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Die vorliegende Erfindung betrifft im allgemeinen Milchwirtschaft und eine Milchhandhabung darin.
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Insbesondere betrifft die Erfindung eine Fütterungsvorrichtung, eine Anordnung und ein Verfahren zur automatischen Milchfütterung von Jungtieren.
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Beschreibung des Standes der Technik und Hintergrund der Erfindung
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Es ist übliche Praxis in Verbindung mit moderner Kalbzüchtung, die Kälber von der Kuh zu trennen und die Kälber in einem separaten Kälberstall zu halten, wo sie mit Frischmilch, gelagerter Milch und/oder Milchersatz aus einer Flüssigfutterstoff-Zuführvorrichtung aufgezogen werden. Eine derartige Flüssigfutterstoff-Zuführvorrichtung kann einen Nippel aufweisen, der es den Kälbern ermöglicht, Flüssigfutterstoff durch Saugen aufzunehmen. Obwohl die Kälber ihrer Kuh während ihrer Aufzuchtzeit nicht begegnen müssen, wurde über die Jahre festgestellt, dass ein derartiges Aufzuchtmanagement erfolgreich ist. Es ist wichtig, die Kälber in einem derartigen Stall getrennt von einer Herde einer größeren Anzahl an Kühen zu halten, um Erkrankungen der Kälber zu vermeiden.
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Viele heutige Milcherzeuger haben ein Problem, die Produktion in einer in marktwirtschaftlicher Hinsicht optimalen Menge anzupassen. Aufgrund üblicher Produktionszuteilungsregeln wird den Milcherzeugern ein relativ hoher Preis für die Milch bis zu einer bestimmten Milchmenge bzw. Milchquote gegeben. Wenn mehr Milch erzeugt und geliefert wird, fällt der Milchpreis. Im Hinblick auf einen derartigen fallenden Milchpreis haben die Milcherzeuger häufig einen Milchüberschuss. Deshalb kann der Milchüberschuss zur Kalbfütterung verwendet werden.
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Weiterhin zeigen Nachforschungen, dass mit Frischmilch gefütterte Kälber schneller wachsen als diejenigen, die mit einem Milchersatz oder Ähnlichem gefüttert werden. Man geht davon aus, dass milchgefütterte Kälber gesünder sind und derartige weibliche Kälber sich deshalb zu besseren Milchproduzenten entwickeln. Auch gibt es heutzutage ethische Gründe, Kälber mit Frischmilch zu füttern.
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Automatisches Melken von Kühen ist in der
WO 96/19916 und der
WO 96/19917 offenbart. Es ist bekannt, ein derartiges automatisches Melken in einem Melkstall durchzuführen, der in einem Viehstall vorgesehen ist, in dem die Tiere frei herumlaufen und sie individuell ihren Weg zu dem Melkstall, den Fütterungsställen und einer Tränkvorrichtung finden. Die Kühe werden automatisch in jedem Stall mit Hilfe eines Computers identifiziert und gefüttert, der mit den verwendeten Identifikations- und Fütterungseinrichtungen verbunden ist. Mit Hilfe des Computers, in dem jede Kuh betreffende Tatsachen gespeichert werden, wann sie das letzte Mal gemolken wurde etc., wird ein automatisches Melken initiiert. Der Melkstall weist ebenfalls Tore auf, die automatisch geschlossen werden, um die Kuh während des Melkens zurückzuhalten, und geöffnet werden, damit die Kuh den Melkstall verlassen kann.
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Flüssigfütterungsvorrichtungen für Kälber weisen üblicherweise eine Milchzuführvorrichtung auf, die mit einem oder mehreren Nippeleinrichtungen verbunden ist, die angeordnet sind, um den Kälbern zu ermöglichen, Milch aus der Zuführvorrichtung zu saugen. Die Milchzuführung kann manuell oder automatisch durch eine Rohr- und Ventilanordnung erfolgen. Verschiedene Flüssigfütterungsvorrichtungen sind im Stand der Technik bekannt, beispielsweise aus
GB 2 162 735 A ,
DE 198 18 528 A1 ,
US 4,788,940 und
US 4,550,685 .
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Es ist aus der
GB 2 162 735 A bekannt, überschüssige Milch aus einem Reservoir zu entnehmen und derart zu verarbeiten, um Jungtieren zu ermöglichen, diese aus einem Nippel bei der richtigen Temperatur zu trinken.
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Die
US 4,788,940 offenbart einen Mechanismus zum Füttern von Tieren mit Flüssigfutterstoff, der aus einer Zuführeinheit zurückgezogen, beispielsweise aus einer automatischen Aufsaugeinheit, und der über eine Rohrleitung einer Säugeeinheit zugeführt werden kann.
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Die
US 4,550,685 offenbart eine Vorrichtung zum Zuführen von Flüssigfutterstoff aus einer automatischen Füttervorrichtung. Die Vorrichtung weist eine tierbetätigtes Ausströmelement oder Säuger auf, das in einer Vielzahl von verschiedenen Fütterungsstationen in einer gesteuerten Weise angeordnet werden kann, so dass der Futterstoff exakt dosiert zugeführt werden kann.
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Die
RU 2 132 126 offenbart einen Fütterungsapparat und ein Fütterungsverfahren mit einer Fütterungsvorrichtung
14, einer Milchleitung
24, die mit der Fütterungsvorrichtung und einer Melkmaschine
5,
6 verbunden ist, und mit einer Einrichtung zum Transportieren der Milch von einem Milch erzeugenden Tier zu der Füttervorrichtung
14.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Keine dieser Fütterungsvorrichtungen aus dem Stand der Technik weist jedoch irgendwelche Möglichkeiten zur automatischen Auswahl der Milch auf, die zugeführt wird.
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Weiterhin offenbart keine dieser Fütterungsvorrichtungen irgendwelche Einrichtungen zum kontinuierlichen automatischen Zuführen von Frischmilch in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Melken von Milch produzierenden Tieren und insbesondere offenbaren sie keine Einrichtungen zur tierselektiven Zuführung von Frischmilch.
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Ferner, wenn die Zuführung der Milch manuell durchgeführt wird, ist dies eine harte und unbequeme Arbeit, die zusätzlich Zeit verbrauchend und deshalb in langer Perspektive teuer ist.
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Folglich ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Fütterungsvorrichtung, eine Anordnung und ein Verfahren zur automatischen Milchfütterung von Jungtieren vorzusehen, die geeignet sind, die vorstehend diskutierten Probleme abzustellen.
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Es ist in dieser Hinsicht eine besondere Aufgabe der Erfindung, eine Fütterungsvorrichtung, eine Anordnung und ein Verfahren zur Milchfütterung von Jungtieren vorzusehen, die hochgradig automatisiert sind.
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Es ist ferner Aufgabe der Erfindung, eine Fütterungsvorrichtung, eine Anordnung und ein Verfahren zur Milchfütterung von Jungtieren vorzusehen, die das Überwachen und Steuern durch den Milchlandwirt erleichtern.
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Es ist noch eine weitere Aufgabe der Erfindung, eine Fütterungsvorrichtung, eine Anordnung und ein Verfahren zur automatischen Milchfütterung von Jungtieren vorzusehen, die wirksam, flexibel und preiswert sind.
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Es ist noch eine weitere Aufgabe der Erfindung, eine Fütterungsvorrichtung, eine Anordnung und ein Verfahren zur automatischen Milchfütterung von Jungtieren vorzusehen, die exakt, präzise, zuverlässig und sicher sind.
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Es ist nach weiter Aufgabe der Erfindung, eine Fütterungsvorrichtung und eine Anordnung zur automatischen Milchfütterung von Jungtieren vorzusehen, die einfach und unkompliziert zu installieren sind, und ein Milchfütterungsverfahren bereit zu stellen, das mühelos und einfach auszuführen ist.
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Diese Aufgaben werden durch eine Vorrichtung nach Anspruch 1 und durch ein Verfahren nach Anspruch 16 gelöst.
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Die vorliegende Erfindung weist das Vorsehen einer ersten Milchleitung auf, die mit zumindest einer ersten Futterstoff-Zuführvorrichtung verbindbar und weiter mit einer Melkmaschine verbindbar ist, die zum Melken einer Vielzahl von Tieren, insbesondere Kühen, ausgebildet ist. Es ist eine Anpassung derart vorgesehen, dass die erste Milchleitung automatisch Milch von zumindest einem ersten der Vielzahl der Milch produzierenden Tiere, insbesondere Kühen, an die erste Futterstoff-Zuführvorrichtung transportiert. Das erste Tier kann ein Tier sein, das identifiziert ist, Milch einer vorbestimmten Qualität zu produzieren, d. h. Milch mit hohen Zellenzählwerten und/oder die für raffinierte Milchwirtschaftsprodukte oder für die menschliche Ernährung ungeeignet ist. Auch kann ein krankes oder verletztes Tier oder ein Tier ausgewählt werden, das Biestmilch erzeugt. Jegliche Auswahl kann auf zitzen-individueller Basis durchgeführt werden. Ferner ist eine zweite Futterstoff-Zuführvorrichtung, und eine zweite Milchleitung vorgesehen, die mit der zweiten Futterstoff-Zuführvorrichtung verbindbar und ferner mit der Melkmaschine verbindbar ist. Die zweite Milchleitung ist ausgebildet, um automatisch Milch von zumindest einem zweiten der Vielzahl der Milch produzierenden Tiere an die zweite Futterstoff-Zuführvorrichtung zu transportieren. Die erste Futterstoff-Zuführvorrichtung ist Jungtieren zugänglich, die von denen verschieden sind, für die die zweite Futterstoff-Zuführvorrichtung zugänglich ist.
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Ein Vorteil der vorliegenden Erfindung ist, dass sie einen wirksamen Gesamtbetrieb eines Milchwirtschaftsbetriebes und eine flexible und dynamische Verwendung der produzierten Milch bereitstellt.
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Die vorliegende Erfindung stellt einen freier ausgewählten Arbeitsplan für den Milchwirtschaftslandwirt bereit, da die Fütterung (und eine Überwachung) automatisch durchgeführt werden.
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Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung vom Milcherzeugungsstandpunkt aus gesehen ist, dass, wenn Milch von hoher Qualität für menschliche Ernährung, beispielsweise Milch mit sehr niedrigen Zellenzählwerten, getrennt gesammelt wird, ein besserer Preis für diese Milch erzielt werden kann und deshalb wird nur qualitätsgeringere Milch zur Kalbfütterung verwendet.
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Weitere Eigenschaften der Erfindung und Vorteile derselben werden aus der folgenden detaillierten Beschreibung der Ausführungsformen der Erfindung ersichtlich.
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In der folgenden detaillierten Beschreibung sind die Milch produzierenden Tiere Kühe und die Jungtiere sind Kälber. Die Erfindung ist aber nicht auf Kühe und ihre Kälber eingeschränkt, sondern sie ist anwendbar auf jegliche Tiere mit der Fähigkeit, große Mengen an Milch zu produzieren, beispielsweise Schafe, Ziegen, Büffel, Pferde etc.
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Kurze Beschreibung der Zeichnung
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Die vorliegende Erfindung wird vollständiger aus der detaillierten Beschreibung der Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung, die nachfolgend gegeben wird, und den beigefügten 1–3 verstanden, die lediglich beispielhaft sind, und deshalb nicht einschränkend für die vorliegende Erfindung sind.
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1 zeigt schematisch eine Ausführungsform, die nicht zu der beanspruchten Erfindung gehört, wobei diese Ausführungsform eine Tieranordnung zum Unterbringen einer Tierherde betrifft, die ein automatisiertes System zur Milchfütterung von Jungtieren aufweist.
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2 zeigt schematisch eine weitere Ausführungsform einer Tieranordnung zum Unterbringen einer Tierherde, die ein automatisiertes System zur Milchfütterung von Jungtieren aufweist.
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3 zeigt schematisch noch eine weitere Ausführungsform, die nicht zu der beanspruchten Erfindung gehört, wobei diese Ausführungsform eine Tieranordnung zum Unterbringen einer Tierherde betrifft, die ein automatisiertes System zur Milchfütterung von Jungtieren aufweist.
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Detaillierte Beschreibung der Ausführungsformen
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In der folgenden Beschreibung werden zum Zwecke der Erklärung und nicht der Einschränkung bestimmte Details ausgeführt, beispielsweise bestimmte Techniken und Anwendungen, um ein gründliches Verständnis der vorliegenden Erfindung bereitzustellen. Es ist allerdings für einen Fachmann offensichtlich, dass die vorliegende Erfindung in anderen Ausführungsformen praktiziert werden kann, die von diesen bestimmten Details abweichen. An anderen Stellen werden detaillierte Beschreibungen von bekannten Verfahren und Vorrichtungen weggelassen, um die Beschreibung der vorliegenden Erfindung nicht mit unnötigen Details unverständlich zu machen.
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1 offenbart eine Tieranordnung zum Unterbringen einer Tierherde, die Kühe und Kälber enthält. Die Anordnung weist einen ersten Bereich 1 und einen zweiten Bereich 2 auf. Der erste Bereich 1 ist durch eine erste Einfriedungseinrichtung 3 in Form eines Zaunes, eines Gitters oder Ähnlichem definiert, und der zweite Bereich 2 ist durch eine zweite Einfriedungseinrichtung 4 in der Form eines weiteren Zaunes, eines Gitters oder Dergleichen definiert. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist der zweite Bereich 2 vollständig außerhalb des ersten Bereichs 1 angeordnet; es ist jedoch in Übereinstimmung mit der vorliegenden Erfindung möglich, den zweiten Bereich 2 innerhalb der ersten Einfriedungseinrichtung 3 anzuordnen, die den ersten Bereich 1 definiert. Der erste Bereich 1 ist ausgebildet, Kühe unterzubringen, denen es erlaubt ist, frei in dem ersten Bereich 1 herumzulaufen. Der zweite Bereich 2 ist ausgebildet, Kälber unterzubringen, denen es erlaubt ist, in dem zweiten Bereich 2 frei herumzulaufen.
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In dem zweiten Bereich 2 ist ein Flüssigfutterstoffstall 5 vorgesehen, der den Kälbern zugänglich ist. Der Stall 5 weist eine Flüssigfutterstoff-Zuführvorrichtung 6 auf, die ausgebildet ist, Flüssigfutterstoff, beispielsweise Frischmilch, den Kälbern anzubieten. Die Flüssigfutterstoff-Zuführvorrichtung 6 weist ein Nippelelement auf, schematisch bei 7 angedeutet, welches ein Saugen des Flüssigfutterstoffes durch die Kälber ermöglicht. Der zweite Bereich 2 kann auch eine Fütterungsvorrichtung 8 aufweisen, die ausgebildet ist, festes Futter, beispielsweise ein Konzentrat und Heu, anzubieten.
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In dem ersten Bereich 1 ist eine Melkstation 9 zum freiwilligen Melken der frei herumlaufenden Kühe vorgesehen, d. h. die Kühe betreten die Melkstation 9, um gemolken zu werden, wenn sie es benötigen. Die Melkstation 9 weist eine Einfriedung mit einem Einlasstor 10 und einem Auslasstor 11 auf. Außerhalb des Auslasstors 11 kann ein Ausgangsraum 12 vorgesehen sein, den die Kuh beim Verlassen der Melkstation passiert. Der Auslassraum 12 weist ein weiteres Auslasstor 13 auf.
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Die Melkstation 9 weist eine Melkmaschine 14 auf, die mit einem Milchlagertank 15 mittels einer Milchleitung 16 verbunden ist. Die Melkmaschine 14 weist eine automatische Handhabungsvorrichtung 17 mit einem Roboterarm 18 auf, der ausgebildet ist, automatisch Zitzenschalen 19 der Melkmaschine den Zitzen einer Kuh anzulegen, die sich in der Melkstation 9 befindet.
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Weiterhin kann die Melkstation 9 ein Identifikationselement aufweisen, das vorgesehen ist, eine sich der Melkstation 9 nähernde Kuh zu identifizieren. Alle Tore 10, 11 und 13 sind durch eine schematisch offenbarte Torsteuervorrichtung 31 steuerbar.
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Deshalb wird einer Kuh, die sich der Melkstation nähert, Zugang zu der Melkstation durch Öffnen des Einlasstores 10 gewährt, nachdem sie durch das Identifkationselement 20 identifiziert wurde.
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Während es Melkens wird Milch von den Zitzen der Kuh durch Unterdruck gezogen, der in den Zitzenschalen 19 anliegt. Die gezogene Milch wird durch einen oder mehrere Milchmesser (nicht gezeigt) gemessen und anschließend wird sie in einem Milchlagertank 15 gesammelt. Vorzugsweise ist ein Milchmesser für jede Zitze zum Messen des Individuellen Milchflusses jeder Zitze vorgesehen.
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Nachdem das Melken abgeschlossen wurde, kann die Kuh die Melkstation 9 durch Öffnen der Auslasstore 11 und 13 verlassen. Die Melkstation 9 kann auch eine erste Fütterungsvorrichtung 21, die an dem vorderen Ende der Melkstation 9 angeordnet ist, und eine zweite Fütterungsvorrichtung 22 aufweisen, die an dem vorderen Ende des Ausgangsraumes 12 angeordnet ist.
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Ein Zweck der ersten Fütterungsvorrichtung 21 ist es, die Kuh zum Betreten der Melkstation 9 zu verlocken und sie ruhig stehen zu lassen, zumindest während der Anbringung der Zitzenschalen, und ein Zweck der zweiten Fütterungsvorrichtung 22 ist es, die Kuh zum Verlassen der Melkstation 9 zu verlocken, nachdem das Melken beendet oder aus irgendeinem Grund unterbrochen wurde.
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Es wird angemerkt, dass die Kuh zum Betreten und Verlassen der Melkstation
9 durch andere Lockmittel als die offenbarten Fütterungsvorrichtungen
21,
22 verlockt werden kann. In diesem Zusammenhang wird Bezug auf die vorstehend identifizierte
WO 96/19917 genommen. Weiterhin wird angemerkt, dass der erste Bereich
1 ebenfalls separate Fütterungs- und Flüssigkeitszuführboxen sowie mehr als eine einzelne Melkstation
9 aufweisen kann.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung ist eine Milchleitung 23 vorgesehen, um einen Transport der Milch von der Melkmaschine 14 zur Flüssigfutterstoff-Zuführvorrichtung 6 in dem zweiten Bereich 2 zu ermöglichen.
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Die Milchleitungen 23 und 16 sind mit der Melkmaschine mittels eines Drei-Wege-Ventils 24 verbunden, so dass die in der Melkmaschine gesammelte Milch entweder zu dem Milchlagertank 15 oder zu der Flüssigfutterstoffvorrichtung 6 transportiert wird. Das Ventil 24 ist durch eine Milchfluss-Steuervorrichtung 25 steuerbar, die mit einem Signal von dem Identifikationselement 20 versorgt ist, wobei das Signal jede Kuh identifiziert, die die Melkstation 9 betritt.
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Die Melkmaschine weist weitere Ventil- und Leitungsanordnungen (nicht dargestellt) auf, um ein Entleeren von Überschussmilch und Reinigungsflüssigkeit vorzusehen. Insbesondere kann als Alternative zu dem Drei-Wege-Ventil ein Vier-Wege-Ventil mit einer daran befestigten Überschussauslassleitung, verwendet werden.
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Bei einer derartigen Anordnung ist es möglich, automatisch Milch von einer ausgewählten der Vielzahl der Kühe von der Melkmaschine 14 zu der Fütterungsvorrichtung 6 zu transportieren.
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Insbesondere wird Milch einer Kuh ausgewählt, die identifiziert ist, Milch von einer vorbestimmten Qualität zu erzeugen, um durch die Leitung 23 der Fütterungsvorrichtung 6 anstelle der gebräuchlichen Zuführung zum Lagertank 15 zugeführt zu werden. Die Milch der vorbestimmten Qualität kann als Milch ausgewählt sein, die ungeeignet für menschliche Ernährung ist, beispielsweise wenn die Kuh krank oder verletzt ist, die Milch hohe Zellenzählwerte aufweist oder Blut in der Milch sein kann.
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Eine andere Alternative ist, Milch von einer Kuh auszuwählen, die als eine Kuh identifiziert ist, die erst kürzlich ein Kalb geboren hat. Dieser Aspekt der Erfindung wird nachfolgend weiter unter Bezug auf 3 herausgearbeitet. Nach eine andere Alternative ist es, Milch von einer Kuh auszuwählen, die zu einer gegebenen vorbestimmten Zeit identifiziert wurde, beispielsweise zu einer bestimmten Zeit vormittags oder im Anschluss an regelmäßige Reinigung der Milchleitungen.
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Es sollte beachtet werden, dass die Milch von jeder Zitze in der vorliegenden Melkstation individuell behandelt werden kann, d. h. gemessen, analysiert und transportiert und deshalb weist die vorliegende Erfindung die Möglichkeit auf, automatisch Milch nicht nur von einer ausgewählten der Vielzahl der Kühe, sondern auch von einer ausgewählten der Zitzen der Kuh von der Melkmaschine 14 zu der Füttervorrichtung 6 zu transportieren. Deshalb stellt die Erfindung eine zitzenindividuelle Auswahl der Milch zur Kalbfütterung bereit.
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Da das durchgeführte Melken ein freiwilliges Melken der frei herumlaufenden Kühe ist, kann es geschehen, dass die Milch in der Fütterungsvorrichtung 6 konsumiert wurde bevor eine ausgewählte Kuh die Melkstation 9 betritt, und deshalb die Fütterungsvorrichtung 6 vollständig entleert ist.
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Um dieses Problem zu beheben, ist ein Niveausensor 26 zum Messen des Milchniveaus in der Flüssigfutterstoffvorrichtung 6 vorgesehen und dementsprechend der Milchmenge, die in der Fütterungsvorrichtung 6 übrig ist. Dieses gemessene Niveau wird durch eine Steuerleitung 27 an die Milchfluss-Steuervorrichtung 25 übertragen. Deshalb kann die ausgewählte Kuh, von der Milch automatisch der Fütterungsvorrichtung 6 zugeführt wird, in Abhängigkeit des gemessenen Milchniveaus in der Fütterungsvorrichtung 6 ausgewählt werden. Vorzugsweise ist die ausgewählte Kuh bestimmt, die nächste gemolkene Kuh zu sein, wenn das angezeigte Milchniveau unterhalb eines vorbestimmten unteren Niveaus ist, der so genannten Niedrigwassermarke.
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Weiterhin erfassen zwei anschließende Auslesungen den Milchverbrauch an der Fütterungsvorrichtung 6 und durch Messen der Zeit zwischen den Auslesungen kann die Milchverbrauchsrate bestimmt werden. Diese Werte können bei der Steuerung der Milchzuführung gemäß der vorliegenden Erfindung verwendet werden und weiterhin können die Werte in einer Datenbank gespeichert und für andere Zwecke verwendet werden.
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Durch Vorsehen des Flüssigfutterstoffstalls 5 mit einem Kalbidentifikationselement (nicht dargestellt), das ausgebildet ist, ein Kalb zu identifizieren, das den Stall betritt, kann einem Kalb Zugang zu der Fütterungsvorrichtung 6 gewährt werden, nachdem es durch das Kalbidentifikationselement identifiziert wurde.
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Das kombinierte Vorsehen eines Niveausensors und eines Kalbidentifikationselementes sieht die individuelle Überwachung und Steuerung der Fütterung für jedes Kalb vor.
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Die Milchmenge, die der Fütterungsvorrichtung 6 zugeführt wird, kann vorbestimmt sein oder sie kann in Abhängigkeit von dem Niveauindikator 26 sein, der anzeigt, dass das Milchniveau ein höheres vorbestimmtes Niveau übersteigt, eine so genannte Hochwassermarke.
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Weiterhin kann die Fütterungsvorrichtung eine Reinigungsvorrichtung zum Reinigen der Milch kontaktierenden Oberflächen der Fütterungsvorrichtung 6, beispielsweise auf einer regelmäßigen Zeitbasis, aufweisen.
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Vorzugsweise kann Sauerstoff der Milch zugefügt werden, die der Kalbfütterungsvorrichtung zugeführt wird, um die Milch haltbar zu machen.
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Als nächstes wird unter Bezug auf die 2, die schematisch eine weitere Tieranordnung zum Unterbringen einer Tierherde zeigt, die ein automatisiertes System zur Milchfütterung Jungtieren aufweist, ein zweites Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung beschrieben.
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Dieses Ausführungsbeispiel weist die Anordnung aus 1 und zusätzlich einen dritten Bereich 2b auf, der durch eine dritte Einfriedungseinrichtung 3b in der Form eines Zaunes oder Ähnlichem definiert ist. Der dritte Bereich 2b ist ausgebildet, Kälber unterzubringen, denen es erlaubt ist, frei in dem dritten Bereich 2b herumzulaufen.
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In dem dritten Bereich 2b ist ein Fütterungsstall 5b vorgesehen, der den Kälbern in dem dritten Bereich zugänglich ist. Der Stall 5b weist eine Flüssigfutterstoff-Zuführvorrichtung 6b auf, die ausgebildet ist, Flüssigfutterstoff den Kälbern anzubieten. Weiter weist die Zuführvorrichtung 6b ein Nippelelement 7b zum Ermöglichen des Saugens des Flüssigfutterstoffs durch die Kälber auf. Der dritte Bereich 2b kann eine Fütterungsvorrichtung 8b aufweisen, die ausgebildet ist, festes Futter anzubieten.
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In diesem Ausführungsbeispiel ist ein Drei-Wege-Ventil 33 in der Milchleitung 23 stromabwärts des Drei-Wege-Ventils 24 angeordnet. Eine weitere Milchleitung 23b ist zwischen dem Drei-Wege-Ventil 33 und der Futterstoff-Zuführvorrichtung 6b in dem dritten Bereich angeschlossen, um einen Transport der Milch von der Melkmaschine 14 zu der Futterstoff-Zuführvorrichtung 6b zu ermöglichen. Das Ventil 33 ist durch die Milchfluss-Steuervorrichtung steuerbar. Alternativ können an Stelle des Verwendens der Drei-Wege-Ventile 24 und 33 ein Vier-Wege-Ventil oder andere geeignete Schalteinrichtungen verwendet werden.
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Weiterhin ist auch der Fütterungsstall 5b mit einem Niveausensor 26b zum Messen des Milchniveaus in der Futterstoff-Zufuhrvorrichtung 6b vorgesehen, und eine Rückmeldungsleitung 27b ist zum Übertragen des gemessenen Milchniveaus zurück zur Milchfluss-Steuervorrichtung 25 vorgesehen.
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Durch eine derartige Anordnung ist es möglich, automatisch Milch von einer ausgewählten der Vielzahl der Kühe von der Melkmaschine 14 zu der Fütterungsvorrichtung 6 zu transportieren und automatisch Milch von einer zweiten Ausgewählten der Vielzahl der Kühe von der Melkmaschine 14 zu der Füttervorrichtung 6b zu transportieren.
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Die vorgesehenen Kälber, die in dem dritten Bereich 2b untergebracht sind, können Kälber eines unterschiedlichen Alters als diese sein, die in dem zweiten Bereich 2 untergebracht sind. Alternativ können die Kälber in dem dritten Bereich von denen in dem zweiten Bereich in anderer Weise unterscheidbar sein, beispielsweise durch ihre Rasse, Gesundheit, Größe oder Geschlecht.
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Schließlich wird unter Bezug auf 3, die schematisch noch eine weitere Tieranordnung zum Unterbringen einer Tierherde zeigt, die ein automatisiertes System zur Milchfütterung junger Tiere aufweist, ein drittes Ausführungsbeispiel der Erfindung kurz beschrieben.
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Dieses Ausführungsbeispiel weist einen ersten Bereich 1, der mit der Melkstation 9 versehen ist, wie in 1 beschrieben wurde, und weiter einen vierten Bereich oder Stall 41 auf. Der vierte Bereich 41 ist ausgebildet, ein einzelnes kürzlich geborenes Kalb unterzubringen, und er weist eine Fütterungsvorrichtung auf, die geeignet zur Fütterung eines kürzlich geborenen Kalbes ist, hier in der Form eines Eimers 43 oder Ähnlichem, der mit einem Nippel 45 versehen ist, welcher das Saugen der Milch aus dem Eimer 43 ermöglicht.
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Die ersten Tage im Leben eines Kalbes ist dieses isoliert von anderen Tieren untergebracht und wird während der ersten wenigen Tage mit Biestmilch von einer Kuh mehr oder weniger manuell gefüttert, beispielsweise durch Halten des Eimers 43 und Überwachen des Saugens von dem Kalb. Derartige Biestmilch ist fett, enthält einen hohen Grad Antikörper und sollte nicht mit Milch anderer Kühe vermischt werden.
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Gemäß der Erfindung ist eine Milchleitung 23c mit der Melkmaschine 14 in dem ersten Bereich 1 durch ein Drei-Wege-Ventil 24 und mit dem Eimer 43 in dem vierten Bereich 41 verbunden, um einen Transport von Milch (einschließlich Biestmilch) von der Melkmaschine 14 zu dem Eimer 43 zu ermöglichen.
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Mit einer derartigen Anordnung ist es möglich, automatisch Milch von einer ausgewählten der Vielzahl der Kühe von der Melkmaschine 14 zu dem Eimer 43 zu transportieren. Bevorzugt ist die ausgewählte Kuh eine Kuh, die erst kürzlich ein Kalb geboren hat (jedoch nicht notwendigerweise das Kalb, das in dem vierten Bereich 41 untergebracht ist), und deshalb Biestmilch erzeugt.
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Weiterhin kann der Eimer 43 auch mit einem Niveausensor 26c zum Messen des Milchniveaus in dem Eimer 43 versehen sein, und eine Rückmeldungsleitung 27c ist zum Übertragen des gemessenen Milchniveaus zurück zu der Milchfluss-Steuervorrichtung 25 vorgesehen.
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Wenn die Milchleitung 23c und der Eimer 43 zum Zuführen von Biestmilch verwendet wurden, sollten sie (sowie die Melkmaschine) bevorzugt gereinigt werden, bevor einer normale Milch erzeugenden Kuh erlaubt wird, die Melkstation zu betreten.
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Bei den Anordnungen gemäß der vorliegenden Erfindung wurden Möglichkeiten der automatischen Aufzucht von Kälbern mit Milch von individuell ausgewählten Kühen über Flüssigfutterstoff-Zuführvorrichtungen, beispielsweise 6, 6b und 43, durch eine automatische Milchzuführanordnung demonstriert.
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Es sollte beachtet werden, dass die vorliegende Erfindung mit anderen Melkmaschinen als die vorstehend beschriebene verwendbar ist. Insbesondere ist sie verwendbar mit Rotations- oder Fischgräten-Ständen. Bevorzugt wird unter diesen Umständen die Milch zu der Fütterungsvorrichtung zwei- oder dreimal pro Tag transportiert, und nur von Kühen mit Milch mit hohen Zellenzählwerten.
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Es sollte ferner anerkannt werden, dass die Anordnung der vorliegenden Erfindung eine dritte und eine weitere Fütterungsvorrichtung aufweisen können, die mit der Melkmaschine durch weitere Milchleitungen (nicht dargestellt) verbunden sind, und dass eine einzelne Fütterungsvorrichtung mit Milch von einer Vielzahl unterschiedlicher Melkmaschinen versorgt werden kann.
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Es sollte auch anerkannt werden, dass der Landwirt dessen ungeachtet die Kälber manuell beobachtet und sicherstellt, dass sie in regelmäßigen Zeitabständen gefüttert werden.