-
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
-
1. GEBIET DER ERFINDUNG
-
Die vorliegende Erfindung betrifft
ein Verfahren zur Herstellung einer Photo-Orientierungsschicht bzw. Photo-Ausrichtungsschicht,
die in einer Flüssigkristall-Displayvorrichtung
verwendet wird, und sie betrifft insbesondere ein Verfahren zur
Herstellung einer Photo-Orientierungsschicht, die dazu imstande
ist, Flüssigkristallmoleküle durch
Belichtung zu orientieren bzw. auszurichten, ohne dass sie einer
Reibungsbehandlung unterworfen werden.
-
2. BESCHREIBUNG DES STANDS
DES TECHNIK
-
In Flüssigkristall-Displayvorrichtungen
wird der Zustand der molekularen Orientierung bzw. Ausrichtung der
Flüssigkristalle
durch Wirkung eines elektrischen Felds verändert und die die Veränderung
begleitende Veränderung
der optischen Eigenschaften wird für das Display verwertet. Im
Allgemeinen werden Flüssigkristalle
verwendet, während
sie in den Raum zwischen zwei Substraten zwischengelegt worden sind.
Um Flüssigkristallmoleküle in einer
speziellen Orientierung auszurichten, werden die Innenoberflächen der
Substrate einer Orientierungs- bzw. Ausrichtungsbehandlung unterworfen.
-
Die Orientierungs- bzw. Ausrichtungsbehandlung
wird gewöhnlich
durch eine Reibungsmethode durchgeführt, bei der eine Schicht,
hergestellt aus einem Polymeren, wie einem Polyimid, auf einem z.
B. aus Glas hergestellten Substrat gebildet wird und dann mit einem
Tuch in eine Richtung gerieben wird. Hierdurch werden die Flüssigkristallmoleküle, die
dem Substrat nahe sind, so orientiert bzw. ausgerichtet, dass ihre
Direktoren zu der Reibungsrichtung parallel ausgerichtet werden.
So sind beispielsweise in einer nematischen Twist(TN)-Zelle zwei
auf ihren inneren Oberflächen
mit einer Orientierungs- bzw. Ausrichtungsschicht beschichtete Substrate
zwischen zwei Polarisatoren, deren Polarisationsrichtungen zueinander
senkrecht sind, einander gegenüberliegend
angeordnet und die Substrate sind weiterhin so angeordnet, dass
ihre Reibungsrichtungen parallel zu der Polarisationsrichtung ihrer
angrenzenden Polarisatoren sind, wodurch es ermöglicht wird, ein Display zu
bilden, das aufgrund der Veränderungen
der Lichtdurchlässigkeit
arbeitet.
-
Obgleich das Reibungsverfahren den
Vorteil hat, dass die Herstellungsvorrichtung eine einfache Struktur
hat, ist nach der Orientierungs- bzw. Ausrichtungsbehandlung ein
Reinigungsverfahren erforderlich, da während des Herstellungsprozesses
sich Staub anlagern kann. Auch bei den derzeit in weitem Umfangs verwendeten
TFT-Flüssigkristallzellen
kann das zuvor auf dem Substrat abgeschiedene TFT durch statische Elektrizität zerstört werden,
die während
des Reibungsprozesses erzeugt wird, wodurch die Herstellungsausbeute
erniedrigt wird. Da in Flüssigkristall-Displayvorrichtungen
sich die Flüssigkristallmoleküle in bestimmter Richtung
orientieren bzw. ausrichten, treten Probleme auf, z. B. eine Abhängigkeit
vom Betrachtungswin kel, wobei die Farbe des Displays oder der Kontrast
entsprechend dem Betrachtugnswinkel variiert.
-
Als ein Verfahren zur Lösung dieses
Problems ist beispielsweise schon in der JP-OS Nr. Sho 62-159119
ein Mehr-Domänen-Verfahren
vorgeschlagen worden um verschiedene Neigungswinkel der Flüssigkristallmoleküle für verschiedene
Bereiche, erhalten durch Teilen jedes Pixel, zu erhalten, während gemäß der JP-OS
Sho 63-106624 ein Mehr-Domänen-Verfahren
vorgeschlagen worden ist um verschiedene Orientierungs- bzw. Ausrichtungsrichtungen
der Flüssigkristallmoleküle für verschiedene
Regionen, erhalten durch Teilen jedes Pixel, zu erhalten. Derartige
Mehr-Domänen
sind aber für
das Reibungs-Orientierungs- bzw. -Ausrichtungs-Verfahren wegen des erforderlichen komplizierten
Prozesses nicht geeignet.
-
Um diese Probleme zu lösen, sind
in neuerer Zeit Flüssigkristall-Orientierungs-
bzw. -Ausrichtungs-Kontrolltechniken von Interesse geworden, bei
denen kein Reiben angewendet wird. Als Nicht-Reibungs-Orientierungs-
bzw. -Ausrichtungs-Techniken sind z. B. ein Schräg-Verdampfungs-Verfahren, das LB(Langmuir
Blodgett)-Schichtverfahren, photolithographische Verfahren und Photo-Orientierungs-
bzw. -Ausrichtungs-Verfahren untersucht worden. Unter diesen Verfahren
ist das Photo-Orientierungs- bzw. -Ausrichtungs-Verfahren einfach,
bei dem eine Überzugsschicht,
gebildet auf einem Substrat, polarisiertem Licht ausgesetzt wird
um Flüssigkristall-Orientierungs-
bzw. -Ausrichtungseigenschaften zu ergeben. Das Photo- Orientierungs-
bzw. Photo-Ausrichtungs-Verfahren ist daher intensiv untersucht
worden. Als Photo-Orientierungs-Verfahren
sind ein Verfahren unter Anwendung der Photoisomerisierung einer
Photo-Orientierungs-Gruppierung (z. B. einer Azogruppe), die dazu
imstande ist, in organischen Molekülen eine Photo-Orientierungs-Funktion
durchzuführen,
ein Verfahren unter Verwendung einer Photodimerisierung einer Cinnamoylgruppe,
einer Cumaringruppe oder einer Chalcongruppe, ein Verfahren unter
Verwendung einer Photovernetzung einer Benzophenongruppe und ein
Verfahren unter Verwendung eines Photoabbaus eines Polyimidharzes
beschrieben worden.
-
Als Material für die Photo-Orientierungsschicht,
in der eine Photoisomerisierung, eine Photodimerisierung oder eine
Photovernetzung verwendet wird, wird ein polymeres Material, in
das eine Photo-Orientierungs-Gruppierung in die Seitenkette oder
die Hauptkette eingeführt
worden ist, oftmals dazu eingesetzt, eine gleichförmige Schicht
zu erhalten, wenn das Material auf ein Substrat, das beispielsweise
aus Glas besteht, aufgeschichtet wird. Es ist auch möglich, ein
Material, hergestellt unter Verwendung von Molekülen, mit einer Photo-Orientierungs-Eigenschaft als Gastmoleküle und ihre
Dispergierung in einer Wirtsverbindung, bestehend aus einer polymeren
Verbindung, zu verwenden.
-
So beschreibt z. B. die U.S.-PS Nr.
4,974,941 ein Photo-Orientierungs-Material, das Flüssigkristalle
in einer fixierten Richtung zu der Polarisationsrichtung orientieren
kann, indem ein dichroitischer Farbstoff mit einem Harz, wie einem
Polyimid, vermischt wird und das Gemisch mit polarisiertem Licht
belichtet wird. Jedoch ist dieses Photo-Orientierungs-Material mit
dem Problem behaftet, dass der durch das Belichten mit dem polarisierten
Licht erhaltene Ori entierungszustand sich leicht durch Aussetzen
an Licht mit unterschiedlichen Richtungen der Polarisation verändert, weil
das Photo-Orientierungs-Material eine cis-trans-Isomerisierung des
dichroitischen Farbstoffs, die reversibel ist, verwendet. Die in
der genannten U.S.-PS beschriebenen Photo-Orientierungsschicht ist
instabil und sie kann leicht ihren Orientierungszustand, sogar beim
Aussetzen an natürliches
Licht, verändern,
so dass sie für
praktische Verwendung in einer Flüssigkristall-Displayvorrichtung nicht
geeignet ist. Der dichroitische Farbstoff mit niedrigem Molekulargewicht,
der in der Photo-Orientierungsschicht enthalten ist, hat das Problem,
dass er allmählich
in den Flüssigkristall
hineindiffundiert und dass es daher sehr wahrscheinlich ist, dass
die Eigenschaften (z. B. das Spannungshaltungs-Verhältnis) der
Flüssigkristall-Displayvorrichtung
verschlechtert werden. Ein weiteres Problem besteht darin, dass
die Photo-Orientierungsschicht
die Flüssigkristall-Orientierungsfähigkeit
im Verlauf der Zeit verliert.
-
Die JP-OS Nr. Hei 8-328005 und die
U.S.-PS Nr. 6,001,277 beschreiben eine Flüssigkristall-Orientierungsschicht,
erhalten durch Belichten eines Films, hergestellt aus einem Harz
mit einer photoisomerisierbaren Struktureinheit, die einen Dichroismus
zeigt, mit polarisiertem Licht. D. h. ein Film, hergestellt aus
dem Harz, erhalten durch Aufschichten einer Lösung eines Harzes mit einer
Struktureinheit, die Dichroismus zeigt, auf ein Substrat, wird mit
polarisiertem Licht belichtet, wodurch eine Orientierung bewirkt
wird. Weiterhin wird der Zustand der Orientierung durch eine vernetzende
Gruppe des Harzes fixiert.
-
Eine Schicht mit einer Struktur,
der zufolge eine Struktureinheit, die einen Dichroismus zeigt, in
das Harz eingearbeitet worden ist, ist aber mit dem Problem behaftet,
dass diese Struktur die Reorientierung der dichroitischen Struktureinheit
durch polarisiertes Licht schwierig macht, so dass es schwierig
ist, genügende Orientierungseigenschaften
zu erhalten. Obgleich die oben beschriebenen Probleme bis zu einem
bestimmten Ausmaß hinsichtlich
der Schicht, hergestellt aus einem Harz mit einer Struktureinheit
in der Seitenkette, die Dichroismus zeigt, gelöst werden können, wird doch die Orientierungsrichtung
der Struktureinheit, die Dichroismus zeigt, nicht vollständig fixiert,
wodurch das Problem hervorgerufen wird, dass der Orientierungszustand der
Struktureinheit allmählich
durch Hitze und Licht verlorengeht, so dass die Flüssigkristall-Orientierungsfähigkeit
nicht über
lange Zeiträume
aufrechterhalten werden kann.
-
KURZE ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
-
Eine der vorliegenden Erfindung zugrundeliegende
Aufgabe besteht in der Bereitstellung einer Photo-Orientierungs-
bzw. -Ausrichtungsschicht mit ausgezeichneter Langzeitstabilität gegenüber Licht
und Hitze.
-
Zur Lösung der oben beschriebenen
Aufgabe stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung
einer Photo- Orientierungs- bzw. Photoausrichtungsschicht, umfassend
das Aufschichten eines Materials für die Photo-Orientierungsschicht,
das einen dichroitischen Farbstoff mit zwei oder mehreren polymerisierbaren
Gruppen pro Molekül
enthält,
auf ein Substrat, und das Aussetzen der Überzugsschicht an polarisiertes
Licht, wodurch eine Photo- Orientierungsschicht-
bzw. Photoausrichtungsfunktion verliehen wird, und das Polymerisieren
der polymerisierbaren Gruppen durch Erhitzen oder Belichten bereit.
-
Gemäß dem Verfahren zur Herstellung
einer Photo-Orientierungs- bzw. Photoausrichtungsschicht gemäß der vorliegenden
Erfindung ist es möglich
gemacht worden, eine Photo-Orientierungsschicht
bzw. -Ausrichtungsschicht zur Verfügung zu stellen, die eine ausgezeichnete
photochemische Langzeitstabilität
hat. Gemäß dem Verfahren
zur Herstellung einer Photo-Orientierungs-
bzw. Photoausrichtungsschicht gemäß der vorliegenden Erfindung
kann eine gleichförmige
und stabile Orientierungs- bzw. Ausrichtungsschicht gebildet werden,
da das Material für
die Photo-Orientierungsschicht bzw. -Ausrichtungsschicht auf das
Substrat aufgeschichtet wird, mit polarisiertem Licht belichtet
wird und dann thermisch gehärtet
oder photogehärtet
wird.
-
DETAILLIERTE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
-
Das Material für die Photo-Orientierungs-
bzw. Photoausrichtungsschicht, das bei dem erfindungsgemäßen Herstellungsverfahren
eingesetzt wird, enthält
einen dichroitischen Farbstoff mit zwei oder mehreren polymerisierbaren
Gruppen pro Molekül.
Bei dem dichroitischen Farbstoff mit zwei oder mehreren polymerisierbaren
Gruppen pro Molekül
bedeutet die Bezeichnung "dichroitischer
Farbstoff" einen
Farbstoff, bei dem die Lichtabsorptionsfähigkeit des Chromophors entsprechend
der Richtung eines elektrischen Vektors des polarisierten Lichts
variiert. Beispiele für
den dichroitischen Farbstoff sind Anthrachinon-, Azo-, Chinophthalonund
Perylen-Farbstoffe. Unter diesen Farbstoffen werden die Azo- und
Anthrachinon-Farbstoffe besonders bevorzugt, da sie gute Photo-Orientierungs-
bzw. -Ausrichtungseigenschaften durch Belichten mit polarisiertem Licht
zeigen. Vor der Einführung
der polymerisierbaren Gruppe kann der Azo- oder Anthrachinon-Farbstoff ohne
irgendwelche speziellen Beschränkungen
verwendet werden, sofern er als dichroitischer Farbstoff eingesetzt
werden kann.
-
Der erfindungsgemäß verwendete dichroitische
Farbstoff mit einer polymerisierbaren Gruppe kann leicht synthetisiert
werden, indem ein dichroitischer Farbstoff, der eine Hydroxylgruppe
hat, mit einer Carbonsäure,
die eine polymerisierbare Gruppe hat, einem Carbonsäurechlorid,
das eine polymerisierbare Gruppe hat, oder einem Carbonsäureanhydrid,
das eine polymerisierbare Gruppe hat, nach allgemein bekannten Verfahren
umgesetzt wird. Der dichroitische Farbstoff mit einer Hydroxylgruppe
kann leicht durch ein bekanntes Verfahren hergestellt werden.
-
Der dichroitische Farbstoff, der
zwei oder mehrere polymerisierbare Gruppen pro Molekül hat und
der gemäß der vorliegenden
Erfindung eingesetzt wird, kann leicht durch Aussetzen an Licht
oder Erhitzen polymerisiert werden, wodurch es ermöglicht wird,
die Moleküle
in der Photo-Orientierungsschicht bzw. -Ausrichtungsschicht zu fixieren,
die eine Anisotropie durch Aussetzen an polarisiertes Licht erhalten
hat, und die anisotropen Eigenschaften über einen langen Zeitraum beizubehalten.
Auf diese Weise kann daher eine stabile Flüssigkristall-Orientierungs- bzw.
-Ausrichtungsschicht erhalten werden.
-
Beispiele für die polymerisierbare Gruppe
schließen
eine (Meth)acryloylgruppe, eine (Meth)acryloyloxygruppe, eine (Meth)acrylamidgruppe,
eine Vinylgruppe, eine Vinyloxygruppe, eine Azidgruppe, eine Chlormethylgruppe
und eine Epoxygruppe ein. Unter diesen Gruppen werden eine (Meth)acryloylgruppe,
eine (Meth)acryloyloxygruppe, eine (Meth)acrylamidgruppe, eine Vinylgruppe
und eine Vinyloxygruppe bevorzugt, weil die Photopolymerisation
oder die thermische Polymerisation verhältnismäßig leicht durchgeführt werden kann,
wobei eine (Meth)acryloylgruppe, eine (Meth)acryloyloxygruppe und
eine (Meth)acrylamidgruppe mehr bevorzugt werden.
-
Diese polymerisierbaren Gruppen können mit
dem Azo- oder Anthrachinon-Farbstoff auf dem Wege über eine
Verbindungsgruppe, die eine Esterbindung, eine Etherbindung, eine
Imidbindung oder eine Amidbindung haben kann, wie eine Alkylengruppe
oder eine Phenylengruppe, kombiniert werden.
-
Beispiele für die Verbindungsgruppe schließen geradkettige
Alkylengruppen mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen, wie eine Methylengruppe,
eine Ethylengruppe, eine Trimethylengruppe, eine Tetramethylengruppe, eine
Pentamethylengruppe, eine Hexamethylengruppe, eine Heptamethylengruppe,
eine Octamethylengruppe, eine Nonamethylengruppe, eine Decamethylengruppe,
eine Undecamethylengruppe oder eine Dodecamethylengruppe ein; verzweigte
Alkylgruppen mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen, wie eine 1-Methylethylengruppe,
eine 1-Methyltrimethylengruppe,
eine 2-Methyltrimethylengruppe, eine 1-Methyltetramethylengruppe,
eine 2-Methyltetramethylengruppe, eine 1-Methylpentamethylengruppe,
eine 2-Methylpentamethylengruppe oder eine 3-Methylpentamethylengruppe;
und Alkoxyphenylengruppen mit einer geradkettigen oder verzweigten C1-18-Alkoxylgruppe, wie einer 2-Methoxy-1,4-phenylengruppe,
einer 3-Methoxy-1,4-phenylengruppe, einer 2-Ethoxy-1,4-phenylengruppe,
einer 3-Ethoxy-1,4-phenylengruppe
oder einer 2,3,5-Trimethoxy-1,4-phenylengruppe, ein.
-
Der dichroitische Farbstoff mit zwei
oder mehr polymerisierbaren Gruppen pro Molekül wird allein als Material
für die
Photo-Orientierungs- bzw. Photo-Ausrichtungsschicht verwendet und
er kann auch in Kombination mit einem polymeren Material, wie Polyvinylalkohol
oder einem Polyimiad, eingesetzt werden.
-
Unter den Azo-Farbstoffen mit zwei
oder mehreren polymerisierbaren Gruppen pro Molekül, die bei dem
Verfahren zur Herstellung einer Photo-Orientierungs- bzw. Photoausrichtungsschicht
gemäß der vorliegenden
Erfindung verwendet werden, werden Azo-Farbstoffe, angegeben durch
die allgemeine Formel (1), bevorzugt:
worin R
1 und
R
6 unabhängig
voneinander jeweils eine polymerisierbare Gruppe, ausgewählt aus
der Gruppe bestehend aus einer (Meth)acryloylgruppe, einer (Meth)acryloyloxygruppe,
einer (Meth)acrylamidgruppe, einer Vinylgruppe und einer Vinyloxygruppe,
bedeuten; X
1 und X
2 jeweils
unabhängig
voneinander (1) eine direkte Bindung, (2) eine Alkylen- oder eine
Phenylengruppe mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen oder (3) eine Linkergruppe
bedeuten, in der die Alkylengruppe und die Phenylengruppe (2) auf
dem Weg über
eine direkte Bindung eine Esterbindung, eine Etherbindung, eine
Imidbindung oder eine Amidbindung kombiniert sind; Y
1 für eine direkte
Bindung steht, wenn X
1 eine direkte Bindung
ist; Y
2 für eine direkte Bindung steht,
wenn X
2 eine direkte Bindung ist; Y
1 und Y
2 unabhängig voneinander
jeweils eine direkte Bindung, eine Esterbindung, eine Etherbindung,
eine Imidbindung oder eine Amidbindung bedeuten, wenn X
1 und
X
2 für
eine andere Linkergruppe als die direkte Bindung stehen; R
2, R
3, R
4 und
R
5 jeweils unabhängig voneinander Wasserstoff,
Halogen, eine Carboxylgruppe, eine Methylhalogenidgruppe, eine Methoxyhalogenidgruppe,
eine Cyanogruppe oder eine Hydroxylgruppe bedeuten; und M für Wasserstoff,
ein Alkalimetall oder NH
4 steht.
-
Unter den oben beschriebenen polymerisierbaren
Gruppen werden eine (Meth)acryloyloxygruppe und eine (Meth)acrylamidgruppe
als Gruppen R1 und R6 in
der allgemeinen Formel (1) bevorzugt.
-
Spezielle Beispiele für R2, R3, R4 und
R5 in der allgemeinen Formel (1) schließen Wasserstoff,
Halogene, wie Fluor, Chlor, Brom oder Iod; Carboxylgruppen; Methylhalogenidgruppen,
wie eine Fluormethylgruppe, eine Difluormethylgruppe, eine Trifluormethylgruppe
oder eine Chlormethylgruppe; Methoxyhalogenidgruppen, wie eine Fluormethoxygruppe,
eine Trifluormethoxygruppe oder eine Chlormethoxygruppe; eine Cyanogruppe;
und eine Hydroxylgruppe, ein. Unter diesen Gruppen werden Carboxylgruppen
und Trifluormethylgruppen besonders bevorzugt.
-
Beispiele für M in der allgemeinen Formel
(1) schließen
ein Wasserstoffatom; Alkalimetallatome, wie Lithium, Natrium oder
Kaliumatome; und NH4 ein. Unter diesen wird
das Natriumatom bevorzugt.
-
Der Azo-Farbstoff mit einer polymerisierbaren
Gruppe, der durch die allgemeine Formel (1) angegeben wird, kann
leicht nach folgendem Verfahren synthetisiert werden. D.h. ein Diazoniumsalz
wird durch eine Diazotierungsreaktion zwischen Benzidin-3,3'-disulfonsäure und
Natriumnitrit synthetisiert. Ein 4,4'-Bis(4-hydroxy-3-trifluormethylphenyl-1-azo)biphenyl-3,3'disulfonsäuredinatriumsalz
wird dadurch synthetisiert, dass o-Trifluormethylphenol mit einem
Diazoniumsalzgemisch zur Umsetzung gebracht wird. Der so erhaltene Azo-Farbstoff
mit einer Hydroxylgruppe wird mit einer Carbonsäure, die eine polymerisierbare
Gruppe hat, einem Carbonsäurechlorid,
das eine polymerisierbare Gruppe hat, oder einem Carbonsäureanhydrid,
das eine polymerisierbare Gruppe hat, durch ein bekanntes Verfahren
umgesetzt, wodurch ein Azo-Farbstoff
synthetisiert wird, der eine polymerisierbare Gruppe hat und der
durch die allgemeine Formel (1) angegeben wird.
-
Der Azo-Farbstoff mit einer polymerisierbaren
Gruppe, der durch die allgemeine Formel (1) angegeben wird, zeigt
eine hohe Löslichkeit
in Wasser oder einem polaren organischen Lösungsmittel und er zeigt eine
gute Affinität
gegenüber
einem Substrat, wie z. B. Glas, da er eine Sulfogruppe oder ein
Salz davon hat. Daher kann auf einem Substrat, wie Glas, eine Überzugsschicht
mit einer mechanischen Stabilität
und einer Langzeitstabilität
gebildet werden, indem lediglich das Material für die Photo-Orientierungsschicht
bzw. Photo-Ausrichtungsschicht, hergestellt durch Auflösen des
Azo-Farbstoffs mit einer polymerisierbaren Gruppe, angegeben durch
die allgemeine Formel (1), in Wasser oder einem polaren organischen
Lösungsmittel
auf das Substrat aufgeschichtet wird und das Wasser oder das polare
organische Lösungsmittel
entfernt wird.
-
Das Aussetzen der unpolymerisierten Überzugsschicht,
die aus dem Material für
die Photo-Orientierungsschicht, enthaltend einen Azo-Farbstoff mit
einer polymerisierbaren Gruppe, hergestellt worden ist und auf einem
Substrat, wie Glas, gebildet worden ist, an polarisiertes Licht,
regt selektiv eine Struktureinheit mit einem elektronischen Übergangsmoment
in der gleichen Richtung wie derjenigen eines elektrischen Vektors des
polarisierten Lichts an und reorientiert das elektronische Übergangsmoment
des Moleküls
so, dass es nicht mit der Richtung des elektrischen Vektors des
polarisierten Lichts zusammenfällt.
Daher wird in der Überzugsschicht
eine Anisotropie gebildet, wodurch es ermöglicht wird, dass die Überzugsschicht
eine Photo-Orientierungs- bzw. Photo-Ausrichtungsfunktion ausführt.
-
Da zwei polymerisierbare Gruppen
pro Molekül
vorhanden sind, wird der durch die allgemeine Formel (1) angegebene
Azo-Farbstoff leicht polymerisiert, wodurch es ermöglicht wird,
die Struktureinheit in der Überzugsschicht
zu fixieren, die eine Anisotropie durch Aussetzen an polarisiertes
Licht erhalten hat und die Anisotropie über einen langen Zeitraum beizubehalten.
Auf diese Weise kann eine stabile Flüssigkristall-Orientierungs-
bzw. -Ausrichtungsschicht erhalten werden.
-
Unter den Anthrachinon-Farbstoffen
mit mindestens zwei polymerisierbaren Gruppen pro Molekül, die bei
dem Verfahren zur Herstellung einer Photo-Orientierungs- bzw. Photoausrichtungsschicht
gemäß der vorliegenden
Erfindung eingesetzt werden, wird ein Anthrachinon-Farbstoff, angegeben
durch die allgemeine Formel (2), bevorzugt:
worin R
7,
R
8, R
9 und R
10 jeweils unabhängig voneinander für eine polymerisierbare
Gruppe, ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus einer (Meth)acryloylgruppe, einer
(Meth)acryloyloxygruppe, einer (Meth)acrylamidgruppe, einer Vinylgruppe
und einer Vinyloxygruppe, stehen; X
7, X
8, X
9 und X
10 jeweils unabhängig voneinander für eine direkte
Bindung, eine Alkylen gruppe oder eine Phenylengruppe stehen; Y
1, Y
8, Y
9 und
Y
10 für eine
direkte Bindung stehen, wenn X
7, X
8, X
9 und X
10 für
eine direkte Bindung stehen; Y
7, Y
8, Y
9 und Y
10 jeweils unabhängig voneinander für eine direkte
Bindung, eine Esterbindung, eine Etherbindung, eine Imidbindung oder
eine Amidbindung stehen, wenn X
7, X
8, X
9 und X
10 jeweils unabhängig voneinander für eine Alkylengruppe oder
eine Phenylengruppe stehen; m, n, p und q jeweils unabhängig voneinander
eine ganze Zahl von 0 bis 4 bedeuten, mit der Maßgabe, dass die Gesamtsumme
von m, n, p und q 2 bis 4 ist; R
11 und R
12 für
eine Gruppe, ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus einer Hydroxylgruppe, einer Nitrogruppe,
einer Sulfogruppe, einer Aminogruppe, einer Carboxylgruppe, einer
Mercaptogruppe und einer Carbamoylgruppe, stehen; und r und s jeweils
unabhängig
voneinander eine ganze Zahl von 0 bis 4 bedeuten, mit der Maßgabe, dass
die Gesamtsumme von r und s 0 bis 6 ist.
-
Unter den oben beschriebenen Gruppen
ist jede der R7-X7-Y7-, R8-X8-Y8-, R9-X9-Y9- und R10-X10-Y10-Gruppen vorzugsweise
eine (Meth)acryloylgruppe, eine (Meth)acryloyloxygruppe oder eine (Meth)acrylamidgruppe
und insbesondere bevorzugt eine (Meth)acryloyloxygruppe oder eine
(Meth)acrylamidgruppe.
-
Unter den durch die allgemeine Formel
(2) angegebenen Anthrachinon-Farbstoffen zeigt ein Farbstoff, der
eine Hydroxylgruppe, eine Nitrogruppe, eine Sulfogruppe, eine Aminogruppe,
eine Carboxylgruppe, eine Mercaptogruppe oder eine Carbamoylgruppe
hat, eine gute Löslichkeit
in Wasser oder einem polaren organischen Lösungsmittel. Unter den durch
die allgemeine Formel (2) angegebenen Anthrachinon-Farbstoffen wird ein
Farbstoff, bei dem R11 und R12 jeweils
für eine
Hydroxylgruppe, eine Sulfogruppe oder eine Carboxylgruppe stehen,
bevorzugt, weil seine Affinität
gegenüber
einem Substrat, wie Glas, verbessert ist und eine gleichförmige Überzugsschicht
erhalten werden kann. Weiterhin wird ein Farbstoff, bei dem R11 und R12 jeweils
für eine Hydroxylgruppe
oder eine Sulfogruppe stehen, besonders bevorzugt.
-
Der durch die allgemeine Formel (2)
angegebene Anthrachinon-Farbstoff kann leicht dadurch synthetisiert
werden, dass ein Anthrachinon-Farbstoff, der eine Hydroxylgruppe
oder eine Aminogruppe hat, mit einer Carbonsäure, die eine polymerisierbare
Gruppe hat, einem Carbonsäurechlorid,
das eine polymerisierbare Gruppe hat, oder einem Carbonsäureanhydrid,
das eine polymerisierbare Gruppe hat, nach einem bekannten Verfahren
umgesetzt wird. Der Anthrachinon-Farbstoff, der eine Hydroxylgruppe
oder eine Aminogruppe hat, kann auch leicht aus dem Anthrachinon-Farbstoff
durch ein bekanntes Verfahren synthetisiert werden.
-
Der durch die allgemeine Formel (2)
angegebene Anthrachinon-Farbstoff zeigt eine hohe Löslichkeit in
Wasser oder einem polaren organischen Lösungsmittel und er zeigt eine
gute Affinität
gegenüber
einem Substrat, wie Glas. Daher regt ähnlich dem Material für die Photo-Orientierungs- bzw.
Photoausrichtungsschicht, enthaltend einen Azo-Farbstoff der allgemeinen
Formel (1), das Aussetzen einer unpolymerisierten Überzugsschicht,
hergestellt aus dem Material für
die Photo-Orientierungs- bzw. Photo-Ausrichtungsschicht, enthaltend
einen Azo-Farbstoff
mit einer polymerisierbaren Gruppe, an polarisiertes Licht selektiv
die Struktureinheit an, die ein elektronisches Übergangsmoment in der gleichen
Richtung wie diejenige eines elektrischen Vektors des polymerisierten
Lichts hat, und reorientiert das elektronische Übergangsmoment des Moleküls in die
Richtung, die die Lichtabsorption verringert. Daher entsteht eine
Anisotropie in der Überzugsschicht,
wodurch es ermöglicht
wird, dass die Überzugsschicht
eine Photo-Orientierungs- bzw. Photoausrichtungsfunktion ausübt. Wegen
der polymerisierbaren Gruppe kann der Anthrachinon-Farbstoff leicht
durch Aussetzen an Licht oder durch Erhitzen polymerisiert werden,
wodurch es ermöglicht
wird, die Struktureinheit in der Überzugsschicht zu fixieren,
die eine Anisotropie durch Aussetzen an polarisiertes Licht erhalten
hat, und die Anisotropie über
einen langen Zeitraum beizubehalten, wodurch eine stabile Flüssigkristall-Orientierungs- bzw.
-Ausrichtungsschicht erhalten werden kann.
-
Das bei dem Herstellungsverfahren
verwendete Material für
die Photo-Orientierungsbzw. Photoausrichtungsschicht wird eingesetzt,
nachdem es in einem geeigneten Lösungsmittel
aufgelöst
worden ist. Beispiele für
Lösungsmittel,
die es ermöglichen,
dass das Material für
die Photo-Orientierungs- bzw. Photoausrichtungsschicht eine gute
Löslichkeit
zeigt, schließen,
jedoch ohne Begrenzung darauf, N-Methylpyrrolidon, Dimethylformamid,
Butylcellosolve, γ-Butyrolacton, Chlorbenzol,
Dimethylsulfoxid, Dimethylacetamid und Tetrahydrofuran ein. Unter
diesen Lösungsmitteln
werden N-Methylpyrrolidon, Butylcellosolve, γ-Butyrolacton und Dimethylformamid
besonders bevorzugt, weil die Aufschichtbarkeit der Lösung des
Materials für
die Photo-Orientierungs- bzw. Photoausrichtungsschicht auf das Substrat,
wie Glas, gut ist und eine gleichförmige Schicht erhalten werden
kann.
-
Die Photo-Orientierungs- bzw. Photoausrichtungsschicht
kann in der Weise hergestellt werden, dass die Lösung des Materials für die Photo-Orientierungs-
bzw. Photoausrichtungsschicht auf das Substrat durch ein Verfahren,
wie ein Spinnbeschichtungs- oder -druckverfahren aufgeschichtet
wird, die Überzugsschicht
getrocknet wird und ein Photo-Orientierungs-
bzw. Photo-Ausrichtungsvorgang durchgeführt wird und eine Polymerisation
der polymerisierbaren Gruppen durchgeführt wird.
-
Das erfindungsgemäß verwendete Substrat ist ein
Substrat, das herkömmlicherweise
in Flüssigkristall-Displayvorrichtungen
verwendet wird und das eine genügende
Hitzebeständigkeit
hat, dass es einem Erhitzen im Falle des Trocknens nach dem Aufschichten
der Orientierungs- bzw. Ausrichtungsschicht oder dem Verbinden beim
Zusammenstellen der Flüssigkristallvorrichtung
widersteht. Ein Glassubstrat kann ein derartiges Substrat sein.
-
Die hierin verwendete Bezeichnung "Photo-Orientierungs-
bzw. Photoausrichtungsvorgang" bedeutet einen
Vorgang, bei dem eine Photo-Orientierungs- bzw. Photo-Ausrichtungsfunktion
durch Aussetzen an polarisiertes Licht verliehen wird. Eine Wellenlänge, die
es ermöglicht,
dass der erfindungsgemäß verwendete dichroitische
Farbstoff eine Lichtabsorption hat, wird als Wellenlänge des
polarisierten Lichts ausgewählt.
Beispiele für
Licht mit einer solchen Wellenlänge
schließen
sichtbares und UV-Licht ein. Insbesondere wird UV-Licht mit einer
Wellenlänge
im Bereich von etwa 300 bis 400 nm bevorzugt. Beispiele für polarisiertes Licht, das
bei der Photo-Orientierung bzw. -Ausrichtung verwendet wird, schließen linear
polarisiertes Licht und elliptisch polarisiertes Licht und linear
polarisiertes Licht, erhalten durch Durchleiten von Licht von einer
UV-Lichtquelle, wie einer Xenonlampe, einer Hochdruckquecksilberlampe
oder einer Metallhalogenidlampe, durch ein polarisierendes Filter
oder ein polarisierendes Prisma ein, wobei beispielsweise ein polarisierendes Glan-Thompson-Prisma oder ein polarisierendes
Glan-Taylor-Prisma bevorzugt wird. Um einen Vorneigungswinkel des
Flüssigkristalls
zu erhalten, kann ein Verfahren des Aussetzens an polarisiertes
Licht in einer Schrägrichtung
zu dem Substrat und ein Verfahren des Aussetzens an nichtpolarisiertes
Licht in einer Schrägrichtung
nach Aussetzen an das polarisierte Licht angewendet werden.
-
Der Polymerisationsvorgang wird im
Allgemeinen aufgrund des Aussetzens an UV-Licht oder des Erhitzens nach dem Photo-Orientierungs-
bzw. -Ausrichtungsvorgang durchgeführt. Erforderlichenfalls kann auch
ein Polymerisationsinitiator zu dem Material für die Photo-Orientierungsschicht hinzugegeben werden.
-
Im Falle der Polymerisation aufgrund
des Aussetzens an Licht wird vorzugsweise ein Photopolymerisationsinitiator
als Polymerisationsinitiator eingesetzt. Als Photopolymerisationsinitiatoren
können
herkömmliche
verwendet werden. Beispiele hierfür schließen 2-Hydroxy-2-methyl-1-phenylpropan-1-on
("Darocure 1173", hergestellt von
Merck Co.), 1-Hydroxycyclohexylphenylketon ("Irgacure 184", hergestellt von Ciba-Geigy Corporation),
1-(4-Isopropylphenyl)-2-hydroxy-2-methylpropan-1-on
("Darocure 1116", hergestellt von
Merck Co.), 2-Methyl-1-[(methylthio)phenyl]-2-morpholinopropan-1
("Irgacure 907", hergestellt von
Ciba-Geigy Corporation), Benzyldimethylketal ("Irgacure 651", hergestellt von Ciba-Geigy Corporation),
ein Gemisch von 2,4-Diethyloxanthon ("Kayacure DETX", hergestellt von Nippon Kayaku Co.,
Ltd.) und Ethyl-p-dimethylaminobenzoat ("Kayacure EPA", hergestellt von Nippon Kayaku Co.,
Ltd.) und Acylphosphinoxid ("Lucirin
TPO", hergestellt
von der BASF Gesellschaft) und ein Gemisch von Isopropylthioxanthon
("Cantacure DETX", hergestellt von
Wordprekinsop Co.) und Ethyl-p-dimethylaminobenzoat ein.
-
Im Falle der Polymerisation aufgrund
von Erhitzen wird vorzugsweise ein thermischer Polymerisationsinitiator
als Polymerisationsinitiator eingesetzt. Als Photopolymerisationsinitiatoren
können
in herkömmlicher
Weise bekannte eingesetzt werden und Beispiele hierfür schließen Peroxide,
wie Benzoylperoxid, 2,4-Dichlorbenzoylperoxid, 1,1-Di-(tert.-butylperoxy)-3,3,5-trimethylcyclohexan,
n-Buty1-4,4'-di(tert.-butylperoxy)valerat
und Dicumylperoxid; Azo-Verbindungen,
wie 7-Azobisisobutyronitril; und Tetramethylthiuramdisulfid ein.
-
Wenn der Polymerisationsvorgang durch
Aussetzen an Licht durchgeführt
wird, dann wird es, um zu verhindern, dass der orientierte Zustand
des Materials für
die Photo-Orientierungs-
bzw. Photoausrichtungsschicht, der bereits erhalten worden ist,
wieder gestört
wird, bevorzugt, an Licht auszusetzen, das eine Wellenlänge hat,
die durch die Struktureinheit nicht absorbiert wird (diese Struktureinheit
entspricht einem Azobenzol-Skelett in dem Azo- Farbstoff oder einem Anthrachinon-Skelett
in dem Anthrachinon-Farbstoff), welche eine anisotrope Lichtabsorption
des dichroitischen Farbstoffs zeigt, d. h. an Licht auszusetzen,
das eine Wellenlänge
hat, die sich von derjenigen unterscheidet, die dazu imstande ist,
eine Fähigkeit
zur Flüssigkristall-Orientierung
zu verleihen. Speziell wird es bevorzugt, an nicht-polarisiertes
UV-Licht mit einer
Wellenlänge
in einem Bereich von 200 bis 320 nm auszusetzen. Wenn der Polymerisationsvorgang
durch Erhitzen durchgeführt
wird, dann wird das Substrat, das dem Photo-Orientierungsvorgang
durch Aufschichten des Materials für die Photo-Orientierungsschicht,
wie oben beschrieben, unterworfen worden ist, erhitzt. Die Erhitzungstemperatur
liegt vorzugsweise im Bereich von 100 bis 300°C, und mehr bevorzugt von 100
bis 200°C.
-
Eine Ausführungsform des Verfahrens zur
Herstellung einer Flüssigkristall-Displayvorrichtung
unter Verwendung der Photo-Orientierungsschicht, hergestellt durch
das Verfahren zur Herstellung einer Photo-Orientierungsschicht gemäß der vorliegenden
Erfindung wird entenstehend beschrieben. Eine Lösung eines Materials für die Photo-Orientierungsschicht
gemäß der vorliegenden
Erfindung wird auf jede Oberfläche
von zwei Glassubstraten, die mit transparenten ITO-Elektroden versehen
worden sind, aufgeschichtet und es wird getrocknet. Dann wird ein
Photo-Orientierungsvorgang und ein Polymerisationsvorgang durchgeführt um eine Photo-Orientierungsschicht
herzustellen. Die mit der Photo-Orientierungsschicht versehenen
Oberflächen werden
auf dem Wege über
ein Abstandsstück
gegenüber
so angeordnet, dass ihre Aussetzungsrichtungen an polarisiertes
Licht zueinander jeweils senkrecht sind und dann wird ein Flüssigkristall
zwischen den Raum eingespritzt. Eine polarisierende Platte wird
an die Außenseite
der so erhaltenen Flüssigkristallzelle
angeheftet, so dass die Orientierungsrichtung der Photo-Orientierungsschicht
mit der Richtung des durchgehenden polarisierenden Lichts in jedem
Substrat übereinstimmt,
so dass es ermöglicht
wird, eine Flüssigkristall-Displayvorrichtung
herzustellen.
-
Der erfindungsgemäß verwendete dichroitische
Farbstoff, der eine polymerisierbare Gruppe hat, hat das Merkmal,
dass er eine hohe Löslichkeit
in Wasser oder einem polaren organischen Lösungsmittel zeigt und dass
er eine gute Affinität
gegenüber
einem Glassubstrat oder einer transparenten Elektrode, hergestellt aus
einem Oxid, wie ITO zeigt. Daher kann eine stabile Überzugsschicht
erhalten werden, indem das erfindungsgemäß verwendete Material für die Photo-Orientierungs-
bzw. -Ausrichtungsschicht auf das Glassubstrat aufgeschichtet wird
und das Lösungsmittel
getrocknet wird. Ein Teil des Materials für die Photo-Orientierungsschicht
diffundiert nicht den Flüssigkristall
hinein, so dass es nicht sehr wahrscheinlich ist, dass die charakteristischen
Eigenschaften der Flüssigkristallvorrichtung
(z. B. die Fähigkeit
der Flüssigkristall-Orientierung bzw.
-Ausrichtung, das Spannungshalteverhältnis) verschlechtert werden.
Da das erfindungsgemäß verwendete
Material für
die Photo-Orientierungsschicht eine polymerisierbare Gruppe hat,
kann der orientierte bzw. ausgerichtete Zustand dadurch fixiert
werden, dass die Polymerisationsbehandlung nach dem Orientierungs- bzw.
Ausrichtungsvorgang durchgeführt
wird, wodurch es ermöglicht
wird, das Problem zu lösen,
dass eine herkömmliche
Photo-Orientierungsschicht gegenüber
Aussetzen an Licht instabil ist.
-
BEISPIELE
-
Die folgenden Synthesebeispiele,
Beispiele und Vergleichsbeispiele beschreiben weiterhin die vorliegende
Erfindung im Detail, jedoch ist die vorliegende Erfindung nicht
auf diese Beispiele beschränkt.
-
Synthesebeispiel 1
-
Eine wässrige Lösung von 0,28 g (0,004 mol)
Natriumnitrit wurde zu 0,69 g (0,002 mol) Benzidin-3,3'-disulfonsäure gegeben
und unter Rühren
des Gemisches wurden tropfenweise 3,0 ml (0,0024 mol) 3%ige Salzsäure hinzugegeben.
Dann wurde die Diazotisierungsreaktion durchgeführt. 10 ml einer wässrigen 5%igen
Natriumcarbonatlösung
wurden mit 0,65 g (0,004 mol) o-Trifluormethylphenol gemischt und
dann wurde unter Kühlen
des Gemisches in einem Eisbad und unter Rühren das nach dem oben beschriebenen
Verfahren erhaltene Diazoniumsalzgemisch allmählich tropfenweise hinzugegeben
und die Reaktion wurde 4 Stunden lang weitergeführt. Nach beendigter Reaktion
wurde der Niederschlag durch Filtration gesammelt und mit erhitztem
Chloroform und Aceton gewaschen, wodurch 0,75 g (Ausbeute: 51 %)
4,4'-Bis(4-hydroxy-3-trifluormethylphenyl-1-azo)biphenyl-3,3'-disulfonsäuredinatriumsalz
erhalten wurden. 0,22 g (0,0003 mol) des so erhaltenen Azo-Farbstoffs
wurden mit 10 ml Pyridin gemischt und danach wurde gerührt. Nach
der Zugabe von 0,063 g (0,0006 mol) Methacrylsäurechlorid zu dem Gemisch wurde
die Reaktion unter Rückfluss
3 Stunden lang weitergeführt.
Das Reaktionsprodukt wurde auf Raumtemperatur abgekühlt und
mit Ethanol versetzt. Danach wurde filtriert um einen Niederschlag
zu erhalten. Nachdem Ethanol weiterhin zu dem Reaktionsprodukt zugegeben
worden war, wurde die Lösung
durch Erhitzen zum Sieden erhitzt und erneut filtriert um einen
Niederschlag zu erhalten. Dieser wurde sofort in Luft getrocknet.
Als Ergebnis wurden 0,16 g (Ausbeute: 63%) einer Verbindung der
Formel (3) erhalten:
-
-
Synthesebeispiel 2
-
Eine wässrige Lösung von 0,28 g (0,004 mol)
Natriumnitrit wurde zu 0,69 g (0,002 mol) Benzidin-3,3'-disulfonsäure gegeben
und dann wurden tropfenweise unter Rühren des Gemisches 3 ml (0,0024
mol) 3%ige Salzsäure
zugesetzt. Dann wurde eine Diazotisierungsreaktion durchgeführt. 10
ml einer wässrigen 5%igen
Natriumcarbonatlösung
wurden mit 0,55 g (0,004 mol) 3-Hydroxybenzoesäure vermischt und dann wurde
unter Kühlen
des Gemisches in einem Eisbad und unter Rühren das nach dem oben beschriebenen Verfahren
hergestellte Diazoniumsalzgemisch allmählich tropfenweise zugesetzt
und die Reaktion wurde 4 Stunden lang durch geführt. Nach beendigter Reaktion
wurde der Niederschlag durch Filtration gesammelt und mit erhitztem
Chloroform und Aceton gewaschen, wodurch 0,77 g (Ausbeute: 56%)
4,4'-Bis(4-hydroxy-2-carboxyphenyl-1-azo)biphenyl-3,3'-disulfonsäuredinatriumsalz
erhalten wurden. 0,21 g (0,0003 mol) des so erhaltenen Azo-Farbstoffs
wurden mit 10 ml Pyridin gemischt und danach wurde gerührt. Nach
der Zugabe von 0,063 g (0,0006 mol) Methacrylsäurechlorid zu dem Gemisch wurde
die Reaktion unter Rückfluss
3 Stunden lang weitergeführt.
Das Reaktionsprodukt wurde auf Raumtemperatur abgekühlt und
danach wurde Ethanol hinzugegeben. Es wurde weiter filtriert um
einen Niederschlag zu erhalten. Nachdem weiterhin Ethanol zu dem Reaktionsprodukt
gegeben worden war, wurde die Lösung
durch Erhitzen zum Sieden gebracht und erneut filtriert um einen
Niederschlag zu erhalten, der sofort in Luft getrocknet wurde. Auf
diese Weise wurden 0,15 g (Ausbeute: 62%) einer Verbindung der Formel
(4) erhalten:
-
-
Synthesebeispiel 3
-
2,7 g (0,01 mol) 1,8-Dihydroxy-4,5-diaminoanthrachinon
und 6,27 g (0,06 mol) Methacrylsäurechlorid wurden
zu 30 ml Pyridin gegeben und die Reaktion wurde 30 Minuten lang
unter Rückfluss
weitergeführt.
Das Reaktionsprodukt wurde auf Raumtemperatur abgekühlt und
in 100 ml 5%ige verdünnte
Salzsäure
gegeben und dann wurde die Lösung
filtriert. Der resultierende Niederschlag wurde mit Wasser gewaschen
und dann getrocknet. Das so erhaltene Produkt wurde in Chloroform
aufgelöst
und dann durch Säulenchromatographie gereinigt,
wobei Kieselgel als stationäre
Phase und Chloroform als mobile Phase verwendet wurden. Auf diese Weise
wurden 2,8 g (Ausbeute: 53%) einer Verbindung der Formel (5) erhalten:
-
-
Synthesebeispiel 4
-
In der gleichen Weise wie im Synthesebeispiel
3, jedoch mit der Ausnahme, dass 2,5 g (0,01 mol) 1-Hydroxy-4,5-diaminoanthrachinon
und 3,76 g (0,036 mol) Methacrylsäuechlorid eingesetzt wurden,
wurden 1,99 g (Ausbeute: 42%) einer Verbindung der Formel (6) erhalten:
-
-
Synthesebeispiel 5
-
2,7 g (0,01 mol) 1,8-Dihydroxy-4,5-diaminoanthrachinon
und 2,6 g (0,025 mol) Methacrylsäurechlorid wurden
mit 20 ml Chlorbenzol vermischt und die Reaktion wurde 30 Minuten
lang unter Rückfluss
weitergeführt.
Das Reaktionsprodukt wurde auf 60°C
abgekühlt
und es wurden unter Rühren
30 ml Ethanol hinzugegeben. Das Gemisch wurde einmal zum Siedepunkt
erhitzt und dann auf 20°C
abgekühlt.
Der resultierende Niederschlag wurde durch Filtration gesammelt,
mit Ethanol gewaschen, in Chloroform aufgelöst und dann durch Säulenchromatographie
gereinigt, wobei Silicagel als stationäre Phase und Chloroform als
mobile Phase verwendet wurden. Auf diese Weise wurden 2,7 g (Ausbeute:
67%) einer Verbindung der Formel (7) erhalten:
-
-
Synthesebeispiel 6
-
0,22 g (0,0003 mol) 4,4'-Bis(4-hydroxy-3-trifluormethylphenyl-1-azo)biphenyl-3,3'disulfonsäuredinatriumsalz
wurden zu 10 ml Pyridin gegeben und dann wurde gerührt. Zu
der Lösung
wurden 0,19 g (0,0006 mol) p-(Acryloyl-n-hexyloxy)benzoesäurechlorid
und 0,005 g Hydrochinon gegeben und die Reaktion wurde 5 Stunden
lang unter Rühren
bei 60°C
weitergeführt.
Nach dem Abkühlen
des Reaktionsprodukts wurde der Niederschlag durch Filtration gesammelt,
mit 30 ml Ethanol gewaschen und dann in Luft getrocknet, wodurch
0,22 g (Ausbeute: 58%) einer Verbindung der Formel (8) erhalten
wurden:
-
-
Vergleichssynthesebeispiel
1
-
Eine wässrige Lösung von 0,28 g (0,004 mol)
Natriumnitrit wurde zu 0,69 g (0,002 mol) Benzidin-3,3'-disulfonsäure gegeben
und dann wurden tropfenweise 3,0 ml (0,0024 mol) 3%ige Salzsäure unter Rühren des
Gemisches zugesetzt. Dann wurde eine Diazotisierungsreaktion durchgeführt. 10
ml einer wässrigen
5%igen Natriumcarbonatlösung
wurden mit 0,65 g (0,004 mol) o-Trifluormethylphenol vermischt und
unter Kühlen
des Gemisches in einem Eisbad und unter Rühren wurde das nach dem oben
beschriebenen Verfahren erhaltene Diazoniumsalzgemisch allmählich tropfenweise
zugesetzt und die Reaktion wurde 4 Stunden lang durchgeführt. Nach
beendigter Reaktion wurde der Niederschlag durch Filtration gesammelt
und mit erhitztem Chloroform und Aceton gewaschen, wodurch 0,75
g (Ausbeute: 51%) einer Verbindung der Formel (9) erhalten wurden:
-
-
Vergleichssynthesebeispiel
2
-
8 g N-Methyl-2-pyrrolidon, 0,348
g 1-(2,4-Diaminophenoxy)-2-[4-(phenylazo)phenoxy]ethan und 0,198 g
4,4'-Diaminodiphenylmethan
wurden miteinander vermischt. Unter Kühlen des Gemisches in einem
Eisbad wurden 0,821 g Ethylenglykolbis(trimellitsäureanhydrid)
zu dem Gemisch in mehreren Portionen gegeben. Nach Beendigung der
tropfenweise erfolgenden Zugabe wurde die Reaktion unter Kühlen in
einem Eisbad weitergeführt,
wodurch eine Lösung
einer Polyamidsäure
erhalten wurde.
-
Beispiele 1 bis 8
-
Unter Verwendung der in den Synthesebeispielen
1 bis 6 erhaltenen Verbindungen als Materialien wurden Photo-Orientierungsschichten
bzw. Photo-Ausrichtungsschichten gebildet. Es wurden das Spannungshalteverhältnis und
die Dauerhaftigkeit bzw. Beständigkeit
bestimmt. Nachstehend sind die speziellen Test-Verfahrensweisen
angegeben.
-
Verfahren zur Herstellung
der Photo-Orientierungsschicht
-
a-1. Herstellung einer
Lösung
des Photo-Orientierungsmaterials (für die Photopolymerisation)
-
Zu jeweils 99 Gew.-Teilen der jeweiligen,
in den Synthesebeispielen und Vergleichssynthesebeispielen erhaltenen
Verbindungen wurde 1 Gew.-Teil eines Photopolymerisationsinitiators "Irgacure651" (hergestellt von
der Ciba-Geigy Gesellschaft) gegeben. Das Gemisch wurde in Dimethylformamid
aufgelöst,
wodurch eine Lösung
mit einem Gehalt an nicht-flüchtigen
Bestandteilen von 5 Gew.-% erhalten wurde, die durch ein Filter mit
einer Porengröße von 0,1
um filtriert wurde, wodurch eine Lösung eines Materials für eine Photo-Orientierungsschicht
erhalten wurde.
-
a-2. Herstellung einer
Lösung
eines Photo-Orientierungsmaterials bzw. Photo-Ausrichtungsmaterials (für die thermische
Polymerisation)
-
Jeweils zu 99 Gew.-Teilen der einzelnen,
in den Synthesebeispielen und Vergleichssynthesebeispielen erhaltenen
Verbindungen wurde 1 Gew.-Teil eines thermischen Polymerisationsinitiators "ABN-E" (hergestellt von
JAPAN HYDRAZINE COMPANY, INC.) gegeben und das Gemisch wurde in
Dimethylformamid aufgelöst,
wodurch eine Lösung
mit einem Gehalt an nicht-flüchtigen
Bestandteilen von 5 Gew.-% erhalten wurde, die mit einem Filter
mit einer Porengröße von 0,1
um filtriert wurde, wodurch eine Lösung eines Materials für eine Photo-Orientierungsschicht
erhalten wurde.
-
b. Bildung einer Photo-Orientierungs-
bzw. Photo-Ausrichtungsschicht
-
b-1. Photopolymerisationsverfahren
-
Die nach dem Verfahren von (a-1)
erhaltene Lösung
des Materials für
die Photo-Orientierungsschicht wurde
gleichförmig
auf ein Glassubstrat mit einer ITO-Elektrode unter Verwendung einer
Spinnbeschichtungseinrichtung aufgeschichtet und 15 Minuten lang
bei 100°C
getrocknet. Dann wurde die Oberfläche der Überzugsschicht linear polarisiertem
UV-Licht mit etwa
365 nm von einer Ultrahochdruckquecksilberlampe bei einer Gesamtenergie
von 30 J/cm2 und in einer zum Substrat senkrechten
Richtung ausgesetzt. Auf diese Weise wurde der Photo-Orientierungs-
bzw. Photo-Ausrichtungsvorgang durchgeführt. Dann wurde die gleiche
Oberfläche
nicht-polarisiertem UV-Licht mit etwa 313 nm von einer Ultrahochdruckquecksilberlampe
bei einer Gesamtenergie von 50 J/cm2 in
einer zum Substrat senkrechten Richtung ausgesetzt und hierdurch
der Polymerisationsvorgang des orientierten bzw. ausgerichteten Überzugsfilms
für die
Photo-Orientierungsschicht durchgeführt.
-
b-2. Thermisches Polymerisationsverfahren
-
Die nach dem Verfahren (a-2) erhaltene
Lösung
des Materials für
die Photo-Orientierungsschicht
wurde gleichförmig
auf ein Glassubstrat mit einer ITO-Elektrode unter Verwendung einer
Spinnbeschichtungseinrichtung aufgeschichtet, getrocknet und dann
15 Minuten lang bei 100°C
gehärtet.
Dann wurde die Oberfläche der Überzugsschicht
linear polarisiertem UV-Licht mit etwa 365 nm von einer Ultrahochdruckquecksilberlampe bei
einer Gesamtenergie von 30 J/cm2 und in
einer zum Substrat senkrechten Richtung ausgesetzt. Auf diese Weise
wurde der Photo-Orientierungs- bzw. Photo-Ausrichtungsvorgang durchgeführt. Dann
wurde das Glassubstrat in einem Ofen 1 Stunde lang auf 190°C erhitzt
und auf diese Weise wurde der Polymerisationsvorgang des Überzugsfilms
für die
Photo-Ausrichtungsschicht durchgeführt.
-
c. Bildung der Flüssigkristallzelle
-
Ein Epoxyklebstoff enthaltend Styrolperlen
mit einem Durchmesser von 8 um, wurde um die Peripherie eines der
Substrate, beschichtet mit der Photo-Orientierungsschicht, erhalten
in (b-1) oder (b-2), ausgenommen ein Loch für das Einspritzen des Flüssigkristalls,
beschichtet. Ein weiteres Substrat, das mit der Photo-Orientierungsschicht
beschichtet worden war, wurde auf das Substrat so aufgelegt, dass
die Orientierungsoberflächen
einander gegenüberlagen
und dass sich die Ebene der Polymerisation der belichteten Photo-Orientierungsschicht
auf einem Substrat in einem rechten Winkel zu demjenigen des anderen
Substrats befand. Dann wurde der Klebstoff 90 Minuten lang bei 150°C gehärtet. Die
Flüssigkristallzelle
wurde mit einem nematischen Flüssigkristall
(SCB) in einer isotropen Phase durch Einspritzen unter Vakuum durch
das Loch für
das Einspritzen des Flüssigkristalls
gefüllt.
Dann wurde das Loch für
das Einspritzen des Flüssigkristalls
mit einem Epoxyklebstoff verschlossen.
-
Methode der Bewertung
der Photo-Orientierungs- bzw. Photoausrichtungsschicht
-
A. Bewertung der Flüssigkristall-Ausrichtungs-
bzw -Orientierungseigenschaften
-
Bei der Bewertung der Flüssigkristall-Orientierungseigenschaften
wurde ein polarisierendes Mikroskop, ausgestattet mit einem Photomultiplikator,
in einem Quer-Nicol-Zustand verwendet. Der Output des Photomultiplikators
wurde so verringert, dass die Durchlässigkeit 0% betrug, wenn Licht
von einer Wolfram-Lampenquelle des polarisierten Mikroskops vollständig ausgesiebt
wurde, während
die Durchlässigkeit
als 100% gesetzt wurde, wenn keine Probe auf eine Probenhalterung
gebracht wurde. Nach der Anordnung der beim Verfahren (c) erhaltenen
Flüssigkristallzelle
in eine Richtung, in der die Durchlässigkeit im Zustand einer Nicht-Anregung
einer Spannung maximal war, wurde eine Spannung innerhalb eines
Bereiches von 0 bis 5 V angelegt und es wurde eine Ablenkung durchgeführt, wodurch
eine Spannungs-Durchlässigkeits(V-T)-Kurve erstellt
wurde. Die Flüssigkristall-Orientierungseigenschaften
wurden durch ein Kontrastverhältnis,
angegeben durch die folgende Gleichung, bewertet: Kontrastverhältnis =
Lichtdurchlässigkeit
nach Anwendung einer 4 V/Lichtdurchlässigkeit nach Anwendung von
0 V.
-
Alternativ wurden die Flüssigkristall-Orientierungseigenschaften
auch visuell bestimmt.
-
B. Messung des Spannungshalteverhältnisses
-
An die nach der Methode (c) erhaltene
Flüssigkristallzelle
wurde 64 Mikrosekunden lang eine Gleichstrom-Spannung von 5 V angelegt
und dann wurde ein Halteverhältnis
der Spannung nach dem Öffnen
von 16,6 Millisekunden gegenüber
der am Anfang angelegten Spannung gemessen.
-
C. Bewertung der Hitzedauerhaftigkeit
bzw. Hitzebeständigkeit
-
Nach 1000stündigem Erhitzen der nach der
Methode (c) erhaltenen Flüssigkristallzelle
auf 80°C
wurden die Orientierungseigenschaften bzw. Ausrichtungseigenschaften
hinsichtlich des Kontrastverhältnisses und
durch visuelle Beobachtung beurteilt. Es wurde die Hitzedauerhaftigkeit
bewertet.
-
D. Bewertung der Lichtdauerhaftigkeit
bzw. Lichtbeständigkeit
-
Nach dem Aussetzen der nach der Methode
(c) erhaltenen Flüssigkristallzelle
an linear polarisiertes UV-Licht von einer Ultrahochdruckquecksilberlampe
mit einer Gesamtenergie von 50 J/cm2 in
beliebiger Richtung wurden die Orientierungseigenschaften hinsichtlich
des Kon trastverhältnisses
und durch visuelle Beobachtung ermittelt. Es wurde die Lichtbeständigkeit
bewertet.
-
Vergleichsbeispiel 1
-
Die Verbindung der Formel (9), erhalten
im Vergleichssynthesebeispiel 1, wurde in Dimethylformamid aufgelöst, wodurch
eine Lösung
mit einem Gehalt an nicht-flüchtigen
Bestandteilen von 5 Gew.-% erhalten wurde. Diese wurde durch ein
Filter mit einer Porengröße von 0,1
um filtriert, wodurch eine Lösung
eines Materials für
eine Photo-Orientierungs- bzw. Photo-Ausrichtungsschicht erhalten wurde.
Unter Anwendung des gleichen Verfahrens zur Herstellung der Photo-Orientierungsschicht,
wie in den Beispielen 1 bis 8 gezeigt, mit der Ausnahme, dass der
Polymerisationsvorgang nicht durch Licht oder Hitze durchgeführt wurde,
wurde ein Aufschichten auf das Substrat und ein Aussetzen an linear
polarisiertes UV-Licht durchgeführt
um eine Photo-Orientierungsschicht herzustellen. Unter Verwendung
des resultierenden Substrats mit einer Photo-Orientierungsschicht
wurde eine Flüssigkristallzelle
nach dem in den Beispielen 1 bis 8 beschriebenen Verfahren hergestellt
und anschließend
bewertet.
-
Vergleichsbeispiel 2
-
Polyamidsäure, erhalten in Vergleichssynthesebeispiel
2, wurde in Dimethylformamid aufgelöst, wodurch eine Lösung erhalten
wurde, die einen Gehalt an nicht-flüchtigen Bestandteilen von 5
Gew.-% hatte. Sie wurde durch ein Filter mit einer Porengröße von 0,1
um filtriert, wodurch eine Lösung
eines Materials für
eine Photo-Orientierungsschicht erhalten wurde. Die resultierende
Lösung
wurde auf ein Glassubstrat mit einer ITO-Elektrode unter Verwendung
einer Spinnbeschichtungseinrichtung aufgeschichtet und 1 Minute
lang bei 70°C
getrocknet um eine Harzschicht zu bilden. Die Oberfläche der
resultierenden Überzugsschicht
wurde linear polarisiertem UV-Licht mit etwa 365 nm von einer Ultrahochdruckquecksilberlampe
mit einer Gesamtenergie von 30 J/cm2 ausgesetzt
und hierdurch wurde der Photo-Orientierungsvorgang durchgeführt. Unter
Verwendung des resultierenden Substrats mit der Photo-Orientierungsschicht
wurde eine Flüssigkristallzelle
nach dem in den Beispielen 1 bis 8 beschriebenen Verfahren hergestellt
und dann bewertet.
-
Bewertungsergebnisse
-
Die Bewertungsergebnisse der Flüssigkristall-Orientierungs-
bzw. -Ausrichtungseigenschaften, des Spannungshalteverhältnisses
und der Dauerhaftigkeit sind in Tabelle 1 und Tabelle 2 zusammengestellt.
Die Ergebnisse der visuellen Bewertung sind in Tabelle 1 gezeigt,
während
die Ergebnisse der Bewertung durch das Kontrastverhältnis in
Tabelle 2 gezeigt sind. Bei der visuellen Bewertung wurden Proben,
die eine gute Orientierung bzw. gute Ausrichtung in einer unidirektionalen
Richtung zeigten, mit der Bewertung "0" versehen, während Proben,
bei denen Defekte auftraten oder bei denen die Orientierungsrichtung
entsprechend des Ortes variierte, mit der Bewertung "X" versehen. Je größer der Wert des Kontrastverhältnisses
ist, desto besser sind die Orientierungseigenschaften.
-
-