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Gebiet der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft im Allgemeinen Mittel und Verfahren
für die
Diagnose und Behandlung des phänotypischen
Spektrums ebenso wie der überlappenden
klinischen Charakteristika bei mehreren Formen der vererbten abnormen
Expression und/oder Funktion des menschlichen Pregnan X-Rezeptor (hPXR)-Gens.
Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung ein Polynucleotid
eines molekular varianten hPXR-Gens, wie es in SEQ ID NO: 112, 113
oder 174 gezeigt ist, das zum Beispiel mit einer abnormen Reaktion
auf Arzneistoffe oder einer individuellen Prädisposition auf mehrere allgemeine
Krebsarten assoziiert ist, die von Umweltkarzinogenen verursacht
werden, und Vektoren, die solche Polynucleotide umfassen. Darüber hinaus
betrifft die vorliegende Erfindung Wirtszellen, die solche Polynucleotide
oder Vektoren enthalten, und ihre Verwendung für die Produktion eines varianten
hPXR-Proteins. Außerdem
betrifft die vorliegende Offenbarung ein variantes hPXR-Protein
und sie beschreibt Antikörper,
die ein solches Protein spezifisch erkennen. Die vorliegende Erfindung
betrifft auch transgene nicht-menschliche
Tiere, die die vorstehend beschriebenen Polynucleotide oder Vektoren
enthalten. Darüber
hinaus betrifft die vorliegende Erfindung Verfahren für die Identifikation
und Gewinnung von Arzneistoffkandidaten und Inhibitoren für die Therapie
von Störungen,
die mit der Fehlfunktion des hPXR-Gens zusammenhängen. Die vorliegende Erfindung
betrifft weiterhin pharmazeutische und diagnostische Zusammensetzungen,
die die vorstehend beschriebenen Polynucleotide, Vektoren, Wirtszellen
oder Proteine enthalten. Die besagten Zusammensetzungen sind insbesondere
bei der Diagnose und Behandlung von verschiedenen Krankheiten mit Arzneistoffen
von Nutzen, die Substrate, Inhibitoren oder Modulatoren des hPXR-Gens oder ihres Produkts
sind. Im Text dieser Beschreibung werden mehrere Dokumente zitiert.
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Hintergrund der Erfindung
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Die
Mitglieder der Cytochrom P-450 (CYP)-Familie der Hämoproteine
metabolisieren eine große
Vielzahl von endogenen Substraten wie Steroidhormone und Xenobiotika
einschließlich
Karzinogenen, Toxinen und Arzneistoffen (1, 2). Von den menschlichen
CYP-Proteinen sind die der CYP3A-Unterfamilie von größerer Bedeutung,
weil sie gemeinsam bei weitem die häufigsten aller menschlichen
CYP-Isoformen sind.
Darüber hinaus
ist ihre Substratspezifität
extrem breit; dementsprechend sind viele strukturell verschiedene
Verbindungen ausschließlich
oder in gewissem Ausmaß Substrate
für die
CYP3A-Proteine. Auf der Grundlage der verfügbaren Ergebnisse nimmt man
im Allgemeinen an, dass alle CYP3A-Isoformen ähnliche Substratspektren haben;
beschränkte
Untersuchungen legen jedoch die Möglichkeit von Unterschieden
nahe (3). Alle CYP3A-Isoformen sind in Organen von besonderer Bedeutung
für die
Arzneistoffdisposition lokalisiert (Verdauungstrakt, Niere und Leber).
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In
Menschen existieren mindestens drei funktionelle CYP3A-Proteine.
Die CYP3A4-Monooxygenase ist das vorherrschende Cytochrom P450 in
menschlicher Leber und im Dünndarm.
Das Protein zeigt eine breite Substratspezifität und es metabolisiert mehr
als 60% aller Arzneistoffe, die gegenwärtig in Verwendung sind, einschließlich kontrazeptiver
Steroide, Antidepressiva, Benzodiazepine, immunsuppressiver Mittel,
Imidazol-Antimikotika und Macrolid-Antibiotika (4, 5). Außerdem spielt
CYP3A4 eine wichtige Rolle beim Schutz vor Umweltgiften. Zum Beispiel
metabolisiert das Protein Aflatoxin B1, das beim Entstehen von Leberkrebs
eine Rolle spielt, der in vielen Gebieten von Afrika und Asien eine
Hauptursache von frühem
Tod ist. Aflatoxin B1 ist ein Mycotoxin, das von Arten von Aspergillus
produziert wird, und das Einwirken auf den Menschen ist hauptsächlich das
Resultat des Verzehrs von gelagerten Lebensmitteln, die mit dem
Schimmel kontaminiert sind. Die karzinogene Eigenschaft ist mit
der Umwandlung zu dem 8,9-Oxid durch das von Cytochrom P-450 abhängige Monooxygenase-System
der Leber assoziiert. Forrester et al. (6) haben gefunden, dass
die Rate der metabolischen Aktivierung von Aflatoxin B1 hoch korreliert
war mit dem Spiegel von Proteinen der CYP3A-Genfamilien in den Mikrosomen.
Darüber
hinaus haben Paolini et al. (7) einen signifikanten Anstieg an CYP3A
in der Lunge von Ratten gefunden, die mit hohen Dosen an beta-Carotin
behandelt wurden. Folglich wurde vorgeschlagen, dass entsprechend
hohe Spiegel an CYP3A4 in Menschen eine Prädisposition eines Individuums
für Krebsrisiko
durch biologisch aktivierte Tabakrauch-Prokarzinogene bedeuten würden, womit der
co-karzinogene Effekt
von beta-Carotin bei Rauchern erklärt wäre. All dies legt nahe, dass
individuelle Variationen bei der CYP3A4-Aktivität die Wirksamkeit einer Reihe
von Arzneistofftherapien beeinflussen könnten, ebenso wie die individuelle
Prädisposition
für mehrere
wichtige Krebsarten, die von Umweltkarzinogenen verursacht werden.
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In
der Bevölkerung
wurde in der Tat eine beträchtliche
Variation beim Gehalt und der katalytischen Aktivität von CYP3A4
beschrieben. Zum Beispiel zeigt die metabolische Clearance von Gensubstraten
eine unimodale Verteilung mit bis zu 20-facher Variabilität zwischen Individuen. Die
Aktivitäten
des CYP3A4-Proteins in Leberbiopsien variieren bis zu 30-fach (8).
Darüber
hinaus verändern
viele gewöhnliche
Arzneistoffe die Expressionsspiegel des Gens (Induktion oder Repression)
und das Ausmaß dieses
Phänomens
ist individuell variabel. Die Induzierer der CYP3A4-Expression umfassen üblicherweise
verwendete Arzneimittel wie Glucocorticoiddexamethason, das Antibiotikum
Rifampicin und das Antimycoticum Clotrimazol. Die Induzierbarkeit
der CYP3A4-Expression, kombiniert mit verschiedenen Bereichen von
Substraten, schafft ein Potential für potentiell schädliche Arzneistoffwechselwirkungen
unter Einschluss dieses Isoenzyms in Patienten, die Therapien mit
mehreren Arzneistoffen durchlaufen.
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CYP3A3
ist eine eng verwandte mit Isoform von CYP3A4 (> mehr als 98% Sequenzähnlichkeit der cDNA), es ist
aber nicht bekannt, ob dies ein separates Genprodukt reflektiert
oder eine allelische Variante. Im Gegensatz dazu ist CYP3A5 ein
von CYP3A4 verschiedenes Gen und es wird polymorph in der Erwachsenenleber
und der fötalen
Leber und in der Niere und dem Darm exprimiert. Bei erwachsenen Kaukasiern
wurden die mRNA und das Protein in der Leber von 10 bis 30% der
Proben nachgewiesen, während
das Protein in der Niere und dem Darm von 70% der Individuen (Ref
(9) und Referenzen dort) nachgewiesen wurde. Eine Punktmutation,
die im CYP3A5-Gen beschrieben wird und die möglicherweise in der Synthese
eines instabilen Proteins resultiert, könnte für die polymorphe Expression
dieses Enzyms verantwortlich sein (9). CYP3A7 ist die dritte funktionelle
CYP3A-Isoform. CYP3A7 wurde ursprünglich aus einer fötalen Leber
isoliert, wurde dann aber in 54% der Leber von Erwachsenen gefunden
(10).
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Tests
zur Abschätzung
der Induzierbarkeit und der Aktivität der CYP3A-Isoenzyme in einem einzelnen Patienten
wären von
offensichtlicher Relevanz für
die Optimierung von Therapien mit Arzneistoffen, die ihre Substrate
sind, und für
die Verhinderung der assoziierten Nebenwirkungen. Die direkte Abschätzung der
Aktivitäten
von CYP3A-Isoenzymen in Leberbiopsien ist möglich, aber aus ethischen und
Kostengründen
nicht praktikabel. Die indirekten in vivo-Tests der CYP3A4-Aktivität wie der
Erythromycin-Atemtest oder der 6-β-Hydroxycortisol-Test
werfen ethische Probleme auf, wie die invasive Verabreichung von
unerwünschten
Probensubstanzen, und sie sind offensichtlich nicht geeignet für die Routinetestung.
Außerdem
stellt das Fehlen einer Korrelation zwischen diesen Tests ihren
Informationswert hinsichtlich der CYP3A4-Aktivität in Frage (11).
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Ein
großer
Teil (83%) der Variabilität
von CYP3A4 zwischen Individuen wurde genetischen Faktoren zugeordnet
(12). Die Erarbeitung eines genetischen Tests für die Aktivität von CYP3A4
und der anderen CYP3A-Isoenzyme sollte unter der Annahme der vorherigen
Identifikation dieser Faktoren möglich
sein. Die genetische Varianz, die die Aktivität und die Expression der CYP3A-Isoenzyme
beeinflußt,
könnte
in den Genen selbst lokalisiert sein oder in einem oder mehreren
ihrer Regulatoren. Ein Vergleich der drei ursprünglich publizierten Sequenzen
des am besten charakterisierten CYP3A-Gens, CYP3A4, legte die Existenz
von Polymorphismen nahe, die die Aminosäuresequenz des CYP3A4-Proteins
beeinflussen (13). Unglücklicherweise wurde
diese Beobachtung nach unserem Wissen in der Bevölkerung nicht bestätigt. Kürzlich wurde
in dem Nifedipinspezifischen Response-Element des CYP3A4 ein Polymorphismus
(CYP3A4-W) beschrieben (14). Seine Anwesenheit ist mit einem fortgeschrittenen
Stadium von Prostatatumor (14) assoziiert. Felix et al. (15) untersuchten
diesen Polymorphismus in 99 de novo- und 30 mit einer Behandlung
zusammenhängenden
Leukämien.
Bei allen mit einer Behandlung zusammenhängenden Fällen gab es vorher eine Begegnung
mit einem oder mehreren Krebsmitteln, die von CYP3A metabolisiert
werden, wie Epipodophyllotoxinen. Diese Daten legen nahe, dass Individuen
mit dem CYP3A4-W-Polymorphismus ein erhöhtes Risiko für mit einer
Behandlung zusammenhängender
Leukämie
haben könnten
und dass der Epipodophyllotoxin-Metabolismus
durch CYP3A4 zu dem sekundären
Krebsrisiko beitragen könnte.
Zur Zeit ist es unklar, ob der Polymorphismus die Expressionshöhe oder
die induzierbarkeit des CYP3A4-Proteins beeinflusst. Eine zuerst
publizierte Analyse legt nahe, dass er keinen Effekt auf den Grundexpressionsspiegel
von CYP3A4 hat (8). In CYP3A5 (9) wurde eine Punktmutation beschrieben,
während
in CYP3A7 keine Mutationen beschrieben wurden.
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Experimente
mit Aminosäureaustäuschen,
die künstlich
in das CYP3A4-Gen eingebracht worden waren, zeigen, dass die Funktion
der Familienmitglieder ziemlich sensitiv gegenüber Aminosäureaustäuschen sein können (16–21). Neben
Aminosäureaustäuschen könnten auch
stille Polymorphismen und diejenigen, die in nicht translatierten
oder intronischen Sequenzen lokalisiert sind, das Expressionsniveau
dieser Gene beeinflussen. Alternativ könnten solche Polymorphismen
als Marker für
nicht identifizierte Polymorphismen in der Nähe dienen. Dieser Effekt ist
als Kopplung bekannt, d. h. definierte Polymorphismen dienen als
Marker für Phänotypen,
deren Ursache sie nicht sind.
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Ein
wichtiger Durchbruch beim Verständnis
der CYP3A4-Expression und – Induzierbarkeit
entstand 1998, als drei Forschungsgruppen unabhängig zeigten, dass die Expression
von CYP3A4 durch ein Mitglied der Orphan Nuclear Receptor-Familie
mit dem Namen hPXR (Pregnan X-Rezeptor) oder PAR reguliert wird (22–24). Bei
Behandlung mit Induktoren von CYP3A4 bindet hPXR an das Rifampicin/Dexamethason-Response-Element
im CYP3A4-Promotor als ein Heterodimer mit dem 9-cis Retinsäure-Rezeptor
(RXR). Die Northern-Blot-Analyse wies die stärkste Expression von hPXR in
der Leber, dem Colon und dem Dünndarm nach,
d. h. in den Hauptorganen, die CYP3A4 exprimieren. Die verfügbaren Befunde
legen nahe, dass menschliches hPXR als der entscheidende Transkriptionsregulator
des CYP3A4-Gens dient. Ein kürzlicher Bericht
beschreibt die von hPXR vermittelte Induktion von CYP3A7, was nahe
legt, dass alle Mitglieder der Familie von diesem allgemeinen Transkriptionsaktivator
reguliert werden (25).
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Es
ist klar, dass natürlicherweise
vorkommende Mutationen in hPXR, wenn sie existieren, Effekte auf den
Arzneistoffmetabolismus und die Wirksamkeit von Therapien mit Arzneistoffen
haben können,
insbesondere bei der Krebsbehandlung. Es ist jedoch unbekannt, wie
viele solche Varianten und mit welcher Häufigkeit und an welchen Positionen
im menschlichen hPXR-Gen existieren.
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Dementsprechend
waren Mittel und Verfahren für
die Diagnose und Behandlung einer Vielzahl von Formen von individueller
Arzneistoffunverträglichkeit
und Arzneistoffwirkungslosigkeit, die von Polymorphismen des hPXR-Gens
resultieren, die z. B. mit der chemotherapeutischen Behandlung von
Krankheiten, insbesondere Krebs, interferieren, bisher nicht verfügbar, aber
dennoch höchst
erwünscht.
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Das
technische Problem der vorliegenden Erfindung ist somit die Lösung des
vorstehend beschriebenen Bedarfs.
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Die
Lösung
des technischen Problems wird durch die Bereitstellung der Ausführungsformen
erreicht, die in den Ansprüchen
gekennzeichnet sind.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung basiert auf dem Auffinden von neuen, bislang
unbekannten Variationen in der Nucleotidsequenz des hPXR-Gens und
der Verteilung dieser Allele in der Bevölkerung. Auf der Basis des Wissens über diese
neuen Sequenzen wurden diagnostische Tests und die Reagenzien für solche
Tests für den
spezifischen Nachweis und die Genotypisierung von hPXR-Allelen in
Menschen geplant, einschließlich homozygoter
als auch heterozygoter, häufiger
ebenso wie seltener Allele des hPXR-Gens. Die Bestimmung des Status
der Allele des hPXR-Gens von Menschen mit solchen Tests ist von
Nutzen für
die Optimierung von Therapien mit den zahlreichen Substraten von
CYP3A4 und CYP3A7. Sie kann auch bei der Bestimmung der individuellen
Prädisposition
für mehrere übliche,
von Umweltkarzinogenen verursachten Krebsarten von Nutzen sein.
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Bei
einer ersten Ausführungsform
stellt die Erfindung Polynucleotide eines molekular varianten hPXR-Gens
bereit, wie sie in SEQ ID NO: 112, 113 oder 174 gezeigt sind, und
Polynucleotide, die ein Polypeptid codieren, das die Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 175 hat, und Ausführungsformen,
die sich darauf beziehen, wie Vektoren, Wirtszellen, variante hPXR-Proteine
und Verfahren für
ihre Produktion.
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Bei
einer anderen Ausführungsform
stellt die Erfindung Verfahren für
die Identifikation von Inhibitoren von hPXR für die Therapie von Störungen bereit,
die sich auf eine erworbene Arzneistoffhyposensitivität oder Arzneistoffhypersensitivität beziehen,
ebenso wie Verfahren für
die Diagnose von Krebs, der auf den besagten molekularen Varianten
beruht.
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Bei
einer weiteren Ausführungsform
stellt die Erfindung pharmazeutische und diagnostische Zusammensetzungen
bereit, die die vorstehend beschriebenen Polynucleotide enthalten,
Vektoren, die dieselben enthalten, Wirtszellen, die dieselben enthalten,
oder Proteine.
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Die
pharmazeutischen und diagnostischen Zusammensetzungen, die Verfahren
und Verwendungen der Erfindung sind von Nutzen bei der Diagnose
und Behandlung von Krebsarten, deren Therapie abhängig ist
von einer Arzneistoffbehandlung und einer Arzneistofftoleranz. Die
neue variante Form des hPXR-Gens gemäß der Erfindung stellt das
Potential für
die Entwicklung eines phamakodynamischen Profils eines Arzneistoffs
für einen
vorgegebenen Patienten bereit.
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Beschreibung der Erfindung
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Das
Auffinden und die Charakterisierung von Variationen in den hPXR-Genen,
und diagnostische Tests für
die Unterscheidung von unterschiedlichen hPXR-Allelen in menschlichen
Individuen stellen ein sehr wirkungsvolles Werkzeug für die Verbesserung
der Therapie von Krankheiten mit Arzneistoffen bereit, die das Ziel
der Genprodukte von CYP3A4 oder CYP3A7 sind und deren Metabolismus
daher von CYP3A4 oder CYP3A7 abhängig
ist. Die Diagnose des individuellen allelischen hPXR-Status erlaubt
eine stärker
fokussierte Therapie, z. B. durch Eröffnung der Möglichkeit
der Anwendung eines individuellen Dosierungsschemas von Arzneistoffen.
Sie kann auch als prognostisches Werkzeug für das Ergebnis einer Therapie
von Nutzen sein. Darüber
hinaus werden die diagnostischen Tests für die Genotypisierung von hPXR
und neue hPXR-Varianten nicht nur die Therapie mit etablierten Arzneistoffen
verbessern und dabei helfen, Genotypen mit Arzneistoffaktivität und Nebenwirkungen
zu korrelieren. Diese Tests und Sequenzen stellen auch Reagenzien
für die
Entwicklung von neuen Inhibitoren bereit, die spezifisch die Aktivität der individuellen
Typen von hPXR modulieren.
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Somit
stellt die vorliegende Offenbarung einen neuen Weg zur Ausnutzung
der Molekularbiologie und der pharmakologischen Forschung für die Arzneistofftherapie
bereit, wobei die potentiell schädlichen
Effekte der Expression von varianten hPXR-Genen umgangen werden.
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Dem
entsprechend betrifft die Erfindung ein Polynucleotid, das ausgewählt ist
aus der Gruppe, bestehend aus:
- (a) einem Polynucleotid,
das die Nucleinsäuresequenz
von SEQ ID NO: 112, 113 oder 174 hat;
- (b) einem Polynucleotid, das ein Polypeptid codiert, das die
Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 175 hat
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Das
Polynucleotid der vorliegenden Erfindung kann auch wie folgt charakterisiert
werden:
- (c) ein Polynucleotid, das ein hPXR-Polypeptid
codiert, wobei das besagte Polynucleotid an einer Position, die
der Position 488 des hPXR-Gens (Zugangs-Nr: gi3769538, wobei das
C der CTG-Translations-Initiationsstelle
an der Position 280 als +1 nummeriert wurde) entspricht, ein G hat;
oder
- (d) ein Polynucleotid, das ein hPXR-Polypeptid codiert, wobei
das besagte Polypeptid eine Aminosäuresubstitution von D zu G
an der Position 163 des hPXR-Polypeptids (Zugangs-Nr: gi3769538)
enthält.
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Weitere
Polynucleotide, die Variationen in hPXR-Genen haben und die hier
offenbart werden, werden in der SEQ ID NO: 56, 57, 60, 61, 64, 65,
68, 69, 72, 73, 76, 77, 80, 81, 84, 85, 88, 89, 92, 93, 96, 97,
100, 101, 104, 105, 108, 109, 116, 117, 120, 121, 124, 125, 128,
129, 132, 133, 136, 137, 140, 141, 144, 145, 148, 149, 152, 153,
156, 157, 160, 161, 164, 165, 166, 168, 170, 172, 174 oder 176 gezeigt.
Diese weiteren Polynucleotide sind dadurch gekennzeichnet, dass
sie an einer Position, die der Position –201, –131, 52, 106, 418, 834, 1108,
1308 oder 1320 des hPXR-Gens entspricht (Zugangs-Nr: gi3769538,
wobei das C der CTG-Translations-Initiationsstelle
an der Position 280 als +1 nummeriert wurde), oder an einer Position,
die der Position +99 von Intron 6 des hPXR-Gens entspricht (Zugangs-Nr:
gi3769538, wobei Exon 6 an der Position 1216 endet), oder an einer
Position, die der Position +43 von Intron 8 des hPXR-Gens entspricht
(Zugangs-Nr: gi3769538, wobei Exon 8 an der Position 1439 endet),
ein A haben, an einer Position, die der Position –57, 79, 315,
543, 696 oder 984 des hPXR-Gens entspricht (Zugangs-Nr: gi3769538,
wobei das C der CTG-Translations-Initiationsstelle an der Position
280 als +1 nummeriert wurde), oder an einer Position, die der Position –29 von
Intron 2 des hPXR-Gens entspricht (Zugangs-Nr: gi3769538, wobei
Exon 3 an der Position 477 startet), an einer Position, die der
Position –17
von Intron 6 des hPXR-Gens entspricht (Zugangs-Nr: gi3769538, wobei Exon 7 an der Position
1217 startet), oder an einer Position, die der Position +36 von
Intron 7 des hPXR-Gens entspricht (Zugangs-Nr: gi3769538, wobei
Exon 7 an der Position 1333 endet), ein T haben, an einer Position, die
der Position –20
des hPXR-Gens entspricht (Zugangs-Nr: gi3769536, wobei das A am
Startcodon ATG an der Position 60 als +1 nummeriert wurde), eine
Deletion haben, an einer Position, die der Position –42, 225 oder
492 des hPXR-Gens entspricht (Zugangs-Nr: gi3769538, wobei das C
der CTG-Translations-Initiationsstelle an der Position 280 als +1
nummeriert wurde), ein C haben oder an einer Position, die der Position –100 des
hPXR-Gens entspricht (Zugangs-Nr: gi3769536, wobei das A am Startcodon
ATG an der Position 60 als +1 nummeriert wurde), an einer Position,
die der Position +72 von Intron 3 des hPXR-Gens entspricht (Zugangs-Nr:
gi3769538, wobei Exon 3 an der Position 610 endet), oder an einer
Position, die der Position –73 von
Intron 6 des hPXR-Gens entspricht (Zugangs-Nr: gi3769538, wobei
Exon 7 an der Position 1217 startet), ein G haben.
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Weitere
Polypeptide, die von Variationen in hPXR-Genen resultieren, die
hier offenbart werden, sind in SEQ ID NO: 167, 169, 171, 173 oder
177 gezeigt. Diese weiteren Polypeptide sind dadurch gekennzeichnet, dass
sie eine Aminosäuresubstitution
von E zu K an Position 18, von P zu S an Position 27, von G zu R
an Position 36, von V zu M an Position 140 oder von A zu T an Position
370 des hPXR-Gens (Zugangs-Nr: gi3769538) haben.
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Im
Kontext der vorliegenden Erfindung bedeutet der Ausdruck "molekular variantes" hPXR-Gen oder -Protein,
wie er hier verwendet wird, dass das besagte hPXR-Gen oder -Protein
sich vom Wildtyp-hPXR-Gen oder -Protein durch Nucleotidsubstitution(en),
-addition(en) und/oder -deletion(en) unterscheidet (cDNA-Sequenzen für das hPXR-Gen
in Bertilsson, Proc Natl Acad Sci USA 95 (1998), 12208–13; Lehmann.
J Clin Invest. 102 (1998), 1016–23;
Zugangsnummern: AF061056 (gi3511137), AF084645 (gi376938), AF084644 (gi376936),
AJ009936 (gi5852062), AJ009937 (gi5852066). Die Nummerierung der
Polymorphismen bezieht sich auf die Sequenzen gi3769536 für die Varianten,
die der Position –100
oder –20
des hPXRGens (Zugangs-Nr: gi3769536, wobei das A am Startcodon ATG
an der Position 60 als +1 nummeriert wurde) entsprechen, oder gi3769538
für alle
anderen Varianten des hPXR-Gens. Vorzugsweise resultiert/resultieren
die Nucleotidsubstitution(en) in einer entsprechenden Veränderung
in der Aminosäuresequenz
des hPXR-Proteins.
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Der
Ausdruck "entsprechend", wie er hier verwendet
wird, bedeutet, dass eine Position nicht nur durch die Zahl der
vorhergehenden Nucleotide bzw. Aminosäuren bestimmt wird. Die Position
eines gegebenen Nucleotids oder einer gegebenen Aminosäure gemäß der vorliegenden
Erfindung, die deletiert, substituiert sein kann oder ein oder mehrere
zusätzliche
Nucleotide umfassen kann, kann wegen Deletionen oder zusätzlicher Nucleotide
oder Aminosäuren
woanders in dem Gen oder Polypeptid variieren. Somit ist unter einer "entsprechenden Position" gemäß der vorliegenden
Erfindung zu verstehen, dass Nucleotide oder Aminosäuren bei der
angegebenen Nummer differieren können,
aber immer noch ähnliche
benachbarte Nucleotide oder Aminosäuren haben können. Die
Nucleotide oder Aminosäuren,
die ausgetauscht oder deletiert werden können oder zusätzliche
Nucleotide oder Aminosäuren
umfassen können,
werden ebenfalls von dem Ausdruck "entsprechende Position" umfasst. Die Nucleotide
oder Aminosäuren
können
zum Beispiel mit ihren Nachbarn Sequenzen bilden, die in die Regulation
der Genexpression, die Stabilität
der entsprechenden RNA oder das RNA-Editing involviert sein können, ebenso
wie sie funktionelle Domänen
oder Motive des Proteins der Erfindung codieren können.
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Die
Nomenklatur der Varianten, die Einzelnucleotid-Polymorphismen (SNPs)
umfassen, sind in der Spalte zwei von Tabelle 4 aufgelistet, basierend
auf Antonarakis und der Nomenclature Working Group (Antonarakis,
Hum Mutat 11 (1998), 1–3).
Als Translations-Initiationsstelle wird das CTG mit dem C an Position
280 der cDNA (gi 3769538) als +1 nummeriert. Das Nucleotid 5' von +1 wird als –1 nummeriert.
SNPs, die in Introns lokalisiert sind, werden durch die Zahl an
Nucleotiden stromaufwärts
(+) oder stromabwärts
(–) der
Nucleotidposition des ersten oder letzten Nucleotids eines Exons
bezeichnet. SNPs, die in Exon 1b oder Intron 1b liegen, werden durch
die Zahlen bezeichnet, die sich auf das A(+) des Start-ATG beziehen,
das bei der Position 60 der vorstehend erwähnten Nomenklatur wäre, die
die Zugangs-Nr: gi3769536 hat.
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Es
sollte weiterhin verstanden werden, dass ein Nucleotid benachbart
zu einer Position, wo ein Exon endet oder startet, wie vorstehend
angegeben, ein Intron startet oder endet. Eine Sequenz, die den Übergang Exon
zu Intron oder Intron zu Exon umfasst, wird hier nachstehend auch
als Exon-Intron-Grenze bezeichnet. Üblicherweise wird für alle Exons
und/oder Introns eine fortlaufende Nummerierung angewendet. Vorzugsweise
folgt Intron 1 auf Exon 1, folgt Intron 2 auf Exon 2 und so weiter
und so fort. In Fällen,
bei denen alternative Exons verwendet werden können, können die alternativ verwendeten
Exons durch Buchstaben bezeichnet werden. Somit können zwei
alternativ verwendete "Exons
1" als Exon 1a und
Exon 1b bezeichnet werden. Im Falle von Exon 1a folgt Intron 1a
auf Exon 1a und Intron 1b folgt auf Exon 1b.
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Gemäß der vorliegenden
Offenbarung wurde die Art und die Verteilung von neuen, bisher nicht
identifizierten genetischen Variationen im hPXR-Gen in der Bevölkerung
durch Sequenzanalyse der relevanten Regionen des menschlichen hPXR-Gens
von vielen verschiedenen Individuen analysiert. Es ist eine wohl
bekannte Tatsache, dass die genomische DNA von Individuen, die die
individuelle genetische Zusammenstellung von allen Genen beherbergen,
einschließlich
hPXR, leicht aus individuellen Blutproben gereinigt werden kann. Diese
individuellen DNA-Proben
werden dann für
die Analyse der Sequenzzusammensetzung der hPXR-Genallele verwendet, die in dem Individuum
vorhanden sind, das die Blutprobe zur Verfügung stellte. Die Sequenzanalyse
wurde durch PCR-Amplifikation der relevanten Regionen des hPXR-Gens,
die anschließende
Reinigung der PCR-Produkte,
gefolgt von automatisierter DNA-Sequenzierung mit etablierten Verfahren
(ABI-dye terminator cycle sequencing) durchgeführt.
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Ein
wichtiger Parameter, der bei dem Versuch der Bestimmung der individuellen
hPXR-Genotypen und der Identifizierung von neuen hPXR-Varianten
durch direkte DNA-Sequenzierung von PCR-Produkten von genomischer
DNA von menschlichem Blut zu berücksichtigen
war, ist die Tatsache, dass jeder Mensch zwei Genkopien (üblicherweise
mit sehr wenigen anormalen Ausnahmen) von jedem autosomalen Gen
beherbergt (Diploidie). Deswegen musste bei der Bewertung der Sequenzen
große
Sorgfalt angewendet werden, um in der Lage zu sein, eindeutig nicht
nur homozygote Sequenzvariationen zu identifizieren, sondern auch
heterozygote Variationen. Die Details der verschiedenen Schritte
bei der Identifikation und Charakterisierung der neuen hPXR-Genpolymorphismen
(homozygot und heterozygot) werden in den nachstehenden Beispielen
beschrieben.
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Die
im hPXR-Gen nachgewiesenen Mutationen sind in Tabelle 4, Tabelle
5 und 4 dargestellt. Die Verfahren
der Mutationsanalyse folgten Standardprotokollen und sind im Detail
in den Beispielen beschrieben. Im Allgemeinen umfassen solche Verfahren,
die gemäß der vorliegenden
Erfindung für
die Bewertung des phänotypischen
Spektrums ebenso wie der überlappenden klinischen
Charakteristika mit anderen Formen der Arzneistoffmetabolisierung
und der veränderten
Toleranz gegenüber
Arzneistoffen in Patienten mit Mutationen im hPXR-Gen verwendet
werden können,
zum Beispiel die Haplotyp-Analyse, die Einzelstrang-Konformationspolymorphismus-Analyse
(SSCA), PCR und die direkte Sequenzierung. Auf der Basis der sorgfältigen klinischen
Charakterisierung von vielen Patienten können die Phänotypen dann mit diesen Mutationen
korreliert werden, ebenso wie mit Mutationen, die früher beschrieben
wurden.
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Wie
für den
Durchschnittsfachmann auf dem Fachgebiet offensichtlich ist, kann
dieses neue molekulargenetische Wissen jetzt für die exakte genotypische Charakterisierung
des indizierten Patienten und seiner Familie verwendet werden, wenn
ein verabreichter Arzneistoff eine ungewöhnliche Wirkung hat.
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In
den letzten 20 Jahren wurde die genetische Heterogenität in wachsendem
Maße als
eine signifikante Quelle bei variierender Reaktion auf Arzneistoffe
erkannt. Viele wissenschaftliche Mitteilungen (Meyer, Ann. Rev.
Pharmacol. Toxicol. 37 (1997), 269–296 und West, J. Clin. Pharmacol.
37 (1997), 635–648)
haben eindeutig gezeigt, dass einige Arzneistoffe in einigen Patienten
besser als in anderen wirken oder sogar hoch toxisch sein können und
dass diese Variationen bei der Reaktion des Patienten auf Arzneistoffe
auf einer molekularen Basis beruhen. Diese "pharmakogenomische" Konzept erkennt Korrelationen zwischen
Reaktionen auf Arzneistoffe und genetischen Profilen von Patienten
(Marshall, Nature Biotechnology, 15 (1997), 954–957; Marshall, Nature Biotechnology,
15 (1997), 1249–1252).
-
In
diesem Kontext der Variabilität
der Bevölkerung
hinsichtlich Arzneistofftherapie wurde die Pharmakogenomik als ein
nützliches
Werkzeug bei der Identifikation und Selektion von Patienten vorgeschlagen,
die auf einen speziellen Arzneistoff ohne Nebenwirkungen reagieren
können.
Diese Identifikation/Selektion kann zum Beispiel auf der molekularen
Diagnose von genetischen Polymorphismen durch Genotypisierung von DNA
von Leukocyten im Blut von Patienten und der Charakterisierung einer
Krankheit beruhen (Bertz, Clin. Pharmacokinet. 32 (1997), 210–256; Engel,
J. Chromatogra. B. Biomed. Appl. 678 (1996), 93–103). Für die Bereitsteller von Gesundheitsvorsorge
wie die Organisationen zur Erhaltung der Gesundheit in den USA und die
staatlichen öffentlichen
Gesundheitsdienste in vielen europäischen Ländern kann dieser pharmakogenomische
Weg einen Weg zur Verbesserung der Gesundheitsvorsorge und zur Reduzierung
von allgemeinen Unkosten bedeuten, weil es hohe Kosten für überflüssige Therapien,
unwirksame Arzneistoffe und Arzneistoffe mit Nebenwirkungen gibt.
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Die
hier offenbarten Mutationen in dem varianten hPXR-Gen resultieren
manchmal in Aminosäuredeletion(en),
-insertion(en) und insbesondere – substitution(en), entweder
allein oder in Kombination. Es ist natürlich auch möglich, solche
Mutationen in Wildtypgenen oder anderen mutierten Formen gentechnisch
zu erzeugen. Verfahren für
die Einführung
solcher Modifikationen in die DNA-Sequenz des hPXR-Gens sind dem Durchschnittsfachmann
auf dem Fachgebiet wohl bekannt; vgl. z. B. Sambrook, Molecular
Cloning A Laboratory Manual, Cold Spring Harbor Laboratory (1989)
N. Y.
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Für die Untersuchung
der Natur der Veränderungen
bei der Aminosäuresequenz
des hPXR-Proteins können
Computerprogramme wie BRASMOL verwendet werden, die im Internet
erhältlich
sind. Darüber
hinaus können
Faltungssimulationen und Computerneuplanung von Strukturmotiven
unter Verwendung von anderen geeigneten Computerprogrammen durchgeführt werden
(Olszewski, Proteins 25 (1996) 286–299; Hoffman, Comput. Appl.
Biosci. 11 (1995), 675–679).
Computer können
auch für
die Konformationsanalyse und die energetische Analyse von detaillierten
Proteinmodellen verwendet werden (Monge, J. Mol. Biol. 247 (1995), 995–1012; Renouf,
Adv. Exp. Med. Biol. 376 (1995), 37–45). Diese Analysen können für die Identifikation
des Einflusses einer speziellen Mutation auf die Funktion des hPXR-Proteins
verwendet werden.
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Üblicherweise
beruht eine Aminosäuredeletion,
-addition oder -substitution in der Aminosäuresequenz des Proteins, das
von den hier offenbarten Polynucleotiden codiert wird, auf einer
oder mehrerer Nucleotidsubstitutionen, -insertionen oder -deletionen
oder jeder Kombination daraus.
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Das
Polynucleotid der Erfindung kann weiterhin mindestens eine andere
Nucleotid- und ggf. Aminosäuredeletion,
-addition und/oder -substitution als die hier spezifizierten enthalten,
zum Beispiel diejenigen, die im Stand der Technik beschrieben sind;
vgl., (13). Diese Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung erlaubt die Untersuchung von synergistischen
Effekten der Mutationen im hPXR-Gen auf das pharmakologische Profil von
Arzneistoffen in Patienten, die solche mutierten Formen des Gens
oder ähnlich
mutierte Formen tragen, die von den vorstehend beschriebenen Proteinen
nachgeahmt werden können.
Es wird erwartet, dass die Analyse der synergistischen Effekte einen
tieferen Einblick in arzneistofftolerante oder -sensitive Phänotypen
gewisser Formen von Krebs und anderer Krankheiten gewährt. Von
dem tieferen Einblick wird die Entwicklung von diagnostischen und
pharmazeutischen Zusammensetzungen in Bezug auf Krebs stark profitieren.
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Somit
offenbart die vorliegende Erfindung Polynucleotide des molekular
varianten hPXR-Gens, wobei die Nucleotiddeletion, -addition und/oder
-substitution in einer veränderten
Expression des varianten hPXR-Gens resultiert, im Vergleich mit
dem entsprechenden Wildtypgen.
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Das
Polynucleotid der Erfindung kann z. B. DNA, cDNA, genomische DNA,
RNA oder synthetisch produzierte DNA oder RNA oder ein rekombinant
produziertes chimäres
Nucleinsäuremolekül sein,
das eines dieser Polynucleotide umfasst, entweder allein oder in
Kombination. Vorzugsweise ist das Polynucleotid Teil eines Vektors,
insbesondere Plasmide, Cosmide, Viren und Bakteriophagen, die üblicherweise
in der Gentechnik verwendet werden und die ein Polynucleotid der
Erfindung umfassen. Solche Vektoren können weitere Gene wie Markergene
enthalten, die unter geeigneten Bedingungen die Selektion des Vektors
in einer geeigneten Wirtszelle erlauben.
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Bei
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
des Vektors der Erfindung ist das Polynucleotid der Erfindung funktionell
mit Expressionskontrollsequenzen verknüpft, die die Expression in
prokaryontischen oder eukaryontischen Zellen erlauben. Die Expression
des Polynucleotids umfasst die Transkription des Polynucleotids,
vorzugsweise in eine translatierbare mRNA. Regulatorische Elemente,
die die Expression in eukaryontischen Zellen erlauben, vorzugsweise
Säugerzellen,
sind dem Durchschnittsfachmann auf dem Fachgebiet wohl bekannt.
Sie umfassen üblicherweise
regulatorische Sequenzen, die die Initiation der Transkription sicherstellen,
und ggf. poly-A-Signale, die die Termination der Transkription und
die Stabilisierung des Transkripts sicherstellen. Zusätzliche
regulatorische Elemente können
transkriptionale ebenso wie translationale Enhancer umfassen. Mögliche regulatorische
Elemente, die die Expression in prokaryontischen Wirtszellen erlauben,
umfassen z. B. den lac-, trp- oder tac-Promotor in E. coli, und
Beispiele für
regulatorische Elemente, die die Expression in eukaryontischen Wirtszellen
erlauben, sind der AOX1- oder GAL1-Promotor in Hefe oder der CMV-,
SV40-, RSV-Promotor (Rous-Sarcom-Virus), der CMV-Enhancer, der SV40-Enhancer
oder ein Globin-Intron in Säugerzellen
und anderen tierisch Zellen. Neben Elementen, die für die Initiation
der Transkription verantwortlich sind, können solche regulatorischen
Elemente stromabwärts
von dem Polynucleotid auch Transkriptionsterminationssignale enthalten,
wie die SV40-poly-A-Stelle oder die tk-poly-A-Stelle. In diesem Kontext sind
geeignete Expressionsvektoren im Stand der Technik bekannt, wie
der Okayama-Berg-cDNA-Expressionsvektor pcDV1 (Pharmacia), pCDM8,
pRc/CMV, pcDNA1, pcDNA3 (Invitrogen), pSPORT1 (GIBCO BRL). Vorzugsweise
ist der Vektor ein Expressionsvektor und/oder ein Gentransfer- oder Targeting-Vektor.
Expressionsvektoren, die von Viren wie Retroviren, Vacciniavirus,
Adeno-assoziiertem Virus, Herpesviren oder Rinder-Papillomvirus
abgeleitet sind, können
für die
Verabreichnung der Polynucleotide oder des Vektors der Erfindung
in Zielzellpopulationen verwendet werden. Verfahren, die dem Durchschnittsfachmann
auf dem Fachgebiet wohl bekannt sind, können verwendet werden, um rekombinante
virale Vektoren zu konstruieren; vgl. zum Beispiel die Verfahren,
die in Sambrook, Molecular Cloning A Laborstory Manual, Cold Spring
Harbor Laborstory (1989) N. Y., und Ausubel, Current Protocols in
Molecular Biology, Green Publishing Associates and Wiley Interscience,
N. Y. (1994), beschrieben sind. Alternativ können die Polynucleotide und
Vektoren der Erfindung für
die Verabreichung an Zielzellen in Liposomen eingebaut werden.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft weiterhin Wirtszellen, die mit einem
Polynucleotid oder Vektor der Erfindung transformiert wurden. Die
Wirtszelle kann eine prokaryontische oder eine eukaryontische Zelle
sein; vgl. vorstehend. Das Polynucleotid oder der Vektor der Erfindung,
das oder der in der Wirtszelle vorhanden ist, kann entweder ins
Genom der Wirtszelle integriert sein oder es/er kann extrachromosomal
aufrechterhalten werden. In diesem Zusammenhang sollte auch verstanden
werden, dass das rekombinante DNA-Molekül der Erfindung für "Gen-Targeting" und/oder für "Genersatz" für die Wiederherstellung
eines mutierten Gens oder für
die Erzeugung eines mutierten Gens über homologe Rekombination
verwendet werden kann; vgl. zum Beispiel Mouellic, Proc. Natl. Acad.
Sci. USA, 87 (1990), 4712–4716;
Joyner, Gene Targeting, A Practical Approach, Oxford University
Press.
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Die
Wirtszelle kann jede prokaryontische oder eukaryontische Zelle sein,
wie eine Bakterien-, Insekten-, Pilz-, Pflanzenzelle, tierische
oder menschliche Zelle. Bevorzugte Pilzzellen sind zum Beispiel
diejenigen der Gattung Saccharomyces, insbesondere diejenigen der
Art S. cerevisiae. Der Ausdruck "prokaryontisch" ist so gedacht,
dass er alle Bakterien umfasst, die mit einem Polynucleotid für die Expression
eines varianten hPXR-Proteins oder eines Fragmentes davon transformiert
oder transfiziert werden können.
Prokaryontische Wirte können
Gram-negative ebenso
wie Gram-positive Bakterien umfassen, wie zum Beispiel E. coli,
S. typhimurium, Serratia marcescens und Bacillus subtilis. Ein Polynucleotid,
das eine mutierte Form eines varianten hPXR-Proteins codiert, kann
verwendet werden, um den Wirt unter Verwendung jeder Technik, die
dem Durchschnittsfachmann auf dem Fachgebiet üblicherweise bekannt sind,
zu transformieren oder transfizieren. Verfahren für die Herstellung
von fusionierten, funktionell verknüpften Genen und ihre Expression
in Bakterien oder tierischen Zellen sind im Stand der Technik wohl
bekannt (Sambrook, vorstehend). Die dort beschriebenen genetischen
Konstrukte und Verfahren können
für die
Expression von varianten hPXR-Proteinen in z. B. prokaryontischen
Wirten verwendet werden. Im Allgemeinen werden in Verbindung mit
dem Wirt Expressionsvektoren verwendet, die Promotorsequenzen enthalten,
die die effiziente Transkription des inserierten Polynucleotids
ermöglichen.
Der Expressionsvektor enthält
typischerweise einen Replikationsursprung, einen Promotor und einen
Terminator, ebenso wie spezifische Gene, die in der Lage sind, eine
phänotypische
Selektion der transformierten Zellen bereitzustellen. Die transformierten
prokaryontischen Wirte können
in Fermentatoren wachsen und mit Techniken gezüchtet werden, die im Stand
der Technik bekannt sind, um eine optimales Zellwachstum zu erreichen.
Die Proteine der Erfindung können
aus dem Wachstumsmedium, Zelllysaten oder zellulären Membranfraktionen isoliert
werden. Die Isolierung und Reinigung der mikrobiell oder anders
exprimierten Polypeptide der Erfindung können mittels jedes herkömmlichen
Mittels erfolgen, wie zum Beispiel präparativer chromatographischer
Trennungen und immunologischer Trennungen wie derjenigen, die die
Verwendung von monoclonalen oder polyclonalen Antikörpern einschließen.
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Somit
betrifft die Erfindung in einer weiteren Ausführungsform ein Verfahren für die Produktion
eines varianten hPXR-Proteins, welches die Züchtung einer wie vorstehend
definierten Wirtszelle unter Bedingungen umfasst, die die Expression
des Proteins und die Gewinnung des produzierten Proteins oder Fragments aus
der Kultur erlauben.
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Bei
einer anderen Ausführungsform
betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren für die Produktion von
Zellen, die in der Lage sind, ein variantes hPXR-Gen zu exprimieren,
welches die gentechnische Veränderung
von Zellen mit dem Polynucleotid oder mit dem Vektor der Erfindung
umfasst. Die mit dem Verfahren der Erfindung erhältlichen Zellen können zum
Beispiel für
die Testung von Arzneistoffen gemäß den Verfahren verwendet werden,
wie sie beschrieben sind in Sambrook, Fritsch, Maniatis (1989).
Molecular cloning: a laboratory manual. Cold Spring Harbour Laborstory
Press, Cold Spring Harbour; Peyronneau, Eur J Biochem 218 (1993),
355–61;
Yamazaki, Carcinogenesis 16 (1995), 2167–2170. Darüber hinaus können die
Zellen für
die Untersuchung von bekannten Arzneistoffen und unbekannten Derivaten
davon auf ihre Fähigkeit
zur Komplementierung des Verlusts an Arzneistoffwirksamkeit verwendet
werden, der durch Mutationen im hPXR-Gen verursacht ist. Bei diesen
Ausführungsformen
fehlt den Wirtszellen ein Wildtypallel, vorzugsweise beide Allele des
hPXR-Gens, und/oder sie haben mindestens eine mutierte Form davon.
Alternativ kann die stark Überexpression
eines mutierten Allels gegenüber
dem normalen Allel und der Vergleich mit einer rekombinanten Zelllinie,
die das normale Allel auf einem ähnlichen
Niveau überexprimiert,
als ein Durchmusterungs- und Analysesystem verwendet werden. Die
mit dem vorstehend beschriebenen Verfahren erhältlichen Zellen können auch
für die
hier nachstehend erwähnten
Durchmusterungsverfahren verwendet werden.
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Darüber hinaus
betrifft die Erfindung ein variantes hPXR-Protein und ein Fragment
davon, das das Polypeptid umfasst, das von dem Polynucleotid gemäß der Erfindung
codiert wird oder das mittels der vorstehend beschriebenen Verfahren
oder von Zellen erhältlich
ist, die mittels der vorstehend beschriebenen Verfahren produziert
wurden. In diesem Kontext ist auch zu verstehen, dass das variante
hPXR-Protein gemäß der Erfindung
mittels herkömmlicher
Verfahren, die im Stand der Technik bekannt sind, weiter modifiziert
werden kann. Durch die Bereitstellung des varianten hPXR-Proteins
gemäß der vorliegenden
Erfindung ist es auch möglich,
die Teile zu bestimmen, die für
die biologische Aktivität
oder Inhibition desselben relevant sind.
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Bei
einem weiteren Aspekt offenbart die vorliegende Offenbarung Antikörper, die
ein variantes hPXR-Protein gemäß der Erfindung
spezifisch erkennen. Vorteilhafterweise erkennt der Antikörper spezifisch ein
Epitop, das eine oder mehrere Aminosäuresubstitutionen, wie vorstehend
definiert, enthält.
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Antikörper gegen
das variante hPXR-Protein der Erfindung können mittels wohl bekannter
Verfahren unter Verwendung eines gereinigten Proteins gemäß der Erfindung
oder eines davon abgeleiteten (synthetischen) Fragments als Antigen
hergestellt werden. Monoclonale Antikörper können zum Beispiel mit der Technik
hergestellt werden, wie sie ursprünglich von Köhler und
Milstein, Nature 256 (1975), 495, und Galfré, Meth. Enzymol. 73 (1981),
3, beschrieben wurde, was die Fusion von Myelomzellen der Maus mit
den Milzzellen umfasst, die von einem immunisierten Säugetier
abgeleitet wurden. Die Antikörper
können
monoclonale Antikörper,
polyclonale Antikörper
oder synthetische Antikörper
sein, ebenso wie Fragmente von Antikörpern wie Fab-, Fv- oder scFv-Fragmente
usw. Darüber
hinaus können
Antikörper
oder Fragmente davon gegen die vorstehend erwähnten Polypeptide unter Verwendung
von Verfahren erhalten werden, wie sie z. B. in Harlow und Lane "Antibodies, A Laboratory
Manual", CSH Press,
Cold Spring Harbor, 1988, beschrieben sind. Diese Antikörper können zum
Beispiel für
die Immunpräzipitation
und Immunlokalisierung des varianten hPXR-Proteins der Erfindung
ebenso wie für
die Feststellung der Anwesenheit solcher varianten hPXR-Proteine
in zum Beispiel transgenen Organismen und für die Identifizierung von Verbindungen
verwendet werden, die mit den Proteinen gemäß der Erfindung Wechselwirken.
Zum Beispiel kann die Oberflächenplasmonenresonanz,
wie sie in dem BIAcore-System verwendet wird, verwendet werden,
um die Effizienz von Phagenantikörpern
zu verbessern, die an ein Epitop des Proteins der Erfindung binden
(Schier, Human Antibodies Hybridomas 7 (1996), 97–105; Malmborg,
J. Immunol. Methods 183 (1995), 7–13).
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Darüber hinaus
betrifft die vorliegende Erfindung Nucleinsäuremoleküle, die den komplementären Strang
der vorstehend erwähnten
Polynucleotide der vorliegenden Erfindung oder einen Teil davon
repräsentieren
oder umfassen und die somit mindestens eine Nucleotiddifferenz im
Vergleich mit den entsprechenden Wildtyp-hPXR-Gen-Nucleotidsequenzen
umfassen, wie sie durch die vorstehend beschriebenen Nucleotidsubstitutionen,
-deletionen und -additionen spezifiziert wurde. Ein solches Molekül kann entweder
eine Desoxyribonucleinsäure
sein oder eine Ribonucleinsäure.
Solche Moleküle
umfassen zum Beispiel Antisense-RNA. Diese Moleküle können weiterhin mit Sequenzen
verknüpft
sein, die, wenn sie transkribiert werden, ein Ribozym codieren und
damit ein Ribozym produzieren, welches Transkripte der Polynucleotide
gemäß der Erfindung
spezifisch spaltet.
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Darüber hinaus
betrifft die vorliegende Erfindung einen Vektor, der ein Nucleinsäuremolekül gemäß der Erfindung
umfasst. Beispiele für
solche Vektoren sind vorstehend beschrieben. Vorzugsweise ist die
in dem Vektor vorhandene Nucleinsäure funktionell mit regulatorischen
Elementen verknüpft,
die die Expression in prokaryontischen oder eukaryontischen Wirtszellen
erlauben; vgl. vorstehend.
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Die
vorliegende Offenbarung betrifft auch ein Verfahren für die Produktion
eines transgenen nicht-menschlichen Tieres, vorzugsweise einer transgenen
Maus, welches die Einbringung eines Polynucleotids oder Vektors
der Erfindung in eine Keimzelle, eine embryonale Zelle, eine Stammzelle
oder ein Ei oder eine davon abgeleitete Zelle umfasst. Das nicht-menschliche
Tier kann gemäß dem nachstehend beschriebenen
Verfahren der Erfindung verwendet werden und kann ein nicht-transgenes gesundes
Tier sein, oder es kann eine Krankheit haben, vorzugsweise eine
Krankheit, die durch mindestens eine Mutation im hPXR-Gen verursacht
wird. Solche transgenen Tiere sind gut geeignet für z. B.
pharmakologische Untersuchungen von Arzneistoffen in Verbindung
mit varianten Formen der vorstehend beschriebenen varianten hPXR-Proteine,
da diese Proteine oder zumindest ihre funktionellen Domänen bei
höheren
Eukaryonten zwischen den Arten konserviert sind, insbesondere bei
Säugern.
Die Produktion von transgenen Embryos und ihre Durchmusterung kann,
z. B. wie bei A. L. Joyner Hrsg., Gene Targeting, A Practical Approach
(1993), Oxford University Press, beschrieben, durchgeführt werden.
Die DNA der Embryos kann z. B. unter Verwendung von Southern-Blots mit
einer geeigneten Sonde analysiert werden.
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Die
Erfindung betrifft auch transgene nicht-menschliche Tiere wie transgene
Mäuse,
Ratten, Hamster, Hunde, Affen, Kaninchen, Schweine, C. elegans und
Fische wie Torpedofisch, die ein Polynucleotid oder einen Vektor
der Erfindung enthalten oder die mittels der vorstehend beschriebenen
Verfahren erhalten wurden, wobei vorzugsweise das Polynucleotid
oder der Vektor stabil in das Genom des nicht-menschlichen Tieres integriert ist,
vorzugsweise so, dass die Anwesenheit des Polynucleotids oder Vektors
zur Expression des varianten hPXR-Gens der Erfindung führt. Es
kann eine oder mehrere Kopien desselben oder verschiedener Polynucleotide
des varianten hPXR-Gens haben. Dieses Tier hat zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten,
einschließlich
als ein Forschungsmodell für
die Arzneistoffverträglichkeit,
und stellt daher ein neues und wertvolles Tier bei der Entwicklung
von Therapien, Behandlungen usw. für Krankheiten dar, die durch
einen Mangel oder Fehler bei der Arzneistoffmetabolisierung in der
Zelle verursacht werden. Dementsprechend ist in diesem Fall das
Säugetier
vorzugsweise ein Labortier wie eine Maus oder Ratte.
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Vorzugsweise
umfasst das transgene nicht-menschliche Tier der Erfindung weiterhin
mindestens ein inaktiviertes Wildtypallel des hPXR-Gens. Diese Ausführungsform
erlaubt zum Beispiel die Untersuchung der Wechselwirkung der verschiedenen
varianten Formen der hPXR-Proteine. Es könnte auch wünschenswert sein, die hPXR-Genexpression
oder -funktion in einem gewissen Stadium der Entwicklung und/oder
des Lebens des transgenen Tieres zu inaktivierten. Dies kann zum
Beispiel unter Verwendung von gewebespezifischen, entwicklungsabhängig gesteuerten
und/oder zellregulierten und/oder induzierbaren Promotoren erreicht
werden, die die Expression von z. B. einem Antisense oder Ribozym
antreiben, das gegen das RNA-Transkript des hPXR-Gens gerichtet
ist; vgl. auch vorstehend. Ein geeignetes induzierbares System ist zum
Beispiel die durch Tetracyclin regulierte Genexpression, wie z.
B. von Gossen und Bujard (Proc. Natl. Acad. Sci. 89 USA (1992),
5547–5551)
und Gossen et al. (Trends Biotech. 12 (1994), 58–62) beschrieben. In ähnlicher
Weise kann die Expression des varianten hPXR-Gens durch solche regulatorischen
Elemente kontrolliert werden.
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Mit
dem varianten hPXR-Polynucleotid und -Protein und den Vektoren der
Erfindung ist es jetzt möglich,
in vivo und in vitro die Wirksamkeit von Arzneistoffen hinsichtlich
spezieller Mutationen im hPXR-Gen eines Patienten und dem betroffenen
Phänotyp
zu untersuchen. Darüber
hinaus kann das variante hPXR-Protein der Erfindung zur Bestimmung
des pharmakologischen Profils von Arzneistoffen und für die Identifizierung und
Herstellung von weiteren Arzneistoffen verwendet werden, die für die Behandlung
von z. B. Krebs wirkungsvoller sind, insbesondere für die Verbesserung
bei gewissen Phänotypen,
die auf den betreffenden Mutationen beruhen, wie den vorstehend
beschriebenen.
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Somit
betrifft ein besonderes Merkmal der vorliegenden Erfindung die Selektion
von Arzneistoffen/Prodrugs und die Formulierung von pharmazeutischen
Zusammensetzungen für
die Behandlung von Krankheiten, die der Chemotherapie zugänglich sind,
unter Berücksichtigung
des Polymorphismus der varianten Form des hPXR-Gens, die gemeinsam
mit dem betroffenen Phänotyp
des zu behandelnden Patienten segregiert. Dies erlaubt die sichere
und ökonomische
Anwendung von Arzneistoffen, die zum Beispiel entweder wegen ihrer Nebenwirkungen
in einigen Patienten und/oder ihres unzuverlässigen pharmakologischen Profils
hinsichtlich desselben oder verschiedener Phänotypen der Krankheit bisher
nicht als geeignet für
die Therapie von z. B. Krebs erachtet wurden. Die hier beschriebenen
Mittel und Verfahren können
zum Beispiel zur Verbesserung der Dosierungsempfehlungen verwendet
werden und erlauben dem Verschreibenden erforderliche Anpassungen
der Dosierung in Abhängigkeit
von der in Betracht kommenden Patientengruppe vorauszusehen.
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Bei
einer weiteren Ausführungsform
betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren für die Identifizierung
und Gewinnung eines hPXR-Inhibitors, der in der Lage ist, die Aktivität einer
molekularen Variante des hPXR-Gens oder seines Genprodukts zu modulieren,
welches die Schritte umfasst von
- (a) Inkontaktbringen
des varianten hPXR-Proteins oder einer Zelle, die ein molekular
variantes Gen exprimiert, das das Polynucleotid der Erfindung umfasst,
in der Anwesenheit von Stoffen, die ein nachweisbares Signal als
Antwort auf Arzneistoffmetabolisierung liefern können, mit einer zu durchmusternden
Verbindung unter Bedingungen, die CYP3A4- oder CYP3A7-vermittelte
Arzneistoffmetabolisierung erlauben, und
- (b) dem Nachweis der Anwesenheit oder Abwesenheit eines Signals
oder einer Zunahme eines Signals, das von dem metabolisierten Arzneistoff
erzeugt wurde, wobei die Anwesenheit oder die Zunahme des Signals
auf einen möglichen
Inhibitor hinweist.
-
Der
Ausdruck "Verbindung" bei einem Verfahren
der Erfindung umfasst eine einzelne Substanz oder eine Vielzahl
an Substanzen, die identisch sein können oder auch nicht.
-
Die
Verbindung(en) kann/können
chemisch synthetisiert oder mittels mikrobieller Fermentation produziert
worden sein, kann/können
aber auch in zum Beispiel Proben enthalten sein, z. B. Zellextrakten
von z. B. Pflanzen, Tieren oder Mikroorganismen. Darüber hinaus
können
die Verbindungen im Stand der Technik bekannt sein, aber bisher
nicht bekannt sein als nützlicher
Inhibitor. Die Mehrzahl der Verbindungen kann z. B. zu dem Kulturmedium
zugegeben werden oder in eine Zelle oder ein nicht-menschliches
Tier der Erfindung injiziert werden.
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Wenn
eine Probe, die (eine) Verbindung(en) enthält, mit dem Verfahren der Erfindung
identifiziert wird, dann ist es entweder möglich, die Verbindung aus der
ursprünglichen
Probe isolieren, die so identifiziert wurde, dass sie die fragliche
Verbindung enthält,
oder man kann die ursprüngliche
Probe weiter aufteilen, wenn sie zum Beispiel aus einer Vielzahl
von verschiedenen Substanzen besteht, um damit die Anzahl der verschiedenen
Substanzen pro Probe zu reduzieren, und das Verfahren mit den Aufteilungen
der ursprünglichen
Probe wiederholen. Es kann dann bestimmt werden, ob die Probe oder
Verbindung die gewünschten
Eigenschaften zeigt, zum Beispiel mit den Verfahren, die hier oder
in der Literatur (vgl. (13) und Lehmann, J Clin Invest 102 (1998),
1016–23)
beschrieben werden. In Abhängigkeit
von der Komplexität
der Proben können
die vorstehend beschriebenen Schritte mehrmals wiederholt werden,
vorzugsweise bis die gemäß dem Verfahren
der Erfindung identifizierte Probe nur eine beschränkte Zahl
an oder nur eine Substanz(en) enthält. Vorzugsweise enthält die Probe
Substanzen ähnlicher
chemischer und/oder physikalischer Eigenschaften, und am meisten
bevorzugt sind die Substanzen identisch. Die Verfahren der vorliegenden
Erfindung können
vom Durchschnittsfachmann auf dem Fachgebiet leicht durchgeführt und
geplant werden, zum Beispiel in Übereinstimmung
mit anderen zellbasierten Tests, die im Stand der Technik beschrieben
sind, oder unter Verwendung und Modifikation der hier beschriebenen
Verfahren. Darüber
hinaus wird der Durchschnittsfachmann auf dem Fachgebiet leicht
erkennen, welche weiteren Verbindungen und/oder Enzyme verwendet
werden können,
um die Verfahren der vorliegenden Erfindung durchzuführen, zum
Beispiel, falls erforderlich, Enzyme, die eine gewisse Verbindung
in die Vorläuferverbindung
umwandeln, die wiederum ein Substrat für das CYP3A4- oder CYP3A7-Protein
darstellt. Eine solche Anpassung des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist im Können
des Durchschnittsfachmanns auf dem Fachgebiet und kann ohne unangemessene
Versuche durchgeführt
werden.
-
Geeignete
Tests, die gemäß der vorliegenden
Erfindung verwendet werden können,
sind zum Beispiel beschrieben bei Hashimoto, Eur J Biochem 218 (1993),
585–95,
wo Transfektionstests mit chimären CYP3A4-Genen
in HepG2-Zellen beschrieben werden. In ähnlicher Weise können die
varianten hPXR-Gene in HepG2-Zellen
exprimiert oder co-exprimiert werden und auf ihre transkriptionelle
Aktivität
und die katalytischen Eigenschaften von CYP3A4 oder CYP3A7 analysiert
werden. Ein solcher Test kann auch für die Untersuchung der katalytischen
Eigenschaften von CYP3A4 oder CYP3A7 auf ihre Substrate wie Steroide
(Testosteron, Progesteron, Androstendion, Cortisol, 17β-Östradiol,
17α-Ethinylöstradiol),
Antibiotika (Erythromycin), Immunsuppresiva (Cyclosporin A), Benzodiazepin
(Midazolam) Benzothiazepin-Derivate (Diltiazem, Triazolam) und Nifedipin
verwendet werden. insbesondere sind solche Tests nützlich,
um einen Beitrag zur Vorhersage zu leisten, ob ein vorgegebener
Arzneistoff in einem Individuum wirken wird, das das entsprechend
variante CYP3A4, CYP3A7 und/oder hPXR-Gen trägt. Ein geeignetes Expressionssystem,
das in Übereinstimmung
mit den vorstehend beschriebenen Verfahren der vorliegenden Erfindung
verwendet werden kann, ist auch in (22) beschrieben. Zusätzlich können heterologe
Expressionssysteme wie Hefe verwendet werden, um die Stabilität, die Bindungseigenschaften
und die katalytischen Aktivitäten
der Genprodukte des varianten hPXR-Gens im Vergleich mit dem entsprechenden
Wildtyp-Genprodukt zu untersuchen. Wie vorstehend erwähnt, können das
molekular variante hPXR-Gen der vorliegenden Erfindung und sein
Genprodukt, insbesondere wenn sie bei den vorstehend beschriebenen
Verfahren verwendet werden, für
pharmakologische und toxikologische Untersuchungen des Metabolismus
von Arzneistoffen verwendet werden. Bevorzugte Arzneistoffe, die
gemäß den Verfahren
der vorliegenden Erfindung getestet werden können, umfassen diejenigen,
die vorstehend beschrieben wurden und umfassen Nifedipin, Erythromycin,
Troleandomycin, Quinidin, Cyclosporin A, 17α-Ethinylöstradiol, Lidocain, Diltiazem,
Dexamethason, RU486, vgl. auch vorstehend, sind aber nicht darauf
beschränkt.
-
Verbindungen,
die gemäß der vorliegenden
Erfindung verwendet werden können,
umfassen Peptide, Proteine, Nucleinsäuren, Antikörper, kleine organische Verbindungen,
Liganden, Peptiden ähnelnde
Substanzen, PNAs und dergleichen. Die Verbindungen können auch
funktionelle Derivate oder Analoga von bekannten Arzneistoffen sein,
wie von den vorstehend beschriebenen. Verfahren für die Herstellung
von chemischen Derivaten und Analoga sind dem Durchschnittsfachmann
auf dem Fachgebiet wohl bekannt und sind zum Beispiel beschrieben
in Beilstein, Handbook of Organic Chemistry, Springer-Herausgabe,
New York Inc., 175 Fifth Avenue, New York, N. Y. 10010 U. S. A.
und Organic Synthesis, Wiley, New York USA. Darüber hinaus können die
Derivate und Analoga gemäß den Verfahren,
die im Stand der Technik bekannt oder wie hier beschrieben sind,
auf ihre Wirkungen getestet werden. Darüber hinaus können Peptidnachahmer
und/oder computerunterstützte
Planung von geeigneten Arzneistoffderivaten und -analoga zum Beispiel
gemäß den nachstehend
beschriebenen Verfahren verwendet werden.
-
Solche
Analoga umfassen Moleküle,
die als Basis die Struktur von bekannten CYP3A4- und CYP3A7-Substraten
und/oder -Inhibitoren und/oder -Modulatoren haben; vgl. nachstehend.
-
Geeignete
Computerprogramme können
für die
Identifikation von interaktiven Stellen eines mutmaßlichen
Inhibitors und des hPXR-Proteins der Erfindung durch computergestützte Suche
nach komplementären Strukturmotiven
(Fassina, Immunomethods 5 (1994) 114–120) verwendet werden. Weitere
geeignete Computersysteme für
die computergestützte
Planung von Proteinen und Peptiden sind im Stand der Technik beschrieben,
zum Beispiel in Berry, Biochem. Soc. Trans. 22 (1994), 1033–1036; Wodak,
Ann. N. Y. Acad. Sci. 501 (1987), 1–13; Pabo, Biochemistry 25
(1986), 5987–5991.
Die mit den vorstehend beschriebenen Computeranalysen erhaltenen
Resultate können
in Kombination mit dem Verfahren der Erfindung für z. B. die Optimierung von
bekannten Inhibitoren verwendet werden. Geeignete Peptidnachahmer
und andere Inhibitoren können auch
durch die Synthese von kombinatorischen Bibliotheken von Peptidnachahmern
durch sukzessive chemische Modifikation und Testung der resultierenden
Verbindungen identifiziert werden, z. B. gemäß den hier beschriebenen Verfahren.
Verfahren für
die Erzeugung von kombinatorischen Bibliotheken von Peptidnachahmern
sind im Stand der Technik beschrieben, zum Beispiel in Ostresh,
Methods in Enzymology 267 (1996), 220–234 und Dorner, Bioorg. Med.
Chem. 4 (1996), 709–715.
Darüber
hinaus kann die dreidimensionale und/oder kristallographische Struktur
von Inhibitoren und dem hPXR-Protein der Erfindung für die Planung
von Peptidnachahmer-Arzneistoffen verwendet werden (Rose, Biochemistry
35 (1996) 12933–12944;
Rutenberg, Bioorg. Med. Chem. 4 (1996), 1545–1558).
-
Zusammenfassend
stellt die vorliegende Erfindung Verfahren für die Identifizierung von Verbindungen bereit,
die in spezifischen Dosen für
die Behandlung von spezifischen Formen von Krankheiten verwendet
werden können,
z. B. Krebs, dessen Chemotherapie durch Fehlfunktionen des hPXR-Gens
verkompliziert wird, was oft in einer veränderten Aktivität oder einem
veränderten
Niveau an Arzneistoffmetabolisierung oder sensitivem Phänotyp resultiert.
-
In
einer bevorzugten Ausführungsform
des Verfahrens der Erfindung ist die Zelle eine Zelle, die mit dem
Verfahren der Erfindung erhalten wurde oder in dem vorstehend beschriebenen
transgenen nicht-menschlichen Tier enthalten ist.
-
In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren für die Identifizierung
und Gewinnung eines hPXR-inhibitors, der in der Lage ist, die Aktivität der molekularen
Variante des hPXR-Gens der vorliegenden Erfindung oder ihres Genprodukts
zu modulieren, umfassend die Schritte von
- (a)
Inkontaktbringen des varianten hPXR-Proteins der Erfindung mit einem
ersten Molekül,
von dem bekannt ist, dass es von dem hPXR-Protein gebunden wird,
um einen ersten Komplex des Proteins und des Moleküls zu bilden;
- (b) Inkontaktbringen des ersten Komplexes mit einer zu testenden
Verbindung; und
- (c) Messung, ob die Verbindung das erste Molekül in dem
ersten Komplex ersetzt.
-
Vorteilhafterweise
umfasst bei dem Verfahren der Messschritt die Messung der Bildung
eines zweiten Komplexes des Proteins und des Inhibitorkandidaten.
Vorzugsweise umfasst der Messschritt die Messung der Menge an erstem
Molekül,
das nicht an das Protein gebunden ist.
-
Bei
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
des vorstehend beschriebenen Verfahrens ist das erste Molekül Nifedipin,
Rifampicin oder Corticosteron. Darüber hinaus ist es bevorzugt,
dass bei dem Verfahren der Erfindung das erste Molekül markiert
ist, z. B. mit einer radioaktiven Markierung oder einer fluoreszierenden
Markierung.
-
Bei
noch einer weiteren Ausführungsform
betrifft die vorliegende Erfindung ein in vitro-Verfahren für die Diagnose
von Krebs, der in Beziehung zu der Anwesenheit von molekular variantem
hPXR-Gen der vorliegenden Erfindung steht, oder von Anfälligkeit
für Krebs,
umfassend
- (a) die Bestimmung der Anwesenheit
eines Polynucleotids der Erfindung in einer Probe von einem Individuum;
und/oder
- (b) die Bestimmung der Anwesenheit einer varianten Form des
hPXR-Proteins zum
Beispiel mit einem Antikörper
der Erfindung.
-
Gemäß dieser
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung kann das Verfahren der Testung des Zustands
des Krebses oder der Anfälligkeit
für Krebs
unter Verwendung eines Polynucleotids oder Nucleinsäuremoleküls der Erfindung
durchgeführt
werden, z. B. in der Form eines Southern- oder Northern-Blots oder
der in situ-Analyse. Die Nucleinsäuresequenz kann mit einer codierenden
Region von einem der Gene oder mit einer nicht-codierenden Region,
d. h. einem Intron, hybridisieren. In dem Falle, in dem bei dem
Verfahren der Erfindung eine komplementäre Sequenz verwendet wird,
kann das Nucleinsäuremolekül wiederum
bei Northern-Blots verwendet werden. Zusätzlich kann die Testung in
Verbindung mit tatsächlichem
Blockieren z. B. der Transkription des Gens durchgeführt werden,
und man somit erwarten kann, dass sie therapeutische Relevanz hat.
Darüber
hinaus kann ein Primer oder ein Oligonucleotid auch für die Hybridisierung
mit einem der vorstehend erwähnten
hPXR-Gene oder den entsprechenden mRNAs verwendet werden. Die Nucleinsäuren, die
für die
Hybridisierung verwendet werden, können natürlich durch den Einbau oder
die Anheftung z. B. einer radioaktiven oder anderen Markierung in
geeigneter Weise markiert sein. Solche Markierungen sind im Stand der
Technik wohl bekannt. Die Markierung der Nucleinsäuremoleküle kann
mittels herkömmlicher
Verfahren erreicht werden.
-
Außerdem kann
die Anwesenheit oder Expression des varianten hPXR-Gens unter Verwendung
eines Primers, der spezifisch mit einer der entsprechenden Nucleinsäuresequenzen
hybridisiert, und unter Durchführung
einer PCR-Reaktion gemäß Standardverfahren
beobachtet werden. Die spezifische Hybridisierung der vorstehend
erwähnten
Sonden oder Primer erfolgt vorzugsweise unter stringenten Hybridisierungsbedingungen.
Der Ausdruck "stringente
Hybridisierungsbedingungen" ist
im Stand der Technik wohl bekannt; vgl. zum Beispiel Sambrook et
al., „Molecular
Cloning, A Laboratory Manual",
zweite Aufl., CSH Press, Cold Spring Harbor, 1989; "Nucleic Acid Hybridisation,
A Practical Approach",
Hrsg. Harnes und Higgins, IRL Press, Oxford, 1985. Darüber hinaus
kann mRNA, cRNA, cDNA oder genomische DNA, die von dem Individuum
gewonnen wurde, sequenziert werden, um Mutationen zu identifizieren,
die charakteristische Fingerabdrücke
von Mutationen im hPXR-Gen sein können. Die vorliegende Offenbarung
umfasst weiterhin Verfahren, bei denen mittels RFLPs von DNA oder
RNA, die von dem Individuum gewonnen wurde, solch ein Fingerabdruck
gewonnen werden kann, ggf. kann die DNA oder RNA vor der Analyse
amplifiziert werden; die Verfahren dafür sind im Stand der Technik
wohl bekannt. RNA-Fingerabdrücke
können
zum Beispiel durch Verdau einer RNA-Probe, die von einem Individuum
gewonnen wurde, mit einem geeigneten RNA-Enzym, zum Beispiel RNase
T1, RNase T2 oder
dergleichen, oder einem Ribozym und zum Beispiel elektrophoretischer
Trennung und Nachweis der RNA-Fragmente, wie vorstehend beschrieben,
durchgeführt
werden.
-
Weitere
Modifikationen der vorstehend beschriebenen Ausführungsform der Erfindung können vom Durchschnittsfachmann
auf dem Fachgebiet von dieser Offenbarung ohne unangemessene Experimente leicht
geplant werden, vgl. z. B die Beispiele. Eine zusätzliche
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung betrifft ein Verfahren, bei dem die Bestimmung
durch Anwendung eines Antikörpers
oder eines Fragmentes davon durchgeführt wird. Der Antikörper, der
bei dem Verfahren der Erfindung verwendet wird, kann mit einer nachweisbaren
Markierung markiert sein, wie einer Histidin-Markierung oder einem
Biotin-Molekül.
-
Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung umfassen die vorstehend beschriebenen
Verfahren PCR, die Ligase-Kettenreaktion, den Restriktionsverdau,
die direkte Sequenzierung, Nucleinsäure-Amplifikationstechniken,
Hybridisierungtechniken oder Immuntests (Sambrook et al., loc. cit. CSH
cloning, Harlow und Lane loc. cit. CSH antibodies).
-
Angesichts
des Vorstehenden offenbart die vorliegende Erfindung ein Verfahren,
bei dem ein weiterer Schritt die Verabreichung eines Medikaments
an ein Individuum, um die Variationen im hPXR-Gen aufzuheben oder
zu vermindern, in Übereinstimmung
mit allen Anwendungen des Verfahrens der Erfindung umfasst, was die
Behandlung einer gegebenen Krankheit aufgrund einer phänotypischen
Reaktion wegen des hPXR-Gens vor dem Auftreten von klinischen Symptomen
erlaubt.
-
Vorzugsweise
besteht das Medikament aus chemotherapeutischen Mitteln wie Substraten
von CYP3A4: Paclitaxel (Eur J Drug Metab Pharmacokinet 23 (1998),
417–24),
Tamoxifen und Toremifen (Drug Metab Dispos 27 (1999), 681–8; Clin
Pharmacol Ther 64 (1998), 648–54;
Clin Pharmacol Ther 57 (1995) 628–35), Trofosfamid (Cancer Chemother
Pharmacol 44 (1999), 327–334);
Cyclophosphamid und Ifosfamid (Drug Metab Dispos 27 (1999), 655–66; Cancer
Res 58 (1998), 4391–401;
Br J Clin Pharmacol 40 (1995), 523–30), Taxoter (Pharmacogenetics
8 (1998) 391–401;
Clarke, Clin Pharmacokinet 36 (1999), 99–114).
-
Die
vorliegende Anmeldung offenbart auch, dass das vorstehend erwähnte Verfahren
weiterhin die Einbringung
- (i) eines funktionellen
und exprimierbaren Wildtyp-hPXR-Gens oder
- (ii) eines Nucleinsäuremoleküls oder
Vektors der Erfindung in Zellen
qbeinhaltet.
-
In
diesem Kontext und wie im Verlauf dieser Beschreibung verwendet,
bedeutet "funktionelles" hPXR-Gen ein Gen,
bei dem das codierte Protein zum Teil oder insgesamt die primäre Strukturkonformation des
Wildtyp-hPXR-Proteins hat, d. h. die biologische Eigenschaft der
Metabolisierung von Arzneistoffen besitzt und das CYP3A4- bzw. CYP3A7-Gen
kontrolliert. Dieser Aspekt ist geeignet für die Therapie von Krebs, insbesondere
bei Menschen. Der Nachweis der Expression eines varianten hPXR-Gens
würde den
Schluss zulassen, dass die Expression verknüpft ist mit der Bildung oder
Aufrechterhaltung eines entsprechenden Phänotyps der Krankheit. Dementsprechend
würde ein
Schritt zur Anwendung kommen, um das Expressionsniveau auf ein niedriges
Niveau zu reduzieren oder es zu beseitigen. Dies kann zum Beispiel
durch zumindest partielle Eliminierung der Expression des mutierten
Gens mit biologischen Mitteln erreicht werden, zum Beispiel durch
die Verwendung von Ribozymen, Antisense-Nucleinsäuremolekülen, intrazellulären Antikörpern oder
der vorstehend beschriebenen Inhibitoren gegen variante Formen des
hPXR-Proteins der vorliegenden Erfindung. Darüber hinaus können pharmazeutische
Produkte entwickelt werden, die die Expressionsniveaus der entsprechenden
mutierten Proteine und Gene reduzieren.
-
Darüber hinaus
offenbart die vorliegende Anmeldung ein Verfahren für die Produktion
eines Arzneimittels, welches die Schritte von einem der vorstehend
beschriebenen Verfahren und die Synthese und/oder Formulierung der
bei Schritt (b) identifizierten Verbindung oder eines Derivats oder
Homologs davon in einer pharmazeutisch verträglichen Form umfasst. Die gemäß den Verfahren
der Erfindung identifizierten therapeutisch nützlichen Verbindungen können formuliert
und einem Patienten verabreicht werden, wie vorstehend diskutiert.
Für die
vom Durchschnittsfachmann auf dem Fachgebiet als geeignet bestimmten
Anwendungen und therapeutischen Dosen vgl. nachstehend.
-
Darüber hinaus
offenbart die vorliegende Anmeldung ein Verfahren für die Herstellung
einer pharmazeutischen Zusammensetzung, welches die Schritte der
vorstehend beschriebenen Verfahren umfasst; und die Formulierung
eines Arzneimittels oder einer Arzneimittelvorstufe in der Form,
die für
die therapeutische Verabreichung geeignet ist und die Verhinderung
oder Linderung der Störung
des Individuums, das mit den Verfahren der Erfindung diagnostiziert
wurde.
-
Arzneistoffe
oder Prodrugs werden nach ihrer in vivo-Verabreichung metabolisiert,
um sie entweder durch Ausscheidung oder durch Metabolismus in eine
oder mehrere aktive oder inaktive Metabolite zu eliminieren (Meyer,
J. Pharmacokinet. Biopharm. 24 (1996), 449–459). Somit kann statt der
Verwendung der tatsächlichen
Verbindung oder des tatsächlichen
Inhibitors, die/der gemäß den Verfahren
der vorliegenden Erfindung identifiziert und erhalten wurden, eine
entsprechende Formulierung als ein Prodrug verwendet werden, das
in dem Patienten in seine aktive Form umgewandelt wird. Vorsichtsmaßnahmen,
die bei der Verabreichung von Prodrugs und Arzneistoffen angewendet
werden können,
sind in der Literatur beschrieben; vgl. zum Überblick Ozama, J. Toxicol.
Sci. 21 (1996), 323–329).
-
Vorzugsweise
ist das Arzneimittel oder die Prodrug ein Derivat eines Medikaments,
wie hier vorstehend definiert.
-
Zusätzlich offenbart
die vorliegende Erfindung einen Inhibitor, der gemäß den hier
beschriebenen Verfahren identifiziert oder erhalten wird. Vorzugsweise
bindet der Inhibitor spezifisch an das variante hPXR-Protein der
Erfindung. Die hier beschriebenen Antikörper, Nucleinsäuremoleküle und Inhibitoren
haben vorzugsweise eine Bindungsspezifität, die im Wesentlichen mindestens
identisch ist mit der Bindungsspezifität des natürlichen Liganden oder Bindungspartners
des hPXR-Proteins der Erfindung. Ein Antikörper oder Inhibitor kann in
den Fällen,
in denen die hPXR-Aktivität
unterdrückt
sein sollte, eine Bindungsaffinität zum hPXR-Protein von mindestens 105 M–1,
vorzugsweise höher
als 107 M–1 und
vorteilhafterweise bis zu 1010 M–1 haben.
Somit hat ein supprimierender Antikörper oder Inhibitor eine Affinität von mindestens
etwa 10–7 M,
vorzugsweise mindestens etwa 10–9 M
und am meisten bevorzugt mindestens etwa 10–11 M.
-
Darüber hinaus
betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung eines Oligo- oder Polynucleotids zum
Nachweis eines Polynucleotids der Erfindung und/oder für die Genotypisierung
der entsprechenden individuellen hPxR-Allele. Vorzugsweise ist das
Oligo- oder Polynucleotid ein vorstehend beschriebenes Polynucleotid
oder Nucleinsäuremolekül der Erfindung.
-
Bei
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
ist das Oligonucleotid 15 bis 50, vorzugsweise 20 bis 40, mehr bevorzugt
20 bis 30 Nucleotide lang und umfasst die Nucleotidsequenz von SEQ
ID NO: 112 oder eine komplementäre
Sequenz.
-
Somit
betrifft die vorliegende Erfindung in noch einer weiteren Ausführungsform
einen Primer oder eine Sonde, bestehend aus einem wie vorstehend
definierten Oligonucleotid. In diesem Kontext bedeutet der Ausdruck "bestehend aus", dass die vorstehend
beschriebene Nucleotidsequenz, die als Primer oder Sonde der Erfindung
verwendet wird, keine weiteren Nucleotidsequenzen des hPXR-Gens
unmittelbar anschließend an
ihrem 5'- und 3'-Ende hat. Es können jedoch
andere Gruppen wie Markierungen, z. B. Biotinmoleküle, Histidinmarkierungen,
Antikörperfragmente,
kolloidales Gold usw., ebenso wie Nucleotidsequenzen, die nicht
dem hPXR-Gen entsprechen, in den Primern und Sonden der vorliegenden Erfindung
anwesend sein. Darüber
hinaus ist es auch möglich,
die vorstehend beschriebenen speziellen Nucleotidsequenzen zu verwenden
und sie mit anderen Nucleotidsequenzen zu kombinieren, die vom hPXR-Gen
abgeleitet sind, wobei in diese zusätzlichen Nucleotidsequenzen
andere Gruppen als Nucleinsäuren
eingelagert sind oder wobei die Nucleinsäure nicht der Nucleotidsequenz
des hPXR-Gens entspricht.
Darüber
hinaus ist es dem Durchschnittsfachmann auf dem Fachgebiet offensichtlich,
dass das Oligonucleotid modifiziert werden kann, zum Beispiel durch
ein Thiophosphat-Rückgrat
und/oder im Stand der Technik wohl bekannte Basen-Analoga (Flanagan,
Proc. Natl. Acad. Sci USA 96 (1999), 3513–8; Witters, Breast Cancer
Res. Treat. 53 (1999) 41–50;
Hawley, Antisense Nucleic Acid Drug Dev. 9 (1999), 61–9; Peng
Ho, Brain Res. Mol. Brain Res. 62 (1998), 1–11; Spiller, Antisense Nucleic Acid
Drug Dev. 8 (1998), 281–93;
Zhang, J. Pharmacol. Exp. Ther. 278 (1996), 971–9; Shoji, Antimicrob. Agents
Chemother. 40 (1996), 1670–5;
Crooke, J. Pharmacol. Exp. Ther. 277 (1996), 923–37).
-
Außerdem betrifft
die vorliegende Offenbarung die Verwendung eines Antikörpers oder
einer Substanz, die in der Lage sind, für den Nachweis des varianten
hPXR-Proteins der Erfindung, der Expression eines molekular varianten
hPXR-Gens, das ein Polynucleotid der vorliegende Erfindung umfasst,
und/oder zur Unterscheidung von hPXR-Allelen, die ein Polynucleotid
der vorliegende Erfindung umfassen, spezifisch das Genprodukt eines
hPXR-Gens der vorliegenden Erfindung zu binden.
-
Darüber hinaus
betrifft die vorliegende Erfindung eine Zusammensetzung, bevorzugt
eine pharmazeutische Zusammensetzung, die das Nucleinsäuremolekül, den Vektor
oder die Wirtszelle, das Protein, den Primer oder die Sonde der
vorliegenden Erfindung und gegebenenfalls einen pharmazeutisch verträglichen
Träger
umfasst. Diese pharmazeutischen Zusammensetzungen können einfach über jeden
der Wege verabreicht werden, wie sie herkömmlich für die Arzneistoffverabreichung
verwendet werden, zum Beispiel oral, topisch, parenteral oder durch
Inhalation. Verträgliche
Salze umfassen Acetat, Methylester, HCl, Sulfat, Chlorid und dergleichen.
Die Verbindungen können
in herkömmlichen
Dosierungsformen verabreicht werden, die durch Kombination der Arzneistoffe
mit pharmazeutischen Standardträgern
gemäß herkömmlicher
Verfahren hergestellt werden. Diese Verfahren können Mischen, Granulation und
Zusammenpressen oder Auflösen
der Inhaltsstoffe umfassen, wie geeignet für das gewünschte Präparat. Man wird einsehen, dass
die Form und der Charakter des pharmazeutisch verträglichen
Trägers
oder Verdünnungsmittels
von der Menge an aktivem Inhaltsstoff, mit dem er kombiniert werden
soll, dem Verabreichungsweg und anderen gut bekannten Variablen diktiert
wird. Der/die Träger
muss/müssen "verträglich" in dem Sinne sein,
dass er/sie kompatibel mit den anderen Inhaltsstoffen der Formulierung
und nicht schädlich
für den
Empfänger
ist/sind. Der verwendete pharmazeutische Träger kann zum Beispiel ein Feststoff
oder eine Flüssigkeit
sein. Beispielhafte feste Träger
sind Lactose, Terra alba, Saccharose, Talk, Gelatine, Agar, Pektin,
Akaziengummi, Magnesiumstearat, Stearinsäure und dergleichen. Beispielhafte
flüssige
Träger
sind phosphatgepufferte Kochsalzlösung, Sirup, Öl wie Erdnussöl und Olivenöl, Wasser,
Emulsionen, verschiedene Arten von Feuchtigkeitsmitteln, sterile
Lösungen
und dergleichen. In ähnlicher
Weise kann der Träger
oder das Verdünnungsmittel
im Stand der Technik wohl bekannte Zeitverzögerungsmittel enthalten, wie
Glycerylmonostearat oder Glyceryldistearat allein oder mit Wachs.
-
Das
Dosierungsschema wird von dem behandelnden Arzt und anderen klinischen
Faktoren bestimmt; vorzugsweise in Übereinstimmung mit den vorstehend
beschriebenen Verfahren. Wie auf dem medizinischen Fachgebiet wohl
bekannt ist, hängen
die Dosierungen für
jeden Patienten von vielen Faktoren ab, einschließlich der
Größe des Patienten,
der Körperoberfläche, dem
Alter, der speziellen zu verabreichenden Verbindung, dem Geschlecht,
der Zeit und dem Weg der Verabreichung, dem allgemeinen Gesundheitszustand
und der gleichzeitigen Verabreichung anderer Arzneistoffe. Der Fortschritt
kann durch periodische Bewertung beobachtet werden. Weiterhin ist
die Verwendung von pharmazeutischen Zusammensetzungen, die Antisense-Oligonucleotide
enthalten, die spezifisch mit RNA hybridisieren, die mutierte Versionen
eines hPXR-Gens gemäß der Erfindung
codiert, oder die Antikörper
enthalten, die speziell mutiertes hPXR-Protein erkennen, aber nicht oder
im Wesentlichen nicht die funktionelle Wildtypform, in Fällen denkbar,
bei denen die Konzentration der mutierten Form in den Zellen reduziert
werden sollte.
-
Dank
der vorliegenden Erfindung können
die Auswahl des speziellen Arzneistoffs, das Dosierungsschema und
die entsprechend zu behandelnden Patienten gemäß der vorliegenden Erfindung
bestimmt werden. Die Dosierungsempfehlung wird in der Produktbeschreibung
festgehalten werden und wird dem Verschreibenden ermöglichen,
in Abhängigkeit
von der in Betracht kommenden Patientengruppe Dosierungsanpassungen
vorzusehen, wobei Informationen vorhanden sind, die die Verschreibung
des falschen Arzneistoffs an die falschen Patienten mit einer falschen
Dosis verhindern.
-
Weiterhin
betrifft die vorliegende Erfindung eine diagnostische Zusammensetzung,
die eines der vorstehend beschriebenen Polynucleotide, Vektoren,
Wirtszellen, varianten hPXR-Proteine, Nucleinsäuremoleküle oder der entsprechenden
Vektoren der Erfindung und gegebenenfalls geeignete Mittel für den Nachweis
enthält.
-
Die
Zusammensetzung kann weitere Inhaltsstoffe enthalten, wie Selektionsmarker
und Komponenten für
Selektionsmedien, die geeignet sind für die Erzeugung von transgenen
Zellen und Tieren. Die Zusammensetzung der Erfindung kann vorteilhafterweise
bei der Durchführung
eines Verfahrens der Erfindung verwendet werden und könnte unter
anderem bei einer Vielzahl von Anwendungen verwendet werden, z.
B. im diagnostischen Gebiet oder als Forschungswerkzeug. Die Bestandteile
der Zusammensetzung der Erfindung können einzeln in Ampullen oder
in Kombination in Behältnissen
oder Einheiten mit mehreren Behältnissen
verpackt werden. Die Herstellung der Zusammensetzung folgt vorzugsweise
Standardverfahren, die dem Durchschnittsfachmann auf dem Fachgebiet
bekannt sind. Die diagnostische Zusammensetzung kann bei Verfahren für den Nachweis
der Expression einer mutierten Form des hPXR-Gens gemäß einem
der vorstehend beschriebenen Verfahren der Erfindung unter Verwendung
von zum Beispiel Immunassay-Techniken wie den Radioimmunassay oder
den Enzymimmunassay oder vorzugsweise Nucleinsäure-Hybridisierungs- und/oder
Amplifikationstechniken wie den hier vorstehend und in den Beispielen
beschriebenen verwendet werden.
-
Einige
genetische Veränderungen
führen
zu geänderten
Zuständen
der Konformation von Proteinen. Zum Beispiel können einige variante hPXR-Proteine
eine Tertiärstruktur
besitzen, die ihnen weit weniger die Fähigkeit verleiht, die Arzneistoffmetabolisierung
bzw. Transkriptionsinitiation zu ermöglichen. Die Wiederherstellung
der normalen oder regulierten Konformation von mutierten Proteinen
ist die eleganteste und spezifischste Art der Korrektur dieser molekularen
Defekte, obwohl sie schwierig ist. Pharmakologische Manipulationen
können
somit auf die Wiederherstellung der Wildtyp-Konformation des Proteins
zielen. Somit können
die Polynucleotide und codierten Proteine der vorliegenden Erfindung
auch für
die Planung und/oder Identifikation von Molekülen verwendet werden, die in
der Lage sind, die Wildtyp-Funktion eines hPXR-Gens oder -Proteins zu
aktivieren.
-
Dementsprechend
offenbart die vorliegende Erfindung die Verwendung eines Arzneistoffs
oder eines Prodrugs für
die Herstellung einer pharmazeutischen Zusammensetzung für die Behandlung
oder Verhinderung einer Krankheit, die mit dem hier vorstehend beschriebenen
Verfahren diagnostiziert wurde.
-
Weiterhin
offenbart die vorliegende Erfindung die Verwendung einer effektiven
Dosis einer Nucleinsäuresequenz,
die ein funktionelles und exprimierbares Wildtyp-hPXR-Protein codiert, für die Herstellung
einer pharmazeutischen Zusammensetzung für die Behandlung, Vermeidung
und/oder Verzögerung
einer Störung, die
mit dem Verfahren der Erfindung diagnostiziert wurde. Ein Gen, das
ein funktionelles und exprimierbares hPXR-Protein codiert, kann
in Zellen eingebracht werden, die wiederum das Protein von Interesse
produzieren. Die Gentherapie, die auf der Einbringung von therapeutischen
Genen in Zellen mit ex-vivo- oder in vivo-Verfahren beruht, ist
eine der wichtigsten Anwendungen des Gentransfers. Geeignete Vektoren
und Verfahren für
die in-vitro- und in-vivo-Gentherapie sind in der Literatur beschrieben
und sind dem Durchschnittsfachmann auf dem Fachgebiet bekannt; vgl.
z. B. Giordano, Nature Medicine 2 (1996), 534–539; Schaper, Circ. Res. 79
(1996), 911–919;
Anderson, Science 256 (1992), 808–813; Isner, Lancet 348 (1996),
370–374;
Muhlhauser, Circ. Res. 77 (1995), 1077–1086; Wang, Nature Medicine
2 (1996), 714–716;
WO 94/29469 ;
WO 97/00957 oder Schaper, Current
Opinion in Biotechnology 7 (1996), 635–640, und dort zitierte Referenzen. Das
Gen kann für
die direkte Einbringung in die Zelle oder für die Einbringung mit Liposomen
oder viralen Vektoren (z. B. adenoviral, retroviral) geplant werden.
Vorzugsweise ist die Zelle eine Keimbahnzelle, eine embryonale Zelle
oder eine Eizelle oder davon abgeleitet, am meisten bevorzugt ist
die Zelle eine Stammzelle.
-
Wie
von dem Vorstehenden offensichtlich ist, wird es bevorzugt, dass
bei der vorstehend beschriebenen Verwendung die Nucleinsäuresequenz
funktionell mit regulatorischen Elementen verknüpft ist, die die Expression
und/oder Steuerung des hPXR-Gens zu spezifischen Zellen erlauben.
Geeignete Genverabreichungssysteme, die gemäß der Erfindung verwendet werden
können,
können
Liposomen, Rezeptor-vermittelte
Verabreichungssysteme, nackte DNA und virale Vektoren wie Herpesviren,
Retroviren, Adenoviren und Adeno-assoziierte Viren unter anderen
umfassen. Die Verabreichung von Nucleinsäuren zu einer spezifischen Stelle
im Körper
für die
Gentherapie kann auch unter Verwendung eines biolistischen Verabreichungssystems erreicht
werden, wie das von Williams (Proc. Natl. Acad. Sci USA 88 (1991),
2726–2729)
beschriebene. Standardverfahren für die Transfektion von Zellen
mit rekombinanter DNA sind dem Durchschnittsfachmann auf dem Fachgebiet
der Molekularbiologie wohl bekannt; vgl. z. B.
WO 94/29469 ; vgl. auch vorstehend.
Die Gentherapie kann durch direkte Verabreichung des rekombinanten
DNA-Moleküls
oder Vektors der Erfindung an einen Patienten oder mittels Transfektion
von Zellen mit dem Polynucleotid oder Vektor der Erfindung ex vivo und
Infusion der transfizierten Zellen in den Patienten durchgeführt werden.
-
Diese
und andere Ausführungsformen
sind offenbart in oder offensichtlich von und umfasst von der Beschreibung
und den Beispielen der vorliegenden Erfindung. Weitere Literatur
hinsichtlich der Verfahren, Verwendungen und Verbindungen, die gemäß der vorliegenden
Erfindung verwendet werden können,
kann von öffentlichen
Bibliotheken erhalten werden, zum Beispiel unter Verwendung von
elektronischen Mitteln. Zum Beispiel kann die öffentliche Datenbank "Medline" verwendet werden,
die im Internet verfügbar
ist, z. B. unter http://www.ncbi.nlm.nih.gov/PubMed/medline.html.
Weitere Datenbanken und Adressen wie http://www.ncbi.nlm.nih.gov/,
http://www.infobiogen.fr/, http://www.fmi.ch/biology/research_tools.html;
http://www.tigr.org/ sind dem Durchschnittsfachmann auf dem Fachgebiet
bekannt und können
auch unter Verwendung von z. B. http://www.lycos.com erhalten werden.
Einen Überblick über Patentinformation
in der Biotechnologie und einen Überblick über relevante
Quellen von Patentinformation, die für eine retrospektive Recherche
und das laufende Bewusstsein von Nutzen sind, werden in Berks, TIBTECH
12 (1994), 352–364
gegeben.
-
Die
pharmazeutischen und diagnostischen Zusammensetzungen, Verwendungen
und Verfahren der Erfindung können
auch für
die Diagnose und Behandlung von allen Arten von Krankheiten verwendet
werden, von denen bisher nicht bekannt ist, dass sie mit varianten
hPXR-Genen in Beziehung stehen oder davon abhängen. Die Zusammensetzungen,
Verfahren und Verwendungen der vorliegenden Erfindung können wünschenswerterweise
in Menschen angewendet werden, obwohl auch die Behandlung von Tieren
von den hier beschriebenen Verfahren und Verwendungen umfasst wird.
-
Kurze Beschreibung der Figuren
-
1:
Unterschiede im genetischen Aufbau beeinflussen die Wirksamkeit
und Sicherheit der Behandlung mit Arzneistoffen
-
2:
Ein gegenwärtiges
Modell der Regulation von CYP3A4 durch hPXR.
-
3:
A) die Struktur des hPXR-Gens. Die codierenden Regionen sind als
gefüllte
Rechtecke dargestellt, die nicht codierenden untranslatierten 5'- und 3'-Regionen sind gestrichelte Rechtecke.
Pfeile kennzeichnen die Positionen der Oligonucleotide, die für die Durchmusterung
der codierenden Region des Gens verwendet wurden. Die horizontalen
Balken, die mit DBD und LDB gekennzeichnet sind, markieren die Lage
der DNA bindenden Region bzw. der Liganden bindenden Region. Die
horizontalen Linien unten zeigen die menschlichen genomischen BAC-Clone GS21907 und
GS21908, einschließlich
der Restriktionsstellen für
ApaI (A), BgIII (B), EcoRI (E), EcoRV (EV), HindIII (H) und XbaI
(X). B) Die differentielle Expression der Exons 1a und 1b von hPXR
in der Leber und dem Darm, wie sie mittels PCR-Amplifikation von
von Gewebe abgeleiteten cDNAs untersucht wurde. Die für die Amplifikation verwendeteten
Primer werden unterhalb des Agarosegels und mit Pfeilen in den Exons
1a und 1b und 2 dargestellt.
-
4:
Genomische Sequenzen und Polymorphismen in den hPXR-Genen. Die für die Amplifikation und
Sequenzierung verwendeten Primer (Tabelle 3) ebenso wie die Spleiß-Stellen
sind unterstrichen. Dick unterstrichen sind polymorphe Stellen und
sie werden als die Wildtyp- und die variante Base gezeigt, getrennt durch
einen Pfeil.
-
5:
Die Western-Blot-Analyse des gesamten zellulären Proteins von COS-1-Zellen, die transient mit
5 μg Expressionsplamiden
für Wildtyp-
oder variante hPXR-Proteine transfiziert wurden. Die Proteinmengen
wurden entsprechend der Transfektionseffizienz eingestellt, geschätzt durch
die Aktivität
der β-Galactosidase,
die gleichzeitig in die Zellen transfiziert wurde. Die Blots wurden
mit einem hPXR-spezifischen Antikörper hybridisiert. Molekulargewichtsmarker
(in kD) sind links gezeigt.
-
6:
LS174T-Zellen wurden gleichzeitig mit dem Promotor-künstlichen
hPXR-abhängigen
Reportergens pGL3(DR3)3Tk(-105), pCMVβ und Expressionsplasmiden
für hPXR-Varianten
transfiziert, wie angegeben. Die Zellen wurden 42 Stunden mit 10 μM Rifampicin
oder 0,1%-igem DMSO behandelt, dann geerntet und auf ihre Luciferase-
und β-Galactosidase-Aktivitäten analysiert.
Die Daten werden als Mittelwert ±SA gezeigt. Die Aktivität jeder
hPXR-Varianten in der Gegenwart von nur DMSO wurde als 1 (A, B)
oder 100% (C) genommen. A) Die Effekte von hPXR-Varianten nach 10 μM Rifampicin.
B) Die Effekte von hPXR-Varianten
in der Abwsenheit von exogenen Induktoren.
-
Beispiele
-
Beispiel 1: Genomische Organisation und
Oligonucleotide für
die Amplifikation der codierenden Regionen von hPXR
-
Die
genomische Struktur von hPXR wurde durch Sequenzierung von PCR-Fragmenten, die mit
Oligonucleotiden erzeugt worden waren, die in zwei benachbarten
Exons liegen, ebenso wie durch direkte Sequenzierung eines hPXR
enthaltenden BAC (Genome Systems GS21908) bestimmt. Der Vergleich
zwischen den erhaltenen genomischen und GenBank-cDNA-Sequenzen (gi
3769538, gi 3769536, gi 5852062, gi 5852066, gi 3511137) offenbarte,
dass das Gen aus 10 Exons und 9 Introns besteht und mindestens 20
kb genomischer DNA überspannt.
Die ungefähre
Größe von Intron
1b wird auf etwa > 7
kb geschätzt
(3, Tabellen 1 und 2), basierend auf der Restriktionskartierung
der BACs GS21908 und GS21907, gefolgt von Hybridisierung mit mehreren
Sonden, die von dem Gen abgeleitet sind. Die Exon- und Intron-Größen ebenso
wie die Sequenzen an den Exon-Intron-Grenzen sind in Tabelle 2 angegeben.
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Die
Sequenz- und Genexpressionsanalysen offenbarten, dass die Exons
1a und 1b als alternative 5'-Enden
von hPXR-Transkripten verwendet werden (Bertilsson, Proc Natl Acad
Sci U S A 95 (1998), 12208–13).
Somit fehlt dem Intron 1a eine 3'-Konsensus-Spleiß-Stelle
(nicht gezeigt). Die zwei Exons werden in Geweben, in denen hPXR
transkribiert wird, verschieden exprimiert. Exon 1a wird in der
Leber und dem Dünndarm
exprimiert, während
Exon 1b nur in der Leber exprimiert wird (3B).
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Beispiel 2: Isolierung von genomischer
DNA, Amplifikation, Reinigung und Sequenzierung von hPXR-Genfragmenten.
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Genomische
DNA wurde unter Verwendung von Standardtechniken aus Blut- oder Leberproben
von Kaukasiern oder Schwarzafrikanern isoliert. Die Bedingungen
für die
Amplifikation von hPXR-Genfragmenten sind in Tabelle 3 angegeben.
Die vollständigen
Sequenzen der Amplicons sind in 4 dargestellt.
Die Qualität
der Amplicons wurde routinemäßig mit
Agarosegelelektrophorese überprüft. Die
Fragmente wurden dann über
PCR-Reinigungssäulen
(Qiagen) verarbeitet, was alle Komponenten der PCR entfernte, die
ansonsten bei der anschließenden
Sequenzierungsreaktion stören
könnten.
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Die
Sequenzierungsreaktion wurde unter Verwendung des Farbstoffterminator-Verfahrens durchgeführt und
die Proben wurden dann auf Polyacrylamid-Gelen aufgelöst (Perkin-Elmer-377-
und -3700-Sequenzierungsgeräte).
Beide Stränge
wurden routinemäßig sequenziert,
um die hohe Qualität
der Resultate und das Auffinden von Heterozygoten sicher zu stellen.
Die Sequenzen wurden visuell auf ihre Qualität überprüft und dann unter Verwendung
des PHRED/PHRAP/POLYPHRED/CONSED-Softwarepakets (University of Washington,
Seattle, USA) auf die Anwesenheit von Polymorphismen analysiert.
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Beispiel 3: Polymorphismen im hPXR-Gen
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Die
codierende Region von hPXR, Teile des 5'- und 3'-UTR ebenso wie einige Intronsequenzen,
die die Exons des Gens flankieren, wurden mittels PCR aus genomischer
DNA amplifiziert und sequenziert (Tabelle 3). Die Durchmusterung
wurde bei 300 bis 418 kaukasischen und 54 bis 74 afrikanischen Chromosomen vorgenommen
(Tabellen 4 und 5). Insgesamt wurden 28 Varianten in den durchsuchten
Proben gefunden (Tabellen 4 und 5). Neun Variante wurden nur bei
Kaukasiern gefunden, 14 waren exklusiv für die Afrikaner, während nur
fünf bei
beiden ethnischen Gruppen gemeinsam vorkamen. 13 Varianten sind
innerhalb der Protein-codierenden Sequenz lokalisiert, 8 in den
flankierenden Intronsequenzen und sieben in dem 5'- oder 3'-UTR. Von den 13
Varianten, die in der Protein-codierenden Region gefunden wurden,
wirkten sich sechs auf die hPXR-Proteinsequenz aus, während 7
still sind (Tabellen 4 und 5). Drei Proteinvarianten (E18K, P27S
und G36R) liegen in Exon 2. Zwei von ihnen (E18K und P27S) wurden
nur bei Afrikanern identifiziert. Der häufigste Proteinpolymorphismus
(P27S) tritt bei 14,9% der afrikanischen Chromosomen auf. Die Variante
G36R wird nur bei Kaukasiern gefunden und sie hat eine allelische
Frequenz von 3%. 0,5% der Kaukasier sind heterozygot hinsichtlich
der Variante V104M und 2,7% der Afrikaner hinsichtlich der Variante
D163G). 3,1% der Afrikaner sind heterozygot hinsichtlich der Variante
A370T. Innerhalb der konservierten Spleißstellen (AG und GT) wurden
keine Mutationen gefunden. Insgesamt ist die Protein-codierende
Sequenz von hPXR, wie sie bei der Mehrheit der Kaukasier und Afrikaner
gefunden wird, identisch mit der berichteten cDNA-Sequenz (gi 3769538),
außer
der Position 112, wo bei allen analysierten Proben ein A durch ein
G ersetzt wurde.
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Beispiel 4: Funktionelle Charakterisierung
der hPXR-Proteinvarianten
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Im
Folgenden untersuchten wir den Effekt der Unsinn-hPXR-Mutationen
auf die Expression und Aktivität
des hPXR-Proteins. Wir untersuchten auch den Effekt der hPXR-2-Spleiß-Variante,
die von einer kryptischen Spleiß-Akzeptorstelle
innerhalb von Exon 5 resultiert, die zu einer Deletion von 37 Aminosäuren aus
der Liganden-Bindungsdomäne
von hPXR führt
(Dotzlaw, Clin Cancer Res 5 (1999), 2103–7). Dazu konstruierten wir
eukaryontische Expressionsplasmide für alle sechs hPXR-Proteinvarianten
und für
die hPXR-2-Deletionsvariante. Die Sequenz des vom "Wildtyp"-Konstrukt codierten
Proteins ist identisch mit der bei den meisten Kaukasiern und Afrikanern
gefundenen. Die Western-Blot-Analyse von COS-1-Zellen, die transient
mit diesen Plasmiden transfiziert waren, zeigte, dass alle Varianten
die Expression ähnlicher
Mengen an Protein steuerten (5). Die
offensichtlichen Größen der
Varianten waren in Übereinstimmung
mit dem berechneten Molekulargewicht von hPXR (49,7 kD) und hPXR-2
(45,7 kD), mit der Ausnahme der E18K-Varianten, die ein offensichtliches
Molekulargewicht von 47–48
kD zeigte (5).
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Die
funktionellen Konsequenzen der Proteinvarianten wurden in LS174T-Zellen untersucht. LS174T-Zellen
wurden zuerst mit Wildtyp- oder varianten hPXR-Expressionsplasmiden gleichzeitig zusammen
mit dem hPXR-abhängigen
Promotor-Reportergen-Plasmid
pGL3(DR3)3TK(-105) transfiziert. Das Plasmid
enthält
drei Kopien des DR3-Motivs des CYP3A23-Promotors, von dem gezeigt
wurde, dass er das hPXR-Response-Element ist (Kliewer, Cell (1998),
73–82),
und der stromaufwärts
eines minimalen Thymidinkinase-Promotors und von Luciferase inseriert
ist. Diese Zellen wurden mit dem Xenobioticum Rifampicin behandelt,
einem bekannten Aktivator des menschlichen hPXR (Slumberg, Genes
Dev (1998), 3195–3205;
Lehmann, J Clin Invest (1998), 1016–1023). 6a zeigt,
dass die Varianten E18K, P27S und G36R die Transkription des Reportergens
in diesem Test ebenso effizient stimulierten wie Wildtyp-hPXR nach
Behandlung mit Rifampicin. Im Gegensatz dazu war die von hPXR vermittelte
transkriptionelle Aktivierung bei den V140M-, D163G- und hPXR-2-Varianten
vermindert. Nach der Behandlung mit Rifampicin zeigen die V140M-
und D163G-Varianten nur 50% der Wildtyp-Aktivität, während hPXR-2 nur eine Aktivität von etwa
25% hatte (6A). A370T zeigte nach
Behandlung mit Rifampicin auch eine leicht verminderte transkriptionelle
Aktivierung, aber diese Reduktion war in der besagten Serie von
Experimenten nicht signifikant und muss durch weitere Experimente
oder in anderen Testsystemen bestätigt werden (6A).
Wie in 6B in der Abwesenheit von zugesetzten
hPXR-Aktivatoren zusammengefasst, zeigten die Varianten E18K, P27S
und G36R eine niedrigere Grundaktivität als Wildtyp-hPXR, während V140M
und A370T eine erhöhte
Grundaktivität
zeigten (130% oder 207%). Im Gegensatz dazu zeigten D163G und hPXR-2
eine stark reduzierte Grundaktivität (etwa 10% vom Wildtyp). Die
Veränderungen
in der Grundaktivität
von Varianten sind unabhängig
von der Aktivator-abhängigen
Aktivität.
Während
V140M und A370T eine höhere
Grundaktivität
hatten, aber eine reduzierte oder gleiche Aktivität bei Aktivierung
des mutierten hPXR, hatten D163G und hPXR-2 beide eine niedrigere
Grundaktivität
ebenso wie eine reduzierte Aktivität nach Aktivierung.
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Tabelle
1: Bei der Bestimmung der Struktur und der Exon/Intron-Grenzen des
hPXR-Gens verwendete Oligonucleotide
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50
ng genomische DNA wurden zu einem Reaktionsgemisch (Gesamtvolumen
30 oder 50 μl)
zugegeben, das 1 × PCR-Puffer
(Q = Qiagen, Kat. Nr. 1005479, oder B2 = Boehringer (nunmehr Roche)
Expand Long Template PCR Buffer, Nummer 2, Kat. Nr. 1742655), 0,25 μM jedes Oligonucleotids,
200 μM dNTPs
und 1 E Taq-Polymerase
(Qiagen) enthielt. Amplifikationen wurden auf einem RoboCycler Gradient
96 (Stratagene) durchgeführt,
mit einem anfänglichen
Denaturierungsschritt von 2 Min. bei 94°C, gefolgt von 32 Amplifikationszyklen
von Denaturierung (40 Sek., 94°C),
Anlagerung (45 Sek., Temperaturen 56–60°C) und Verlängerung (60–150 Sek., 72°C). Dem folgte
ein finaler Verlängerungsschritt
von 5 Min., 72°C.
Alle Sequenzierungsreaktionen wurden auf einem GeneAmp PCR System
9700 (Perkin Elmer) unter Verwendung des dye-terminator DNA sequencing-Kits
(Perkin Elmer, Kat. Nr. 4303154) gemäß den Vorschriften des Herstellers
durchgeführt.
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Tabelle
2. Exon-Intron-Organisation des hPXR-Gens*
-
- *Exonsequenzen sind in großen Buchstaben gezeigt, Intronsequenzen
in kleinen Buchstaben. Wegen der alternativen Verwendung der Exons
1a und 1b in den hPXR-Transkripten
ist keine 3'-Spleiß-Stelle
in Intron 1 angegeben.
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Tabelle
5: Genetische Varianten von hPXR
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