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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung
zum Erzeugen bzw. Herstellen von Mustern, insbesondere Hochauflösungsmustern,
in Filmen, Schichten und/oder Trennflächen, welche Temperaturgradienten
ausgesetzt sind. Insbesondere wird ein Verfahren zum Erzeugen von
lithographischen dreidimensionalen Strukturen durch Aussetzen von
wenigstens einem Film, einer Schicht und/oder Trennfläche auf
einem Substrat an einen Temperaturgradienten zur Verfügung gestellt,
wobei der Temperaturgradient Kräfte
in dem Film generiert bzw. erzeugt, welche einen Massentransfer
in dem Film bewirken, um dadurch ein lithographisches Muster zu
erzeugen bzw. auszubilden.
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In
Mikroelektronik-, Biotechnologie- und Mikrosystemindustrien ist
es wichtig, hoch auflösende bzw.
Hochauflösungsmuster
in Substraten zu erzeugen. Beispielsweise sind Hochauflösungsmuster
notwendig, um integrierte Schaltkreise herzustellen. Gegenwärtig wird
Photolithographie verwendet, um Muster auf Substraten zu erzeugen.
Photolithographietechniken bringen es mit sich bzw. bedingen, einen
Photolack bzw. -resist einem optischen Muster auszusetzen und Chemikalien
zu verwenden, um entweder die ausgesetzten bzw. belichteten oder
unbelichteten Abschnitte des Photolacks zu ätzen, um das Muster auf dem
Substrat zu erzeugen. Die Auflösung
des Musters ist somit durch die Wellenlänge des Lichts begrenzt, welches
zum Herstellen bzw. Erzeugen des optischen Musters verwendet wird.
Da kleinere Wellenlängen
benützt
werden müssen,
um Submikron-Muster zu erzeugen, wird Photolithographie zunehmend
komplex und kostspielig.
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JP-A-02 128890 beschreibt
ein musterformendes Verfahren, in welchem eine Metallmaske fix bzw.
unbeweglich auf ein Übertragungsmedium
gelegt bzw. befestigt wird, welches aus einer Glasplatte zusammengesetzt
ist, und eine leitfähige
Silberpaste, welche eine Glasfritte als ein musterformendes Material
aufweist, in einer dichten Richtung eines Punktmusters auf diese
Maske mit einer Klinge aufgebracht wird. Anschließend wird
ein Punktmuster für
eine Silberelektrodenleitung auf dem Übertragungsmedium geformt,
indem die Metallmaske von dem Übertragungs-
bzw. Transfermedium abgeschält wird,
um entfernt zu werden. Das derart geformte bzw. gebildete Transfermuster
bzw. Übertragungsmuster
wird getrocknet und durch mehrere Temperatur-Zeit-Gradienten hitzebehandelt.
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D.
Hansen et al. "Method
for studying polymer crystallization in a temperature-gradient field with
controlled crystal growth",
veröffentlicht
in dem Journal of Polymer Science, Band 10, Nummer 8, August 1972,
Seiten 1615–1619,
offenbart ein Einlegen bzw. Einschließen einer Schicht von Polymer
zwischen zwei Metallplatten. Die Temperaturen der Metallplatten
werden durch eine eingebettete elektrische Widerstandsheizung und
Kühlspulen
geregelt bzw. gesteuert. Beide Platten werden über den Schmelzpunkt des Polymers
erhitzt und es wird eine Temperaturdifferenz während des Abkühlens zwischen
den Platten errichtet;
US-A-5
135 048 beschreibt eine ähnliche Vorrichtung zum Züchten von Kristallen,
wobei der einzige Hauptunterschied darin besteht, daß metallische
Kristalle gezüchtet
bzw. gezogen werden.
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EP-A-0 487 794 beschreibt
ein Verfahren zum Vorbereiten von Photolackmustern für Lithographie
aus einem chemisch ver stärkten
Photolack, welcher aus einem photoaktiven Säuregenerator zusammengesetzt
ist, einschließlich
eines Schritts eines Regelns bzw. Steuerns einer photoaktiven, säurekatalytischen
Reaktion, welche durch den Säuregenerator
induziert wird, benachbart zu einem Gebiet bzw. Bereich der Oberfläche, welche
einer Überschußbestrahlung
unterworfen ist. Die Reaktionssteuerung kann durch ein Einfangen
von Überschußsäure durchgeführt werden,
welche an Gebiete der Photolackoberfläche angrenzend erzeugt wurde,
indem ein Temperaturgradient in dem Photolack gebildet wird, um
die photoaktive Reaktion in ausgewählten Gebieten bzw. Bereichen
zu drosseln bzw. zu beschränken, oder
indem der Photolack in der Richtung seiner Dicke bzw. Materialstärke geladen
wird, um positive Ladung von der erzeugten Säure zum Errichten bzw. Aufbauen
einer homogenen Ladungsverteilung in dem Photolack zu bewegen. Das
Muster wird geformt bzw. gebildet, indem Teile des dem Licht ausgesetzten
Films entfernt werden, indem ein chemisches Lösungsmittel verwendet wird.
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Chemical
Abstracts, Vol. 85, Nr. 4, 26. Juli 1976, Columbus, Ohio, US, Abstract
Nr. 27333 C, T. Shigeo et al.: "Thermographic
Recording Sheet based on poly(carbon fluoride) and Zeolithe" offenbart ein thermographisches
Aufzeichnungsblatt auf der Basis von Poly(Carbonfluorid) und Zeolith.
Die bildaufzeichnenden Schichten der thermographischen Blätter bzw.
Folien beinhalten ≥ 1
anorganisches C Fluoridpolymer und einen Molekularsieb-Zeolith als
Hauptbestandteile. Das Verfahren zum Erzeugen eines derartigen thermographischen
Aufzeichnungsblatts umfaßt
ein Verteilen eines flüssigen Acrylharzes
und eines fluorierten Graphits in einer Isophoron-C6H6 (1:1) Mischung, Hinzufügen von Ca Zeolith X, welcher
darauf ungefähr
10 Gew.-% NEt3 adsor biert hat, in die Lösung bzw.
Dispersion und ein Beschichten der Dispersion auf eine Papierunterstützung, um
einen weißes
thermographisches Papier zu ergeben. Somit kann ein zweidimensionales
Muster in dem thermographischen Aufzeichnungsblatt geformt bzw.
ausgebildet werden.
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Dementsprechend
ist es ein Gegenstand bzw. Ziel der vorliegenden Erfindung, ein
Verfahren bereitzustellen, welches zum Erzeugen von Mustern, insbesondere
Hochauflösungsmustern,
geeignet ist, welches einfach, leistungsfähig und für eine Musterherstellung zu
niedrigen Kosten geeignet ist. Vorzugsweise sollte das Verfahren
ein Mustern ohne die Anwendung von optischer Strahlung bzw. Bestrahlung
erlauben, um dadurch die obige Begrenzung durch die Wellenlänge des
Lichts zu vermeiden, welches zum Erzeugen solcher Muster verwendet
wird. Weiters sollte ein derartiges Verfahren nicht die Verwendung
von Chemikalien erfordern, um Abschnitte des Films zu ätzen oder
zu entfernen. Darüber
hinaus ist es ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung,
eine Vorrichtung zum Ausführen
eines derartigen Verfahrens bereitzustellen.
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Dieser
Gegenstand wird durch ein in Anspruch 1 definiertes Verfahren und
durch eine in Anspruch 14 definierte Vorrichtung gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen
sind Gegenstand der abhängigen
Ansprüche.
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Deshalb
wird entsprechend der Erfindung ein Verfahren zum Erzeugen bzw.
Herstellen eines gemusterten Films bereitgestellt, umfassend die Schritte
- (a) Bereitstellen eines Substrats, das ein
Substratoberfläche
aufweist, um den zu bemusternden bzw. mit einem Muster zu versehenden
Film zu unterstützen,
- (b) Abscheiden von wenigstens einem Film, enthaltend ein thermisch
leitfähiges
Material auf der Substratoberfläche,
und
- (c) Aussetzen dieses wenigstens einen Films wenigstens teilweise
an einen Temperaturgradienten, um dadurch in dem Film Kräfte zu erzeugen, welche
einen Massentransfer in dem Film bewirken, um dadurch ein dreidimensionales
Muster in dem Film auszubilden.
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Der
Ausdruck "Film" soll so verstanden
werden, daß alle
Typen und selbstunterstützenden
bzw. selbsttragenden oder unterstützten Filmen und/oder Schichten
als auch Trennflächen
zwischen wenigstens zwei Filmen und/oder Schichten umfaßt werden. Beispielsweise
ist der Prozeß bzw.
das Verfahren auch anwendbar, um eine Grenz- bzw. Trennfläche zu mustern,
die durch die Kontaktfläche
von zwei benachbarten Filmen oder Schichten definiert ist. Eine wesentliche
Eigenschaft der Erfindung ist, daß ein Mustern des Films durch
einen Massentransfer innerhalb des Films erzielt wird. Mit anderen
Worten unterliegt das einem Mustern unterliegende bzw. unterworfene
Material nicht irgendeinem bemerkenswerten Verlust an Masse, so
daß, vorzugsweise,
das Musterungsverfahren ein Masse konservierendes bzw. Masse erhaltendes
Verfahren ist (obwohl Lösungsmittel,
falls verwendet, verloren werden können). Darüber hinaus muß entsprechend
der Erfindung das Material des zu musternden Films nicht irgendeiner
Veränderung
in seinen chemischen Eigenschaften unterliegen.
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Somit
unterscheidet sich die Erfindung grundsätzlich von photolithographischen
Techniken, welche nicht Masse erhaltenden Verfahren sind. Herkömmliche
photolithographische Techniken, welche zum Ausbilden von dreidimensionalen Strukturen verwendet
werden, beruhen auf dem (chemischen) Entfernen von Teilen des Films,
welche durch Strahlung belichtet wurden (positiver Photolack) oder
welche nicht belichtet wurden (negativer Photolack).
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Das
Verfahren entsprechend der vorliegenden Erfindung schließt mehrere
Vorteile ein. Beispielsweise können
Muster ohne optische Strahlung erzeugt werden. Im Prinzip kann die
laterale bzw. seitliche Auflösung
des Musters durch ein Regeln bzw. Steuern des angelegten Temperaturgradienten und
ein Auswählen
eines Films mit geeigneten Eigenschaften willkürlich klein gemacht werden.
Darüber
hinaus können
hoch auflösende
Muster, z.B. lithographische Strukturen, durch das Verfahren entsprechend
der vorliegenden Erfindung erhalten werden, ohne die Verwendung
von Chemikalien zum Ätzen
oder Entfernen von Abschnitten bzw. Bereichen des Films zu erfordern.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
wird der Temperaturgradient erzeugt, indem die Substratoberfläche und
wenigstens eine Montageoberfläche, die
gegenüberliegend
der Substratoberfläche
vorgesehen wird, in thermischen Kontakt mit wenigstens ersten und
zweiten Temperatursteuer- bzw. -regelmitteln gebracht werden, die
auf unterschiedliche Temperaturen festgelegt bzw. eingestellt werden.
Der Abstand bzw. Zwischenraum zwischen der Substratoberfläche und
der Montageoberfläche
ist vorzugsweise in dem Bereich von 10 nm bis 5000 nm, bevorzugter
50 nm bis 1000 nm, noch bevorzugter 150 nm bis 600 nm. Die Montageoberfläche, auch
als Deckplatte bezeichnet, kann gemustert sein, um beispielsweise
eine Vielzahl von Vertiefungen und Vorsprüngen oder einige andere topographische
Eigenschaften aufweisen. Somit resultieren, da die Temperatur der
Montageoberfläche
durch die zweiten Temperaturregelungsmittel geregelt werden kann,
die topographischen Eigenschaften, welche in der Montageoberfläche geformt
sind, in unterschiedlichen Abständen
zwischen der Substratoberfläche
und der Montageoberfläche,
welche einen seitlich variierenden Temperaturgradienten zwischen
der Substrat- und Montageoberfläche
ergibt. Mehr als eine Montageoberfläche oder Deckplatte kann vorgesehen
sein, um räumlich
komplexe Temperaturgradienten zu erzeugen. Die Substrat- und Montageoberflächen müssen keine
planaren bzw. ebenen Oberflächen
sein, sondern können
jede gewünschte
Gestalt bzw. Form aufweisen. Darüber
hinaus muß die
Montageoberfläche nicht
parallel zu der Substratoberfläche
sein.
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Um
große
Filmbereiche zu strukturieren, kann eine Rolle/Prägeplatte
eingesetzt werden. In dieser Hinsicht ist anzumerken, daß typische
Techniken zum Strukturieren großer
Bereiche bzw. Flächen in
jedem Fall, mit oder ohne Oberflächenstruktur
bzw. -textur, wo das Filmmaterial an diesen vorbeigeführt wird
und in Kontakt mit wenigstens einem Teil der Oberfläche kommt,
beinhalten: die Verwendung von Rollen bzw. Walzen, wie z.B. in traditionellen
Zeitungsdruckpressen und Filmprägelinien:
Prägeplatten, ähnlich Platten,
die zur Herstellung von Gravuren oder zum Drucken von Tapeten verwendet
werden: und fortlaufende Stahlgürtelverfahren, ähnlich zu
jenen, welche zum Herstellen von Gußpolymer oder Glasfilmen verwendet
werden.
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Das
Verfahren zum Erzeugen eines gemusterten Films entsprechend der
Erfindung unterscheidet sich grundsätzlich von Prägetechniken,
wie sie beispielsweise in der vorher zitierten
JP-A-02 128890 beschrieben
sind. Entsprechend zu diesem herkömmlichen Prägeverfahren wird eine Paste
mecha nisch in in einer Maske gebildete Punkte bzw. Löcher gepreßt, um das
gewünschte
Muster zu erzeugen. Entgegengesetzt dazu erzeugt ein Verfahren entsprechend
der Erfindung Kräfte
in dem zu strukturierenden Film durch Anwendung bzw. Anlegen eines Temperaturgradienten über den
Film hinweg. Diese Kräfte
veranlassen bzw. induzieren einen Massentransfer in dem Film, um
dadurch das Muster zu erzeugen. Das Verfahren entsprechend der Erfindung stellt
eine positive Kopie (erhabene bzw. erhöhte Gebiete sind im Spiegelbild
wieder erhabene Gebiete) der Montageoberfläche (der gemusterten Maske oder
Deckplatte) statt einer negativen Kopie (erhabene Gebieten entsprechen
Vertiefungen) wie in
JP-A-02
128890 her.
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Weiters
braucht im Gegensatz zu allen Prägetechniken
die Montageoberfläche
(Deckplatte) nicht in mechanischem Kontakt mit dem Film, der Schicht
oder Trennschicht zu sein, welche(r) gemustert werden soll. Wenn
ein Film durch eine Prägetechnik
gemustert wird, wird Material des Films mechanisch durch ein Prägewerkzeug
zur Seite gedrückt.
Im Gegensatz dazu schlägt
die Erfindung den Massentransfer in dem Film durch Kräfte vor,
welche durch den Temperaturgradienten erzeugt wurden, der über den
Film angelegt wird. Wenn das Verfahren entsprechend der Erfindung
so ausgewählt
ist, daß der
Film die Montageoberfläche
kontaktiert, wird dieser Kontakt nur zwischen einer oberen bzw.
Deckfläche
des Films und der Montageoberfläche
(Maskenoberfläche)
hergestellt, wodurch eine Entfernung der Maske leichter gemacht
wird.
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Das
Verfahren entsprechend der Erfindung unterscheidet sich von Drucktechniken
insbesondere darin, daß das
zu musternde Material zuerst auf dem Substrat aufgebracht und dann
gemustert wird, anstatt umgekehrt. Weiters muß ein physikali scher Kontakt
zu dem zu musternden Material nicht erforderlich sein. In der Tat
ist die Abwesenheit von physikalischen Kontakten häufig wünschenswert,
um Probleme mit einer Masken/Bildtrennung zu vermeiden.
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Der
Temperaturgradient, welchem der wenigstens eine Film ausgesetzt
wird, liegt innerhalb des Bereichs von 106 °C/m bis 1010 °C/m,
bevorzugter 107 °C/m bis 109 °C/m.
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Der
Film kann in einem flüssigen
oder einem festen Zustand vorliegen. Ein zweiter Film, welcher den
zu musternden Film, die zu musternde Schicht oder Trennschicht kontaktiert,
kann bereitgestellt werden. In diesem Fall wird die Kontaktoberfläche der
beiden Filme, d.h. die Trennschicht der beiden benachbarten Film,
gemustert werden und vorzugsweise wird die Struktur bzw. Textur
in einer Flüssig-Flüssig-Trennschicht
erzeugt. Nach Vollendung des Musterungsvorgangs kann der/die zweite
Film oder Schicht beispielsweise durch ein chemisches Lösungsmittel
entfernt werden, um die gemusterte Oberfläche des ersten Films freizulegen.
Ein derartiges Mustern in einem Flüssig-Flüssig-Trennschichtsystem erlaubt
mehr Möglichkeiten
für ein
Mustern als eine Flüssigkeits-Gas-Trennschicht.
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Die
Abschneidung des wenigstens einen Films in Schritt (b) kann durch
die konventionell bekannten Techniken, wie Spinbeschichten, Aufsprühen, Tauchen
usw. durchgeführt
werden. Vorzugsweise ist der Film nach seiner Abscheidung auf die Substratoberfläche flüssig. Wenn
der Film nach seiner Abscheidung auf die Substratoberfläche nicht flüssig ist,
kann der Film vor und/oder während
einem Aussetzen an einen Temperaturgradienten in Schritt (c) des
Verfahrens entsprechend der vorliegenden Erfindung verflüssigt werden.
Die Verflüssigung
kann beispielsweise durch ein Erhitzen bzw. Erwärmen oder ein Behandeln mit
einem Lösungsmittel
oder in einer Lösungsmittelatmosphäre durchgeführt werden.
Nach Schritt (c) entsprechend dem Verfahren der vorliegenden Erfindung
kann der Film dann beispielsweise durch ein Kühlen, eine chemische Reaktion,
ein Quervernetzungsverfahren, eine Polymerisationsreaktion oder
durch Verwendung eines Sol-Gel-Verfahrens
erstarrt bzw. verfestigt werden.
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Der
zu musternde Film kann aus einer einzelnen Schicht bestehen oder
kann eine Vielzahl von Schichten einschließen bzw. beinhalten, d.h. zwei oder
mehrere Iterationen bzw. Schritte. Die Schichten können in
der Beschaffenheit gasförmig,
flüssig oder
fest sein. Die gasförmigen
Materialien können auf
normalem, erhöhtem
oder reduziertem Druck befindlich sein. Das thermisch leitfähige bzw.
leitende Material, welches in dem wenigstens einen zu musternden
Film enthalten ist, ist vorzugsweise ein organisches Polymer oder
ein organisches Oligomer. Das Molekulargewicht des verwendeten organischen
Polymers oder organischen Oligomers ist nicht Gegenstand irgendeiner
besonderen Begrenzung. Beispielsweise können Polymere, welche ein Molekulargewicht
von ungefähr
100 g/mol aufweisen, verwendet werden. Als bevorzugte Beispiele
für das
verwendbare organische Polymer im Verlauf des Verfahrens entsprechend
der vorliegenden Erfindung können
Polystyrol, teilweise oder vollständig chloriertes oder bromiertes
Polystyrol, Polyacrylate und Polymethacrylate beispielsweise angeführt werden.
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Wenn
der Film ein organisches Polymer beinhaltet, ist es insbesondere
bevorzugt, den Film während
der Durchführung
von Schritt (c) des Verfahrens entsprechend der vorliegen den Erfindung
oberhalb der Glasübergangstemperatur
des verwendeten organischen Polymers zu halten.
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Das
Substrat kann eine einzelne Schicht oder eine Vielzahl von Schichten
beinhalten. Die Substratoberfläche
kann eine Oberfläche
eines festen oder flüssigen
Materials sein. Vorzugsweise ist die Substratoberfläche eine
ebene und ungemusterte Oberfläche.
Jedoch ist die Erfindung auch auf nicht ebene Substrate anwendbar.
Vorzugsweise kann das Substrat eine Halbleiterscheibe bzw. ein Halbleiterwafer,
bevorzugter eine Silikonscheibe sein. Eine derartige Halbleiterwafer
kann auch mit einer Edelmetallschicht, z.B. einer Goldschicht, überzogen bzw.
beschichtet werden. Vorzugsweise liegt die Filmstärke innerhalb
des Bereichs von 10 nm bis 1000 nm, bevorzugter zwischen 50 nm bis
250 nm.
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Das
durch das Verfahren entsprechend der vorliegenden Erfindung erzielte
bzw. erhaltene Muster kann weiter spezifiziert werden durch ein
räumliches
Regeln bzw. Steuern des Temperaturgradienten. Das Muster kann sogar
noch weiter durch ein räumliches
Variieren der Oberflächenenergie
von einer der Substratoberfläche
und der Montageoberfläche
spezifiziert werden. Um das durch den angelegten Temperaturgradienten
angetriebene Musterungsverfahren zu unterstützen, können zusätzliche (unterstützende)
Effekte eingesetzt werden. Insbesondere elektrische Effekte, wie
konstante und/oder zeitveränderlich
elektrische Felder und/oder elektromagnetische Wellen beliebiger
Frequenz können
verwendet werden, um das Musterungsverfahren zu fördern. Darüber hinaus
können
auch zusätzliche
mechanische Effekte, wie Bulk- bzw.
Volums- und Oberflächenschallwellen,
Vibrationen, mechanische Kräfte, Druck
und/oder Verdampfungseffekte in Betracht gezogen werden, um das
Verfahren eines Musterns bzw. den Musterungsprozeß zu verbessern.
Jeder dieser Effekte kann mit Abweichungen bzw. Variationen in räumlichen
Geometrien und zeitlichen Faktoren, einschließlich Feldumkehrung, angewendet
werden.
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Das
Verfahren entsprechend der vorliegenden Erfindung kann einen gemusterten
Film mit seitlichen Eigenschaften kleiner als 10 μm, insbesondere kleiner
als 1 μm,
noch genauer kleiner als 100 nm bilden. Die Auflösung des Musters hängt ab von
dem Betrag bzw. der Größe des Temperaturgradienten, der
Stärke
bzw. Dicke des Films, der Oberflächenspannung
des Filmmaterials, dem Unterschied der Schallgeschwindigkeit des
Filmmaterials und dem Substrat, den thermischen Leitfähigkeiten
des Filmmaterials und des benachbarten Mediums und dem Unterschied
in der Dichte zwischen dem Filmmaterial und dem benachbarten Medium,
wie beispielsweise Luft. Beispielsweise ist die Schallgeschwindigkeit (bei
einer akustischen Wellenlänge
von ungefähr
1 μm) von
Polystyrol 1250 m/s, von Polymethylmethacrylat 2150 m/s bzw. als
Substrat verwendetem Silizium 8400 m/s; die thermische Leitfähigkeit
von Polystyrol ist 0,16 W/mK, von Polymethylmethacrylat 0,20 W/mK
und von Luft 0,034 W/mK; die Dichte von Polystyrol ist 0,987 g/m3, von Polymethylmethacrylat 1,116 g/m3 und von als Substrat verwendetem Silizium
2,33 g/m3; und die Oberflächenspannung
von Polystyrol ist 0,03 N/m.
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Wenn
dies gewünscht
ist, kann das Muster des Films auf ein anderes Substrat durch Verwendung
von konventionell bekannten Ätztechniken übertragen
werden, z.B. reaktive Ionen- oder
chemische Ätzverfahren.
Alternativ kann der gemusterte Film selbst in nachfolgenden Anwendungen
verwendet werden, wie beispielsweise in einer Einrichtung, beispielsweise einer
Diode, einem Transistor, einer Anzeigeeinrichtung oder einem chemischen,
biologischen, medizinischen oder mechanischen Sensor oder einem
Teil davon.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform werden
die Substratoberfläche
und/oder die Montageoberfläche
relativ zueinander während
wenigstens eines Zeitanteils bzw. Zeitabschnitts der Verfahrenszeit
bewegt. Besonders können
die Substratoberfläche
und/oder die Montageoberfläche
während
des Formens (Musterns), Kühlens
und/oder Nachwalzstufen des Verfahrens bewegt werden. Vorzugsweise werden
die Substratoberfläche
und/oder Montageoberfläche
relativ zueinander bewegt während
eines Zeitabschnitts, in dem der Film dem Temperaturgradienten ausgesetzt
ist und das Materials des Films (z.B. das Polymer) verflüssigt wird.
Dies erlaubt die Ausbildung von beispielsweise winkeligen bzw. abgewinkelten
Texturen bzw. Strukturen relativ zur Substratoberfläche, welches
beispielsweise für
die Auslöschung
von schillernden Effekten für
Signalisierungsanwendungen wichtig sein kann.
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Entsprechend
der vorliegenden Erfindung wird weiters eine Vorrichtung zum Herstellen
eines gemusterten Films bereitgestellt, wobei die Vorrichtung umfaßt ein Substrat,
welches eine Substratoberfläche
zum Unterstützen
bzw. Tragen des zu musternden Films aufweist; einen Temperaturgradienten-Generator
zum Generieren bzw. Erzeugen eines Temperaturgradienten in einem
Temperaturgradientenvolumen, wobei der Temperaturgradient eine Komponente
aufweist, welche entlang einer normalen bzw. Normalrichtung der
Substratoberfläche
ausgerichtet ist, wobei das Temperaturgradientenvolumen wenigstens
einen Volumsabschnitt bzw. -bereich beinhaltet, welcher sich von
wenigstens einem Bereich bzw. Gebiet der Substratoberfläche in normaler
Richtung darauf erstreckt. Um unnötige Wiederholungen von Beschreibungen
bevorzugter Ausführungsformen/Eigenschaften
zu vermeiden, ist anzumerken, daß Eigenschaften, welche vorher
in Verbindung mit dem Verfahren entsprechend der Erfindung beschrieben
wurden, auch in einer Vorrichtung entsprechend der Erfindung angewendet
werden können.
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Das
Substrat ist vorzugsweise ein planares bzw. ebenes und ungemustertes
Substrat, z.B. eine Halbleiterscheibe oder eine Glasplatte. Jedoch
können
auch nicht planare und strukturierte Substrate eingesetzt bzw. verwendet
werden.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
umfaßt
der Temperaturgradienten-Generator wenigstens erste und zweite Temperaturregel-
bzw. -steuermittel, wobei die Temperaturregelmittel voneinander beabstandet
sind, so daß das
Substrat betrieblich bzw. operativ wenigstens teilweise dazwischen
angeordnet ist, und das Temperaturgradientenvolumen wenigstens teilweise
dazwischen definiert wird. In einer bevorzugteren Ausführungsform
ist wenigstens eine Montageoberfläche gegenüber der Substratoberfläche bereitgestellt,
wobei die ersten Temperaturregelmittel mit dem Substrat verbunden
sind, während
die zweiten Temperaturregelmittel mit der Montageoberfläche verbunden
sind. Der Abstand zwischen der Substratoberfläche und der Montageoberfläche kann
vorzugsweise innerhalb des Bereichs von 10 nm bis 5000 nm, bevorzugter
von 50 nm bis 1000 nm, noch bevorzugter von 150 nm bis 600 nm sein.
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Die
Temperaturregelmittel werden geregelt bzw. gesteuert, um einen Temperaturgradienten
zwischen der Substratoberfläche
und der Montageoberfläche
gegenüber
der Substratoberfläche
innerhalb des Bereichs von 106 °C/m bis 1010 °C/m, bevorzugter
107 °C/m
bis 109 °C/m
zu erzeugen. Es gibt keine Begrenzungen betreffend das geometrische
Design der Montageoberfläche.
Vorzugsweise kann die gegenüber
der Substratoberfläche
bereitgestellte Montageoberfläche
beispielsweise in Form einer Platte (oberen bzw. Deckplatte) entworfen
sein. Jedoch kann die Montageoberfläche auch eine nicht planare Oberfläche sein.
Insbesondere kann die Montageoberfläche eine gemusterte Oberfläche sein,
welche eine Vielzahl von Vorsprüngen
bzw. Erhebungen und Vertiefungen aufweist.
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Der
Temperaturgradienten-Generator kann angepaßt bzw. adaptiert sein, um
wenigstens teilweise homogene und/oder wenigstens teilweise heterogene
Temperaturgradienten zu generieren bzw. zu erzeugen, insbesondere
Temperaturgradienten, welche sich seitlich über der Substratoberfläche verändern.
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In
einer anderen Ausführungsform
entsprechend der vorliegenden Erfindung ist wenigstens eine der
Substratoberfläche
und/oder der Montageoberfläche
mit topographischen Eigenschaften gemustert und/oder weist eine
räumlich
veränderliche bzw.
variierende Oberflächenenergie
und/oder eine räumlich
veränderliche
thermische Leitfähigkeit
auf.
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Der
zu musternde Film und die gegenüberliegend
bereitzustellende Montageoberfläche
können beispielsweise
durch einen Luftspalt getrennt werden, d.h. der Abstand zwischen
der Substratoberfläche
und der Montageoberfläche
kann beispielsweise mit Luft gefüllt
sein. Alternativ können
der Film und die Montageoberfläche
durch ein beliebiges gasförmiges,
flüssiges
oder festes Material getrennt werden. Beispielsweise kann ein Doppelschichtsystem von
zwei festen Materialien verwendet werden, wo eine Schichten als
der zu musternde Film wirkt, während
der obere darauf überlagerte
als benachbartes Medium dient. Bei Erhitzung bzw. -wärmung werden beide
Schichten flüssig,
während
beide Schichten wiederum fest werden, wenn sie abgekühlt werden. Als
ein Ergebnis wird eine Struktur oder ein Muster von jeweils einem
Material in dem anderen Material erzielt bzw. erhalten.
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Um
die Phononenreflexion, wie später
unten erklärt
werden wird, zu steigern, kann es angebracht sein, dünne Goldschichten
vorzusehen, welche eine Dicke bzw. Stärke im Bereich von z.B. 1 nm
bis 100 nm auf beiden Oberflächen
(Trennflächen)
der ersten Schicht aufweisen, welche als der mit einem Muster zu
versehende Film wirkt, so daß die
Phononen, welche sich in der ersten Schicht des Doppelschichtsystems
von zwei festen Materialien ausbreiten, viel besser an der Trennfläche der
ersten Schicht/zweiten Schicht reflektiert werden. Die Goldschichten
können auf
die Substratoberfläche
und dann auf die Filmoberfläche,
in dieser Reihenfolge, aufgebracht bzw. abgeschieden werden. Alternativ
kann zuerst die erste Schicht des Doppelschichtsystems, welches
als der zu musternde Film wirkt, zwischen beiden Goldschichten eingeschlossen
bzw. geschichtet werden und diese Zusammenstellung kann dann auf
die Substratoberfläche
aufgebracht werden, bevor die zweite Schicht des Doppelschichtsystems
auf die obere Goldschicht dieser Zusammenstellung aufgebracht wird.
Die zweite Schicht des Doppelschichtsystems wiederum kann auf diese
Zusammenstellung aufgebracht werden, bevor diese Zusammenstellung
auf die Substratoberfläche
aufgebracht wird. Ein derartiges Verfahren, welches ein Doppelschichtsystem verwendet,
ist interessant für
Anwendungen wie die Halbleiterindustrie, photovoltaische Anwendungen oder
für die
Vorbereitung von Photo dioden. Nach dieser Prozedur kann eines der
beiden festen Materialien auch beispielsweise durch ein Ätzen oder
Auflösen
entfernt werden, um eine lithographische Maske zu erhalten.
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Die
Trenndistanz, d.h. der Abstand, kann während einer Anwendung bzw.
eines Anlegens des Temperaturgradienten variiert werden. Zusätzlich kann
das Längen-
bzw. Seitenverhältnis
des gemusterten Films bemerkenswert größer sein als das der (gemusterten)
Montageoberfläche
(der gemusterten Deckplatte). Um das Seitenverhältnis zu erhöhen, kann
der Abstand zwischen der Montageoberfläche und der Substratoberfläche gesteigert
bzw. erhöht werden,
während
der Film verflüssigt
wird und der Temperaturgradient angelegt wird. Wenn nötig, kann der
Temperaturgradient während
der relativen Verschiebung der Substrat- und der Montageoberfläche verändert werden.
In einer weiteren Ausführungsform
können
die Substrat- und die Montageoberfläche in einer Richtung parallel
zur Montageoberfläche oder
zur Substratoberfläche
bewegt werden, während
der Film verflüssigt
wird und der Temperaturgradient angelegt wird, um einen gemusterten
Film zu erhalten, der in einer oder zwei seitlichen Richtungen deformiert
ist.
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Wie
oben erwähnt
wird, kann der Temperaturgradient durch ein Einstellen der Substratoberfläche und
der Montageoberfläche
auf zwei unterschiedlichen Temperaturen erhalten werden, welche durch
die ersten und zweiten Temperaturmittel geregelt bzw. gesteuert
werden. Die Temperaturregel- bzw.
-steuermittel können
beispielsweise Temperaturbäder,
Heizungseinrichtungen oder Kühlungseinrichtungen
oder andere konventionelle Temperatureinrichtungen sein, welche
in der Technik bekannt sind. Alternativ kann wenigstens eine der
Substratoberfläche
und/oder der Montageoberfläche
einer Strahlung von einer Strahlungsquelle ausgesetzt sein, d.h.
Strahlung von einer Strahlungsquelle erhitzt bzw. erwärmt die
Rückseite
von wenigstens einer der Substratoberfläche und/oder der Montageoberfläche. Die
Strahlungsquelle kann beispielsweise ein Laser, eine Infrarotlampe
oder eine beliebige andere intensive Strahlungsquelle sein. Die
Strahlungsquelle kann in einem konstanten Modus betrieben werden,
d.h. die Strahlungsquelle ist für
eine längere Zeitperiode
des Musterungsverfahrens eingeschaltet, so daß ein thermisches Gleichgewicht,
d.h. ein konstanter Temperaturgradient, erreicht wird. Andererseits
kann die Strahlungsquelle in einem gepulsten Modus betrieben werden,
so daß ein
Temperaturgradient nur für
eine kurze Zeit eingestellt wird, um beispielsweise einen Temperaturunterschied
zwischen der Substratoberfläche
und der Montageoberfläche
von 1000°C
oder mehr zu erreichen, um dadurch augenblicklich den zu musternden
Film zu destabilisieren. Die letzte Vorgangsweise bzw. Prozedur
ist besonders vorteilhaft, wenn Filmmaterialien verwendet werden,
welche einen hohen Schmelzpunkt aufweisen, wie beispielsweise Metalle
und Legierungen.
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Die
Vorrichtung entsprechend der vorliegenden Erfindung kann während des
Betriebs erhitzt oder gekühlt
werden.
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Die
obigen Verfahren bzw. Prozesse und Vorrichtungen entsprechend der
Erfindung können
in einer Vielzahl von möglichen
Anwendungen in der allgemeinen Kategorie von Nanomaßstabstrukturen verwendet
werden, wie beispielsweise multigeschichtete Strukturen und dem
Mustern von aktiven Materialien, wie auch "inerten" Substraten. Die zu musternden Materialien
können
inerte Materialien sein, z.B. chemisch inert, beispielsweise wo
dies chemisch wiederstandsfähige
Materialien sind, welche die Kanäle
und Vertiefungen ausbilden, durch welche Chemikalien beispielsweise
einfließen
werden, in einer Biochipeinrichtung: oder z.B. elektrisch inert,
d.h. Isolatoren in mikroelektronischen Schaltkreisen: oder sie können aktive
Materialien sein, z.B. chemisch und/oder magnetisch und/oder optisch
und/oder elektrisch aktiv, d.h. die "Elektronenträger-" und "Lochträger-" organischen Materialien, welche als
die beiden Komponenten der Licht absorbierenden stromerzeugenden
Strukturen einer organischen photovoltaischen Zelle verwendet werden.
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Insbesondere
könnte
die vorliegende Erfindung vorteilhaft in den folgenden technischen
Gebieten eingesetzt werden:
- • Mikroelektronik,
Mikrooptoelektronik, mikroelektromechanische Systeme (MEMS), und
mikrooptoelektromechanische Systeme (MOEMS).
- • Biochips,
insbesondere das Mustern von Substraten und anderen Materialien,
z.B. Nährgels.
- • Polymerphotonische
Einrichtungen (besonders photovoltaische Zellen, Polymer-Photodioden, Bandlücken-Materialien,
Optoelektronik, elektrolumineszente Materialien), besonders formende Materialien
mit großen
Brechungsindexdifferenzen und die vertikal gemusterte Trennschicht
bilden für
Polymer-Polymer-Photovoltaik-Materialien
und Photodioden. Weiters könnte
Belastung durch Selbstorganisation oder durch Feldunterstützung oder
Platte(n) musterunterstütztes
Mustern in Betracht gezogen werden.
- • Antireflexions-Eigenschaften/Beschichtungen, insbesondere "abgestufte Brechungsindexeffekte" und "Licht-Irrgarten"-Effekte und die
Fähigkeit hinterschnittene
Strukturen herzustellen.
- • Irisierende/Interferenzstrukturen,
welche einfache Auslöseeigenschaften
aufweisen: hoch irisierende bzw. schillernde Strukturen erfordern
Lichtstrahlen, um konstruktiv nach einer Reflexion von vielfachen
dünnen
Platten zu interferieren, wobei diese Platten und deren Trennungen
hoch periodisch und (für
Effekte für
sichtbares Licht) im Nanobereich sind, wobei die Länge (oder
Tiefe) von derartigen Platten, um vielfache Wechselwirkungen von
wenigstens einigen Gesichtspunkten zu erlauben, typischerweise eine
Größenordnung oder
vorzugsweise noch größer sein
muß. Ein Herstellen
derartiger Strukturen (auch "hochglänzende Rasterung" genannt) wurde nicht
unter Verwendung konventioneller materialformender Techniken, wie
z.B. Prägen,
gezeigt, weil die Kombination des sehr feinen horizontalen Maßstabs des
Musters und der vergleichsweise großen vertikalen Tiefe der Strukturen,
welche benötigt
werden, eine Formentfernung von dem sehr hohen Oberflächengebiet
und seine sehr hohe Komponente in der (vertikalen) Formablöserichtung
abzulösen,
extrem schwierig machen, ohne eine Zerstörung sowohl an der Form wie
auch der Rasterung zu verursachen. Die durch diese Erfindung vorgeschlagene
Technik, welche Möglichkeiten
zum Herstellen derartiger Strukturen in derartigen Maßstäben bietet,
wo nur ein kleiner Abschnitt der Oberfläche (falls tatsächlich)
in Kontakt mit der Form ist, umgeht diese Schwierigkeit und erlaubt
es, daß derartige
Strukturen mit Leichtigkeit hergestellt werden.
- • Polarisation/Polarisationsdrehungsstrukturen, insbesondere
mehrschichtige bzw. Multischichtstrukturen, welche unterschiedliche
Materialien einschließlich
Diazo verwenden.
- • Antibenetzungsoberflächen und
Oberflächenenergie/Oberflächenspannungsveränderungen,
z.B. durch Mikrobohrungen (Lotusblätter): es wurde kürzlich demonstriert,
daß eine
Kombination von chemischen Eigenschaften, z.B. eine Verwendung von
hydrophilen Materialien (für
Oberflächen,
welche anti-benetzt oder durch Wassertropfen gereinigt werden sollen)
und Nanostrukturen, wie beispielsweise Gruben, Hügel und Grate von besonderer
bzw. bestimmter Größe auf der
Oberfläche,
welche es erlauben Luft einzufangen und welche Schmutzpartikel von
dem Großteil
der Oberfläche
fernhalten, wichtig für
eine Herstellung von anti-benetzbaren und sogenannten "selbstreinigenden" Oberflächen ist:
der Effekt wurde in der Natur in den Blütenblättern des Heiligen Lotusblatts
durch Professor Barthlott und Mitarbeiter an der Universität von Bonn
(siehe Planta, 1997, Vol. 202, Seiten 1–8) bemerkt. Das Verfahren
entsprechend der Erfindung ist ideal geeignet, um die Musterung
in derartigen Oberflächen
zu erzeugen.
- • Oberflächen mit
erweiterter katalytischer Aktivität.
- • Datenspeicherung
- • Vertikale Übertragung
von Signalen, z.B. optisch – Faserbündeleffekt:
die Verwendung von faseroptischen Bündeln zum Übertragen von Signalen ist
bekannt: weniger geschätzt
wird, daß ein
kohärentes
Bündel
ein Bild an seinem weiteren Ende anzeigen kann. Eine derartige Übertragung
von entweder einfachen Signalen oder eines Vollbilds wird in Scheiben
gesehen, welche rechtwinkelig zu den Fasern von natürlichen,
hoch kohärenten Asbest
ersetzenden Materialien, wie beispielsweise Ulexit, geschnitten
werden, welches aus einem kohärenten
Faserbündel
besteht: der Effekt wurde auch künstlich
in Glas durch Fiox Limited gezeigt. Die vorliegende Erfindung bietet
einen Weg zum Herstellen eines Faserbündels, welches darüber hinaus
ein kohärentes
Fiberbündel
wäre, mit einer
optischen Übertragung
vertikal zu der Ebene des Films, welcher gemustert wird.
-
Im
Folgenden wird die Erfindung durch bevorzugte Ausführungsformen
beispielhaft erläutert, welche
in den beigefügten
Zeichnungen gezeigt sind. In den Figuren:
-
zeigt 1 ein schematische Zeichnung
einer bevorzugten Ausführungsform
der Vorrichtung zum Erzeugen bzw. Herstellen des gemusterten Films
entsprechend der vorliegenden Erfindung;
-
zeigen 2a–2c schematisch
eine säulenartige
Struktur, welche wohl definierte Säulendurchmesser und Abstände zwischen
den Säulen
aufweist, wie dies in Übereinstimmung
mit dem Verfahren der vorliegenden Erfindung erarbeitet bzw. entwickelt
wurde;
-
zeigen 3a–3c schematisch
eine säulenartige
Struktur, die in Übereinstimmung
mit dem Verfahren der vorliegenden Erfindung erarbeitet wurde, wobei
eine Deckplatte verwendet wurde, welche topographisch gemustert
ist;
-
zeigen 4a–4c schematisch
eine säulenartige
Struktur, wie sie in Übereinstimmung
mit dem Verfahren der vorliegenden Erfindung erarbeitet wurde, wobei
ein Substrat verwendet wurde, welches eine seitliche Abwandlung
bzw. Variation in seiner Oberflächenenergie
aufweist;
-
zeigt 5a eine schematische Darstellung des
theoretischen Modells, welches dem Verfahren der vorliegenden Erfindung
zugrunde liegt, wobei Jq einen Wärme- bzw.
Hitzefluß darstellt,
und Jph einen Phononenfluß darstellt;
-
ist 5b eine Kurve, welche die
experimentell bestimmte Instabilitätswellenlänge λ verglichen mit den theoretischen Vorhersagen
zeigt, wobei die Karos, Dreiecke und Kreise Polystyrolfilmen mit
h = 96 nm, ΔT
= 11°C;
h = 80 nm, ΔT
= 43°C,
bzw. h = 100 nm , ΔT
= 46°C entsprechen,
während
die Quadrate einen 92 nm dicken Polystyrolfilm repräsentieren,
welcher auf ein mit Gold (100 nm) überzogenes bzw. beschichtetes
Siliziumsubstrat (ΔT
= 37°C) spinbeschichtet
wurde, wobei die festen Linien theoretische Vorhersagen sind;
-
zeigen 6a–6c optische
Mikrographen bzw. Mikrokurven von Polystyrol (PS) Filmen, welche nach
einem Aussetzen an einen Temperaturgradienten erzielt wurden, wenn
ein homogenes Feld angelegt wurden, wie dies in den Beispielen hierunter
ausgeführt
wurde; und
-
zeigen 7a–7c optische
Mikrographen von Polystyrol (PS) Filmen, welche nach einem Aussetzen
an einen Temperaturgradienten erzeugt wurden, wenn ein heterogenes
Feld angelegt wurde, wie dies in den Beispielen hierunter ausgeführt wurde.
-
Andere
Eigenschaften bzw. Merkmale und Vorteile der Erfindung werden aus
dem Folgenden erkennbar.
-
Eine
bevorzugte Ausführungsform
der Vorrichtung zum Produzieren bzw. Herstellen des gemusterten
Films entsprechend der vorliegenden Erfindung wird in 1a gezeigt. Ein Film wird
auf einem Substrat gebildet, welches einer Montageoberfläche in Form
einer Platte (oberen bzw. Deckplatte) gegenüberliegt. In dieser besonderen
Ausführungsform
ist der Film ein Polymerfilm, der Film kann aber alternativ irgendein
flüssiges
oder festes Material sein. Das Substrat und die Montageoberfläche werden
in thermischen Kontakt mit ersten und zweiten Temperaturregel- bzw.
-steuermittel gebracht, welche während
eines Betriebs einen Temperaturgra dienten zwischen der Substratoberfläche und
der Montageoberfläche
produzieren, welche in Form einer Deckplatte entworfen ist. Ein
besonderes Medium ist zwischen dem Film und der Montagefläche anwesend, welches
eine thermische Leitfähigkeit,
Dichte oder Schallgeschwindigkeit aufweist, welche sich von der des
Filmmaterials unterscheidet. Beispielsweise kann dieses Medium Vakuum,
Luft oder jedes andere flüssige
oder feste Material sein. Wie unten detaillierter erklärt wird,
veranlaßt
der Temperaturgradient den Film zum Bilden eines Musters. Vorzugsweise kann
der Film ein organisches Polymer oder ein organisches Oligomer beinhalten.
Beispielsweise kann der Film ein glasartiges Polymer beinhalten
(z.B. Polystyrol), welches auf das Substrat spin- bzw. rotationsbeschichtet
wurde. Vorzugsweise wird der Film verflüssigt, bevor und/oder während er
dem Temperaturgradienten unterworfen wird. Wenn der Film ein glasartiges
oder semi-kristallines Polymer ist, kann er beispielsweise bei Raumtemperatur
flüssig
sein und durch Erhitzen flüssig
werden.
-
Wenn
zwei unterschiedliche Temperaturen an die Substratoberfläche und
die Montageoberfläche
angelegt werden, wird der resultierende Temperaturgradient zwischen
der Substratoberfläche
und der Montageoberfläche
einen thermomechanischen Druck an der Trennfläche zwischen dem Film und dem
Abstand zwischen der Substratoberfläche und der Montageoberfläche induzieren,
welcher letztlich den Film destabilisieren und über konkurrierende Kräfte dominieren
wird. Der Film entwickelt eine Oberflächenwellenform mit einer wohl
definierten Wellenlänge,
wie dies in 2a gezeigt
wird. Mit der Zeit steigen die Amplituden dieser Wellen, bis der Film
die Montageoberfläche
berührt
(Deckplatte), wie dies in 2b gezeigt
wird, wodurch eine säulenartige Struktur
erzeugt wird, welche wohl definierte Säulendurchmesser und Zwischensäulenabstände aufweist.
Durch Verfestigung des Filmmaterials, z.B. durch Kühlen, wird
die Struktur erhalten bzw. konserviert, wie dies in 2c gezeigt wird. Die Säulendurchmesser
und -abstände
hängen
jeweils von Parametern, wie der Temperaturdifferenz, der Stärke bzw.
Dicke des Films, den thermischen Leitfähigkeiten des Filmmaterials
und des benachbarten Mediums, den Dichten des Filmmaterials und
des benachbarten Mediums und der Schallgeschwindigkeit des Filmmaterials
und des Substratmaterials ab.
-
Die
in 2a–2c beschriebene Ausführungsform
stimmt mit einer seitlich homogenen, äußerlich angelegten Temperaturdifferenz überein.
In einem seitlich heterogenen Temperaturfeld wird die thermomechanisch
induzierte Instabilität
des Films zusätzlich
durch die seitlichen Temperaturgradienten modifiziert. Dieser Effekt
kann dazu verwendet werden, um ein Master- bzw. Vorlagemuster auf
eine laterale Struktur in dem Film zu replizieren. Zu diesem Zweck
kann bzw. können
die Substratoberfläche,
die Montageoberfläche
oder beide ein seitliches Muster aufweisen, d.h. die Substratoberfläche kann
ebenfalls gemustert werden, entweder alternativ oder zusätzlich zu
der Montageoberfläche.
Derartige Muster können
beispielsweise durch Elektronenstrahlätzen erzeugt werden. Eine derartige
Ausführungsform
ist in 3a gezeigt, wobei
die Montageoberfläche durch
eine Deckplatte ersetzt wird, welche topographisch gemustert ist.
In diesem Fall veranlaßt
die extern angelegte Temperaturdifferenz die Filmwellenform zu einem
Fokussieren in der Richtung des stärksten Temperaturgradienten.
Als ein Ergebnis bildet der Film ein Muster, welches mit der topographisch
gemusterten Deckplatte übereinstimmt,
wie dies in 3b gezeigt
wird. Bei bzw. nach einem Verfestigen des Films wird die Struktur
in dem Film beibehalten, wie dies in 3c gezeigt
wird. Zusätzlich
kann das Längen-
bzw. Seitenverhältnis
des gemusterten Films deutlich größer sein als das der gemusterten
Platte. Um das Seitenverhältnis
zu erhöhen,
kann der Abstand zwischen der Montageoberfläche und der Substratoberfläche erhöht werden, während der
Film verflüssigt
wird und die Temperaturdifferenz angelegt wird. Wenn nötig, können die angelegten
Temperaturen während
der relativen Verschiebung der Montageoberfläche und der Substratoberfläche variiert
werden.
-
In
einer weiteren Ausführungsform,
wie in 4a gezeigt wird,
wird das Substrat durch ein Substrat ersetzt, welches eine seitliche
Variation in seiner Oberflächenenergie
aufweist. Die seitliche bzw. laterale Variation in der Oberflächenenergie kann
beispielsweise durch ein Mikrokontaktdrucken erzeugt werden. Danach
wird der Film auf das Substrat aufgebracht. Wie in den anderen Ausführungsformen
kann der Film verflüssigt
werden und eine Temperaturdifferenz wird dann an das Substrat und
die Deckplatte angelegt. Der Temperaturgradient resultiert in einer
Instabilität
des Films, wie oben beschrieben wurde. Die sich entwickelnden Oberflächenwellenformen
richten sich hinsichtlich des Oberflächenenergiemusters des Substrats
aus. Wie in 4b gezeigt
wird, wird die so in dem Film erzielte bzw. erhaltene Struktur dann
durch ein Verfestigen des Polymers erhalten bzw. bewahrt. Alternativ
kann in anderen Ausführungsformen
die Montageoberfläche
eine seitliche Variation in der Oberflächenenergie entweder alternativ
oder zusätzlich
zu der Substratoberfläche
aufweisen. Weiters können
die Wärmeleitfähigkeiten
entweder der Substratoberfläche
und/oder der Montageoberfläche
räumlich
variieren. Darüber
hinaus ist es auch möglich,
eine seitliche Variation in der Oberflächenenergie der Substratoberfläche oder
der Montageoberfläche
oder beiden und ein topographisches Muster auf der Substratoberfläche oder
Montageoberfläche
oder beiden zu haben.
-
Obwohl
es nicht beabsichtigt ist, die Erfindung in irgendeiner Weise theoretisch
zu begrenzen, kann der Ursprung der Filminstabilität verstanden werden,
wenn das Gleichgewicht von Kräften
beachtet bzw. berücksichtigt
wird, welche auf eine Polymer-Luft-Grenz- bzw. -Trennfläche wirken
(siehe
-
5a). Die Oberflächenspannung γ minimiert
das Polymer-Luft-Oberflächengebiet
und stabilisiert den homogenen Polymerfilm. Der Temperaturgradient
verursacht einen Fluß von
thermischer Energie J
q in dem Polymerfilm
und dem Luftspalt. Verbunden mit dem Fluß J
q ist
ein Fluß von
thermischen Erregungen, sogenannten Phononen (J
ph)
zu niedrigeren Temperaturen, wie in
5a gezeigt
ist. Aufgrund der unterschiedlichen akustischen Impedanzen der beiden
Schichten wird ein Teil des Spektrums der Phononen, welche sich
in dem Polymerfilm fortpflanzen, nahezu perfekt an der Flüssigkeit-Luft-Trennfläche reflektiert.
Die Reflexionen der Phononen auf der Filmoberfläche führen zu einem Strahlungsdruck.
Dieser Strahlungsdruck kann zusätzlich
durch vielfache Reflexionen an den Film-Luft- und Film-Substrat-Trennflächen verstärkt werden.
Der Strahlungsdruck p
r ist entgegengesetzt zu
dem Laplace-Druck, der von der Oberflächenspannung stammt. Eine örtliche
Störung
der Filmstärke
h resultiert in einem Druckgradienten, welcher einen Fluß bzw. Strom
der Flüssigkeit
in die Ebene des Films antreibt. Der Flüssigkeitsfluß neben
einer festen Oberfläche
ist durch eine Formel eines Poiseuille-Typs gegeben, welche zusammen
mit einer Massenerhaltungsgleichung eine Differentialglei chung aufstellt,
welche die zeitliche Antwort der Flüssigkeit beschreibt. Eine übliche Annäherung zum
Untersuchen des Effekts von externen bzw. äußeren Kräften auf einen Flüssigkeitsfilm
ist die lineare Stabilitätsanalyse.
Eine kleine sinusförmige
Störung
wird auf einen andererseits flachen Film angewendet bzw. angelegt
und seine Antwort wird mit Hilfe einer linearisierten Version der
Differentialgleichung berechnet. Die resultierende Dispersions- bzw. Ausbreitungsrelation
quantifiziert den Abfall bzw. das Abklingen oder die Verstärkung einer
gegebenen Störungswellenlänge mit
der Zeit. Die schnellste verstärkte
Mode ist gegeben durch:

-
λm ist
die Wellenlänge
der Mode und stimmt mit der Auflösung
des gebildeten Musters überein,
pr ist eine Funktion des Temperaturgradienten,
der thermischen Leitfähigkeit
des Polymers und den Schallgeschwindigkeiten des Polymers und des
Substrats. h ist die Stärke
des Films. Die Linien in 5b zeigen λm als
eine Funktion des Wärme-
bzw. Hitzeflusses Jq für vier verschiedene Parametersätze. Die
Symbole sind das Ergebnis von Experimenten. Eine ähnliche Gleichung
quantifiziert die charakteristische Zeit τm für die Bildung
der Instabilität.
Die in 5b gezeigten
experimentellen Daten werden weiter unten beschrieben werden.
-
Der
Ausdruck für λ
m kann
weiter ausgedrückt werden
als:
-
k0 und kp sind die
thermischen Leitfähigkeiten von
Luft bzw. Polymer, ΔT
ist die Temperaturdifferenz, welche zwischen der Substratoberfläche und der
Montageoberfläche
gegenüber
der Substratoberfläche
angelegt wird, γ ist
die Polymer-Luft-Oberflächenspannung,
up ist die Schallgeschwindigkeit in dem
Polymer und Q ist ein Gütefaktor,
welcher auf die Einzelheiten der Phononenreflexion entfällt. Die Filmstärke bzw.
-dicke ist h und der Abstand zwischen der Substratoberfläche und
der Montageoberfläche
gegenüber
der Substratoberfläche
ist d.
-
Im
allgemeinen zeigt die Gleichung an, daß keine Eigenschaften ausgebildet
werden ohne das Vorhandensein einer Temperaturdifferenz ΔT. Sie zeigt
auch an, daß die
Auflösung
des Musters beliebig klein ist, weil im Prinzip d, h und ΔT beliebig
geregelt bzw. gesteuert werden können.
Beispielweise können
Hitze bzw. Wärme
isolierende Abstandhalter verwendet werden, um den Abstand d präzise zu kontrollieren.
Der Temperaturgradient überschreitet wenigstens
teilweise 106 °C/m, bevorzugter 107 °C/m. Der
Temperaturgradient liegt innerhalb des Bereichs von 106 °C/m bis 1010 °C/m,
bevorzugter 107 °C/m bis 109 °C/m.
-
Während die
Topographie des Films spontan auftritt, wird eine Regelung der seitlichen
Struktur durch ein laterales Variieren der Montageoberfläche erzielt,
beispielsweise durch ein räumliches
Variieren der Oberflächenenergie,
durch räumliches
Variieren der thermischen bzw. Wärmeleitfähigkeit
der Montageoberfläche,
wie beispielsweise durch ein Mustern der Deckplatte mit topographischen
Eigenschaften, oder durch räumliches
Variieren der thermischen Leitfähigkeiten
entweder der Substratoberfläche und/oder
der Montageoberfläche.
In einer bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist die Montageoberfläche, welche gegenüber der
Substratoberfläche
bereitgestellt ist, als eine (Deck) Platte entworfen. In einer bevorzugteren
Ausführungsform
kann die obere bzw. Deckplatte durch eine topographisch gemusterte
Mustervorlage ersetzt werden (siehe 3a–3c). Da die thermomechanischen Kräfte für kleinste
Abstände
d am stärksten
sind, ist die Zeit zum Ausbilden der Instabilität viel kürzer für kleinere Werte von d. Als
eine Folge ist die entstehende Struktur in dem Film zu der Struktur
der Montageoberfläche
(Deckplatte) fokussiert. Dies führt
zu einer Replikation bzw. Nachbildung der Mustervorlage.
-
Im
allgemeinen nützt
die vorliegende Erfindung die Verwendung von thermomechanischen Kräften aus,
um auf eine Grenze von unterschiedlichen thermischen bzw. Wärmeleitfähigkeiten
zu wirken. Wenn der Abstand zwischen der Substratoberfläche und
der Montageoberfläche,
welche gegenüber
der Substratoberfläche
vorgesehen ist, klein genug gewählt
wird, insbesondere < 1 μm, sind kleine Temperaturdifferenzen ΔT im Bereich
von 10°C
bis 100°C,
insbesondere 20°C
bis 40°C,
noch genauer ungefähr
30°C ausreichend,
um Hochtemperaturgradienten in dem Film zu erzeugen. Dies resultiert
in starken Drücken,
welche auf die Filmoberfläche
wirken (ungefähr
~ 10 kN/m2). Diese Kräfte verursachen das Aufbrechen
des Films. Für
seitlich homogene Temperaturen weist die Filminstabilität eine charakteristische
Wellenlänge
auf, welche eine Funktion des Temperaturgradienten und der Differenz
in den thermischen Leitfähigkeiten
des Films und des besonderen bzw. speziellen Mediums ist, welches
der Abstand d, d.h. beispielsweise den Luftspalt, füllt. Dies kann
durch eine lineare Stabilitätsanalyse
gut beschrieben werden. Wenn die Substratoberfläche oder die Montageoberfläche, welche
gegenüber
der Substratoberfläche
vorgesehen ist, durch ein gemustertes Vorlagenmuster bzw. einen
gemusterten Master ersetzt wird, wird die Struktur durch den Film
nachgebildet. Wie in den experimentellen Ergebnissen unten beschrieben
wird, kann die laterale bzw. seitliche Länge bis zu 500 nm verkleinert
werden. Vorteilhafterweise sind durch die vorliegende Erfindung
die Ausdehnung bzw. Erstreckung zu seitlichen Längenmaßstäben von weniger als 100 nm
und Seitenverhältnissen
größer als
1 erzielbar.
-
Die
vorliegende Erfindung wird nun anhand der folgenden Beispiele illustriert
werden.
-
Homogene Felder
-
Ein
dünner
Polymerfilm von Polystyrol (PS), welcher eine Dicke H aufweist,
wurde von einer Lösung
auf eine höchst
polierten Siliziumwafer spinbeschichtet, welcher als ein Substrat
dient. Nachfolgend wurde eine Montageoberfläche gegenüberliegend zu dem Substrat
bereitgestellt, indem ein anderer Siliziumwafer als eine gegenüberliegende
Deckplatte unter einem Abstand d (Abstand bzw. Zwischenraum d) montiert
wurde, welche einen dünnen Luftspalt
hinterließ.
Diese Zusammenstellung wurde auf einer Heizplatte plaziert, die
auf 170°C
eingestellt ist, und ein gekühlter
Kupferblock, dessen Temperatur auf 127°C gehalten wurde, wurde auf
die Spitze der Zusammensetzung gesetzt, wodurch eine Temperaturdifferenz ΔT = 43°C aufgebaut
wurde. Beide Temperaturen waren oberhalb der Glasübergangstemperatur
des verwendeten Polymers (Tg). Um den Luftspalt
sicherzustellen, wies die obere bzw. Deckplatte eine kleine Stufe
auf. Indem eine keilförmige Geometrie
verwendet wurde, wurde Werte von d im Bereich von 150 nm bis 600
nm auf diese Weise erzielt. Die Temperaturdifferenz ΔT und die
Geometrie der Zusammenstellung bzw. Anordnung bestimmten den Temperaturgradienten
in dem Polymerfilm. Die thermomechanische Antriebskraft steigt mit
dem Temperaturgradienten. Sie steigt mit sinkenden Werten von d
und ansteigender Polymerdicke h. Die Temperaturdifferenz kombiniert
mit dem kleinen Abstand zwischen dem Substrat und der Deckplatte
(d < 1 μm) führt zu hohen
Temperaturgradienten (~ 108 °C/m). Nach
einer Aushärtungs-
bzw. Anlaßzeit
von einigen Stunden wird das Polymer durch ein Abschrecken unter
Tg immobilisiert bzw. erstarrt, die Montageoberfläche wird
mechanisch entfernt, und die Morphologie des Polymerfilms wurde
durch optische und Atomkraftmikroskopie (AFM) untersucht.
-
Die
Ergebnisse des Experiments sind in 6a–6c gezeigt, welche optische
Mikrographen von Polystyrol (PS) Filmen sind, welche an einen Temperaturgradienten
ausgesetzt wurden. In 6a und 6b wurde ein 100 nm dicker
PS-Film für 18 h gehärtet, während welcher
das Substrat und die Montageoberfläche auf 170°C bzw. 124°C gehalten wurden, entsprechend ΔT = 46°C. In 6a war der Abstand d = 345
nm, während
in 6b der Abstand d =
285 nm war. 6a und 6b stimmen jeweils mit den
frühen
und späten
Stadien bzw. Stufen der Instabilität überein. Zusätzlich zu säulenartigen Strukturen werden
auch streifenähnliche
Morphologien, wie in 6c gezeigt
wird, für
einen 110 nm dicken PS-Film mit einem Abstand von d = 170 nm und
einer Temperaturdifferenz ΔT
= 54°C beobachtet.
-
Die
Morphologie weist in allen drei Bildern einen wohl definierten Seitenlängenmaßstab auf.
Die Wellenlänge λ ist eine
Funktion eines Temperaturgradienten, welcher umgekehrt mit dem Abstand
d zwischen der Substratoberfläche
und der Montageoberfläche
variiert. Die seitlichen Strukturabmessungen wie auch die Plateauhöhe wird
leicht mit dem Atomkraftmikroskop vermessen, welche λ als eine
Funktion des Wärme-
bzw. Hitzeflusses Jq ergibt. Die Morphologien in 6 zeigen eine stochastische Verteilung
und keine Ordnung. In 5b ist λ als eine Funktion
von Jq für
vier Polystyrolproben aufgezeichnet, mit h = 96 nm und ΔT = 11°C, h = 80
nm und ΔT =
43°C, und
h = 100 nm und ΔT
= 46°C,
bzw. h = 92 nm und ΔT
= 37°C jeweils
für die
Rauten, Dreiecke, Kreise und Quadrate. Die Linien stimmen mit den Vorhersagen
von Gl. (2) mit keinen einstellbaren Parametern überein. Für die Proben, welche durch
die Quadrate dargestellt werden, wurde der als Substrat verwendete
Siliziumwafer mit einem 200 nm dicken Goldfilm vor der Abscheidung
des Polymerfilms beschichtet. Dies führt zu einem Ansteigen im Q-Faktor in
Gl. (2) und in der Folge zu kleineren Werten von λ, verglichen
mit den Rauten, Kreisen und Dreiecken. Für eine gegebene Filmdicke h
ist die charakteristische laterale Struktur invers bzw. umgekehrt
zu dem Hitzefluß Jq bemessen.
-
Heterogene
Felder
-
Gemusterte
Montageoberflächen
in Form von gemusterten oberen bzw. Deckplatten wurden gegenüber einem
Polystyrolfilm (h = 106 nm) montiert bzw. angeordnet. Dann wurde
der Film einer Temperaturdifferenz von ΔT = 37°C ausgesetzt, gefolgt von einer
Härtungszeit
von 20 h. Um sicherzustellen, daß kein Polymer auf dem Master
bzw. der Mustervorlage nach dem Abbau verbleibt, kann die Deckplatte
nicht polar gereinigt werden, z.B. durch Abscheiden einer selbst
aufgebauten Alkan-Monoschicht. 7a–7c zeigen optische mikroskopische Bilder,
welche Anordnungen von Hexagonen mit Periodizitäten von 2 mm (7a), 4 mm (7b)
und 10 mm (7c) zeigen,
welche die Silizium-Mastermuster replizieren bzw. wiedergeben. Der
Abstand d war 160 nm in 7a,
214 nm in 7b, 220 nm
in 7c bzw. 155 nm in 7d. Die Einfügung bzw. der
Einsatz in 7a zeigt
ein höher
vergrößertes Atomkraft-Mikroskopbild
von 7a. In 7d wurde die Deckplatte
auf eine höhere
Temperatur erhitzt (T = 189°C)
als das Substrat (T = 171°C),
welches von einem 65 nm dicken Polystyrolfilm bedeckt war. Das kreuzweise
schraffierte Muster besteht aus 500 nm breiten und 155 nm hohen
Linien. Die Einfügung ist
ein höher
vergrößertes Atomkraft-Mikroskopbild. Die
hohe Qualität
der Nachbildung erstreckte sich über
das gesamte 100 × 100
mm2 Gebiet, welches von dem Vorlagenmuster-Muster
für alle
4 Bilder abgedeckt wurde.