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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Mechanismus mit gegenläufiger Bewegung, der
eine Mehrzahl von Aktuatoren aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen aufweist,
die von dem Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen antriebsmäßig bewegt
werden.
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Herkömmliche
Legierungsmaterialien mit Formerinnerungsvermögen zeigen einen Formerinnerungseffekt
und haben einen Ausgangszustand oder eine Ausgangsformm sowie einen
verformten Zustand oder eine verformte Form. Das Legierungsmaterial
mit Formerinnerungsvermögen
kann in seinem niedrige Temperatur aufweisenden, martensitischen
Zustand aus der ursprünglichen
Form verformt werden. Sobald die Legierung mit Formerinnerungsvermögen über ihre
Phasenübergangstemperatur
für den Übergang
in ihren austenitischen Zustand erwärmt wird, versucht die Legierung
mit Formerinnerungsvermögen
in ihre ursprüngliche
Form oder Ausgangsform zurückzukehren.
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen wird typischerweise aus Nickel-Titan-(NiTi-)Legierung
hergestellt, die mit Kupfer (Cu) und/oder verschiedenen anderen
Elementen modifiziert sein kann. Eine vorteilhafte Eigenschaft der
Legierung mit Formerinnerungsvermögen besteht somit darin, dass
sich das Material bei Erwärmung
zurückstellt
bzw. in seine ursprüngliche
Form zurückkehrt
und dadurch eine Kraftabgabe erzeugt wird.
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Derzeit
wird Legierung mit Formerinnerungsvermögen in vielen verschiedenen
Industrien in erster Linie für
Anwendungen mit einmaliger Betätigung und/oder
in einer passiven Kapazität
verwendet. In der Automobilindustrie wird Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen in wärmeempfindlichen Steuerventilen
angeordnet, die passiv arbeiten, wenn die Umgebungstemperatur ansteigt.
Einmalige Anwendungen oder Anwendungen mit niedrigem Zyklus für Legierungsmaterialien
mit Formerinnerungsvermögen
bestehen auch in der medizinischen Industrie für Knochenplatten, künstliche
Gelenke sowie bei Zahnanwendungen. Legierungsmaterialien mit Formerinnerungsvermögen werden
auch in Duschventilen mit Anti-Verbrühfunktion verwendet. Superelastische
Formen von Legierungsmaterialien mit Formerinnerungsvermögen werden
derzeit bei Gestellen für Brillen
sowie Antennen für
Mobiltelefone verwendet. Obwohl Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen häufig verwendet
wird, besteht der größte Teil der
derzeitigen kommerziellen Verwendung von Legierungsmaterial mit
Formerinnerungsvermögen
in der passiven oder einmaligen Verwendung.
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Die
US-A-5 003 779 offenbart einen Generator mit einem rohrförmigen Zahnradmechanismus, der
aus Legierung mit Formerinnerungsvermögen hergestellt ist. Gemäß der Erfindung
wird ein Mechanismus mit gegenläufiger
Bewegung geschaffen, wie er in Anspruch 1 beansprucht ist.
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Bei
einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung können
die Aktuatoren aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen einzelne
Drähte aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen aufweisen, die in Form
eines Bündels
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen ausgebildet sind.
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Die
Drähte
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen, die die Bündel aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen bilden, können zu
Strängen,
Seilen, Feldern oder anderen Formgebungen konfiguriert werden.
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Ein
Vorteil der Bündel
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen, wie diese bei bevorzugten
Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung verwendet werden, besteht darin, dass
die Bündel
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen unter normalen Ermüdungssituationen
oder Überlastungssituationen
nicht zu einem Versagen mit katastrophalen Folgen führen. Da
die Bündel
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen eine Vielzahl von Drähten mit
kleinerem Durchmesser beinhalten, wird bei einem Ausfall von einem
oder mehreren Drähten
ein solcher Ausfall während
einer visuellen, elektrischen oder andersartigen zerstörungsfreien Überprüfung sichtbar.
Wenn ein Defekt bei einem oder mehreren Drähten festgestellt wird, kann
somit eine Reparatur oder ein Austauschen des gesamten Bündels aus Legierungsmaterial
mit Formerinnerungsvermögen
ins Auge gefasst werden, um einen anschließenden Schaden mit katastrophalen
Folgen zum vermeiden.
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Ein
weiterer Vorteil des Bündels
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen besteht in der Flexibilität. Das Bündel aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen kann um Ecken oder beliebige
Konfigurationen gebogen werden, ohne dass es zu schädigenden
Dehnungsbelastungen kommt. Die Flexibilität der Bündel aus Legierungsmaterial
mit Formerinnerungsvermögen
eliminiert ferner die Notwendigkeit von mehreren Segmenten des Legierungsmaterials
mit Formerinnerungsvermögen.
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Ein
weiterer wesentlicher Vorteil besteht darin, dass die flexiblen
Bündel
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen zu mechanischen Abschlüssen geformt
werden können,
die großen Kräften standhalten
können.
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Die
vorliegende Erfindung wird im Folgenden lediglich an Hand eines
Beispiels unter Bezugnahme auf die Begleitzeichnungen beschrieben;
darin zeigen:
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1 eine
schematische Perspektivansicht eines Bündels aus Legierungsmaterial
mit Formerinnerungsvermögen,
das durch eine Mehrzahl von Drähten
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen zu einem Seil geformt ist,
und zwar zur Verwendung bei einem Mechanismus gemäß der vorliegenden
Erfindung;
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2A bis D schematische Darstellungen von Querschnitten
von verschiedenen Konfigurationen des Bündels aus Legierungsmaterial
mit Formerinnerungsvermögen
gemäß 1;
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3 eine
schematische Darstellung eines Querschnitts eines Strangs des Bündels aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen gemäß 2;
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4 eine
fragmentarische, schematische Perspektivansicht einer Mehrzahl von
Strängen
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen gemäß 3, die ein
Feld bilden;
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5 eine
fragmentarische Darstellung eines Mehrzahl von Drähten aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen, die zu dem Strang der 3 verdrillt
werden, und zwar mit abgebundenen Enden sowie vor einem Wärmebehandlungsvorgang;
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6 eine
Perspektivansicht einer Wärmebehandlungsvorrichtung
für das
Bündel
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen gemäß 1;
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7 eine
fragmentarische Darstellung der Mehrzahl der Drähte aus Legierungsmaterial
mit Formerinnerungsvermögen
gemäß 5,
die zu dem Strang verdrillt sind, und zwar nach dem Wärmebehandlungsvorgang;
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8A bis 8F schematische
Darstellungen von verschiedenen Abschlüssen des Bündels aus Legierungsmaterial
mit Formerinnerungsvermögen
gemäß 1;
und
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9 eine
schematische Darstellung eines Mechanismus mit gegenläufiger Bewegung,
der von einer Mehrzahl von Bündeln
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen gemäß 1 betätigt wird.
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Unter
Bezugnahme auf 1 beinhaltet ein Bündel 10 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen eine Mehrzahl von Einzeldrähten 12, die
zu mehreren Strängen 14 geformt
sind. Jeder Strang 14 weist einen zentralen Draht 16 auf.
Die Mehrzahl der Stränge 14 bildet
dann ein Seil 18. Jedes Seil 18 beinhaltet einen
Kern 20, der ebenfalls aus einer Mehrzahl von Drähten 12 gebildet
ist. Jeder Draht 12 weist ein erstes Drahtende 24 und
ein zweites Drahtende 26 auf, die dem ersten Bündelende 28 bzw.
dem zweiten Bündelende 30 entsprechen.
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Unter
Bezugnahme auf die 2 bis 4 sind
die Bündel 10 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen unabhängig von der speziellen Strang-,
Seil- oder Feld-Konfiguration aus einer Mehrzahl blanker Drähte 12 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen gebildet. Bei den Drähten 12 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen kann es sich entweder um
reine Nickel-Titan-(NiTi-)Legierung oder Nickel-Titan-Legierung,
modifiziert mit verschiedenen anderen Elementen (wie z. B. Kupfer
(Cu)) oder weiteres Material handeln, das einen Formerinnerungseffekt
aufweist. Die spezielle Zusammensetzung des Legierungsmaterials
mit Formerinnerungsvermögen
kann variieren, um die für
die jeweilige Anwendung erforderlichen Eigenschaften zu optimieren.
Bei dem bevorzugten Ausführungsbeispiel
stammten die blanken Drähte aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen von dem Hersteller Raychem
Corporation, Menlo Park, Kalifornien. Es gibt jedoch verschiedene
andere Unternehmen, die Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen herstellen.
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Wie
in der herkömmlichen
Drahseiltechnik allgemein bekannt ist, können die Drahtseile 18 mit verschiedenen
Konfigurationen und Querschnitten gefertigt werden. Die Seile 18 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen können ebenfalls mit verschiedenen
Querschnittsgeometrien hergestellt werden, wie dies in den 2A bis D gezeigt ist, und sie können mit
oder ohne den Kern 20 gebildet sein. Bei der bevorzugten
Konstruktion wird das Bündel 10 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen durch die Mehrzahl von
Drähten 12 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen gebildet, die zu dem Strang 14 gebündelt werden,
wobei jeder Strang 14 insgesamt neunzehn Drähte 12 aufweist,
wie dies in 3 gezeigt ist. Die neunzehn
Drähte 12 sind
derart angeordnet, dass ein zentraler Draht 16 im Zentrum
angeordnet ist, sechs umgebende Drähte 12 eine zweite
Reihe bilden und zwölf
Drähte 12 die äußere Reihe
bilden. Zusätzlich dazu
kann das Bündel 10 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen auch in Form eines Feldes 32 von
Strängen 14 ausgebildet
werden, wie dies in 4 gezeigt ist. Die Durchmesser
der Drähte
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen in jedem Strang 14 und/oder
Seil 18 können
zur Schaffung verbesserter Verschachtelungseigenschaften variieren.
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Zum
Fertigen des Bündels 10 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen wird zuerst eine Mehrzahl
blanker Drähte 12 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen, die erste und zweite Enden 24, 26 aufweisen,
zu Strängen 14 und
dann zu Seilen 18 geformt. Beim Formen der einzelnen blanken
Drähte 12 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen zu Strängen 14 und dann zu
Seilen 18 werden das erste und das zweite Ende 28, 30 jedes
Strangs 14 und jedes Seils 18 mittels Abbindeeinrichtungen 34 abgebunden,
um die Seilform zu erhalten und ein Aufdrehen zu verhindern, wie
dies in der Drahtseiltechnik bekannt ist und in 5 dargestellt
ist. Obwohl zum Bilden des Seils 18 herkömmliche
Drahtseiltechniken verwendet werden, werden bei der bevorzugten
Konstruktion keine Gleitmittel oder Öle bei Seilen 18 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen verwendet, um die Verunreinigung
von Wärmebehandlungsöfen zu minimieren.
Darüber
hinaus werden Kunststoffführungen
(nicht gezeigt) anstatt herkömmlicher
Metallführungen
zur Minimierung der Erwärmung
des Legierungsmaterials mit Formerinnerungsvermögen während des Gleitmittel-freien
Seilbildungsvorgangs verwendet.
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Anschließend an
die Bildung des Bündels 10 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen muss das Bündel unter
Spannung gesetzt und straft gehalten werden, um ein Aufdrehen und
eine relative Rotation der Drähte 12 in
dem Strang 14 und/oder der Stränge 14 in dem Seil 18 während des anschließenden Vorgangs
zu verhindern. Bei dem bevorzugten Ausführungsbeispiel wird das Bündel 10 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen in eine Wärmebehandlungsvorrichtung 36 gesetzt,
wie dies in 6 dargestellt ist. Die Wärmebehandlungsvorrichtung 36 beinhaltet
Seitenteile 38, zwischen denen eine Mehrzahl von Stäben 40 angeordnet
ist. Obwohl bei einer bevorzugten Konstruktion die Geometrie der
Wärmebehandlungsvorrichtung 36 der
gewünschten
Ausgangskonfiguration des Bündels
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen nachempfunden ist, kann
die Wärmebehandlungsvorrichtung 36 eine
beliebige andere Geometrie aufweisen, oder es können herkömmliche Wärmebehandlungseinrichtungen
verwendet werden. Die Wärmebehandlungsvorrichtung 36 mit
einer Geometrie, die im Wesentlichen mit der gewünschten Ausgangskonfiguration
des Bündels
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen identisch ist, ergibt jedoch
ein effizienteres Bündel
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen. Aus diesem Grund ist es
von Vorteil, die gewünschten Biegungen
und Formgebungen der Ausgangsform des Bündels aus Legierungsmaterial
mit Formerinnerungsver mögen
in die Wärmebehandlungsvorrichtung 36 zu
integrieren. Nach der Platzierung des Bündels 10 aus Legierungsmaterial
mit Formerinnerungsvermögen
in der Wärmebehandlungsvorrichtung 36 wird
das Bündel 10 unter
Spannung gesetzt, wobei die Enden 28, 30 des Bündels 10 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen an den Stäben 40 der
Vorrichtung 36 befestigt werden, um eine relative Rotationsbewegung
der einzelnen Drähte 12 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen in dem Strang 14 und/oder
den Strängen 14 in
dem Seil 18 zu verhindern sowie sicherzustellen, dass sich
das Seil 18 aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen während des
Wärmebehandlungsvorgangs
nicht aufdreht, um auf diese Weise einen Ausgangszustand des Bündels 10 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen in Form eines festen Seils,
wie es in 7 gezeigt ist, mit den gewünschten
Biegungen bzw. Krümmungen herzustellen.
Das Bündel 10 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen wird dann in Übereinstimmung
mit dem angemessenen Wärmebehandlungsverfahren
für Legierungsmaterial
mit Formerinnerungsvermögen
wärmebehandelt.
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Nach
Abschluss der Wärmebehandlung
des Bündels 10 wird
das Bündel 10 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen einer zyklischen Beanspruchung
unterzogen, um das anfängliche Kriechen
in dem Bündel
zu eliminieren, wobei das Bündel
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen abwechselnd verformt und
dann erwärmt
wird, um seine Ausgangsform wiederherzustellen. Obwohl bei einigen
Anwendungen der zyklische Beanspruchungsvorgang möglicherweise
nicht erforderlich ist, ist es bevorzugt, das Bündel aus Legierungsmaterial
mit Formerinnerungsvermögen
einer zyklischen Beanspruchung zu unterziehen, um ein zuverlässigeres
Leistungsvermögen
zu erzielen. Der zyklische Beanspruchungsvorgang für das Bündel 10 ist
im Wesentlichen ähnlich
dem Vorgang, der für
einzelne Drähte
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen oder für Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen verwendet
wird.
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Unter
Bezugnahme auf 8 können die Enden 28, 30 des
Bündels 10 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen in Form von verschiedenen Seilabschlüssen 42 ausgebildet
werden, und zwar ähnlich
wie bei traditionellen Drahtseilen.
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Nachdem
das Bündel 10 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen gebildet, wärmebehandelt
und in manchen Fällen
einer zyklischen Beanspruchung unterzogen worden ist, weist das Bündel 10 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen eine ursprüngliche
Formgebung oder einen Ausgangszustand eines Seils oder eines anderen
Bündeltyps
auf. Das Bündel
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen kann dann in seinem niedrige
Temperatur aufweisenden, martensitischen Zustand verformt werden.
Wenn das Bündel
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen über seine Phasenübergangstemperatur
hinaus in seinen austenitischen Zustand erwärmt wird, versucht das Bündel 10 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen in seinen unbelasteten,
bei niedriger Temperatur vorhandenen Zustand zurückzukehren, und zwar unter
beträchtlicher
Kraftausübung,
die zum Verrichten nützlicher Arbeit
verwendet wird. Die Phasenübergangstemperatur
für das
Bündel
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen, ist im Wesentlichen die
gleiche wie die Phasenübergangstemperatur
für jeden einzelnen
Draht aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen. Das
Arbeitsausmaß,
das das Bündel
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen ausführt, hängt von der speziellen Anzahl
der einzelnen Drähte
ab, die das Bündel
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen bilden. Wenn z. B. jeder
einzelne Draht eine Kraft X abgibt und das Bündel aus Legierungsmaterial
mit Formerinnerungsvermögen
neunzehn Drähte
enthält,
beträgt
die Gesamtausgangsleistung von dem Bündel aus Legierungsmaterial
mit Formerinnerungsvermögen
ca. 19X oder ca. das Neunzehnfache der Kraftabgabe eines einzelnen
Drahts aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen. Auf diese
Weise können
verschiedene Konfigurationen von Bündeln aus Legierungsmaterial
mit Formerinnerungsvermögen
gebildet werden, um einen gewünschten
Kraftbetrag zu erhalten.
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Zum
Bewerkstelligen des Übergangs
von der martensitischen in die austenitische Phase können die
Bündel
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen durch viele alternative
Vorrichtungen und Verfahrensweisen erwärmt werden. Zum Beispiel können die
Bündel
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen mittels heißer Luft
oder heißen
Wassers, Leitungs-, Konvektions- oder Strahlungswärme, elektrisch
und/oder durch andere Mittel erwärmt
werden. Bei der bevorzugten Anordnung wird jedoch eine Spannung über das
Bündel
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen aufgebracht, um das Legierungsmaterial
mit Formerinnerungsvermögen
zu erwärmen
und den Übergang der
Bündel
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen aus der martensitischen
Phase in die austenitische Phase zu veranlassen. Die Leistungsmenge,
die auf das Bündel
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen zum Erreichen der Phasenübergangstemperatur
aufzubringen ist, hängt von
verschiedenen Faktoren ab, wie z. B. davon, wie rasch das Bündel aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen betätigt werden muss, der Gesamtgröße des Bündels aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen sowie der Basistemperatur
des Bündels
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen. Zusätzlich dazu kann das Bündel aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen aktiv gekühlt werden,
um den Phasenübergangsvorgang
von der austenitischen Phase in die martensitische Phase zu beschleunigen.
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Unter
Bezugnahme auf 18 beinhaltet ein Mechanismus 100 mit
gegenläufiger
Bewegung, der die vorliegende Erfindung verkörpert, ein Ausgangselement
oder Zahnrad 102, das um einen zentralen Drehpunkt 103 drehbar
ist und eine Mehrzahl von Zähnen 104 aufweist,
wobei jeder Zahn 104 eine Zahnoberfläche 106, eine Spitze 108 und
einen Fuß bzw.
eine Wurzel 110 aufweist. Der Mechanismus 100 mit
gegenläufiger
Bewegung beinhaltet ferner einen Kontaktpunktrahmen 112,
der an beiden Seiten des Zahnrads 102 angeordnet ist und
der an einem ersten Kontaktpunkt 116 und einem zweiten
Kontaktpunkt 118 angebracht ist. Bei dem bevorzugten Ausführungsbeispiel
handelt es sich bei den Kontaktpunkten 116, 118 um
Lager. Jeder Kontaktpunk 116, 118 steht in Eingriff
mit der Zahnoberfläche 106 des benachbarten
Zahns 108 des Zahnrads 102. Der Rahmen 112 ist
an dem zentralen Drehpunkt 103 oder einer beliebigen anderen
Konstruktion (nicht gezeigt) festgelegt. Ein erster Aktuator 122 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen und ein zweiter Aktuator 124 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen sind auf entgegenge setzten
Seiten des zentralen Drehpunkts 103 angeordnet und an dem
Rahmen 112 befestigt. jeder Aktuator 122, 124 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen weist einen Ausgangszustand
und einen verformten Zustand auf. Weiterhin beinhaltet der Mechanismus 100 auch
ein Vorspannelement 125.
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Im
Betrieb werden der erste und der zweite Aktuator 122, 124 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen des Mechanismus 100 mit gegenläufiger Bewegung
abwechselnd erwärmt
und potenziell gekühlt.
Bei dem bevorzugten Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung handelt es sich bei dem Ausgangszustand
jedes Aktuators 122, 124 aus Legierungsmaterial
mit Formerinnerungsvermögen
um einen erweiterten Zustand, während es
sich bei dem verformten Zustand jedes Aktuators um einen komprimierten
Zustand handelt. Wenn der erste Aktuator 122 aus Legierungsmaterial
mit Formerinnerungsvermögen
erwärmt
wird, dehnt sich dieser, wodurch das erste Lager 116 nach
oben in Richtung auf die Spitze 108 des entsprechenden Zahns 104 gedrückt wird,
bis es schließlich
die Spitze 108 des Zahns 104 verlässt. Während der
erste Aktuator 122 aus Legierunysmaterial mit Formerinnerungsvermögen gedehnt
wird, wird der zweite Aktuator 124 aus Legierungsmaterial
mit Formerinnerungsvermögen
zusammengedrückt,
wodurch das zweite Lager 118 in Richtung auf den Fuß 110 des entsprechenden
Zahns 104 gedrückt
wird und dadurch das Zahnrad 102 rotationsmäßig bewegt
wird, wie dies durch den Pfeil 126 angedeutet ist. Anschließend daran
wird der zweite Aktuator 124 aus Legierungsmaterial mit
Formerinnerungsvermögen
erwärmt.
Beim Erwärmen
dehnt sich der zweite Aktuator 124 aus, so dass das zweite
Lager 118 nach oben in Richtung auf die Spitze 108 des
entsprechenden Zahns 104 gedrückt wird und dieses schließlich die Spitze 108 des
Zahns 104 verlässt.
Während
der zweite Aktuator 124 aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen gedehnt
wird, wird der erste Aktuator 122 aus Legierungsmaterial
mit Formerinnerungsvermögen
zusammengezogen, so dass das erste Lager 116 in Richtung
auf den Fuß 110 des nachfolgenden
Zahns 104 gedrückt
wird und dadurch die Rotationsbewegung des Zahnrads 104 fortgesetzt
wird, wie dies durch den Pfeil 126 dargestellt ist.
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Der
Mechanismus 100 mit zwei Aktuatoren 122, 124 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen führt somit zu einer stufenartigen kontinuierlichen
Bewegung des Zahnrads 102. Darüber hinaus kann die Zahnradbewegung
umgekehrt werden, indem die Feder 125 in der entgegengesetzten
Richtung vorgespannt wird. Bei dem bevorzugten Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung handelt es sich bei dem Legierungsmaterial
mit Formerinnerungsvermögen
bestehenden Aktuatoren 122, 124 um Bündel 10 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen, wie diese vorstehend beschrieben
worden sind. Bei den Aktuatoren 122, 124 aus Legierungsmaterial
mit Formerinnerungsvermögen
kann es sich jedoch auch um Rohre oder Stäbe handeln. Ferner kann die
Ausgangsform der Aktuatoren aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen entweder
eine gedehnte oder eine kontrahierte Form sein. Zusätzlich dazu
werden bei dem bevorzugten Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung die Aktuatoren 122, 124 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen erwärmt, um von einem verformten
Zustand in ihren Ausgangszustand zurückzukehren. Die Aktuatoren 122, 124 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen können jedoch auch gekühlt werden, um
den Betätigungszyklus
zu beschleunigen.
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Ein
Vorteil der Bündel 10 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen, wie diese bei bevorzugten
Ausführungsbeispielen
der vorliegenden Erfindung verwendet werden, besteht darin, dass
Bündel
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen unter normalen Ermüdungssituationen
oder Überlastungssituationen
zu keinem Defekt mit katastrophalen Folgen führen. Da die Bündel aus Legierungsmaterial
mit Formerinnerungsvermögen viele
Drähte
mit kleinerem Durchmesser beinhalten, wird bei einem Defekt von
einem oder mehreren Drähten
ein solcher Defekt während
einer visuellen, elektrischen oder andersartigen zerstörungsfreien
Inspektion erkennbar. Wenn ein Defekt bei einem oder mehreren Drähten festgestellt
wird, kann somit eine Reparatur oder ein Austauschen des gesamten
Bündels
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen vorgenommen werden, um
einen anschließenden
Defekt mit katastrophalen Folgen zu vermeiden.
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Ein
weiterer Vorteil des Bündels
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen besteht in dessen Flexibilität. Das Bündel 10 aus
Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen kann um Ecken oder beliebige
andere Konfigurationen gebogen werden, ohne dass schädigende
Dehnungsbelastungen entstehen. Die Flexibilität der Bündel aus Legierungsmaterial
mit Formerinnerungsvermögen
eliminiert ferner die Notwendigkeit von mehreren Segmenten des Legierungsmaterials
mit Formerinnerungsvermögen.
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Ein
weiterer wesentlicher Vorteil besteht darin, dass die flexiblen
Bündel
aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen in Form von mechanischen
Abschlüssen
ausgebildet werden können, die
hohen Kräften
standhalten können.
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Die
vorliegende Erfindung ist zwar unter Bezugnahme auf ein spezielles
Ausführungsbeispiel von
dieser dargestellt und beschrieben worden, jedoch versteht es sich
für Fachleute,
dass verschiedene Modifikationen der vorliegenden Erfindung im Umfang
der vorliegenden Erfindung vorgenommen werden können. Zum Beispiel kann der
Kern 20 des Seils 18 aus Legierungsmaterial mit
Formerinnerungsvermögen
oder ein zentraler Draht 16 der Stränge 14 auch aus einem
anderen Material als dem Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen hergestellt
werden. Obwohl ferner bestimmte Ausführungsformen eine spezielle
Ausgangsform und eine spezielle verformte Formgebung beschreiben,
sind die Ausgangsformgebung und die verformte Formgebung gegeneinander
austauschbar. Ferner kann der Draht aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen entweder
einen runden Querschnitt oder eine beliebige andere Querschnittsform
aufweisen. Auch kann der Aktuator aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen ein
starres Element aus Legierungsmaterial mit Formerinnerungsvermögen aufweisen.