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DE60100977T2 - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines feinen hydrophoben Kieselsäurepulvers - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines feinen hydrophoben Kieselsäurepulvers Download PDF

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DE60100977T2
DE60100977T2 DE60100977T DE60100977T DE60100977T2 DE 60100977 T2 DE60100977 T2 DE 60100977T2 DE 60100977 T DE60100977 T DE 60100977T DE 60100977 T DE60100977 T DE 60100977T DE 60100977 T2 DE60100977 T2 DE 60100977T2
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DE
Germany
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silica
silica powder
fluidized bed
fine
deacidification
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DE60100977T
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DE60100977D1 (de
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Yasuaki Annaka-shi Nozawa
Kiyoshi Annaka-shi Shirasuna
Masanori Annaka-shi Akiyama
Takayuki Annaka-shi Matsuzawa
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Shin Etsu Chemical Co Ltd
Original Assignee
Shin Etsu Chemical Co Ltd
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    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
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    • C09C1/00Treatment of specific inorganic materials other than fibrous fillers; Preparation of carbon black
    • C09C1/28Compounds of silicon
    • C09C1/30Silicic acid
    • C09C1/3081Treatment with organo-silicon compounds
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
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Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung eines feinen hydrophoben Silicapulvers. Dieses kann als Verdickungsmittel für Beschichtungen, Klebstoffe und Kunstharze, als Verstärkung für Kunststoffe und/oder zur Verbesserung der Fließfähigkeit in Tonern für Kopiergeräte verwendet werden.
  • Pyrogenes Silica (Siliciumdioxid) ist sehr fein, mit einer Teilchengröße von etwa 5 bis 50 mm. Da es schwierig ist, es in dieser Form aufzufangen, wird es zuerst agglomeriert und dann aufgefangen. Das agglomerierte Silica enthält eine hohe Konzentration von Chlor und muss daher entsäuert werden. Die Entsäuerung wird im Allgemeinen in einem Wirbelschichtbehälter durchgeführt. Wenn agglomeriertes Silica entsäuert wird, strömt nur eine kleine Menge Silica zusammen mit den Abgasen aus dem Wirbelschichtbehälter. Wenn jedoch das Silica mit einem Hydrophobierungsmittel behandelt wird, fliegt aufgrund des Aufbruchs der Agglomerate durch solch eine Behandlung zumindest einige Male mehr behandeltes Silica zusammen mit den Abgasen aus dem Wirbelschichtbehälter als wenn agglomeriertes Silica direkt entsäuert wird. Das Vorhandensein solch eines flüchtigen behandelten Silicas in den Abgasen führt zu einer Reihe von praktischen Hindernissen, wenn die Abgase mit einem Gaswäscher behandelt werden, wie beispielsweise die Bildung von Schaum, der mit Filtern nicht leicht entfernt werden kann.
  • Daher besteht ein Ziel der vorliegenden Erfindung in der Bereitstellung eines Verfahrens und einer Vorrichtung zur Herstellung eines feinen hydrophoben Silicapulvers durch Hydrophobierung von agglomeriertem Silica mit einem Organohalogensilan in einem Wirbelschichtbehälter, das so aufgebaut ist, dass ein Teil des behandelten Silicas, das zusammen mit den Abgasen aus dem Behälter fliegt, verlässlich zurückgewonnen werden kann, ohne die Vorrichtung oder die Prozesssteuerung komplizierter zu machen.
  • In Untersuchungen haben die Erfinder Zyklone und Sackfilter eingebaut, um Silica aufzufangen, das aus den Wirbelschichtbehältern herausgeflogen war, und den Grad des Herausfliegens bezogen auf die wiedergewonnene Menge Silica untersucht, und sie sind zu dem Ergebnis gekommen, dass der herausgeflogene Anteil 0,3 bis 0,5% beträgt, wenn herkömmliches pyrogenens Silica in einem Wirbelschichtbehälter entsäuert wird, und 4 bis 15%, wenn solches Silica zuerst mit einem Hydrophobierungsmittel behandelt und erst dann entsäuert wird. Während die Form der Ausrüstung und die Fluidisierungsbedingungen sich ebenfalls auf den herausgeflogenen Anteil auswirken, scheint der große Unterschied auf das Aufbrechen von Agglomeraten bei der Hydrophobierungsbehandlung zurückzuführen zu sein, was zu einem leichteren Herausfliegen führt, als wenn Silica nur einer Entsäuerung unterzogen wird. Die Rückgewinnung des flüchtigen Silicas ist daher notwendig, um die Ausbeute zu verbessern und die Belastung in Zusammenhang mit der Abgasbehandlung zu reduzieren.
  • Nicht umgesetztes Organohalogensilan- (hierin im Folgenden als "Silan" bezeichnet) Hydrophobierungsmittel, das in den Abgasen vorhanden ist, bildet aufgrund der Kondensation von Feuchtigkeit in den Abgasen ein Gel oder Öl, was zur Verstopfung und Verschließung der Ausrüstung und Leitungen führt. Durch Messen und Untersuchen der Temperatur an verschiedenen Stellen des Abgassystems haben die Erfinder herausgefunden, dass, wenn die Temperatur der Ausrüstung und Abgase bei 100°C oder mehr gehalten wird, die in den Abgasen vorhandene Feuchtigkeit nicht kondensiert und keine unerwünschten Produkte, wie beispielsweise Gele oder Öle, aufgrund der Feuchtigkeit und kein nicht umgesetztes Silan gebildet werden. Genauer gesagt hält das Fehlen von Gel- oder Ölbildung auf dem Filterstoff eines Sackfilters den Filterstoff frei von Verstopfungen, wodurch es möglich ist, einen kontinuierlichen Betrieb aufrecht zu halten.
  • Der Grad des Herausfliegens variiert auch mit den Strömungsbedingungen. Bei einer Hydrophobierungsbehandlung ist normalerweise eine hohe Chlorkonzentration im Gas vorhanden, was eine darauffolgende Entsäuerung notwendig macht. Wirksamer ist jedoch die separate Durchführung einer Hydrophobierungsbehandlung und Entsäuerung, weil sich in diesem Fall das Vorhandensein oder Fehlen von Feuchtigkeit auf die Strömung des Materials während der Entsäuerung auswirkt. Eine Untersuchung der Menge an Wasser zeigt, dass die Fluidisierung von Material in Abwesenheit von Feuchtigkeit schlecht ist, dass jedoch der Zusatz von nur einer kleinen Menge Wasser zum Wirbelgas den Strömungszustand verbessert und das Herausfliegen reduziert. Wenn weniger Material herausfliegt, kann die Belastung der Zyklone und vor allem der Sackfilter verringert werden.
  • So entdeckten die Erfinder, dass durch Zurückhalten des Herausfliegens und Halten der Temperatur des Zyklons und des Sackfilters bei 100°C oder mehr im Wesentlichen 100 des flüchten Silicas aufgefangen werden können.
  • Demgemäß stellt die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von feinem hydrophobem Silicapulver bereit. Eine Silanverbindung wird pyrolysiert, um feines Silicapulver zu bilden. Das feine Silicapulver wird dann mit einem Organohalogensilan in einem Wirbelschichtbehälter hydrophobiert, wodurch feines hydrophobiertes Silicapulver erhalten wird, das aufgefangen wird. Das feine hydrophobierte Silicapulver, das aus dem Wirbelschichtbehälter fliegt, wird mit einem Zyklon und einem Sackfilter aufgefangen, die bei einer Temperatur von 100 bis 500°C gehalten werden.
  • In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst der Wirbelschichtbehälter einen Hydrophobierungsabschnitt, in dem das feine Silicapulver hydrophobiert wird, und einen Entsäuerungsabschnitt, in dem nach der Hydrophobierung eine Entsäuerung durchgeführt wird. Die Entsäuerung wird vorzugsweise im Entsäuerungsabschnitt durchgeführt, indem 0,1 bis 1 Vol.-% Wasser zu einem Wirbelgas zugesetzt werden.
  • Die Erfindung stellt außerdem eine Vorrichtung zur Herstellung eines feinen hydrophoben Silicapulvers bereit, wobei die Vorrichtung ein Mittel zur Pyrolysierung einer Silanverbindung, um feines Silicapulver herzustellen, ein Mittel zur Agglomerierung des feinen Silicapulvers, einen ersten Zyklon und einen ersten Sackfilter zum Auffangen des feinen agglomerierten Silicapulvers, einen Wirbelschichtbehälter mit einem Hydrophobierungsabschnitt zum Hydrophobieren des feinen aufgefangenen Silicapulvers sowie einen zweiten Zyklon und einen zweiten Sackfilter zum Auffangen des feinen hydro phoben Silicapulvers, das aus dem Wirbelschichtbehälter herausfliegt, umfasst. Der zweite Zyklon und der zweite Filter können jeweils bei einer Temperatur von 100 bis 500°C gehalten werden.
  • Die Vorteile der Erfindung sind wie folgt. Wenn Silan flammenhydrolysiert wird, um feines Silicapulver herzustellen, und das Silica dann in einem Wirbelschichtbehälter unter Verwendung eines Hydrophobierungsmittels, wie beispielsweise eines Organohalogensilans, hydrophobiert wird, dann ist die Menge an Silica, die aus dem Gefäß in die Abgase fliegt, größer als wenn keine Hydrophobierungsbehandlung durchgeführt wird. Während der Rückgewinnung des Silicas aus den Abgasen wandelt die Kondensation von Feuchtigkeit in den Abgasen nicht umgesetztes Organohalogensilan-Hydrophobierungsmitel, das zusammen mit den Abgasen austritt, in ein unerwünschtes Gel oder Öl um. Beim Verfahren und bei der Vorrichtung gemäß vorliegender Erfindung wird durch Halten des Zyklons und Sackfilters, die als Rückgewinnungsvorrichtungen verwendet werden, bei einer Temperatur von zumindest 100°C kein Organohalogensilangel oder – öl gebildet, wodurch es zu keiner Verstopfung von Leitungen oder Sackfilterporen kommt, was wiederum einen kontinuierlichen Betrieb ermöglicht. Außerdem ermöglichen das Verfahren und die Vorrichtung gemäß vorliegender Erfindung eine im Wesentlichen 100%ige Rückgewinnung von flüchtigem Silica, was zu einer höheren Ausbeute führt. Ein zusätzlicher Vorteil besteht darin, dass, auch wenn die Abgase mit einem Gaswäscher behandelt werden, es zu wenig oder keiner Schaumbildung aufgrund von flüchtigem Silica kommt, welcher nicht leicht mit Filtern entfernt werden kann. Das verringert die Belastung in Zusammenhang mit Abgas- und Abwasserbehandlung stark.
  • KURZBESCHREIBUNG DER ABBILDUNGEN
  • Die Ziele, Merkmale und Vorteile der Erfindung werden durch die folgende detaillierte Beschreibung und den dazugehörigen Abbildung genauer erläutert.
  • 1 ist ein Ablaufdiagramm einer Ausführungsform der Erfindung.
  • 2 ist ein Ablaufdiagramm eines weiter unten beschriebenen Vergleichsbeispiels 1.
  • DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
  • Das Verfahren gemäß vorliegender Erfindung zur Herstellung eines feinen hydrophoben Silicapulvers umfasst die Pyrolyse einer Silanverbindung (im Allgemeinen einer halogenierten Siliciumverbindung), um ein feines Siliciumdioxidpulver (pyrogenes Silica) zu bilden, die darauffolgende Behandlung des pyrogenen Silicas mit einem Hydrophobierungsmittel, genauer gesagt einem Organohalogensilan, in einem Wirbelschichtbehälter.
  • Das pyrogene Silica kann durch ein bekanntes Verfahren unter Verwendung einer halogenierten Siliciumverbindung, wie beispielsweise Methyltrichlorsilan, hergestellt werden. Silicapulver mit einer spezifischen Oberfläche nach BET von 50 bis 400 m2/g ist aufgrund der Fließfähigkeit und anderen Faktoren wünschenswert.
  • Nachdem pyrogenes Silica nach einem bekannten Verfahren aus einer halogenierten Siliciumverbindung hergestellt wurde, wird es vorzugsweise agglomeriert, und Halogengase, wie beispielsweise Chlor, werden abgetrennt und entfernt. Danach wird das agglomerierte Silica in einem Wirbelschichtbehälter hydrophobiert, wobei ein Organohalogensilan als Hydrophobierungsmittel und im Allgemeinen auch Dampf und ein Inertgas verwendet werden. In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Wirbelschichtverfahren in einen Hydrophobierungsabschnitt und einen Entsäuerungsabschnitt unterteilt. Die Hydrophobierung des pyrogenen Silicas wird im Hydrophobierungsabschnitt durchgeführt, gefolgt von einer Entsäuerung im Entsäuerungsabschnitt.
  • Bei der Umsetzung der Erfindung wird ein Teil des feinen hydrophobierten Silicapulvers, das aus dem Wirbelschichtbehälter (umfassend die Hydrophobierungs- und Entsäuerungsabschnitte) fliegt, mit einem Zyklon und Sackfilter, die bei einer Temperatur von 100 bis 150°C gehalten werden, aufgefangen. Das aufgefangene Pulver wird in den Wirbelschichtbehälter, genauer gesagt in den Entsäuerungsabschnitt, zurückgeleitet. Im Entsäuerungsabschnitt wird der Zusatz von 0,1 bis 1 Vol.-% Wasser zum Wirbelgas bevorzugt, um die Fluidisierung und Entsäuerung zu fördern.
  • In einer bevorzugten Ausführungsform wird die Herstellung und Rückgewinnung von feinem hydrophobiertem Silicapulver als kontinuierlicher Prozess in einer Vorrichtung durchgeführt, die einen pyrogenes Silica produzierenden Vorgang umfasst. Das ist jedoch kein wesentliches Merkmal der Erfindung.
  • Im Folgenden wird eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung unter Bezugnahme auf 1 erläutert. Pyrogenes Silica wird gemäß einem herkömmlichen Verfahren hergestellt, indem eine halogenierte Siliciumverbindung zusammen mit Wasserstoff und Luft in einer Brennkammer (Pyrolysemittel) 1 verbrannt und mithilfe eines Agglomerators (Agglomerationsmittel) 2 agglomeriert wird, um danach durch Zyklonen 3 und einen Sackfilter 4 aufgefangen zu werden. Die Verwendung der Zyklone 3 und des Sackfilters 4 dient auch dazu, Chlor und andere Halogen enthaltende Gase, die als Nebenprodukte in der Brennkammer 1 gebildet werden, abzutrennen. Die abgetrennten Halogen enthaltenden Gase werden in einen Gaswäscher geleitet. Das agglomerierte Silica passiert dann Drehventile 5 und wird in einem Trichter 6 aufgefangen. Agglomeriertes Silica, das durch den Sackfilter 4 rückgewonnen wurde, wird ebenfalls in den Trichter 6 geleitet.
  • Als Nächstes wird das agglomerierte Silica durch einen Doppeldämpfer 7 geleitet, und ein Großteil davon wird mithilfe einer Membranpumpe 8 zur Hydrophobierung in einen Wirbelschichtbehälter 9 gepumpt.
  • Der Wirbelschichtbehälter 9 ist in einen Hydrophobierungsabschnitt A und einen Entsäuerungsabschnitt B unterteilt. In der in 1 dargestellten Vorrichtung sind der Hydrophobierungsabschnitt A und der Entsäuerungsabschnitt B im unteren Bereich des Wirbelschichtbehälters 9 miteinander verbunden. Die Hydrophobierung von Silica wird im Hydrophobierungsabschnitt A durchgeführt, und das Halogengas, wie beispielsweise Chlor, welches das Silica vom Hydrophobierungsabschnitt A begleitet, wird im Entsäuerungsabschnitt B entfernt. Alternativ dazu können die Hydrophobierung und Entsäuerung auch in separaten Vorrichtungen durchgeführt werden.
  • Im Hydrophobierungsabschnitt A wird das Silica mit einem Inertgas, im Allgemeinen Stickstoff (N2), fluidisiert und mit einem Hydrophobierungsmittel behandelt. In der in 1 dargestellten Vorrichtung wird das Hydrophobierungsmittel 10 mithilfe einer Pumpe 11 durch einen Verdampfer 12 in den Wirbelschichtbehälter 9 geleitet. Das Hydrophobierungsmittel 10 kann mit dem Silica vermischt werden, bevor das Silica in den Wirbelschichtbehälter 9 eintritt. Eine Alternative besteht darin, fluidisierenden Stickstoff, der Wasser mitführt, zu erhitzen, das Hydrophobierungsmittel in den Gasstrom zu mischen und das resultierende Gemisch in den Wirbelschichtbehälter 9 zu leiten.
  • Das Silica wird bei einer Temperatur von vorzugsweise 400 bis 600°C, noch bevorzugter von 450 bis 550°C, hydrophobiert. Die Strömungsgeschwindigkeit beträgt vorzugsweise 1 bis 6 cm/s, obwohl eine Geschwindigkeit im Bereich von 1,4 bis 3 cm/s besonders zu bevorzugen ist, um einen stabilen fluidisierten Zustand zu erreichen und das Herausfliegen von Silica gering zu halten. An diesem Punkt wird Wasser verwendet, weil es sich positiv auf die Hydrophobierungsbehandlung auswirkt. Das Wasser 14 wird mit einer Pumpe 15 in das fluidisierende Inertgas gepumpt, wonach das Gas mithilfe einer Heizvorrichtung 13 erhitzt und in den Hydrophobierungsabschnitt A des Wirbelschichtbehälters 9 geleitet wird. Die Menge des Wassers, die zu Hydrophobierung verwendet wird, beträgt vorzugsweise 0,1 bis 5 Gewichtsteile, noch bevorzugter 0,5 bis 3 Gewichtsteile, pro 100 Gewichtsteile Silica. Das Hydrophobierungsmittel ist ein Organohalogensilan, insbesondere Dimethyldichlorsilan.
  • Im Entsäuerungsabschnitt B wird das Silica mit einem Inertgas, typischerweise Stickstoff, fluidisiert und einer Entsäuerung unterzogen. Typischerweise wird Wasser zum Wirbel gas zugesetzt, so dass die Entsäuerung in einer wasserhältigen Atmosphäre durchgeführt werden kann. Das Wasser 16 wird, wie in 1 dargestellt, vorzugsweise mithilfe einer Pumpe 17 zum Wirbelgas zugesetzt, wonach das Gas mithilfe einer Heizvorrichtung 13 erhitzt und in den Entsäuerungsabschnitt B geleitet wird. Die zu diesem Zweck zum Wirbelgas zugesetzte Menge Wasser beträgt vorzugsweise zumindest 0,1 Vol.-%, insbesondere 0,1 bis 1 Vol.-%. In Abwesenheit von Feuchtigkeit kann das Silica eventuell weniger fließfähig werden, wodurch es notwendig ist, mehr Wirbelgas zu verwenden, was wiederum zu erhöhtem Herausfliegen von Silica führt. Das ist vor allem vom Standpunkt der Belastung für den Sackfilter gesehen unerwünscht. Auf der anderen Seite kann zu viel Feuchtigkeit zu unerwünschten Wirkungen wie Kondensation führen, wenn entsäuertes Silica in einem Rückgewinnungsbehälter 24 des Entsäuerungsabschnitts B aufgefangen wird.
  • Die Entsäuerungstemperatur beträgt vorzugsweise 400 bis 500°C, und die Strömungsgeschwindigkeit liegt vorzugsweise bei 1 bis 6 cm/s.
  • Abgase vom Wirbelschichtbehälter 9 (umfassend den Hydrophobierungsabschnitt A und den Entsäuerungsabschnitt B) werden über einen Zyklon 18 und einen Sackfilter 19 in einen Gaswäscher geleitet. Silica, das die Abgase begleitet, strömt vom Zyklon 18 zum Drehventil 20 oder wird vom Sackfilter 19 aufgefangen und wird dann in einem Trichter 21 aufgefangen, wonach es mithilfe eines Drehventils 22 und einer Membranpumpe 23 zurück in den Hydrophobierungsabschnitt A geleitet wird. Das entsäuerte Silica wird im Rückgewinnungsbehälter 24 aufgefangen.
  • Das Silica, das aus dem Wirbelschichtbehälter 9 zusammen mit den Abgasen herausflog, wurde gesammelt und seine physikalischen Eigenschaften untersucht. In Bezug auf den Kohlenstoffgehalt schien die Behandlung ausreichend, aber der pH betrug 3,7 bis 4,1, was auf die Notwendigkeit einer weiteren Entsäuerung des aufgefangenen Silicas hinwies. Dann wurde das durch den Zyklon 18 und den Sackfilter 19 aufgefangene Silica mithilfe einer Membranpumpe 23 in das Zentrum des Entsäuerungsabschnitts B des Wirbelschichtbehälters 9 geleitet. Nicht umgesetztes Silan begleitet die Abgase. Die Kondensation von Feuchtigkeit, die die Abgase begleitet, an den Wänden der Vorrichtung bei Temperaturen unter 100°C verwandelt das Silan in ein Gel oder Öl, welches Leitungen verschließt und vor allem die Poren des Filterstoffs des Sackfilters 19 verstopft. Demgemäß ist es notwendig, das Innere der Abgasleitung bei einer Temperatur von zumindest 100°C zu halten. In 1 sind T1 und T2 Thermometer, welche die Temperatur der Abgase messen. Die Temperaturablesungen bei T1 und T2 müssen zumindest 100°C betragen, obwohl beim Sackfilter sowohl für die Gase selbst als auch für die Bereiche des Sackfilters, der in direkten Kontakt mit den Gasen kommt, eine höhere Temperatur, beispielsweise 130°C oder mehr, bevorzugt wird. Demgemäß muss das Innere des Abgassystems bei einer Temperatur im Bereich von 100 bis 500°C gehalten werden, und aus Gründen in teilweisem Zusammenhang mit der Wahl des Filterstoffes und des Sackfilters vorzugsweise in einem Bereich von 130 bis 200°C. Die Bildung von gummiartigen oder öligen Ablagerungen auf dem Filterstoff des Sackfilters 19 führt zu einem höheren Druckunterschied, was einen normalen Betrieb schwierig macht. Daher ist es wünschenswert, einen Differenzdruckmesser P1 auf dem Sackfilter 19 zu installieren, um Veränderungen des Druckunterschiedes zu überwachen. Die in 1 dargestellte Produktionsvorrichtung ist außerdem mit einer Wärmeisolation 28 und einem Dampffühler 29 ausgestattet, um einen Abfall der Temperatur zu verhindern.
  • Die Eigenschaften des durch das Verfahren und die Vorrichtung gemäß vorliegender Erfindung hergestellten hydrophoben Silicas sind nicht speziell beschränkt, obwohl eine spezifische Oberfläche von etwa 110 m2/g, ein Kohlenstoffgehalt von zumindest 0,9 Gew.-% und ein pH von zumindest 4,5 bevorzugt sind. Hydrophobes Silica mit solchen Eigenschaften ist zur Verwendung in Dichtungsmitteln und ähnlichen Anwendungen besonders geeignet.
  • BEISPIELE
  • Die folgenden Beispiele dienen der Veranschaulichung der Erfindung, nicht der Einschränkung ihres Schutzumfangs.
  • Beispiel 1
  • Die in 1 dargestellte Vorrichtung wurde 500 Std. lang durchgehend betrieben. Während des Betriebs wurden 50,3 kg/Std. Methyltrichlorsilan zusammen mit Wasserstoff und Luft verbrannt, wodurch 20,1 kg/Std. Silica erhalten wurden. Das resultierende Silica wurde bei einer Stickstoff-Feedrate von 30 Nm3/Std., einer Dimethyldichlorsilan-Feedrate von 2,0 kg/Std. und einer Wasser-Feedrate von 0,5 kg/Std. in Abschnitt A des Wirbelschichtbehälters und bei einer Temperatur von 490°C einer Nydrophobierungsbehandlung unterzogen. Die Strömungsgeschwindigkeit von Silica in Abschnitt A betrug 2,0 cm/s. Das hydrophobierte Silica wurde dann bei einer Stickstoff-Feedrate von 35 Nm3/Std. und einer Wasser-Feedrate von 0,2 kg/Std. in Abschnitt B des Wirbelschichtbehälters 9, bei einer Temperatur von 480°C und bei einer Strömungsgeschwindigkeit von etwa 2,2 cm/s entsäuert. Das behandelte Silica wies eine durchschnittliche spezifische Oberfläche von 114 m2/g, einen Kohlenstoffgehalt von 0,97 Gew.-% und einen pH von 4,7 auf. Die Temperaturen des Zyklons 18 und des Sackfilters 19 betrugen im Durchschnitt 150°C (T1) und 135°C (T2). Der Druckunterschied P1 am Sackfilter betrug 0,8 kPa zu Beginn des Betriebs und 1,4 kPa am Ende des Betriebs. Die Gesamtmenge Silica, die vom Zyklon 18 und vom Sackfilter 19 am Druckstutzen der Membranpumpe 23 während des Betriebs aufgefangen wurde, betrug 0,8 kg/Std., was einen herausgeflogenen Anteil von etwa 4% darstellt. Nach Beendigung des Betriebs war die Waschflüssigkeit fast ganz frei von suspendiertem Silica. Auch auf dem Filterstoff des Sackfilters war kein Gel oder Öl abgelagert.
  • In einem weiteren Durchgang, bei dem die in 1 dargestellte Vorrichtung verwendet wurde, wurde Methyltrichlorsilan verbrannt, um 20 kg/Std. Silica herzustellen, und das Silica wurde 6 Stunden lang mit Dimethyldichlorsilan behandelt, wonach ein Durchschnitt von 1,4 kg/Std. flüchtiges Silica am Ausgang des Membranpumpe 23 rückgewonnen wurden. In einem weiteren Durchgang, bei dem kein Dimethyldichlorsilan bereit gestellt wurde und nur Entsäuerung durchgeführt wurde, betrug die Menge an rückgewonnenem flüchtigem Silica 0,07 kg/Std. Jeder der beiden Durchgänge wurde mehrere Male durchgeführt, wobei der herausgeflogene Anteil ohne Hydrophobierung 0,3 bis 0,5% betrug und mit Hydrophobierung auf 4 bis 15% anstieg.
  • Beispiel 2
  • Die in 1 dargestellte Vorrichtung wurde 7 Std. lang betrieben, wobei 49,6 kg/Std. Methyltrichlorsilan zusammen mit Wasserstoff und Luft verbrannt wurden, wodurch 19,8 kg/Std. Silica erhalten wurden. Die Hydrophobierung des Silicas wurde auf dieselbe Weise wie in Beispiel 1 in Abschnitt A des Wirbelschichtbehälters 9 durchgeführt. Eine Entsäuerung wurde in Abschnitt B des Wirbelschichtbehälters durchgeführt, wobei kein Wasser zugeführt wurde und die Stickstoff-Feedrate von 45 Nm3/Std., die Temperatur 480°C und die Strömungsgeschwindigkeit etwa 2,8 cm/s betrug. Das behandelte Silica wies eine spezifische Oberfläche von 114 m2/g, einen Kohlenstoffgehalt von 0,95 Gew.-% und einen pH von 4,6 auf. Die Menge an Silica, das am Druckstutzen der Membranpumpe 23 aufgefangen wurde, betrug 2,4 kg/Std. Somit betrug der herausgeflogene Anteil etwa 12%.
  • Beispiel 3
  • Die in 1 dargestellte Vorrichtung wurde 7 Std. lang betrieben, wobei 50,4 kg/Std. Methyltrichlorsilan zusammen mit Wasserstoff und Luft verbrannt wurden, wodurch 20,1 kg/Std. Silica erhalten wurden. Die Behandlung in Abschnitt A verlief genauso wie in Beispiel 1. Mit Ausnahme der Zufuhr von 2,0 kg/Std. Wasser in Abschnitt B wurde die Behandlung in Abschnitt B ebenso genauso ausgeführt wie in Beispiel 1. Das behandelte Silica wies eine spezifische Oberfläche von 108 m2/g, einen Kohlenstoffgehalt von 0,95 Gew.-% und einen pH von 4,8 auf. Die Menge an Silica, das am Druckstutzen der Membranpumpe 23 aufgefangen wurde, betrug 1,2 kg/Std., was auf einen herausgeflogenen Anteil von etwa 6% hinwies. Im Silica-Rückgewinnungsbehälter 24 wurde auf der Ausgangsseite des Wirbelschichtbehälters 9 Kondensation beobachtet.
  • Vergleichsbeispiel 1
  • Die in 2 dargestellte Vorrichtung wurde verwendet. Die Vorrichtung aus 2 umfasst Wirbelschichtbehälter 31 und 32, einen Nydrophobierungsmittelbehälter 33, einen temperierten Behälter 34, Wassertanks 35 und 37, Pumpen 36 und 38, einen Sackfilter 39, eine Heizvorrichtung 40 und einen Wärmeisolator 42. Andere Teile, die denselben Zwecken dienen wie in Beispiel 1, wurden mit denselben Bezugszahlen bezeichnet. Die Vorrichtung umfasst außerdem Thermometer T51, T52 und T53 und einen Differenzdruckmesser P51.
  • Etwa 3 kg/Std. Methyltrichlorsilan wurden mit Wasserstoff und Luft verbrannt, wodurch etwa 1,2 kg/Std. Silica erhalten wurden. Eine Hydrophobierung wurde bei einer Temperatur von 500°C, einer Dimethyldichlorsilan-Feedrate von 0,12 kg/Std., einer Wasser-Feedrate in den Wirbelschichtbehälter 31 von 0,03 kg/Std. und einer Wasser-Feedrate in den Wirbelschichtbehälter 32 von 1 Volumenteilen pro 100 Volumenteilen des Wirbelgases in den Wirbelschichtbehältern 31 und 32 durchgeführt. Die Strömungsgeschwindigkeit betrug etwa 2,7 cm/s. Das behandelte Silica wies eine spezifische Oberfläche von 115 m2/g, einen Kohlenstoffgehalt von 0,92 Gew.-% und einen pH von 4,5 auf. Die mittleren Temperaturen betrugen 110°C bei T51, 90°C bei T52 und 75°C bei T53. Die Ablesung des Differenzdruckmessers P51 am Sackfilter waren 0,7 kPa zu Beginn des Betriebs. Dieser Wert stieg jedoch auf 2,8 kPa, und so wurde der Betrieb nach insgesamt 40 Stunden beendet. Nach Beendigung des Betriebs fühlte sich der Filterstoff des Sackfilters ölig und klebrig an. An den Wänden der Leitungen bei T51 war kein Öl oder Gel abgelagert, aber bei T52 waren bedeutende Ablagerungen vorhanden.
  • Wie in den oben angeführten Beispielen demonstriert wurde, umfasst das Verfahren und die Vorrichtung gemäß vorliegender Erfindung die Verwendung eines Zyklons und eines Sackfilters, um Silica aufzufangen, das aus dem Wirbelschichtbehälter herausfliegt. Unter einfachen kontrollierten Bedingungen, welche das Halten dieser Vorrichtungen bei einer Temperatur von zumindest 100°C umfassen, können im Wesentlichen 100% des flüchtigen Silicas rückgewonnen werden, was zu einer erhöhten Ausbeute des Produkts und einer geringeren Belastung in Zusammenhang mit der Abgasbehandlung führt.
  • Obwohl einige bevorzugte Ausführungsformen beschrieben wurden, können im Lichte der obigen Lehren eine Vielzahl von Modifikationen und Variationen daran vorgenommen werden. Es versteht sich also, dass die Erfindung auch anders in die Praxis umgesetzt werden kann, als hierin speziell beschrieben wurde, ohne vom Schutzumfang der beiliegenden Ansprüche abzuweichen.

Claims (3)

  1. Verfahren zur Herstellung eines feinen hydrophoben Silicapulvers, umfassend die Schritte der Pyrolyse einer Silanverbindung, um ein feines Silicapulver zu bilden, und der Hydrophobierung des feinen Silicapulvers mit einem Organohalogensilan in einem Wirbelbettbehälter; worin das feine hydrophobierte Silicapulver, das aus dem Wirbelbettbehälter herausfliegt, mithilfe eines Zyklons und Beutelfilters, die auf einer Temperatur von 100 bis 500°C gehalten werden, aufgefangen wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, worin der Wirbelbettbehälter einen Hydrophobierungsabschnitt, in dem das feine Silicapulver hydrophobiert wird, und einen Entsäuerungsabschnitt, in dem nach der Hydrophobierung eine Entsäuerung durchgeführt wird, umfasst und worin die Entsäuerung im Entsäuerungsabschnitt durch Zusetzen von 0,1 bis 1 Vol-% Wasser zu einem Wirbelgas durchgeführt wird.
  3. Vorrichtung zur Herstellung eines feinen hydrophoben Silicapulvers, umfassend: ein Mittel zur Pyrolyse einer Silanverbindung, um feines Silicapulver zu bilden, ein Mittel zum Agglomerieren des feinen Silicapulvers, einen ersten Zyklon und einen ersten Filter zum Auffangen des agglomerierten feinen Silicapulvers, einen Wirbelbettbehälter mit einem Hydrophobierungsabschnitt zum Hydrophobieren des aufgefangenen feinen Silicapulvers und einen zweiten Zyklon und einen zweiten Filter zum Auffangen des feinen hydrophoben Silicapulvers, das aus dem Wirbelbettbehälter herausfliegt, wobei der zweite Zyklon und der zweite Filter jeweils auf einer Temperatur von 100 bis 500°C gehalten werden können.
DE60100977T 2000-08-31 2001-08-31 Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines feinen hydrophoben Kieselsäurepulvers Expired - Lifetime DE60100977T2 (de)

Applications Claiming Priority (2)

Application Number Priority Date Filing Date Title
JP2000262219 2000-08-31
JP2000262219A JP3685250B2 (ja) 2000-08-31 2000-08-31 疎水性二酸化珪素微粉末の製造方法及び製造装置

Publications (2)

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