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GEBIET DER
ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich allgemein auf Verfahren zum Herstellen
und auf zweite medizinische Verwendungen von Estern von androgenen
Steroiden. Orale und parenterale Formulierungen derselben werden
ebenfalls bereitgestellt.
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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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Androgen
ist ein Begriff, der zum Bezeichnen der menschlichen männlichen
Sexualhormone verwendet wird. Diese Hormone, welche chemisch als
Steroide klassifiziert werden, werden im Körper von den Hoden, der Nebennierenrinde
und in viel geringerem Umfang von den Eierstöcken produziert. Testosteron
ist vielleicht das am weitesten bekannte Androgen und es ist für die Entwicklung
männlicher
Merkmale bei einem Menschen einschließlich der sekundären Geschlechtsmerkmale,
der Libido und der Fähigkeit,
Sperma zu erzeugen, verantwortlich.
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Wenn
eine Person nicht imstande ist, Testosteron zu erzeugen, wird üblicherweise
eine Therapie durchgeführt,
die darauf gerichtet ist, das fehlende Hormon zu ersetzen. In der
Praxis kann diese Therapie jedoch problematisch sein. Zum Beispiel
weist Testosteron nur eine schwache Aktivität auf, wenn es oral verabreicht
wird. Wenngleich eine parenterale Verabreichung möglich ist,
ist sie unzweckmäßig, da
Testosteron nur für
eine kurze Zeit im Körper
aktiv bleibt. Die Forschung hat sich deshalb darauf konzentriert,
so genannte synthetische Androgene zu identifizieren, welche ein
annehmbarer Ersatz für
natürliches
Testosteron sind.
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Im
Laufe der Jahre sind eine Reihe von oralen und injizierbaren synthetischen
Androgenen entwickelt worden, darunter Ester von verschiedenen Androgenen.
Wenngleich diese Ester im Körper
zu ihren entsprechenden biologisch aktiven Alkoholen hydrolysiert
werden, werden sie nichtsdestoweniger verabreicht, da sie den schnellen
Abbau des synthetischen Androgens durch den Körper verlangsamen. Dies maximiert
die Menge des biologisch aktiven Alkohols, welcher den Blutkreislauf
erreicht.
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Leider
ist die Aktivität
dieser Androgenester nicht vorhersagbar. Unterschiedliche Androgene,
denen die gleiche Estergruppe gemeinsam ist, weisen schwankende
und nicht vorhersagbare Aktivitätswerte
auf, und das gleiche gilt für
Androgene mit der gleichen chemischen Grundstruktur, aber unterschiedlichen
Estergruppen.
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Einer
der Ester, welcher sich als leistungsfähiges injizierbares synthetisches
Androgen erwiesen hat, ist Testosteron-enanthat. Dieses Enanthat
wird derzeit umfangreich mittels einer intramuskulären (IM)
Injektion für
eine Hormonersatztherapie bei hypogonadalen Männern und als die androgene
Komponente von verschiedenen experimentellen Kontrazeptiva für den Mann
verwendet. Ein Nachteil dieses Wirkstoffs ist, dass er keine außergewöhnlich lange
Wirkung aufweist – er
muss alle zwei Wochen IM verabreicht werden, um Testosteronspiegel
bei hypogonadalen Männern
innerhalb eines normalen (therapeutischen) Bereichs zu halten.
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Genauer
gesagt wird Testosteron-enanthat derzeit für die Behandlung von Hypogonadismus
in einer Dosis von 200 mg alle zwei oder drei Wochen IM verabreicht.
Wenn dieses Enanthat für
die männliche
Empfängnisverhütung verwendet
wird, kann es parenteral in einer Menge von ungefähr 200 bis
400 mg jede Woche verabreicht werden, und wenn es als die androgene
Komponente zusammen mit Östrogen
oder Progestinen zur Empfängnisverhütung verwendet
wird, kann es in einer Menge von ungefähr 200 mg alle zwei Wochen
verabreicht werden. Testosteron-bucyclat ist ein weiteres synthetisches
Androgen, das z. B. in US Patent 4,948,790 offenbart ist. Wenn es
parenteral für
die Behandlung von Hypogonadismus verabreicht wird, würde dieses
Bucyclat eine Dosis von ungefähr
1200 mg (aufgrund seiner Löslichkeit
als 3 Injektionen mit jeweils 1 ml verabreicht) erfordern, um eine
Aktivität
für ungefähr 2–3 Monate
aufrechtzuerhalten.
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Die
Entwicklung von Androgenen, welche nach einer oralen Verabreichung
eine Aktivität
aufweisen, war weniger erfolgreich. Derzeit enthält die am häufigsten verwendete effektive
orale Formulierung Methyltestosteron als Wirkstoff, das in einer
Menge von 10 bis 50 mg Methyltestosteron/Tag verabreicht wird. Dieser Wirkstoff
kann jedoch aufgrund der mit ihm verbundenen Lebertoxizität nicht über lange
Zeit verabreicht werden, wie es bei einer Androgenersatztherapie
erforderlich ist. Es ist bekannt, dass Androgene, die an der C17-Stellung alkyliert sind, wie Methyltestosteron,
eine solche Toxizität
aufweisen. Wenngleich das Entfernen der C17-Alkylgruppe
auf den ersten Blick als eine offensichtliche Lösung für dieses Problem erscheinen
möchte,
wird angenommen, dass eine Alky lierung in dieser Stellung notwendig
ist, um einen Abbau des Wirkstoffs durch die Leber nach einer oralen
Verabreichung zu verhindern.
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Die
Entwicklungsbemühungen
im Hinblick auf synthetische Androgene sind im US Patent 5,952,319 veranschaulicht
(siehe auch WO 99/26962). Wenngleich dieses Patent eine Reihe von
potentiell aktiven synthetischen Androgenen benennt, darunter 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-17β-trans-4-n-butylcyclohexancarboxylat
(in dieser Anmeldung als 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
bezeichnet), liefert es keine Daten hinsichtlich der biologischen
Aktivität
von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat.
Entsprechend gibt es keine verfügbaren
Daten bezüglich
der biologischen Aktivität
eines anderen synthetischen Androgens, 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxyestr-4-en-3-on-17-undecanoat.
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Deshalb
besteht ein Bedarf für
ein Mittel zum Lösen
der vorstehenden und anderen Probleme, die mit dem Androgenersatz
und anderen Therapien verbunden sind, welche die Verabreichung von
Androgenen erfordern.
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KURZE ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung genügt
dem vorstehend erwähnten
und anderem Bedarf, indem sie, in einem Aspekt, Folgendes bereitstellen:
die
Verwendung eines 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclats
zum Herstellen eines Medikaments für eine orale Verabreichung,
zum Bereitstellen einer Hormontherapie, wobei bis zu 25 mg/Tag verabreicht
werden;
die Verwendung von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxyestr-4-en-3-on-17-undecanoat
zum Herstellen eines Medikaments für eine orale Verabreichung,
zum Bereitstellen einer Hormontherapie, wobei bis zu 75 mg/Tag verabreicht
werden;
ein Verfahren zum Fördern
der männlichen
Empfängnisverhütung, umfassend
das orale Verabreichen von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
in einer Menge von bis zu 25 mg/Tag; und
ein Verfahren zum
Fördern
der männlichen
Empfängnisverhütung, umfassend
das orale Verabreichen von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxyestr-4-en-3-on-17-undecanoat
in einer Menge von bis zu 75 mg/Tag.
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Dieser
Aspekt der Erfindung beruht zu einem erheblichen Teil auf den unerwarteten
Entdeckungen, dass 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
(in dieser Anmeldung auch als "das
Bucyclat" bezeichnet)
und 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxyestr-4-en-3-on-17-undecanoat
(in dieser Anmeldung auch als "das Undecanoat" bezeichnet) nach
einer oralen Verabreichung nicht abgebaut werden, obwohl jedem eine
Alkylgruppe in der C17-Stellung fehlt, und
eine Aktivität
aufweisen, die weit über
dem derzeitigen oralen Standard, Methyltestosteron, liegt. Diese überraschenden
Entdeckungen gestatten es, dass Hormontherapien, welche die Verabreichung
eines Androgens erfordern, unter Verwendung von oralen Dosierungen
des Bucyclats und/oder des Undecanoats durchgeführt werden, die signifikant
niedriger sind als die Dosierungen, die erforderlich sind, wenn
orales Methyltestosteron verabreicht wird, um die gleiche Therapie
zu bewirken. Ein weiterer erwarteter Nutzen der Verwendung des Bucyclats
und Undecanoats ist, dass eine Lebertoxizität, sofern überhaupt vorhanden, minimal
sein sollte, da diese Verbindungen nicht in der C17-Stellung
alkyliert sind.
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In
einem anderen Aspekt umfasst die vorliegende Erfindung:
die
Verwendung eines 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclats
zum Herstellen eines Medikaments für eine parenterale Verabreichung,
zum Bereitstellen einer Hormontherapie, wobei eine durchschnittliche
Dosierung von bis zu 400 mg/Monat während des Behandlungszeitraums
verabreicht wird und 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
in einer parenteralen Formulierung in einem wässrigen Träger enthalten ist;
die
Verwendung von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxyestr-4-en-3-on-17-undecanoat
zum Herstellen eines Medikaments für eine parenterale Verabreichung,
zum Bereitstellen einer Hormontherapie, wobei eine durchschnittliche
Dosierung von bis zu 600 mg/Monat während des Behandlungszeitraums
verabreicht wird und 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxyestr-4-en-3-on-17-undecanoat
in einer parenteralen Formulierung in einem wässrigen Träger enthalten ist;
ein
Verfahren zum Fördern
der männlichen
Empfängnisverhütung, umfassend
das parenterale Verabreichen von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
in einer durchschnittlichen Dosierung von bis zu 400 mg/Monat an
den Mann;
ein Verfahren zum Fördern der männlichen Empfängnisverhütung, umfassend
das parenterale Verabreichen von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxyestr-4-en-3-on-17-undecanoat
in einer durchschnittlichen Dosierung von bis zu 600 mg/Monat an
den Mann;
eine orale Dosierungsformulierung, umfassend bis
zu 25 mg 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
und einen pharmazeutisch annehmbaren Träger;
eine wässrige Formulierung
für eine
parenterale Verabreichung, umfassend bis zu 300 mg 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
und Wasser;
eine orale Dosierungsformulierung, umfassend bis
zu 75 mg 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxyestr-4-en-3-on-17-undecanoat
und einen pharmazeutisch annehmbaren Träger; und
eine wässrige Formulierung
für eine
parenterale Verabreichung, umfassend bis zu 600 mg 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxyestr-4-en-3-on-17-undecanoat
und Wasser.
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Dieser
Aspekt der Erfindung beruht zum Teil auf der überraschenden relativ hohen
Wirkungsstärke und
unerwartet lang anhaltenden Aktivität des Bucyclats und Undecanoats,
wenn sie parenteral verabreicht werden. Diese Aktivität war unerwartet
im Hinblick auf die Herstellung und Bewertung von mehreren bucyclischen
Estern von starken androgenen Steroiden, bei denen es sich nicht
um 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat handelt,
wobei die zuerst genannte Gruppe von Estern enttäuschende Ergebnisse liefert.
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Ein
weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung umfasst separate Verfahren
zum Herstellen des Bucyclats und Undecanoats. Da beide in fester
Form (bei Raumtemperatur) hergestellt werden können, ist die Herstellung von
wässrigen
mikrokristallinen Suspensionen für
eine parenterale Verabreichung möglich.
Da diese Verbindungen bei Raumtemperatur fest sind, kann man außerdem die
durchschnittliche Teilchengröße und Teilchen größenverteilung
der Feststoffe regeln und dadurch die Dauer der Aktivität nach einer
parenteralen Verabreichung der entsprechenden Suspensionen positiv
beeinflussen.
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Verwandte
Aspekte der vorliegenden Erfindung schließen bestimmte Zwischenprodukte
(siehe beiliegende Ansprüche)
in amorpher oder vorzugsweise kristalliner Form sowie einen oder
mehrere Schritte ein, die in dem vorstehend erwähnten bevorzugten Verfahren
zum Herstellen des Bucyclats und des Undecanoats verwendet werden.
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Weitere
Aspekte der vorliegenden Erfindung schließen verschiedene Formulierungen
von diesen zwei Verbindungen ein, zu denen Tabletten, Capletten,
Tabletten mit verzögerter
Freisetzung, weiche Gelkapseln, die das Bucyclat und/oder Undecanoat
in einem öligen
Träger
enthalten, transdermale Pflaster, vorgefüllte Spritzen, Phiolen und
dergleichen gehören,
in welchen die Menge des darin enthaltenen Bucyclats und/oder Undecanoats
im Hinblick auf ihre unerwartete relativ hohe Wirkungsstärke und
langfristige Aktivität
bestimmt werden kann.
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Es
wird in Betracht gezogen, dass die Hormontherapie der vorliegenden
Erfindung eine Hormonersatztherapie bei Männern und Frauen, männliche
Empfängnisverhütung und
die Behandlung von bestimmten Krebsarten wie etwa Brustkrebs bei
Frauen einschließt,
aber nicht darauf beschränkt
ist.
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Diese
und andere Aspekte und Merkmale der vorliegenden Erfindung sind
am besten unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren und die folgende
Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen zu verstehen.
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KURZE BESCHREIBUNG
DER ABBILDUNGEN
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1 veranschaulicht
die chemische Struktur von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat,
mit Zahlen, welche die verschiedenen Kohlenstoffatomstellungen,
einschließlich
der nicht alkylierten C17-Stellung, bezeichnen.
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2A veranschaulicht
die chemische Struktur von Methyltestosteron.
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2B veranschaulicht
die chemische Struktur von Testosteron-enanthat.
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3 ist
eine grafische Darstellung, welche die androgene Wirkungsstärke von
7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
und die von anderen Verbindungen nach einer oralen Verabreichung vergleicht.
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4 ist
eine grafische Darstellung, welche die androgene Wirkungsstärke von
7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
und die von anderen Verbindungen nach einer oralen Verabreichung vergleicht.
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5 ist
eine grafische Darstellung, welche die Dauer der Aktivität von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
und die von anderen Verbindungen nach einer subkutanen Injektion
vergleicht.
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6 ist
eine grafische Darstellung, welche die androgene Wirkungsstärke von
7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
und die von anderen Verbindungen nach einer oralen Verabreichung und
subkutanen Injektion vergleicht.
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7 ist
eine grafische Darstellung, welche die androgene Wirkungsstärke von
7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
und die von anderen Verbindungen nach einer subkutanen Injektion vergleicht.
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8 ist
eine grafische Darstellung, welche die Dauer der Aktivität von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
und die von anderen Verbindungen nach einer subkutanen Injektion
vergleicht.
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9 ist
eine grafische Darstellung, welche die Dauer der Aktivität von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
und die von anderen Verbindungen nach einer subkutanen Injektion
vergleicht.
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10 ist
eine grafische Darstellung, welche die Testosteron-Serumspiegel
(pg/ml) nach einer subkutanen Injektion von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat und
anderen Verbindungen vergleicht.
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11 ist
eine Beschreibung eines bevorzugten Verfahrens zum Herstellen von
7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat.
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12 veranschaulicht
die chemische Struktur von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxyestr-4-en-3-on-17-undecanoat,
mit Zahlen, welche die verschiedenen Kohfenstoffatomstellungen,
einschließlich
der nicht alkylierten C17-Stellung, bezeichnen.
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13 ist
eine grafische Darstellung, welche die androgene Wirkungsstärke von
7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxyestr-4-en-3-on-17-undecanoat
und Testosteron nach einer subkutanen Injektion vergleicht.
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14 ist
eine grafische Darstellung, welche die androgene Wirkungsstärke von
7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxyestr-4-en-3-on-17-undecanoat
und Methyltestosteron nach einer oralen Verabreichung vergleicht.
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15 ist
eine grafische Darstellung, welche die Dauer der Aktivität von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxyestr-4-en-3-on-17-undecanoat
und die von Testosteron-enanthat (CDB-112F) nach einer subkutanen
Injektion vergleicht.
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16 ist
eine Beschreibung eines bevorzugten Verfahrens zum Herstellen von
7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxyestr-4-en-3-on-17-undecanoat.
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Die
verschiedenen Aspekte der vorliegenden Erfindung, die in den folgenden
Absätzen
beschrieben sind, werden mit einer besonderen Betonung der bevorzugten
Ausführungsformen
dargelegt.
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AUSFÜHRLICHE
BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORMEN
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Die
vorliegende Erfindung stellt eine Reihe von zweiten medizinischen
Verwendungen zum Bereitstellen einer Hormontherapie für einen
Patienten, welcher diese benötigt,
bereit. Jede Art der Verabreichung erfordert die Verabreichung von
bestimmten aktiven Verbindungen (Verbindungen), 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
und 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxyestr-4-en-3-on-17-undecanoat,
entweder in Kombination oder vorzugsweise allein. Die chemischen
Strukturen der Bucyclat- und Undecanoat-Verbindungen mit Zahlen,
welche die verschiedenen Kohlenstoffatomstellungen bezeichnen, sind
in den 1 bzw. 12 dargelegt.
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Zu
einem wesentlichen Teil beruht die vorliegende Erfindung auf der
Entdeckung, dass sowohl 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
als auch 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxyestr-4-en-3-on-17-undecanoat überraschende
und unerwartete Eigenschaften in vivo aufweisen. Diese Eigenschaften
machen es möglich,
dass diese Verbindungen entweder oral oder parenteral in relativ
niedrigen Mengen über
längere
Zeitintervalle und mit weniger Nebenwirkungen im Vergleich zu existierenden
alternativen synthetischen Androgenen, z. B. Methyltestosteron,
Testosteron-enanthat, verabreicht werden. Die chemischen Strukturen
dieser zwei wohlbekannten Verbindungen (Methyltestosteron, Testosteron-enanthat)
sind in den 2A bzw. 2B dargelegt.
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Die überraschenden
Eigenschaften von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat und 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxyestr-4-en-3-on-17-undecanoat
machen diese Verbindungen gut geeignet für eine beliebige Hormontherapie,
in welcher ein Androgen erforderlich oder erwünscht ist. Nur als Beispiel
und ohne die Absicht, die therapeutischen Verwendungen der Verbindungen
zu beschränken,
können
die Verbindungen bei der Behandlung von hypogonadalen Männern verwendet
werden. Die Verbindungen können
auch in Kombination mit einem oder mehreren steroidalen Progestinen
oder Östrogenen
verabreicht werden, um eine Unterdrückung der Fertilität bei männlichen
Tieren zu induzieren und aufrecht zu erhalten. Ferner und aufgrund
ihrer anabolischen Eigenschaften können die Verbindungen zum Fördern und
Aufrechterhalten von Muskelwachstum und -aufrechterhaltung verabreicht
werden. Diese Eigenschaften können
besonders wichtig sein bei Personen, die an muskelzehrenden Krankheiten
wie etwa AIDS leiden, sie sind aber ganz allgemein anwendbar auf ältere Menschen,
die typischerweise eine relativ niedrige Muskelmasse haben. Außerdem können die
Verbindungen für
die Behandlung von Krebs, z. B. die palliative Behandlung von Brustkrebs
bei Frauen verwendet werden.
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Die
unerwarteten Eigenschaften von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
und 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxyestr-4-en-3-on-17-undecanoat
wurden nach einer Reihe von in vivo-Tierstudien entdeckt, die an
Sprague-Dawley-Ratten vorgenommen wurden. Auf der Grundlage dieser
Versuche wurde unerwarteterweise herausgefunden, dass das Bucyclat
und Undecanoat trotz der fehlenden Alkylierung in der C17-Stellung
nach einer oralen Verabreichung nicht nur nicht abgebaut werden,
sondern eine Aktivität
aufweisen, die weit über
dem derzeitigen oralen Standard, Methyltestosteron, liegt. Au ßerdem wird
erwartet, dass diese fehlende Alkylierung jegliche damit verbundene
Lebertoxizität
minimiert oder beseitigt. Somit können die vorstehenden und andere
Therapien unter Verwendung von Dosierungen des Bucyclats und Undecanoats durchgeführt werden,
welche signifikant niedriger sind als die erwarteten und geringer
sind als diejenigen, die erforderlich sind, wenn Methyltestosteron
verabreicht wird, um die gleiche Therapie durchzuführen. Dies
wird erzielt ohne die damit einhergehenden Besorgnisse wegen einer
Lebertoxizität,
die mit den vorhandenen synthetischen Androgenen verbunden ist.
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Genauer
gesagt wurde herausgefunden, dass die orale Aktivität von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
ungefähr
viermal größer war
als die von Methyltestosteron. Es wurde festgestellt, dass die orale
Aktivität
des Undecanoats 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxyestr-4-en-3-on-17-undecanoat
ungefähr
zweimal so groß wie
die von Methyltestosteron war. Außerdem und mit Bezug auf sowohl
das Bucyclat als auch das Undecanoat wurde festgestellt, dass diese
orale Aktivität
maximiert wurde, wenn die Verbindungen mit einem öligen Träger formuliert
wurden. Unerwartet hohe Aktivitätswerte
wurden auch in Verbindung mit der parenteralen Verabreichung des
Bucyclats und Undecanoats entdeckt. Im Gegensatz zu der oralen Formulierung
war die Aktivität
maximiert, wenn die parenterale Formulierung die Verbindungen in
einem wässrigen
Träger
umfasste.
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Als
allgemeine Feststellung wurde herausgefunden, dass die effektive
orale Dosierung von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
für eine
beliebige Hormonersatztherapie, welche ein Androgen erfordert, z.
B. die Behandlung von Hypogonadismus, ungefähr ein Viertel der oralen Dosierung
von Methyltestosteron ist, die zum Bereitstellen der gleichen Wirkung
erforderlich ist. Zum Beispiel, und im Fall von Hypogonadismus,
kann 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
in therapeutisch wirksamen Mengen oral verabreicht werden. Genauer
gesagt kann die orale Dosierung im Bereich von ungefähr 1 mg/Tag
bis ungefähr
25 mg/Tag, vorteilhafterweise von ungefähr 2 mg/Tag bis ungefähr 20 mg/Tag
liegen und vorzugsweise bis zu ungefähr 15 mg/Tag betragen. Die
Verabreichung des Undecanoats zum Bewirken dieser Therapie kann innerhalb
der vorstehenden therapeutischen Dosierungsbereiche für das Bucyclat
erfolgen, wird aber vorzugsweise bei relativ größeren Werten, bezogen auf die
des Bucyclats, durchgeführt
wegen der etwas geringeren oralen Aktivität des Undecanoats. Zum Beispiel
kann das Undecanoat in einer Menge von ungefähr 1 mg/Tag bis ungefähr 75 mg/Tag,
vorzugsweise von ungefähr
2 mg/Tag bis ungefähr
50 mg/Tag und vorzugsweise bis zu ungefähr 25 mg/Tag verabreicht werden.
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Die
in dieser Anmeldung beschriebenen oralen Dosierungspläne, die
auf der Grundlage von mg/Tag angegeben sind, schließen einen
beliebigen Dosierungsplan ein, welcher imstande ist, diesen Dosierungswert einem
Patienten pro Tag bereitzustellen. Zum Beispiel müsste eine
Formulierung mit verzögerter
Freisetzung des Bucyclats oder Undecanoats nicht jeden Tag verabreicht
werden und könnte
dennoch die erforderliche tägliche
Dosierung bereitstellen. Die Verabreichung der therapeutischen Dosierung
auf einer täglichen
Basis ist jedoch bevorzugt.
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Die
wirksame orale Dosierung von Bucyclat für die Behandlung von Krebs,
z. B. Brustkrebs bei Frauen, kann variieren, liegt aber im Bereich
von wenigstens ungefähr
10 mg/Tag, vorteilhafterweise wenigstens ungefähr 25 mg/Tag und vorzugsweise
wenigstens ungefähr
50 mg/Tag. Eine Verabreichung des Undecanoats zum Bewirken dieser
Therapie kann, wie bereits erwähnt,
innerhalb der vorstehenden therapeutischen Dosierungsbereiche für das Bucyclat
durchgeführt
werden, wird aber vorzugsweise mit relativ größeren Werten, bezogen auf die
für das
Bucyclat, durchgeführt.
Zum Beispiel kann das Undecanoat in einer Menge von wenigstens ungefähr 20 mg/Tag,
vorteilhafterweise wenigstens ungefähr 50 mg/Tag und vorzugsweise
wenigstens ungefähr
100 mg/Tag verabreicht werden.
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Bei
der Verwendung von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
für die
männliche
Empfängnisverhütung kann
eine wirksame orale Dosis im Bereich von ungefähr 1 mg/Tag bis ungefähr 25 mg/Tag, vorteilhafterweise
von ungefähr
2 mg/Tag bis ungefähr
20 mg/Tag liegen und bis zu ungefähr 15 mg/Tag betragen. Die
Verabreichung des Undecanoats zum Bewirken dieser Therapie kann,
wie bereits erwähnt,
innerhalb der vorstehenden therapeutischen Dosierungsbereiche für das Bucyclat
erfolgen, sie erfolgt aber vorzugsweise bei relativ größeren Werten,
bezogen auf die des Bucyclats. Zum Beispiel kann das Undecanoat
in einer Menge im Bereich von ungefähr 1 mg/Tag bis ungefähr 50 mg/Tag,
vorteilhafterweise von ungefähr
2 mg/Tag bis ungefähr
40 mg/Tag und bis zu ungefähr
30 mg/Tag verabreicht werden.
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Im
Fall von Leiden, die eine chronische Hormontherapie erfordern, wie
Hypogonadismus, wird vorzugsweise eine injizierbare Bucyclat- und/oder
Undecanoatformulierung verabreicht. Diese Vorliebe beruht auf der
unerwarteten Entdeckung, dass diese aktiven Verbindungen überraschend
wirkungsstark und langwirkend sind, wenn sie (vorzugsweise als eine
Suspension) in einer wässrigen
Formulierung dispergiert sind. In Anbetracht dieser Eigenschaften
können
das Bucyclat und Undecanoat in einer wässrigen Formulierung in niedrigeren
Dosen im Vergleich zu sowohl Testosteron-enanthat (in einem öligen Träger) als
auch Testosteron-bucyclat, und in relativ langen Intervallen verabreicht
werden. Genauer gesagt, und als Vergleichsbeispiel, können Dosen
des Bucyclats und Undecanoats, wenn sie in einer wässrigen
Formulierung dispergiert sind, im Allgemeinen im Bereich von ungefähr einem
Drittel bis ungefähr
drei Vierteln der Dosis von Testosteron-enanthat (bereitgestellt in einem Sesamölträger) liegen,
welche zum Bereitstellen von im Wesentlichen äquivalenten therapeutischen
Ergebnissen erforderlich ist, wobei eine Dosis zwischen ungefähr der Hälfte und
ungefähr zwei
Dritteln der zuletzt genannten Dosis bevorzugt ist. Was Testosteron-enanthat
anbelangt, kann das Bucyclat und Undecanoat, wenn es in einem wässrigen
Träger
dispergiert ist, in einer Menge zwischen ungefähr einem Viertel und ungefähr der Hälfte der
Dosis von Testosteron-enanthat verabreicht werden, um im Wesentlichen äquivalente
therapeutische Wirkungen bereitzustellen. Wenn jedoch jede der Verbindungen
in einem nicht wässrigen
Träger,
z. B. einem öligen
Träger,
der sich aus Sesamöl
oder anderen Pflanzenölen
zusammensetzt, formuliert ist, wurde entdeckt, dass ihre Wirkungsstärke über lange
Zeiträume
erhalten blieb, dass sie aber zu der Wirkungsstärke von Testosteron-enanthat
in einem Sesamölträger im Wesentlichen äquivalent war.
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Aufgrund
ihrer lang anhaltenden androgenen Aktivität, insbesondere wenn sie parenteral
in einem wässrigen
Träger
in wirksamen Mengen verabreicht werden, können das Bucyclat und Undecanoat
in Intervallen verabreicht werden, die gleich oder größer als
ungefähr
zwei Wochen sind. Genauer gesagt können sie in Intervallen von
ungefähr
einem Monat, vorzugsweise ungefähr
zwei Monaten und am meisten bevorzugt einmal ungefähr alle
drei Monate verabreicht werden. Dies stellt einen signifikanten
Vorteil für
einen Patienten im Vergleich zu vorhandenen Verabreichungsplänen dar,
welche therapeutische Injektionen auf einer viel häufigeren
Basis erfordern.
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Die
Dosierung des Bucyclats oder Undecanoats, das parenteral in einer
wässrigen
Formulierung in beliebigen Intervallen verabreicht wird, ist wiederum
signifikant geringer als die Menge von Testosteron-enanthat, die
zum Erzielen von im Wesentlichen ähnlichen therapeutischen Ergebnissen
verwendet wird. Zum Beispiel können
bei der Behandlung von Hypogonadismus das Bucyclat und Undecanoat
in Mengen im Bereich von ungefähr
1 mg bis zu ungefähr
100 mg ungefähr
alle zwei Wochen und vorteilhafterweise von ungefähr 25 bis ungefähr 75 mg
während
dieses Zeitraums; bis zu ungefähr
200 mg ungefähr
jeden Monat und vorteilhafterweise von ungefähr 50 mg bis ungefähr 150 mg
während
dieses Zeitraums; bis zu ungefähr
400 mg ungefähr alle
zwei Monate und vorteilhafterweise von ungefähr 100 mg bis ungefähr 300 mg
während
dieses Zeitraums; und bis zu ungefähr 600 mg ungefähr alle
drei Monate und vorteilhafterweise von ungefähr 150 mg bis ungefähr 450 mg
während
dieses Zeitraums verabreicht werden. Diese Dosierungen, die vorteilhafterweise
durch eine einzige Injektion am Beginn von jedem Zeitraum bereitgestellt
werden, sind geringer als die Dosierungen von Testosteron-enanthat
und Testosteron-bucyclat, welche zum Bereitstellen ähnlicher
therapeutischer Wirkungen über
die gleichen Zeiträume
verwendet werden können.
-
Als
weiteres Beispiel können
Dosierungen des Bucyclats oder Undecanoats, die zur männlichen
Empfängnisverhütung durch
parenterale Verabreichung wirksam sind, wenn sie allein verwendet
werden, im Bereich von ungefähr
20 mg/Woche bis zu ungefähr
200 mg/Woche, vorteilhafterweise bis zu ungefähr 150 mg/Woche und vorzugsweise
von ungefähr
50 mg/Woche bis ungefähr
100 mg/Woche liegen. Wenn sie auf eine noch typischere Weise, d.
h. in Kombination mit Östrogen
und/oder Progestinen verwendet werden, können parenterale Dosierungen
des Bucyclats oder Undecanoats im Bereich von ungefähr 1 mg
bis zu ungefähr 100
mg ungefähr
alle zwei Wochen, vorzugsweise von ungefähr 2 mg bis zu ungefähr 75 mg
und vorzugsweise bis zu ungefähr
50 mg alle zwei Wochen liegen. Natürlich können aufgrund der lang anhaltenden
Aktivität
des Bucyclats und Undecanoats diese Dosierungen auf einer im Wesentlichen
linearen Basis verabreicht werden, wenn eine Aktivität über die
vorstehend angegebenen Zeiträume
hinaus erwünscht
ist.
-
Die
erhöhte
Wirkungsstärke
des Bucyclats und Undecanoats gestattet vorteilhafterweise einen
weiteren Vorteil insofern als wirksame Mengen durch eine einzige
Injektion verabreicht werden können,
was unter den Gesichtspunkten des Patientenkomforts und der Kosten
wünschenswert
ist. Äquivalente
therapeutischer Ergebnisse unter Verwendung von Testosteron-enanthat
würden
mehrere Injektionen erfordern. Natürlich können mehrere Injektionen von
relativ niedrigeren Dosen des Bucyclats oder Undecanoats verabreicht
werden, falls dies erforderlich oder gewünscht ist.
-
Wenngleich
das Bucyclat oder Undecanoat allein bei der Behandlung von Krebs
verabreicht werden kann, wird es vorzugsweise in Koordination mit
einem oder mehreren Krebsmitteln, z. B. therapeutisch wirksamen
Mengen von Chemotherapeutika wie Cisplatin, Carboplatin, Doxorubicin,
Paclitaxel, Taxotere, Methotrexat, Fluoruracil, Camptothecin, Cyclophosphamid
und Gemischen davon, sowie therapeutisch wirksamen Mengen von Antiangiogenese-Mitteln,
entweder allein oder in Kombination verabreicht. Die Identität von geeigneten
Antitumor- und Antiangiogenese-Mitteln und damit verbundene Dosierungspläne sind
gut bekannt und werden als solche in dieser Anmeldung nicht wiederholt.
Die zeitliche Abstimmung der Verabreichung der vorstehenden Mittel
kann zu einer beliebigen Zeit erfolgen, sofern die Verabreichung
die erfinderischen therapeutischen zweiten medizinischen Verwendungen
nicht stört.
-
Wenngleich
das Bucyclat und Undecanoat unter Verwendung eines beliebigen geeigneten
Verfahrens hergestellt werden können,
ist ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung die Entdeckung
der bevorzugten Synthesewege, die nachstehend beschrieben sind,
welche diese Verbindungen relativ hoher Ausbeute und in fester Form,
vorzugsweise in kristalliner Form, bei Raumtemperatur bereitstellen.
Die Herstellung dieser Verbindungen in fester Form bei Raumtemperatur
war bedeutsam, da sie zu der weiteren Entdeckung führte, dass die
lange anhaltende Wirkung dieser Verbindung verstärkt wird, wenn sie in einer
injizierbaren Formulierung mit einem durchschnittlichen Teilchendurchmesser
von ungefähr
1–50 μm und vorzugsweise
von ungefähr 3–30 μm enthalten
sind. Der durchschnittliche Teilchendurchmesser des Bucyclats oder
Undecanoats liegt, wenn es als Injektionsmittel formuliert wird,
somit vorzugsweise innerhalb der vorstehenden Bereiche.
-
Als
Feststoff bei Raumtemperatur stehen das Bucyclat und Undecanoat
in einem ausgeprägten
Gegensatz zu Testosteron-enanthat. Das zuletzt genannte liegt bei
Raumtemperatur als Flüssigkeit
vor, was seine Aktivität über lange
Zeiträume
beeinträchtigt.
Ferner ist eine Vermarktung des Enanthats als Lyophilisat oder Pulver
zur Rekonstitution oder als Tablette, Caplette oder andere feste
Dosierungsform ausgeschlossen.
-
Bezug
nehmend auf 11 ist die bevorzugte Synthese
von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
abgebildet. Im Allgemeinen umfasst diese Synthese die Schritte:
- (a) Umwandeln der Ethergruppe von Verbindung
1 in eine
Carbonylgruppe, wobei Verbindung 2 bereitgestellt wird
- (b) Reduzieren der Carbonylgruppe an C17 und Ketalisieren von
Verbindung 2 an C3, um Verbindung 4 bereitzustellen
- (c) Epoxidieren von Verbindung 4, um das Epoxid von Verbindung
5 bereitzustellen
- (d) Öffnen
des Epoxidrings in Verbindung 5 und Substituieren einer Alkylgruppe
an C11, um Verbindung 6 bereitzustellen (umfassend ein Gemisch aus
11α- und
11β-Methylisomeren,
Verbindungen 6a bzw. 6b) unter Verwendung eines Grignard-Reagenzes; 6a: R
= alpha-Me
6b: R = beta-Me
- (e) Deketalisieren und Dehydratisieren von Verbindung 6, um
Verbindung 7 bereitzustellen (umfassend ein Gemisch aus 11α- und 11β-Methylisomeren,
Verbindungen 7a bzw. 7b) 7a: R = alpha-Me
7b:
R = beta-Me
- (f) Umwandeln von Verbindung 7b in Verbindung 9
- (g) Umwandeln von Verbindung 9 in Verbindung 10 und
- (h) Verestern von Verbindung 10, um Verbindung I (7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat) bereitzustellen.
-
Schritt
(a) kann auch ein unerwünschtes
Nebenprodukt, Verbindung 3 ergeben
-
-
Falls
es gewünscht
wird, kann man vor Schritt (f) die 11α- und 11β-Methylisomere von Verbindung
7 ketalisieren, um Verbindung 8 bereitzustellen
und anschließend die
Verbindung 8 deketalisieren und epimerisieren, wodurch das Verhältnis des
wünschenswerten
11β-Methylisomers
zu dem 11α-Methylisomer
erhöht
wird.
-
Bezug
nehmend auf 16 ist ein bevorzugter Syntheseweg
für die
Herstellung des Undecanoats angegeben. Diese Synthese umfasst die
Schritte (a)–(g),
die in der Bucyclatsynthese verwendet werden, die vorstehend dargelegt
ist. Danach wird jedoch die Verbindung 10 verestert, um die Verbindung
II (das Undecanoat) zu ergeben.
-
Eines
oder mehrere der Zwischenprodukte, die während der vorstehenden Synthesewege
gebildet werden, werden ebenfalls als Teil der vorliegenden Erfindung
angesehen (siehe beigefügte
Ansprüche),
insbesondere die bevorzugten kristallinen Formen von diesen Zwischenprodukten.
Außerdem
stellen bestimmte der Verfahrensschritte und Kombinationen davon,
welche Vorteile wie relativ hohe Ausbeuten und/oder Reinheiten der
Zwischenprodukte ergeben, weitere Aspekte der vorliegenden Erfindung
dar.
-
Ein
pharmazeutisch annehmbarer Träger
wird vorteilhafterweise mit jeder Verbindung kombiniert, um die
Verabreichung der Verbindung an einen Patienten, der sie benötigt, zu
erleichtern.
-
Geeignete
Träger
für orale
und bukkale Dosierungsformen, wie Tabletten, Kapseln, Capletten
und weiche Gelkapseln (mit einem öligen Träger) sind gut bekannt und können im
Zusammenhang mit den Verbindungen verwendet werden. Vorzugsweise
schließen
orale Dosierungsformulierungen des Bucyclats und/oder Undecanoats
einen öligen
Träger
ein und werden in Form einer weichen Gelkapsel bereitgestellt, da
festgestellt wurde, dass die Formulierung die günstigen Eigenschaften der aktiven
Verbindungen bei einer oralen Verabreichung verstärkt. Zu
anschaulichen Beispielen für ölige Substanzen,
welche verwendet werden können,
um einen öligen
Träger
bereitzustellen, gehören
Pflanzenöle,
z. B. Olivenöl,
Safloröl,
Maisöl,
Sonnenblumenöl, Baumwollsamenöl, Tsubakiöl, Reiskleieöl, Sojabohnenöl, Sesamöl, Weizenkeimöl, Kokosnussöl, Erdnussöl, Rapssamenöl und dergleichen,
Fischöle,
z. B. Tintenfischöl,
Dorschöl
und dergleichen, Leberöle,
z. B. Haifischleberöl,
Dorschleberöl
und dergleichen, Tranöle,
z. B. Robbenöl,
Blauwalöl
und so weiter), Muschelöl,
z. B. Abaloneöl,
Austernöl
und dergleichen, medizinische ölige
Substanzen, z. B. Rizinusöl,
Fettsäureglyceride, Vitamin
E, Vitamin A, Vitamin K und dergleichen, Polyethylenglycol und dergleichen
und Gemische davon, sind aber nicht darauf beschränkt.
-
Für eine parenterale
Verabreichung kann jede Art eines wässrigen Trägers verwendet werden, welcher
die Vorteile der Erfindung, wie sie in dieser Anmeldung beschrieben
ist, aufrechterhält.
Vorzugsweise wird für
eine parenterale Verabreichung wie vorstehend erwähnt das
Bucyclat und/oder Undecanoat in einem wässrigen Träger suspendiert, der sich für eine Injektion
eignet. Die Wasserkomponente des wässrigen Trägers sollte wenigstens die
Hälfte
davon, bezogen auf Gewichtsprozente, vorzugsweise wenigstens ungefähr 80 Gew.-%
und mehr bevorzugt wenigstens ungefähr 90 Gew.-% des wässrigen
Trägers
ausmachen. Ein anschauliches Beispiel für eine bevorzugte parenterale
Formulierung ist eine Formulierung, welche bis zu 300 mg der Verbindung
in ungefähr
1 ml eines wässrigen
Trägers
suspendiert enthält.
Ein anschaulicher wässriger Träger kann
hergestellt werden durch Kombinieren von: 1 g Benzylalkohol, 0,5
g Natriumcarboxylethylcellulose 50, 0,376 g Dinatriumhydrogenphosphat-dihydrat,
1,495 g Natriumdihydrogenphosphat-dihydrat, wobei Wasser für eine Injektion
(WFI) zugegeben wird, um das Volumen des wässrigen Trägers auf 100 ml zu bringen.
-
Wenn
sie als Injektionsmittel formuliert wird, kann die Verbindung in
einer beliebigen Form, z. B. als Lyophilisat, trockenes Pulver zur
Rekonstitution, eine gebrauchsfertige Flüssigkeit, und in einem beliebigen
geeigneten Behälter,
z. B. einer Phiole, einer vorgefüllten
Spritze oder dergleichen bereitgestellt werden.
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Die
Verbindungen können
auch transdermal verabreicht werden. Vorrichtungen zur transdermalen Verabreichung
sind wohlbekannt. Anschauliche transdermale Vorrichtungen sind in
den US-Patenten 5,635,203 und 6,024,976 beschrieben. Wenn eine Vorrichtung
zur transdermalen Verabreichung verwendet wird, sollte die Menge
des Bucyclats und/oder Undecanoats, die in der Vorrichtung zur Therapie
enthalten ist, im Bereich von ungefähr 5% bis ungefähr 25% der
parenteralen Dosis und vorzugsweise von ungefähr 10% bis ungefähr 20% von
dieser Dosis, wie sie in dieser Anmeldung angegeben ist, liegen.
-
Die
folgenden Beispiele werden als weitere Veranschaulichung der vorliegenden
Erfindung angegeben, sollten aber nicht so aufgefasst werden, als
würden
sie die Erfindung in irgend einer Hinsicht beschränken.
-
Beispiel 1
-
Dieses
Beispiel liefert Daten über
die androgene Wirkungsstärke
von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
(CDB-4386A), seinen freien Alkohol (CDB-1321D), Testosteron-bucyclat (CDB-1781V-1),
Methyltestosteron (CDB-110), Testosteron (CDB-111C) und Testosteron-enanthat (CDB-112a),
wenn sie oral verabreicht werden.
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Unreife
(ungefähr
21 Tage alte) Sprague-Dawley-Ratten wurden unter Anästhesie
orchiektomiert und zufällig
Gruppen von zehn Tieren für
jeden Dosiswert der aktiven Verbindung, die getestet wurde, zugewiesen. Jede
aktive Verbindung wurde in 10% Ethanol/Sesamöl gelöst und durch eine Sonde (oral)
jeden Tag sieben Tage lang beginnend am Tag der Orchiektomie verabreicht.
Die Tiere wurden 24 Stunden nach der letzten Dosis getötet und
die ventrale Prostata und Samenblasen wurden herausgeschnitten,
von Fett und Bindegewebe gesäubert,
auf feuchtem Filterpapier abgetupft und auf die nächstliegenden
0,1 mg gewogen. Siehe z. B. Hershberger, L. et al, Myotrophic Activity
of 19-nortestosterone And Other Steroids Determined By Modified Levator
And Muscle Method, Proc. Soc. Exptl. Biol. Med. 83 175–180 (1953).
Eine Regressionsanalyse wurde durch herkömmliche Verfahren durchgeführt, wobei
ein PROPHET-Datenmanagement-System
verwendet wurde. Siehe z. B. Bliss, C., The Statistic of Bioassay
(Academic Press, New York, 1952); Hollister, C., Nucleic Acids Res.
16 1873–75
(1988). Das Gewicht der ventralen Prostata wurde als der Endpunkt
verwendet, da es das empfindliche Organ für eine androgene Stimulierung
ist.
-
Die
aus dieser Studie erhaltenen Daten sind in graphischer Form in den 3 und 4 wiedergegeben.
Diese Daten zeigen, dass die orale androgene Aktivität von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
ungefähr
vier Mal (3,77 Mal, mit einem 95% Konfidenzintervall 2,25–6,33) so
wirkungsstark ist wie Methyltestosteron und wenigsten vier Mal so
stark wie der freie Alkohol (1321 D) und Testosteron-bucyclat (1781V-1).
7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
ist ebenfalls ungefähr
10–100
Mal wirkungsstärker
als Testosteron selbst (111-C) oder Testosteron-enanthat (112a),
die oral verabreicht werden.
-
Beispiel 2
-
Dieses
Beispiel stellt Daten bereit, welche die Dauer der Aktivität von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
(CDB-4386A) im Vergleich zu seinem freien Alkohol (CDB-1321D), dem
11α-Methyl-Analog
von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat (CDB-4386),
Testosteron-bucyclat (CDB-1781a, -1781V2) und Testosteron-enanthat (CDB-112E)
zeigen, wenn sie parenteral (durch subkutane Injektion) verabreicht
werden.
-
Unreife
(ungefähr
21 Tage alte) Sprague-Dawley-Ratten wurden unter Anästhesie
orchiektomiert und zufällig
zu Gruppen von zehn Tieren für
jeden Dosiswert der aktiven Verbindung, die getestet wurde, zugewiesen.
Jede aktive Verbindung wurde durch subkutane Injektion jeden Tag
sieben Tage lang beginnend am Tag der Orchiektomie verabreicht.
Die Tiere wurden 24 Stunden nach der letzten Dosis getötet und
die ventrale Prostata und Samenblasen wurden herausgeschnitten,
von Fett und Bindegewebe ge säubert,
auf feuchtem Filterpapier abgetupft und auf die nächstliegenden
0,1 mg gewogen. Eine Regressionsanalyse wurde durch herkömmliche
Verfahren durchgeführt,
wobei ein PROPHET-Datenmanagement-System verwendet wurde. Das Gewicht
der ventralen Prostata wurde als der Endpunkt verwendet, da sie
das empfindliche Organ für
eine androgene Stimulierung ist.
-
Mit
Ausnahme von Testosteron-enanthat wurde jede aktive Verbindung in
zwei verschiedenen Trägern formuliert:
(1) eine wässrige
Suspension und (2) in Sesamöl.
Testosteron-enanthat wurde unter Verwendung des Sesamölträgers allein
formuliert, da es bei Raumtemperatur als Flüssigkeit vorliegt und deshalb
nicht als eine wässrige
Suspension formuliert werden konnte.
-
Der
zum Bereitstellen der wässrigen
Suspension verwendete Träger
wurde wie folgt formuliert: 1 g Benzylalkohol, 0,5 g Natriumcarboxylethylcellulose
50, 0,376 g Dinatriumhydrogenphosphat-dihydrat, 1,495 g Natriumdihydrogenphosphat-dihydrat,
wobei Wasser für
eine Injektion (WFI) zugegeben wurde, um das Volumen des Trägers auf
100 ml zubringen.
-
Jede
Formulierung wurde in einer Konzentration von 0,6 mg/0,2 ml hergestellt.
Um weitere Vergleichsdaten zu erhalten, wurde Testosteron-bucyclat
in der wässrigen
Suspension in einer höheren
Dosis (1,0 mg/0,2 ml) formuliert.
-
Die
Ergebnisse, die in 5 grafisch dargestellt sind,
belegen die unerwartete Aktivität
von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
(CDB-4386A) im Vergleich zu anderen androgenen Estern. Die zuerst
genannte Verbindung weist eine Aktivität sowohl bezüglich der
Wirkungsstärke
als auch der Dauer auf, welche die Aktivität, die die Vergleichsester
aufweisen, wenn sie in den gleichen Mengen verabreicht werden, bei
Weitem übersteigt,
insbesondere, wenn 7α,11α-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
als eine wässrige
Suspension formuliert wird. Selbst CDB-4386, welches unter dem Gesichtspunkt
der chemischen Struktur als "nahe
bei" 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
liegend bezeichnet werden kann, weist nichtsdestoweniger eine relativ
niedrige Aktivität
im Vergleich zu 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat auf.
-
Ferner
war sowohl die Wirkungsstärke
als auch die Langzeitaktivität
der höheren
Dosierung von Testosteron-bucyclat (1,0 mg) signifikant geringer
als diejenige, die von der niedrigeren Dosierung von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
(0,6 mg) in einer wässrigen
Suspension bereitgestellt wird.
-
Beispiel 3
-
Dieses
Beispiel veranschaulicht die relative androgene Aktivität von Testosteron
und seinen Derivaten.
-
Unreife
(ungefähr
21 Tage alte) Sprague-Dawley-Ratten wurden unter Anästhesie
orchiektomiert und zufällig
zu Gruppen von zehn Tieren für
jeden Dosiswert der aktiven Verbindung, die getestet wurde, zugewiesen.
Jede aktive Verbindung wurde in 10% Ethanol/Sesamöl gelöst und durch
eine Sonde (oral) oder subkutane Injektion jeden Tag sieben Tage
lang beginnend am Tag der Orchiektomie verabreicht. Die Tiere wurden 24
Stunden nach der letzten Dosis getötet und die ventrale Prostata
und Samenblasen wurden herausgeschnitten, von Fett- und Bindegewebe
gesäubert,
auf feuchtem Filterpapier abgetupft und auf die nächstliegenden
0,1 mg gewogen. Eine Regressionsanalyse wurde durch herkömmliche
Methoden durchgeführt,
wobei ein PROPHET-Datenmanagement-System verwendet wurde. Das Gewicht
der ventralen Prostata wurde als der Endpunkt verwendet, da sie
das empfindliche Organ für
eine androgene Stimulierung ist.
-
Die 6 und 7 sind
grafische Darstellungen der androgenen Tests der aktiven Verbindung.
Jeder Datenpunkt gibt den Mittelwert (n = 10) und Standardfehler
des Mittelwerts (SEM) für
jedes Prostatagewicht für
jeden Dosiswert wieder.
-
Wie
aus den Daten hervorgeht, wies 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat (CDB-4386A)
nahezu das Vierfache der oralen Aktivität von Methyltestosteron (CDB-110)
(3,77-fach bei 95% KI 2,3–6,3),
dem derzeitigen oralen Standard, auf. 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
zeigte jedoch nur das 0,4-fache der Aktivität von Testosteron (CDB-111C)
nach einer subkutanen Verabreichung (0,4-fach bei 95% KI 0,2–0,6). Die
oralen Befunde waren unerwartet, da Testosteron und seine Ester
bei einer oralen Verabreichung eine niedrige Aktivität aufweisen.
-
Die
relativ schwache Aktivität
bei einer subkutanen Verabreichung war ebenfalls unerwartet im Hinblick
auf die Ergebnisse hinsichtlich der lang anhaltenden Aktivität von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
in Beispiel 5. Testosteron wies andererseits den erwarteten Aktivitätswert nach
einer subkutanen Injektion auf. Die schwache Aktivität des 11α-Methyl-Analogen
(CDB-4415) von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
(CDB-4386A) nach einer subkutanen Verabreichung unterstreicht die Bedeutung
der Stereokonfiguration des 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat-Moleküls (CDB-4386A).
-
Wenngleich
man sich nicht auf eine bestimmte Theorie festlegen möchte, könnte die
orale Aktivität
von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
auf ihre Beständigkeit
gegenüber
einem Abbau im Gastrointestinaltrakt und/oder einem schnellen Metabolismus
durch die Leber zurückzuführen sein.
Es ist auch möglich,
dass die lipophile Natur von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
die Absorption der aktiven Verbindung in die Thoraxlymphe gestattet,
wodurch ein direkter Eintritt in das portale System und ein Metabolismus
durch die Leber vermieden werden.
-
Ferner
kann die fehlende Aktivität,
die 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat bei einer subkutanen
Verabreichung aufweist, die langsame Freisetzung und möglicherweise
einen Metabolismus der aktiven Verbindung von der Injektionsstelle über den
relativ kurzen 7-Tage-Verabereichungszeitraum widerspiegeln. Diese
gleiche Eigenschaft führt
jedoch zu einer lange anhaltenden Aktivität von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
nach einer parenteralen Verabreichung in einem wässrigen Vehikel.
-
Zusätzlich zu
dem Vorstehenden wurde auch die androgene Wirkungsstärke und
relative Bindungsaffinität
an den Androgenrezeptor von mehreren freien Alkoholen nach einer
subkutanen Verabreichung ihrer entsprechenden Ester bestimmt. Die
Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle wiedergegeben.
- 1 Von Rattenprostata; bezogen auf Methyltrienolon
= 100% (androgene Wirkungsstärke
= 5,0)
- 2 Test des Gewichts der ventralen Prostata
im Anschluss an eine subkutane Verabreichung.
- 3 Bestand einen oder mehrere Signifikanztests
nicht (p < 0,05)
- 4 Referenzverbindung
- A:
- 7α-Methyl-19-nortestosteron-17β-bucyclat
- B:
- 7α-Methyl-5α-dihydro-19-nortestosteron-17β-bucyclat
- C:
- 7α-Methyl-14-dehydro-testosteron-17β-bucyclat
- D:
- 7α-Methyl-D-homo-testosteron-17β-bucyclat
- E:
- 7α,11α-Dimethyl-19-nortestosteron-17β-bucyclat
- F:
- 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
(CDB-4386A)
- G:
- Testosteron-bucyclat
-
Die
vorstehenden Daten zeigen, dass die Aktivität eines bestimmten androgenen
Bucyclatesters (wie etwa 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat,
CDB-4386A) nicht auf der Basis der androgenen Aktivität seines
entsprechenden freien Alkohols vorhergesagt werden kann. Genauer
gesagt, konnte die überlegene
Aktivität
von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
nicht aus diesen Daten vorhergesagt werden.
-
Beispiel 4
-
Dieses
Beispiel veranschaulicht weiterhin die relative Aktivität von verschiedenen
Testosteronestern, einschließlich
7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat, über relativ
lange Zeiträume.
-
Unreife
(ungefähr
21 Tage alte) Sprague-Dawley-Ratten wurden unter Anästhesie
orchiektomiert und zufällig
Gruppen von 40 oder mehr zugewiesen. Die Tiere erhielten eine einzige
subkutane Injektion von 0,6 mg von jedem Ester in 0,2 ml eines wässrigen
suspendierenden Trägers
und/oder öligen
Trägers
(10% Ethanol/90% Sesamöl
oder Ethyloleat) am Tag der Orchiektomie. In Fällen, bei denen der Ester bei
Raumtemperatur nicht fest war, wurde 10% Ethanol/Sesamöl oder Ethyloleat
als der Träger
verwendet. In diesem Beispiel wurde der Träger, der zum Bereitstellen
der wässrigen
Suspension verwendet wurde, wie folgt formuliert: 1 g Benzylalkohol,
0,5 g Natriumcarboxylethylcellulose 50, 0,376 g Dinatriumhydrogenphosphat-dihydrat,
1,495 g Natriumdihydrogenphosphat-dihydrat, wobei Wasser für eine Injektion
(WFI) zugegeben wurde, um das Volumen des Trägers auf 100 ml zu bringen.
-
Fünf Tiere
aus jeder Gruppe wurden in wöchentlichen
oder zweiwöchentlichen
Intervallen getötet
und die ventrale Prostata und Samenblasen wurden herausgeschnitten,
von Fett- und Bindegewebe gesäubert,
auf feuchtem Filterpapier abgetupft und auf die nächstliegenden
0,1 mg gewogen.
-
Das
Gewicht der ventralen Prostata wurde als der Endpunkt verwendet,
weil es das empfindliche Organ für
eine androgene Stimulierung ist. Eine Regressionsanalyse wurde durch
herkömmliche
Verfahren durchgeführt,
wobei das vorstehend angegebene PROPHET-Datenmanagement-System verwendet
wurde.
-
Die 8 und 9 sind
grafische Darstellungen der androgenen Tests der aktiven Verbindungen. Jeder
Datenpunkt gibt den Mittelwert (n = 10) und Standardfehler des Mittelwerts
(SEM) für
jedes Prostatagewicht für
jeden Dosiswert wieder.
-
8 ist
eine grafische Darstellung der Gewichte der ventralen Prostata in
wöchentlichen
Intervallen über
einen 10 Wochen-Zeitraum nach der subkutanen Verabreichung von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
(CDB-4386A) sowohl in öligen als
auch in wässrigen
Trägern,
seines 11α-Methyl-Analogen (CDB-4386)
in beiden Trägern
und von Testosteron-enanthat (CDB-112E) in einem öligen Träger. 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
in dem wässrigen
Vehikel wies die dramatischste Zunahme und Aufrechterhaltung des
Gewichts der ventralen Prostata auf. Die Fläche unter der Kurve (AUC, berechnet
durch die Trapezregel) war ungefähr
3-mal größer für 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
als für Testosteron-enanthat in Sesamöl. Das 11α-Methyl-Analoge
war in diesem Experiment inaktiv, wobei die Bewertung 8 Wochen nach
der Verabreichung abgebrochen wurde. Dieses Experiment hebt die
Bedeutung der Fähigkeit
zum Bereitstellen von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
in Form einer wässrigen Suspension
hervor, die eine unerwartete und wünschenswerte langfristige androgene
Aktivität
bereitstellt. Dieses Experiment unterstreicht auch die Bedeutung
der Stereokonfiguration des C11-Substituenten.
-
9 ist
eine grafische Darstellung der Gewichte der ventralen Prostata zu
verschiedenen Zeitintervallen bis zu 20 Wochen nach der Verabreichung
von mehreren verschiedenen Bucyclatestern: 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
(CDB-4386A), 7α-Methyl-14-dehydro-19-nortestosteron-17β-bucyclat
(CDB-4327A), 7α-Methyl-19-nortestosteron-17β-bucyclat
(CDB-4288), 7α-Methyl-16-dehydro-D-homo-19-nortestosteron-17β-bucyclat
(CDB-4318) und 7α-Methyl-5α-dihydro-19-nortestosteron-17β-bucyclat (CDB-4289).
Alle Ester, mit Ausnahme von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat, wurden
in dem öligen
Träger
verabreicht, weil sie nicht als Feststoffe bei Raumtemperatur existieren
oder niedrige Schmelzpunkte besitzen. 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat,
suspendiert in dem wässrigen Träger, wies
die größte AUC über den
10-Wochen-Zeitraum auf, für
welchen dieser Parameter berechnet wurde. CDB-4327A zeigte eine überraschende
Stimulierung der Größe der ventralen
Prostata über
den gesamten 20-wöchigen
Beobachtungszeitraum, jedoch ist diese Verbindung eines der aktivsten
synthetischen Androgene, die derzeit bekannt sind. Die verbleibenden
aktiven Verbindungen zeigten eine relativ schwache Aktivität. Von diesem
Experiment kann man sagen, dass es zeigt, dass die Vorhersage der
Aktivität
nicht auf der Struktur der aktiven Verbindung oder auf dem Träger, der
in Zusammenhang mit der Verabreichung der aktiven Verbindung verwendet
wird, beruhen kann.
-
Serumproben,
die von den Tieren bei der Autopsie entnommen wurden, zeigten das
Vorhandensein des freien Alkohols (7α,11β-Dimethyl-19-nortestosteron),
welcher sich im Laufe des 10-wöchigen
Beobachtungszeitraums mit der Zeit verringerte. Die Ergebnisse sind
in 10 bereitgestellt. 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat,
suspendiert in dem wässrigen
Träger,
stellte die höchsten
Werte des freien Alkohols bereit und hielt diese relativ hohen Werte über den
10-wöchigen
Beobachtungszeitraum aufrecht.
-
Beispiel 6
-
Dieses
Beispiel beschreibt ein bevorzugtes Verfahren zum Synthetisieren
von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-bucyclat
(Verbindung I). Es kann auf 11 Bezug
genommen werden.
-
A. Herstellung von 7α-Methylestra-4,9-dien-3,17-dion
(Verbindung 2)
-
Unter
einem Stickstoffstrom durch einen umgedrehten Kunststofftrichter
wurde das Antimonpentafluorid (110 ml, 5,79 mol) in ein Teflongefäß eingewogen.
Fluorwasserstoff (436 nl, 21,8 mol), gekühlt auf 4°C, wurde zuerst in einem Teflonscheidetrichter
gesammelt, dann mit äußerster
Vorsicht zu dem Reaktionsgefäß unter
einem Stickstoffstrom zugegeben. Falls es nicht gelingt, ein schnelles
Vermischen zu gewährleisten, kann
es zu einer Verpuffung kommen. Während
das Gemisch gerührt
wurde, wurde es 20 min auf 0°C
gekühlt. 7α-Methylestronmethylether
(Verbindung 1, 25,0 g, 83,8 mmol) wurde vorsichtig unter Stickstoff
zugegeben. Das Reaktionsgemisch wurde 2,5 h bei 0°C gerührt, wonach
es langsam in einen Kunststoffbecher gegossen wurde, der ein Gemisch
aus gesättigtem
Kaliumcarbonat (300 ml, 900 g/1000 ml) und Eis enthielt. Zusätzliches Kaliumcarbonat
wurde verwendet, um den pH auf ca. 8 einzustellen. Dieses Gemisch
wurde dann mit Methylenchlorid (3×) extrahiert und die organischen
Anteile wurden mit Wasser und Salzlösung gewaschen. Nach dem Trocknen über Natriumsulfat
wurde das Lösungsmittel
im Vakuum entfernt, wobei 24,8 g rohes Öl erhalten wurden. Dieses Rohmaterial
enthält
Verbindung 2 und ein isomeres Nebenprodukt, 4,6-Dien-dion-3,20 (Verbindung
3) in einem Verhältnis
von 2:1. Deshalb wurde das Rohmaterial einer Trockensäulenchromatografie an
Silicagel (63–200
mesh) unterzogen, wobei mit 3% Aceton in CH2Cl2 eluiert wurde. Dies ergab ein Segment, welches
15 g des gewünschten
Produkts (Verbindung 2) enthielt. Nach der Extraktion ergab eine
Verdampfung des Lösungsmit tels,
gefolgt von einem Verreiben mit Ether 9,24 g der Verbindung 2 in
38,8% Ausbeute. Die Mutterlauge von diesem Material wurde mit dem
anderen Wirkstoffanteil der Säule
vereinigt und wurde unter den gleichen Bedingungen rechromatografiert.
Ein Verreiben der Segmente ergab weitere 0,19 g des gewünschten
Produkts (Verbindung 2). Die Gesamtmenge betrug 9,43 g in 39,6%
Ausbeute; Schmelzpunkt 204–205°C. (Literaturschmelzpunkt
= (8). FRIR (KBr, diffuse Reflektion): νmax 3454,
3282, 3030, 2968, 2928, 2902, 1737, 1652, 1600 und 1580 cm–1.
NMR (1H, CDCl3) δ 0,859 (d,
3H, J = 3,5 Hz), C7α-CH3), 1,001 (s, 3H, C18-CH3)
und 5,726 (s, 1H, C4-CH). NMR (13C, CDCl3) δ 12,641,
21,835, 24,885, 25,576, 28,021, 30,626, 35,621, 36,893, 39,416,
42,4779, 45,966, 123,259 (C-4), 126,081 (C-10), 140,295 (C-9), 154,572
(C-5), 199,052 (C-3) und 219,633 (C-17).
-
B. Die Herstellung von
3,3-Ethylendioxy-7α-methyl-17β-hydroxyestr-5(10),9(11)-dien (Verbindung
4)
-
Eine
Lösung
des Dions (Verbindung 2, 10,0 g, 35,16 mmol) in THF (500 ml) wurde
auf 0°C
gekühlt
und tropfenweise mit einer Lösung
von Lithium-tri-tert-butoxyaluminiumhydrid (1,0 M/THF, 40,0 ml,
8,9 mmol) in THF behandelt. Das Gemisch wurde 2 h bei 0°C gerührt. EtOAc
(10,0 ml) wurde zugegeben und der größte Teil des Lösungsmittels
wurde im Vakuum entfernt. Der Rückstand
wurde mit kalter 0,1 N HCl verdünnt
und das wässrige
Gemisch wurde mit EtOAc (3×)
extrahiert. Die EtOAc-Schichten wurden mit Wasser und Salzlösung gewaschen,
vereinigt und über
Natriumsulfat getrocknet. Das Verdampfen des Lösungsmittels ergab 10,61 g
eines stabilen Schaums. Das Material wurde dann in Benzol (1 l)
gelöst.
Ethylenglycol (10,0 ml) wurde zugegeben, gefolgt von p-Toluolsulfonsäure (500
mg). Das resultierende Gemisch wurde zum Rückfluss erhitzt, während ungefähr 500 ml
Benzol aus der Dean-Stark-Falle abgezogen wurden. Das Gemisch wurde
gekühlt
und mit gesättigter
Natriumhydrogencarbonatlösung
verdünnt.
Die Benzollösung
wurde mit Wasser und Salzlösung
gewaschen. Die wässrigen
Waschlösungen
wurden mit EtOAc (2×)
extrahiert. Die vereinigten organischen Extrakte wurden über Natriumsulfat
getrocknet. Das Verdampfen des Lösungsmittels
ergab 12,61 g eines stabilen Schaums. Das Material wurde chromatografiert
(5% Aceton in CH2Cl2),
wobei 10,05 g des Ketals (Verbindung 4) in 87% Ausbeute erhalten
wurden. NMR (CDCl3) δ 0,725 (s, 3H, C18-CH3), 0,727 (d, 3H, J = 7,2 Hz, C7α-CH3), 3,777 (t, 1H, J = 8,7 Hz, C17α-CH), 3,979
(m, 4H, 3-Ketal) und 5,638 (m, 1H, C11=CH). MS (EI) m/z: relative
Intensität:
330 (M+).
-
C. Herstellung von 3,3-Ethylendioxy-7α-methyl-5α,10α-epoxy-17β-hydroxyestr-9(11)-en (Verbindung
5)
-
Eine
Lösung
von Hexafluoraceton (30,0 g, 136,2 mmol) in CH2Cl2 (150 ml) wurde auf 0°C gekühlt. Unter kräftigem Rühren wurden
30%iges Wasserstoffperoxid (14,0 ml, 136,2 mmol) und festes Dinatriumhydrogenphosphat
(5,86 g, 41,30 mmol) zugegeben. Das resultierende Gemisch wurde
1/2 h bei 0°C
gerührt.
Eine Lösung
des Ketals (Verbindung 4, 15,0 g, 45,39 mmol) in CH2Cl2 (300 ml) wurde zugegeben und das Gemisch wurde
24 h bei 4°C
gerührt.
Das Gemisch wurde dann mit 10% Natriumsulfitlösung verdünnt und anschließend mit
CH2Cl2 (3×) extrahiert.
Die Extrakte wurden mit Wasser und Salzlösung gewaschen, vereinigt und über Natriumsulfat
getrocknet. Das Verdampfen des Lösungsmittels
ergab 16,26 g von Verbindung 5. Dieses Material wurde ohne weitere
Reinigung in der nachfolgenden Reaktion verwendet. NMR (CDCl3) δ 0,725
(s, 3H, C18-CH3), 0,762 (d, 3H, J = 7,2
Hz, C7α-CH3), 3,758 (t, 1H, J = 8,7 Hz, C17α-CH), 3,895
(d, 4H, 3-Ketal) und 6,00 (m, 1H, C11=CH).
-
D. Herstellung von 3,3-Ethylendioxy-7α,11β-dimethyl-5a,17β-dihydroxyestr-9-en
(Verbindung 6)
-
Eine
Lösung
von Methylmagnesiumbromid (1,4 M THF/Toluol, 210 ml, 295 mmol) wurde
zu THF (150 ml) zugegeben, und Kupfer(I)-chlorid (2,92 g, 29,5 mmol)
wurde zugegeben. Nach 1/2 h Rühren
bei Raumtemperatur wurde eine Lösung
des Epoxids (Verbindung 5, 16,26 g, 46,99 mmol) in THF (450 ml)
im Laufe von 5 min tropfenweise zugegeben. Das Gemisch wurde 3 h
bei Raumtemperatur gerührt.
Das Gemisch wurde mit gesättigter
Ammoniumchloridlösung
verdünnt
und Luft wurde 1/2 h durch das Gemisch geperlt, um Cu(I) zu Cu(II)
zu oxidieren. Das wässrige
Gemisch wurde mit Ether (3×)
extrahiert. Die Etherextrakte wurden mit Wasser und Salzlösung gewaschen,
vereinigt und über
Natriumsulfat getrocknet. Das Verdampfen des Lösungsmittels ergab 16,70 g
eines gelben fließfähigen Feststoffs.
Das Material wurde mit Ether verrieben und der Feststoff wurde abfiltriert,
wobei 8,86 g eines Gemisches aus Grignard-Produkten erhalten wurde
(7α,11α-Dimethyl
und 7α,11β-Dimethyl,
bezeichnet als Verbindungen 6a bzw. 6b). Das Verdampfen des Filtrats
ergab 7,4 g eines stabilen Schaums. Die Gesamtmenge betrug 16,26
g in quantitativer Ausbeute.
-
E. Hydrolyse eines Gemisches
aus den Verbindungen 6a und 6b zu den isomeren Verbindungen 7b und
7a (als ein ca. 3/7-Gemisch)
-
Der
Feststoff (enthaltend die Verbindungen 6a und 6b) von vorstehendem
Schritt D (16,26 g, 54,2 mmol) wurde in Essigsäure/THF/Wasser (3:1:1, 500
ml) gelöst
und 2 h zum Rückfluss
erhitzt. Das Lösungsmittel
wurde im Vakuum verdampft und das Gemisch wurde mit gesättigter
Natriumhydrogencarbonatlösung verdünnt. Das
Gemisch wurde dann mit CH2Cl2 extrahiert.
Die CH2Cl2-Extrakte
wurden mit Wasser und Salzlösung
gewaschen, vereinigt und über
Natriumsulfat getrocknet. Das Verdampfen des Lösungsmittels ergab 7,45 g.
Das Material wurde chromatografiert (10% Aceton/Methylenchlorid),
wobei 5,12 g der Verbindungen 7a und 7b (7α,11α-Dimethyl bzw. 7α,11β-Dimethyl)
erhalten wurden. Der in Schritt D erhaltene Schaum wurde auf die
gleiche Weise behandelt, wobei weitere 2,73 g der Verbindungen 7a
und 7b nach einer Chromatografie erhalten wurden. Die Gesamtmenge
betrug 7,85 g in 45,9% Ausbeute. NMR (CDCl3) δ 0,747 (d,
3H, J = 7 Hz, C7α-CH3), 0,780 (s, 3H, C18-CH3 von
Verbindung 6b), 0,963 (s, 3H, C18-CH3 von
Verbindung 6a), 1,077 (d, 3H, J = 7 Hz, C11α-CH3),
1,173 (d, 3H, J = 7 Hz, C11β-CH3) und 3,770 (t, 1H, J = 8,7 Hz, C17α-CH.
-
F. Herstellung von 3,3-Ethylendioxy-7α,11-dimethyl-17β-hydroxyestr-5(10),9(11)-dien (Verbindung
8)
-
Eine
Lösung
der Verbindungen 7a/7b (2,0 g, 6,65 mmol) in Benzol (500 ml) wurde
mit Ethylenglycol (5,0 ml) und p-Toluolsulfonsäure (250 mg) behandelt. Das
Gemisch wurde zum Rückfluss
erhitzt, wobei das Wasser azeotrop entfernt wurde. Es wurden annähernd 250
ml Lösungsmittel
abdestilliert. Das Gemisch wurde auf Raumtemperatur gekühlt und
mit gesättigter
Natriumhydrogencarbonatlösung
verdünnt.
Das Gemisch wurde mit EtOAc extrahiert. Die EtOAc-Extrakte wurden
mit Wasser und Salzlösung
gewaschen, vereinigt und über
Natriumsulfat getrocknet. Das Verdampfen des Lösungsmittels ergab 2,15 g eines
stabilen Schaums von 93,9% Ausbeute. Das Material war homogen, wie
durch DC bestimmt wurde, und weniger polar als das Ausgangsmaterial.
NMR (CDCl3) δ 0,716 (s, 3H, C18-CH3), 0,725 (d, 3H, J = 7,2 Hz, C7α-CH3), 1,801 (br s, 3H, C11-CH3),
3,755 (t, 1H, J = 8,7, C17α-CH)
und 4,003 (m, 4H, 3-Ketal).
-
G. Herstellung von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxyestr-4,9-dien-3-on
(Verbindungen 7b/7a, ca. 10/1) durch Hydrolyse von Verbindung 8
-
Das
Ketal (Verbindung 8, 2,15 g, 6,24 mmol) wurde in Methanol (200 ml)
verdünnt
und 10,0 ml 10% HCl wurden zugegeben. Die Lösung wurde 18 h zum Rückfluss
erhitzt. Das Lösungsmittel
wurde im Vakuum abgedampft und der Rückstand wurde mit gesättigter
Natriumhydrogencarbonatlösung
verdünnt.
Das wässrige
Gemisch wurde mit CH2Cl2 extrahiert.
Die Methylenchloridextrakte wurden mit Wasser und Salzlösung gewaschen,
vereinigt und über
Natriumsulfat getrocknet. Das Verdampfen des Lösungsmittels ergab 1,89 g eines stabilen
Schaums. Das Material wurde chromatografiert (10% Aceton in CH2Cl2), wobei 950
mg der 7α,11β-Dimethylverbindung
(Verbindung 7b) in 50,8% Aufbeute erhalten wurden. Außerdem wurden
703 mg eines Gemisches aus Verbindung 7a/7b isoliert, welches erneut
dem Ketalisierungs- und Gleichgewichtsverfahren unterzogen wurde,
um zusätzliches
Material zu ergeben. Verbindung 7b: NMR (CDCl3) δ 0,790 (d,
3H, J = 7,2 Hz, C7α-CH3), 0,963 (s, 3H, C18-CH3),
1,172 (d, 3H, C11β-CH3), 3,186 (m, 5-Linien, 1H, C11α-CH), 3,661
(t, 1H, J = 8,7 Hz, C17α-CH)
und 5,702 (s, 1H, C4-CH).
-
H. Herstellung von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on
(Verbindung 10)
-
In
kleine Stücke
geschnittener Lithiumdraht (253 mg, 36,45 mmol) wurde zu (über Natrium)
redestilliertem Ammoniak (300 ml) zugegeben und das Gemisch wurde
beim Ammoniak-Rückfluss
(–35°C) 1/2 h
gerührt.
Das Gemisch wurde auf –78°C gekühlt und
eine Lösung
des Dienons (Verbindung 7b, 3,65 g, 12,15 mmol) in THF (300 ml)
und t-Butanol (1,16 ml, 12,15 mmol) wurde tropfenweise zugegeben.
Nach der Beendigung der Zugabe wurde das Reaktionsgemisch 15 min
gerührt,
bevor jegliches überschüssige Lithium
durch die Zugabe von Isopren (ca. 1,0 ml) zerstört wurde und schließlich durch
die Zugabe von festem Ammoniumchlorid (15 g) die Reaktion angehalten
wurde. Das Ammoniak wurde unter Argongas verdampft und das Gemisch
wurde mit 0,1 N Phosphatpuffer, pH = 7,0, verdünnt. Das Gemisch wurde mit
Ether extrahiert. Die Etherextrakte wurden mit Wasser und Salzlösung gewaschen,
vereinigt und über
Natriumsulfat getrocknet. Eine Verdampfung des Lösungsmittels ergab 3,83 g von
Verbindung 9 als einen hellgelben Feststoff in quantitativer Ausbeute.
Das Material war homogen, wie durch DC bestimmt wurde, und wurde
ohne weitere Reinigung in der folgenden Reaktion verwendet. NMR
(CDCl3) δ 0,812
(d, 3H, J = 7,2 Hz, C7α-CH3), 0,877 (s, 3H, C18-CH3), 0,903
(d, 3H, J = 7,2 Hz, C11β-CH3), 2,754 (br q, 2H, C4-CH2-)
und 3,660 (t, 1H, J = 8,8 Hz, C17α-CH).
-
Das
vorstehend hergestellte Material wurde in Methanol (400 ml) gelöst und 10%
HCl (20 ml) wurde zugegeben und das Gemisch wurde 3 h zum Rückfluss
erhitzt. Das Lösungsmittel
wurde abgedampft und der Rückstand
wurde mit gesättigter
Natriumhydrogencarbonatlösung
verdünnt.
Das Gemisch wurde mit CH2Cl2 extrahiert.
Die Methylenchloridextrakte wurden mit Wasser und Salzlösung gewaschen,
vereinigt und über
Natriumsulfat getrocknet. Das Verdampfen des Lösungsmittels ergab 3,81 g eines
stabilen Schaums. Das Material wurde chromatografiert (10% Aceton
in CH2Cl2), wobei
3,54 g von Verbindung 10 in 96,5% Ausbeute erhalten wurden. Das
Material wurde aus Ether/Hexan umkristallisiert, wobei 3,14 g von
Verbindung 10 als feine weiße
Nadeln in 86% Ausbeute erhalten wurden; Schmelzpunkt = 155–157°C. Eine Analyse
durch Umkehrphasen-HPLC an einer NovaPak C18-Säule, die
mit 50%igem wässrigen
CH3CN mit einer Fließgeschwindigkeit von 1 ml pro
min eluiert wurde, und bei λ =
240 nm zeigte an, dass dieses Material eine Reinheit von mehr als 99%
FTIR (KBr, diffuse Reflektion) aufwies: νmax 3470,
2950, 1663 und 1622 cm–1. NMR (CDCl3) δ 0,770
(d, 3H, J = 7,2 Hz, C7α-CH3), 0,886 (s, 3H, C18-CH3),
1,075 (d, 3H, J = 7,2 Hz, C11β-CH3), 3,626 (t, 1H, J = 8,7 Hz, C17α-CH) und
5,849 (br s, 1H, C4-CH). MS (EI) m/z relative Intensität: 302 (M+). Analyse berechnet für C20H30O2: C, 79,42; H,
10,00. Gefunden: C, 79,18; H, 10,00.
-
I. Herstellung von 7α-11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on-17β-trans-4-n-butylcyclohexan-carboxylat (Verbindung
I)
-
Trans-4-n-Butylcyclohexancarbonsäurechlorid
(Verbindung 11, 2,25 g, 110 mmol), gelöst in Benzol (10 ml), wurde
zu einer Lösung
von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxy-4-estren-3-on (Verbindung 10,
608 mg, 2 mmol) in einem Gemisch aus Benzol (100 ml) und Pyridin
(5,0 ml) zugegeben. Das Gemisch wurde über Nacht bei Raumtemperatur
gerührt.
Das Gemisch wurde in einem Eisbad gekühlt und mit 1,0 N Natriumhydroxidlösung verdünnt. Das
wässrige
Gemisch wurde mit Ether extrahiert. Die Etherextrakte wurden mit
1,0 N Natriumhydroxidlösung
(2×),
Wasser und Salzlösung
gewaschen. Die vereinigten organischen Extrakte wurden über Natriumsulfat
getrocknet und das Verdampfen des Lösungsmittels ergab 1,72 g eines
fließfähigen Feststoffs.
Eine Umkristallisation des Materials (Verbindung I) auf Hexanen
ergab 765 mg eines weißen
Pulvers in 82% Ausbeute: Schmelzpunkt = 130–132°C. Eine Analyse durch Umkehrphasen-HPLC
an einer Nova Pak C18-Säule, die mit CH3CN
mit einer Fließgeschwindigkeit
von 1,25 ml pro Minute eluiert wurde, und bei λ = 240 nm zeigte, dass die Verbindung
I eine Reinheit von mehr als 99% aufwies. FTIR (KBr, diffuse Reflektion) νmax 2933,
1726, 1669 und 1621 cm–1. NMR (CDCl3) δ 0,779
(d, 3H, J = 7,2 Hz, C7α-CH3), 0,886 (t, 3H, n-Butyl-CH3),
0,923, (s, 3H, C18-CH3), 1,057 (d, 3H, J
= 7,2 Hz, C11β-CH3), 4,545 (t, 1H, J = 8,7 Hz, C17α-CH) und
5,848 (br s, 1H, C4-CH). MS (EI) m/z relative Intensität: 468 (M+, 6,9), 358 (65,3), 302 (12,5), 284 (20,8),
269 (6,9) 259 (12,5) 174 (62,5), 159 (26,5), 147 (19,4), 139 (25,0),
119 (18,1), 110 (75,0), 105 (8,1), 97 (36,1), 83 (100), 69 (38,9) und
55 (58,3).
-
Beispiel 7
-
Dieses
Beispiel liefert Daten über
die androgene Wirkungsstärke
des Undecanoats (CDB-4521A), bezogen auf Methyltestosteron (CDB-111C),
wenn diese durch subkutane Injektion verabreicht werden.
-
Unreife
(ungefähr
21 Tage alte) Sprague-Dawley-Ratten wurden unter Anästhesie
orchiektomiert und zufällig
Gruppen von zehn Tieren für
jeden Dosiswert der aktiven Verbindung, die getestet wurde, zugewiesen. Jede
aktive Verbindung wurde in 10% Ethanol/Sesamöl gelöst und durch subkutane Injektion
jeden Tag sieben Tage lang beginnend am Tag der Orchiektomie verabreicht.
Die Tiere wurden 24 Stunden nach der letzten Dosis getötet und
die ventrale Prostata und Samenbläschen wurden herausgeschnitten,
von Fett und Bindegewebe gesäubert,
auf feuchten Filterpapier abgetupft und auf die nächstliegenden
0,1 mg gewogen. Siehe z. B. Hershberger, L. et al, Myotrophic Activity
of 19-nortestosterone And Other Steroids Determined By Modified Levator
And Muscle Method, Proc. Soc. Exptl. Biol. Med. 83 175–180 (1953).
Eine Regressionsanalyse wurde durch herkömmliche Verfahren durchgeführt, wobei
ein PROPHET-Datenmanagement-System
verwendet wurde. Siehe z. B. Bliss, C., The Statistics of Bioassay
(Academic Press, New York, 1952); Hollister, C., Nucleic Acids Res.
16 1873–75
(1988). Das Gewicht der ventralen Prostata wurde als der Endpunkt
verwendet, weil es das empfindliche Organ für eine androgene Stimulierung
ist.
-
Die
aus dieser Studie erhaltenen Daten sind in graphischer Form in 13 wiedergegeben.
Diese Daten zeigen, dass die subkutane androgene Aktivität des Undecanoats
(CDB-4521A) ungefähr
die Hälfte
der Aktivität
von Testosteron ist (das 0,52-fache, bei einem 95% Konfidenzintervall,
0,29–0,93),
wenn es in dem öligen
Träger
verabreicht wird. Diese Daten waren überraschend im Vergleich zu
den Ergebnissen, die erhalten wurden, wenn das Undecanoat in einem
wässrigen
Träger
verabreicht wurde.
-
Beispiel 8
-
Dieses
Beispiel liefert Daten über
die androgene Wirkungsstärke
des Undecanoats (CDB-4521) und Methyltestosteron (CDB-110), wenn
diese in öligen
oder wässrigen
Trägern
oral verabreicht werden.
-
Unreife
(ungefähr
21 Tage alte) Sprague-Dawley-Ratten wurden unter Anästhesie
orchiektomiert und zufällig
Gruppen von zehn Tieren für
jeden Dosiswert der aktiven Verbindung, die getestet wurde, zugewiesen. Es
wurden vier Dosierungsformen bzw. Darreichungsformen hergestellt.
Die ersten zwei Formen stellten eine Lösung von jeder aktiven Verbindung
in 10% Ethanol/Sesamöl
dar. Die dritte und vierte Dosierungsform stellte eine Suspension
von jeder aktiven Verbindung in einem wässrigen Träger (wie in Beispiel 2 oben
beschrieben) dar. Diese Dosierungsformen wurden dann durch eine
Sonde (oral) getrennten Tiergruppen jeden Tag sieben Tage lang beginnend
mit dem Tag der Orchiektomie verabreicht. Jeder Träger wurde
auch (allein) getrennten Gruppen von Tieren als Kontrolle verabreicht.
Die Tiere wurden 24 Stunden nach der letzten Dosis getötet und die
ventrale Prostata und Samenbläschen
wurden herausgeschnitten, von Fett und Bindegewebe gesäubert, auf
feuchtem Filterpapier abgetupft und auf die nächstliegenden 0,1 mg gewogen.
Siehe z. B. Hershberger, L. et al, Myotrophic Activity of 19-nortestosterone
And Other Steroids Determined By Modified Levator And Muscle Method,
Proc. Soc. Exptl. Biol. Med. 83 175–180 (1953). Eine Regressionsanalyse
wurde durch herkömmliche
Verfahren durchgeführt,
wobei ein PROPHET-Datenmanagement-System verwendet wurde. Siehe
z. B. Bliss, C., The Statistics of Bioassay (Academic Press, New
York, 1952); Hollister, C., Nucleic Acids Res. 16 1873–75 (1988).
Das Gewicht der ventralen Prostata wurde als der Endpunkt verwendet,
da sie das empfindliche Organ für
eine androgene Stimulierung ist.
-
Die
aus dieser Studie erhaltenen Daten sind in graphischer Form in 14 und 4 wiedergegeben. Diese
Daten zeigen, dass die orale androgene Aktivität des Undecanoats (CDB-4521A)
in dem öligen
Träger ungefähr zwei
Mal (2,36 Mal, bei einem 95% Konfidenzintervall) so wirkungsstark
ist wie Methyltestosteron in dem gleichen öligen Träger.
-
Im
Gegensatz dazu ergab die orale Verabreichung des Undecanoats in
dem wässrigen
Träger,
beschrieben in Beispiel 2 oben, eine Wirkungsstärke, die ungefähr die gleiche
(0,95-fach, bei einem 95% Konfidenzintervall, 0,36–2,5) war
wie die von Methyltestosteron in dem gleichen wässrigen Träger.
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Beispiel 9
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Dieses
Beispiel veranschaulicht weiterhin die relative Aktivität von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxyestr-4-en-3-on-17-undecanoat
(Verbindung II) verglichen mit der von der Testosteron-enanthat
(CDB-112F) über
relativ lange Zeiträume.
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Unreife
(ungefähr
21 Tage alte) Sprague-Dawley-Ratten wurden unter Anästhesie
orchiektomiert und zufällig
Gruppen von 40 oder mehr zugewiesen. Die Tiere erhielten eine einzige
subkutane Injektion von 0,6 mg des Undecanoats in 0,2 ml eines wässrigen
suspendierenden Trägers
und/oder öligen
Trägers
(10% Ethanol/90% Sesamöl
enthaltend 5 mg Chlorbutanol als Konservierungsmittel, oder Ethyloleat)
am Tag der Orchiektomie. Der Enanthatester wurde formuliert unter
Verwendung des 10% Ethanol/Sesamöl-
oder Ethyloleat-Trägers
als ein erster Standard, wobei der 10% Ethanol/Sesamöl-Träger als
ein zweiter Standard verwendet wurde.
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In
diesem Beispiel wurde der zum Bereitstellen der wässrigen
Suspension verwendete Träger
wie folgt formuliert: 1 g Benzylalkohol, 0,5 Natriumcarboxylethylcellulose
50, 0,376 g Dinatriumhydrogenphosphat-dihydrat, 1,495 g Natriumdihydrogenphosphat-dihydrat, wobei Wasser
für eine
Injektion (WFI) zugegeben wurde, um das Volumen des Trägers auf
100 ml zu bringen.
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Fünf Tiere
aus jeder Gruppe wurden in wöchentlichen
oder zweiwöchentlichen
Intervallen getötet
und die ventrale Prostata und die Samenbläschen wurden herausgeschnitten,
von Fett und Bindegewebe gesäubert,
auf feuchtem Filterpaper abgetupft und auf die nächstliegenden 0,1 mg gewogen.
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Das
Gewicht der ventralen Prostata wurde als der Endpunkt verwendet,
weil sie das empfindliche Organ für eine androgene Stimulierung
ist. Eine Regressionsanalyse wurde durch herkömmliche Verfahren durchgeführt, wobei
das vorstehend angegebene PROPHET-Datenmanagement-System verwendet
wurde.
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15 ist
eine graphische Darstellung der androgenen Tests der aktiven Verbindung.
Jeder Datenpunkt gibt den Mittelwert (n = 10) und Standardfehler
des Mittelwerts (SEM) für
jedes Prostatagewicht für
jeden Formulierungswert wieder.
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Genauer
gesagt ist 15 eine graphische Darstellung
der Gewichte der ventralen Prostata in wöchentlichen Intervallen über einen
10-Wochenzeitraum nach der subkutanen Verabreichung des Undecanoats (CDB-4521)
in sowohl öligen
als auch wässrigen
Trägern,
von Testosteron-enanthat (CDB-112F) in einem öligen Träger und von einem öligen Träger (10%
Ethanol/Sesamöl)
allein. Das Undecanoat in dem wässrigen Vehikel
wies die dramatischste Zunahme und Aufrechterhaltung des Gewichts
der ventralen Prostata auf. Die Fläche unter der Kurve (AUC, berechnet
durch die Trapezregel) war ungefähr
drei Mal größer für das Undecanoat
(1817 mg-Wochen) als für
Testosteron-enanthat
in dem öligen
Träger
(AUC 559 mg-Wochen).
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Dieses
Experiment stellt die Bedeutung der Fähigkeit heraus, das Undecanoat
in Form einer wässrigen
Suspension bereitzustellen, welche eine unerwartete und wünschenswerte
langfristige androgene Aktivität
bereitstellt. Dieses Experiment unterstreicht auch die Wichtigkeit
der Stereokonfiguration des C11-Substituenten.
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Beispiel 10
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Dieses
Beispiel beschreibt einen bevorzugtes Verfahren zum Synthetisieren
von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxyestr-4-en-3-on-17-undecanoat
(Verbindung II). Es kann auf 16 Bezug
genommen werden.
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Die
Synthese von Verbindung 10, wie sie in Beispiel 6 beschrieben ist,
wurde vollständig
durchgeführt. Danach
wurde das Undecanoat durch Behandlung von Verbindung 10 mit Undecanoylchlorid
in Pyridin hergestellt, wobei Verbindung II als ein weißes Pulver
in guter Ausbeute bereitgestellt wurde.
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Eine
Lösung
von 7α,11β-Dimethyl-17β-hydroxyestr-4-en-3-on
(Verbindung 10, 252 mg, 0,83 mmol) in einem Gemisch aus Benzol (20
ml) und Pyridin (2,0 ml) wurde mit Undecanoylchlorid (Verbindung
12, 500 mg, 2,44 mmol) behandelt. Das Gemisch wurde über Nacht
bei Raumtemperatur gerührt.
Das Gemisch wurde dann in einem Eisbad gekühlt und mit kalter 0,1 N Natriumhydroxidlösung verdünnt. Das
resultierende wässrige
Gemisch wurde mit Ether extrahiert. Die Etherextrakte wurden mit
Wasser und Salzlösung
gewaschen, vereinigt und über
Natriumsulfat getrocknet. Das Verdampfen des Lösungsmittels ergab 525 mg eines Öls. Das Material
wurde unter Verwendung von 10% Aceton/CH2Cl2 chromatografiert, wobei 398 mg eines Öls erhalten wurden.
Das Material wurde aus kaltem Pentan umkristallisiert, wobei 369,2
mg von Verbindung II als ein weißes Pulver in 94% Ausbeute
erhalten wurden; Schmelzpunkt = 62–64°C. Eine Analyse durch Umkehrphasen-HPLC
an einer NovaPak C18-Säule, die mit CH3CN
mit einer Fließgeschwindigkeit
von 1,0 ml pro min eluiert wurde, und bei λ = 240 nm zeigte, dass die Verbindung
II eine Reinheit von wenigstens 99,9% aufwies. FTIR (KBr, diffuse
Reflektion): νmax 2914, 1733, 1678 und 1628 cm–1. 1H-NMR (CDCl3) δ 0,782 (d,
3H, J = 7,2 Hz, C7α-CH3), 0,880 (t, 3H, J = 9 Hz, -(CH2)9CH 3,), 0,922 (s, 3H, C18-CH3),
1,058 (d, 3H, J = 7,2 Hz, C11β-CH3), 4,565 (t, 1H, J = 8,4 Hz, C17α-CH) und
5,849 (s, 1H, C4-CH=). MS (EI) m/z (relative Intensität): 470
(M+, 100), 302 (60), 284 (78), 259 (67),
175 (89), 110 (69) und 55 (96). Analyse berechnet für C31H50O3:
C, 79,10; H, 10,70. Gefunden: C, 79,33; H, 10,91.
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