf wie Folien, mit der Ausnahme, dass
Platten steifer sind und selbsttragende Eigenschaften aufweisen.
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Artikel,
die Polyhydroxyalkanoat-Copolymer umfassen, können andere Zusatzstoffe umfassen.
Vorzugsweise sind die Zusatzstoffe nichttoxisch und nichtflüchtig. Wie
hier verwendet, bezieht sich „nichtflüchtig" auf einen Zusatzstoff,
der aus dem Polyhydroxyalkanoat-Copolymer nicht mit einer höheren Geschwindigkeit entweicht,
als das Copolymer biologisch abgebaut wird. Geeignete Zusatzstoffe
schließen
färbende
Stoffe, Aromastoffe, Duftstoffe, Deodorants, Desinfektionsmittel,
Vitamine, Mineralien, Arzneimittel, antibakterielle Verbindungen
und Mischungen davon ein.
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Gesundheitsfürsorgeartikel
können
einen antibakteriellen Inhaltsstoff wie Triclosan umfassen.
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Die
Artikel können
färbende
Stoffe umfassen. Vorzugsweise sind solche färbenden Stoffe nichtflüchtig. Die
vorliegenden Artikel können
aus einer Zusammensetzung gebildet werden, die das biologisch abbaubare Polyalkanoat-Copolymer
und einen färbenden
Stoff umfasst. Als Alternative können
Farben und Dessins nach der Herstellung auf die Artikel gedruckt
werden. Bevorzugte färbende
Stoffe sind nichttoxisch.
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Bevorzugte
latexallergiefreie Artikel werden aus einem Polyhydroxyalkanoat,
welches zwei statistisch wiederkehrende Monomereinheiten umfasst,
gebildet. Die erste statistisch wiederkehrende Monomereinheit weist
die folgende Struktur auf
worin R
1 H
oder ein C
1-2-Alkyl ist und n 1 oder 2 ist,
und die zweite statistisch wiederkehrende Monomereinheit weist die
folgende Struktur auf:
worin R
2 ein
C
3-19-Alkyl oder ein C
3-19-Alkenyl,
vorzugsweise ein C
4-19-Alkyl oder ein C
4-19-Alkenyl ist. In einer anderen Ausführungsform
umfasst das Polyhydroxyalkanoat eine dritte statistisch wiederkehrende
Monomereinheit mit der Struktur:
worin R
3 H,
ein C
1-19-Alkyl oder ein C
1-19-Alkenyl
ist und m 1 oder 2 ist und wobei die dritte RRMU nicht dieselbe ist
wie die erste RRMU oder die zweite RRMU. Polyhydroxyalkanoat-Copolymere,
die drei RRMUs umfassen, umfassen im Allgemeinen, bezogen auf das
Gewicht, zu mindestens etwa 50 % die erste RRMU und im Allgemeinen
zu nicht mehr als etwa 20 % die dritte RRMU. Die Zusammensetzung
kann zu mindestens etwa 4 Gew.-%, mehr bevorzugt mindes tens etwa
5 Gew.-% und noch mehr bevorzugt mindestens etwa 8 Gew.-% und zu
nicht mehr als etwa 15 Gew.-%, vorzugsweise nicht mehr als etwa
12 Gew.-%, mehr bevorzugt nicht mehr als etwa 10 Gew.-% die dritte
RRMU umfassen. Die bevorzugten Anteile an Monomeren hängen von
der gewünschten
Eigenschaft des Artikels ab, das heißt, ob der Artikel ein Schaumstoffartikel,
ein Formartikel oder ein extrudierter Artikel ist oder ob der Artikel
ein Holz- oder Papiersubstrat mit einer Copolymer-Beschichtung umfasst.
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Eine
Ausführungsform
der Erfindung ist auf Handschuhe ausgerichtet, die aus Folien oder
Platten gebildet werden, die ein PHA umfassen. Vorzugsweise umfassen
die Folien oder Platten ein PHA, welches eine erste RRMU mit der
obigen Formel (i) und eine zweite RRMU mit der obigen Formel (ii)
umfasst. Vorzugsweise weisen von etwa 50 % bis etwa 98 %, mehr bevorzugt
von etwa 80 % bis etwa 97 %, noch mehr bevorzugt von etwa 85 % bis
etwa 96 % der RRMUs des PHA die Struktur der ersten RRMU auf. Das
durchschnittliche Molekulargewicht (Gewichtsmittel) des PHA ist
größer als
etwa 400.000, vorzugsweise größer als
etwa 500.000, mehr bevorzugt größer als
etwa 600.000. In einer Ausführungsform
umfassen die Folien oder Platten zu weniger als etwa 20 Gew.-%,
vorzugsweise ab nicht mehr als etwa 15 Gew.-% des gesamten PHA die
dritte RRMU mit der obigen Formel (iii).
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In
einer anderen Ausführungsform
umfassen Artikel ein Substrat und eine Beschichtung, welche ein PHA
umfassen. Es kann auch wünschenswert
sein, latexhaltige Substrate mit einer Beschichtung zu überziehen,
die PHA umfasst, um eine Barriere zwischen dem latexhaltigen Substrat
und der Haut eines Menschen zu schaffen.
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Die
als Beschichtungen verwendeten PHAs umfassen vorzugsweise eine erste
RRMU mit der obigen Formel (i) und eine zweite RRMU mit der obigen
Formel (ii). Vorzugsweise beträgt
das durchschnittliche Molekulargewicht (Gewichtsmittel) des Copolymers
mehr als 100.000, vorzugsweise mehr als etwa 200.000. In einer Ausführungsform
umfassen die als Beschichtungen verwendeten PHAs zu nicht mehr als
etwa 20 Gew.-%, vorzugsweise weniger als etwa 15 Gew.-% des gesamten
PHA die dritte RRMU mit der obigen Formel (iii). Die Beschichtungen
können
ferner färbende
Stoffe umfassen, um den Artikeln ein attraktiveres Aussehen zu verleihen.
Die Beschichtungen können
in einer beliebigen zweckmäßigen Weise,
wie Sprühen,
Tauchen oder Extrusionsbeschichten, auf als Vorprodukte gebildete
Artikel aufgetragen werden.
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In
einer Ausführungsform
werden Folien oder Platten, die ein PHA umfassen, zum Laminieren
von Substraten verwendet. Vorzugsweise umfassen die Folien oder
Platten ein PHA, welches eine erste RRMU mit der obigen Formel (i)
und eine zweite RRMU mit der obigen Formel (ii) aufweist. Vorzugsweise
weisen von etwa 50 % bis etwa 99 %, mehr bevorzugt von etwa 80 %
bis etwa 98 %, noch mehr bevorzugt von etwa 90 % bis etwa 97 % der
RRMUs des PHA die Struktur der ersten RRMU auf. Das durchschnittliche
Molekulargewicht (Gewichtsmittel) des PHA ist größer als etwa 100.000, vorzugsweise
größer als
etwa 200.000. In einer Ausführungsform
umfassen die Folien oder Platten zu nicht mehr als etwa 20 Gew.-%,
vorzugsweise weniger als etwa 15 Gew.-% des gesamten PHA die dritte
RRMU mit der obigen Formel (iii).
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Artikel,
die PHAs umfassen, können
durch ein beliebiges auf dem Fachgebiet anerkanntes Verfahren hergestellt
werden, wie diejenigen, die in Noda, US-Patente Nr. 5,618,885 und
5,602,227, durch Bezugnahme hierin eingeschlossen, offenbart sind.
Folien können
unter Anwendung von herkömmlichen
Verfahren zum Herstellen von ein- oder mehrschichtigen Folien auf
herkömmlichen
Folienherstellungsvorrichtungen verarbeitet werden. Pellets der
PHAs der vorliegenden Erfindung können zuerst trocken gemischt
und dann in einem Folienextruder schmelzgemischt werden. Als Alternative,
wenn im Folienextruder ungenügend
gemischt wird, können
die Pellets zuerst trocken gemischt und dann in einem Vorimprägnierextruder
schmelzgemischt werden, gefolgt von einer erneuten Pelletisierung
vor dem Extrudieren der Folie.
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Die
PHAs der vorliegenden Erfindung können unter Anwendung von Gieß- oder
Blasfolienextrusionsverfahren zu Folien schmelzverarbeitet werden.
Gießfolie
wird durch eine lineare Schlitzdüse
extrudiert. Im Allgemeinen wird die flache Bahn auf einer großen sich
bewegenden, polierten Metallwalze abgekühlt. Sie kühlt schnell ab und schält sich
von der ersten Walze, läuft über eine
oder mehrere Hilfskühlwalzen,
dann durch einen Satz von gummibeschichteten Abzugwalzen und schließlich zu
einer Aufwickelvorrichtung.
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Bei
der Blasfolienextrusion wird die Schmelze nach oben durch eine dünne ringförmige Blaskopföffnung extrudiert.
Dieses Verfahren wird auch als „Schlauchfolienextrusion" bezeichnet. Luft
wird durch das Zentrum des Blaskopfs eingeführt, um den Schlauch aufzublasen
und dadurch zu bewirken, dass er sich ausdehnt. Es wird somit eine
bewegliche Blase ausgebildet, die durch die Steuerung des inneren
Luftdrucks auf konstanter Größe gehalten
wird. Der Folienschlauch wird durch Luft, die durch einen oder mehrere
den Schlauch umgebende Kühlringe
geblasen wird, abgekühlt.
Anschließend
wird der Schlauch durch das Ziehen in einen flachen Rahmen durch
ein Paar Zugwalzen kollabiert und auf eine Aufwickelvorrichtung
aufgewickelt. Die flache Schlauchfolie wird anschließend aufgeschlitzt,
auseinandergefaltet und weiter in Breiten, die zum Gebrauch in Produkten
geeignet sind, geschnitten.
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Sowohl
Gießfolien-
als auch Blasfolienverfahren können
angewendet werden, um entweder einschichtige oder mehrschichtige
Folienstrukturen herzustellen. Für
die Herstellung von einschichtigen Folien aus einem einzigen thermoplastischen
Material oder einer Mischung von thermoplastischen Bestandteilen
sind nur ein einziger Extruder und eine einzige Verteilerdüse erforderlich.
Zur Herstellung von mehrschichtigen Folien der vorliegenden Erfindung
werden vorzugsweise Coextrusionsverfahren eingesetzt. Solche Verfahren
erfordern mehr als einen Extruder und entweder einen Coextrusionsverteilerblock
oder ein Mehrfachverteilerdüsensystem
oder eine Kombination dieser beiden Vorrichtungen, um die mehrschichtige
Folienstruktur zu erzielen.
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Platten
können
durch Gießextrusion,
Walzen oder Kalandrieren gebildet werden. Durch Walzverfahren wird
eine Folie mit vorwiegender Ausrichtung in Maschinenlaufrichtung
durch Vorwärtsbewegen
der Folie von einem Andruckpunkt, an dem die Dicke verringert wird,
erzeugt. Am Andruckpunkt herrschen große Kräfte, jedoch kann die Gesamtausrichtung über andere
Formen der Ausrichtung der Maschinenlaufrichtung erhöht werden.
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Kalandrieren
kann angewendet werden, um eine nicht ausgerichtete Gussfolie oder
-platte mit hohem Durchsatz herzustellen, wird Kalandrieren angewendet.
Beim Kalandrierverfahren werden Stapel speziell gehärteter,
angetriebener Walzen eingesetzt, die auf solche Weise gestützt werden,
dass sie während
des Vorgangs in einer Position relativ zueinander gekrümmt oder
geneigt sein können.
Dies dient zum Steuern der Dicke in dem kalandrierten Material.
Kalander bestehen gewöhnlich
aus vier Walzen, die drei Walzenspalte bilden. Diese Walzenspalte
sind der Beschickungs-, Dosierungs- und Vollendungsspalt. Der Beschickungsspalt
ist derjenige, in dem das Polymer zugeführt, gemischt und erwärmt wird.
Im Dosierungsspalt wird die Dicke der Platte auf die annähernde Enddicke
reduziert. Im Vollendungsspalt wird die Stärke der Platte durch Variieren
der Position der dritten oder mittleren Walze reguliert.
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Fasern
der vorliegenden Erfindung können
mit einer Vielfalt an herkömmlichen
Verfahren, die auf dem Fachgebiet wohl bekannt sind, verarbeitet
werden, einschließlich,
ohne jedoch darauf beschränkt
zu sein, Schmelzspinnen, Trockenspinnen und Nassspinnen. Häufig werden
Kombinationen dieser drei Grundverfahren angewendet.
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Beim
Schmelzspinnen wird ein PHA der vorliegenden Erfindung über seinen
Schmelzpunkt erwärmt, und
das geschmolzene PHA wird durch eine Spinndüse gepresst. Eine Spinndüse ist eine
Form mit vielen kleinen Öffnungen,
die in Anzahl, Form und Durchmesser variiert werden. Der Strahl
geschmolzenen PHAs wird durch eine Kühlzone geleitet, wo sich das
PHA verfestigt, und dann zu Nachzieh- und Aufwickelvorrichtungen weitergeleitet.
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Beim
Trockenspinnen wird ein PHA der vorliegenden Erfindung gelöst, und
die PHA-Lösung
wird unter Druck durch eine Spinndüse extrudiert. Der Strahl der
PHA-Lösung
wird durch eine Heizzone geleitet, wo das Lösungsmittel verdampft und sich
der Faden verfestigt.
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Beim
Nassspinnen wird ein PHA der vorliegenden Erfindung ebenfalls gelöst, und
die Lösung
wird durch eine Spinndüse
gepresst, die in ein Koagulationsbad eingetaucht ist. Sobald die
PHA-Lösung
aus den Spinndüsenöffnungen
innerhalb des Koagulationsbads austritt, wird das PHA entweder ausgefällt oder
chemisch regeneriert. Gewöhnlich
erfordern all diese Verfahren weiteres Ziehen, damit nützliche
Eigenschaften erzielt werden, zum Beispiel um als Textilfasern zu
dienen. „Ziehen" bezieht sich auf
Dehnung und Abschwächung
von Fasern, um eine unumkehrbare Verlängerung zu erreichen, molekulare
Ausrichtung anzuregen und eine faserfeine Struktur zu entwickeln).
Diese feine Struktur ist durch einen hohen Kristallinitätsgrad und
durch Ausrichtung sowohl der Kristallite als auch der amorphen PHA-Kettensegmente
gekennzeichnet.
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Wie
hier verwendet, bezieht sich „Thermoformen" auf ein Verfahren,
durch das Planken oder Platten des Polyhydroxyalkanoats erwärmt werden,
bis sie flexibel sind, und anschließend in die richtige Form gestanzt
oder vakuumgezogen werden. Im Allgemeinen wird eine Platte durch
einen Ofen geführt
und erwärmt, um
sie auf eine thermoformbare Temperatur zu bringen. Die Platte wird
bis zu einem Erweichungspunkt erwärmt und anschließend zu
einer Formstation weitergeleitet. Als Alternative kann eine Platte über eine
Reihe von Walzen, die entweder beheizt oder gekühlt sein können, um die Platte auf die
richtige Thermoformtemperatur zu bringen, direkt von einem Extruder
zu einer Formstation laufen. Die Formstation umfasst Gießformen oder
Stanzen mit den gewünschten
Formen.
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Wie
hier verwendet, bedeutet „Vlies" poröse, textilartige
Materialien, gewöhnlich
in Form einer flachen Platte, die hauptsächlich oder vollständig aus
Fasern bestehen, die zu Bahnen zusammengefügt sind, die durch andere Verfahren
als Spinnen, Weben oder Stricken hergestellt sind. Andere Bezeichnungen
für diese Materialien
sind Textilverbundstoffe, ungewebte Stoffe oder technische Stoffe.
Die Dicke der Stoffplatten kann von etwa 25 mm bis zu mehreren Zentimetern
variieren und das Gewicht von etwa 10 g/m2 bis
etwa 1 kg/m2. Vliesstoffe weisen eine breite
Spanne physikalischer Eigenschaften auf, je nach dem Material und
dem Verfahren, die bei der Bildung der Bahn verwendet werden. Ein
Stoff kann selbsttragend und steif wie Papier oder drapierbar wie
ein herkömmlicher
Tuchstoff sein.
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Im
Gegensatz zu herkömmlichen
Textilien ist die Grundstruktur aller Vliesstoffe eine Bahn von
Fasern, die mehr oder weniger zufällig angeordnet sind. Das Hauptelement
ist somit die einzelne Faser. Zug-, Reiß- und Berührungseigenschaften im Vliesstoff
entstehen durch Klebverbindung oder andere chemische und physikalische
Bindung, Reibung zwischen den Fasern, die durch Verflechtung erzeugt
wird, und Verstärkung durch
andere Materialien, wie Schäume
und Folien.
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Die
Vliesstoffe der vorliegenden Erfindung können durch herkömmliche,
dem Stand der Technik entsprechende Verfahren hergestellt werden.
Die Herstellung von Vliesstoffen beinhaltet: 1) Herstellen von Fasern
verschiedener Längen
und Durchmesser, 2) Erzeugen einer Bahn aus diesen Fasern und 3)
Verbinden von Fasern innerhalb der Bahn durch Haftkräfte oder
mechanische Reibungskräfte,
die durch Faserkontakt oder -verflechtung erzeugt werden. Zusätzlich zu
diesen Schritten wird manchmal eine Verstärkung der Bahn durch Bilden
eines Verbundstoffs mit anderen Materialien (z. B. Garnen, Scrims,
Folien, Geflechten und unverbundenen Bahnen) bevorzugt. Variationen
eines oder mehrerer dieser Schritte ermöglichen die enorme Bandbreite
an Vliesstofffaserarten. Der Ausdruck „Stapelfasern" wurde ursprünglich auf
Fasern natürlichen
Ursprungs angewendet, die ausreichend lang waren, um in Textilmaschinen
verarbeitet zu werden, jedoch mit Ausnahme von Endlosfilamenten,
z. B. Seide. In dem vorliegenden Kontext, wie er für das PHA
der vorliegenden Erfindung gilt, besitzen „Stapelfasern" eine relativ gleichmäßige Länge von
etwa 1,3 bis etwa 10,2 cm, mit einer regelmäßigen Kräuselung, d. h., einer dreidimensionalen,
wellenartigen Form. Regenerierte und andere extrudierte Fasern sind
endlos, wie geformt. Sie werden während des Herstellungsverfahrens
auf eine bestimmte Länge
geschnitten, um eine Verarbeitungs- oder Marktanforderung zu erfüllen. Extrudierte
Fasern werden auch als durchgehende Filamente ohne Kräuselung
hergestellt. Die Verfahren zum Bilden von Bahnen aus Stapelfasern
unterscheiden sich von denjenigen, bei denen durchgehende Filamente
verwendet werden.
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Die
Wahl des Verfahrens zum Bilden der Bahn wird durch die Faserlänge bestimmt.
Anfänglich
beruhen die Verfahren zum Bilden von Bahnen aus Fasern mit Stapellänge (Fasern,
die lang genug sind, um auf einer herkömmlichen Spinnvorrichtung verarbeitet
zu werden, in der Regel von etwa 1,2 bis etwa 20 cm lang, jedoch
nicht endlos) auf dem Textilkardierungsverfahren, während die
Bildung von Bahnen aus kurzen Fasern auf Papierherstellungsverfahren
beruht. Obwohl diese Verfahren noch gebräuchlich sind, sind nachfolgend
andere Verfahren entwickelt worden. Zum Beispiel werden Bahnen aus
langen, praktisch endlosen Filamenten direkt aus der Polymermasse
gebildet; sowohl Bahn als auch Fasern werden gleichzeitig hergestellt.
Es ist eine Vielzahl an Verfahren zur Bahnherstellung bekannt, einschließlich Kardierung,
Luftlegen, Nassformen, Spinnvliesverfahren und Schmelzblasen.
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Das
Kardierungsverfahren ist von den ehemaligen manuellen Verfahren
der Faserkardierung abgeleitet, bei dem natürliche Stapelfasern durch Nadelbetten
verarbeitet wurden. Beim Kardieren werden Klumpen von Stapelfasern
mechanisch in einzelne Fasern getrennt und durch die mechanische
Wirkung von Bewegtbetten von dicht beieinander liegenden Nadeln
zu einer zusammenhängenden
Bahn geformt.
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Beim
Luftlegeverfahren wird die durch Kardierung erzeugte Ausrichtung
durch Erfassung der Fasern auf einem Sieb aus einem Luftstrom wirksam
verbessert. Die Fasern werden durch Zähne oder Nadeln getrennt und
in einen Luftstrom eingeführt.
Eine vollständige
Randomisierung würde
jegliche bevorzugte Ausrichtung ausschließen, wenn die Fasern auf dem
Sieb gesammelt werden.
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Bei
Nassformungsverfahren werden sehr kurze Fasern verwendet. Anfangs
werden aus kurzen Fasern durch modifizierte Papierherstellungsverfahren
Bahnen gebildet. Die Fasern werden in einem großen Wasservolumen kontinuierlich
fein verteilt und auf einem bewegten Endlosdrahtsieb eingefangen.
Sobald die Bahn auf dem Sieb eingefangen wurde, wird sie auf Bänder oder
Filze übertragen
und auf beheizten Trommeln getrocknet.
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Das
Spinnvliesverfahren umfasst die gleichzeitige Herstellung von Fasern
und Bahn direkt aus der Polymermasse. Die Polymermasse wird geschmolzen,
extrudiert und (oft durch triboelektrische Kräfte) zu Filamenten gezogen,
die willkürlich
verteilt und als durchgängige
Bahn auf Bändern
abgelagert werden. Die Filamente sind praktisch endlos. Durch das
Spinnvliesverfahren werden Bahnen aus wenig gekräuselten Filamenten im normalen
Durchmesserbereich von etwa 1,7 dtex (1,5 den) oder leicht höher erzeugt.
Die Doppelbrechung und die Gleichmäßigkeit des Durchmessers dieser
Filamente sind standardmäßigen Textilfasern
und -filamenten ähnlich.
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Bahnen
werden durch das Schmelzblasverfahren auch direkt aus Polymermasse
hergestellt. Das geschmolzene PHA wird durch sehr feine Löcher in
einer Spezialdüse
in einen schnellen Luftstrom gepresst, wo das PHA zu sehr feinen,
jedoch unregelmäßigen Filamenten
unbestimmter Längen
geformt wird. Die Filamente werden gleichzeitig zu einer Bahn geformt,
wobei sie durch Schmelzen und Wiederverfestigung und möglicherweise
statische Kräfte
zusammengehalten werden. Die Bahn besteht vorwiegend aus Filamenten
mit sehr feinen Durchmessern.
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Das
Verbinden von Fasern gibt der Bahn die Festigkeit und beeinflusst
andere Eigenschaften. Es werden sowohl Haftmittel als auch mechanische
Mittel verwendet. Bei der mechanischen Verbindung werden Fasern
durch Reibungskräfte zusammengehalten.
Bindung kann auch durch chemische Reaktion erreicht werden, d. h.
durch Bildung von kovalenten Bindungen zwischen Bindemittel und
Fasern.
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Wie
hier verwendet, bezieht sich „Elastomer" auf Materialien,
die sowohl bei Anwendung von Spannung Verformbarkeit in einem langen
Bereich als auch im Wesentlichen vollständige Erholung bei Entfernung der
Spannung zeigen. Vorzugsweise kann ein Elastomer der vorliegenden
Erfidung bei Raumtemperatur wiederholt auf mindestens das Zweifache
seiner ursprünglichen
Länge gedehnt
werden und kehrt nach Entfernen der Zuglast sofort und zwangsweise
ungefähr
zu seiner ursprünglichen
Länge zurück. Elastomere
der vorliegenden Erfindung befinden sich im angespannten Zustand über der
Glasumwandlungstemperatur Tg und sind amorph, um eine hohe lokale
Segmentmobilität
aufzuweisen, die für
die Verformung notwendig ist. Die Ketten sind biegsam, und die Kräfte zwischen
den Molekülen
(zwischen den Ketten) sind schwach. Die Elastomere der vorliegenden
Erfindung besitzen eine ausreichende Anzahl von chemischen oder
physikalischen Vernetzungen, um ein durchgängiges Netzwerk zu bilden,
damit das Gleiten der Ketten eingeschränkt wird.
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Thermoplastische
Elastomere der vorliegenden Erfindung besitzen viele der Eigenschaften
von herkömmlichen
Elastomeren, wie vulkanisierten Gummis, werden jedoch nicht als
Duroplaste, sondern als Thermoplaste verarbeitet. Der Übergang
von einer flüssigen
Schmelze zu einem Feststoff ist umkehrbar. Thermoplastische Elastomere
der vorliegenden Erfindung sind mehrphasige Systeme, bei denen mindestens
eine Phase weich und gummiartig und eine andere hart ist. Bei thermoplastischen
Elastomeren erfolgt der Übergang
von einer verarbeitbaren Schmelze zu einem festen, gummiartigen
Objekt schnell und umkehrbar und findet nach Kühlung statt. Vorzugsweise weisen
PHAs der vorliegenden Erfindung, die zu einem Elastomer verarbeitet
werden, einen ausreichend hohen Verzweigungsgehalt auf, damit sie
als thermoplastische Elastomere fungieren können, wobei die kristallinen
Bereiche als das harte Segment und die amorphen Segmente als das
weiche Segment fungie ren. Thermoplastische Elastomere der vorliegenden
Erfindung können
auf einer herkömmlichen
Vorrichtung für
Kunststoffe, wie Spritzgießvorrichtungen,
verarbeitet werden.
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Wichtige
Strukturparameter für
thermoplastische Elastomere sind das Molekulargewicht, die Art der weichen
und harten Segmente und das Verhältnis
von weichen zu harten Segmenten. Das Verhältnis von harten zu weichen
Segmenten beeinflusst den Gesamtmodul des Elastomers, da es mit
dem Anteil der harten Segmente ansteigt. Elastomere der vorliegenden
Erfindung, die ein PHA der vorliegenden Erfindung umfassen, können auch
in Mischformulierungen mit anderen Polymeren (oder Copolymeren),
sogar nichtelastomeren PHAs, verwendet werden, um die Schlagfestigkeit
und Zähigkeit
in steiferen Materialien zu erhöhen.
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Zusätzliche
Ausführungsformen
und Modifizierungen innerhalb des Schutzumfangs der beanspruchten
Erfindung werden für
den Fachmann offensichtlich sein. Demgemäß ist der Schutzumfang der
vorliegenden Erfindung in Form der folgenden Ansprüche zu betrachten,
und es versteht sich, dass er nicht auf die in der Patentbeschreibung
beschriebenen Einzelheiten oder Verfahren beschränkt ist.