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Die
Erfindung betrifft ein elektronisch leitendes oder gemischtes ionisches
oder elektronisch leitendes Material in der Form eines Multiphasen-Systems,
umfassend wenigstens zwei Phasen.
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Technisches
Gebiet
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Ein
solches Material kann z.B. in der Form eines nicht-stöchiometrischen
Oxids sein, wobei unerwünschte
pO2-getriebene Volumenveränderungen
der Hauptphase durch Kontraktion/Expansion von einer oder mehreren
sekundären
Phase(n) oder durch allmähliche
Lösung/Auflösung der
sekundären
Phase in/von der Hauptphase ausgeglichen werden. Unter Anwendung
dieses Prinzips („Ausgleichungs-Zwei-Phasen-Prinzip") ist es möglich, eine
verbesserte dimensionale Gesamtstabilität zu erzielen, relativ zu der
der Hauptphase alleine, unter gleichzeitiger Beibehaltung von guten
Transporteigenschaften, oder alternativ, die Transporteigenschaften
zu verbessern, unter gleichzeitiger Beibehaltung der maximalen tolerierbaren
Volumenveränderung
in einer gegebenen technologischen Anwendung.
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Dieses
Prinzip ist allgemein anwendbar auf nicht-stöchiometrische Oxide. Im folgenden
wird die Gruppe der Erdalkali-dotierten Lanthan-Chromite als Materialbeispiel
verwendet. Lanthan-Chromite sind von dem Typ III-III, wobei III
die Valenz anzeigt. Die Valenz scheint von Wichtigkeit für die Empfindlichkeit
gegenüber pO2 im Hinblick auf die Volumenveränderung
zu sein.
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Erdalkali-dotierte
Lanthan-Chromite, La1-xMaxCr1-yMbyO3-δ Ma
= Ca, Sr, Ba und Mb = Mg weisen gute thermodynamische Stabilität und elektronische
Leitfähigkeit
bei hohen Temperaturen (800–1000°C) auf. Die Leitfähigkeit
steigt mit der Dotierungskonzentration (Meadowcroft, D.B., Brit,
J. Phys. (J.Phys. D), ser. 2, Bd. 2, 1225–1233, (1969)). Aufgrund der
hohen Leitfähigkeit
und der exzellenten Stabilität
haben diese Materialien einen weiten Bereich an verschiedenen technologischen
Anwendungen in Hochtemperaturvorrichtungen.
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Diese
schließen
Verbindungsmaterialien („interconnector
material") in (SOFC)
Festoxid-Brennstoffzellen,
Heizelementen und Elektroden in Sensoren und SOFC ein.
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Die
Kristallstruktur von Erdalkali-dotierten Lanthan-Chromiten ist der
Perowskit-Typ, ABO3, aber die Symmetrie
und die Atompositionen hängen
vom Dotierungsniveau, Dotierungsion und der Temperatur ab. Zum Beispiel
weist La1-xSrxCrO3-δ eine
Phasenveränderung
von orthorhombisch zu rhomboedrisch bei niedrigen Temperaturen auf.
Für reines
LaCrO3 ist die Übergangstemperatur ungefähr 290°C (Diagramme
4397 und 5202 in: „Phase
Diagrams for Ceramists" Bd.
III und Bd. IV. Roth, R. S. et. Al. und Levin, E.M. The American Ceramic
Society, Ohio). Eine Dotierung mit Calcium erhöht die Übergangstemperatur, verringert
aber die volumetrische Veränderung,
die mit dem Phasenübergang
assoziiert ist (Sakai, N., et al., Solid State Ionics, [40/41],
394–397,
(1990)). Eine Dotierung mit Strontium verringert die Übergangstemperatur
(Khattak et al., „Structural
Studies of the (La, Sr)CrO3 System", Materials Research
Bulletin, 12, 1977); Für
La0,8Sr0,2CrO3-δ ist die Überganstemperatur
unterhalb der Zimmertemperatur. Dies ist von Vorteil, da die Volumenveränderung, die
mit dem Phasenübergang
assoziiert ist, im allgemeinen unerwünscht ist. Daher werden hohe
Dotierungsniveaus oft bevorzugt.
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Zur
Verwendung in Festoxid-Brennstoffzellen muß der thermische Expansionskoeffizient
(TEC) des Verbindungsmaterials nahe bei dem des strukturellen Elements
des Systems sein, um den Aufbau von Spannung an den Schnittstellen
beim thermischen Zyklieren zu verhindern. Für Elektrolyt-unterstützte Systeme
ist dieses Element gewöhnlich
Yttrium-stabilisiertes Zirkoniumdioxid (YSZ), das einen TEC von
10,8 – 11,0 × 10–6K–1 hat
(P.H. Larsen et al., „Stacking
of planar SOFCs",
in Proceedings 4. Int. Symp. on SOFC. Eds. M. Dokiya et al.). Für Anoden-unterstützte Systeme
ist das strukturelle Element gewöhnlich
ein YSZ/Ni-Cermet mit einem TEC von ungefähr 12 × 10–6K–1 (Mori,
M, et al., „Thermal
Expansion of Nickel-Zirconia
Anodes in Solid Oxide Fuel Cells During Fabrication and Operation", Journal of the
Electrochemical Society, 145, 4, 1998). Es ist in der Literatur
gezeigt worden, daß eine
Variation des Dotierungsniveaus des Erdalkalielements ebenso wie
die Dotierung zusammen mit anderen Elementen ("co-doping"), wie etwa Titan, Aluminium, Nickel oder
Kobalt, den TEC für
Perowskite von dotierten Lanthan-Chromiten modifizieren kann (Hiei,
Y, et al., „Controlling
Thermal Expansion Behaviour of Sr-Doped Lanthanum Chromites with
Al and Co for SOFC Separator" in
Proceedings of the Third European Solid Oxide Fuel Cell Forum, Nantes.
Ed: Stevens, P, European Fuel Cell Forum, 1998). Da der TEC für die Materialien
in diesem Patent hauptsächlich
durch die Eigenschaften der Hauptphase bestimmt wird, sollte der
TEC der Materialien gemäß diesem
Patent entsprechend durch dieselben Zusatzstoffe modifizierbar sein.
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Erdalkali-dotierte
Lanthan-Chromite expandieren, wenn sie bei einer konstanten hohen
Temperatur reduziert werden. Diese Expansion beruht auf der zeitgleichen
Bildung von Sauerstoff-Fehlstellen und der Abnahme im Oxidationszustand
des Chrom-Ions von +4 auf +3. In einem SOFC trennt das Verbindungsmaterial den
Brennstoff von dem Oxidationsmittel. Das Verbindungsmaterial wird
verschiedenen Sauerstoffpartialdruck-Regimes auf beiden Seiten ausgesetzt.
Wenn das Material eine hohe pO2-getriebene
Volumenveränderung
hat, kann dies zur Bildung von Rissen oder einer Delaminierung zwischen
dem Verbindungsmaterial und Elektroden führen. Solche Fehler-Modi können für die Leistung
des Stapels („stack") katastrophal sein.
Eine Modellierung hat angedeutet, daß die pO2-getriebene
Volumenveränderung
weniger als 0,05% lineare Veränderung
in einer SOFC mit flachem Plattendesign sein sollte, um ein Versagen
des Materials zu verhindern (Hendriksen, P. V. et al., „Lattice
expansion induced strains in solid oxide fuel cell stacks and their
significance for stack integrity" in „High Temperature
Electrochemistry: Ceramics and Metals" Poulsen, F.W. et al (eds.). 17th RisØ International
Symposium on Materials Science 1996).
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Zusammengefaßt ist ein
hohes Dotierungsniveau eines Erdalkalielements in dem Erdalkali-dotierten Lanthan-Chromit-System
erwünscht,
um eine hohe Leitfähigkeit
bereitzustellen, eine thermische Expansion zu liefern, um dem strukturellen
Element zu entsprechen, und um die Transformationstemperatur unter
Zimmertemperatur zu drücken.
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Das
Problem der oben beschriebenen pO2-getriebenen
Volumenveränderung
für das
spezifische Beispiel eines Akzeptor-dotierten Lanthan-Chromits ist
in der Tat ein sehr allgemeines. Alle extrinsischen elektronischen
Leiter und gemischten ionischen und elektronischen Leiter sind für solche
Probleme anfällig.
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Eine
Veränderung
im Oxidationsstatus der Kationen im Gitter ist mit einer Veränderung
der Größe der Ionen
und daher im allgemeinen mit einer Veränderung im Einheitszellvolumen
assoziiert. Daher wird, wenn das erforderliche pO2-Betriebsfenster
für eine
spezifische technologische Anwendung eines Materials das pO2-Intervall enthält, in dem die Kationen des
Materials den Oxidationszustand verändern können, das Material Volumenänderungen
erfahren. Diese Volumenveränderungen
können
problematisch sein oder auch nicht, abhängig von den Bedingungen (wobei
wichtige Bedingungen die Größe der Volumenveränderung,
die mechanischen Rahmenbedingungen und die mechanische Stärke des
Materials sind). In allen Anwendungen, in denen eine hohe elektronische
Leitfähigkeit
erforderlich ist, muß eines
der Elemente in multiplen Oxidationszuständen vorhanden sein. Da die
Minderheitsspezies (der verschiedenen Oxidationszustände) die
Leitfähigkeit
beschränkt,
sollte die Minderheitsspezies in einer signifikanten Menge vorhanden
sein. Je größer das
erforderliche pO2-Betriebsintervall ist, desto schwieriger
wird es, das Erfordernis einer Koexistenz von mehreren Oxidationszuständen zu
erfüllen
(und einer signifikanten Menge der Minderheitsspezies), ohne eine
Veränderung
in ihrer relativen Konzentration über das pO2-Intervall
zu erfahren, was die unerwünschte
Volumenveränderung
bewirkt.
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Für alle nicht-stöchiometrischen
Oxide, wie etwa Perowskite, Fluorite, Pyrochlore, Brownmillerite
und Ruddlesden-Popper-Kristall-Systeme, wo Transporteigenschaften
wichtig sind, wird die pO2-getriebene Volumenveränderung
auftreten, was potentiell ein Problem darstellt.
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Ce(Sm)O2 ist ein spezifisches Beispiel eines gemischten
elektronischen und ionisch leitenden Fluorits. Wenn der Sauerstoffpartialdruck
reduziert wird, wird dieses Material in ähnlicher Weise expandieren,
wie es bei La(Sr)CrO3 beobachtet wird (H.
M. Williams et al. In: Proceedings of the 2nd European Solid Oxide
Fuel Cell Forum. Ed.: B. Thorstensen, 783–792, 2, 1996). Eine Modifizierung
der Zusammensetzung, um eine geeignete sekundäre Phase einzuführen, kann
das Expansionsproblem lösen.
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Für das ausgewählte Material-Beispielsystem
können
die pO2-getriebenen Volumenveränderungen, wie
im folgenden demonstriert, teilweise durch das Einführen von
Vanadium-reichen sekundären
Phasen ausgeglichen werden.
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Zugrunde liegender
Stand der Technik
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WO
95/05685 veranschaulicht ein Material der Zusammensetzung La0,8Sr0,2Cr0,97V0,03O3, allgemeiner ein Material der Zusammensetzung
La0,8Sr0,2CrO3, wobei einige der Cr-Atome durch V-Atome
substituiert worden sind, die als eine Sinterhilfe fungieren.
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Während der
Herstellung dieses Materials sind sekundäre Phasen beobachtet worden.
Jedoch verschwinden diese sekundären
Phasen wieder während
des Sinterns. Der Grund ist, daß die
V-Atome, sofern sie in der richtigen Menge zugegeben werden, in
der Kristallstruktur absorbiert werden.
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Gemäß demselben
Prinzip ist ebenfalls Vanadium als Sinterhilfe in der Form Sr3(VO4)2 zu La1-xSrxCrO3-Verbindungen zugegeben worden (Simner,
S.P., Solid State Ionics [128], 53–63, 2000). Jedoch verbessert
die Zugabe von 5–10
Gew.% Sr3(VO4)2 zu La0,85Sr0,15SrO3 nicht die
pO2-getriebene Volumenveränderung.
Unter der Annahme, daß Sr3(VO4)2 in
die Perowskit-Phase,
ABO3, eintritt, führt die Zugabe von Sr3(VO4)2 zu
einem Überschuß an A-Stellen,
entgegen der vorliegenden Erfindung, bei der ein Überschuß an B-Stellen
günstig
ist. Darüber
hinaus kann ein Überschuß an A-Stellen
zur Bildung von A-Oxiden oder Hydroxiden führen, die zu einer Zersetzung
des Materials führen
kann.
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Ein
weiteres Beispiel der Verwendung von Zusatzstoffen, um das Flüssigphasensintern
zu verstärken, wird
in WO 92/12929 beschrieben (Cipollini, N.E., WO 92/12929). Der Zusatzstoff
ist Bi2O3. WO 92112929 schließt Ca- und
Mg-dotierte Lanthan-Chromite ein. Über Effekte auf die pO2-getriebene Volumenveränderung ist nicht berichtet
worden.
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Systeme,
die multiple Phasen einschließen,
sind in Verbindungsmaterialien verwendet worden, wie in WO 98/40921
(Diekmann, U., WO 98/40921) beschrieben, wo eine inerte keramische
Glasphase eingeführt wurde.
Jedoch beeinflussen entgegen der vorliegenden Erfindung die sekundären Phasen
weder die Redoxeigenschaften des Systems noch wechselwirken die
Phasen chemisch.
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Kurze Beschreibung
der Erfindung
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Die
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Material des oben erwähnten Typs
bereitzustellen, das robuster ist als bislang bekannt. Spezifisch
für Verbindungsmaterialien
in Festoxid-Brennstoffzellen
ist dies von Wichtigkeit.
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Gemäß der Erfindung
wird ein elektronisch leitendes oder gemischtes ionisches und elektronisch
leitendes Material in der Form eines Multiphasensystems bereitgestellt,
umfassend wenigstens zwei Phasen, gekennzeichnet dadurch, daß das Multiphasen-System
eine Hauptphase eines nicht-stöchiometrischen
Oxids eines z.B. Erdalkali-dotierten Lanthan-Chromits (einem Material
des Typs III-III) und eine oder mehrere sekundäre Phasen umfasst, die ihre
Phase in Antwort auf den Sauerstoffpartialdruck verändern, wobei
die Hauptphase eine Perowskit-Phase
ist und aus La1-xMaxM1-yVy+rO3±δ, besteht,
wobei Ma Sr ist und M ein oder mehrere Elemente ist, das zu den Übergangsmetallen
gehört,
wie etwa z.B. Sc, Ti, V, Mn, Cr, Fe, Co, Ni, Cu, Zn, Y, Zr, Nb,
Mo, Ru, Rh, Hf, Ta, W, Re und Os ebenso wie Mg, Al, Ga, In, Ge,
Sn, Pb, Bi und Sb und Sb, 0,3 > x > y,r > 0,03 und y < 0,3, und wobei
die sekundären
Phasen z.B. aus Kombinationen von V, Sr, La und Cr bestehen.
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Die
sekundären
Phasen werden gewöhnlich
gebildet durch Zugabe oder Dotierung mit einem Element oberhalb
der Löslichkeitsgrenze,
wobei feste Einzelphasen-Lösungen
nicht gebildet werden können.
Eine sekundäre
Phase kann durch eine Veränderung
hinsichtlich der Löslichkeit
der Elemente der sekundären
Phasen mit dem Sauerstoffpartialdruck funktionieren (was einen Fällungs/Reabsorptionseffekt
bewirkt), durch einen Phasenübergang
mit dem Sauerstoffpartialdruck oder durch eine Kombination einer
Veränderung
hinsichtlich der Löslichkeit
und eines Phasenübergangs.
Für alle
Fälle ist
es ein Erfordernis, daß sich
die Dichte mit dem Sauerstoffpartialdruck verändert. Wenn eine Expansion
der Hauptphase ausgeglichen wird, sollten sich die sekundären Phasen
zu einer dichteren Modifizierung verändern. Wenn eine Kontraktion
der Hauptphase ausglichen wird, sollten sich die sekundären Phasen
zu weniger dichten Modifizierungen verändern.
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Das
Material der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß es eine
oder mehrere sekundäre
Phasen hat, die die pO2-getriebene Volumenveränderung der Hauptphase während der
Reduktion ausgleicht, und besteht aus einer Hauptphase eines nicht-stöchiometrischen
Oxids von z.B. Erdalkali-dotiertem Lanthanchromit (einem Material
des Typs III-III) und einer oder mehrerer sekundärer Phasen, die die Phase im
Sauerstoffpartialdruckbereich der Anwendung verändert, wobei die sekundären Phasen
z.B. aus Kombinationen von V, Sr, La oder Cr bestehen. Während der
Reduktion wird (werden) sich die sekundäre(n) Phase(n) entweder zersetzen
und in die Hauptphase eingebaut werden oder eine andre Phase mit
unterschiedlicher Dichte bilden – möglicherweise vom Perowskit-Typ.
Da die Perowskit-Phase eine höhere
Packungsdichte der Ionen als die meisten anderen Phasen hat, wird
das Verschwinden von nicht-Perowskit-sekundären Phasen zu einer Kontraktion
aufgrund einer Verringerung des Sauerstoffpartialdrucks führen.
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Gemäß der Erfindung
kann die sekundäre
Phase mittels einem oder mehreren Oxiden von Elementen, wie etwa
V, Nb, Ta, Cr, Mo, W, Bi, Sb, Pb, Mg, Sr, Ca, Ba, Zr, Sn, Fe, Y,
Sc, Cu, Zn, Nd oder anderen seltenen Erde-Elementen optimiert werden.
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Das
Material gemäß der Erfindung
kann z.B. als ein SOFC-Verbindungsmaterial verwendet werden.
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Kurze Beschreibung
der Zeichnung
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Die
Erfindung wird unter Bezugnahme auf die folgenden Zeichnungen beschrieben,
bei denen
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1 die
Temperatur-Röntgen-Pulver-Diffraktionsmuster
einer Probe mit der Zusammensetzung 209016 zeigt, gemessen bei 1
000°C in
Luft und unter reduzierender Atmosphäre (pO2 =
6 × 10–17 atm).
P markiert die Perowskit-Maxima und X markiert die nicht-Perowskit-Maxima.
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2 veranschaulicht
die Leitfähigkeit
gegen den Sauerstoffpartialdruck für Proben mit den Zusammensetzungen
209016, 159016, 109508 und 159508.
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3 veranschaulicht
die Leitfähigkeit
einer Probe mit Zusammensetzung 109508 gg. Zeit nach einem Schritt
in partiellem Sauerstoffdruck. Die Beschriftungen deuten auf einen
partiellen Sauerstoffdruck für die
Experimente hin.
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4 zeigt
die zyklische Voltammetrie auf einer Probe mit der Zusammensetzung
209016, berichtigt im Hinblick auf eine Sauerstoffentwicklung/Entfernung
in der Gasphase einer Probenkammer.
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5 veranschaulicht
die Expansion als eine Funktion der Temperatur, gemessen mittels
Dilatometrie in der Luft für
Proben mit Zusammensetzungen 209016 und 159016. Der Pfeil zeigt
auf die abrupte Expansion einer Probe mit Zusammensetzung 159016.
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6 zeigt
eine Differential-Scanning-Kalorimetrie für eine Probe mit der Zusammensetzung
209016.
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7 zeigt
die pO2-getriebene Volumenveränderung
gg. den Sauerstoffpartialdruck, bei 1 000°C für Proben der Zusammensetzungen
209016, 159016, 109508 und 159508.
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8 zeigt
den Sauerstoffverlust gg. den Sauerstoffpartialdruck, gemessen anhand
Thermogravimetrie für
eine Probe der Zusammensetzung 209016.
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Die beste
Ausführungsform
der Erfindung
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Beispiele:
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In
den folgenden Beispielen werden die nominalen Zusammensetzungen
der Materialien aus Einfachheitsgründen als chemische Formeln
ausgedrückt.
Es liegt kein Postulat eines Einzelphasenmaterials hinter dieser
Notation.
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Die
Perowskit-Struktur repräsentiert
eine dichte Packung der Ionen ohne Raum für interstitielle Sauerstoffionen.
Deshalb deutet „+δ" in den Formeln für die Materialien
auf die Bildung von anderen, weniger dichten Phasen als das Perowskit
hin statt interstitieller Sauerstoffionen. Das Multiphasen-System
wird direkt erzeugt ohne Mischung von separat hergestellten keramischen
Pulvern.
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Die
Multiphasen-Systeme, bestehend aus V, Sr, La und Cr, weisen eine
gute TEC-Übereinstimmung mit
YSZ auf. Darüber
hinaus sind die sekundären
Phasen der oben erwähnten
Typen relativ gut leitend, und die Anwesenheit von geringen Mengen
dieser Phasen ist deshalb nicht für die Gesamtleitfähigkeit
des Materials schädlich.
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Im
allgemeinen erhöht
die Verwendung eines Multiphasen-Systems anstelle eines Einzelphasen-Systems
die Freiheitsgrade und bietet zusätzlich Mittel zum Optimieren
der Eigenschaften des Materials.
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In
der Einführung
würde ein
Design-Kriterium von weniger als 0,05% linearer Isothermen-Expansion angegeben
(Hendriksen, P. V. et al., „Lattice
expansion induced strains in solid oxide fuel cell stacks and their significance
for stack integrity" in „High Temperature
Electrochemistry: Ceramics and Metals" Poulsen, F. W. et al. 8 (eds.). 17th
RisØ International
Symposium on Materials Science 1996). Dieser Wert bezieht sich auf ein
Einzelphasen-Chromit-Verbindungsmaterial,
das eine pO2-getriebene Volumenveränderung
durch Reduktion aufweist. Die Multiphasen-Systeme weisen eine Kontraktion
bei leicht reduzierenden Bedingungen und eine Expansion bei stark
reduzierenden Bedingungen auf (siehe unten). In einer Fest oxid-Brennstoffzelle
mit flachem Platten-Design wird das Verbindungsmaterial („interconnector") flach gehalten,
und die pO2-getriebene Volumenveränderung
wird zu internen Belastungen im Verbindungsmaterial führen. Die
höchste
Zugbelastung ist auf der Oberfläche
an der Luftseite des Einzelphasen-Verbindungsmaterials, entgegen
der vorliegenden Erfindung, wobei die geringe Kontraktion zwischen
einem Sauerstoffpartialdruck von ungefähr 0,2 atm und ungefähr 10–3 atm
dazu tendieren wird, den Punkt der maximalen Zugbelastung nach innen
von der Oberfläche zu
bewegen. Wenn die Kontraktion ausreichend hoch ist im Vergleich
mit der Expansion bei niedrigem Sauerstoffpartialdruck, kann die
Luftseitenoberfläche
sogar eine Kompression erfahren. Da Risse gewöhnlich von Mängeln an
der Oberfläche
initiiert werden, ist diese Situation sehr wünschenswert und verringert
das Versagensrisiko unter Betriebsbedingungen in einer Festoxid-Berennstoffzelle.
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Ein
fairer Vergleich zwischen den Eigenschaften der hierin entwickelten
Materialien und den Materialien nach dem Stand der Technik muß zwischen
Materialien von ähnlicher
Leitfähigkeit
gemacht werden. Mori et al. (Mori, M., Yamamoto, T., Itoh and H.,
Watanabe, Journal of Materials Science, 32, 2423–2431, 1997) haben die Leitfähigkeit
von La0,8Sr0,2CrO3-δ als
eine Funktion des Sauerstoffpartialdrucks gemessen und ebenso, wenn
das Material in einen pO2-Gradienten gebracht
wird. Die in dem Gradienten gemessene Leitfähigkeit gleicht der Leitfähigkeit,
die bei dem niedrigen pO2 gemessen worden
ist, was darauf hindeutet, daß effektiv das
gesamte Material in der Probe in einer reduzierten Form ist. Dies
zeigt, daß im
Hinblick auf Anwendungen, wie etwa SOFC-Verbindungsmaterialien,
bei denen das Material in einen pO2-Gradienten
gebracht wird, die wichtige Eigenschaft die Leitfähigkeit
bei einem niedrigen pO2 ist.
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Die
Leitfähigkeit
bei pO2 –10–16,5 atm.
(1000°C)
beträgt
für die
entwickelten Materialien ungefähr
10 S/cm. Um eine vergleichbare Leitfähigkeit für ein rein Sr-dotiertes (Einzelphasen-)Material zu erzielen,
würde man
einen Grad der Dotierung von näherungsweise
15 % benötigen.
Die pO2-getriebene Volumenveränderung von
La0,85Sr0,15CrO3-δ bei
pO2 –10–16,5 atm.
(1000°C)
ist ungefähr
0,13 % lineare Veränderung.
Die pO2-getriebene Volumenveränderung
auf dieselben Bedingungen für
die entwickelten Zwei-Phasen-Materialien ist zwischen +0,02 % linearer
Veränderung
und ÷0,055
linearer Veränderung
(Proben der Zusammensetzungen 109508, bzw. 259016). Die Einführung von
geeigneten sekundären
Phasen verringert daher die Dimensionsveränderung auf ungefähr ein Drittel
derjenigen für
das Einzelphasen-Material von vergleichbarer Leitfähigkeit.
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Beispiel 1:
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- Experimentelle Hinweise, daß sekundäre Phasen erscheinen und re-absorbiert
werden aufgrund von Veränderungen
im Partialdruck des Sauerstoffs.
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Die
Hochtemperatur-Röntgen-Pulver-Diffraktion
einer gesinterten Probe mit Zusammensetzung 209016 wurde in Luft
und reduzierender Atmosphäre
(pO2 = 6 × 10–17 atm.)
bei 1000°C
mittels eines STOE-Pulver-Diffraktometers gemessen. In 1 werden
die Diffraktionsmuster dargestellt. Ein Vergleich der beiden Muster
zeigt, daß die
Menge an sekundärer
Phase (nicht-Perowskit) signifikant abnimmt, wenn die Probe reduziert
wird. Dies wird offensichtlich bei Betrachtung der sekundären Phasen-Maxima
bei 28 = 24,0°C,
25,5°C, 27,1°C und 29,1 °C, die aufgrund
einer Reduktion verschwinden.
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Die
aktiven sekundären
Phasen können
reich an Vanadium und Strontium oder Lanthan sein und können typischerweise
vom Typ Ae(Ln)V(Tm)O4-δ oder Ln(Sr)V(Tm)O4-δ sein.
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Bei
Betrachten wiederum von einer Probe mit Zusammensetzung 209016 wird
beobachtet, daß in 2 die
Leitfähigkeit
zunimmt, wenn die Probe von Luft auf ungefähr pO2 =
10–13 atm.
verringert wird, und die Leitfähigkeit
nimmt bei reduzierenderen Bedingungen geringfügig ab. Die anfängliche
Zunahme an Leitfähigkeit
kann durch die Auflösung
der Strontiumreichen sekundären
Phasen in die Perowskit-Phase erklärt werden, was zu einer Zunahme
in dem effektiven Dotierungsniveau von Strontium in dem Perowskit
und dadurch zu einer Zunahme in der Konzentration von Cr IV führt, was
die Leitfähigkeit
bestimmt. Die darauf folgende Abnahme beruht auf der Reduktion von
Chrom 4+ auf Chrom 3+ in der Perowskit-Phase. Herkömmliche Einzelphasen-Chromite
weisen nicht die beschriebene Zunahme in der Leitfähigkeit
während
einer Reduktion auf, sondern nur die Abnahme aufgrund der Chrom-Reduktion (Yasuda,
I., et al., J. Electrochem. Soc., [140], 6, 1699–1704, (1993)).
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In 3 wird
die relative Leitfähigkeit
einer Probe mit Zusammensetzung 109508 gegen die Zeit nach einer
Veränderung
im Partialdruck des Sauerstoffs aufgetragen. Es wird beobachtet,
daß das
Experiment, das unter reduzierender Atmosphäre durchgeführt wird, ein neues Gleichgewicht
innerhalb von 6–8
Stunden erreicht, während
für das
Experiment, das sowohl reduzierende als auch oxidierende Atmosphäre beinhaltet,
die Leitfähigkeit
sich über
mehrere Tage verändert.
Für das
letztere Experiment scheint sich die Leitfähigkeit in zwei Stufen zu verändern. Dies
weist weiter darauf hin, daß eine
Segregation der sekundären
Phasen beteiligt ist. Die Segregation der sekundären Phasen findet über eine
Kationen-Diffusion statt, und eine Leitfähigkeits-Antwort hierauf ist
deshalb viel langsamer als die Antwort aufgrund von Veränderungen
hinsichtlich der Kation-Oxidationszustände, die durch Sauerstoff-Diffusion
kontrolliert werden.
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Variationen
im Sauerstoffgehalt der 209016 wurden mittels zyklischer Voltammetrie
bei 1000°C
untersucht (siehe 4). Es wurde beobachtet, daß der Redox-Prozess
aus mehreren Schritten besteht, da mehrere Maxima in Oxidations-
und Reduktionsdurchgängen
(„sweeps") auftreten. Die
Reduktions- und Oxidationsmaxima sind nicht symmetrisch. Dies deutet
darauf hin, daß die
Bildung von Phasen von einem Nukleationsprozess abhängt. Die
Quantifizierung der Maxima deutet darauf hin, daß die Sauerstoffentfernung
zwischen 0,03 → ÷ 0,2V
durch Reduktion einer Veränderung
im Oxidationszustand von 1 des überschüssigen Kations
([Cr] + [V] – 1)
entspricht. Die beiden Maxima bei ungefähr ÷0,66 und ÷0,82 beruhen auf Veränderungen hinsichtlich
der Oxidationszustände,
die mit der Absorption in die Perowskit-Phase assoziiert sind, oder auf der Bildung
von anderen sekundären
Phasen. Durch die Oxidation sind die Maxima bei ungefähr ÷0,7 → ÷0,38V wahrscheinlich
mit der Bildung von sekundären
Phasen verwandt. Sauerstoff, der der Entfernung zwischen 0,03 → ÷0,2V durch
Reduktion entspricht, wird während
der Ruhezeit bei einem hohen Sauerstoff-Partialdruck eingebaut.
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Beispiel 2:
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- Eine nominale Zusammensetzung 209016 wurde verwendet.
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Die
in den Beispielen spezifizierten Materialien wurden mit dem Glycin/Nitrat-Pulver-Syntheseverfahren
hergestellt (Chick, L.A., Bates, J.L., Pederson, L.R., and Kissinger,
H.E. Proceedings of the 1st International Symposium of Solid Oxide
Fuel Cells. The Electrochemical Society, Proceedings Vol. 89–11, 1998.
p. 170–187),
wie beispielhaft veranschaulicht im Folgenden:
Wässrige Lösungen von
Sr(NO3)2 (0,1621
g Sr/g-Lösung)
bezeichnet als Sr-Lösung,
La(NO3)3,6H2O (0,1986 La/g-Lösung), bezeichnet als La-Lösung, und
Cr(NO3)3,9H2O (0,08786g Cr/g-Lösung), bezeichnet als Cr-Lösung, wurden
hergestellt und mittels Erwärmen
auf 850°C
für 8h
und Messen des Gewichts des Restoxids kalibriert.
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Vanadium
wurde in wässriger
Lösung
durch Komplexieren mit Zitronensäure
stabilisiert: 15,003–9g V2O5 und 61,5 g Zitronensäure wurden
in 184,2 g H2O durch Erhitzen aufgelöst. Dies
führte
zu einer Lösung mit
einer Konzentration von 0,02874 g V/g-Lösung. Diese Lösung wird
als V-Lösung
bezeichnet.
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Das
Material wurde aus 55,959 g La-Lösung,
10,810 g Sr-Lösung,
53,263 g Cr-Lösung.
17,727 g V-Lösung
und 22,664 g Glycin hergestellt.
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Die
wässrigen
Lösungen
der Metall-Nitrate wurden auf die gewünschte Stöchiometrie gemischt. Glycin wurde
in der Mischung aufgelöst,
um eine Konzentration von 0,548 Mol Glycin pro Mol Nitratgruppe
zu ergeben. Während
des Erhitzens wurde Wasser aus der Lösung durch Verdampfung entfernt,
um eine Gel zu bilden. Bei weiterem Erhitzen entzündet sich
das Gel und verbrennt, um ein keramisches Nanopulver zu bilden. Das
Pulver wird eingesammelt und für
2 Stunden bei 1000°C
kalziniert.
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Andere
Syntheseverfahren, wie etwa die gemischte Oxidroute (Festphasenreaktion
zwischen Oxiden und Carbonaten), das Pechini-Verfahren (Pechini,
M.P., US Patent 3, 330697 (1967)) oder die Sol-Gel-Synthese (Chen,
C.H., Kruidhof, H., Bouwmeester, H.J.M. and Burggraaf, A.J. Materials
Science and Engineering B39 (1996) 129–132) sind ebenso geeignet.
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Das
kalzinierte Pulver wurde uni-axial bei ungefähr 1000 kg/cm2 vorgepresst,
gefolgt von einem isostatischen Drücken bei ungefähr 3300
kg/cm2. Die gedrückten Proben wurden in Aluminiumoxid-Tiegel
gebracht und in Luft bei 1520°C
für 5 Stunden
gesintert. Tabelle 1 enthält
eine Liste der vorbereiteten Proben und der geometrischen Dichten.
-
Tabelle
1: Proben und Dichten
-
-
Die
Leitfähigkeit
wurde bei Temperaturen von 800°C
bis 1000°C
in Luft gemessen. Die Leitfähigkeit variierte
von 4,23 S/cm bei 800°C
bis 5,69 S/cm bei 1000°C.
Bei 1000°C
wurde die Leitfähigkeit
in Sauerstoff-Partialdrucken von 0,21 atm. bis 10–17 atm.
gemessen. In 2 wird die Leitfähigkeit
gegen Sauerstoff-Partialdruck aufgetragen. Die Leitfähigkeit
bei 10–16 atm.
beträgt
10,8 S/cm.
-
Es
wurde demonstriert, daß dieselbe
Leitfähigkeit
in Luft nach vielfachen Redox-Zyklen erhalten werden kann, d. h.
die pO2-getriebenen Lösungs-/Fällungs-Reaktionen sind reversibel.
-
Die
thermische Expansion wurde mittels Dilatometrie in Luft zwischen
25°C und
1000°C mit
einer Heizrate von 5°C/min.
gemessen. In 5 wird die Expansion gg. Temperatur
aufgetragen. Der thermische Expansions-Koeffizient, TEC, betrug
11,1 × 10–6K–1.
-
Die
Dilatometrie-Messungen deuten darauf hin, daß es keine Phasenübergänge in der
Hauptphase gibt, da keine abrupte Kontraktion in 5 beobachtet
wird. Die differentielle Scanning-Kalorimetrie, DSC, bestätigte dies
weiterhin, da keine Endotherme zwischen Zimmertemperatur und 1000°C beobachtet
wurde (siehe 6). Jedoch deutete DSC auf einen
Phasenübergang
bei ungefähr
1004°C hin.
Dilatometrie-Messungen wurden nur bis 1000°C durchgeführt, und der hohe Temperaturübergang
wurde nicht beobachtet.
-
Die
pO2-getriebene Volumenveränderung
wurde mittels Dilatometrie bei 1000°C für einen Sauerstoff-Partialdruck
zwischen 0,21 atm. und 10–17 atm. gemessen. In 7 wird
die Expansion gg. Sauerstoff-Partialdruck bei 1000°C aufgetragen.
Die pO2-getriebene Volumenveränderung
von Luft auf 10–16 atm. entsprach ungefähr ÷0.05%
linearer Veränderung.
Man beachte, daß eine
Kontraktion während
milder Reduktion stattfindet. In 7 kann beobachtet
werden, daß die
Kontraktion für
Sauerstoff-Partialdrucke um 10–14–10–15 atm.
am größten war.
Unter diesen Bedingungen entsprach die pO2-getriebene
Volumenveränderung
ungefähr ÷0,11 %
linearer Veränderung.
-
Eine
Thermogravimetrie wurde bei 1000°C
mit einem Sauerstoff-Partialdruck zwischen 0,21 atm. und 10–17 atm.
gemessen (siehe 8). Der Gewichtsverlust bei
der Reduktion beruht auf dem Verlust an Sauerstoff, wenn die Oxidationszustände der
Kationen in einigen Fällen
abnehmen, gefolgt von Veränderungen
in der Phasenverteilung. Es wird erwartet, daß Vanadium in einem Oxidationszustand
von +4 innerhalb des Perowskit ist. Der Verlust von Sauerstoff deutet
darauf hin, daß ein
Teil des Vanadiums den Oxidationszustand während der Reduktion verändert.
-
Beispiel 3:
-
- Eine nominale Zusammensetzung 159016 wurde verwendet.
-
Das
Material wurde aus 59,451 g La-Lösung,
8,109 g Sr-Lösung,
53,258 g Cr-Lösung,
17,724 g V-Lösung
und 22,837 g Glycin hergestellt. Die Mischung wurde umgesetzt, kalziniert
und gesintert, wie in Beispiel 2 beschrieben.
-
Die
Leitfähigkeit
variierte von 6,05 S/cm bei 800°C
bis 6,79 S/cm bei 1000°C
in Luft. In 2 wird die Leitfähigkeit
bei 1000°C
gg. Sauerstoff-Partialdruck aufgetragen. Die Leitfähigkeit
bei 10–16 atm.
wird auf 12,2 S/cm geschätzt.
-
Der
thermische Expansions-Koeffizient, TEC, wurde in Luft zwischen 25°C und 1000°C mittels
Dilatometrie gemessen. Der thermische Expansions-Koeffizient betrug
10,9 × 10 – 6K–1.
-
Die
Dilatometrie deutete auf einen Phasenübergang bei ungefähr 90°C in der
Hauptphase hin (vergl. 5).
-
Die
pO2-getriebene Volumenveränderung
wurde bei 1000°C
für einen
Sauerstoff-Partialdruck zwischen 0,21 atm. und 10–17 atm.
gemessen. In 7 wird die Expansion gg. Sauerstoff-Partialdruck bei
1000°C aufgetragen.
Die pO2-getriebene Volumenveränderung
von Luft auf 10–16 atm. war ungefähr ÷0,042
% lineare Veränderung.
-
Beispiel 4:
-
- Eine nominale Zusammensetzung 109508 wurde verwendet.
-
Das
Material wurde aus 62,951 g La-Lösung,
5,405 g Sr-Lösung,
56,231 g Cr-Lösung,
8,862 g V-Lösung
und 23,657 g Glycin hergestellt. Die Mischung wurde umgesetzt, kalziniert
und gesintert, wie in Beispiel 2 beschrieben.
-
Die
experimentellen Ergebnisse werden in Tabelle 2 aufgeführt.
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Tabelle
2: Zusammenfassung der experimentellen Resultate.
-
- *Phasenübergang
bei 80–100°C
- **Phasenübergang
bei ungefähr
90°C
-
Leitfähigkeitstests über mehrere
Oxidationszyklen deuten darauf hin, daß die Leitfähigkeit unter reduzierenden
Bedingungen in hohem Maße
reproduzierbar ist, und daß die
Leitfähigkeit
unter oxidierenden Bedingungen, wenn die langsame Entwicklung von
sekundären
Phasen stattfindet, höher
als 7,8 S/cm bleibt.
-
Beispiel 5:
-
- Eine nominale Zusammensetzung 159508 wurde verwendet.
-
Das
Material wurde aus 59,454 g La-Lösung,
8,105 g Sr-Lösung,
56,226 g Cr-Lösung,
8,869 g V-Lösung
und 23,454 g Glycin hergestellt. Die Mischung wurde umgesetzt, kalziniert
und gesintert, wie in Beispiel 2 beschrieben.
-
Die
experimentellen Ergebnisse werden in Tabelle 2 aufgeführt.
-
Beispiel 6:
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- Eine nominale Zusammensetzung 259016 wurde verwendet.
-
Das
Material wurde aus 52,451 g La-Lösung,
13,518 g Sr-Lösung,
53,264 g Cr-Lösung,
17,724 g V-Lösung
und 22,429 g Glycin hergestellt. Die Mischung wurde umgesetzt, kalziniert
und gesintert, wie in Beispiel 2 beschrieben.
-
Experimentelle
Resultate werden in Tabelle 2 aufgeführt.
-
Beispiel 7:
-
- Maßgenaues
Einstellen („tailoring") der Eigenschaften.
-
Bei
einer Analyse der Ergebnisse in 7 kann beobachtet
werden, daß die
Kontraktion zwischen Luft und leicht reduzierenden Bedingungen (ungefähr 10–15 atm.
für Proben
mit Zusammensetzungen 209016 und 159016 und ungefähr 10–12 atm.
für Proben
mit Zusammensetzungen 109508 und 159508) mit zunehmendem Vanadiumgehalt
zunimmt. Darüber
hinaus nimmt die pO2-getriebene Volumenveränderung
von dem am stärksten
kontrahierten Zustand mit zunehmendem Strontiumgehalt zu. Es sollte
deshalb möglich
sein, die Zusammensetzung auf das erwünschte Expansionsverhalten
zu optimieren. Insbesondere sollte es möglich sein, ein Material mit
Null-Expansion zu erzeugen. Entsprechend Tabelle 2 sollte dies zwischen
8–16 Stellen-%
Vanadium halten. Aus 2 kann geschlossen werden, daß die Optimierung
der Expansionseigenschaften durchgeführt werden kann, ohne die Leitfähigkeit
des Materials zu verschlechtern.
-
Beispiel 8:
-
- Verallgemeinerung des A-Stellen-Kations im Perowskit-System.
-
Das
Problem der pO2-getriebenen Volumenveränderung,
das oben für
das spezifische Beispiel eines Akzeptor-dotierten Lanthan-Chromits
beschrieben worden ist, ist in der Tat ein sehr allgemeines. Alle
extrinsischen Elektronenleiter und gemischten ionischen und Elektronenleiter
sind für
solche Probleme anfällig.
Ein Beispiel für
solche Materialien sind die ABO3-Perowskite.
-
Die
Perowskit-Struktur bietet weite Möglichkeiten zur Variierung
des A- und des B-Kations, ebenso wie des dotierenden Ions der Hauptphase
in dem Multiphasen-System. Der Innenradius des A-Stellen-Kations
sollte dem von Sauerstoff nahe sein. Die A-Stellen-Zusammensetzungen,
die wahrscheinlich Systeme bilden, die dem La(Sr)Cr(V)O3-System äquivalent
sind, können
zum Beispiel ein Element oder eine Kombination von Elementen sein,
die zu den Lanthaniden gehören,
einschließlich
Ce, Pr, Nd, Pm, Sm, Eu, Gd, Tb, Dy, Ho, Er, Tm, Yb und Lu, den alkalischen
Elementen, einschließlich
Na und K, den Erdalkalielementen, einschließlich Ca, Sr und Ba, ebenso
wie ausgewählten Übergangselementen,
einschließlich
La und Y.
-
Das
Multiphasen-System kann zum Beispiel eine nominale Zusammensetzung
L0Cr1-yVy+rO3±δ haben, wobei
L0 gemäß der Liste
der Elemente oben ausgewählt
ist. Ein Beispiel hierfür
ist das System Nd0,8Sr0,2Cr0,95V0,1O3±δ. Neodymium
kann bei der Bildung der sekundären
Phasen bei einer Modifizierung von NdVOx teilnehmen.
-
Beispiel 9:
-
- Verallgemeinerung des B-Stellen-Kations im Perowskit-System.
-
Das
B-Stellen-Kation im Perowskit-ABO3-System
kann durch eine Anzahl von Elementen verändert werden, um eine Hauptphase
zu bilden, die in der Lage ist, ein Multiphasen-System mit einer
aktiven sekundären
Phase zu bilden. Die B-Stelle kann zum Beispiel eines oder eine
Kombination von Elementen sein, die zu den Übergangsmetallen gehören, wie
etwa Sc, Ti, V, Mn, Fe, Co, Ni, Cu, Zn, Y, Zr, Nb, Mo, Ru, Rh, Hf,
Ta, W, Re, und Os, ebenso wie Mg, Al, Ga, In, Ge, Sn, Pb, Bi, und
Sb.
-
Ein
Beispiel für
ein Multiphasen-System, das aus dieser Serie zusammengesetzt ist,
ist La1-xSrxFe1-y-zVy+rO3±δ.
-
Beispiel 10:
-
Es
ist sehr wahrscheinlich, daß die
Elemente V, Nb, Ta, Bi, Sb, Mn, Fe, Co, Ti, Cr, Mo, W, Sn und Pb bei
der Bildung von sekundären
Phasen mit den erwünschten
Eigenschaften aktiv sein werden, da sie wahrscheinlich in höheren Oxidationszuständen als
3+, ebenso wie im Oxidationszustand 3+ existieren. Darüber hinaus
sollten die meisten der in Beispiel 9 erwähnten Elemente in der Lage
sein, sekundäre
Phasen zu bilden, die eine variierende Löslichkeit mit einer Veränderung
im Sauerstoff-Partialdruck in der richtigen Hauptphase aufweisen.
-
Beispiel 11:
-
- Die Verwendung als ein Verbindungsmaterial zwischen einzelnen
Zellen in einem Festoxid-Brennstoffzellenstapel.
-
Eine
Zusammensetzung von La0,88Sr0,12Cr0,92V0,12O3 wird mit dem in Beispiel 2 beschriebenen
Glycin-Nitrat-Pulver-Verfahren hergestellt. Nach Kalzinierung bei
1000°C für 2 Stunden
wird das Pulver mit 2 w/o Paraffinwachs gemischt. Die Platten der
erwünschten
Dimension werden durch uni-axiales Pressen bei 400 kg/cm2 hergestellt und darauf folgend bei 1450°C für 2 Stunden
gesintert.
-
Beispiel 12:
-
- Die Verwendung als Verbindungsmaterial zwischen Einzelzellen
in einem Festoxid- Brennstoffzellenstapel.
-
Eine
Zusammensetzung von La0,88Sr0,14Cr0,92Cr0,14O3 wird mit dem in Beispiel 2 beschriebenen
Glycin-Nitrat-Pulver-Verfahren hergestellt. Nach Kalzinierung bei
1000°C für 2 Stunden
wird das Pulver mit 2 w/o Paraffinwachs gemischt. Die Platten der
erwünschten
Dimension werden durch uni-axiales Pressen bei 400 kg/cm2 hergestellt und darauf folgend bei 1550°C für 2 Stunden
gesintert.
-
Beispiel 13:
-
- Für
die Verwendung als Verbindungsmaterial zwischen Einzelzellen in
einem Festoxid-Brennstoffzellenstapel.
-
Eine
Zusammensetzung von La0,88Sr0,14Cr0,92Cr0,14O3 wird mit dem in Beispiel 2 beschriebenen
Glycin-Nitrat-Pulver-Verfahren hergestellt. Das Multiphasen-Pulver
wird in einem organischen System, basierend auf Methyl-Ethyl-Keton
und Ethanol als Lösungsmittel
und Polyvinylpyrrolidon (PVP) und Polyvinylbutyral (PVB) als Dispersionsmittel,
bzw. Bindemittel, suspendiert. Die Suspension wird darauffolgend
auf ein sich bewegendes Substrat gegossen und trocknen gelassen.
Blätter
in geeigneten Größen werden
geschnitten und bei 1500°C
für 4 Stunden
gesintert. Die Herstellung von Blättern mittels viskoser Verarbeitungstechniken,
wie etwa Kalandrieren, wird ebenso geeignet sein.
-
Beispiel 14:
-
- Für
die Verwendung als Verbindungsmaterial zwischen Einzelzellen in
einem Festoxid-Brennstoffzellenstapel.
-
Eine
Zusammensetzung von La0,8Sr0,2Cr0,95Ta0,05O3 wird mit dem in Beispiel 2 beschriebenen
Glycin-Nitrat-Pulver-Verfahren hergestellt. Das Multiphasen-Pulver
wird in einem organischen System suspendiert, basierend auf Methyl-Ethyl-Keton
und Ethanol als Lösungsmittel
und Polyvinylpyrrolidon (PVP) und Polyvinylbutyral (PVB) als Dispersionsmittel,
bzw. Bindemittel. Die Suspension wird darauf folgend auf ein sich bewegendes
Substrat gegossen und trocknen gelassen. Blätter in geeigneten Größen werden
geschnitten und bei einer Temperatur von 1500°C für 4 Stunden gesintert. Die
Herstellung von Blättern
mittels viskoser Verarbeitungstechniken, wie etwa Kalandrieren,
wird ebenso geeignet sein.
-
Die
folgenden Beispiele sind nicht Teil der Erfindung.
-
Beispiel 15:
-
- Die Verwendung als Verbindungsmaterial in einem Festoxid-Brennstoffzellenstapel.
-
Eine
Zusammensetzung von Nd0,85Ca0,15Cr0,95W0,08O3 wird mit dem in Beispiel 2 beschriebenen
Glycin-Nitrat-Pulver-Verfahren hergestellt.
-
Die
Verbindungsschicht wird auf die Anode oder Kathode mittels luftgetriebenem
Sprühen
einer Suspension des Multiphasen-Pulvers aufgetragen. Die Suspension
des Multiphasen-Systems
basiert auf einem Methyl-Ethyl-Keton/Ethanol-Lösungsmittel und Polyvinylpyrrolidon(PVP)-Dispersionsmittel
und Polyvinylbutyral(PVB)-Bindemittel. Das organische System könnte ebenso
auf anderen Bestandteilen basieren. Die Verbindungsschicht wird
bei 1450°C
für 4 Stunden
gesintert. Andere Anwendungstechniken, wie etwa Serigraphie oder
Plasma-Sprühen sind
ebenso geeignet.
-
Beispiel 16:
-
- Die Verwendung als Elektrodenmaterial in einer elektrochemischen
Festoxid-Brennstoffzelle.
-
Eine
Zusammensetzung von La0,8Sr0,2Cr0,95Mn0,15O3 wird durch das in Beispiel 2 beschriebene
Glycin-Nitrat-Pulver-Verfahren hergestellt.
-
Eine
Elektrode, bestehend aus einer oder mehreren Schichten, wird auf
den Elektrolyt mittels luftgetriebenem Sprühen einer Suspension des Multiphasen-Pulvers
aufgetragen. Die Suspension des Multiphasen-Systems basiert auf
einem Ethanol/Methyl-Ethylketon-Lösungsmittel, Polyvinylpyrrolidon(PVP)-Dispersionsmittel
und Polyvinylbutyral(PVB)-Bindemittel. Das organische System könnte ebenso
auf anderen Bestandteilen basieren. Der Elektrolyt wird darauf folgend
bei einer Temperatur von 1400°C
für 2 Stunden
gesintert.
-
Andere
Anwendungstechniken, wie etwa Serigraphie oder Plasma-Sprühen sind
ebenso geeignet.
-
Beispiel 17:
-
- Die Verwendung als leitende Kontaktschicht, zum Beispiel
zwischen Elektroden und Verbindungsmaterial in einem Festoxid-Brennstoffzellenstapel.
Insbesondere zwischen der Anode und dem Verbindungsmaterial.
-
Eine
Zusammensetzung von La0,9Sr0,1Cr0,95Mg0,1O3 wird mit dem in Beispiel 2 beschriebenen
Glycin-Nitrat-Pulver-Verfahren hergestellt.
-
Die
Kontaktschicht besteht aus einer oder mehreren Schichten, die auf
die Elektrode mittels luftgetriebenem Sprühen einer Suspension des Multiphasen-Systems
aufgetragen wird. Die Suspension des Multiphasen-Systems beruht
auf einem Ethanol/Methyl-Ethyl-Keton-Lösungsmittel
und einem Polyvinylpyrrolidon(PVP)-Dispersionsmittel und Polyvinylbutyral(PVB)-Bindemittel.
Das organische System könnte
ebenso auf anderen Komponenten basieren. Die Kontaktschicht kann
in dem Zustand, wie aufgetragen, verwendet werden, oder kann vor
dem Betrieb gesintert werden. Andere Auftragungstechniken, wie etwa
Serigraphie, Plasma-Sprühen
oder Foliengießen
(„tape
casting") sind ebenso
geeignet. Ebenso wird die Herstellung von Blättern mittels viskoser Verarbeitungstechniken,
wie etwa Kalandrieren, geeignet sein.
-
Beispiel 18:
-
- Die Verwendung als eine leitende Schutzbeschichtung auf
Legierungen für
einen Hochtemperaturbetrieb, z. B. als Verbindungsmaterial in Festoxid-Brennstoffzellen.
-
Eine
Zusammensetzung von La0,9Sr0,1Cr0,95Mg0,1Co0,07O3 wird mit dem
in Beispiel 2 beschriebenen Glycin-Nitrat-Pulver-Verfahren hergestellt.
-
Eine
Folie von Fe50Cr50-Legierung wird mittels HF Oberflächen-geätzt, und
eine geeignete Schicht des Multiphasen-Systems wird anschließend mittels
Plasma-Sprühen
abgelegt. Ebenso wird die Herstellung der Beschichtungen mittels
beispielsweise Sol-Gel-Technik geeignet sein.
-
Beispiel 19:
-
- Die Verwendung als Heizelement zur Verwendung bei Hochtemperaturöfen, die
Variationen im Sauerstoff-Partialdruck ausgesetzt sind.
-
Eine
Zusammensetzung von Nd0,85Ca0,15Cr0,95W0,08O3 wird mittels dem in Beispiel 2 beschriebenen Glycin-Nitrat-Pulver-Verfahren
hergestellt. Die Heizelemente werden durch Spritzguß hergestellt
und bei 1450°C
für 2 Stunden
gesintert. Andere Herstellungstechniken, wie etwa Pulverpressen,
sind ebenso geeignet.
-
Beispiel 20:
-
- Die Verwendung von Cerdioxid-basierenden Materialien als
ein Oxidations-Katalysator zur Oxidation von zum Beispiel Kohlenwasserstoffen,
Kohlenstoffen (z. B. Ruß in
Dieselmotor-Abgasen),
Schwefel und schwefel-enthaltenden Materialien.
-
Cerdioxid-basierende
Oxidations-Katalysatoren sind sehr effektive Oxidations-Katalysatoren
für eine Vielzahl
von Oxidationsreaktionen. Das Problem, das mit dem Cerdioxiden assoziiert
ist, ist in diesem Kontext, daß das
Material sich aufgrund fortgesetzter Oxidation und Reduktion als
ein Ergebnis der assoziierten Volumenveränderungen zu Pulver von Nanogröße zersetzen
wird. Solche Pulver mit Nanogröße werden
leicht aus dem katalytischen Reaktor durch die Gasströme ausgeblasen
werden. Unter Verwendung der vorliegenden Erfindung kann eine solche
Zersetzung vermieden oder wenigstens gelindert werden, wie im folgenden
Beispiel.
-
Cerdioxid,
CeO2, dotiert mit ungefähr 5 Mol% Gadoliniumoxid, Gd2O3, wird ebenso
mit nominell ungefähr
15 Mol% SrO und ungefähr
5 Mol% TiO2 dotiert. Das Material kann unter
Verwendung des in Beispiel 2 beschriebenen Verfahrens synthetisiert
werden. Nach einem Sintern bei ungefähr 1500°C und einem Tempern bei 1000°C, besteht
das Material aus 3 Phasen, nämlich
der Fluorit-Hauptphase (Cerdioxid mit SrO und Gd2O3 in fester Lösung), einer geringen Menge
an Perowskit, Sr(Gd,Ce)TiO3, und einer kleinen
Menge an TiO2. Der Fluorit wird durch Reduktion
expandieren, aber dies wird durch zwei Effekte ausgeglichen: 1)
die Sr(Gd,Ce)TiO3-Einheitszelle wird sich
bei Reduktion kontrahieren, und 2) Sr2+ und
einiges des Ce3+, gebildet durch die Reduktion,
wird mit TiO2 reagieren, um mehr Perowskit
des Sr(Gd,Ce)TiO3-Typs zu bilden. Diese
Reaktion wird durch eine zunehmende Sättigung des Fluorit-Gitters
mit den großen
Ionen Ce3+ und Sr2+ angetrieben,
wenn mehr und mehr Ce3+ durch die zunehmende
Reduktion gebildet wird. Das Volumen des Fluorit ist größer als
das entsprechende Volumen des Perowskit.
-
Beispiel 21:
-
Dotiertes
Cerdioxid hat eine spezifische elektrische Leitfähigkeit, die nur von dem Sauerstoff-Partialdruck, pO2, bei einer gegebenen Temperatur abhängt. Dies
macht es zu einem potentiellen Material zur Messung von pO2, d. h. zur Verwendung als ein Sauerstoffsensor
bei niedrigen Sauerstoff-Partialdrucken bei erhöhter Temperatur unter Verwendung
des einfachen Prinzips der Messung eines elektrischen Widerstandes. Cerdioxid
hat den Vorteil, in aggressiven Atmosphären chemisch sehr stabil zu
sein. Das Problem, Cerdioxid zu diesem Zwecke zu verwenden, ist
die Expansion bei einer Reduktion, was eine Zersetzung des Materials verursachen
wird, und daher die Messung der Leitfähigkeit unmöglich machen wird. Unter Verwendung
der vorliegenden Erfindung kann eine solche Zersetzung vermieden
oder wenigstens wie in dem folgenden Beispiel gelindert werden.
-
Cerdioxid,
CeO2, dotiert mit ungefähr 5 Mol% Gadoliniumoxid, Gd2O3, wird ebenso
mit nominell ungefähr
15 Mol% SrO und ungefähr
5 Mol% TiO2 dotiert. Das Material kann unter
Verwendung des in Beispiel 2 beschriebenen Verfahrens synthetisiert
werden. Nach Sintern bei ungefähr
1500°C und
Tempern bei 1000°C besteht
das Material aus drei Phasen, nämlich
der Fluorit-Hauptphase (Cerdioxid mit SrO und Gd2O3 in fester Lösung), einer geringen Menge
an Perowskit, Sr(Gd,Ce)TiO3, und einer geringen
Menge an TiO2. Der Fluorit wird bei Reduktion
expandieren, aber dies wird durch zwei Effekte ausgeglichen: 1)
die Sr(Gd,Ce)TiO3-Einheitszelle wird sich
bei Reduktion kontrahieren, und 2) Sr2+ und
einiges des Ce3+, das durch die Reduktion
gebildet worden ist, wird mit TiO2 reagieren,
um mehr Perowskit des Sr(Gd,Ce)TiO3-Typs
zu bilden. Diese Reaktion wird durch eine zunehmende Sättigung
des Fluorit-Gitters mit den großen
Ionen Ce3+ und Sr2+ angetrieben, wenn
mehr und mehr Ce3+ durch die zunehmende
Reduktion gebildet wird. Das Volumen des Fluorit ist größer als
das entsprechende Volumen des Perowskit.
-
Beispiel 22:
-
- Die Verwendung als Sauerstoff-Trennungsmembranen, zum Beispiel
zur Herstellung von Sauerstoff, von Materialien des Typs Ln1-xAexTm1-ySpy+rO3±δ, wobei Ln ein Lanthanid
oder eine Kombination der Lanthanide Ce, Pr, ...Lu oder Y ist, Ae
ein Erdalkali ist, Ca, Sr oder Ba oder eine Kombination, Tm ein Übergangsmetall
oder Ga, In oder Al oder eine Kombination von solchen Elementen
ist, und Sp das Element ist, das zugegeben wird, um eine sekundäre Phase
zu bilden, wobei es entweder V, Nb, Ta, Bi, Sb, Fe, Mn, Ti, Cr,
W, Sn, und Pb ist. 0 < x < 1,0,001 < y < 0,3 und 0 < r < 0.–2.
-
Bevorzugt
sind Kobaltite (Tm = Co), wobei das Sp = V, Nb, Mo, Mn, oder Cr
oder spezifisch das Material La0,4Sr0,65CoCr0,1Ox.
-
Das
Material wird über
die Glycin-Route, das Pechini-Verfahren oder über die in Beispiel 2 beschriebene
gemischte Oxidroute synthetisiert.
-
Die
Membran kann in der Form einer Keramikmasse in plattenartiger oder
röhrenartiger
Form sein, hergestellt mittels Extrusion, Foliengießen, Spritzguß oder viskoser
Verarbeitung, oder in der Form einer dünnen Beschichtung (1–100 μm), hergestellt
auf einem Träger
mittels einer physikalischen Ablagerungstechnik, wie etwa Plasma-
oder Flammen-Sprühen,
CVD oder MOCVD, oder über
einen nassen keramischen Prozess, wie etwa Kombinationsguß, Co-Extrusion, Sprüh-Malen
oder Siebdruck.
-
Im
Falle von plattenartigen Massen-Geometrien wird die Herstellungsroute
unter Beispiel 14 beschrieben.
-
Beispiel 23:
-
- Verwendung als Sauerstoff-Trennungsmembran in einem Membran-Reaktor
zur Herstellung von Synthesegas des Materials La0,4Sr0,6Fe0,8Ga0,2V0,1Ox.
-
Das
Material wird mit den in Beispiel 2 beschriebenen Routen synthetisiert.
Der Membran-Reaktor kann
wie in Beispiel 22 beschrieben hergestellt werden.
-
Beispiel 24:
-
Die
Verwendung als Sauerstoff-Trennungsmembran in einem Membranreaktor
zur Herstellung eines Synthesegases des Materials der nominalen
Zusammensetzung La0,2Sr0,9FeCo0,15Ox. Die Expansion
bei Reduktion der Haupt-Perowskit-Phase wird hier durch die Reduktion
von kleinen Mengen der sekundären
Phase Sr4Fe4Co2Oy ausgeglichen,
die eine geschichtete Perowskit-verwandte Struktur hat, zu dem dichteren
Perowskit SrFe1-sCosO3-δ und
Fe1-s2Cos2O.
-
Das
Material wird mit den in Beispiel 2 beschriebenen Routen synthetisiert.
Und der Membran-Reaktor kann wie in Beispiel 22 beschrieben hergestellt
werden.
-
Beispiel 25:
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- Die Verwendung als Sauerstoff-Trennungsmembran in einem
NOx-freien Brenner, d. h. einem Membran-Reaktor, der für eine vollständige Oxidation
eines Brennstoffs ohne Aussetzen gegenüber Luft angelegt ist, des Materials
La0,5Sr0,6Fe0,6Cr0,4Nb0,15Ox.
-
Das
Material kann mit den in Beispiel 2 beschriebenen Routen synthetisiert
werden. Und der Membran-Reaktor kann wie in Beispiel 22 beschrieben
hergestellt werden.
-
Beispiel 26:
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- Die Verwendung als Sauerstoff-Trennungsmembran in einem
Membran-Reaktor, angelegt für
eine oxidative Kopplung von Methan zur Produktion von C2-Spezies
(Ethylen und Ethan), des Materials La0,4Sr0,6Co0,8Fe0,2W0,12Ox.
-
Das
Material kann mit den in Beispiel 2 beschriebenen Routen synthetisiert
werden. Und der Membran-Reaktor kann wie in Beispiel 22 beschrieben
hergestellt werden.
-
Beispiel 27:
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- Die Verwendung als Sauerstoff-Trennungsmembran, zum Beispiel
zur Herstellung von Sauerstoff, des Materials La0,4Sr0,65CoMo0,15Ox.
-
Das
Material wird über
die Glycin-Route, das Pechini-Verfahren oder über die in Beispiel 2 beschriebene
gemischte Oxid-Route synthetisiert werden, und der Membran-Reaktor
kann wie in Beispiel 22 beschrieben hergestellt werden.