-
Die
Erfindung betrifft neue Verbindungen und deren Verwendung in organischen
Zusammensetzungen als elektrisch leitfähige und elektronisch aktive
Materialien. Sie insbesondere auf die Verwendung von Seitenkettenpolymersystemen,
die kovalent verbundene Polymerketten umfassen, die elektrisch aktive
organische Substitutionen tragen, gerichtet.
-
Es
ist bekannt, dass eine Vielfalt organischer Verbindungen hergestellt
werden kann, welche die Elektrizität leiten. Dabei kann der Mechanismus
der elektrischen Leitung entweder eine Ionen- oder Elektronenleitung
sein. Die Ionenleitung ist am wichtigsten in Blends aus Polymermaterialien
mit ionischen Verbindungen, die als das im Polymer Gelöste angesehen
werden können.
Eine Wanderung der Ionen unter einem angelegten elektrischen Feld
resultiert im Fließen
eines elektrischen Stroms. Typische Materialien, für welche
die Ionenleitfähigkeit
von Bedeutung ist, umfassen Blends aus Lithiumsalzen in Polymeren
wie Polyethylenoxid.
-
Die
Elektronenleitung kommt in organischen Verbindungen auch ohne den
Zusatz ionischer Salze vor. Verschiedene Klassen organischer Verbindungen
zeigen diesen Leitungstyp, einschließlich konjugierter Polymere
wie Polyacetylen, Polyphenylenvinylen und Polythiophen. Dieser Leitungstyp
wird auch in molekularen Feststoffen mit niedriger Molmasse wie
N,N'-Diphenyl-N,N'-ditolylbenzidin
und Aluminiumtris-8-hydroxychinolinat vorgefunden. Polymere, die
keine konjugierte Hauptkettenstruktur besitzen, können ebenfalls
Elektronenleitfähigkeit
aufweisen. Solche Polymere umfassen Polyvinylcarbazol als ein bekanntes
Beispiel.
-
Die
Elektronenleitung in diesen organischen Verbindungen beruht auf
dem Einbau einer elektrischen Ladung in die Materialien. Eine solche
elektrische Ladung kann auf vielen bekannten Wegen eingebaut werden,
einschließlich
Dotieren mit einem Oxidations- oder Reduktionsmittel, durch chemisches
Dotieren mit einem Chargetransfer-Mittel oder durch direktes Einbringen
einer positiven oder negativen elektrischen Ladung von einer leitenden
Elektrode. Bekannte Beispiele für
einen solchen Ladungseinbau umfassen das chemische Dotieren von
Polyacetylen mit dem Oxidationsmittel Iod, Dotieren von Polyvinylcarbazol
mit dem Charge-transfer-Mittel Trinitrofluorenon und Injektion einer
Ladung in aufgedampfte dünne
Schichten aus 3-Biphenyl-5-(4-tert.-butylphenyl)oxadiazol aus einer
Elektrode mit niedriger Austrittsarbeit wie einer Magnesiummetallelektrode
durch Anlegen eines negativen Potenzials an die Elektrode. Diese
Ladungsinjektion kann auch als eine elektrochemische Reduktion des
leitfähigen
Materials oder als elektrochemisches Dotieren des Materials angesehen
werden. Andere elektronisch leitfähige organische Verbindungen
können
einer Ladungsinjektion durch ein positives Potenzial unterworfen
werden, das üblicherweise über eine
Elektrode angelegt wird, die aus einem Metall mit hoher Austrittsarbeit
wie Gold besteht. Eine solche Ladungsinjektion wird üblicherweise
als Injektion von als Löcher
bezeichneten positiven Ladungen beschrieben, wobei diese Beschreibung
als gleichwertig zur Entfernung von Elektronen aus dem leitfähigen Material
zu verstehen ist. Ein weiterer Weg zur Erzeugung einer Ladung in
organischen Feststoffen ist die Ionisation von Molekülen des
Feststoffs unter dem Einfluss von einem elektrischen Feld oder einfallendem
Licht oder beidem. In diesem Fall wird ein Elektron aus einem Molekül des Materials
entfernt und von einem anderen Molekül oder einem anderen Teil des
Moleküls eingefangen.
Auf diese Weise wird ein Paar aus einer positiven und einer negativen
Ladung, die voneinander getrennt sind, er zeugt, wobei die Wanderung
von einer oder von beiden davon zur Leitung im Material beitragen
kann.
-
Die
Leitung in elektronisch leitfähigen
organischen Feststoffen schließt
in praktischen Materialien den Übergang
einer elektrischen Ladung von einem Molekül zum nächsten ein. Eine solche Ladungsübertragung wird
als Ladungssprung- oder Ladungsdurchtunnelungsmechanismus beschrieben,
der es einem Elektron erlauben kann, die Energiebarriere zwischen
verschiedenen Molekülen
oder molekularen Untereinheiten zu überwinden. In Systemen wie
konjugierten Polymeren, einschließlich Polyacetylen und Polyphenylenvinylen, kann
die Ladung auch entlang der konjugierten Kette durch Wanderung geladener
Diskontinuitäten
in der regelmäßigen Bindungssequenz
des Polymers fließen.
In solchen Fällen
wird die Ladung normalerweise durch die kompakte Probe durch eine
große
Anzahl einzelner Moleküle übertragen,
wobei Springen oder Durchtunneln ein wichtiger Mechanismus bleibt.
-
Die
Verwendung elektrisch leitfähiger
organischer Materialien als Halbleiter zur Herstellung elektronischer
Vorrichtungen ist bereits von vielen untersucht worden. Es sind
Feldeffekttransistoren aus organischen Verbindungen wie Polyacetylen,
Pentacen und Polyphenylenvinylen hergestellt worden. Es sind lichtemittierende
Dioden unter Verwendung eines breiten Spektrums organischer und
molekularer Feststoffe, einschließlich N,N'-Diphenyl-N,N'-ditolylbenzidin, Aluminiumtris-8-hydroxychinolinat,
3-Biphenyl-5-(4-tert.-butylphenyl)oxadiazol
und Polyphenylenvinylen gezeigt worden. Vorzugsweise werden solche
lichtemittierenden Dioden unter Verwendung von mindestens zwei organischen
Halbleitern hergestellt, welche die Ladung durch den Transport von
Löchern
bzw. Elektronen transportieren. Solche mehrschichtigen Dioden erreichen
eine höhere Effizienz
als einschichtige Vorrichtungen, indem die Ladungsträger in der
Vorrichtung eingeschlossen sind, bis die Trägerrekombination und Lichtemission
stattfinden kann. Unter Verwendung von Verbindungen wie Kupferphthalocyanin
und Perylenbisbenzimidazol sind Photovoltaikvorrichtungen hergestellt
worden. Es sind photoleitfähige
Materialien hergestellt und für
eine Verwendung als empfindliche Schichten in der Elektrophotographie,
für das
Photokopieren und Druckanwendungen empfohlen worden. Solche photoleitfähige Zusammensetzungen
umfassen Zusammensetzungen, die auf mit Trinitrofluorenon dotiertem
Polyvinylcarbazol basieren.
-
Unter
Nutzung des Lichtbrechungseffekts können leitfähige Polymere als Komponenten
für optische Speicher-
und Schaltausrüstungen
verwendet werden. Lichtbrechende Schichten vereinigen in sich das
Vermögen
zur Photogeneration von Ladung, Transport von Ladungsträgern durch
Diffusion oder bei einem angelegten Feld und einen linearen elektrooptischen
Koeffizienten. Solche Eigenschaften können durch den Zusatz ausgewählter Dotiermittel
zu einem leitfähigen
Polymer erhalten werden. Geeignete Dotiermittel für die Erzeugung
des Vermögens
zur Photogeneration von Ladungen umfassen C60-Fulleren. Geeignete
Dotiermittel, um einen linearen elektrooptischen Koeffizienten zu
erhalten, umfassen Dimethylaminonitrostilben.
-
Bei
den im Stand der Technik beschriebenen leitfähigen organischen Materialien
sind viele Nachteile festgestellt worden. Davon ist die chemische
Stabilität
ein wichtiger Parameter. Polyacetylen, das im dotierten Zustand
eine hohe elektrische Leitfähigkeit
aufweist, wandelt sich, wenn es Luft ausgesetzt wird, in ein nichtleitendes
Produkt um und muss in einer inerten Atmosphäre gehandhabt und verwendet
werden. Von Polyphenyienvinylen wird angenommen, dass die konjugierten
Doppelbindungen in der Hauptkette einer Oxidation unterliegen, was
nichtleuchtende Oxidationsprodukte ergibt. Weitere Abbaumechanismen
sind bei Polyphenylenvinylen, wenn es in Vor richtungen eingebaut
ist, gefunden oder vorgeschlagen worden, einschließlich Empfindlichkeit
gegenüber
der ultravioletten Strahlung aus der Umgebung. Molekulare Feststoffe
wie N,N'-Diphenyl-N,N'-ditolylbenzidin können Kristallisation, Veränderungen
in der Morphologie oder einem Schmelzvorgang in in Betrieb befindlichen
Vorrichtungen unterliegen. Diese Effekte können einen vorzeitigen Ausfall
oder Wirksamkeitsverlust der Vorrichtung verursachen.
-
Ein
weiterer bedeutender Nachteil, der vielen leitfähigen organischen Materialien
gemeinsam ist, besteht in der Schwierigkeit und den hohen Kosten
ihrer Verarbeitung. Sowohl Polyacetylen als auch Polyphenylenvinylen
sind unlösliche
und unschmelzbare Materialien, die für eine Verwendung in Vorrichtungen
durch Anwendung eines Vorläuferpolymerwegs
hergestellt werden. Typischerweise wird zunächst ein lösliches Vorläuferpolymer
synthetisiert und auf einem vorbereiteten Substrat aufgebracht.
Danach wird eine Kombination aus Wärme und Vakuum angewendet,
um das Vorläuferpolymer
in das Zielprodukt chemisch umzuwandeln, üblicherweise unter Entfernung
kleinerer flüchtiger
Moleküle
eines oder mehrerer Nebenprodukte. Die Verarbeitung des Zielpolymers
zu einem dichten Film in technischen Mengen erfordert eine genaue
Kontrolle dieser Stufe, die darüber
hinaus zur Anwendung teurer und zeitraubender Vakuumverarbeitungsstufen
führt.
Das fertige Polymer lässt
sich schwierig weiterverarbeiten, und Stufen wie Musterbildung und
Lithographie lassen sich schwierig durchführen. Es sind bereits viele
Versuche unternommen worden, um in Lösung verarbeitbare organische
Leiter bereitzustellen. Es ist bekannt, dass durch Substitution
von Alkyl-, Alkoxy- und anderen flexiblen organischen Resten an
den Polymeren deren Löslichkeit
und Verarbeitbarkeit verbessert werden. Durch eine solche Substitution
kann jedoch auch üblicherweise
die Ladungsbeweglichkeit im System verschlechtert werden, was das
Produkt zur Herstellung von Vorrichtungen weniger wünschenswert
macht. Diese Substitution kann auch die Orbitalenergien des Systems
und damit das für
die Ladungsinjektion in das Material erforderliche Potenzial verändern.
-
Für eine Verwendung
in Vorrichtungen müssen
leitfähige
organische Materialien mit niedrigem Molekulargewicht als dünne gleichmäßige Filme
aufgebracht werden. Solche Filme werden üblicherweise im Vakuum von
einem elektrisch beheizten Verdampfungstiegel auf das Substrat aufgebracht.
Dieser Vorgang ist relativ zeitaufwändig und erfordert eine teuere
Hochvakuumanlage. Die Zeit, die für die Anwendung einer solchen
Anlage erforderlich ist, ist relativ lang aufgrund der Notwendigkeit
des Evakuierens und Ausgasens der Materialien und der Anlage in
den verschiedenen Stufen des Verfahrens. Deshalb ist dieser Weg
kein Mittel für
die Herstellung organischer Halbleitervorrichtungen mit niedrigen
Kosten.
-
Chinoxalene,
einschließlich
einiger Polychinoxalene, wurden in folgenden Bezugnahmen diskutiert:
Die
makromolekulare Chemie, 127, Nr. 3142, 264–70 (1969),
Die makromolekulare
Chemie, 171, 49–55
(1973),
Die makromolekulare Chemie, 176, 593–607 (1975).
-
Nun
ist überraschenderweise
festgestellt worden, dass verarbeitbare leitfähige organische Polymere durch
Polymerisation vinylsubstituierter Chinoxalinderivate hergestellt
werden können.
Weiterhin ist festgestellt worden, dass die Ladungsmobilität in solchen
Polymeren hoch ist und daraus hergestellte organische Halbleitervorrichtungen
eine ausgezeichnete Leistungsfähigkeit
besitzen. Testvorrichtungen zeigen kein Anzeichen einer Kristallisation
des Chinoxalinpolymers. Weiterhin zeigen die Polymere überraschenderweise ausgezeichnete
Löslichkeit
in üblichen
Lösungsmitteln
und lassen sich zu gleichmäßigen Filmen
verarbeiten, die für
die Herstellung von Vorrichtungen einfach durch Schleuderbeschichten
aus der Lösung
geeignet sind. Diese Polymere erfüllen deshalb die Anforderungen
an eine Herstellung von organischen Halbleitervorrichtungen in großen Flächen durch
billige und schnelle Verarbeitungsverfahren.
-
Erfindungsgemäß umfasst
eine organische Halbleitervorrichtung ein Substrat, das eine organische Schicht
trägt,
die zwischen Elektrodenstrukturen eingeschlossen ist, worin die
organische Schicht ein Polymer mit der allgemeinen Formel I
Formel
I umfasst, wobei X aus H, CN, F, Cl, Br und COOCH
3 ausgewählt
ist, und
Y durch folgende allgemeine Formel II
Formel
II gegeben ist, wobei A eine Phenylgruppe bedeutet,
die in 1-, 2- oder 3-Position
mit Gruppen weiter substituiert sein kann, die unabhängig voneinander
aus C
1- bis C
8-Alkyl,
CN, F und Cl ausgewählt
sind,
B B und C beide Phenylgruppen bedeuten, die unabhängig voneinander
in 1-, 2-, 3-, 4- oder 5-Position weiter mit Gruppen substituiert
sein können,
die unabhängig
voneinander aus C
1- bis C
8-Alkyl,
CN, F und Cl ausgewählt
sind,
A, B und C auch unabhängig
voneinander aus Pyrimidin, Pyridazin und Pyridin ausgewählt sein
können
und
m = 5 bis 20 000.
-
Vorzugsweise
bedeuten A, B und C Phenyl.
-
Vorzugsweise
m = 50 bis 500.
-
Es
kann auch der Fall sein, dass die organische Schicht ferner ein
weiteres oder viele weitere halbleitende organische Materialien,
einschließlich
Loch-Transport-Materialien, umfasst.
-
Die
organische Schicht kann ein Polymerblend umfassen, das ein Polymer
mit der allgemeinen Formel I enthält.
-
Die
organische Schicht kann weiterhin einen Lichtemitter umfassen, der
auch als Leuchtmaterial bezeichnet werden kann.
-
Die
organische Schicht kann, insofern es die lichtemittierende, Lochtransportierende
und Elektronen-transportierende Funktionalität betrifft, 1-, 2- oder 3-schichtig
sein.
-
Der
Lichtemitter ist vorzugsweise durch einen der folgenden gegeben:
Ein
Leuchtfarbstoff des Cumarintyps mit einem Quantenwirkungsgrad der
Photolumineszenz von 0,6 oder größer.
-
Bordifluorid/Pyromethen-Farbstoff
des allgemeinen Typs, der von L. R. Morgan und J. H. Boyer im US-Patent
5 446 157 beschrieben worden ist.
-
Ein
lumineszierender, kondensierter aromatischer Kohlenwasserstoff wie
Coronen, Rubren, Diphenylanthracen, Decacyclen, Fluoren und Perylen
und lumineszierende Derivate solcher Verbindungen, einschließlich beispielsweise
Ester und Imide des Perylens und cyanatisierter Fluorenderivate.
-
Ein
lumineszierendes Chelat eines Metalls, einschließlich Chelate des Europiums,
Samariums, Terbiums und Rutheniums.
-
Vorzugsweise
ist die organische halbleitende Vorrichtung eine organische lichtemittierende
Diode.
-
Vorzugsweise
ist mindestens eine der Elektroden für Licht mit der Emissionswellenlänge der
organischen Schicht transparent. Die andere Elektrode kann ein Metall,
beispielsweise Sm, Mg, Li, Ag, Ca und Al, eine Metalllegierung,
beispielsweise MgAg und LiAl, oder eine Doppelmetallschicht, beispielsweise
Li und Al bzw. Indiumzinnoxid (ITO), sein. Dabei kann eine oder
können
beide Elektroden aus leitfähigen
organischen Schichten bestehen.
-
Weitere
Aufgaben der Vorrichtung umfassen eine oder mehrere der folgenden:
höhere
Helligkeit, höhere
Effizienz, reinere Spektralfarben und lange Betriebsdauer.
-
Die
strukturellen und andere Vorzüge
werden auf der Basis von erwünschten
Ladungstransportcharakteristika angegeben, insbesondere einer vorteilhaften
Kombination aus elektronischer Austrittsarbeit, die ein Faktor ist,
der das elektrische Potenzial bestimmt, das erforderlich ist, um
eine Ladung in das Polymer aus einer metallischen oder halbleitenden
Elektrode zu injizieren, Ladungsträgermobilität, Widerstand gegenüber Injektion
und Transport von Minoritätsladungsträgern, d.h.
von positiven Ladungen, Leichtigkeit der Synthese aus leicht zugänglichen
und billigen Ausgangsmaterialien, Löslichkeit, Filmbildungsvermögen und
hoher physikalischer und chemischer Stabilität der aufgebrachten Polymerfilme
in Speicher- und
Betriebsvorrichtungen.
-
Vorzugsweise
sind die Polymere Homopolymere.
-
Vor
allem bevorzugte Strukturen für
Formel I sind folgende:
Poly(vinyldiphenylchinoxalin)
Poly(vinyldipyridylchinoxalin)
Poly(diphenylchinoxalinylacrylnitril)
Poly(vinyl-di-4-fluorphenylchinoxalin).
-
Verbindungen
mit der Formel I lassen sich auf verschiedenen Wegen herstellen.
Typischerweise werden die Polymere durch Polymerisation eines 6-Vinyl-2,3-diphenylchinoxalins
gebildet, das seinerseits durch Umsetzung eines 6-Chlor-2,3-diphenylchinoxalins
mit Tributylvinylzinn hergestellt werden kann. Eines oder beide
dieser Ausgangsmaterialien kann/können eine geeignete Substitution
tragen, die in das Produkt 6-Vinyl-2,3-diphenylchinoxalin eingebaut
wird.
-
Ein
vorteilhafter Ansatz für
die Synthese von 6-Vinyl-2,3-diphenylchinoxalin-Monomeren nutzt
die Wittig-Reaktion von Formaldehyd mit 2,3-Diphenylchinoxalin-6-methyltriphenylphosphoniumbromid.
-
Weitere
Ansätze
für die
Synthese des 6-Vinyl-2,3-diphenylchinoxalins sind für den Fachmann
offensichtlich und können
vorteilhafterweise entsprechend dem gewünschten speziellen Substitutionscharakter
und -muster angewendet werden.
-
Die
Polymerisation des 6-Vinyl-2,3-diphenylchinoxalin-Monomers, um das
Polymer mit der Formel 1 zu bilden, kann durch die bekannten Mittel
einer ionischen, beispielsweise anionischen, oder radikalischen
Polymerisation durchgeführt
werden.
-
Vorzugsweise
wird die Polymerisation in Lösung
in einem organischen Lösungsmittel
unter den Bedingungen einer anionischen oder radikalischen Polymerisation
durchgeführt.
-
Mischungen
oder so genannte Polymerblends, die für eine Verwendung in den erfindungsgemäßen Vorrichtungen
geeignet sind, lassen sich, Polymere mit der allgemeinen Formel
I enthaltend, formulieren.
-
Weitere
Polymere, die in das Blend eingebaut werden können, umfassen:
Polyvinylcarbazol
Poly(4-vinyltriphenylamin)
Poly(N,N-di-4-dimethylaminophenyl-4-vinylanilin)
Poly(N-phenyl-N-4-methoxyphenyl-4-vinylanilin)
Poly(N-phenyl-N-4-dimethylaminophenyl-4-vinylanilin)
Poly(N-4-methylphenyl-N-4-dimethylaminophenyl-4-vinylanilin)
Poly(N-phenyl-N-4-diphenylaminophenyl-4-vinylanilin)
Poly(N,N-di-4-diphenylaminophenyl-4-vinylanilin)
Poly(N,N,N'-triphenyl-N'-4-styrylbenzidin)
Poly(N-phenyl-N,N'-di-3-methylphenyl-N'-4-styrylbenzidin)
Poly(N-phenyl-N,N'-1-naphthyl-N'-4-styrylbenzidin).
-
Das
Polymerblend kann auch ein separates lichtemittierendes Material
enthalten. Weiterhin kann es der Fall sein, dass eines der Polymere
im Polymerblend die Funktion des Lichtemitters hat.
-
Ein
weiteres erfindungsgemäßes Merkmal
besteht in der Verwendung von Verbindungen mit der allgemeinen Formel
I als leitfähige
organische Polymere.
-
Die
Erfindung wird anschließend
anhand von Beispielen unter Bezugnahme auf folgende Diagramme näher erläutert, wobei
-
1 eine
organische lichtemittierende Dioden-(OLED-)Vorrichtung, in welche
die erfindungsgemäßen Materialien
eingebaut sind,
-
2 eine
Draufsicht auf die Matrix-Multiplex-adressierte Vorrichtung von 1,
-
3 die
Lichtintensität
eines erfindungsgemäßen Polychinoxalins,
verglichen mit PPV- und Oxadiazolpolymer/PPV-Systemen, gegen die Wellenlänge,
-
4 die
Leuchtdichte für
eine einschichtige Vorrichtung, die 0,5% PM580 und 99,5% RJP5R umfasst,
zusammen in 4,5% Lösung
in Dichlorbenzol, Filmdicke 76 nm, gegen die Stromdichte,
-
5 die
Veränderung
der Stromdichte mit der Spannung für die in 4 beschriebene
Probe,
-
6 das
Emissionsspektrum der in 4 beschriebenen Probe,
-
7 die
Veränderung
der Stromdichte mit der Spannung für eine einschichtige Vorrichtung,
die 0,5% PM650 und 99,5% RJP5R umfasst, zusammen in 4,5% Lösung in
Dichlorbenzol, Dicke des organischen Films 70 nm,
-
8 das
Emissionsspektrum der in 7 beschriebenen Probe und
-
9 die
Leuchtdichte der in 7 beschriebenen Probe gegen
die Stromdichte
zeigt.
-
Die
Werte in den 5 und 7 wurden
unter Verwendung einer computergesteuerten Quellenmesseinheit vom
Typ Keithley 236 erhalten.
-
Die
Werte in den 4, 6, 8 und 9 wurden
unter Verwendung der Quellenmesseinheit vom Typ Keithley 236 erhalten,
wobei der Strom durch die Vorrichtung festgelegt wurde, während die
Emissionsintensität
und/oder das Emissionsspektrum unter Verwendung eines das Spektrum
schnell abtastenden SpectraRadiometers vom Typ Photoresearch PR714
gemessen wurde.
-
Sofern
nichts anderes festgestellt, sind alle verwendeten Reagenzien von
der Aldrich Chemical Company kommerziell erhältlich.
-
Die
Emitter PM650 und PM580 wurden von AG Electro-Optics, Farside House,
Tarporley Business Centre, Tarporley, Cheshire, erhalten.
-
Die
folgenden Verbindungen sind Beispiele, die erfindungsgemäß für eine Verwendung
in Polymerblends und -vorrichtungen synthetisiert wurden.
-
Beispiel 1
-
Synthese von 6-Vinyl-2,3-diphenylchinoxalin
-
Synthese von 6-Methhyl-2,3-diphenylchinoxalin
-
1,2-Diamino-4-methylbenzol
(25,0 g, 0,20 mol) und Benzil (43 g, 0,20 mol) wurden in Essigsäure (250 ml) über Nacht
unter Rückfluss
gekocht. Das Lösungsmittel
wurde im Vakuum verdampft und der schwarze Rückstand drei Mal aus Ethanol
umkristallisiert, was hellbraune Kristalle aus 6-Methyl-2,3-diphenylchinoxalin, 39,6
g, 65% (Fp. 114,5–116°C (Lit.I 115–116°C)) ergab. 1H-NMR (CDCl3, 300
MHz) δ 8,08
(d, J 8,4 Hz, 1H, Hs von Chinoxalin), 7,97 (bs, 1H, Hs von Chinoxalin),
7,60 (d von d, J 8,4 Hz, J 1,8 Hz, 1H, Hs von Chinoxalin), 7,50–7,58 (m,
4H, Phenylringe), 7,30–7,38
(m, 6H, Phenylringe), 2,62 (s, 3H, CH3).
-
Synthese von 6-Brommethyl-2,3-diphenylchinoxalin
-
6-Methyl-2,3-diphenylchinoxalin
(5,0 g, 16,9 mmol) wurde in trockenem, sauerstofffreiem Benzol (50 ml)
gelöst.
Die Lösung
wurde bis zum Rückfluss
erhitzt und ein Gemisch aus NBS (3,00 g, 16,9 mmol) und AIBN (0,1
g) als Feststoff über
einen Zeitraum von 30 Minuten zugegeben. Danach wurde die Lösung 2 h
lang unter Rückfluss
gekocht, abgekühlt,
mit Wasser (3 × 100
ml) gewaschen, über
MgSO4 getrocknet und eingedampft, wobei
ein hellbrauner Feststoff zurückblieb.
Dieser wurde aus Hexan/Toluol (1 : 1, 80 ml) umkristallisiert, was
6-Brommethyl-2,3-diphenylchinoxalin, 3,5 g, 56%, ergab. Spuren von
6-Methyl-2,3-diphenylchinoxalin wurden durch 1H-NMR
nachgewiesen. Zur Charakterisierung wurde eine kleine Probe aus
Aceton umkristallisiert (Fp. 146–148°C). Gefunden: C, H, N, %, C21H15N2Br,
erfordert C 67,21, H 4,03 und N 7,47%. 1H-NMR (CDCl3, 300 MHz) δ 8,16 (d, J 8,7 Hz, 1H, Hs von
Chinoxalin), 8,16 (d, J 2,2 Hz, 1H, Hs von Chinoxalin), 7,78 (d
von d, J 8,7 Hz, J 2,2 Hz, 1H, Hs von Chinoxalin), 7,48–7,56 (m,
4H, Phenylring), 7,30–7,40
(m, 6H, Phenylring), 4,71 (s, 2H, CH2Br).
-
Synthese von Triphenyl(diphenylchinoxalin)phosphoniumbromid
-
6-Brommethyl-2,3-diphenylchinoxalin
(1,0 g, 2,7 mmol) und Triphenylphosphin (0,70 g, 2,7 mmol) wurden
in Toluol (50 ml) gelöst,
und die Lösung
wurde über
Nacht unter Rückfluss
gekocht. Der ausgefällte
weiße Feststoff
wurde durch Filtration gewonnen und im Vakuum getrocknet, wobei
er Triphenyl(diphenylchinoxalin)phosphoniumbromid (1,58 g, 93%)
ergab. 1H-NMR (CDCl3,
300 MHz), δ 7,1–7,8 (m,
29H, aromatischer Hs), 5,82 (d, 2JHP 13 Hz, 2H, CH2P).
Gefunden: C, H, N, %, C39H30N2PBr erfordert C 73,47, H 4,74, N 4,39%. Schmelzpunkt:
ersetzt sich bei etwa 200°C.
-
Synthese von 6-Vinyl-2,3-diphenylchinoxalin
-
Triphenyl(diphenylchinoxalin)phosphoniumbromid
(44,0 g, 69 mmol) wurde in Dichlormethan (100 ml) gelöst und Formaldehyd
(10 ml, 37%ige Lösung
in Wasser, 118 mmol) zugegeben. Wässriges Natriumhydroxid (50
ml, 50%ige Lösung)
wurde tropfenweise 30 Minuten lang unter schnellem Rühren zugegeben
und weitere 30 Minuten lang gerührt.
Die Lösung
wurde mit Dichlormethan verdünnt,
mit Wasser gewaschen, über
MgSO4 getrocknet und bis zur Trockne eingedampft,
was einen hellgelben Feststoff ergab. Dieser wurde durch Säulenchromatographie über Siliciumdioxid
mit Hexan als Eluent gereinigt, was weiße Kristalle ergab, 10,5 g,
50% (Fp. 122–123°C, Lit.II 122–123°C). Gefunden:
C, H, N, %, C22H16N2 erfordert C 85,69, H 5,23, N 9,08%. 1H-NMR (CDCl3, 300
MHz) δ 8,11
(d, 3JHH 8,7 Hz,
1H, Chinoxalin H), 8,10 (br, 1H, Chinoxalin H), 7,90 (d von d, 3JHH 2,1 Hz, Chinoxalin
H), 7,45–7,55
(m, 4H, Phenyl H), 7,28–7,38
(m, 6H, Phenyl H), 6,95 (d von d, 3JHH(cis) 11,1 Hz, 3JHH(trans) 17,7 Hz, 1H, vinylischer H), 6,00
(d, 3JHH(trans)
17,7 Hz, 1H, vinylischer H), 5,47 (d, 3JHH(cis) 11,1 Hz, 1H, vinylischer H).
-
Folgende
Verbindungen wurden analog erhalten:
Vinyldiphenylchinoxalin
Vinyldipyridylchinoxalin
Vinyl-di-4-fluorphenylchinoxalin.
-
Polymerisation von 6-Vinyl-2,3-diphenylchinoxalin
-
Die
Polymerisation wurde unter Verwendung von 6-Vinyl-2,3-diphenylchinoxalin
(0,54 g, 1,75 mmol) und 5BuLi (40,5 μl, 1,3 M
in Cyclohexan) in THF (10 ml) bei –78°C durchgeführt. Nach Einspritzen des Initiators in
den Kolben wurde die Lösung
dunkelrot und blieb so, bis die Polymerisation durch Zugabe einer
kleinen Menge von entgastem Methanol beendet wurde. Durch Gießen der
Lösung
in Methanol wurde das Polymer ausgefällt, das durch Filtration gesammelt
und im Vakuum getrocknet wurde, wobei sich ein weißes Pulver
ergab (0,45 g). GPC-Analyse (CHCl3, Polystyroläquivalente):
Mn 11 700, Mw 16
100, Mw/Mn 1,38.
-
Folgende
Verbindungen wurden analog erhalten:
Poly(vinyldiphenylchinoxalin)
Poly(vinyldipyridylchinoxalin)
Poly(diphenylchinoxalinylacrylnitril)
Poly(vinyl-di-4-fluorphenylchinoxalin).
-
Herstellung eines Polymerblends
von RJP5R, das ein 1 : 1-Gemisch (bzw. Blend) aus Poly(4-vinyltriphenylamin)
(PVTPA) und Polyvinyl-2,3-diphenylchinoxalin (PVDPQO) war
-
Polyvinyl-2,3-diphenylchinoxalin
(0,40 g) und Poly(4-vinyltriphenylamin) (0,40 g RJP4U) wurden in
10 ml Dichlormethan gelöst, über Nacht
gerührt
und durch ein 0,2-μm-Filter
in Methanol (100 ml) filtriert. Das ausgefällte Polymer wurde durch Filtration
gesammelt und unter Vakuum getrocknet, wobei sich 0,70 g eines weißen Pulvers
ergaben.
-
PVTPA
kann durch Verfahren der Literatur hergestellt werden, beispielsweise
durch das Verfahren, das von Compton, R. G., Laing, M. E., Ledwith,
A. und Abuabdoun, I. I. in J. Appl. Electrochem., 18, 431 (1988) beschrieben
worden ist.
-
Auf ähnliche
Weise wurden Blends hergestellt, die PVDPQO und folgende Polymere
umfassten:
Polyvinylcarbazol
Poly(4-vinyltriphenylamin)
Poly(N,N-di-4-dimethylaminophenyl-4-vinylanilin)
Poly(N-phenyl-N-4-methoxyphenyl-4-vinylanilin)
Poly(N-phenyl-N-4-dimethylaminophenyl-4-vinylanilin)
Poly(N-4-methylphenyl-N-4-dimethylaminophenyl-4-vinylanilin)
Poly(N-phenyl-N-4-diphenylaminophenyl-4-vinylanilin)
Poly(N,N-di-4-diphenylaminophenyl-4-vinylanilin)
Poly(N,N,N'-triphenyl-N'-4-styrylbenzidin)
Poly(N-phenyl-N,N'-di-3-methylphenyl-N'-4-styrylbenzidin)
Poly(N-phenyl-N,N'-1-naphthyl-N'-4-styrylbenzidin).
- I Braun, Quarg, Angew. Makromol. Chem.,
43, 125 (1975)
- II G. Manecke, U. Rotter, Makromol.
Chem., 49, 171 (1973).
-
Beispielhaft
ist eine organische lichtemittierende Diode (OLED), die ein Typ
einer Halbleitervorrichtung und für den Einbau von erfindungsgemäßen Materialien/Blends
geeignet ist, in 1 veranschaulicht. Die Vorrichtung
umfasst zwei Elektroden 1a, 1b, wobei mindestens
eine der Elektroden gegenüber
Licht mit der Emissionswellenlänge
einer Schicht 3 aus organischem Material transparent ist.
Die andere Elektrode kann ein Metall, beispielsweise Sm, Mg, Li,
Ca und Al, eine Metalllegierung, beispielsweise MgAg und LiAl, oder
eine Doppelmetallschicht, beispielsweise Li und Al bzw. Indiumzinnoxid
(ITO), sein. Eine oder beide Elektroden 1a, 1b können aus
leitfähigen
organischen Schichten bestehen. Eine Verarbeitungsoberfläche bzw.
ein Substrat 2 kann aus einem beliebigen Material, beispielsweise
Glas, Silicium und Kunststoff, hergestellt werden, das flach genug
ist, um eine anschließende
Verarbeitung zu erlauben. Das Substrat 2 kann gegenüber der
von dem organischen Material 3 emittierten Strahlung transparent
sein. Alternativ kann stattdessen eine der Elektroden 1a, 1b transparent
sein. Zwischen den Elektroden 1a und 1b eingeschlossen
befindet sich eine Schicht aus organischem Material 3,
das seinerseits aus einer oder mehreren Schichten bestehen kann,
die hier mit 3a, 3b und 3c nummeriert
sind. Die Schicht aus organischem Material 3 besitzt folgende
drei Eigenschaften: Elektronentransport (ET), Lochtransport (HT)
und Lichtemission (LE). Die in der vorliegenden Beschreibung genannten
Materialien sind für
eine Verwendung als Elektronentransporteure geeignet. Ist die Schicht
aus organischem Material 3 eine einzige Schicht, muss die
einzige Schicht aus organischem Material 3 alle drei Eigenschaften
besitzen. Wenn die Schicht aus organischem Material 3 eine
einzige Schicht ist, kann das organische Material aus einem einzigen
Material bestehen, so ist es beispielsweise bekannt, Polyphenylenvinylen
zu verwenden, oder aus einem Gemisch aus zwei oder mehr Materialien
mit geeigneten Eigenschaften bestehen, so ist es beispielsweise
bekannt, N,N'-Diphenyl-N,N'-ditolylbenzidin
(HT), Cumarin-6-Laserfarbstoff (LE) und tert.-Butylphenyl-4-biphenylyloxadiazol
(ET), das mit PBT abgekürzt
werden kann, zu kombinieren. Wenn die Schicht aus organischem Material 3 mehr
als eine Schicht umfasst, dann umfassen geeignete Beispiele:
- I/3a = HT-Schicht, 3b = LE-Schicht, 3c =
ET-Schicht
- II/3a = HT-Schicht, 3b = Material, das als
ein ET-Medium funktioniert, aber auch Licht aussendet, beispielsweise
Aluminiumtris-8-hydroxychinolinat
(Alq3)
- III/3a = HT und LE, 3b = ET
- IV/Das LE-Material kann in kleinen Mengen dotiert werden – typischerweise
0,5% in ET oder HT oder beiden. Typische Dotiermittel sind Cumarin-6
oder Pentaphenylcyclopentadien. Im Fall von I/kann eine Lochinjektionsschicht
zwischen der HT-Schicht und einer Elektrode eingeschlossen sein,
und es kann auch eine Elektroneninjektionsschicht zwischen der ET-Schicht
und einer Elektrode eingeschlossen sein.
-
Vorzugsweise
transportiert, wenn die Schicht aus organischem Material 3 aus
einer Vielzahl von Schichten besteht, die an die Kathode angrenzende
Schicht vorzugsweise Elektronen und/oder die an die Anode angrenzende
Schicht vorzugsweise Löcher.
Vorzugsweise hat das lumineszierende Material einen hohen Quantenwirkungsgrad
der Lumineszenz. Die lumineszierende Komponente kann mit einem Ladungen
transportierenden Material kombiniert oder als separate Schicht
vorhanden sein.
-
Die
Schicht aus organischem Material 3 kann auf die Elektrode 1a durch
eines der folgenden Verfahren aufgebracht werden: thermisches Aufdampfen
unter Vakuum, Sputtern, Gasphasenabscheidung, Schleudern einer Lösung oder
eine herkömmliche
andere Dünnschichttechnologie.
Dabei beträgt
die Dicke der Schicht aus organischem Material 3 typischerweise
30 bis 2 000 nm und vorzugsweise 50 bis 500 nm.
-
Die
Vorrichtung kann, sich am nächsten
zu den Elektroden 1a und 1b befindend, die Schichten 4a und 4b enthalten,
die leitfähig
oder isolierend sein können
und als Barriere gegen die Diffusion des Elektrodenmaterials oder
als Barriere gegen eine chemische Reaktion an der Grenzfläche von
Elektrode 1a, 1b und der Schicht aus organischem
Material 3 dienen. Beispiel für geeignete Materialien für 4a und 4b umfassen
Emeraldin, das die Indiumdiffusion in die Schicht aus organischem
Material 3 von einer ITO-Elektrode verhindert, aus demselben
Grund kann auch Kupferphthalocyanin verwendet werden; alternativ
kann eine dünne
Schicht (~0,5 nm) aus Lithium- oder Magnesiumfluorid an der Grenzfläche zwischen
einer Lithiumelektrode und der Schicht aus organischem Material 3 eingefügt werden.
Die Vorrichtung von 1 kann eine Ein-Pixel-Vorrichtung
oder matrixadressiert sein. Ein Beispiel für eine matrixadressierte OLED
ist als Draufsicht in 2 gezeigt. Das Display von 2 hat
die in 1 beschriebene innere Struktur, die Substratelektrode 5 ist
jedoch in streifenförmige
Zeilen- 51 bis 5m und ähnliche Spaltenelektroden 61 bis 6n unterteilt,
wodurch eine m × n-Matrix
aus adressierbaren Elementen oder Pixeln gebildet wird. Dabei wird
jeder Pixel durch den Schnittpunkt einer Zeilen- und einer Spaltenelektrode
gebildet.
-
Eine
Zeilensteuerung 7 liefert an jede Zeilenelektrode 5 Spannung.
Auf ähnliche
Weise liefert eine Spaltensteuerung 8 jeder Spaltenelektrode
Spannung. Die Regelung der angelegten Spannung geschieht durch eine
Regellogik 9, die Strom von einer Spannungsquelle 10 und
Zeitgebung von einer Uhr 11 erhält.
-
Im
Folgenden wird ein Verfahren zur Herstellung einer Vorrichtung unter
Verwendung des in Beispiel 1 hergestellten Materials erläutert.
-
Beispiel – Herstellung
einer Vorrichtung
-
4,5
Gew.-% eines Gemischs aus dem Polymer (99,5%), das durch das Blend
aus Polyvinyltriphenylamin und Polyvinyldiphenylchinoxalin hergestellt
worden war, zusammen mit dem Emitter PM580 (0,5%), wurde in Dichlorbenzol
gelöst.
Die Lösung
wurde auf ein mit Indiumzinnoxid beschichtetes Glassubstrat aufgebracht, das
danach 30 s lang mit 3 000 U/min geschleudert wurde. Das Substrat
wurde aus der Schleuder entfernt und auf eine Heizplatte 10 min
lang bei 75°C
gelegt, um das restliche Lösungsmittel
zu verdampfen. Dadurch wurde ein gleichmäßiger Polymerfilm aufgebracht.
Auf diese gleichmäßige Polymerschicht
wurde eine Kathode, die eine 100 nm dicke Magnesiumschicht und eine
100 nm dicke Silberschicht umfasste, durch thermisches Bedampfen
aufgebracht. Die erhaltene Filmdicke betrug ~76 nm. Die Schicht
der Silberkathode kann durch thermisches Bedampfen im Hochvakuum
durch eine Bedampfungsmaske hindurch aufgebracht werden. Die Maske
hatte ein Muster mit einer Reihe von kreisförmigen Löchern mit einem Durchmesser
von 3,5 mm, was in einer Anordnung aus kreisförmigen Elektrodenflekken, die
auf den organischen Schichten aufgebracht wurden, resul tierte. Die
Probe wurde aus der Vakuumkammer entnommen, und es wurden elektrische
Anschlüsse unter
Verwendung von Indiumlot, um die ITO zu kontaktieren, und ein Kupferdraht,
um die Silberflecken zu kontaktieren, angebracht. Es wurde festgestellt,
dass jede Vorrichtung, die durch die Metallisierungsfläche eines
Silberflecks gebildet worden war, sowohl als Gleichrichter als auch
als lichtemittierende Diode funktionierte.
-
Ein
weiteres Beispiel umfasste:
(0,5% PM650, 99,5 RJP5R), zusammen
4,5% in Dichlorbenzol, Dikke des organischen Films 70 nm.
-
Polyphenylenvinylenschichten
wurden durch den Tetrahydrothiophenvorläufer-Weg, wie von Wessling und
Zimmerman im US-Patent 3 401 152 beschrieben, aufgebracht. Das Vorläuferpolymer
wurde aus der Lösung
in Methanol auf mit Indiumzinnoxid beschichtete Glassubstrate geschleudert.
Die Umwandlung des Vorläufers
in PPV erfolgte durch 10 Stunden langes Erhitzen im Vakuum bei 210°C. Für die zweischichtigen
Vorrichtungen wurden Seitenkettenelektronentransportpolymere durch
Schleuderbeschichten aus einer Lösung
in Dichlorbenzol wie in dem Beispiel zuvor aufgebracht, und es folgten
dieselben Stufen, um eine metallische Kathodenschicht aufzubringen.
-
Werte
für Polychinoxalin,
verglichen mit bekannten Systemen, wie in
3 gezeigt,
werden anschließend
für folgende
drei Aufbauten mitgeteilt:
- PPV
- = Polyphenylvinylen,
das die Funktionen LE, HT und ET liefert.
-
Das
Oxadiazol ist nur zu Vergleichszwecken vorhanden.
-
-
ETP
ist das elektronentransportierende Polymer.
- Q. E.
- = Quantenwirkungsgrad
- η
- = Lichtausbeute
-
Die
zweischichtige Vorrichtung, für
welche ein elektronentransportierendes Polychinoxalin-Polymer verwendet
wurde, zeigte eine Verbesserung des äußeren Höchstquantenwirkungsgrades um
den Faktor 13,3 gegenüber
einer einschichtigen Vorrichtung und um den Faktor 1,7 gegenüber einer
zweischichtigen Vorrichtung, für
welche das auf Oxadiazol basierende Polymer des Standes der Technik
verwendet worden war. Der mittlere Quantenwirkungsgrad der Vorrichtung,
für welche
Polychinoxalin verwendet worden war, war um den Faktor 11,5 höher als
bei einer einschichtigen Vorrichtung und um den Faktor 2,1 höher als
bei der zweischichtigen Vorrichtung, für welche Oxadiazol verwendet
worden war. Die Oxadiazol-Vorrichtung hatte einen äußeren Höchstquantenwirkungsgrad
um den Faktor 7,7 höher
als die einschichtige Vorrichtung und der mittlere Quantenwirkungsgrad
war um den Faktor 5,4 höher
als bei der einschichtigen Vorrichtung. Das Emissionsspektrum war
durch den Einschluss der wie in 3 gezeigten
Elektronentransportschicht im Wesentlichen unbeeinflusst.
-
Die
Verbindungen mit der Formel I können
auch in lichtempfindlichen Vorrichtungen, beispielsweise Photodioden,
Photovoltaikzellen, empfindlichen Schichten für die Elektrophotographie und
lichtbrechenden Schichten, verwendet werden.
-
Wenn
die erfindungsgemäßen leitfähigen Polymere
als Komponenten für
optische Speicher- und Schaltbauteile durch Anwendung des Lichtbrechungseffekts
verwendet werden können,
dann umfasst, unter Bezugnahme auf 1, die Schicht 3 eine
Schicht aus organischem Material mit leitfähigen, photogenerativen und
elektrooptischen Eigenschaften. Solche Eigenschaften können durch
Zusatz geeigneter Dotiermittel zu einem leitfähigen Polymer, wie es erfindungsgemäß beschrieben
worden ist, erhalten werden. Geeignete Dotiermittel zur Erzeugung
des Vermögens
einer Photogeneration von Ladungen umfassen C60-Fulleren.
Geeignete Dotiermittel, um einen linearen elektrooptischen Koeffizienzen
zu liefern, umfassen Dimethylaminonitrostilben.