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BEZUGNAHME AUF SEQUENZPROTOKOLLE,
TABELLEN ODER COMPUTERPROGRAMMPROTOKOLLE
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Ein
Sequenzprotokoll in computerlesbarem Format ist beigefügt.
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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft die Steigerung der Produktion von
Bakterientoxin unter Verwendung von Verfahren und Zusammensetzungen,
welche die Akkumulation von intrazellulären und extrazellulären Toxinexpressions-Inhibitoren
reduzieren oder eliminieren. Insbesondere betrifft die vorliegende
Erfindung Verfahren und Zusammensetzungen zur Reduzierung oder Eliminierung
der Akkumulation von Toxinexpressions-Inhibitoren der Spezies Bordetella.
Speziell betrifft die vorliegende Erfindung die Herstellung von
Pertussistoxin, Pertactin, Adenylatcyclasetoxin-Hämolysin,
filamentösem
Hämagglutinin
und anderen Toxinen mit hoher Ausbeute.
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Pertussistoxin
(PT) ist eine von den verschiedenen Komponenten, die durch virulentes
B. pertussis, den Mikroorganismus, der Keuchhusten verursacht, erzeugt
werden. Keuchhusten ist eine schwere Infektion der Atemwege, die
früher
in den Vereinigten Staaten für
den Tod von 5000 bis 10.000 Menschen pro Jahr verantwortlich war.
Seit dem Aufkommen des Keuchhustenimpfstoffs ist die Todesrate im
Zusammenhang mit Keuchhusten auf weniger als 20 pro Jahr gesenkt
worden. Zur Zeit treten ungefähr
50 % aller Keuchhusteninfektionen bei Kindern unter einem Jahr auf,
und nur 15 % treten bei Kindern über
15 Jahren auf. Kids Health.org (besucht am 23. März 2000) <http://kidshealth.org/parent/common/whooping_cough.html>.
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PT
ist ein Haupt-Schutzantigen in dem Impfstoff gegen Keuchhusten.
Andere Komponenten von Interesse, die von B. pertussis erzeugt werden,
sind filamentöses
Hämagglutinin,
hitzelabiles Toxin, Adenylatcyclase und dergleichen, die ebenfalls
eine wichtige Rolle als Schutzantigene spielen können. Die großtechnische Herstellung
dieser Komponenten, die als diagnostische oder chemische Reagenzien
und bei der Herstellung von Impfstoffen nützlich sind, erfordert die
großtechnische
Kultivierung des Mikroorganismus. B. pertussis ist jedoch ein anspruchsvoller
Organismus, dessen Züchtung
in großen
Bioreaktoren sich als schwierig zu züchten erwiesen hat. Ältere Verfahren
für die
Züchtung
von B. pertussis arbeiten mit der Kultivierung in einer stationären Kultur
oder in Bioreaktoren. Das Züchten
in einer stationären
Kultur ist arbeitsintensiv, während
das Kultivieren im Bioreaktormaßstab
Wirbelrühren
und Oberflächenbelüftung erfordert.
Infolgedessen ist das Nutzvolumen des Bioreaktors reduziert, und
eine Modifikation des Bioreaktors für das Züchten von Pertussis ist häufig notwendig.
Außerdem
sind die Mengen an PT, die während
der Fermentation unter diesen Bedingungen hergestellt werden, veränderlich
und oft gering.
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Das
US-Patent Nr. 5 338 670 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung
von B. pertussis in Anwesenheit eines Eisensalzes, nämlich Eisen(II)-sulfat.
Ein hoher Eisengehalt unterstützt
zwar ein stärkeres
Bakterienwachstum, unterdrückt
jedoch die Erzeugung von PT. Durch Einstellung des Eisengehalts
von modifiziertem Stainer-Scholte-Medium auf 10 % der empfohlenen
Konzentration wurde die Produktion von PT optimiert.
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Frohlich
et al., 1995, Journal of Biotechnology, 39, 205 bis 219, berichtet,
daß eine
ionische Zusammensetzung und eine Gesamtionenkonzentration des Kulturmediums
wichtige Faktoren bei der Begrenzung der Produktivität in belüfteten Reaktoren
waren, die für
die Herstellung von Pertussistoxin und anderen Antigenen durch Bordatella
pertusssis verwendet wurden. Frohlich et al. schlägt vor,
Natriumchlorid durch Mononatriumglutamat zu ersetzen, um Zell- und
Toxinausbeuten zu erhöhen.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es, die Ausbeute von PT, das aus
B. pertussis erhalten wird, zu verbessern durch (1) Einbringen eines
löslichen
Salzes in das Kulturmedium, das Sulfat (SO4 2–)
maskiert und/oder (2) Verwenden eines B. pertussis-Cystein-Desulfinase-Knockout-Mutanten.
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KURZE ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung beruht auf der Entdeckung, daß Bakterientoxinexpressions-Inhibitoren
in Kulturmedium akkumulieren und somit die Toxinproduktion signifikant
reduzieren. Außerdem
beruht die vorliegende Erfindung auf der Erkenntnis, daß das Unterdrücken oder
Eliminieren von Toxinexpressions-Inhibitoren die Toxinexpression
signifikant nach oben regulieren kann. Nicht einschränkende Beispiele
der vorliegenden Erfindung sind angegeben, wobei Bordetella sp.,
insbesondere B. pertussis und/oder B. bronchiseptica, verwendet
werden, die Pertussistoxin (PT) bzw. Pertactin erzeugen. Es versteht
sich jedoch, daß höhere Bakterientoxinwerte
in anderen Bakterienkultursystemen erzielt werden können, die
von der Lehre der vorliegenden Erfindung Gebrauch machen, wobei
Adenylatcyclasetoxin-Hämolysin
und filamentöses
Hämagglutinin
eingeschlossen sind, jedoch keine Beschränkung darauf erfolgt.
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Im
allgemeinen wird die vorliegende Erfindung durch die Beschreibung
von zum Züchten
von B. pertussis angewandten Verfahren und Zusammensetzungen veranschaulicht,
die intrazelluläre
und extrazelluläre PT-Inhibitorakkumulation
eliminieren oder reduzieren, was in einer signifikanten Steigerung
der PT-Produktion resultiert.
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In
einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung werden Verfahren und Zusammensetzungen
zur Herstellung neuer Kulturmedien beschrieben, die das Wachstum
von B. pertussis unterstützen
und die Expression der PT-Inhibition durch Sulfatanionen verhindern
oder verringern. Diese Zusammensetzungen von Medien und die zugehörigen Verfahren
weisen auf, ohne darauf beschränkt
zu sein: das Beimischen einer effektiven Menge eines oder mehrerer
löslichen
Metallsalze, die im wesentlichen unlösliche Komplexe mit Sulfatanionen
bilden, zu einem B. pertussis-Kulturmedium.
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In
einer anderen Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung werden das Wachstum von B. pertussis unterstützende Kulturmedien
bereitgestellt, die eine Menge eines oder mehrerer löslichen
Salze aufweisen, die im wesentlichen unlösliche Komplexe mit PT-Inhibitoren
bilden, wobei die Menge die Inhibition der PT-Expression verhindert
oder reduziert. Dabei werden lösliche
Metallsalze angegeben, die im wesentlichen unlösliche Komplexe mit Sulfatanionen
bilden.
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Weitere
Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung umfassen B. pertussis-Kulturmedien und
Verfahren zur Herstellung und Verwendung derselben, die PT-Inhibitoren
reduzieren, indem sie Bestandteile der Medien, die zu der PT-Inhibitorakkumulation
beitragen, begrenzen oder eliminieren. Dabei wird in einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung die Cysteinkonzentration reduziert.
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Die
Erfindung betrifft ferner Verfahren und Zusammensetzungen zur Herstellung
von PT, die das Züchten
von B. pertussis unter Bedingungen umfassen, welche die Akkumulation
von PT-Inhibitoren
in den Kulturmedien eliminieren oder reduzieren, was in signifikanten
Steigerungen der PT-Produktion und der Isolation des PT aus dem
Kulturmedium resultiert.
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In
noch einer weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung wird die PT-Produktion unter Verwendung
von B. pertussis-Cystein-Desulfinase-Knockout-Mutanten gesteigert.
In einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung werden Verfahren zum Herstellen von PT
bereitgestellt, die aufweisen: Züchten
eines B. pertussis-Cystein-Desufinase-Knockout-Mutanten in einem
B. pertussis-Kulturmedium und Isolieren des PT aus dem Kulturmedium.
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KURZE BESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
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1:
ein Diagramm, welches das Wachstum von B. pertussis (OD 650) sowie Änderungen
in den PT-Mengen ([Ptx]/OD) zeigt, die als eine Funktion der Fermentationszeit
hergestellt werden.
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2:
ein Bild einer Blut-Agarplatte.
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3:
ein Balkendiagramm, welches folgendes zeigt: das Wachstum von B.
pertussis (OD 650) und die PT-Menge (Ptx-Konz.) in Kontroll-Kulturüberstand
(Str.), Kulturmedium, das Moleküle < 3.000 KDa (< 3K) von erschöpftem Kulturmedium
enthält,
und Kulturmedium, das Moleküle > 3.000 KDa (> 3K) von erschöpftem Kulturmedium
enthält.
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4A:
ein Diagramm der Fermentationszeit (Stunden) gegenüber Asparaginsäure-, Threonincystein-
und Lysinkonzentration (mg/l) und Arginin-, Methionin- und Prolinkonzentration
(mg/l), das die Aminosäureprofile
während
der Fermentierung zeigt.
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4B:
ein Diagramm der Zeit (Stunden) gegenüber der Fläche (mAU·s), das Änderungen in den Konzentrationen
von organischer Säure
als eine Funktion der Fermentationszeit zeigt.
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5:
ein Balkendiagramm, das die Sulfatkonzentration (μg/ml) zu
verschiedenen Züchtungszeiten zeigt.
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6:
ein Diagramm, das die Wirkung von erhöhten Konzentrationen von BaCl2 (mM) auf die PT-Menge zeigt, die für zwei B.
pertussis-Stämme
hergestellt wird (μg/ml/OD650) (Stamm 1 = CS-87, Stamm 2 = ATCC 9797).
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7:
ein Vergleich der DNA-Sequenz und der translatierten Aminosäuresequenz
des Cystein-Desulfinase-Gens,
das aus dem B. pertussis-Stamm BP536 isoliert wurde, mit der B.
pertussissequenz (benachb. 314), gefunden in der Datenbank The Sanger
Centre DNA.
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8a:
ein Diagramm der gesamten B. pertussis-Toxinherstellung in 20-Liter-Bioreaktoren
unter beschränkenden
Cystein-Bedingungen, gemessen bei einer Absorption von 600 nm.
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8b:
ein Diagramm der B. pertussis-Toxinherstellung in 20-Liter-Bioreaktoren
unter beschränkenden
Cystein-Bedingungen, gemessen als mg/ml Toxin pro optischer Dichteeinheit.
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9:
ein Diagramm von inneren und äußeren Sulfatkonzentrationen
in B. pertussis-Zellen in 20-Liter-Bioreaktoren
unter beschränkenden
Cystein-Bedingungen.
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GENAUE BESCHREIBUNG DER
ERFINDUNG
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Die
schwerwiegendsten Konsequenzen von Bakterieninfektionen resultieren
häufig
aus Toxinexpression im Wirt. Nicht einschränkende Beispiele umfassen Clostridium
tetani, das Tetanustoxin erzeugt, Neurotoxine, die von C. botulinum
erzeugt werden, C. difficile, das Toxine erzeugt, die pseudomembranöse Kollitis
verursachen; Salmonella typhi erzeugt Enterotoxine, die Gastroenteritits
und Typhus verursachen, Staphylococcus aureus kann Toxine exprimieren,
die septischen Schock verursachen, und B. pertussis erzeugt Toxine,
die für
Keuchhusten verantwortlich sind. Andere toxogene Bakteriengenera
umfassen, ohne darauf beschränkt
zu sein, Escherichia, Shigella und Vibrio. Glücklicherweise sind Impfstoffe
verfügbar,
welche die meisten schwerwiegenden Wirkungen von Bakterientoxinen
verhindern und/oder lindern. Diese Impfstoffe bestehen hauptsächlich aus
modifizierten Bakterientoxinen, subletalen Dosen von gereinigtem
Toxin und/oder Ganzzellenhomogenaten.
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Bordetella
pertussis-Impfstoffe haben sich als besonders wirksam zum Verhindern
von Keuchhusten bei Impfstoff-Empfängern erwiesen. Man hat gefunden,
daß azelluläre Pertussisimpfstoffe
(AP-Impfstoffe), die Perussistoxin (PT) allein oder in Kombination
mit anderen Antigenen von B. pertussis enthalten, zum Verhindern
von Pertussisinfektionen sehr wirksam sind. Da jedoch PT und viele
von den anderen Pertussisantigenen in winzigen Mengen exprimiert
werden, ist es wichtig, die Kulturbedingungen zu optimieren, um
die Ausbeuten zu maximieren. Bei Verwendung des Stainer-Schulte-Standardmediums
(SS-Mediums) wurde eine Reduzierung des Verhältnisses Pertussistoxin/optische
Dichte (PT/OD650) mitten in Chargenfermentierungen
beobachtet. Um zu bestimmen, ob dieses Phänomen auf einen Mangel an Substratverfügbarkeit
oder negative Rückkopplungshemmung
zurückzuführen war,
wurden Untersuchungen durchgeführt,
um festzustellen, ob erschöpftes
Medium Hemmungsfaktoren für
die PT-Expression enthielt, und um diese Faktoren zu identifizieren. Kulturüberstand-Proben
wurden aus verschiedenen Fermentationsstufen entnommen und mit SS-Mediumkomponenten,
denen es an den basischen Salzen mangelte, aufgefüllt. Diese
Proben wurden dazu verwendet, eine zweite Kultur zu initiieren,
und PT/OD650-Verhältnisse wurden im Vergleich
mit frischem SS-Medium
gemessen. Sowohl intaktes erschöpftes
Medium als auch eine Fraktion dieses Mediums, das Moleküle < 3.000 kDa enthielt,
hemmten die PT-Produktion. Kreuz-Ausstreichexperimente auf Bordet-Gengou-Agar
(BGA) bestätigten
die Produktion eines Inhibitors (von Inhibitoren) von hämolytischer
Aktivität
in frisch ausgestrichenen Bakterien. Mit Coomassie angefärbte Gele
zeigten daß die
Profile von Ganzzellenprotein in dem Fraktionsmedium verglichen
mit frischem Medium deutlich verschieden waren, was darauf hindeutete,
daß die
Hemmungsfaktoren die Zwei-Komponenten-Regulationssysteme
beeinflußten.
Um diese inhibierende(n) Verbindung(en) weiter zu identifizieren,
wurde eine vollständige
Flußanalyse
des Zwischenmetabolismus von B. pertussis, einschließlich einer
Analyse von Aminosäure
und organischer Säure,
mittels HPLC des erschöpften
Mediums sowie von kritischen Enzymen innerhalb dieser Bahnen durchgeführt. Man
fand, daß die
schwefelhaltige Aminosäure,
Methionin und Pyruvat während
der späten
exponentiellen Wachstumsphase akkumulierten (bis zu 200 mg/l). Die
Untersuchung sämtlicher Überstand-Fraktionen durch
LC-MS deutet darauf hin, daß Bahnen
für den Cysteinverbrauch
zu der Bildung von Sulfat führen.
Dies wirkte wiederum als ein negativer Rückkopplungsinhibitor der PT-Expression.
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Da
Sulfat als ein Inhibitor der PT-Expression in B. pertussis wirksam
ist, wurden Verfahren zum Reduzieren oder Eliminieren von intrazellulärer und
extrazellulärer
Sulfatakkumulation mit fortschreitender Fermentierung entwickelt.
Bei einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung weisen diese Verfahren das Hinzugeben
einer wirksamen Menge eines löslichen
Salzes auf, das einen im wesentlichen unlöslichen Komplex mit Sulfat
bildet. Solche löslichen
Salze weisen Erdalkalimetallsalze oder andere Salze von Pb und Ag
auf. Bevorzugte Salze der vorliegenden Erfindung sind Erdalkalimetallsalze.
Stärker
bevorzugte Salze sind Ba(II)-Halogenidsalze. Das am meisten bevorzugte
Ba(II)-Halogenidsalz ist BaCl2 oder BaBr2.
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Bariumchlorid
hat sich als wirksam beim Fördern
einer Steigerung der durch B. pertussis erzeugten PT-Menge erwiesen.
Es wurde eine zehnfache Steigerung pro OD-Einheit in der PT-Ausbeute
beobachtet, wenn der ATCC 9797 oder CS87 B. pertussis-Stamm in Anwesenheit
von BaCl2 gezüchtet wurde. Dabei war die
PT-Menge in Abwesenheit von BaCl2 0,05 μg/ml/OD650 gegenüber
0,525 μg/ml/OD650 mit 20 mM BaCl2.
Unter einer "wirksamen
Menge" eines Salzes
wird eine Menge verstanden, welche die Inhibition der PT-Expression
durch Sulfat während
der Fermentierung verhindert oder reduziert, im Vergleich mit dem
Fall der Durchführung
einer Fermentierung in Abwesenheit des Salzes.
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Die
Löslichkeit
des Sulfatkomplexes wird durch das Löslichkeitsprodukt (Ksp) definiert. Der Sulfatkomplex wird als "im wesentlichen unlöslich" definiert, wenn
Ksp ungefähr 1 × 10–5 oder
weniger bei 25 °C
ist. Bevorzugt ist Ksp zwischen ungefähr 1 × 10–7 und
ungefähr
1 × 10–10 bei
25 °C.
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Am
meisten bevorzugt ist Ksp zwischen ungefähr 1 × 10–8 und
ungefähr
1 × 10–10 bei
25 °C. Löslichkeitsprodukte,
die in den vorstehend genannten Bereich für ausgewählte Sulfatkomplexe fallen,
sind in Tabelle 1 gezeigt.
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Tabelle
1: K
sp-Werte für ausgewählte Sulfatkomplexe
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- a CRC Handbook of Chemistry and
Physics – 65th
Ed., Weast (ed.), S. B-220 (1984).
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Die
in Tabelle 1 gezeigten Sulfatkomplexe sollen als Beispiele dienen
und sollen als solche den Umfang der vorliegenden Erfindung nicht
einschränken.
Außerdem
ist zu beachten, daß der
Sulfatkomplex in dem Wachstumsmedium nicht vollständig unlöslich zu
sein braucht. Der Sulfatkomplex muß einfach ausreichend unlöslich sein,
um die Inhibition der PT-Expression durch Sulfat zu verhindern oder
zu reduzieren.
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Die
Salze der vorliegenden Erfindung können dem Medium vor oder nach
dem Initiieren der Kultivierung von B. pertussis zugegeben werden.
Alternativ kann das Salz den anderen Komponenten des Mediums vor
oder nach dem Hinzugeben des bei der Herstellung des Mediums verwendeten
Wassers, jedoch vor dem Einbringen der B. pertussis-Zellen beigemengt
werden.
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Eine
Menge des Salzes, das bei der vorliegenden Erfindung verwendet werden
kann, um eine Steigerung der während
der Fermentierung erzeugten PT-Menge zu fördern, kann zwischen ungefähr 0,05
mM bis ungefähr
50 mM, stärker
bevorzugt zwischen ungefähr
10 mM und ungefähr
30 mM, am meisten bevorzugt ungefähr 20 mM betragen. Normalerweise
sind ungefähr
10 mM bis ungefähr
20 mM des Salzes wirksam, um die Inhibition der PT-Expression durch
Sulfat zu verhindern oder zu reduzieren. Ein Durchschnittsfachmann kann
die optimale Salzmenge bestimmen, welche die Inhibition der PT-Expression
in einem bestimmten B. pertussis-Stamm wirksam verhindert oder reduziert,
und zwar einfach durch Routineexperimente.
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Bei
einer anderen Ausführungsform
haben die Erfinder der vorliegenden Erfindung bestimmt, daß regulierende
Mediumkonzentrationen von Toxininhibitor-Vorläufern sowohl intrazelluläre als auch
extrazelluläre Toxininhibitorkonzentrationen
reduzieren können.
Beispielsweise haben die Erfinder der vorliegenden Erfindung festgestellt,
was jedoch nicht als eine Einschränkung gedacht ist, daß die PT-Inhibitoren,
die Sulfite und Sulfate aufweisen – ohne darauf beschränkt zu sein –, als Endprodukte
des Cysteinmetabolismus erzeugt werden. Kurz gesagt, Bordetella
verstoffwechselt das schwefelhaltige Aminosäurecystein auf einem Weg, der
Enzymcystein-Desulfinase involviert. Während des Cysteinmetabolismus
wird eine Sulfhyralgruppe enzymatisch von dem Cysteinmolekül abgespalten.
Diese Sulfhyralgruppe wird weiter in Sulfite und Sulfate verstoffwechselt,
die innerhalb der Bakterienzelle und dem extrazellulären Milieu
akkumulieren. Je länger
also Bordetella in Anwesenheit von Cystein gezüchtet wird, desto höher werden
die intrazellulären
und extrazellulären
Sulfatkonzentrationen und desto weniger PT wird produziert.
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Auf
der Basis der Beziehung zwischen anfänglichen Kulturmedium-Cysteinkonzentrationen
und endgültigen
Sulfatkonzentrationen haben die Erfinder der vorliegenden Erfindung
die nicht einschränkende
Theorie entwickelt, daß die
Reduzierung der anfänglichen
Cysteinkonzentrationen in einer reduzierten intrazellulären und
extrazellulären
Sulfatakkumulation und infolgedessen in reduzierter PT-Inhibition
resultieren würde. Um
die Wirkung, die sich verändernde
Cysteinkonzentrationen auf die Sulfatkonzentration haben, zu bewerten,
haben die Erfinder der vorliegenden Erfindung drei unterschiedliche
Kultursysteme entwickelt, die unter Verwendung der folgenden Abkürzungen
identifiziert werden: LCMSSB, LCMSSFB und LCMSSBa. Das LCMSSB-Kultursystem (begrenzende
cysteinmodifizierte Stainer-Scholte-Charge) bestand aus B. pertussis, gezüchtet im
Chargenmodus unter Verwendung des Mediums gemäß der nachstehenden Tabelle
2. Kurz gesagt, "Chargenmodus" ist ein Prozeß, in dem
Mikroorganismen in einem einzigen Kulturmedium, gewöhnlich flüssig oder
halbflüssig,
gezüchtet
werden, ohne daß eine
signifikante Menge des erschöpften
oder verwendeten Kulturmediums ergänzt oder ausgetauscht wird.
Bei der vorliegenden Erfindung wurden Chargenmoduskulturen (LCMSSB)
zwischen ungefähr
35 °C und
37 °C aerob
inkubiert, bis bakterielle optische Dichten > 1,0 Absorptionseinheiten erreichten,
spektrophotometrisch bei 600 nm unter Anwendung von dem Fachmann
bekannten Vorgehensweisen gemessen. Das zweite Kultursystem LCMSSFB
(begrenzende cysteinmodifizierte Stainer-Scholte-gespeiste Charge)
wurde unter Verwendung des in Tabelle 3 angegebenen Kulturmediums aufrechterhalten.
Es ist zu beachten, daß dem
Basalmedium kein Cystein zugegeben wurde. Stattdessen wurde L-Cystein
mit einer Rate von 20 mg/h für
die gesamte Inkubationsdauer zugegeben. Das endgültige Kultursystem wurde als
LCMSSBa (begrenzende cysteinmodifizierte Stainer-Scholte-Charge
plus BaCl2) bezeichnet und verwendete das
in Tabelle 2 angegeben Basalmedium.
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Alle
drei Kultursysteme wurden beimpft und wie folgt aufrechterhalten:
Bordetella-Kulturen wurden zwischen ungefähr 35 °C und 37 °C in 20-Liter-Bioreaktoren (New
Brunswick BioFlo IV® (New Brunswick Scientific,
Edison NJ), angeschlossen an einen AFS Biocommand v2.0 (New Brunswick
Scientific, Edison NJ) inkubiert, der Daten für pH, Bewegung, gelösten Sauerstoff, Temperatur
und Luftdurchflußrate
sammelte. Zusätzliche
Pumpen für
Schaumverhütungsmittel
und pH-Kontrollreagenzien wurden nach Bedarf hinzugefügt, wie
dem Durchschnittsfachmann bekannt ist. Der Luftdurchfluß wurde
auf 4,0 l/min eingestellt, gelöster
Sauerstoff wurde auf 40 % gehalten, und der pH wurde bei ungefähr 7,2 gehalten.
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Jeder
20-Liter-Bioreaktor enthielt 11 Liter Testmedium und wurde mit einem
Liter aktiv wachsender Bakterienstarterkultur beeimpft. Die aktiv
wachsenden Starterkulturen wurden durch Beimpfen von Schüttelflaschen
hergestellt, die einen Liter Stainer-Scholte-Medium (SS-Medium),
dessen Formel in den Tabelle 5 und 6 angegeben ist, mit gefrorenen
Impflingen enthielten, und inkubiert, bis eine optische Dichte von > 1,0 OD600 erreicht
war (ungefähr
20 bis 24 h).
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Den
beeimpften Bioreaktoren wurden in Abständen von 3 bis 6 h Proben entnommen,
und diese wurden unter Zentrifugation in Kulturüberstände und Zellpellets getrennt.
Die Kulturüberstände wurden
in bezug auf PT, Sulfate, organische Säuren, Aminosäuren und
Bakteriendichte analysiert. Bakterienzellpellets wurden auf innere
Sulfat- und PT-Konzentrationen analysiert. Jedes Kultursystem erhielt
ein bestimmtes Supplement (bestimmte Supplemente), wenn die Kulturbakterienpopulationsdichten
ungefähr > 1,0 Absorptionseinheiten erreichten
(ungefähr
12 h nach Beimpfen). Sowohl LCMSSB als auch LCMSSBa erhielten 200
ml des Aminosäuresupplements,
das in der nachstehenden Tabelle 4 angegeben ist, zusätzlich zu
10,0 mg/l FeSO4·7H2O und
5,0 g/l Mononatriumglutamat (das FeSO4/Glutamat-Supplement).
Die LCMSSBa-Kultur erhielt ebenfalls ausreichend 1 mM BaCl2, um eine endgültige Kulturmediumkonzentration
von 20 nM BaCl2 zu erhalten; die LCMSSFB-Kulturen
erhielten das FeSO4/Glutamat-Supplement
mit zusätzlichen
Aminosäuren
ausschließlich Cystein
und kein BaCl2. Nach der Supplementierung
wurden die Bioreaktoren wie vorher inkubiert, bis die Versuche beendet
wurden.
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Tabelle
2: Komponenten des LCMSSB-Mediums
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Tabelle
3: Komponenten des LCMSSFB-Mediums
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Tabelle
4: Komponenten des Aminosäure-Supplements
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Alle
drei reduzierten Cystein-Kultursysteme (LCMSSB, LCMSSFB und LCMSSBa)
wurden parallel mit herkömmlichem
SS-Medium mit Cysteinkonzentrationen, wie sie im Stand der Technik
bekannt sind, geprüft. Bordetella
Bakterien- und PT-Konzentrationen sind in den Diagrammen der 8a und 8b gezeigt.
Aus 8a ist ersichtlich, daß maximale Bordetella-Zellkonzentrationen
bei ungefähr
32 h erreicht waren. Das maximale Wachstum war bei einem Vergleich
von normalem PT-Erzeugungsmedium mit modifiziertem SS im Chargenmodus
nahezu identisch. 8b zeigt die maximale PT-Produktion,
gemessen in mg/ml Kulturmedium. Es ist ohne weiteres ersichtlich,
daß unter
Verwendung jedes der Cystein begrenzenden Kultursysteme der vorliegenden
Erfindung eine signifikante Verbesserung der PT-Gesamtproduktion
im Vergleich mit herkömmlichen
Kultursystemen realisiert wird. Außerdem zeigt 9 innere
und äußere Sulfatkonzentrationen
in B. pertussis-Zellen in 20-Liter-Bioreaktoren unter beschränkenden
Cystein-Bedingungen. Das LCMSSBa-Kultursystem zeigte die größte Verbesserung
in der PT-Gesamtproduktion. Deshalb kann gemäß der Theorie der Erfinder
der vorliegenden Erfindung die PT-Produktion durch Begrenzung der
Menge an Inhibitorvorläufer
in dem Kulturmedium signifikant verbessert werden.
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Außerdem kann
bei einer Kombination der den Vorläufer begrenzenden Kultursysteme
der vorliegenden Erfindung mit den Systemen zum Entfernen der Toxinexpressions-Inhibitoren
der vorliegenden Erfindung noch eine weitere Verbesserung realisiert
werden.
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Die
Erfinder der vorliegenden Erfindung haben gezeigt, daß: 1) bestimmte
Toxinexpressions-Inhibitoren,
die in dem Medium von Toxin erzeugenden Bakterien akkumulieren,
die Gesamttoxinproduktion signifikant reduzieren können; und
2) daß das
Entfernen von Toxinexpressions-Inhibitoren aus dem Kulturmedium
oder die Reduzierung der Toxininhibitorbildung durch Reduzierung
von Inhibitorvorläufern
in dem Kulturmedium die Gesamttoxinproduktion signifikant steigern
kann. Deshalb haben die Erfinder der vorliegenden Erfindung die Theorie
aufgestellt, daß das
genetische Deaktivieren der Fähigkeit
eines Toxin erzeugenden Organismus, einen Toxinexpressions-Inhibitor
zu erzeugen, ähnliche
Steigerungen in der Gesamttoxinproduktion ergeben könnte. Infolgedessen
wird in noch einer weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ein unter einem Mangel an Cystein-Desulfinase-Aktivität leidendes
rekombinantes B. pertussis ("Knockout-Mutant"), das kein Sulfat
in Kultur erzeugt und das somit keine inhibierte PT-Expression zeigt,
bereitgestellt. Solche Knockout-Mutanten
können
durch eine von einer Reihe von verschiedenen Verfahren hergestellt
werden. Siehe beispielsweise die US-Patente Nr. 5 557 032 und 5
614 396. Mit solchen Verfahren ist im allgemeinen die homologe Rekombination
eines DNA-Konstrukts mit B. pertussis chromosomaler DNA verbunden.
Die homologe Rekombination ist ein gut erforschter, natürlicher
zellulärer
Prozeß,
der resultiert in der Spaltung von zwei Nucleinsäuremolekülen, die identische oder im
wesentlichen gleichartige (d. h. homologe) Sequenzen haben, und in
der Ligasierung der zwei Moleküle
derart, daß ein
Bereich jedes anfangs anwesenden Moleküls mit einem Bereich des anderen
Moleküls
ligasiert wird. (Siehe Sedivy, J.M., BioTechnol. 6: 1192 bis 1196
(1988)). Die homologe Rekombination ist also ein sequenzspezifischer
Prozeß,
durch den Zellen einen "Bereich" einer DNA von einem
DNA-Molekül
zu einem anderen transferieren können.
Damit eine homologe Rekombination zwischen zwei DNA-Molekülen stattfindet,
müssen
die Moleküle
einen "Homologiebereich" in bezug aufeinander
aufweisen. Ein solcher Homologiebereich muß mindestens zwei Basenpaare
lang sein. Zwei DNA-Moleküle
besitzen einen Homologiebereich, wenn eines einen Bereich enthält, dessen
Sequenz einem Bereich in dem zweiten Molekül so ähnlich ist, daß eine homologe
Rekombination stattfinden kann. Wenn ein bestimmter Bereich von
zwei Homologiebereichen flankiert ist, können zwei Rekombinationsereignisse
stattfinden, was in einem Austausch von Bereichen zwischen den beiden
rekombinierenden Molekülen
resultiert. Die homologe Rekombination wird von Enzymen katalysiert,
die in B. pertussis natürlich
anwesend sind.
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In
einem derartigen Verfahren wird die Gencodierung für Cystein-Desulfinase
(7), beispielsweise in einem Plasmid enthalten,
mit Restriktionsenzymen geschnitten, die ausgewählt sind, um innerhalb des
Gens so zu schneiden, daß eine
neue DNA-Sequenz, die für
ein Markergen codiert, in die Cystein-Desulfinase-Gensequenz eingefügt werden
kann. Dieses Markergen dient dazu, die Expression des Cystein-Desulfinase-Gens zu
verhindern. Das Markergen kann jede Nucleinsäuresequenz sein, die nachweisbar
und/analysierbar ist, in einer bevorzugten Ausführungsform ist es jedoch ein
Antibiotika-Resistenzgen. Das Markergen kann wirkungsmäßig mit
seinem eigenen Promotor oder einem anderen starken Promotor von
jeder Quelle gekoppelt werden, die in B. pertussis aktiv oder darin
auf einfache Weise aktivierbar ist. In einer anderen Ausführungsform
kann das Markergen unter Verwendung des Promotors des Cystein-Desulfinase-Gens transcribiert
werden. Das Markergen kann eine Poly(A)-Sequenz haben, die an das
3'-Ende des Gens
angeheftet ist, um die Transcription zu beenden. Bevorzugte Markergene
weisen ein Antibiotika-Resistenzgen auf, wie etwa ermC' (das Erythromycin-Resistenzgen),
neo (das Neomycin-Resistenzgen), amp (das Ampicillin-Resistenzgen), kan
(das Kanamycin-Resistenzgen) und Gent (das Gentamicin-Resistenzgen).
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Nachdem
die DNA-Sequenz mit den geeigneten Restriktionsenzymen, beispielsweise
SpII und SphI oder PstI und PvoI, geschnitten worden ist, wird die
Markergensequenz unter Anwendung von Methoden, die dem Fachmann
wohl bekannt sind und die beispielsweise in Sambrook et al. (Molecular
Cloning: A Laboratory Manual, Cold Spring Harbor Laboratory Press,
Cold Spring Harbor, N.Y. (1989)) beschrieben sind, in die Cystein-Desulfinase-DNA-Sequenz
ligasiert. Die Enden der zu ligasierenden DNA-Fragmente müssen kompatibel
sein; dies wird erreicht, indem entweder sämtliche Fragmente mit Enzymen
geschnitten werden, die kompatible Enden erzeugen, oder indem die
Enden vor der Ligasierung geglättet
werden. Das Glätten
wird unter Anwendung von Methoden, die in der Technik wohl bekannt
sind, ausgeführt,
wie beispielsweise durch Verwendung eines Klenow-Fragments (DNA-Polymerase
I) oder einer anderen DNA-Polymerase, um klebrige Ende auszufüllen. Dieses
Konstrukt enthält
DNA-Sequenzen, die definierten Bereichen des Cystein-Desulfinase-Gens
entsprechen, beispielsweise den 3'- und 5'-Enden des Cystein-Desulfinase-Gens
entsprechen, was die Integration des Konstrukts durch homologe Rekombination
ermöglicht.
Dieses DNA-Konstrukt kann in ein Plasmid ligasiert werden, das ein
zweites Antibiotika-Resistenzgen hat.
-
Das
Konstrukt kann dann unter Anwendung bekannter Methoden, beispielsweise
durch Elektroporation oder durch Paaren mit transfizierten E. coli-Zellen,
in B. pertussis transfiziert werden. Das Screening der Zellen wird
ausgeführt,
indem die Zellen in Anwesenheit von sonst letalen Konzentrationen
von einem oder mehreren Antibiotika gezüchtet werden, die den Antibiotika-Resistenzgenen
entsprechen, welche anwesend sind. In diejenigen Zellen, die überleben,
ist das Knockout-Konstrukt integriert. Man kann ein nicht replizierendes
Plasmid verwenden, so daß sich
in den gewählten
Zellen nicht nur das Plasmid-Konstrukt befinden würde. Um
die Integration des Knockout-Konstrukts zu bestätigen, kann ein Southern-Blot
der B. pertussis-DNA mit einer Sequenz untersucht werden, die ausgebildet
ist, um nur die Markersequenz und/oder den Anteil der Cystein-Desulfinase
zu hybridisieren, der entfernt wird. Alternativ oder zusätzlich kann
die DNA durch PCR mit Sonden amplifiziert werden, die den 3'- und 5'-Enden des Cystein-Desulfinase-Gens
entsprechen. Schließlich kann
die Cystein-Desulfinase-Aktivität analysiert
werden.
-
In
einer anderen Ausführungsform
kann B. pertussis in Anwesenheit von Nucleotidsequenzen gezüchtet werden,
die zu der codierenden Sequenz des Cystein-Desulfinase-Gens gegensinnig
sind. In dieser Ausführungsform
werden die Nucleotidsequenzen von B. pertussis aufgenommen, hybridisieren
zu dem für
Cystein-Desulfinase codierenden Gen und inhibieren die Translation
des Gens. Es können
auch modifizierte Nucleotidsequenzen verwendet werden, die mit den
Basen des Gens in Wechselwirkung treten, um kovalente Bindungen
zu bilden und dadurch die Translation zu inhibieren. Siehe das US-Patent
6 015 676.
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Beispiele
von Nucleotiden, die zu dem Cystein-Desulfinase-Gen gegensinnig
sind, weisen ein Nucleotid mit mindestens 8 Basen, bevorzugt 10
bis 15 Basen auf, die zu dem codierenden Bereich von 7 komplementär sind.
Beispiele umfassen:
GATTGCTGAT (SEQ.ID.NO.1)
TAGATGGGGC
(SEQ.ID.NO.2)
-
Bei
der vorliegenden Erfindung kann eine Vielfalt von Medien dazu verwendet
werden, B. pertussis zu züchten.
Nicht einschränkende,
beispielhafte Medien umfassen Stainer-Scholte- und die GMAR-modifizierten Medien.
Die Komponenten der Stainer-Scholte- und GMAR-modifizierten Medien sind in den Tabellen
2 bzw. 3 angegeben.
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Tabelle
5: Komponenten des Stainer-Scholte-Mediums
b
-
- b Aus: Hewlett und Wolff, J. Bacteriol.
127: 890 bis 898 (1976).
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Tabelle
6: Komponenten des GMAR-modifizierten Mediums
-
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Das
nach den Verfahren der vorliegenden Erfindung hergestellte PT-Toxin
kann nach der von Sekura et al., J. Biol. Chem. 258: 14647 bis 14651
(1983), beschriebenen Methode gereinigt werden. Kurz gesagt, die Methode
von Sekura wendet zwei konsekutive chromatographische Schritte an,
um PT zu reinigen. Der erste Schritt umfaßt die Chromatographie an einer
Affigelblau-Säule.
Der zweite Schritt umfaßt
die Chromatographie an einer Fetuin-Agarose-Säule. Die PT-Reinigungsmethode von Sekura et al.
ermöglicht
die routinemäßige und
rasche Reinigung von PT in relativ großen Mengen (über 10 mg).
Alternativ kann PT unter Verwendung einer Peptidaffinitätssäule gereinigt
werden. Eine solche Säule
ist in dem nachstehenden Beispiel 1 beschrieben. In dieser Ausführungsform
wird das PT an der Säule
adsorbiert, mit Puffer (beispielsweise 50 mM TRIS HCl, pH = 6,2)
gewaschen, und dann wird das PT mit 4M MgCl2 eluiert.
Das MgCl2 wird durch Dialyse entfernt, um
ein im wesentlichen reines PT zu ergeben.
-
Nachdem
nun die vorliegende Erfindung allgemein beschrieben worden ist,
wird sie unter Bezugnahme auf die nachstehenden Beispiele weiter
erläutert,
die hier nur zum Zweck der Veranschaulichung angegeben sind und
nicht der Beschränkung
dienen sollen, soweit nichts anderes angegeben ist.
-
Beispiel 1
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Materialien und Methoden
-
Organismen:
B. pertussis-Stamm CS87 vom Wildtyp wurde für die meisten dieser Untersuchungen verwendet.
Dieser Stamm hat seinen Ursprung in China und wurde zu dem National
Institute of Child Health and Human Development (NICHD) in den National
Institutes of Health (NIH) gebracht. Zusätzlich wurden mehrere Stämme von
BP von der American Type Culture Collection (Manassas, VA) beschafft,
einschließlich
ATCC Nummer 10380, ohne darauf beschränkt zu sein, wobei beide für die Herstellung
der hier beschriebenen Cystein-Desulfinase-Knockout-Mutanten geeignet
sind. Die Organismen wurden entweder bei –70 °C gelagert oder auf BGA (BBL,
Inc., Rockville, MD) in einem auf 37 °C gehaltenen, feuchten Inkubator
gehalten.
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Das
Medium, das zum Züchten
der Zellen verwendet wurde, war dem definierten Medium ähnlich,
das von Stainer und Scholte beschrieben wird. J.Gen.Microbiol. 63:
211 bis 220 (1970). Ein Liter des Mediums enthielt: 10,7 g Mononatriumglutamat,
0,24 g Prolin, 2,5 g NaCl, 0,5 g KH2PO4, 0,2 g KCl, 0,1 g MgCl2·6H2O, 20 mg CaCl2·2H2O, 1,52 g Tris, 20 mg Ascorbinsäure, 100
mg Glutathion, 40 mg Cystein und 4 mg Niacin. Die Salze, Glutamat
und Prolin wurden als eine Basalformulierung hergestellt und zur
Sterilisation autoklaviert. Das restliche Medium (Supplement) wurde
in konzentrierter Form (100fach) hergestellt und durch Filtern sterilisiert.
Der endgültige
pH des Mediums lag zwischen 7,2 und 7,5. In einigen Experimenten
wurden 10 mg/l FeSO4·7H2O
zugegeben. Organismen wurden gezüchtet
entweder in dreifach abgeschirmten Erlenmeyer-Kolben in einem Schüttelinkubator
New Brunswick Innova Model 4300 (New Brunswick Scientific, Edison,
NJ), der auf 37 ° gehalten
wurde, oder in einem New Brunswick 20 l BioFlo IV (New Brunswick
Scientific), der im Chargenmodus mit einem Arbeitsvolumen von 12
l arbeitete. Der Reaktor war an einen AFS Bio Command v.2.0 (New
Brunswick Scientific) angeschlossen, der Daten sammelte in bezug
auf pH, Bewegen, gelösten
Sauerstoff, Temperatur, Luftdurchflußrate und zusätzliche
Pumpen zur Schaumverhütung
und Aufrechterhaltung des pH. Die Luftdurchflußrate in dem Bioreaktor wurde
in sämtlichen
Experimenten auf 0,125 vvm eingestellt, und die Temperatur wurde
auf 36,5 °C
gesteuert. Der gelöste
Sauerstoff (DO) wurde durch Verwendung einer Rührkaskade von 150 bis 1000
Umdrehungen/min auf 40 % gehalten. Der pH wurde durch Hinzugeben
von 50 % H3PO4 auf
7,2 gesteuert.
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Der
Reaktor wurde mit einer Charge von ungefähr 11 l definiertem Medium
beschickt und mit einem aktiv wachsenden Impfling (1 l) auf ein
Gesamtarbeitsvolumen von 12 l beimpft. Proben wurden aus dem Resterilisationsprobenport
alle 3 bis 6 h entnommen. Für
die Analyse von extrazellulären
Metaboliten wurde der Überstand
durch ein 0,2 μm
Millex-GV-Filter (Millipore Co., Bedford, MA) filtriert und bei –20 °C aufbewahrt.
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Das
Wachstum der Kultur wurde durch die optische Dichte bei 650 nm (OD650) unter Verwendung eines Shimadzu UV Spec
120 (Shimadzu, Columbia, MD) gemessen. Die Kulturreinheit wurde
durch Gramfärbung und
Aufbringen auf BGA (BBL, Inc. Rockville, MD) und Trypticase-Sojaagar
(TSA; BBL, Inc.) verifiziert. Eine reine Kultur von B. pertussis
würde sämtliche
Organismen, die gram-negativ färben,
Wachstum auf BGA-Agar und mangelndes Wachstum auf TSA-Agar demonstrieren.
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Aminosäureanalyse:
Die Analyse und Quantifizierung von Aminosäuren wurde durch Umkehrphasen-Hochdruckflüssigkeitschromatographie
(RP-HPLC) unter Anwendung einer Online-Vorsäulen-Derivatisierung durchgeführt, wie
dies für
die Amino Quant-Säule
(Hewlett-Packard Co., Wilmington, DE) vorgesehen ist. Primäre Säuren wurden
durch das OPA-Reagens
(10 mg/ml o-Pthalaldehyd, 10 mg/ml 3-Mercaptopropionsäure in 0,4M
Boratpuffer) derivatisiert, während
sekundäre
Aminosäuren
durch FMOC-Reagens (2,5 mg/ml 9-Fluorenylmethylchlorformiat
in Acetonitril) derivatisiert wurden. Für primäre Aminosäuren bestand die mobile Phase
aus Natriumacetat/Triethanolamin/Tetrahydrofuran (pH 7,2 ± 0,05),
und sie wurden bei 338 nm nachgewiesen. Sekundäre Aminosäuren wurden unter Verwendung
einer mobilen Natriumacetat/Methanol/Acetonitril-Phase (pH 7,2 ± 0,05)
eluiert und bei 262 nm nachgewiesen. Die Identifikation jeder Aminosäure erfolgte
mit einem Set von Aminosäurestandards
(Hewlett-Packard) bei unterschiedlichen Konzentrationen (100, 250
und 1000 pmol/μl).
Das HPLC Model HP-1050 (Hewlett-Packard) wurde für diese Analysen in Verbindung
mit der HP ChemStation Software (Hewlett-Packard, v.2.0) verwendet.
-
Nachweis
und Quantifizierung von organischen Säuren: Organische Säuren wurden
unter Verwendung von Model HP-1050 HPLC (Hewlett-Packard) in Verbindung
mit der Software HP ChemStation v.2.0 und ausgestattet mit einer
Säule BioRad
Aminex HPX-87H (Bio-Rad Laboratories, Burlingame, CA) nachgewiesen, die
eine mobile Gasphase von 4 mM H2SO4 hatte. Die Säule wurde bei 35 °C äquilibriert,
und die isokratische Durchflußrate
war 0,6 ml/min. Der Nachweis erfolgte bei 215 nm. Die Identifikation
jeder organischen Säure wurde
erreicht durch Injizieren des Bio-Rad Organic Acid Analysis Standard
(Bio-Rad Laboratories), der aus einem Gemisch aus Natriumoxalat,
Natriumcitrat, Natriummaleat, Natriumsuccinat, Natriumformiat und
Natriumacetat bestand. Pyruvat wurde beurteilt durch Zusetzen von
2,5 g/l Pyruvat zu dem organischen Säurestandard.
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Jede
von den organischen Säuren
wurde unter Verwendung von enzymatischem Kits und Einhaltung des
vom Hersteller empfohlenen Protokolls wie folgt quantifiziert: Citronensäure, Boehringer-Mannheim
Kit 139-076 (Boehringer-Mannheim, Indianapolis, IN); Bernsteinsäure, Boehringer-Mannheim
Kit 176-281 (Boehringer-Mannheim, Indianapolis, IN); Ameisensäure, Boehringer-Mannheim
Kit 979-732 (Boehringer-Mannheim, Indianapolis, IN); Essigsäure, Boehringer-Mannheim
Kit 148-261 (Boehringer-Mannheim, Indianapolis, IN); Oxalsäure, Boehringer-Mannheim
Kit 755-699 (Boehringer-Mannheim, Indianapolis, IN); und Pyruvat,
Sigma Kit 726-UV (Sigma Chemicals Co, St. Louis, MO).
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Quantiativer
PT-ELISA-Assay: Mikrotiterplatten (Nunc-Immuno Plate IIF, Vangard
International Neptune, NJ) wurden sensibilisiert durch Hinzugeben
von 0,1 ml Fetuin pro Vertiefung (Sigma Chemical Co.) mit 0,2 μg/ml in 0,1M
Natriumcarbonat, pH 9,6, und Inkubation über Nacht bei Raumtemperatur.
Die Platten wurden fünfmal
mit einer Lösung
gewaschen, die 0,9 % NaCl, 0,05 % Brij 35, 10 mM Natriumacetat mit
pH 7,0 und 0,02 % Azid enthielt. Proben, die PT enthielten, wurden
in PBS mit 0,5 % Brij 35 verdünnt
und der Platte zugefügt
und für
2 h bei Raumtemperatur inkubiert. Die Platten wurden wieder wie
vorher gewaschen, und der monoklonale Antikörper für PT (20,6) wurde mit PBS verdünnt. Ibsen
et al., Infect. Immun. 61: 2408 bis 2418 (1993). Die Platten wurden
erneut gewaschen, und der sekundäre
Antikörper,
alkalische Phosphatase konjugiert mit Ziege-Antimaus-IgG und -IgM
(Tago Inc., Burlingame, CA), wurde in PBS-Brij verdünnt, den
Platten zugefügt
und dann für
2 h bei Raumtemperatur inkubiert. Die Platten wurden wie vorher
gewaschen, und p-Nitrophenylphosphat (Sigma Phosphatase Substrate
104) (1 mg/ml), in einer Lösung
von 0,1M Diethanolamin, 1 mM MgCl2, 0,1
mM ZnCl2 und 0,02 % Azid mit pH 9,8 wurde
zugegeben. Die Platten wurden bei 37 °C für 1 h inkubiert, und die Absorption
bei 405 nm wurde unter Verwendung eines Mikrotiter-Plattenlesers
Dynex Model MRX (Dynex Technologies, Inc., Chantilly, VA) bestimmt.
Für jede
Platte wurde unter Verwendung von gereinigtem PT (North American
Vaccine, Inc.), verdünnt
in 0,1 % BSA und 0,1 % Glycerin in PBS, eine Standardkurve erzeugt.
Die Konzentration von PT aus Kulturproben wurde aus der Standardkurve
errechnet.
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Sulfatbestimmungen:
Sulfatkonzentrationen in dem Medium wurden unter Anwendung der Methoden von
Melnicoff et al., bestimmt. Der Assay wurde an einen Mikroplatten-Assay
angepaßt.
Melnicoff, et al., Res. Commun. Chem. Pathol. Pharmacol. 14: 377
bis 386 (1976).
-
Klonen
des B. pertussis nifS-ähnlichen
Gens: Das DNA-Fragment, welches das nifS-ähnliche Gen enthielt, wurde
durch einen Perkin-Elmer Thermal Cycler 480 amplifiziert. Das Reaktionsgemisch
(50 μl)
enthielt: 20 ng gereinigte B. pertussis chromosomale DNA, 0,2 μM von jedem
Primer (Hinprimer: 5' ATG
AGC AAT CGC CCC ATC TAC 3' (SEQ.
ID. NO. 3); Rückprimer:
5' CAC TAT TTG GTC
GGT CGG 3' (SEQ.
ID. NO. 4), 2 mM MgCl2, 10 mM Tris-HCl (pH
8,3), 50 mM KCl, 400 μM
von jedem dNTP und 2,5 Einheiten AmpliTaq Gold (Perkin Elmer, Branchburg,
NJ). Die Bedingungen waren wie folgt: erster Zyklus, 2 min bei 94 °C; anschließende 35 Zyklen,
94 °C (2
min), 42 °C
(1 min), 72 °C
(2 min); und mit einer endgültigen
Inkubationszeit bei 72 °C
für 8 min.
Das PCR-Produkt wurde in einem 1 % Agarosegel gelgereinigt und in
pCR®II-TOPO
(Invitrogen, Carlsbad, CA) ligasiert unter Anwendung der Bedingungen,
die von dem Hersteller von pBPfilS empfohlen sind. Das Plasmid pBPfilS
wurde zu E. coli-Stamm TOPF' (Invitrogen)
transformiert, und Transformanten wurden an LB-amp-Agarmedium ausgewählt. Die
Sequenzierung wurde unter Verwendung eines automatischen Sequenzers
Applied Biosystems PRISM Model 310 (Applied Biosystems, Inc. Foster
City, CA) unter Anwendung der Empfehlungen und des Sequenzierkits
des Herstellers durchgeführt.
-
Konstruktion
eines B. pertussis-Stamms, der eine Nullmutation in dem BPfilS-ähnlichen
Gen enthält: Das
gemäß der Lehre
der vorliegenden Erfindung hergestellte pBPfilS-Plasmid wurde mit
SpII und SphI geschnitten, und die Enden wurden mit dem Klenow-Fragment
von DNA-Polymerase
(Boehringer Mannheim) geglättet.
Das geschnittene Plasmid wurde gelgereinigt und ein Erythromycin-resistentes
Gen mit glatten Enden (ermC')
oder Luciferase wurde in die Plasmidkonstruktion ligasiert. Klugman,
et al., Infect. Immun. 57: 2066 bis 2071 (1989). Transformanten
von DH5 wurden identifiziert, die eine Resistenz gegenüber 100 μg Erythromycin pro
ml hatten. Das konstruierte Plasmid wurde unter Verwendung von Qiagen-Säulen (Qiagen,
Inc. Valencia, CA) erneut isoliert, und das mutierte Insert wurde
durch Schneiden des Plasmids mit BamHI und XhoI isoliert. Das Insert
wurde gelgereinigt und in die BamHI- und XhoI-Stelle des Plasmids
pSS1129 ligasiert, um pBPΔfilS zu
bilden. Stibitz, J., Bacteriol. 180: 2484 bis 2492 (1998). Dies
wurde in den E. coli-Stamm SM10 transformiert, und die Transformanten
wurden zur Paarung mit dem B. pertussis-Stamm BP536 verwendet, wie
von Stibitz beschrieben ist. "Use
of Conditionally Counterselectable Suicide Vectors for Allelic Exchange" in Bacterial Pathogenesis,
Clark und Bavoil (eds.), Seiten 301 bis 308 (1997). B. pertussis-Isolate,
die das Null-BpfilS-Gen in dem Chromosom enthielten, wurden für Gentamicin-,
Streptomycin- und/oder Erythromycin-Resistenz oder Luciferase-Aktivtät an BGA-Agar
ausgewählt.
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Verschiedenes:
Sämtliche
Materialien wurden von Sigma Chemical Co. und/oder mit dem höchsten erhältlichen
Gütegrad
erworben. Das Gesamtprotein wurde durch Coomassie Protein Assay® (Pierce
Chemical Co., Rockford, IL) quantifiziert. Human-IgG wurde als der
Standard verwendet. Bordetella pertussis-Stamm BP536, ein spontaner
Streptomycin-resistenter Mutant des Stamms BP338, der in den Transformationsexperimenten
verwendet wurde, wurde von Dr. Scott Stibitz im Center for Biological
Research and Evaluation, United States Food and Drug Administration
(Stibitz, S. und M-S. Yang, 1991, J. Bact. 173: 4288 bis 4296) erhalten.
Der davon abgeleitete transformierte B. pertussis-Knockout-Mutant
wurde als Stamm BP536pWY bezeichnet und ist bei American Type Culture
Collection (Manassas, VA) gemäß den Bedingungen
des Vertrags von Budapest hinterlegt worden. Sämtliche angewandten Methoden
sind dem Durchschnittsfachmann wohl bekannt. Siehe beispielsweise:
Methods in Molecular Biology, Vol. XX, B.D. Shepard und M.S. Gilmore
(eds.) (1995); DNA-Sequencing, L. Alphey. Bios Scientific Publishers
(1997); Diagnostic and Molecular Microbiology: Principles and Applications,
D.H. Persing, T.F. Smith, F.C. Tenover und T.J. White (eds.) (1993)
American Society for Microbiology; Molecular Biology, D. Freifelder
(ed.) (1987), Jones and Bartlett Publishers; und Molecular Biology
of the Gene, J.D. Watson, N.H. Hopkins, J.W. Roberts, J.A. Steiz
und A.M. Weiner (eds.) (1987), The Bengerman/Cummings Publishing
Company, Inc.
-
Ergebnisse
-
Nachweis
von Inhibitor(en) der PT-Produktion in Kulturlösungen von BP: Proben wurden
zu verschiedenen Zeiten während
der Wachstumsphase der BP-Kulturen entnommen. Die Proben wurden
in bezug auf BP-Wachstum durch Messen des OD650 und
in bezug auf die Produktion von PT mittels ELISA überwacht.
Die Ergebnisse wurden als PT in Mikrogramm/pro ml/OD650 berechnet,
zum Zweck der Approximation der pro Zelle produzierten PT-Menge.
Wie 1 zeigt, fiel die pro Zelle produzierte PT-Menge
mitten im Wachstumszyklus drastisch ab. Obwohl B. pertussis logarithmisches
Phasenwachstum fortsetzte, schien die PT-Produktion auf nahezu die
vollständige
Eliminierung der PT-Produktion abzunehmen. Dies legte nahe, daß ein Inhibitor
der PT-Produktion während
der frühen
Phasen der Züchtung
erzeugt wurde und daß nach
Erreichen der inhibierenden Konzentration die PT-Produktion aufhörte. Um
diese Hypothese zu prüfen,
wurde Kulturüberstand
von einer B. pertussis-Kultur, die bis zur stationären Phase
gezüchtet
war, lyophilisiert und mit Kulturmedium, dem die basischen Salze
fehlten, rekonstituiert. Dieses Gemisch wurde dann dazu verwendet,
eine zweite Kultur von B. pertussis zu züchten, und wurde mit dem ursprünglichen
Medium verglichen, das für
B. pertussis verwendet worden war. Proben wurden wie vorher entnommen
und analysiert. Das Wachstum von B. pertussis in jedem von den zwei
Medien war ähnlich,
wobei OD650 nahezu die gleichen Werte erreichte.
Die in dem rekonstituierten Gemisch erzeugte Gesamtmenge an PT war
jedoch im Vergleich mit derjenigen in dem ursprünglichen Medium drastisch verringert.
Eine mehr visuelle Demonstration einer solchen Inhibition und, daß dieser Inhibitor
auch die Produktion von Adenylat-Cyclase, die Ursache von Hämolyse an
einer Blutagarplatte, beeinflußt,
ist in 2 gezeigt. Ein anfänglicher Ausstrich von B. pertussis
wurde auf einer BGA-Platte hergestellt, und man ließ ihn für 48 h wachsen.
Dann wurden sekundäre
Kreuzausstriche hergestellt, und die Agarplatte wurde für zusätzliche
48 h inkubiert. Es ist ersichtlich, daß eine Nicht-Hämolysezone
von dem anfänglichen Wachstumsausstrich
abstrahlt. Die Charakterisierung des Inhibitors begann durch Filtrieren
des erschöpften Kulturmediums
durch einen 3.000 MWCO-Filter, der sowohl das Permeat als auch das
Filtrat zurückhielt.
Beide wurde wie vorher lyophilisiert und rekonstituiert. 3 zeigt
die Ergebnisse des in diesen Gemischen gezüchteten B. pertussis im Vergleich
mit dem GMAR-Medium.
Die PT-Produktion wurde durch das Permeatgemisch inhibiert, was
nahelegt, daß der
Inhibitor ein Molekulargewicht von weniger als 3.000 hatte.
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Analyse
von Aminosäure
und organischer Säure:
Die Analyse sowohl von Aminosäure
als auch die von organischer Säure
wurden an Proben vorgenommen, die zu verschiedenen Zeiten im Verlauf
einer typischen B. pertussis-Züchtung
entnommen wurden, um zu bestimmen, ob der Anstieg und/oder der Zeitpunkt der
Zunahme dieser Verbindungen mit dem Zeitpunkt der Produktionsinhibition
von PT korrelierte. Diese Daten sind in den 4a und 4b gezeigt.
Es ist zu beachten, daß der
Abfall der PT-Produktion bei ungefähr der Hälfte der Wachstumsphase, typischerweise
bei 20 h, stattfindet. Drei Verbindungen erscheinen und nehmen weiterhin
in ihrer Konzentration um diesen Zeitraum herum zu: Methionin, Cystein
und Pyruvinsäure.
Der Anstieg von Methionin scheint zuerst aufzutreten, gefolgt von
Cystein und Pyruvinsäure.
Viele Bahnen koppeln den Metabolismus von Methionin an Cystein.
Wenige Bahnen erzeugen jedoch Pyruvat aus Cystein. Drei derartige
Bahnen sind in Leninger, A.L., Biochemistry, Worth Publishers, Seite
441 (1970), gezeigt. In jeder von diesen drei Bahnen wird die Schwefelgruppe
von Cystein entfernt und Pyruvat erzeugt, wodurch der Anstieg von
jeder dieser Verbindungen aneinander sowie an eine Zunahme von Sulfat
in dem Medium gekoppelt ist.
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Sulfatproduktion
in B. pertussis-Kultur: Die Konzentration von Sulfat wurde an jeder
von den Kulturproben bestimmt und mit B. pertussis-Wachstum (OD650) und der Zeit verglichen. 5 zeigt
die Ergebnisse dieser Bestimmungen an den gleichen Proben, die verwendet
wurden, um die Daten in 4 zu erzeugen. Die
Daten zeigen, daß ungefähr zu der
Zeit, zu der die Konzentration von Methionin, Cystein und schließlich Pyruvat
anstieg, auch eine große
Zunahme in der Produktion von Sulfat erfolgte.
-
Züchten von
B. pertussis und Produktion von PT in Anwesenheit von BaCl2: Das Sulfation ist ein Modulator von B.
pertussis aus der virulenten Phase zu der avirulenten Phase. Diese
Modulation wird durch die Proteine BvgS und BvgA moduliert, die
Mitglieder einer großen
Familie von Zwei-Komponenten-Regulationsmolekülen sind.
Obwohl seit einiger Zeit bekannt ist, daß die Zugabe von Fremdsulfat
die Produktion von mehreren von den Virulenzfaktoren einschließlich PT
nach unten regulieren würde
(Weiß und
Hewlett, Ann. Rev. Microbiol. 40: 661 bis 686 (1986)), blieb die
Identifikation der Verbindung oder Verbindungen, die mit diesem System
in Wechselwirkung treten, unbekannt. Um zu bestimmen, ob die mögliche Erzeugung
von Sulfat aus dem Cysteinkatabolismus oder einer anderen Quelle
im Verlauf der B. pertussis-Züchtung
die PT-Produktion beeinträchtigen
könnte,
wurde nach einem Weg gesucht, den Einfluß von Sulfat entweder zu inaktivieren
oder aus der Kultur zu beseitigen. Barium in Form von BaCl2 ist in Wasser hochlöslich (1,8M bei 25 °C und 2,8M
bei 100 °C),
wogegen BaSO4 hochunlöslich ist (10,7μM bei 25 °C und 17,7μM bei 100 °C). Dieser
Unterschied in der Löslichkeit
ist oft dazu genutzt worden, Sulfat aus Lösung zur weiteren Messung auszufällen. Unterschiedliche Konzentrationen
von BaCl2 wurden dem Wachstumsmedium zugegeben,
und das Wachstum und die Produktion von PT in der Kultur wurden
verglichen. Diese Daten sind in 5 gezeigt.
Die Zugabe des BaCl2 in beiden Konzentrationen
steigerte die Produktion von PT pro Zelle in beiden B. pertussis-Stämmen, verglichen mit
dem normalen Medium, obgleich in größerem Ausmaß in dem Stamm 9797. Es ist
ferner zu beachten, daß beobachtet
werden konnte, daß ein
sichtbares Präzipitat über die
Zeit in der Kultur akkumulierte, vermutlich BaSO4.
Diese Daten legen nahe, daß der
negative Rückkopplungsinhibitor
von PT in der Kultur Sulfat ist.
-
Klonen
eines Cystein-Sulfinat-Desulfinase-Gens aus BP: Eines der möglichen
Enzyme, die für
das Entfernen von Schwefel aus Cystein, nifS-ähnlichen Genen, verantwortlich
sind, ist aus E. coli geklont und charakterisiert worden. Mihara
et al., J. Biol. Chem. 272: 22417 bis 22424 (1997). Unter Anwendung
dieser Sequenz wurde nach einer Homologie in der teilweisen B.-pertussis-Genom-Datenbank gesucht.
Ein offenes Leseraster, das hohe Homologie zu den nifS-Genen zeigte,
wurde gefunden, und geeignete PCR-Primer wurden synthetisiert. Ein
PCR-Produkt der geeigneten Größe wurde
unter Einsatz von B. pertussis chromosomaler DNA erzeugt, zu einem
TA-Klonierungsvektor
pCR®II-TOPO
geklont und unter Anwendung von dem Durchschnittsfachmann bekannten
Methoden sequenziert (7).
-
Peptid-Synthese
und und -Reinigung: Ein Peptid, das die Sequenz GGGDGSFSGFGDGSFSGFG-OH (SEQ.
ID. NO. 5) enthielt, wurde von The Rockefeller University Protein
Sequencing Facility unter Anwendung der NMP t-Butoxycarbonyl-Chemie
an einem ABI 430A Peptid-Synthetisierer (Applied Biosystems, Foster
City, CA) synthetisiert. Das Peptid wurde entschützt und aus dem Harz durch
Behandlung mit HF in Anwesenheit von Anisol entfernt (0 °C/1 h). Eine
vorbereitende Reinigung des Peptids wurde unter Verwendung einer C-18-Säule (2,14
ID × 30
cm) (Dynamax-Rainin, Woburn, MA) durchgeführt. Das Peptid wurde durch PTC-Aminosäure-Analyse
unter Verwendung eines Waters Picotag Systems (Waters, Milford,
MA) quantifiziert. Das synthetisierte Peptideluat aus der C-18-Säule war
ein Hauptpeak, der aus 95 % des gesamten Elutionsprofils bestand.
Die Aminosäurezusammensetzung
des gereinigten Peptids war in guter Übereinstimmung mit der Sequenz,
die zur Synthetisierung des Peptids angewandt wurde.
-
Konstruktion
der Peptidaffinitätssäule: Superose® 6B
wurde unter Anwendng der von Brandt et al., Biochim. Biophys. Acta
386: 196 bis 202 (1975) beschriebenen Methode aktiviert. Kurz gesagt, ein
50 % Gelbrei von vorgewaschener Superose® 6B
in 0,1M NaHPO4, pH 8,0, wurde mit einer
Lösung
aus 250 mM p-Benzochinon in Ethanol behandelt, um eine Endkonzentration
von 20 % Ethanol und 50 mM p-Benzochinon zu ergeben. Die Suspension
wurde für
1 h bei Raumtemperatur sanft geschüttelt. Die aktivierte Superose® 6B
wurde dann an einem groben, scheibenförmigen gesinterten Glastrichter
mit zwei Volumen von jeweils 20 % Ethanol, entionisiertem H2O, 1 M NaCl und wiederum mit entionisiertem
H2O ausgiebig gewaschen. Die aktivierte
Superose® 6B
wurde zu einem kompakten Kuchen aspiriert, und ein Volumen einer
Lösung,
die 2 mg/ml des Peptids in 0,1M NaHPO4,
pH 8,0, enthielt, wurde zugegeben, und das Gemisch wurde für 24 h bei
4 °C aufrecht gedreht.
1,0M Ethanolamin, pH 8,0, wurde dann zugegeben, und das Drehen wurde
für 1 h
bei Raumtemperatur fortgesetzt. Die Gelmatrix wurde dann mit entionisiertem
H2O, 1,0M NaCl in 0,1M NaHPO4,
pH 7,0, ausgiebig gewaschen. Aliquote der anfänglichen Peptidlösung und
des Überstands
unmittelbar nach dem Kopplungsschritt wurden zurückgehalten und mit A280 unter Verwendung eines Shimadzu UV Spec
120 (Shimadzu, Columbia, MD) gemessen, um den Einbau des Peptids
an der Superose® 6B
zu bestimmen.