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Gebiet der
Erfindung
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Die
Erfindung betrifft Assays, in denen intrazelluläre Chelatoren dazu verwendet
werden, die Kinetik der Signalerzeugung, welche durch zweiwertige Kationen,
insbesondere Calcium, induziert wird, zu verändern.
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Hintergrund
der Erfindung
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Bei
einer Vielfalt von zell-basierten funktionellen Assays werden Messungen
der intrazellulären Calcium-Konzentration
verwendet, um die Aktivität von
Proteinen in einer normalen physiologischen Umgebung zu ermitteln.
Diese umfassen einen Assay für
G-Protein-gekoppelte
Rezeptoren (GPCR) und Plasmamembran-Ionenkanäle. Die große und schnelle Erhöhung der
intrazellulären
Calcium-Konzentration durch Stimulation dieser Rezeptoren und Ionenkanäle kann
durch für
intrazelluläres
Calcium sensitive Sonden, einschließlich Fluoreszenzfarbstoffe,
calcium-bindender Proteine, wie z.B. das biolumineszierende Protein
Aequorin und eine Chimäre von
modifiziertem grünen
Fluoreszenzprotein und Calmodulin (Ungrin, M. D., Singh, L. M. R.,
Stocco, R., Sas, D. E., Abramovitz, M. (1999), An automated aequorin
luminescence-based functional calcium assay for G-protein-coupled receptors,
Anal. Biochem. 272, 34–42;
Takahashi, A., Camacho, P., Lechleiter, J. D., und Herman, B. (1999),
Measurement of intracellular calcium, Physiological Reviews 79, 1089–1125; Gonzalez,
J. E., Oades, K., Leychis, Y., Harootunian, A., und Negulescu, P.
(1999), Cell-based assays and instrumentation for screening ion-channel
targets, Drug Discovery Today 4, 431–439; Miyawaki, A., Llopsi,
J., Heim, R., McCaffery, J. M., Adams, J. A., Ikura, M., und Tsien,
R. Y. (1997), Fluorescent indicators for Ca2+ based
on green fluorescent proteins and calmodulin, Nature 388, 882–887; Creton,
R., Kreiling, J. A., und Jaffe, L. F. (1999), Calcium imaging with
chemiluminescence, Microsc. Res. Tech. 46, 390–397; Prasher, D., McCann,
R. O., und Cormier, M. J. (1985), Cloning and expression of the
cDNA coding for aequorin, A bioluminescent calcium-binding protein,
Biochem. Biophys. Res. Commun. 126, 1259–1268), nachgewiesen werden.
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Der
Nachweis schneller und vorübergehender Änderungen
der intrazellulären
Calcium-Konzentration
erfordert ein Instrument, welches gleichzeitig ein Stimulans mit
den Zellen mischt und sofort die Veränderung der Fluoreszenz oder
Lumineszenz des Calcium-Reporters
nachweist. Diese Notwendigkeit von gleichzeitiger Flüssigkeitsabgabe
und Signalnachweis beschränkte
den Einsatz dieser Calcium-Transient-Messungen in zell- basierten funktionellen
Assays aufgrund des Mangels verfügbarer
Instrumente. Die vorliegende Erfindung demonstriert den Nutzen eines
intrazellulären
Calcium-Chelators, um die Calcium-Signalreaktion in einem Screeningformat
hoher Dichte, wie z.B. 96-Mulden-, 384-Mulden-, 1526-Mulden- oder 3456-Mulden-Mikrotiterplatten,
zu verzögern
und/oder zu verlängern.
Die Veränderung
der Kinetik des Calcium-Signals in Anwesenheit des Chelators erhält die Integrität des Assays
und gibt gleichzeitig mehr Zeit für die Messung des transienten
Signals nach Zugabe des Stimulans. Deshalb können Hochdurchsatz-Screening-Funktionsassays auch
mit einer größeren Vielfalt
von Laborinstrumenten durchgeführt
werden.
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Praktiker
auf dem Gebiet des Screenings versuchten Verfahren bereitzustellen,
um die verfügbare
Zeit zur Messung von fluoreszierenden oder lumineszierenden Signalen
zu verlängern.
Beispielsweise bestand eine Idee in der Zugabe eines Reagens, um
die Kinetik einer zellulären
Reporterenzym-Reaktion zu ändern
oder zu verlangsamen. Beispiele dieses Ansatzes sind der Übergang
von Luciferase-basierter Blitzlumineszenz auf Glühlumineszenz-Formate wie z.B.
der „PACKARD
LUCLITE® Luciferase
Reporter Gene Assay Kit" (siehe
US-Patent Nr. 5,618,682 und EP-Patentanmeldung 94 102 080.2) oder
das „PROMEGA
STEADY-GLOTM Luciferase Assay System" (siehe US-Patent
Nr. 5,283,179).
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Intrazelluläre Chelatoren
von Calcium werden routinemäßig verwendet,
um Calcium-Reaktionen
in einer Reihe von Systemen zu eliminieren, jedoch wurde die Kinetik
intrazellulärer
Calcium-Reaktionen primär
in Abwesenheit von Chelatoren beschrieben (Takahashi, A., Camacho,
P., Lechleiter, J. D., und Herman, B. (1999), Measurement of intracellular
calcium, Physiological Reviews 79, 1089–1125; Struk, A., Szucs, G.,
Kremmer, H., und Melzer, W. (1998), Fura-2 calcium signals in skeletal
muscle fibres loaded with high concentrations of EGTA, Cell Calcium
23, 23–32;
Keller, J. N., Guo, Q., Holtsberg, F. W., Bruce-Keller, A. J., und
Mattson, M. P. (1998), Increased sensitivity to mitochondrial toxin-induced apoptosis
in neural cells expressing mutant presenilin-1 is linked to perturbed
calcium homeostasis and enhanced oxyradical production, J. Neurosci.
18, 4439–4450).
Jedoch wurden bei Versuchen, die neuro-protektiven Eigenschaften
von BAPTA-AM zu verstehen, die Wirkungen dieses Chelators auf intrazelluläre Calcium-Transients
detaillierter untersucht (Tymianski, M., Wallace, M. C., Spigelman,
I., Uno, M., Carlen, P. L., Tator, Ch. H., und Charlton, M. P. (1993),
Cell-permeant Ca2+ chelators reduce early excitotoxic
and ischemic neuronal injury in vitro and in vivo, Neuron 11, 221–235). Beispielsweise
bot, wenn hohe Konzentrationen an Glutamat verwendet wurden, um
Maus-Rückenmarkneuronen
zu stimulieren, BAPTA-AM einen Schutz und beeinflusste primär den schnellen
Transient durch Verringerung der Amplitude und Verzögerung der
Anstieg- und Abklingzeit des Transients (Tymianski, M., Charlton,
M. P., Carlen, P. L., und Tator, C. H. (1994), Properties of neuroprotective
cell-permeant Ca2+ chelators: Effects on
[Ca2+]; and glutamate neurotoxicity in vitro,
J. Neurophys. 72, 1973–1992). Ähnliche
Ergebnisse wurden bei Verwendung eines durch Ionomycin induzierten
Calcium-Einstroms erhalten, wobei die beobachteten Calcium-Transients in Anwesenheit
von BAPTA-AM um das 8fache langsamer waren (Collatz, M. B., Rudel,
R., und Brinkmeier, H. (1997), Intracellular calcium chelator BAPTA
protects cells against toxic calcium overload but also alters physiological
calcium responses, Cell Calcium 21, 453–459).
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Es
wurde nunmehr festgestellt, dass die Pufferung von intrazellulärem Calcium
mit einem calcium-bindenden Reagens die Calcium-Signalreaktion auf
eine Weise verzögern
und/oder verlängern
kann, dass sie praktisch auf Screening-Assays mit hohem Durchsatz
angewandt werden kann.
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Zusammenfassung
der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung stellt Assays bereit, bei denen intrazelluläre Chelatoren
dazu verwendet werden, die Kinetik der durch zweiwertige Kationen,
insbesondere Calcium-Anhäufung
im Zell-Zytoplasma, induzierten Signalerzeugung zu verändern. Die
Verwendung eines intrazellulären Chelators
in dem Assay kann das Signal verzögern und verlängern und
gestattet es, das Signal durch automatische Geräte nachzuweisen, ohne dass
eine gleichzeitige Flüssigkeitshandhabung
zum Zeitpunkt des Nachweises erforderlich ist.
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Ein
Aspekt dieser Erfindung ist ein Assay mit hohem Durchsatz, bei dem
Zellen mit einem Rezeptor, welcher nach Aktivierung einen Calcium-Einstrom
in die Zelle induziert, mit einem intrazellulären Calcium-Chelator in Kontakt
gebracht werden. In bevorzugten Ausführungsformen ist der Chelator 1,2-Bis(o-aminophenoxy)ethan-N,N,N',N'-tetraessigsäuretetra(acetoxymethyl)ester
(BAPTA-AM). In speziellen Ausführungsformen
enthalten die Zellen auch ein Signalerzeugungssystem auf Basis von
Aequorin oder einem Fluoreszenzfarbstoff oder einer Chimäre von grünem Fluoreszenzprotein
und Calmodulin. In einer bevorzugten Ausführungsform wird der Assay in
einem Mikrotiterplatten-Format durchgeführt und ein Instrument wird
zum Nachweis des Signals in jeder Mulde eingesetzt.
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"Ungefähr" bedeutet innerhalb
von 10% bis 20% mehr oder weniger als speziell angegeben.
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Wie
hier verwendet, ist ein "Agonist" eine Verbindung
oder ein Molekül,
welche(s) mit einem Rezeptor wechselwirkt und eine Aktivität des Rezeptors
stimuliert.
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Wie
hier verwendet, ist ein "Antagonist" eine Verbindung,
welche mit einem Rezeptor wechselwirkt und die Aktivierung des Rezeptors
inhibiert oder stört.
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Wie
hier verwendet, ist ein "Inhibitor" eine Verbindung,
welche mit einem Rezeptor wechselwirkt und dessen Aktivierung inhibiert
oder verhindert.
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Kurzbeschreibung
der Zeichnungen
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1 zeigt
die Kinetik der calcium-abhängigen
Lumineszenz nach Zugabe eines intrazellulären Chelators in einem Assay
unter Verwendung eines Ionenkanals, der mit Apoaequorin koexprimiert
wurde.
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2 zeigt
eine schematische Darstellung des zell-basierten funktionellen Lumineszenz-Assays mit einem
intrazellulären
Chelator in einem Assay unter Verwendung eines Ionenkanals, der
mit Apoaequorin koexprimiert wurde.
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3 zeigt
die Wirkung eines Rezeptor-Antagonisten auf die Kinetik der Lumineszenz
nach der Zugabe eines intrazellulären Chelators in einem Assay
unter Verwendung eines Ionenkanals, der mit Apoaequorin koexprimiert
wurde.
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4 zeigt
die Kinetik in einem Assay unter Verwendung eines mit Apoaequorin
koexprimierten GPCR plus oder minus dem intrazellulären Calcium-Chelator.
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5 zeigt
die Kinetik der calcium-abhängigen
Fluoreszenz nach der Zugabe eines intrazellulären Chelators in einem Assay
unter Verwendung eines Ionenkanals.
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6 zeigt, dass BAPTA die Calcium-Reaktion
in VR1-Zellen verzögert,
wie mittels Fluo-3-Fluoreszenz
gemessen. VR1-Zellen wurden in 96-Mulden-Assayplatten über Nacht
gezüchtet
und dann mit 5 μM
Fluo-3-AM für
30 Minuten in Anwesenheit oder Abwesenheit der angegebenen Konzentration
von BAPTA-AM wie in Materialien und Methoden beschrieben beladen.
Die Zellen wurden gewaschen und entweder PBS oder 20 μM Capsazepin
wurde für 30
Minuten zugegeben. Die Platte wurde dann mit einem VIPR-Fluoreszenzdetektor
(Anregung 480 nm; Emission 535 nm; Gonzalez, J. E., Oades, K., Leychis,
Y., Harootunian, A., und Negulescu, P. (1999), Cell-based assays
and instrumentation for screening ion- channel targets, Drug Discovery Today
4, 431–439),
welcher 0,5 μM
(A) oder 0,1 μM
(B) Capsaicin nach einer Ablesung für 8 Sekunden hinzufügte und
die Ablesung für
insgesamt 180 Sekunden fortsetzte. Die Daten wurden bei 1 Hz ermittelt
und alle Daten wurden auf die Ausgangs-Grundlinienfluoreszenz (2–5 s) normalisiert.
Die gezeigten Daten sind der Mittelwert von vier identischen Mulden.
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7 zeigt, dass BAPTA die Calcium-Reaktion
in VR1-Zellen verzögert,
wie mittels Aequorin-Lumineszenz gemessen. VR1 wurde stabil in HEK293-Zellen
exprimiert, welche auch Apoaequorin exprimierten. Die Zellen wurden
in 96-Mulden-Assayplatten über
Nacht gezüchtet
und dann 2 h lang mit dem Substrat Coelenterazin (5 μM) inkubiert,
um Apoaequorin in Aequorin zu überführen. Die
Zellen wurden mit PBS gewaschen und dann mit der angegebenen Konzentration
an BAPTA-AM für
30 Minuten inkubiert. Nach einem PBS-Waschschritt wurde den Zellen entweder
PBS oder 50 μM
Capsazepin für 30
Minuten oder länger
hinzu gegeben. Die Platten wurden dann mit einem WALLAC MICROBETA JET-Luminometer abgelesen.
(A) Daten wurden bei 1 Hz nach Zugabe von 50 nM Capsaicin ermittelt.
Die Daten sind der Mittelwert von 6 individuellen Mulden. (B) In
parallelen Experimenten wurde der Zeitpunkt, zu dem die Peak-Lumineszenz
nach Inkubation mit den angegebenen BAPTA-AM-Konzentrationen auftrat
(Mittel von 6 Bestimmungen), gegen die Capsaicin-Konzentration aufgetragen,
welche mit dem WALLAC MICROBETA JET zugegeben worden war.
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8 zeigt, dass BAPTA die Calcium-Reaktion
in hGHSR1 verzögert,
wie gemessen durch sowohl Fluoreszenz als auch Lumineszenz. Zellen,
welche hGHSR1A exprimieren, wurden in 96-Mulden-Assayplatten über Nacht
gezüchtet
und dann mit entweder (A) 5 μM
Fluo-4-AM für
70 Minuten wie in 2 beschrieben oder (B) 5 μM Coelenterazin
wie in 3 beschrieben beladen. Die Zellen wurden mit PBS
gewaschen und dann mit den angegebenen Konzentrationen an BAPTA-AM
für 30
Minuten inkubiert. Die Zellen wurden wiederum mit PBS gewaschen
und dann mit oder ohne 10 μM
L-756,867 für 30
Minuten inkubiert. (A) Fluoreszenz-Reaktion bei dem VIPR (Anregung
480 nm; Emission 535 nm) nach Zugabe von 100 nM Ghrelin. Daten wurden
auf die Ausgangs-Grundlinienfluoreszenz (2–5 s) normalisiert und repräsentieren
den Mittelwert von 12 oder vier Mulden in Abwesenheit bzw. Anwesenheit
von L-756,867. (B) Aequorin-Lumineszenz, gemessen mit dem WALLAC
MICROBETA JET nach Zugabe von 100 nM Ghrelin. Die Daten sind der
Mittelwert von 6 Mulden und die Einfügung zeigt die Daten für 20 μM BAPTA-AM
in einem unterschiedlichen Maßstab
mit der Standardabweichung für
jede 1-Sekunden-Bestimmung.
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9 zeigt, dass BAPTA die Calcium-Reaktion
in HEK-AEQ-Zellen verzögert,
wie mittels Fluo-4-Fluoreszenz gemessen. Die HEK-AEQ-Zellen haben
einen endogenen mAChR, der mit der InsP3-vermittelten
Freisetzung von Calcium aus intrazellulären Speichern gekoppelt ist.
(A) Zellen wurden über
Nacht in 96-Mulden-Assayplatten gezüchtet und dann 60 Minuten lang
mit 5 μM
Fluo-4-AM +/– der
angegebenen Konzentration an BAPTA-AM inkubiert. Zellen wurden mit
PBS gewaschen und erhielten entweder PBS oder 50 μM Atropin
für 15
Minuten zugesetzt. Die Platte wurde dann mit einem VIPR-Fluoreszenzdetektor
(Anregung 480 nm; Emission 535 nm) abgelesen, welcher 10 μM Muscarin
nach 8 Sekunden zusetzte. Die Daten wurden bei 1 Hz ermittelt und
alle Daten wurden auf die Ausgangs-Grundlinienfluoreszenz (2–5 s) normalisiert.
Die Linien repräsentieren
den Mittelwert von 6 individuellen Mulden. (B) Identisch mit (A),
mit Ausnahme dessen, dass alle Mulden mit 3 μM BAPTA-AM und den angegebenen Konzentrationen
an Atropin inkubiert wurden. Vor der Zugabe von 10 μM Muscarin
wurde mit dem VIPR die Fluoreszenz jeder Mulde 5 Sekunden lang abgelesen.
Zur Bestimmung der Stabilität
des Fluoreszenzsignals gab es eine Verzögerung von 5 Minuten nach der
Zugabe des Muscarin, bevor die Platte in dem VIPR für weitere
fünf Sekunden
abgelesen wurde. Die Punkte repräsentieren
den Mittelwert und die Standardabweichungen der Veränderung
der Fluoreszenz, die in 8 individuellen Mulden aufgezeichnet wurde.
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10 zeigt die Inhibierung der Lumineszenzreaktionen,
die zwei Minuten nach Zugabe von Ghrelin oder Capsaicin gemessen
wurde. Die Zellen wurden für
die Lumineszenz-Ablesung auf dem WALLAC MICROBETA JET wie in 3 beschrieben
präpariert,
mit entweder keinem BAPTA-AM (Δ),
3 μM BAPTA-AM
(O) oder 10 μM
BAPTA-AM (☐). (A) hGHSR1A-Zellen, inkubiert mit den angegebenen Konzentrationen
an L-756,867. (B) VR1-Zellen, inkubiert mit der angegebenen Konzentration
an Capsazepin. (A) Ghrelin (100 nM) oder 0,5 μM Capsaicin (B) wurden manuell
zu 6 Mulden zugegeben und nach zwei Minuten wurde die Lumineszenz
10 Sekunden lang abgelesen. Jeder Punkt ist der Mittelwert und die
Standardabweichung von 1–10
Bestimmungen.
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Detaillierte
Beschreibung der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung stellt Assays bereit, in denen intrazelluläre Chelatoren
dazu verwendet werden, die Kinetik der Signalerzeugung, die von zweiwertigen
Kationen, insbesondere dem Calcium-Einstrom in die Zelle, induziert
wird, zu verändern.
Die Verwendung eines intrazellulären
Chelators in dem Assay kann das Signal verzögern und verlängern und
gestattet den Nachweis des Signals durch automatische Instrumente
ohne die Notwendigkeit einer gleichzeitigen Flüssigkeitshandhabung zum Nachweiszeitpunkt.
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Die
vorliegende Erfindung ist allgemein anwendbar auf die Messung intrazellulärer Calcium-Niveaus, sei es mittels
Fluoreszenz-, Lumineszenz- oder anderer Nachweistechniken, da der
spezielle Rezeptor, das spezielle Enzym oder die spezielle Reaktion
nicht direkt inhibiert wird, sondern nur die Kinetik der Signalerzeugung
durch Änderung
der Niveaus an freiem Calcium verändert wird. Obwohl spezielle Calcium-Chelatoren
wie BAPTA und EGTA umfangreich verwendet wurden, um sowohl extrazelluläre als auch
intrazelluläre
Calcium-Niveaus
zu puffern, setzt die vorliegende Erfindung intrazelluläre Chelatoren
ein, um die Kinetik des calcium-sensitiven Reporters (sei es ein
Protein, Enzym oder eine Chemikalie) zu beeinflussen. Das Ergebnis
ist, dass das Signal verzögert
und verlängert
wird. Darüber
hinaus ist die Erfindung insbesondere anwendbar auf Hochdurchsatz-Screening
und funktionelle Ganzzell-Assays für Verbindungen mit biologischer
Aktivität.
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Im
allgemeinsten Fall kann man jeden Typ von Protein oder Verbindung
verwenden, welcher intrazelluläres
Calcium schnell binden und festhalten kann. Man kann testen, ob
ein spezielles calcium-bindendes Reagens geeignet ist, indem es
in einem hier gelehrten Assay getestet und das Ergebnis mit dem unter
Verwendung von BAPTA-AM durchgeführten Assay
verglichen wird.
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Die
Erfindung umfasst die Verwendung von zell-permeablen Calcium-Chelatoren,
wie z.B. BAPTA-AM, 1,2-Bis(o-aminophenoxy)ethan-N,N,N',N'-tetraessigsäuretetra(acetoxymethyl)ester,
um Veränderungen
der zellulären
Calcium-Niveaus zu regulieren. Das Verfahren ist anwendbar auf das
Screening hinsichtlich Verbindungen mit biologischer Aktivität, wobei
schnelle und vorübergehende
Veränderungen des
zellulären
Calciums gemessen werden. Beispiele beinhalten die Ermittlung von
Rezeptor-Agonisten oder Antagonisten für Calcium-Ionenkanäle oder G-Protein-gekoppelte
Rezeptoren (GPCR's),
welche Veränderungen
der zellulären
Calcium-Konzentration hervorrufen. Die Zugabe des Calcium-Chelators BAPTA-AM zu den Zellen
puffert die Calcium-Reaktion und verändert die Kinetik des Calcium-Signals, wie gemessen
durch intrazelluläre
Reporter, wie z.B. das calcium-sensitive biolumineszierende Aequorin-Protein
oder fluoreszierende Proteine oder synthetische Sonden wie die fluoreszierenden
Calcium-Farbstoffe (Fura 2, Fluo 3, Quin 2, Indo 1, etc.)
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Wird
ein intrazellulärer
Calcium-Chelator wie BAPTA-AM zu Zellen hinzu gegeben (1–50 μM), wird die
Stimulation der Rezeptoren nicht beeinflusst, jedoch das von den
Reportern erzeugte Signal aufgrund der Pufferung der Konzentration
an freiem Calcium durch Chelatbildung verzögert. Das Ergebnis ist die
Verzögerung
des calcium-abhängigen
Signals (wie z.B. Lumineszenz- oder Fluoreszenzänderungen) um mehrere Sekunden
und die Ver längerung des
Signals um mehrere Minuten. Während
viele funktionelle Assays für
die Calcium-Signalisierung als "Blitz"-Assays bezeichnet
werden, da sie sofort und transient stattfinden (vollständig innerhalb
weniger Sekunden des Stimulus), ermöglicht es die Zugabe des Verzögerungsreagens
BAPTA-AM, dass das Signal von Instrumenten ohne gleichzeitige Flüssigkeitshandhabung
abgelesen wird.
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Ein
Modell wie die Calcium-Chelierung durch BAPTA die Aequorin-Lumineszenz
verzögern
könnte,
kann unter Bezugnahme auf 2 erörtert werden.
BAPTA-AM wird dazu verwendet, den Calcium-Chelator BAPTA vor der
Stimulation in Zellen einzubringen. Zunahmen des intrazellulären Calciums, wie
sie z.B. auftreten, wenn Capsaicin an den VR1-Rezeptor bindet, werden
Aequorin veranlassen, Coelenterazin zu Coelenteramid unter gleichzeitiger Freisetzung
von Photonen zu oxidieren. Die Lichtemission könnte verhindert werden, wenn
ein Calcium-Chelator wie BAPTA freies Calcium schneller als Aequorin
bindet. Die relativen Bindungsraten würden dann die Menge an Calcium
bestimmen, welche an Aequorin (oder andere calcium-sensitive Reporter) gegenüber BAPTA
bindet. Der Unterschied der Bindungsrate kann von vielen Faktoren
abhängen,
wie z.B. inhärente
Assoziationsraten, freie Konzentration an Calcium und verfügbares BAPTA
und Aequorin. Nachdem BAPTA in Zellen mit Konzentrationen, die mindestens
10fach höher
sind als dessen Affinität
für Calcium,
eingebracht werden können,
wird dessen Kapazität
zur Chelierung des intrazellulären
Calcium-Einstroms wahrscheinlich durch die freie BAPTA-Konzentration,
die innerhalb des Zytoplasmas erreicht wird, und nicht die freie
CalciumKonzentration bestimmt. Nachdem freies BAPTA an Calcium gebunden
wird, würde
weiterer Calcium-Einstrom primär
zu Aequorin-Lumineszenz führen.
Eine Inaktivierung des VR1-Rezeptors sowie eine andere Calcium-Pufferung
innerhalb der Zelle wird schließlich
den Calcium-Einstrom verlangsamen. Die Lumineszenz kann dann verlängert werden,
wenn das BAPTA und die andere Pufferungskapazität der Zelle Calcium langsam
zurück
in das Zytoplasma der Zelle freisetzt, bis das Calcium auf Ruheniveaus
zurückkehrt
oder das Aequorin erschöpft
ist.
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Diese
Erfindung stellt Protokolle bereit, welche die Calcium-Reaktion
verzögern,
wie gemessen durch calcium-sensitive Reporter, durch Verwendung eines
zell-permeablen Calcium-Chelators, beispielsweise BAPTA-AM. Diese
Protokolle eignen sich für sowohl
fluoreszierende als auch lumineszierende calcium-sensitive Reporter.
Beispielsweise kann mit BAPTA das Calcium-Signal, welches durch
Aktivierung eines liganden-gesteuerten Calcium-Kanals in einer aequorin-exprimierenden
Zelllinie verursacht wird, um mehrere Sekunden verzögert werden
und die Antwort um mehrere Minuten verlängert werden, ohne den gesamten
Signaloutput signifikant zu verringern. Dies bedeutet, dass die
schnellen und transienten Calciumsignale, welche früher Instrumente erforderten,
die gleichzeitig injizieren und dieses Signal messen, nun von einer
Reihe anderer Instrumente erfasst werden können. Die Verfahren dieser
Erfindung können
vorteilhaft auf funktionelle Ganzzell-Assays sowohl eines Calcium-Ionenkanals
als auch eines G-Protein-gekoppelten Rezeptors angewandt werden.
In beiden Fällen
ist die Verzögerung
der Fluoreszenz- oder Lumineszenzsignale ausreichend für die gleichzeitige
Addition eines Agonisten zu Mehrfachmulden durch ein externes Flüssigkeitshandhabungssystem,
gefolgt von schneller Überführung in Fluoreszenz-
oder Lumineszenz-Bildgebungssysteme, beispielsweise die PE BIOSYSTEMS
NORTHSTARTM HTS Workstation.
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Glühlumineszenz-Assays
wurden aufgrund ihrer inhärent
hohen Empfindlichkeiten und langlebigen Signale unschwer für Hochdurchsatz-Screening-Einrichtungen
adaptiert. Die Signale für
Chemolumineszenz-Systeme wie Luciferase- und β-Galactosidase-Reportergene
oder für
Konjugate mit alkalischer Phosphatase sind oft mehrere Stunden lang stabil.
Blitzlumineszenz-Assays erhielten weniger Aufmerksamkeit für primäre Screenings
als Glüh-Assays
und ihnen wurde eine eher sekundäre
Rolle beim Screening zugewiesen. Es besteht jedoch zunehmend Bedarf
zur Ermittlung der Aktivität
großer chemischer
Bibliotheken in funktionellen Ganzzell-Assays, welche in einem Hochdurchsatz-Screening-Format
durchgeführt
werden können.
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Ein
Beispiel eines auf Blitzlumineszenz basierenden funktionellen Assays
ist die Messung von Calcium-Signalwegen in Zellen, die das Biolumineszenzprotein
Aequorin enthalten (Button, D., und Brownstein, M. (1993), Aequorin-expressing
mammalian cell lines used to report Ca2+ mobilization,
Cell Calcium 14, 663–671).
Aequorin ist ein calcium-abhängiges
Enzym, das Licht (466 nm) nach Oxidation von Coelenterazin produziert.
Typischerweise werden funktionelle zelluläre Assays auf Aequorin-Basis für G-Protein-gekoppelte
Rezeptoren (GPCRs) oder liganden-gesteuerte Calcium-Kanäle initiiert
durch Zugabe eines Agonisten, welcher die intrazelluläre Konzentration
von Calcium aus intrazellulären
Speichern oder durch die Aufnahme von externem Calcium erhöht. Die
Zunahme der intrazellulären
Calcium-Konzentration initiiert die Reaktion von Aequorin mit seinem
Substrat und führt
zu einem schnellen Lumineszenzsignal. Die Kinetik dieser Blitzlumineszenz-Reaktion wird in 1 demonstriert,
wobei die Lumineszenzsignale für
die Aktivierung eines liganden-gesteuerten Calcium-Kanals oder GPCR
ihre maximalen Niveaus in nur wenigen Sekunden erreichen und in
weniger als einer Minute vollständig
sind. Deshalb muss der Nachweis dieser Signale gleichzeitig mit
Zugabe des Agonisten erfolgen. Für
Assays, die in Mikrotiterplatten durchgeführt werden, erfordert dies
einen Luminometer, der gleichzeitige Flüssigkeitsinjektions- und Probennachweis-Einrichtungen
aufweist.
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Dieses
Erfordernis für
gleichzeitige Flüssigkeitsabgabe
und Signalnachweis hat die Anwendung dieser Calcium-Transient-Messungen
in HTS-Screenings begrenzt. Ein prinzipieller Vorteil dieser Erfindung,
die Verwendung eines Chelators zur Verzögerung der Calcium-Kinetik, ist die
Ermöglichung
funktioneller HTS-Assays ohne kostspielige Instrumente. Mit der
Einführung
von FLIPR (MOLECULAR DEVICES) (Sullivan, E., Tucker, E. M., und
Dale, I. L. (1999), Measurement of [Ca2+]
using the fluorometric imaging plate reader (FLIPR), Calcium Signaling
Protocols 114, 125–133)
ist es nun mindestens möglich, die
Fluoreszenz von 96- und 384-Mulden-Platten mit gleichzeitiger Flüssigkeitszugabe
aufzuzeichnen, jedoch ist dies ein kostspieliges Instrument, das
nicht allgemein zur Verfügung
steht. Es gibt gegenwärtig keine äquivalenten
Instrumente für
die Messung von Lumineszenz.
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Mehrere
kommerzielle Lumineszenz- und Fluoreszenz-Detektoren sind verfügbar, welche gleichzeitig
Flüssigkeit
in einzelne oder mehrere Mulden injizieren können, wie z.B. der WALLAC VICTOR 2
(eine Mulde), MICROBETA® JET (6 Mulden) oder AURORA
VIPR (8 Mulden). Typischerweise benötigen diese Instrumente 12
bis 96 Minuten, um eine 96-Mulden-Platte
im Blitzlumineszenz- oder -fluoreszenz-Modus (1 Min./Mulde) abzulesen – eine ziemlich
lange Zeit für
die meisten Hochdurchsatz-Screening-Anwendungen. Ein alternatives
Verfahren ist die Injektion des Stimulans/Agonisten in alle Probenmulden
gleichzeitig und Messung der Lumineszenz in der gesamten Platte
durch Bilderzeugung mit einer CCD-Kamera, ähnlich der Art und Weise, in
der Calcium-Reaktionen durch calcium-sensitive Fluoreszenzfarbstoffe
in den FLIPR- oder FLIPR-384-Instrumenten abgelesen werden. Andere
Lumineszenz- oder Fluoreszenz-Bildgebungssysteme mit integrierter
Flüssigkeitshandhabung
werden von anderen kommerziellen Lieferanten erwartet, wie z.B.
der LEADSEEKER der 2. Generation von AMERSHAM, der WALLAC VIEWLUXTM ultraHTS-Mikroplatten-Imager und der MOLECULAR
DEVICES CLIPR-Imager.
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Kürzlich führte PE
BIOSYSTEMS TROPIX einen CCD-basierten Luminometer, die NORTHSTARTM-HTS-Workstation, ein. Dieses Instrument weist
keine Kapazität
zur gleichzeitigen Flüssigkeitsabgabe
auf, ist jedoch in der Lage, Flüssigkeit
schnell in 96-Mulden-
oder 384-Mulden-Mikrotiterplatten durch einen externen 8- oder 16-Kopfdispenser
abzugeben, und kann dann die Platte schnell zu einer CCD-Kamera überführen, welche
die gesamte Platte aufnimmt. Die Gesamtzeit für die Abgabe von Flüssigkeit
auf eine Platte und Überführung in
das Lesegerät
kann 10 Sekunden oder mehr betragen, nicht schnell genug für viele
Blitz-Assays, welche innerhalb von 5–10 Sekunden abgeschlossen
sind. Bei der Integration von Flüssigkeitshandhabungssystemen
in Nachweissysteme wäre
auch zu erwarten, dass sie inhärent
Prozessierungszeiten zwischen der Flüssigkeitsabgabe und dem Platten-transfer
von 10 Sekunden oder mehr erfordert. Die vorliegende Erfindung demonstriert
die Brauchbarkeit eines intrazellulären Calcium-Chelatorss zur
ausreichenden Verzögerung
und/oder Verlängerung
der Calcium-Signalreaktion, um durch Instrumente ohne gleichzeitig
Flüssigkeitsabgabekapazität wie die
NORTHSTARTM HTS-Workstation gemessen zu
werden.
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Die
Wirksamkeit der vorliegenden Erfindung wird demonstriert in einem
funktionellen zellulären Modell-Assay
auf Aequorinbasis für
einen liganden-gesteuerten Calcium-Kanal. Für diesen Assay wurden HEK293-Zellen,
welche den Rezeptor von Interesse und Apoaequorin koexprimierten,
bis zur Konfluenz in undurchsichtigen weißen 96-Mulden-BIOCOAT-Poly-D-lysin-Mikrotiterplatten
(BECTON DICKINSON) gezüchtet.
Die Zellen wurden auf einem Standardwachstumsmedium aufrechterhalten.
Die Zellen wurden mit Wachstumsmedium, das mit 5 μM Coelenterazin
h ergänzt
war (MOLECULAR PROBES, Eugene, OR), 2 h lang bei 37°C in einem Feuchtluft-Inkubator
mit 5% CO2 beladen. Die beladenen Zellen
wurden dann gewaschen und mit Assay-Puffer versorgt.
-
Die
Zugabe von Agonist verursachte das schnelle und vorübergehende
Lumineszenzsignal, das innerhalb von 10–15 Sekunden abgeschlossen war
(1). Die Kinetik des Blitzlumineszenzsignals wurde
mittels eines WALLAC MICROBETA JET-Instruments verfolgt, wobei der
Agonist direkt in die Mulden, welche die beladenen Zellen enthielten,
injiziert wurde. Als Pufferungsreagens wurde der zell-permeable
Acetoxymethylester BAPTA-AM verwendet. BAPTA ist ein spezifischer
Calcium-Chelator, welcher Calcium schnell bindet und freisetzt.
Die Zugabe von BAPTA-AM zu den Zellen war gleichermaßen effektiv,
wenn der Chelator entweder während
der Beladung der Zellen mit Coelenterazin eingeschlossen wurde oder
durch eine nachfolgende Inkubation in Wachstumsmedium für 1 h bei
37°C und 5%
CO2. Eine schematische Darstellung dieses
Assays erscheint in 2.
-
Die
Zugabe zunehmender Niveaus an BAPTA-AM (0–30 μM) verursachte eine anfängliche
Verzögerung
des aequorin-basierten Lumineszenzsignals nach Injektion von Agonist
und verlängerte
das Signal weit länger
als 30 Sekunden (1). Die Zugabe eines bekannten
Rezeptor-Antagonisten war in der Lage, das Signal vollständig zu
blockieren (3). Eine anschließende Zugabe
von Lysispuffer (0,1% Triton X100) demonstrierte, dass die Abnahme des
Signals auf eine kompetitive Blockierung des rezeptor-vermittelten
Calcium- Signals
durch den Antagonisten zurückzuführen war.
Während
die Kinetik der Aequorin-Reaktion
durch Pufferung mit BAPTA verändert
war, war das Gesamtsignal nicht signifikant supprimiert.
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Zur
Demonstration der allgemeinen Einsetzbarkeit eines solchen Verzögerungsreagens
für die Calcium-Signalisierung
wurde der beispielhafte Chelator BAPTA-AM in einem funktionellen
aequorin-basierten zellulären
Assay für
einen G-Protein-gekoppelten Rezeptor (GPCR) getestet. Wie bei dem
liganden-gesteuerten Calcium-Ionenkanal wurden HEK293-Zellen, welche den
GPCR von Interesse und Apoaequorin koexprimierten, bis zur Konfluenz auf
mit Poly-D-lysin beschichteten Platten gezüchtet und mit Coelenterazin
beladen. Die Zugabe von BAPTA-AM veränderte auch die Kinetik des
Calcium-Signals nach Stimulation mit Agonist durch die Freisetzung
von Calcium aus intrazellulären
Speichern über
den G-Protein-Weg
(4). Eine weitere Demonstration der allgemeinen
Einsetzbarkeit des Verzögerungsreagens
erfolgte, als die Fluoreszenz eines calcium-sensitiven Farbstoffes
(Fluo 3, Fluo 4; 5) die Lumineszenz ersetzte,
welche von der Aequorin-Reaktion erzeugt wurde, um die Fluktuation der
intrazellulären
Calcium-Konzentration nach Zugabe von Agonist zu HEK293-Zellen,
die einen Calcium-Ionenkanal exprimierten, nachzuweisen.
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Obwohl
BAPTA-AM gewählt
wurde, um das Potential der Verwendung eines intrazellulären Chelators
bei der Pufferung der Calcium-Signalisierung in Zellen zu demonstrieren,
können
andere calcium-bindende Reagenzien geeignet sein. Diese umfassen
andere strukturell verwandte Chelatoren, wie z.B. Fura-2 oder andere
Fluoreszenzfarbstoffe, oder licht-aktivierte Chelatoren, wie z.B. Diazo-2,
und deren zell-permeable Derivate. Alternativ können calcium-bindende Proteine,
wie z.B. modifizierte Aequorine oder Calmodulin-GFP-Chimären, BAPTA
als konstitutive Verzögerungsreagenzien
ersetzen (Tsien, R. Y. (1980), New calcium indicators and buffers
with high selectivity against magnesium and protons: design, synthesis,
and properties of prototype structures, Biochemistry 19, 2396–2404; Gonzalez,
J. E., Oades, K., Leychis, Y., Harootunian, A., und Negulescu, P.
(1999), Cell-based assays and instrumentation for screening ion-channel
targets, Drug Discovery Today 4, 431–439; Ungrin, M. D., Singh,
L. M. R., Stocco, R., Sas, D. E., Abramovitz, M. (1999), An automated
aequorin luminescence-based functional calcium assay for G-protein-coupled
receptors, Anal. Biochem. 272, 34–42).
-
Eine
beliebige Anzahl dieser Reagenzien hat das Potential als Verzögerungsreagenzien
für die
aequorin-basierten funktionellen Assays von Nutzen zu sein. Ein
geschulter Fachmann auf dem Gebiet muss lediglich irgendein spezielles
Reagens in dem hier gelehrten Assay testen und die Ergebnisse mit
den unter Verwendung von BAPTA-AM erhaltenen zu vergleichen. Diese
Reagenzien könnten
auch allgemein von Nutzen sein als Verzögerungsreagenzien für funktionelle
Assays unter Verwendung der Calcium-Signalisierung im allgemeinen,
nicht nur für
den aequorin-basierten Biolumineszenz-Reporter-Assay.
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Es
wird auch angemerkt, dass die Zugabe eines spezifischen Rezeptor-Antagonisten
die Kinetik des beobachteten Calcium-Transients beeinflussen kann.
Für einige
Anwendungen könnte
die Verwendung eines Antagonisten ausreichend sein, um die Kinetik
des funktionellen Assays zu verändern.
In der Tat wurden mehrere kommerzielle Produkte eingeführt, welche
Blitzfluoreszenz und -lumineszenz auf ein "Glüh"-Format verlängern. Der
PACKARD LUCLITE®-Assay-Kit
ist ein Beispiel eines Assay-Verfahrens, welches einen spezifischen
Luciferase-Inhibitor verwendet, um die Kinetik eines Lumineszenzsignals von
einigen Minuten auf mehrere Stunden zu verzögern.
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Assays
-
Assays
der vorliegenden Erfindung können in
vielen Formaten gestaltet werden, die allgemein auf dem Gebiet des
Screenings von Verbindungen hinsichtlich biologischer Aktivität oder der
Bindung an Rezeptoren bekannt sind. Assays der vorliegenden Erfindung
können
vorteilhaft das Vermögen
intrazellulärer
Chelatoren zweiwertiger Kationen zur Pufferung der Kinetik der durch
die Anhäufung
zweiwertiger Kationen induzierten Signalerzeugung zu nutzen.
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Diese
Erfindung wird vorteilhaft in funktionellen Ganzzell-Assays und
Hochdurchsatz-Screening-Assays
für die
Calcium-Signalisierung, wie z.B. Calcium-Kanäle und GPCR's, angewandt, um das Signal zu verlängern, so
dass es von herkömmlichen Plattenlesegeräten abgelesen
werden kann. Die vorliegende Erfindung kann allgemein auf funktionelle Ganzzell-Assays für einen
beliebigen Calcium-Kanal oder irgendeinen Rezeptor oder Ionenkanal,
der mit einem Calcium-Kanal gekoppelt ist, angewandt werden. Beispielsweise
kann man die vorliegende Erfindung auf einen Assay eines Rezeptors
anwenden, der an einen spannungsgesteuerten Calcium-Kanal gekoppelt
ist. Jedoch beziehen wir uns aus Gründen der Klarheit bei der Beschreibung
der Anwendung der Erfindung im allgemeinen entweder auf einen Calcium-Kanal
oder einen Rezeptor.
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Das
Verzögerungsreagens
kann für
Praktiker Anwendung finden, welche die Calcium-Signalisierung in Zellen untersuchen
müssen,
jedoch keine Instrumente haben, um eine gleichzeitige Injektion und
Messung des schnellen und transienten Signals durchzuführen.
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Die
in den Assays der vorliegenden Erfindung bereitgestellte Verzögerung eignet
sich besonders für
das Hochdurchsatz-Screening funktioneller Ganzzell-Assays, bei denen
96-Mulden-, 384-Mulden-,
3456-Mulden- oder andere Plattenformate verwendet werden. Hier ermöglicht die
Verzögerung
der calcium-induzierten Signalerzeugung die Zugabe von Reagenzien
und die Handhabung von Platten über
einen längeren
Zeitrahmen, der für
diese Plattendichten besser geeignet ist. Man kann die intrazellulären Chelatoren
in jedem Assay verwenden, der eine funktionelle Ablesung ergibt,
wobei die zusätzliche
Zeit, die durch die Verzögerung
erhalten wird, eine zusätzliche
Manipulation der Zellen erlauben würde, wie z.B. Zugabe anderer
Reagenzien oder Transfer einer Probe, oder falls ein kinetisches Gleichgewicht
etabliert werden muss.
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Die
vorliegende Erfindung umfasst Verfahren zur Identifizierung von
Verbindungen, welche spezifisch mit Rezeptor-Polypeptiden wechselwirken.
Verbindungen, welche mit einem Rezeptor wechselwirken, können die
Aktivität
eines Rezeptors stimulieren oder inhibieren. Die Spezifität der Bindung
von Verbindungen mit Affinität
für einen
Rezeptor kann gezeigt werden durch Messen der Affinität der Verbindungen
für Membranen
aus rekombinanten Zellen, die ein Rezeptor-Polypeptid exprimieren.
Die Expression von Rezeptor-Polypeptiden und das Screenen hinsichtlich
Verbindungen, die an einen Rezeptor binden oder die Aktivierung
eines Rezeptors inhibieren, bietet ein wirksames Verfahren zur schnellen
Selektion von Verbindungen mit Affinität für einen Rezeptor.
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Deshalb
umfasst die vorliegende Erfindung Assays, mit denen Verbindungen,
die Rezeptor-Agonisten,
-Antagonisten und -Inhibitoren sind, identifiziert werden können. Die
Assay-Verfahren
der vorliegenden Erfindung unterscheiden sich von den im Stand der
Technik beschriebenen, da die vorliegenden Assays mindestens einen
Schritt beinhalten, bei dem die Zellen mit einem intrazellulären Chelator kontaktiert
werden.
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Die
vorliegende Erfindung ist breit anwendbar auf Assay-Formate, die
im Stand der Technik bekannt sind. Die vorliegende Erfindung ermöglicht in vorteilhafter
Weise die Verwendung von Instrumenten zum Nachweis von Fluoreszenz-
oder Lumineszenzsignalen aus Zellen ohne das Erfordernis einer gleichzeitigen
Flüssigkeitshandhabung
zum Nachweiszeitpunkt. Allgemeine Verfahren und Assay-Formate zur
Identifizierung von Liganden, Agonisten und Antagonisten sind im
Stand der Technik wohlbekannt und können adaptiert werden, um Agonisten
und Antagonisten von Rezeptoren zu identifizieren, welche in Zellen
exprimiert werden, die mit einem intrazellulären Chelator vor oder während eines
Assays kontaktiert werden. Die Reihenfolge der Schritte in jedem gegebenen
Verfahren kann variiert oder gleichzeitig durchgeführt werden,
wie von Fachleuten auf dem Gebiet der Assays erkannt werden wird.
Es folgen Beispiele der Vielfalt von Formaten, welche zur Durchführung eines
Assays der vorliegenden Erfindung verwendet werden können.
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Zellen,
die in der vorliegenden Erfindung von Nutzen sind, enthalten ein
calcium-sensitives Reportersystem. In einigen Ausführungsformen
wird die Zelle manipuliert, um das Reportersystem von stabil integrierten
Genen zu exprimieren. Alternativ können die Zellen transient mit
Nukleinsäuren
transfiziert werden, die für
einen calcium-sensitiven Reporter codieren. Am häufigsten besteht das Reportersystem aus
einem in der Zelle exprimierten Protein, beispielsweise ein Apoaequorin
oder eine grünes-Fluoreszenzprotein-Calmodulin-Chimäre. Es ist
jedoch vorstellbar, dass ein Multiprotein-System oder eine Multipolypetid-Anordnung, welche(s)
für Calcium sensitiv
ist und als Reaktion darauf ein Signal erzeugt, eingesetzt werden
kann. Alternativ kann man eine nicht-proteinhaltige organische Verbindung,
einschließlich
der hier angegebenen calcium-sensitiven Farbstoffe, einsetzen. Zellmembran-permeable
Farbstoffe sind bevorzugt. Farbstoffe können im Inneren von Zellen
durch Kontaktieren der Zellen mit derivatisierten Ester- oder Amid-Farbstoffen
eingefangen werden. Nach Aufnahme des Farbstoffs wird das Amid oder
der Ester gespalten, was die Farbstoffgruppierung innerhalb der
Zelle einfängt
(Tsien, R. Y. (1981), A non-disruptive technique for loading calcium
buffers and indicators into cells, Nature 290, 527–528).
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Dementsprechend
umfasst die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Bestimmung,
ob eine Kandidatenverbindung ein Inhibitor eines Rezeptors ist,
unter Verwendung von Zellen, die einen calcium-sensitiven Reporter,
wie z.B. Apoaequorin oder eine Chimäre von grünem Fluoreszenzprotein und Calmodulin,
enthalten, welches Verfahren umfasst:
- (a) Transfizieren
von Zellen mit einem Expressionsvektor, der für ein Rezeptor-Polypeptid codiert;
- (b) Wachsen lassen der transfizierten Zellen für eine ausreichende
Zeit, um die Expression des Rezeptors in den Zellen zu gestatten;
- (c) Aussetzen der Zellen einem intrazellulären Chelator von Calcium;
- (d) Aussetzen der Zellen einem Aktivator des Rezeptors in Anwesenheit
und in Abwesenheit der Verbindung;
- (e) Messen des in den Zellen erzeugten Signals; und
- (f) Vergleichen der Größe des Signals
in Anwesenheit und in Abwesenheit der Verbindung, wobei eine Erhöhung der
Signalgröße in Anwesenheit
der Verbindung anzeigt, dass die Verbindung ein Inhibitor der Aktivierung
des Rezeptors ist.
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Dementsprechend
umfasst die vorliegende Erfindung auch ein Verfahren zur Bestimmung
in vitro, ob eine Kandidatenverbindung ein Agonist eines Rezeptors
ist, unter Verwendung von Zellen, die einen calcium-sensitiven Reporter,
wie z.B. Apoaequorin oder eine Chimäre von grünem Fluoreszenzprotein und
Calmodulin, enthalten, wobei das Verfahren umfasst:
- (a) Transfizieren von Zellen mit einem Expressionsvektor, der
für ein
Rezeptor-Polypeptid codiert;
- (b) Wachsen lassen der transfizierten Zellen für eine ausreichende
Zeit, um die Expression des Rezeptors in den Zellen zu gestatten;
- (c) Aussetzen der Zellen einem intrazellulären Chelator von Calcium;
- (d) Aussetzen der Zellen einer Testverbindung;
- (e) Messen des in den Zellen erzeugten Signals; und
- (f) Vergleichen der Größe des Signals
in Anwesenheit und Abwesenheit der Verbindung,
wobei eine ähnliche
Signalerhöhung
wie bei einem bekannten Agonisten anzeigt, dass die Verbindung ein
Agonist des Rezeptors ist. Eine Erhöhung des Signals, die stärker als
bei einer Pufferkontrolle ist, jedoch schwächer als bei einem bekannten
Agonisten, zeigt an, dass die Verbindung ein partieller Agonist ist.
-
Die
Bedingungen, unter denen Schritt (d) des Verfahrens praktiziert
wird, sind Bedingungen, die typischerweise auf dem Gebiet zur Untersuchung
von Protein-Ligand-Wechselwirkungen eingesetzt werden: z.B. physiologischer
pH-Wert; Salzbedingungen, die von solchen herkömmlich verwendeten Puffern
wie PBS repräsentiert
werden, oder in Gewebekulturmedien; eine Temperatur von etwa 4°C bis etwa 55°C. In diesem
Schritt können
der Rezeptor und die Kandidatenverbindung der Zelle nacheinander
oder gleichzeitig zugeführt
werden. Es ist bevorzugt, dass die Kandidatenverbindung zuerst zugeführt wird
oder dass die Verbindung und der Rezeptor gleichzeitig zugeführt werden.
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In
einer alternativen Modifizierung der oben beschriebenen allgemeinen
Assays fehlt den Zellen ein endogenes calcium-sensitives Reporter-System und
sie werden mit dem System zur Durchführung des Assays transient
transfiziert. Diese Modifizierung kann von Nutzen sein bei Zellen,
welche endogen einen Rezeptor, der in dem Assay verwendet werden soll,
exprimieren oder stabil damit transfiziert sind. Eine zusätzliche
Modifizierung wäre
die Verwendung eines calcium-sensitiven Fluoreszenzfarbstoffes,
wie z.B. Fluo-3, anstelle eines endogenen calcium-sensitiven Reportersystems.
Bei dieser Modifizierung würde
ein zusätzlicher
Schritt zwischen (b) und (c) hinzugefügt werden, worin die Zellen
mit 1–10 μM Fluo-3-AM,
einem membran-permeablen Ester von Fluo-3, inkubiert werden. Eine
weitere Modifizierung der allgemeinen Assay-Formate wäre die Eliminierung
der Schritte (a) und (b) und stattdessen der Beginn mit Zellen,
welche das Rezeptor-Polypeptid stabil exprimieren.
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Als
weitere Modifizierung der oben beschriebenen Verfahren kann für Rezeptor
codierende RNA hergestellt werden, wie z.B. durch in vitro-Transkription
unter Verwendung eines Plasmids, welches den Rezeptor unter der
Kontrolle eines Bakteriophagen T7-Promotors enthält, und die RNA kann in Xenopus-Oozyten
mikroinjiziert werden, um die Expression des Rezeptors in den Oozyten
zu veranlassen. Die Oozyten werden dann einem intrazellulären Chelator
ausgesetzt. Verbindungen werden dann hinsichtlich Bindung an den
Rezeptor oder Inhibierung der Aktivierung des in den Oozyten exprimierten
Rezeptors getestet. Wie bei allen Assays dieser Erfindung ist ein
Schritt, bei dem die Zellen einem intrazellulären Chelator ausgesetzt werden,
in den Assay inkorporiert.
-
Die
obigen Ganzzell-Verfahren können
in Assays eingesetzt werden, bei denen man ermitteln möchte, ob
eine Verbindung mit Rezeptor wechselwirken kann.
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BEISPIEL 1
-
Zelllinien und Wachstumsbedingungen
-
Ausgangs-HEK293-Zelllinien,
die Apoaequorin exprimieren (293AEQ17-Zellen) (Button, D., und Brownstein,
M. (1993), Aequorin-expressing mammalian cell lines used to report
Ca2+ mobilization, Cell Calcium 14, 663–671), wurden
eingesetzt, um stabile klonale Zelllinien zu entwickeln, die einen liganden-gesteuerten
Calcium-Ionenkanal oder GPCR exprimieren. Die Ionenkanal-293AEQ17-Zellen
wurden auf Wachstumsmedium, das DMEM (GIBCOBRL, hohe Glucose, mit
L-Glutamin, mit 110 mg/l Natriumpyruvat, mit Pyridoxin-HCl), 25
mM HEPES (GIBCOBRL, 1 M Stammlösung),
0,5 mg/ml Geneticin (GIBCOBRL, 50 mg/ml Stammlösung), 1 μg/ml Puromycin (CLONTECH) und
10% fötales
Rinderserum (Gemini Bio-Products, hitze-inaktiviert) enthielt, bei
37°C, 5%
CO2, aufrechterhalten. Die GPCR-293AEQ17-Zellen wurden
auf Wachstumsmedium, das DMEM (GIBCOBRL, hohe Glucose, mit L-Glutamin,
mit 110 mg/l Natriumpyruvat, mit Pyridoxin-HCl), 25 mM HEPES, 0,5
mg/ml Geneticin, 0,2 mg/ml Hygromycin (BOEHRINGER MANNHEIM) und
10% fötales
Rinderserum (HYCLONE, definiert) enthielt, bei 37°C, 5% CO2, aufrechterhalten.
-
Ausplattierung
und Beladung von Zellen
-
Zellen
wurden bis zur Konfluenz in Gewebekulturgefäßen (T-225, CORNING) gezüchtet und durch
Trypsinbehandlung (Trypsin/EDTA, GIBCOBRL) geerntet. Die Zellen
wurden in weiße undurchsichtige
oder transparentbödige
96-Mulden-BIOCOAT-Poly-D-lysin-Platten (BECTON DICKINSON, Bedford,
MA) in Wachstumsmedium aufgeteilt (etwa 1 × 105 Zellen/0,2
ml/Mulde) und über
Nacht bei 37°C
in einem Feuchtluft-Inkubator mit 5% CO2 inkubiert.
Für die
Beladung der Zellen mit Coelenterazin wurde das Wachstumsmedium
durch Absaugen unter Verwendung eines TITERTEK-Zellwäschers entfernt,
gefolgt von Zugabe von Wachstumsmedium (DMEM-Medium mit 0,1% fötalem Rinderserum
und 0,15 mM reduziertem Glutathion), ergänzt mit 5 μM Coelenterazin h (MOLECULAR
PROBES, Eugene, OR). Für
einige Experimente wurden stattdessen andere Coelenterazin-Analoga
in dem Beladungspuffer wie angegeben verwendet. Die Zellen wurden
weiter in Beladungspuffer für
2 h bei 37°C
in einem Feuchtluft-Inkubator mit 5% CO2 inkubiert.
Das Medium wurde dann entfernt und die Zellen wurden mit Dulbecco's phosphat-gepufferter
Salzlösung
mit Calcium und Magnesium (PBS, GIBCOBRL, enthaltend 10 mM HEPES
und 2 mg/ml Glucose), ergänzt
mit 0–30 μM 1,2-Bis(o-aminophenoxy)ethan-N,N,N',N'-tetraessigsäuretetra(acetoxymethyl)ester
(BAPTA-AM, MOLECULAR PROBES) und 0,02% Pluronic F-127-Lösung (MOLECULAR PROBES), gewaschen und
1 h lang bei 37°C
in einem Feuchtluft-Inkubator mit
5% CO2 inkubiert. Alternativ wurden die
Zellen gleichzeitig mit Coelenterazin h und BAPTA-AM für 2 h bei
37°C in
einem Feuchtluft-Inkubator mit 5% CO2 beladen.
Die Zellen wurden dann gewaschen und mit 90 μl PBS, ergänzt mit 10 mM HEPES und 2 mg/ml Glucose,
beladen. Antagonist oder DMSO-Kontrollen wurden Mulden zugegeben
(10 μl,
1% DMSO Endkonzentration).
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Die
potentielle Pufferung oder Verzögerung der
aequorin-basierten Lumineszenz wurde in einem funktionellen zellulären Assay
für einen
liganden-gesteuerten Calcium-Kanal ermittelt. Wir stellten fest, dass
niedrige Niveaus an BAPTA in der Lage waren, die Kinetik des Lumineszenzsignals
nach Zugabe eines Agonisten zu verändern, ohne das gesamte akkumulierte
Licht signifikant zu supprimieren, wie für die Zugabe niedriger Niveaus
von Antagonist beobachtet (1–4).
-
BEISPIEL 2
-
Fluoreszenzmessung mit
VR1-Zellen
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Zelllinien und Wachstumsbedingungen
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Ausgangs-HEK293-Zelllinien,
die Apoaequorin exprimierten (293AEQ17-Zellen), wurden zur Entwicklung
stabiler klonaler Zelllinien verwendet, welche den Ratten-VR1-Capsaicin-Rezeptor exprimierten
(Caterina, M. J., Schumacher, M. A., Tominaga, M., Rosen, T. A.,
Levine, J. D., und Julius, D. (1997), The capsaicin receptor: a
heat-activated ion channel in the pain pathway, Nature 389, 816–824). Die
VR1-293AEQ17 wurden auf Wachstumsmedium, das DMEM (GIBCOBRL, hohe
Glucose, mit L-Glutamin, mit 110 mg/l Natriumpyruvat, mit Pyridoxin-HCl), 25
mM HEPES (GIBCOBRL, 1 M Stammlösung),
0,5 mg/ml Geneticin (GIBCOBRL, 50 mg/ml Stammlösung), 1 μg/ml Puromycin (CLONTECH) und
10% fötales
Rinderserum (GEMINI BIO-PRODUCTS, hitze-inaktiviert) enthielt, bei
37°C, 10%
CO2, aufrechterhalten.
-
Präparation von Zellen für den Assay
-
Zellen
wurden bis 80–95%
Konfluenz in Gewebekulturgefäßen (T-225,
CORNING) gezüchtet und
durch Trypsinbehandlung (Trypsin/EDTA, GIBCOBRL) geerntet. Zellen
wurden in schwarze 96-Mulden-BIOCOAT-Poly-D-lysin-Platten (BECTON DICKENSON,
Bedford, MA) mit transparentem Boden in Wachstumsmedium aufgeteilt
(etwa 1 × 105 Zellen/0,2 ml/Mulde) und über Nacht
bei 37°C
in einem Feuchtluft-Inkubator mit 10% CO2 inkubiert.
Zellen wurden einmal mit 200 μl
angereichertem PBS (Dulbecco's
PBS (GIBCOBRL # 14040-117), 10 mM HEPES, 2 g/l Glucose; pH 7,2)
gewaschen und dann mit 100 μl
an 5 μM
Fluo-3-AM (MOLECULAR PROBES # F1241) mit oder ohne 1,2-Bis(o-aminophenoxy)ethan-N,N,N',N',-tetraessigsäuretetra(acetoxymethyl)ester
(BAPTA-AM, MOLECULAR PROBES # B1205) in angereichertem PBS, enthaltend
0,02% Pluronic F-127 (MOLECULAR PROBES # P-3000), für 30–70 Minuten
inkubiert. Die Mulden wurden zweimal mit 100 μl angereichertem PBS gewaschen und
dann wurden 100 μl
angereichertes PBS mit oder ohne Antagonist für 15–30 Minuten vor dem Assay auf
dem AURORA-Fluoreszenzplattenleser VIPR (Anregung 480 nm, Emission
535 nm) zugegeben. Das BAPTA-AM kann 30 Minuten als separater Schritt
nach der Anfärbung
mit Fluo-3 und vor der Wirkstoffzugabe inkubiert werden, ohne nennenswerte
Unterschiede im Signal. Die Calcium-Reaktion wurde initiiert durch
Zugabe von 100 μl
der angegebenen Konzentration an Capsaicin (SIGMA # M2028). Das
VIPR-Instrument
wurde zur Zugabe von Agonist (in 100 μl angereichertem PBS) nach Aufzeichnung
einer 10-Sekunden-Grundlinie verwendet und die Fluoreszenz wurde
bis zu 300 Sekunden gemessen.
-
Änderungen
des intrazellulären
Calciums wurden mit Hilfe des Fluo-3-Farbstoffs und Nachweis der
Kinetik der Reaktion nach Zugabe des VR1-Agonisten Capsaicin (0,5 μM) zu Zellen,
die VR1 exprimierten, unter Verwendung eines VIPR-Fluoreszenzplattenlesers
(5 & 6A)
gemessen. In Abwesenheit von BAPTA erreichte die Reaktion einen
Gipfel in etwa 20 Sekunden und fiel in etwa 150 Sekunden auf 50%
ab. Diese Reaktion wurde vollständig durch
20 μM Capsazepin,
einem selektiven kompetitiven Antagonisten von VR1, blockiert. Die
Inkubation der Zellen für
30 Minuten mit 3 μM
BAPTA-AM führte zu
einer Verzögerung des
Fluoreszenzsignals mit einem Gipfel bei etwa 40 Sekunden, jedoch
war die Abklingzeit des Fluo-3-Signals (150 s) nicht beeinflusst. Jedoch
verursachte die Erhöhung
der Konzentration von BAPTA-AM auf 10 und 30 μM eine signifikante Verzögerung in
der Gipfelreaktionszeit von bis zu 100 Sekunden, mit einem anhaltenden
Fluoreszenzsignal, welches keinen signifikanten Abfall auf dieser Zeitskala
(3 Minuten) zeigte. Es ist bemerkenswert, dass die Fluoreszenz nach
den 3 Minuten nur partiell abklang, sogar in Abwesenheit von BAPTA-AM,
und dieses Abklingen kann teilweise auf eine Photobleichung von
Fluo-3 zurückzuführen sein.
-
Es
war wichtig, das korrekte Gleichgewicht zwischen dem Ausmaß der Agonist-Aktivierung
und Calcium-Chelierung durch BAPTA zu verwenden. Deshalb sind Titrationsexperimente
nützlich,
um geeignete Parameter zu etablieren. Erwartungsgemäß gab es,
wenn eine niedrigere Agonist-Konzentration verwendet wurde (6B,
0,1 μM Capsaicin),
eine Abnahme der Fluoreszenzreaktion und sie klang schneller ab.
Bei dieser niedrigen Agonist-Konzentration
verringerten 3 μM
BAPTA das Gipfelsignal ohne große
Auswirkungen auf die Zeit bis zum Gipfel oder die Abklingkinetik.
Bei 30 μM
Chelator ist das stabile Calcium-Signal in Abwesenheit des Antagonisten
nur leicht größer im Vergleich
zur Anwesenheit von 20 μM
Capsazepin. Trotzdem wurde sogar dieses geringe Fluoreszenzsignal über 30–180 Sekunden
aufrechterhalten und ergab ein leicht wahrnehmbares Fenster, verglichen
mit dem Abklingen des Fluoreszenzsignals, wenn es durch einen Antagonisten blockiert
wurde.
-
BEISPIEL 3
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Fluoreszenzmessung mit
Zellen, die Wachstumshormon-Sekretagogum-Rezeptor 1a exprimierten
-
Zelllinien und Wachstumsbedingungen
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Ausgangs-HEK293-Zelllinien,
die Apoaequorin exprimierten (293AEQ17-Zellen), wurden dazu verwendet,
eine stabile klonale Zelllinie zu entwickeln, die humanen Wachstumshormon-Sekretagogum-Rezeptortyp
1a exprimierte (hGHSR1A, Smith, R. G., Griffin, P. R., Xu, Y., Smith,
A. G. A., Liu, K., Calacay, J., Feighner, S. D., Pong, C.-S., Leong, D.,
Pomes, A., Cheng, K., Van der Ploeg, L. H. T., Howard, A. D., Schaeffer,
J., & Leonard,
R. J. (2000), Adenosine: A partial agonist of the growth hormone secretagogue
receptor, Biochem. Biophys. Res. Commun. 276, 1306–1313; Bednarek,
M. A., Feighner, S. C., Pong, S.-S., McKee, K. K., Hreniuk, D. L., Silva,
M. V., Warren, V. A., Howard, A. D, Van der Ploeg, L. H. Y., und
Heck, J. V. (2000), Structure-function studies on the new growth
hormone-releasing peptide, ghrelin: Minimal sequence of ghrelin
necessary for activation of growth hormone secretagogue receptor
1a, J. Med. Chem. 43, 4370–4376).
Die hGHSR1A- und Ausgangs-293AEQ17-Zellen
wurden auf Wachstumsmedium, das DMEM (GIBCOBRL, hohe Glucose, mit
L-Glutamin, mit 110 mg/l Natriumpyruvat, mit Pyridoxin-HCl), 25
mM HEPES (GIBCOBRL, 1 M Stammlösung),
0,5 mg/ml Geneticin (GIBCOBRL, 50 mg/ml Stammlösung), 0,2 mg/ml Hygromycin
(BOEHRINGER MANNHEIM) und 10% fötales
Rinderserum (HYCLONE, definiert) enthielt, bei 37°C, 10% CO2, aufrechterhalten.
-
Präparation
von Zellen für
den Assay
-
Zellen
wurden bis 80–95%
Konfluenz in Gewebekulturgefäßen (T-225,
CORNING) gezüchtet und
durch Trypsinbehandlung (Trypsin/EDTA, GIBCOBRL) geerntet. Zellen
wurden in schwarze 96-Mulden-BIOCOAT-Poly-D-lysin-Platten mit transparentem
Boden (BECTON DICKENSON, Bedford, MA) in Wachstumsmedium aufgeteilt
(etwa 1 × 105 Zellen/0,2 mg/Mulde) und über Nacht
bei 37°C
in einem Feuchtluft-Inkubator mit 10% CO2 inkubiert.
Zellen wurden einmal mit 200 μl
angereichertem PBS (Dulbecco's
PBS (GIBCOBRL # 14040-117), 10 mM HEPES, 2 g/l Glucose; pH 7,2)
gewaschen und dann mit 100 μl
5 μM Fluo-4-AM
(# F14202) mit oder ohne 1,2-Bis(o-aminophenoxy)ethan-N,N,N',N'-tetraessigsäuretetra(acetoxymethyl)ester
(BAPTA-AM, MOLECULAR PROBES # B1205) in angereichertem PBS mit 0,02%
Pluronic F-127 (MOLECULAR PROBES # P-3000) für 30–70 Minuten inkubiert. Die
Mulden wurden zweimal mit 100 μl
angereichertem PBS gewaschen und dann wurden 100 μl angereichertes
PBS mit oder ohne Antagonist 15–30
Minuten lang vor dem Assay auf dem AURORA-Fluoreszenzplattenleser
VIPR (Anregung 480 nm, Emission 535 nm) zugegeben. Die Calcium-Reaktion
wurde initiiert durch Zugabe von 100 μl der angegebenen Konzentration an
Ghrelin (PHOENIX PHARMACEUTICALS # 031031). Das VIPR-Instrument
wurde zur Zugabe von Agonist (in 100 μl angereichertem PBS) nach Aufzeichnung
einer 10-Sekunden-Grundlinie verwendet und die Fluoreszenz wurde
für bis
zu 300 Sekunden gemessen.
-
Der
Calcium-Transient, der durch den hGHSR1a-Agonisten Ghrelin (100
nM) aktiviert wurde, überwacht
mit Fluo-4, wurde mit Hilfe des VIPR gemessen (8A).
Die ghrelin-induzierten Calcium-Reaktionen wurden durch den bekannten GHSR-Antagonisten
L-756,867 inhibiert. Die Aktivierung von hGHSR1a verursachte eine
schnelle Erhöhung
der Fluoreszenz, die ein Maximum nach etwa 15 Sekunden erreichte
und nach etwa 100 Sekunden vollständig auf das Grundniveau abfiel.
Die Zugabe von BAPTA (30 μM
BAPTA-AM) verzögerte
die Gipfel-Fluoreszenzreaktion
von 15 Sekunden auf 150 Sekunden, mit einem stabilen Fluoreszenzsignal
für bis
zu fünf
Minuten.
-
BEISPIEL 4
-
Fluoreszenzmessung mit
Zellen, die muscarinerge Acetylcholin-Rezeptoren exprimieren
-
Zelllinien und Wachstumsbedingungen
-
Ausgangs-HEK293-Zelllinien,
die Apoaequorin exprimierten (293AEQ17-Zellen), wurden in Wachstumsmedium,
das DMEM (GIBCOBRL, hohe Glucose, mit L-Glutamin, mit 110 mg/l Natriumpyruvat,
mit Pyridoxin-HCl), 25 mM HEPES (GIBCOBRL, 1 M Stammlösung), 0,5
mg/ml Geneticin (GIBCOBRL, 50 mg/ml Stammlösung) und 10% fötales Rinderserum
(GEMINI BIO-PRODUCTS, hitze-inaktiviert) enthielt, bei 37°C, 10% CO2, aufrechterhalten.
-
Präparation von Zellen für den Assay
-
Zellen
wurden bis 80–95%
Konfluenz in Gewebekulturgefäßen (T-225,
CORNING) gezüchtet und
durch Trypsinbehandlung (Trypsin/EDTA, GIBCOBRL) geerntet. Zellen
wurden in schwarze 96-Mulden-BIOCOAT-Poly-D-lysin-Platten mit transparentem
Boden (BECTON DICKENSON, Bedford, MA) in Wachstumsmedium aufgeteilt
(etwa 1 × 105 Zellen/0,2 ml/Mulde) und über Nacht
bei 37°C
in einem Feuchtluft-Inkubator bei 10% CO2 inkubiert.
Zellen wurden einmal mit 200 μl
angereichertem PBS (Dulbecco's
PBS (GIBCOBRL # 14040-117), 10 mM HEPES, 2 g/l Glucose; pH 7,2)
gewaschen und dann mit 100 μl
5 μM Fluo-4-AM
(MOLECULAR PROBES # F14202) mit oder ohne 1,2-Bis(o-aminophenoxy)ethan-N,N,N',N'-tetraessigsäuretetra(acetoxymethyl)ester
(BAPTA-AM, MOLECULAR PROBES # B1205) in angereichertem PBS mit 0,02%
Pluronic F-127 (MOLECULAR PROBES # P-3000) für 30–70 Minuten inkubiert. Die
Mulden wurden zweimal mit 100 μl
angereichertem PBS gewaschen und dann wurden 100 μl angereichertes
PBS mit oder ohne Antagonist für
15–30
Minuten vor dem Assay auf dem AURORA-Fluoreszenzplattenleser VIPR
(Anregung 480 nm, Emission 535 nm) zugegeben. Die Calcium-Reaktion
wurde initiiert durch die Zugabe von 100 μl der angegebenen Konzentration
an (+/–)-Muscarin (SIGMA
# M0405). Das VIPR-Instrument wurde dazu verwendet, um Agonist (in
100 μl angereichertem PBS)
nach Aufzeichnung einer 10-Sekunden-Grundlinie zuzugeben, und die
Fluoreszenz wurde für
bis zu 300 Sekunden gemessen.
-
Muscimol
stimulierte einen endogenen muscarinergen Rezeptor (Moriya, H.,
Takagi, Y., Nakanishi, T., Hayashi, M., Tani, T., und Hirotsu, I.
(1999), Affinity profiles of various muscarinic antagonists for cloned
human muscarinic acetylcholine receptor (MACHR) subtypes and MACHRS
in rat heart and submandibular gland, Life Sciences 25, 2351–2358; Caulfield,
M. P. (1993), Muscarinic receptors – characterization, coupling
and function, Pharmac. Ther. 58, 319–379) in HEK-AEQ17-Zellen,
welche ein robustes Fluoreszenzsignal ergaben, wenn sie mit Fluo-4
unter Verwendung des VIPR gemessen wurden. Die Kinetik dieses Calcium-Transients
unterschied sich von der für
entweder den VR1- oder hGHSR1a-Calcium-Transient
gemessenen. Die Aktivierung mit Muscimol (10 μM) verursachte eine schnelle
transiente Reaktion, gefolgt von einer langsameren Reaktion (9A).
Die schnelle transiente Reaktion war sehr sensitiv für BAPTA
und wurde durch geringe Niveaus des Chelators (3 μM BAPTA-AM)
eliminiert, jedoch konnte unter diesen Bedingungen ein Fluoreszenzsignal
nachgewiesen werden, das für
mindestens drei Minuten stabil war. Bei höherer BAPTA-Konzentration (10 μM BAPTA-AM) war
die Fluoreszenzerhöhung
sehr langsam und hatte sich sogar nach drei Minuten noch nicht stabilisiert.
-
BEISPIEL 5
-
Lumineszenzmessung mit
VR1 exprimierenden Zellen
-
Zelllinien und Wachstumsbedingungen
-
Ausgangs-HEK293-Zelllinien,
die Apoaequorin exprimierten (293AEQ17-Zellen), wurden dazu verwendet,
stabile klonale Zelllinien zu entwickeln, welche den Ratten-VR1-Capsaicin-Rezeptor exprimierten.
Die VR1-293AEQ17 wurden auf Wachstumsmedium, das DMEM (GIBCOBRL,
hohe Glucose, mit L-Glutamin, mit 110 mg/l Natriumpyruvat, mit Pyridoxin-HCl), 25 mM HEPES
(GIBCOBRL, 1 M Stammlösung),
0,5 mg/ml Geneticin (GIBCOBRL, 50 mg/ml Stammlösung), 1 μg/ml Puromycin (CLONTECH), und
10% fötales
Rinderserum (GEMINI BIO-PRODUCTS, hitze-inaktiviert) enthielt, bei 37°C, 10% CO2, aufrechterhalten.
-
Präparation
von Zellen für
den Assay
-
Zellen
wurden bis 80–95%
Konfluenz in Gewebekulturgefäßen (T-225,
CORNING) gezüchtet und
durch Trypsinbehandlung (Trypsin/EDTA, GIBCOBRL) geerntet. Zellen
wurden in weiße
96-Mulden-BIOCOAT-Poly-D-lysin-Platten mit transparentem Boden (BECTON
DICKENSON, Bedford, MA) in Wachstumsmedium aufgeteilt (etwa 1 × 105 Zellen/0,2 ml/Mulde) und über Nacht
bei 37°C
in einem Feuchtluft-Inkubator bei 10% CO2 inkubiert.
Die Zellen wurden mit dem Aequorin-Substrat Coelenterazin h (MOLECULAR
PROBES, # C6780) durch Entfernen des Wachstumsmediums und Inkubieren
der Zellen mit 75 μl
Beladungspuffer (DMEM GIBCOBRL # 12320-032; 0,1% FBS GEMINI BIO-PRODUCTS, Inc.
# 100–107;
5 μM Coelenterazin
h; 30 μM
reduziertes Glutathion) für
2 h bei 37°C,
10% CO2, beladen. Der Beladungspuffer wurde
dann entfernt und die Zellen wurden zweimal mit 100 μl angereichertem PBS
(pH 7,2) gewaschen und dann mit 100 μl angereichertem PBS, ergänzt mit
0–30 μM BAPTA-AM,
für 30–120 Minuten
bei 37°C,
10% CO2, inkubiert. Die Zellen wurden dann
gewaschen und mit 100 μl
angereichertem PBS mit dem oder ohne den angegebenen Antagonisten
beladen. Die Calcium-Reaktion wurde initiiert durch Zugabe von 100 μl der angegebenen
Konzentration an Capsaicin (SIGMA # M2028) zu den Mulden mit einem
WALLAC MICROBETA JET. Um einheitlichere Kinetiken zu erhalten, wurde der
Jet so eingestellt, dass er gleichzeitig nur 6 Mulden pro Bestimmung
ablas.
-
Die
Aequorin-Blitzlumineszenz-Reaktion nach Aktivierung von VR1 wurde
nicht so leicht durch intrazelluläres BAPTA verzögert, wie
das Fluo-3-Fluoreszenzsignal. Für
diese Experimente wurde die Kinetik der Blitzlumineszenz mit Hilfe
eines WALLAC MICROBETA JET-Luminometers verfolgt, welcher das Reagens
injiziert und die Lichtemission von 6 Mulden einer 96-Mulden-Platte
simultan aufzeichnet. Die Zugabe von Capsaicin (50 nM) verursachte
ein schnelles und transientes Lumineszenzsignal, das innerhalb von
30 Sekunden weitgehend vollständig war,
mit einem Peakniveau, das in lediglich etwa 10 Sekunden auftrat
(7A). Die Zugabe von zunehmenden Niveaus an BAPTA
(0–30 μM BAPTA-AM) verursachte
eine progressive Verzögerung
im Auftreten des Aequorin-Lumineszenzsignals,
mit einer maximalen Reaktion bei 30 Sekunden, verzögert von
10 Sekunden. Dieses Signal wurde für bis zu 3 Minuten ausgedehnt,
wobei die maximale Zeit aufgezeichnet wurde. Für diese Experimente war es
wichtig, eine niedrige Konzentration an Agonist zu verwenden, da bei
einer hohen Agonist-Konzentration (0,5 μM) sogar 30 μM BAPTA-AM die Peakreaktion
nur von etwa fünf
Sekunden auf 10 Sekunden verzögerte (7B).
Während
die Kinetik der Aequorin-Reaktion durch Pufferung mit BAPTA verändert wurde,
wurde das Gesamtsignal nicht signifikant supprimiert, da sich das
Gesamtsignal bei einer gegebenen Agonist-Konzentration bei Verwendung
von 0 μM
bis 30 μM
BAPTA-AM nicht signifikant veränderte.
-
BEISPIEL 6
-
Lumineszenzmessung mit
Zellen, die Wachstumshormon-Sekretagogum-Rezeptor 1a exprimieren
-
Zelllinien und Wachstumsbedingungen
-
Ausgangs-HEK293-Zelllinien,
die Apoaequorin exprimierten (293AEQ17-Zellen), wurden dazu verwendet,
um stabile klonale Zelllinien zu entwickeln, die den Wachstumshormon-Sekretagogum-Rezeptortyp
1a exprimierten (hGHSR1A). Die hGHSR1A-Zellen wurden auf Wachstumsmedium, das
DMEM (GIBCOBRL, hohe Glucose, mit L-Glutamin, mit 110 mg/ml Natriumpyruvat,
mit Pyridoxin-HCl), 25 mM HEPES (GIBCOBRL, 1 M Stammlösung), 0,5 mg/ml
Geneticin (GIBCOBRL, 50 mg/ml Stammlösung), 0,2 mg/ml Nygromycin
(BOEHRINGER MANNHEIM) und 10% fötales
Rinderserum (HYCLONE, definiert) enthielt, bei 37°C, 10% CO2, aufrechterhalten.
-
Präparation von Zellen für den Assay
-
Zellen
wurden bis 80–95%
Konfluenz in Gewebekulturgefäßen (T-225,
CORNING) gezüchtet und
durch Trypsinbehandlung (Trypsin/EDTA, GIBCOBRL) geerntet. Zellen
wurden in weiße
96-Mulden-BIOCOAT-Poly-D-lysin-Platten mit transparentem Boden (BECTON
DICKENSON, Bedford, MA) in Wachstumsmedium aufgeteilt (etwa 1 × 105 Zellen/0,2 ml/Mulde) und über Nacht
bei 37°C
in einem Feuchtluft-Inkubator bei 10% CO2 inkubiert.
Zellen wurden mit dem Aequorin-Substrat Coelenterazin h (MOLECULAR
PROBES, # C-6780) beladen durch Entfernen des Wachstumsmediums und
Inkubieren der Zellen mit 75 μl
Beladungspuffer (DMEM GIBCOBRL # 12320-032; 0,1% FBS GEMINI BIO-PRODUCTS,
Inc. # 100–107;
5 μM Coelenterazin
h; 30 μM
reduziertes Glutathion) für
2 h bei 37°C,
10% CO2. Der Beladungspuffer wurde dann
entfernt und die Zellen wurden zweimal mit 100 μl angereichertem PBS (pH 7,2)
gewaschen und dann mit 100 μl
angereichertem PBS, ergänzt
mit 0–30 μM BAPTA-AM,
für 30–120 Min.
bei 37°C,
10% CO2, inkubiert. Die Zellen wurden dann
gewaschen und mit 100 μl
angereichertem PBS mit dem oder ohne den angegebenen Antagonisten
beladen. Die Calcium-Reaktion wurde durch die Zugabe von 100 μl der angegebenen
Konzentration an Ghrelin (PHOENIX PHARMACEUTICALS # 031031) mit
einem WALLAC MICROBETA JET initiiert. Um einheitlichere Kinetiken
zu erhalten, wurde der Jet so eingestellt, dass nur 6 Mulden pro Bestimmung
gleichzeitig abgelesen wurden.
-
Nach
Zugabe des hGSHR1a-Agonisten (100 nM Ghrelin) gab es eine schnelle
Erhöhung
der Lichtemission, die einen Gipfel in nur drei Sekunden erreichte
und im wesentlichen nach 30 Sekunden vorbei war, wie gemessen mit
dem Jet-Luminometer (8B). Im Gegensatz dazu verringerte
die Zugabe von BAPTA (30 μM
BAPTA-AM) das Lumineszenzsignal auf nur etwa 5% der Reaktion in
Abwesenheit von BAPTA, jedoch wurde die Zeit, um die maximale Lichtemission
zu erreichen, auf 75 Sekunden verzögert (8B, Einsatz).
Darüber
hinaus gab es, obwohl die Amplitude des Signals verringert war,
ein signifikantes Fenster zwischen dem Signal in Abwesenheit und
Anwesenheit von Antagonist, das in einem Screening-Assay verwendet
werden kann.
-
BEISPIEL 7
-
Manuelle Fluoreszenzmessungen
mit muscarinergen Acetylcholin-Rezeptoren
-
Zelllinien
und Wachstumsbedingungen
-
Ausgangs-HEK293-Zelllinien,
die Apoaequorin exprimierten (293AEQ17-Zellen), wurden auf Wachstumsmedium,
das DMEM (GIBCOBRL, hohe Glucose, mit L-Glutamin, mit 110 mg/ml
Natriumpyruvat, mit Pyridoxin-HCl), 25 mM HEPES (GIBCOBRL, 1 M Stammlösung), 0,5
mg/ml Geneticin (GIBCOBRL, 50 mg/ml Stammlösung) und 10% fötales Rinderserum
(GEMINI BIO-PRODUCTS, hitze-inaktiviert) enthielt, bei 37°C, 10% CO2, aufrechterhalten.
-
Präparation
von Zellen für
den Assay
-
Zellen
wurden bis 80–95%
Konfluenz in Gewebekulturgefäßen (T-225,
CORNING) gezüchtet und
durch Trypsinbehandlung (Trypsin/EDTA, GIBCOBRL) geerntet. Zellen
wurden in schwarze 96-Mulden-BIOCOAT-Poly-D-lysin-Platten mit transparentem
Boden (BECTON DICKENSON, Bedford, MA) in Wachstumsmedium aufgeteilt
(etwa 1 × 105 Zellen/0,2 ml/Mulde) und über Nacht
bei 37°C
in einem Feuchtluft-Inkubator bei 10% CO2 inkubiert.
Die Zellen wurden einmal mit 200 μl
angereichertem PBS (Dulbecco's
PBS (GIBCOBRL # 14040-117), 10 mM HEPES, 2 g/l Glucose; pH 7,2)
gewaschen und dann mit 100 μl
5 μM Fluo-4-AM
(MOLECULAR PROBES # F14202) mit oder ohne 1,2-Bis(o-aminophenoxy)ethan-N,N,N',N'-tetraessigsäuretetra(acetoxymethyl)ester
(BAPTA-AM, MOLECULAR PROBES # B1205) in angereichertem PBS, enthaltend
0,02% Pluronic F-127 (MOLECULAR PROBES # P-3000), für 30–70 Minuten
inkubiert. Mulden wurden zweimal mit 100 μl angereichertem PBS gewaschen
und dann wurden 100 μl
angereichertes PBS mit oder ohne Antagonist 30 Minuten lang vor
dem Assay auf dem AURORA-Fluoreszenzplattenleser VIPR (Anregung
480 nm, Emission 535 nm) zugegeben. Die Calcium-Reaktion wurde initiiert
durch Zugabe von 100 μl
der angegebenen Konzentration an (+/–)-Muscarin (SIGMA # M0405)
unter Verwendung einer manuellen Vorrichtung. Das VIPR-Instrument
wurde zur Messung einer 5sekündigen
Anfangsfluoreszenz und dann zur Aufzeichnung einer weiteren fünfsekündigen Fluoreszenzreaktion
nach einer Verzögerung
von fünf
Minuten verwendet.
-
Kinetische
Experimente unter Verwendung der Geräte VIPR und Jet demonstrieren,
dass niedrige Niveaus an intrazellulärem BAPTA Calcium-Reaktionen
in einer Vielfalt funktioneller Assays für Ionenkanäle und GPCR's verzögern und verlängern können. Ein
empirischer Ansatz ist zunächst
erforderlich, um die verwendete Konzentration des Chelators und Agonisten
auszubalancieren, jedoch wurde in jedem Fall ein geeigneter fluoreszenz- basierter oder aequorin-basierter
Assay mit einer ausgedehnten Calcium-Reaktion entwickelt.
-
Eine
nützliche
Anwendung dieser Erfindung ist die Entwicklung von Assay-Bedingungen,
welche das transiente Calcium-Signal ausreichend verlängern würden, um
eine Messung der Fluoreszenz oder Lumineszenz mit Standard-Laborplattenlesegeräten zu erlauben.
Um die oben verwendeten Instrumente zu ersetzen, die eine gleichzeitige
Flüssigkeitszugabe
und Aufzeichnung aufweisen, muss ein beobachtbares Signal nach der
Zugabe eines Agonisten in der Größenordnung
von mehreren Minuten aufrechterhalten werden. Auf Grundlage der
Ergebnisse dieser kinetischen Experimente wurde getestet, ob man Agonist
zu einer 96-Mulden-Platte
mit einer Hand-Pipettiervorrichtung zugeben und dann die Platte
in ein geeignetes Lesegerät überführen und
immer noch ein stabiles Signal gegenüber dem Hintergrund, geeignet
zur Entwicklung von HTS-Assays, erhalten konnte.
-
Eine
Platte von HEK-AEQ17-Zellen wurde mit 5 μM Fluo-4 und 3 μM BAPTA-AM
beladen. Eine Ausgangsfluoreszenzmessung wurde vorgenommen unter
Verwendung des VIPR (fünf
Sekunden) und dann wurde Muscimol (10 μM) der Platte per Hand zugegeben
unter Verwendung einer Multikanal-Pipette, um die endogenen muscarinergen
AChR zu aktivieren. Die Platte wurde fünf Minuten lang inkubiert,
bevor eine zweite Fluoreszenzablesung unter Verwendung des VIPR
(fünf Sekunden)
durchgeführt wurde.
Sogar fünf
Minuten nach der Stimulation mit Muscimol wurde eine klare Erhöhung des
Fluoreszenzsignals nachgewiesen. Unter diesen Bedingungen wurde
eine dosisabhängige
Abnahme des Fluoreszenzsignals mit Atropin beobachtet, welche einen KI-Wert = 0,7 nM ergab, was der erwarteten
Wirksamkeit für
Atropin nahekam (9B).
-
BEISPIEL 8
-
Manuelle Lumineszenzmessung
mit Zellen, die VR1 exprimieren
-
Zelllinien und Wachstumsbedingungen
-
Ausgangs-HEK293-Zelllinien,
die Apoaequorin exprimierten (293AEQ17-Zellen), wurden zur Entwicklung
stabiler klonaler Zelllinien verwendet, welche den Ratten-VR1-Capsaicin-Rezeptor exprimierten.
Die VR1-293AEQ17- und Ausgangs-293AEQ17-Zellen wurden auf Wachstumsmedium,
das DMEM (GIBCOBRL, hohe Glucose, mit L-Glutamin, mit 110 mg/l Natriumpyruvat,
mit Pyridoxin-HCl), 25 mM HEPES (GIBCOBRL, 1 M Stammlösung), 0,5
mg/ml Geneticin (GIBCOBRL, 50 mg/ml Stammlösung), 1 μg/ml Puromycin (CLONTECH) und
10% fötales
Rinderserum (GEMINI BIO-PRODUCTS, hitze-inaktiviert) enthielt, bei
37°C, 10% CO2, aufrechterhalten.
-
Präparation
von Zellen für
den Assay
-
Zellen
wurden bis 80–95%
Konfluenz in Gewebekulturgefäßen (T-225,
CORNING) gezüchtet und
durch Trypsinbehandlung (Trypsin/EDTA, GIBCOBRL) geerntet. Zellen
wurden in weiße
96-Mulden-BIOCOAT-Poly-D-lysin-Platten mit transparentem Boden (BECTON
DICKENSON, Bedford, MA) in Wachstumsmedium aufgeteilt (etwa 1 × 105 Zellen/0,2 ml/Mulde) und über Nacht
bei 37°C
in einem Feuchtluft-Inkubator mit 10% CO2 inkubiert.
Zellen wurden mit dem Aequorin-Substrat Coelenterazin h (MOLECULAR
PROBES, # C-6780) beladen durch Entfernen des Wachstumsmediums und
Inkubieren der Zellen mit 75 μl
Beladungspuffer (DMEM GIBCOBRL # 12320-032; 0,1% FBS GEMINI BIO-PRODUCTS,
Inc. # 100–107;
5 μM Coelenterazin
h; 30 μM
reduziertes Glutathion) für
2 h bei 37°C,
10% CO2. Der Beladungspuffer wurde dann
entfernt und die Zellen wurden zweimal mit 100 μl angereichertem PBS (pH 7,2)
gewaschen und dann mit 100 μl
angereichertem PBS, ergänzt
mit 0 oder 10 μM
BAPTA-AM, für
30 Minuten bei 37°C,
10% CO2, inkubiert. Die Zellen wurden dann
gewaschen und mit 100 μl angereichertem
PBS mit dem oder ohne den angegebenen Antagonisten beladen. Die
Calcium-Reaktion wurde durch Zugabe von 100 μl der angegebenen Konzentration
von Capsaicin (SIGMA # M2028) zu dem entsprechenden Satz von 6 Mulden
unter Verwendung einer manuellen Vorrichtung initiiert. Der WALLAC
MICROBETA JET wurde zur Messung von 10 Sekunden Lumineszenz nach
einer Verzögerung von
zwei Minuten eingesetzt.
-
VR1-Zellen
wurden mit Coelenterazin beladen, mit oder ohne BAPTA-AM behandelt
und dann mit zunehmenden Konzentrationen des Antagonisten Capsazepin
inkubiert. Unter Verwendung einer Hand-Multikanalpipette wurde Capsaicin
(0,5 μM) den
96-Muldenplatten, welche die VR1-exprimierenden Zellen enthielten,
zugegeben (10B). Nach einem Intervall von
zwei Minuten wurden die Platten mit Hilfe des WALLAC MICROBETA JET-Luminometers abgelesen.
Komplexe Dosis-Antwort-Kurven wurden für den Antagonisten Capsazepin
erhalten. Das Lumineszenzsignal nahm tatsächlich mit der Antagonistenkonzentration
bis zu einem gewissen Punkt zu, war jedoch bei höheren Konzentrationen vollständig blockiert.
Diese komplexe Dosis-Antwort-Kurve wurde sowohl in Anwesenheit als
auch Abwesenheit von BAPTA beobachtet. Jedoch erhöhte insgesamt
die Zugabe von BAPTA die Lumineszenz so, dass ein vierfaches Signal
gegenüber
dem Hintergrund zwei Minuten nach Stimulation mit Agonist gemessen
werden konnte. Darüber
hinaus zeigten die Rezeptor-Antagonisten die erwartete Wirksamkeit
in Anwesenheit von BAPTA.
-
Zum
besseren Verständnis
der Komplexität der
Dosis-Antwort-Kurven wurde die Kinetik der Aequorin-Lumineszenz
in den VR1-HEK293-AEQ-Zellen in Anwesenheit zunehmender Konzentrationen an
Antagonist untersucht. Es wurde festgestellt, dass der Antagonist
selbst bei weniger als sättigenden Konzentrationen
eine Verzögerung
des Calcium-Signals in Abwesenheit von Chelator verursachte. Mutmaßlich sind
die verzögerten
Kinetiken auf eine Konkurrenz zwischen dem Agonisten und Antagonisten um
den Rezeptor zurückzuführen. Dies
unterscheidet sich erheblich von dem Mechanismus, mit dem BAPTA
die Lumineszenz verzögert,
welcher auf die Chelierung von Calcium zurückzuführen ist. Obwohl der Mechanismus
unterschiedlich ist, zeigen die Resultate an, dass ein bekannter
Antagonist ebenfalls zur Verzögerung
des Calcium-Transients verwendet werden könnte. Jedoch sollte die Verwendung
eines intrazellulären
Chelators universeller auf einen beliebigen calcium-basierten funktionellen
Assay anwendbar sein.
-
BEISPIEL 9
-
Manuelle Lumineszenzmessung
mit Zellen, die Wachstumshormon-Sekretagogum-Rezeptor 1a exprimieren
-
Zelllinien
und Wachstumsbedingungen
-
Ausgangs-HEK293-Zelllinien,
die Apoaequorin exprimierten (293AEQ17-Zellen), wurden verwendet
zur Entwicklung stabiler klonaler Zelllinien, welche den Human-Wachstumshormon-Sekretagogum-Rezeptortyp
1a exprimierten (hGHSR1A). Die hGHSR1A-Zellen wurden auf Wachstumsmedium, das
DMEM (GIBCOBRL, hohe Glucose, mit L-Glutamin, mit 110 mg/l Natriumpyruvat,
mit Pyridoxin-HCl), 25 mM HEPES (GIBCOBRL, 1 M Stammlösung), 0,5 mg/ml
Geneticin (GIBCOBRL, 50 mg/ml Stammlösung), 0,2 mg/ml Hygromycin
(BOEHRINGER MANNHEIM) und 10% fötales
Rinderserum (HYCLONE, definiert) enthielt, bei 37°C, 10% CO2, aufrechterhalten.
-
Präparation
von Zellen für
den Assay
-
Zellen
wurden bis 80–95%
Konfluenz in Gewebekulturgefäßen (T-225,
CORNING) gezüchtet und
durch Trypsinbehandlung (Trypsin/EDTA, GIBCOBRL) geerntet. Zellen
wurden in weiße
96-Mulden-BIOCOAT-Poly-D-lysin-Platten mit transparentem Boden (BECTON
DICKENSON, Bedford, MA) in Wachstumsmedium aufgeteilt (etwa 1 × 105 Zellen/0,2 ml/Mulde) und über Nacht
bei 37°C
in einem Feuchtluft-Inkubator bei 10% CO2 inkubiert.
Die Zellen wurden mit dem Aequorin-Substrat Coelenterazin h (MOLECULAR
PROBES, # C-6780) beladen durch Entfernen des Wachstumsmediums und
Inkubieren der Zellen mit 75 μl Beladungspuffer
(DMEM GIBCOBRL # 12320-032; 0,1% FBS GEMINI BIO-PRODUCTS, Inc. #
100–107;
5 μM Coelenterazin
h; 30 μM
reduziertes Glutathion) für
2 h bei 37°C,
10% CO2. Der Beladungspuffer wurde dann
entfernt und die Zellen wurden zweimal mit 100 μl angereichertem PBS (pH 7,2)
gewaschen und dann mit 100 μl
angereichertem PBS, ergänzt
mit 0–10 μM BAPTA-AM,
für 30
Minuten bei 37°C,
10% CO2, inkubiert. Die Zellen wurden dann
gewaschen und mit 100 μl
angereichertem PBS mit dem oder ohne den angegebenen Antagonisten
beladen. Die Calcium-Reaktion wurde durch Zugabe von 100 μl der angegebenen
Konzentration an Ghrelin (Phoenix Pharmaceuticals # 031031) zu dem
entsprechenden Satz von 6 Mulden unter Verwendung einer manuelllen
Vorrichtung initiiert. Der WALLAC MICROBETA JET wurde zur Messung
von 10 Sekunden Lumineszenz nach einer Verzögerung von zwei Minuten eingesetzt.
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hGHSR1a-Zellen
wurden mit Coelenterazin beladen, mit oder ohne BAPTA-AM behandelt
und dann mit zunehmenden Konzentrationen des Antagonisten L-756,867
inkubiert (Smith, R. G., Griffin, P. R., Xu, Y., Smith, A. G. A.,
Liu, K., Calacay, J., Feighner, S. D., Pong., C.-S., Leong, D., Pomes, A., Cheng, K.,
Van der Ploeg, L. H. T., Howard, A. D., Schaeffer, J., & Leonard, R. J.
(2000), Adenosine: A partial agonist of the growth hormone secretagogue receptor,
Biochem. Biophys. Res. Commun. 276, 1306–1313; Bednarek, M. A., Feighner,
S. C., Pong, S.-S., McKee, K. K., Hreniuk, D. L., Silva, M. V.,
Warren, V. A., Howard, A. D., Van der Ploeg, L. H. Y., und Heck,
J. V. (2000), Structure-function studies on the new growth hormone-releasing
peptide, ghrelin: Minimal sequence of ghrelin necessary for activation
of growth hormone secretagogue receptor 1a, J. Med. Chem. 43, 4370–4376).
Unter Verwendung einer Hand-Multikanalpipette wurde Ghrelin (100
nM) den 96-Muldenplatten, welche die hGHSR1a-Zellen enthielten,
zugegeben (10A). Nach einem Intervall von
zwei Minuten wurden die Platten unter Verwendung des WALLAC MICROBETA
JET-Luminometers abgelesen. Das Lumineszenzsignal nahm tatsächlich mit
der Antagonistenkonzentration bis zu einem gewissen Punkt zu, war
jedoch bei höheren
Konzentrationen vollständig
blockiert. Diese komplexen Dosis-Antwort-Kurven wurden sowohl in
Anwesenheit als auch Abwesenheit von BAPTA beobachtet. Jedoch erhöhte insgesamt
die Zugabe von BAPTA die Lumineszenz so, dass ein 6faches Signal
gegenüber dem
Hintergrund zwei Minuten nach Stimulation mit Agonist gemessen werden
konnte. Darüber
hinaus zeigten die Rezeptor-Antagonisten die erwartete Wirksamkeit
in Gegenwart von BAPTA.
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Diskussion
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Niedrige
Niveaus an intrazellulärem
Chelator, BAPTA, können
die Kinetik von Calcium-Transients,
erzeugt durch den Einstrom durch einen Plasmamembran-Ionenkanal
(VR1) oder Freisetzung aus intrazellulären Speichern (InsP3-gesteuerten Kanälen), verlangsamen. In den
hier beschriebenen bevorzugten Ausführungsformen wurde der zell-permeable
Acetoxymethylester des Calcium-Chelators BAPTA verwendet, da er
im Handel erhältlich
ist und unschwer in Zellen, die in 96-Mulden-Platten kultiviert
wurden, eingebracht werden kann. Die Calcium-Bindungskinetik und
Wirksamkeit vieler Calcium-Chelatoren wurde gemessen und zeigte
eine schnelle Bindung (2–8 × 108 M–1s–1),
jedoch mit stark variablen Freisetzungsraten (100–10.000
s–1)
und Affinitäten.
Diese umfassen fluoreszente Calcium-Sonden wie Fura-2 und den hier eingesetzten
nicht-fluoreszierenden Chelator BAPTA. Die am häufigsten verwendeten Calcium-Chelatoren,
EDTA und EGTA, binden und freisetzen Calcium viel langsamer (100fach)
als BAPTA und könnten
nicht so wirksam wie BAPTA bei der Verzögerung der sehr schnellen Calcium-Änderungen,
welche durch den VR1-Kanal erzeugt werden, sein.
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Die
Calcium-Reaktionen konnten erwartungsgemäß bei ausreichend hohen Konzentrationen an
BAPTA-AM vollständig
blockiert werden. Die Daten demonstrieren, dass es wichtig ist,
die Rezeptor-Stimulation und intrazelluläre BAPTA-Konzentration auszubalancieren.
Nachdem die intrazelluläre BAPTA-Konzentration
von mehreren Faktoren bestimmt wird, einschließlich u. a. Inkubationszeit,
Temperatur und Zelltyp, sollte die BAPTA-AM-Konzentration sorgfältig titriert werden.
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Es
gibt viele andere in der Literatur beschriebene Calcium-Chelatoren
sowie calcium-bindende Proteine,
welche zur Verzögerung
der mittels calcium-sensitiver Reporter gemessenen Reaktion eingesetzt
werden könnten.
Beispielsweise könnte
man stabile Zelllinien erzeugen, die calcium-bindende Proteine exprimieren,
was der Notwendigkeit zur Beladung von Zellen mit BAPTA-AM entheben
würde.
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Nach
der technischen Lehre dieser Erfindungsbeschreibung muss man nur
einen beliebigen speziellen Chelator oder ein beliebiges spezielles Bindungsprotein
testen, um die geeignete Konzentration festzustellen, welche effektiv
ein Fenster zur Verfügung
stellt, das bei der Gestaltung eines Hochdurchsatz-Assays eingesetzt
werden kann. Ein beliebiger Chelator oder beliebiges Bindungsprotein
können
auf Grundlage seiner Eigenschaften gewählt werden, einschließlich beispielsweise
Verfügbarkeit innerhalb
einer Zelle, Calcium-Affinität
und Freisetzungsrate von Calcium und Gesamtperformance bei der Verzögerung eines
Fluoreszenz- oder Lumineszenzsignals.