-
TECHNISCHES
ANWENDUNGSGEBIET
-
Vorliegende
Erfindung bezieht sich auf eine Methode zur Herstellung einer Silikonverbindung
(ein Polysiloxan) und insbesondere auf eine neue Methode zur Polymerisation
eines linearen Silalkylensiloxans, wobei das entsprechende cyclische
Silalkylensiloxan einer Ringöffnungspolymerisation
unterzogen wird.
-
VERFAHRENSGRUNDLAGEN
-
Silikonverbindungen
(Polysiloxane) weisen exzellente thermische Widerstandsfähigkeit,
hohe Wetterbeständigkeit
und einzigartige elektrische Eigenschaften etc. auf, so dass sie
in verschiedenen Gebieten verwendet werden. Es wurden auch verschiedene
Versuche unternommen, Verbesserungen der Leistungsfähigkeit und
der Eigenschaften zu erzielen. Polysilalkylensiloxane sind eine
solche Gruppe von Silikonverbindungen mit verbesserten Eigenschaften.
Polysilalkylensiloxane ziehen nun die Aufmerksamkeit als Polymere
auf sich, die, verglichen mit Dimethylpolysiloxanen, in verschiedenen
Anwendungsgebieten ausgiebig genutzt werden und exzellente Widerstandsfähigkeit
gegenüber
Säuren,
Alkalien und ähnlichem
sowie bemerkenswerte mechanische Stärke aufweisen, da sie durch
Einführen
von Silalkylenbindungen, wie z.B. Silethylenbindungen, in die Hauptsiloxankette
hergestellt werden.
-
Als
Verfahren zur Herstellung eines Polysilalkylensiloxans wurde ein
Prozess beschrieben, bei dem ein cyclisches Silalkylensiloxan durch
anionische Polymerisation unter Verwendung von Lithiumsilanolat
als Initiator unter alkalischen Reaktionsbedingungen einer Ringöffnungspolymerisation
unterzogen wird (B. Suryanarayanan et al., J. Polym. Sci. 12, 10891109,
S. 1089–1109
(1974)). Abwandlungen dieses Verfahren beinhalten z.B. ein Verfahren,
bei dem ein cyclisches Silalkylensiloxan unter Verwendung von Kaliumsilanolat
als Initiator und Divinylsiloxan als Kettentransfer-Agens einer
Ringöffnungspolymerisation
unterzogen wird (geprüfte Japanische
Offenlegungsschrift Nr. 15614/1994; Japanische Offenlegungsschrift
Nr. 178727/1990) sowie ein Verfahren zur Ringöffnungspolymerisation unter
Verwendung von Wasser als Kettentransfer-Agens (geprüfte Japanische
Offenlegungsschrift Nr. 62773/1994; Japanische Offenlegungsschrift
Nr. 178727/1990). Die Reaktionsabläufe von solchen Verfahren gemäß des Standes
der Technik sind jedoch aufgrund der Tatsache, dass die Verfahren
auf der lebenden Polymerisation durch anionische Polymerisation
unter alkalischen Bedingungen beruhen, aufwendig, weil sie die Verwendung
eines Kettentransfer- Agens
zur Regulation des Molekulargewichts des resultierenden Produkts
benötigen.
-
BESCHREIBUNG
DER ERFINDUNG
-
Vorliegende
Erfinder haben ein neues Verfahren, mit dem ein lineares Polysiloxan
aus einer cyclischen Siloxanverbindung durch Ringöffnungspolymerisation
hergestellt werden kann, gefunden, die so ausgeführt wird, dass die Silanverbindung
und ein spezieller Übergangsmetallkatalysator
unter neutralen Bedingungen eingesetzt werden, jedoch kein Kettentransfer-Agens benötigt wird.
-
Somit
stellt vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines
linearen Polysilalkylensiloxans mit einer Wiederholungseinheit,
die durch die folgende generelle Formel (4) repräsentiert wird:
bereit, (wobei b eine ganze
Zahl von 1 bis 4 und R eine Kohlenwasserstoffgruppe von 1 bis 8
Kohlenstoffatomen ist),
bei dem ein cyclisches Silalkylensiloxan,
das durch die folgende generelle Formel (3) wiedergegeben wird:
(wobei b und R die gleiche
Bedeutung haben wie oben) einer Ringöffnungspolymerisation unterzogen
wird, wo bei als Katalysator ein polynuklearer Rutheniumcarbonyl-Komplex
verwendet wird, bei dem die Carbonylgruppen mit drei oder vier Rutheniumatomen
koordiniert sind, in Gegenwart einer Silanverbindung gemäß folgender
allgemeiner Formel (1):
(wobei X
1,
X
2 und X
3 gleich
oder verschieden und je eine funktionelle Gruppe, ausgewählt aus
der Gruppe bestehend aus einem Wasserstoffatom, einem Halogenatom,
einer Aminogruppe, einer Alkylgruppe, einer Alkoxygruppe, einer
Thioalkylgruppe, einer Alkylaminogruppe, einer Arylgruppe, einer
Arylaminogruppe, einer Vinylgruppe, einer Siloxygruppe, einer Organosiloxygruppe,
einer Organosilylgruppe und einer heterocyclischen Gruppe sind)
oder
gemäß folgender
allgemeiner Formel (2)
(wobei X
4,
X
5, X
6 und X
7 gleich oder verschieden und je eine funktionelle
Gruppe, ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus einem Wasserstoffatom, einem Halogenatom,
einer Aminogruppe, einer Alkylgruppe, einer Alkoxygruppe, einer
Thioalkylgruppe, einer Alkylaminogruppe, einer Arylgruppe, einer
Arylaminogruppe, einer Vinylgruppe, einer Siloxygruppe, einer Organosiloxygruppe,
einer Organosilylgruppe und einer hete rocyclischen Gruppe sind;
und a eine ganze Zahl von 1 bis 4 ist).
-
KURZE BESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
-
1 zeigt
ein GPC-Diagramm, das ein Polymer, das nach erfindungsgemäßer Methode
hergestellt wurde, wiedergibt.
-
2 zeigt
ein Infrarotabsorptionsspektrum des nach erfindungsgemäßer Methode
hergestellten Polymers.
-
BESTE ART
UND WEISE ZUR AUSFÜHRUNG
DER ERFINDUNG
-
Mit
dem erfindungsgemäßen Verfahren
kann leicht ein lineares Polysilalkylensiloxan hergestellt werden,
dadurch, dass ein korrespondierendes cyclisches Silalkylensiloxan
einer Ringöffnungepolymerisation
in der Anwesenheit einer Kombination einer Silan-Verbindung und eines Katalysators, der
aus einem polynuklearen Rutheniumcarbonyl-Komplex mit Carbonylgruppen,
die an drei oder vier Rutheniumatome koordiniert sind, gebildet
ist, unterzogen wird. Mit anderen Worten erlaubt das erfindungsgemäße Verfahren
die Produktion des Zielpolymers einfach durch Verwendung einer katalytisch
effektiven Menge des Rutheniumkomplexes und einer geringen Menge
der Silanverbindung. Weiterhin kann mit diesem Verfahren das molekulare
Gewicht des resultierenden Polymers auf relativ einfache Weise durch
einfache Variierung der Reaktionsbedingungen kontrolliert werden.
Die Details der chemischen Struktur und der Herstellung des polynuklearen
Rutheniumcarbonyl-Katalysators, der in vorliegender Erfindung eingesetzt
wird, etc. sind in den Veröffentlichungen
des vorliegenden Erfinders und an deren beschrieben (H. Nagashima
et al., J. Am. Chem. Soc., 115, 10430–10431 (1993); H. Nagashima
et al., Bull. Chem. Soc. Jpn., 71, 2441–2448 (1998); S.A.R. Knox et
al., J. Am. Chem. Soc., 97, 3942 (1975); M. I. Bruce et al., Inorg.
Synth., 26, 262 (1989)).
-
Die
vorliegende Erfindung beschreibt den einzigartigen Fall, bei dem
die Ringöffnungspolymerisation durch
Verwendung eines Übergangsmetall-Katalysators
bewirkt werden kann. Es sollte jedoch erwähnt werden, dass solche Komplexe,
wie CO2(CO)8, ein
gut bekannter Übergangsmetallcarbonyl-Komplex,
nicht als Reaktionskatalysator bei vorliegender Reaktion funktioniert.
-
Der
Rutheniumcarbonyl-Komplex, der in vorliegender Erfindung verwendet
wird, hat eine stabile polynukleare Konfiguration, die eine Mehrzahl
von Rutheniumatomen mit Carbonylgruppen als Liganden beinhaltet und
einen Cluster-Katalysator bereitstellen kann, der die Ringöffnungspolymerisation
eines Silalkylensiloxans bewirkt. Insbesondere hat der polynukleare
Rutheniumcarbonyl-Komplex, der als Katalysator für das erfindungsgemäß Verfahren
verwendet werden kann, eine Basis-Konfiguration, wobei eine Mehrzahl
von Carbonylgruppen mit drei oder vier Rutheniumatomen koordiniert
ist. Zudem enthält
der polynukleare Rutheniumcarbonyl-Komplex zusätzlich zu den Caronylliganden,
bevorzugt einen Liganden, ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus Hydrid und/oder einer polycyclischen,
aromatischen Einheit, wie z.B. Acenaphthylen und Azulen. Ein polynuklearer
Rutheniumcarbonyl-Komplex mit einem solchen zusätzlichen Liganden ist insbesondere
bezüglich
seiner Reaktivität
bei der Ringöffnungspolymerisation
von Silalkylensiloxanen herausragend, Es wird davon ausgegangen,
dass diese Aktivität
durch die Cluster-Struktur, bei der die Mehrzahl Metalle und die
Bildung eines aktiven Metalls auf die Änderung des Haptizitätswechsels
bei Annäherung
der Reaktanden zurückzuführen ist,
vermittelt wird. Somit ist der polynukleare Rutheniumcarbonyl-Komplex,
der insbesondere als Katalysator bei vorliegendem erfindungsgemäßem Verfahren
nützlich
ist, ausgewählt
aus den folgenden Formeln (5) bis (9):


-
Die
Ringöffnungs-Polymerisation,
die nach erfindungsgemäßem Verfahren
ausgeführt
wird, kann im Allgemeinen durch die folgende Reaktionsgleichung
(I) wiedergegeben werden:
-
Bei
der obigen Reaktionsgleichung (I) ist die Verbindung, die durch
die allgemeine Formel (3) repräsentiert
wird, ein cyclisches Silalkylensiloxan, die ein Monomer, das als
Edukt verwendet wird, definiert, bei dem das Referenzsymbol b eine
ganze Zahl von 1 bis 4 darstellt. Insbesondere ist es Aufgabe der
vorliegenden Erfindung, ein lineares Polymer bereitzustellen, d.h.
ein Polysilalkylensiloxan mit einer Wiederholungseinheit oder einer
wiederkehrenden Einheit mit der allgemeinen Formel (4), wobei ein
vier- bis siebengliedriges, cyclisches Silalkylensiloxan, wie z.B.
Silmethylensiloxan, Silethylensiloxan, Silpropylensiloxan oder Silbutylensiloxan
etc., einer Ringöffnungspolymerisation
unterzogen wird.
-
In
den allgemeinen Formeln (3) und (4) bedeutet das Referenzsymbol
R eine Kohlenwasserstoffgruppe mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen, was
sinngemäß insbesondere
eine C1- bis C8-Alkylgruppe,
eine C1- bis C8-Alkenylgruppe, eine
C1- bis C8-Cycloalkylgruppe,
eine C1- bis C8-Arylgruppe,
eine C1- bis C8-Aralkylgruppe
usw. bedeutet. Unter den C1- bis C8-Kohlenwasserstoffgruppen für das Referenzsymbol
R ist eine niedrigere Alkylgruppe, wie z.B. Methyl, Ethyl, Propyl
etc. bevorzugt. Ferner können
bei den allgemeinen Formeln (3) und (4) die vier C1-
bis C8-Kohlenwasserstoffgruppen, von denen
jede mit dem Referenzsymbol R bezeichnet ist, gleich oder verschieden
sein.
-
Das
erfindungsgemäße Verfahren
ist insbesondere effektiv bei der Herstellung eines Polyalkylensiloxans
mit einer Wiederholungseinheit, die durch die Formel (11) wiedergegeben
wird:
aus einem fünfgliedrigen,
cyclischen Silethylensilo xan, das durch die Formel (10) wiedergegeben
wird:
-
Bei
den obenstehenden Formeln (10) und (11) ist das Referenzsymbol R
bevorzugt eine Methylgruppe.
-
Das
erfindungsgemäße Verfahren
kann das lineare Zielpolymer durch Ringöffnungspolymerisation des korrespondierenden
cyclischen Siloxans in Gegenwart eines speziellen Katalysators und
einer Silan-Verbindung bereitstellen. Als der spezielle Katalysator
können,
wie oben bereits gezeigt, die polynuklearen Rutheniumcarbonyl-Komplexe
verwendet werden.
-
Als
Silanverbindungen können
die Verbindungen, die oben durch die generellen Formeln (1) oder
(2) beschrieben wurden, verwendet werden. Die Referenzsymbole X1, X2 und X3 in der obenstehenden generellen Formel
(1), wie auch die Referenzsymbole X4, X5, X6 und X7 in der oben angegebenen generellen Formel
(2) können
untereinander identisch oder verschieden voneinander sein, wobei
jedes eine funktionelle Gruppe oder Atom meint. Bevorzugte Beispiele
der funktionellen Gruppen oder Atome beinhalten das Wasserstoffatom,
ein Halogenatom, eine Aminogruppe, eine Alkylgruppe, eine Alkoxygruppe,
eine Thioalkylgruppe, eine Alkylaminogruppe, eine Arylgruppe, eine
Arylaminogruppe, eine Vinylgruppe, eine Siloxygruppe, eine Organo-Siloxygruppe,
eine Organo-Silylgruppe, eine heterocyclische Gruppe (z.B. Pyridylgruppe)
usw. Obwohl die Anzahl der Kohlenstoffatome in der Alkylgruppe,
der Alkoxygruppe, der Thioalkylgruppe, der Alkylaminogruppe, der Organo-Siloxygruppe,
der Organo-Silylgruppe usw. nicht besonders limitiert ist, beträgt sie bevorzugt
1 bis 8 Kohlenstoffatome. Für
die funktionellen Gruppen oder Atome, die von jedem der Referenzsymbole
X1 bis X7 in den
obenstehenden generellen Formel (1) und (2) repräsentiert werden, ist eine niedere
Alkylgruppe mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen (insbesondere Methyl)
und eine Phenylgruppe besonders bevorzugt. Wie aus den generellen
Formeln (1) und (2) ersichtlich ist, ist das strukturelle Merkmal
der Silanverbindungen, dass sie zumindest eine SiH-Bindung aufweisen.
Die Silan-Verbindungen der allgemeinen Formeln (1) und (2) sind
leicht als bekannte Verbindungen erhältlich.
-
Von
den Silan-Verbindungen, die durch die allgemeinen Formeln (1) und
(2) repräsentiert
werden, sind die Silan-Verbindungen, die durch die allgemeine Formel
(2) repräsentiert
werden, im Allgemeinen bevorzugt, weil sie in geringerer Konzentration
verwendet werden können.
Die besonders bevorzugten Beispiele der Silan-Verbindungen können eine
Silanverbindung mit einer Alkylen-Struktur, die mit dem gewünschten
Polysilalkylensiloxan korrespondiert, beinhalten, bei dem das Referenzsymbol
a (Formel (2)) identisch ist mit dem Referenzsymbol b (Formel (4)).
Zum Beispiel kann die Silan-Verbindung, die durch die Formel H(CH3)2Si(CH2)2Si(CH3)2H
(Tetramethylsilethylen) repräsentiert
wird, bevorzugt als Co-Katalysator zur Herstellung eines Polysilethylensiloxans
verwendet werden.
-
Die
Ringöffnungspolymerisation,
die bei erfindungsgemäßem Verfahren
angewandt wird, kann in einem nichtwässrigen Lösungsmittel unter neutralen
Bedingungen unter Verwendung des Katalysators und der Silanver bindung,
wie oben gezeigt, durchgeführt
werden. Adequate Beispiele eines solchen Lösungsmittels beinhalten Benzol,
Toluol, Dichlormethan, Dietyhlether usw. Die Ringöffnungspolymerisation
kann unter Umgebungsdruck oder reduziertem Druck bei einer Temperatur
im Bereich von 5 °C
bis 80 °C,
bevorzugt von 30 °C
bis 50 °C, über eine
Reaktionszeit im Bereich von 2 h bis 100 h, bevorzugt von 2 h bis
50 h, durchgeführt werden.
-
Das
Molekulargewicht des durch die erfindungsgemäße Polymerisation erhaltenen
Polymers ist nicht besonders beschränkt, obwohl es im Allgemeinen
in den ungefähren
Bereich von 500 bis 500.000 als zahlengemitteltes Molekulargewicht
fällt.
Das erfindungsgemäße Verfahren
ist dadurch charakterisiert, dass das Molekulargewicht des resultierenden
Zielpolymers einfach dadurch kontrolliert werden kann, dass der
polynukleare Rutheniumcarbonyl-Komplex als Katalysator und die Silanverbindung
ohne Verwendung eines Kettentransfer-Agens verwendet werden. Im Allgemeinen
kann das Molekulargewicht des resultierenden Polymers durch Verwendung
des Monomers in geringerer Konzentration kleiner eingestellt werden.
Darüberhinaus
kann das Molekulargewicht des resultierenden Polymers auch dadurch
reduziert werden, dass ein aprotisches Solvens, wie z.B. Aceton,
zugegeben wird. Das Polymer, das nach erfindungsgemäßem Verfahren
erhalten wird, hat eine schmale molekulare Gewichtsverteilung, wobei
das Verhältnis
Mw/Mn (wobei Mw das Gewichtsmittel des Molekulargewichts und Mn
das Zahlenmittel des Molekulargewichts ist) im generellen Bereich
zwischen 1,3 und 2,6 liegt. Das resultierende Polymer kann ein Wasserstoffatom
an jedem Ende unter gewöhnlichen
Bedingungen und eine Hydroxylgruppe, bei Anwesenheit von Wasser
im Reaktionssystem, aufweisen.
-
BEISPIELE
-
Um
die Eigenschaften der vorliegenden Erfindung besser zu verdeutlichen,
wird das erfindungsgemäße Verfahren
anhand von spezifischen Arbeitsbeispielen beschrieben. Dabei sollten
die Beispiele jedoch so verstanden werden, dass die vorliegende
Erfindung in keiner Weise durch die Arbeitsbeispiele eingeschränkt wird.
Weiterhin ist es so aufzufassen, dass die Repräsentation von Kohlenstoffatomen
und Wasserstoffatomen aus den chemischen Strukturformeln, wie in
dieser Beschreibung angegeben, in Übereinstimmung mit der gewöhnlichen
Art und Weise der Repräsentation
chemischer Formeln ausgelassen werden können.
-
Beispiel 1:
-
Dieses
Beispiel soll eine erfindungsgemäße Ringöffnungspolymerisation
illustrieren und das Prozedere der Analyse des resultierenden Polymers
beschreiben.
-
Ein
dickwandiges NMR-Röhrchen
mit einem Durchmesser von 5 mm, das mit einem gewöhnlichen Grundverbindungsstück ausgestattet
ist, wurde mit 43 mg (0,27 mMol) eines fünfgliedrigen cyclischen Silethylensiloxanmonomers,
repräsentiert
durch die folgende Formel (12), 30 mg (0,27 mMol) von Dimethylphenylhydrosilan
(einer Silanverbindung), 1,7 mg (2,7·10–3 mMol)
eines dreikernigen Rutheniumheptacarbonyl-Komplexes, repräsentiert durch die oben angegebene
Formel (5) (Katalysator) und 0,53 g von deuteriertem Benzol (C6D6) befüllt, im
Anschluss daran wurde das NMR-Röhrchen
nach Entlüften
versiegelt.
-
-
Das
NMR-Röhrchen
wurde dann unter Rühren
auf 40 °C
erwärmt.
Nach 3 h bei 40 °C
wurde das Röhrchen
auf Raumtemperatur abgekühlt
und geöffnet,
gefolgt von einer Zugabe von 0,3 g Diethylether, um das gebildete
Polymer zu lösen.
Die resultierende Lösung
wurde in einen Kolben überführt und
das deuterierte Benzol sowie die nicht reagierte Silanverbindung
wurden bei Raumtemperatur und bei reduziertem Druck von 0,003 mm
Hg für
12 h abdestilliert, um ein öliges
Material in einer Menge von ungefähr 50 mg zu erhalten.
-
Das
resultierende ölige
Material wurde GPC-Messungen (Gelpermeationschromatographie), Infrarotabsorptionsspektralanalyse, 1H-NMR, 13C-NMR und 29Si-NMR unterzogen. Die Resultate dieser
Messungen sind unten stehend aufgezeigt.
-
GPC
-
Apparat:
-
- Säulenofen:
SHIMADZU CTO-10A
- Pumpe: JASCO PU980
- Säule:
Shodex KF 804L + KF 805L (je eine Säule)
-
Messbedingungen:
-
- Lösungsmittel:
Tetrahydrofuran
- Flussrate: 1 ml/min
- Detektor: Differentialrefraktometer
- Temperatur: 40 °C
- Kalibration: Polystyrol-Standard × 8 Sorten
-
Die
resultierende Messkurve ist in 1 wiedergegeben.
Wie aus dieser Messkurve ersichtlich ist, gibt die GPC ein Muster
eines einzigen Verteilungsmodus wieder.
-
Infrarotabsorptionsspektrum
-
Das
Infrarotabsorptionsspektrum ist in 2 wiedergegeben.
- SiO: 1048 cm–1
- SiCH3: 1257 cm–1
-
1H
NMR: in C6D6, Innere
Referenz C6H6
-
- δ (ppm)
- 0,21 (s, SiCH3, 12H)
- 0,65 (s, SiCH2, 4H)
-
13C
NMR: in C6D6, Innere
Referenz C6D6
-
- δ (ppm)
- 0,04 (SiCH3)
- 10,26 (SiCH2)
-
29Si
NMR: in C6D6, Innere
Referenz TMS
-
-
Aus
diesen Resultaten wurde bestätigt,
dass das ölige
Material identisch ist mit dem Polymer, das durch die folgende Formel
(13) wiedergegeben wird:
-
Beispiel 2:
-
Dieses
Beispiel dient der Illustration des Falles, bei dem die Ausbeute
des resultierenden Polymers durch Erhöhung der Beladungsmenge des
Monomers (50fach) und Erniedrigung der Beladungsmenge des Lösungsmittels,
verglichen mit Beispiel 1, erhöht
werden kann.
-
Eine
dickwandige Ampulle mit einem Durchmesser von 15 mm, ausgestattet
mit einem gewöhnlichen Grund-Verbindungsstück, wurde
mit 2,13 g (13,3 mMol) eines cyclischen Silethylensiloxans, das
durch die obenstehende Formal (12) repräsentiert wird, 1,81 g (13,3
mMol) von Dimethylphenylhydrosilan (einer Silanverbindung), 0,87
mg (1,3·10–3 mMol)
eines Rutheniumcarbonyl-Komplexes (ein Katalysator), repräsentiert durch
die obenstehende Formel (5) und 0,27 g Benzol befüllt und
die Ampulle nach Entlüftung
versiegelt. Im Anschluss daran wurde das Rohr auf 40 °C unter Rühren erwärmt. Nach
3 h bei dieser Temperatur wurde das Rohr auf Raumtemperatur abgekühlt und
geöffnet,
gefolgt von einer Zugabe von 0,3 g Diethylether um das gebildete
Polymer zu lösen.
Die resultierende Lö sung
wurde in einen Kolben überführt und
Benzol und die nicht reagierte Silanverbindung bei Raumtemperatur
und 0,003 mm Hg für
12 h abdestilliert, was ein öliges Material
in einer Menge von 2,17 g ergab.
-
Das
resultierende ölige
Material wurde durch GPC, Infrarotabsorptionsspektralanalyse und
NMR in wesentlich ähnlicher
Weise wie in Beispiel 1 analysiert. Die Messungen ergaben, dass
das ölige
Material dem Polymer, das in Beispiel 1 erhalten wurde, ähnlich ist.
-
Beispiel 3:
-
Die
Experimente wurden im Wesentlichen in der gleichen Art und Weise
wie in Beispiel 1, jedoch unter variierenden Reaktionsbedingungen,
wie sie in unten stehender Tabelle 1 angegeben werden, durchgeführt, um
ein lineares Polysilalkylensiloxan aus den korrespondierenden cyclischen
Silethylensiloxan durch Ringöffnungspolymerisation
herzustellen. Die Ergebnisse sind ebenso in Tabelle 1 dargestellt.
-
In
Tabelle 1 obenstehend, werden die relative Silan-Konzentration (die relative Silan-Verbindungs-Konzentration) und
die relative Katalysator-Konzentration
jeweils als molares Verhältnis
bezüglich
des eingesetzten Monomers angegeben.
-
In
Tabelle 1 obenstehend, zeigt Durchlauf Nr. 1 die Ergebnisse, die
in Beispiel 1 unter den Standardbedingungen erhalten wurden, und
Durchlauf Nr. 5 die Ergebnisse, die in Beispiel 2 erhalten wurden.
Durchlauf Nr. 2 zeigt die Resultate, wenn die Konzentration der
Silan-Verbindung auf das Fünffache
der Konzentration, wie sie in Beispiel 1 verwendet wurde, erhöht wurde
(30 min. nach der Beendigung der Reaktion bestätigt). Durchlauf Nr. 3 zeigt
die Resultate, wenn der Kobaltkomplex Co2(CO)8 anstelle des Ruthenium-Katalysators als
Katalysator verwendet wurde. Durchlauf Nr. 4 zeigt die Resultate,
wenn Argon bei atmosphärischem
Druck verwendet wurde und nicht unter reduziertem Druck, wie in
Beispiel 1. Durchlauf Nr. 6 zeigt die Resultate eines Kontrollexperiments,
bei dem weder Katalysator noch Silanverbindungen verwendet wurden;
80 °C; Durchlauf Nr.
7 zeigt die Resultate eines Kontrollexperiments, bei dem kein Katalysator
verwendet wurde; und Durchlauf Nr. 8 zeigt die Resultate eines Kontrollexperiments,
bei dem keine Silanverbindung verwendet wurde. Die Durchläufe Nr.
9 bis 11 zeigen die Resultate, wenn eine Vielfalt der polynuklearen
Rutheniumcarbonyl-Komplexe als Katalysator verwendet wurde, die
von dem Komplex, der durch die Formel (5) beschrieben wird, verschieden
sind.
-
Wie
in Tabelle 1 aufgezeigt, können
mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
(Durchläufe
Nr. 1, 2, 4, 5, 9, 10 und 11) Polymere, die mit den cyclischen Monomeren,
die als Eduktmaterialien korrespondieren, durch Ringöffnungspolymerisationsreaktion
unter Verwendung des polynuklearen Ruthenium-Carbonylkomplexes als
Katalysator in der Anwesenheit der Silanverbindung mit einer Si-H-Bindung,
erhalten werden. Andererseits kann die Reaktion, bei der weder Katalysator
(polynuklearer Rutheniumcarbonyl-Komplex) noch einer Silanverbindung,
im Gegensatz zu erfindungsgemäßem Verfahren,
keine Ringöffnungspolymerisation
induzieren und, als Konsequenz, kein Polymer bereitstellen.
-
-
Beispiel 4:
-
Dieses
Beispiel soll den Fall darstellen, bei dem das Molekulargewicht
des resultierenden Polymers durch Verwendung von Aceton kontrolliert
werden kann.
-
Ein
NMR-Röhrchen
wurde mit 43 mg (0,27 mMol) Silethylensiloxan (ein Monomer), repräsentiert
durch die Formel (12), 36 mg (0,27 mMol) Dimethylphenylsilan (eine
Silanverbindung), 0,174 mg (2,7·10–4 mMol)
eines dreikernigen Rutheniumheptacarbonylkomplexes (ein Katalysator),
repräsentiert
durch die Formel (5), 0,5 ml C6D6 und 16 mg (0,27 mMol) Aceton (ein Transferagens)
befüllt.
Das NMR-Röhrchen
wurde dann versiegelt, 18 h bei 40 °C erwärmt und die Reaktion über 1H NMR verfolgt. Nach Vervollständigung
der Reaktion wurde das Lösungsmittel
unter vermindertem Druck entfernt und ein öliges Material in einer Menge
von 45 mg erhalten. Das Molekulargewicht und die Molekulargewichtsverteilung
(Mw/Mn) des resultierenden Polymers wurde über GPC-Messungen unter Verwendung
von Polystyrol als Standard zu 4200 bzw. 1,3 bestimmt. Die Methylgruppe
(0,215 ppm) und die Methylengruppe (0,656 ppm) der Hauptkette des
Polymers wurden durch Analyse mit 1H NMR
bestätigt
und Multipletts bei 3,90 ppm beobachtet, die die Anwesenheit einer
terminalen Isopropoxy-Gruppe nahelegen. Dies zeigt, dass das Molekulargewicht
des resultierenden Polymers infolge des Einflusses von Aceton als
ein Agens zur Einstellung des Molekulargewichts abnahm.
-
Wenn
die Menge an Aceton auf die Hälfte
reduziert und die Reaktion auf die im wesentlichen gleiche Art und
weise durchgeführt
wird, wurde gefunden, dass das resultierende Polymer ein Molekulargewicht
von 21.000 und eine molekulare Gewichtsdistribution von 2,6 auf weist.
-
Beispiel 5:
-
Dieses
Beispiel soll demonstrieren, dass die Konzentration der Silanverbindung
verringert werden kann, wenn die verwendete Silanverbindung Tetramethyldisilethylen
H(CH3)2Si(CH2)2Si(CH3)2H ist, welches eine der Verbindungen ist,
die durch die obenstehende generelle Formel (2) repräsentiert
werden.
-
Ein
NMR-Röhrchen
wurde mit 43 mg (0,27 mMol) eines cyclischen Silethylensiloxans
(ein Monomer) repräsentiert
durch die Formel (12), 0,39 mg (0,0027 mMol) eines Tetramethyldisiloxans
(eine Silanverbindung), 0,174 mg (2,7·10–4 mMol)
eines dreikernigen Ruthenium-Heptacarbonylkomplexes (ein Katalysator),
repräsentiert
durch die Formel (5) und 0,5 ml C6D6 befüllt.
Das NMR-Röhrchen
wurde dann versiegelt und für
18 h auf 48 °C
erwärmt.
Somit betrug die relative Konzentration der Silanverbindung 0,01
und die relative Konzentration des Katalysators 0,001. Während der
Reaktion wurde der Reaktionsfortschritt über 1H
NMR verfolgt. Nach Beendigung der Reaktion wurde das Lösungsmittel
unter verringertem Druck entfernt und ein öliges Material in einer Menge
von 42 mg erhalten. Das Molekulargewicht und die Molekulargewichtsdistribution (Mw/Mn)
des resultierenden Polymers wurde über GPC-Messungen unter Verwendung
eines Polystyrol-Standards zu 157.000 bzw. 1,8 bestimmt. Die Methylgruppe
(0,215 ppm) und die Methylengruppe (0,656 ppm) der Hauptkette des
Polymers wurden über 1H NMR-Analyse
bestätigt.
-
Beispiel 6:
-
Dieses
Beispiel soll den Fall illustrieren, bei dem das Molekulargewicht
des resultierenden Polymers auch über Variation der Konzentration
des verwendeten Monomers kontrolliert werden kann. Die Polymerisation
wurde im Wesentlichen auf die gleiche Art und weise wie in Beispiel
5 unter Verwendung von Tetramethylendisilethylen als Silanverbindung
durchgeführt,
außer
dass die Menge des Lösungsmittels
(C6D6) und die Konzentration
des Monomers (cyclisches Silethylensiloxan) verändert wurden. Die Ergebnisse
sind in Tabelle 2 aufgeführt.
Aus Tabelle 2 ist ersichtlich, dass das Molekulargewicht des resultierenden
Polymers durch Reduktion der Konzentration des Monomers reduziert
wurde.
-
-
INDUSTRIELLE
ANWENDBARKEIT
-
Vorliegende
Erfindung kann ein lineares Polysiloxan durch Ringöffnungspolymerisation
des korrespondierenden cyclischen Siloxans, z.B. cyclisches Silethylensiloxan
unter neutralen und milden Bedingungen durch Verwendung des polynuklearen
Rutheniumcarbonylkomplexes als Katalysator und der Silanverbindung in
beschriebener Art und weise bereitstellen.
-
Das
resultierende Polymer, z.B. Polysilethylensiloxan, kann in verschiedenen
Gebieten, inklusive Gummi, Schmiermittel, elektronische Materialien
etc. verwendet werden, weil es hoch resistent ist, insbesondere
gegenüber
Säure und
Alkalien, und eine hohe mechanische Festigkeit aufweist.