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DE60022310T2 - Unter druck stehende fluidleitung - Google Patents

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DE60022310T2
DE60022310T2 DE60022310T DE60022310T DE60022310T2 DE 60022310 T2 DE60022310 T2 DE 60022310T2 DE 60022310 T DE60022310 T DE 60022310T DE 60022310 T DE60022310 T DE 60022310T DE 60022310 T2 DE60022310 T2 DE 60022310T2
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DE
Germany
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tube
pipe
treatment
nitriding
increase
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DE60022310T
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Paolo Balbi
Pierluigi Picco
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TI Group Automotive Systems Ltd
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TI Group Automotive Systems Ltd
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    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F02COMBUSTION ENGINES; HOT-GAS OR COMBUSTION-PRODUCT ENGINE PLANTS
    • F02MSUPPLYING COMBUSTION ENGINES IN GENERAL WITH COMBUSTIBLE MIXTURES OR CONSTITUENTS THEREOF
    • F02M55/00Fuel-injection apparatus characterised by their fuel conduits or their venting means; Arrangements of conduits between fuel tank and pump F02M37/00
    • F02M55/02Conduits between injection pumps and injectors, e.g. conduits between pump and common-rail or conduits between common-rail and injectors

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Combustion & Propulsion (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • General Engineering & Computer Science (AREA)
  • Fuel-Injection Apparatus (AREA)
  • Rigid Pipes And Flexible Pipes (AREA)
  • Solid-Phase Diffusion Into Metallic Material Surfaces (AREA)
  • Pipeline Systems (AREA)
  • Jet Pumps And Other Pumps (AREA)

Description

  • Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Behandeln eines Rohrs oder rohrförmigen Elements für unter Druck stehende Fluidzuleitungssysteme.
  • Bekanntlich hat das Aufkommen der Dieselmotortechnologie, und insbesondere der Übergang von einem Zuleitungssystem mit einer Vorverbrennungskammer zu einem Direkteinspritzungszuleitungssystem zu einem beträchtlichen Anstieg der Motorleistung geführt. Es wurden jedoch einige unerwünschte Auswirkungen festgestellt. Eine Direktzuleitung führt beispielsweise zu einer erheblichen Zunahme des Drucks, mit dem der Brennstoff den Einspritzvorrichtungen zugeführt wird. Die Einspritzvorrichtungen werden von einer Rohrleitung oder einem Rohr gespeist, das dem hohen Innendruck des Brennstoffs ausgesetzt ist und deshalb Härte- und mechanische Festigkeitseigenschaften aufweisen muss, um den hohen radialen und tangentialen Belastungen standzuhalten. Darüber hinaus hat die vorerwähnte Leistungszunahme zu einem beträchtlichen Anstieg bei der Vibration geführt, der alle Teile des Motors und vor allem die vorher genannten Brennstoffzuführungsrohrleitungen oder -rohre negativ beeinflusst.
  • Vibrationen bewirken ein abwechselndes Durchfedern des Rohrs, welches durch die Materialbelastung in der axialen Richtung des Rohrs oder der Rohrwand gekennzeichnet ist. Diese Vibrationen können zusammen mit der Wirkung des an- und abschwellenden In nendrucks Risse oder Spalte im Rohr, wobei Brennstoff ausläuft, oder aber auch einen vollständigen Bruch des Rohrs verursachen. Es wäre darüber hinaus festzuhalten, dass die Rohre im Allgemeinen durch Ziehen hergestellt werden und die Innenwand deshalb aufgrund der maschinellen Bearbeitung Haarrisse oder mikroskopische Sprünge aufweisen kann. Der hohe Druck des Fluids kann zusammen mit den Vibrationen eine Verschlimmerung der Haarrisse bewirken, die dann mit all den unerwünschten, vorstehend beschriebenen Auswirkungen die Außenwand erreichen können.
  • Zusätzlich können Probleme hinsichtlich der Dichtung im Bereich der Verbindung jeder Rohrleitung oder jedes Rohrs mit den dazugehörigen Befestigungspunkten auftreten. Einspritzvorrichtungsseitig erreicht der Druck des Brennstoffs bekanntlich Höchstwerte. Und zwar führte die Zunahme des Zuleitungsdrucks dazu, dass das Material, aus dem die Einspritzvorrichtungen hergestellt sind, fester gemacht werden musste. Der Härteunterschied zwischen dem Material, welches im Allgemeinen aus hartem oder gehärtetem Metall besteht, und demjenigen der Rohre, die im Allgemeinen aus einem weniger harten Metall bestehen, kann aufgrund der Auswirkung der Vibrationen zu einem Auslaufen von Brennstoff im Kontaktbereich zwischen Rohr und Einspritzvorrichtung führen.
  • Ähnlich können auch im Rohr-/Pumpenverbindungsbereich selbst bei niedrigeren Drücken undichte Stellen auftreten.
  • Alle vorgenannten Probleme können auch in sogenannten „common rail"-Zuleitungssystemen, also Systemen mit gemeinsamer Druckleitung auftreten, die bekanntlich ein Verteiler- oder Verzweigerelement vorsehen, von dem aus die Brennstoffzuleitungsrohre zu den Einspritzvorrichtungen abgehen. Der Verteiler besteht aus einem rohrförmigen Element, das auch der Belastungswirkung des an- und abschwellenden Innendrucks und der Vibrationen ausgesetzt ist.
  • Verschiedene Lösungen wurden vorgeschlagen, um die vorstehend erwähnten Nachteile zu überwinden. Im Allgemeinen werden Behandlungen oder äußere Belegungen verschiedener Arten, insbesondere aus Metall, verwendet, um eine Zunahme der mechanischen Festigkeit der Rohre zu erzielen. Diese Belegungen können jedoch verschiedene Nachteile haben:
    • – die Schwierigkeit, sie aufgrund der kleinen Durchmessers der Bohrung gleichmäßig auf die Innenwand des Rohrs aufzubringen;
    • – die damit verbundene Schwierigkeit, dass, wenn die Behandlung vor der maschinellen Bearbeitung des Rohrendes erfolgt, was im Allgemeinen eine Erweiterung des Querschnitts des Rohrs mit einer Form beispielsweise in Form eines Spitzkegels, d.h. einer Diagonalrippe mit sich bringt, der Vorteil dieser Behandlung aufgrund der maschinellen Bearbeitung des Endes verloren geht. Darüber hinaus wäre das Aufbringen irgendeines Belegungsmaterials in diesem Bereich komplex und kostspielig und würde hinsichtlich der Dichtung zu weiteren Problemen führen.
  • Eine weitere Art vorgeschlagener Lösungen besteht darin, das Rohr einem Vorspannungsprozess, der „Autofrettage" genannt wird, zu unterziehen. Dieser bekannte Prozess ist jedoch nur im Hinblick auf Belastungen aufgrund der Wirkung des an- und abschwellenden Drucks des Fluids wirksam, nicht aber im Hinblick auf die axialen Belastungen aufgrund der Vibrationen. Darüber hinaus lässt sich dieses Verfahren nicht leicht mit konstanten Ergebnissen steuern und wiederholen.
  • Die US 4,458,724 offenbart ein Stahlrohr, das zur Ausbildung von Hochdruckbrennstoffeinspritzrohren für Dieselmotoren verwendet wird. Das Rohr weist eine gehärtete Innenschicht auf, die eine Stickstofflösung umfasst. Das Dokument räumt ein, dass es bei der Ausbildung einer gehärteten Schicht auf der Innenfläche eines Rohrs mit kleinem Durchmesser durch Gasweichnitrieren schwierig ist, das Rohr gleichmäßig über seine ganze Länge mit Gas zu befüllen. Das Ergebnis ist, dass es der gehärteten Schicht an Gleichmäßigkeit mangelt. Somit wird das gehärtete Rohr der US 4,458,724 dadurch hergestellt, dass ein Stahlrohr bei 570 bis 580°C in ein Bad geschmolzenen Natriumcyanids eingetaucht und axial in Schwingung versetzt wird, um eine Diffusionsschicht auszubilden, die eine feste Stickstofflösung an seiner Innenfläche umfasst. Das Rohr wird dann in einem Ofen behandelt, der mit Stickstoff oder einem Gemisch aus Stickstoff, Wasserstoff, Kohlenmonoxid und Kohlendioxid gefüllt ist.
  • Die Herstellung des Rohrs der US 4,458,724 erfordert deshalb die Verwendung von Natriumcyanid, was Vorsicht bei seinem Gebrauch und seiner Entsorgung im Hinblick auf seine potentiell toxischen Wirkungen notwendig macht.
  • Es besteht deshalb der Bedarf nach einem Rohr einer neuen Art, das mittels einfacher und kostengünstiger Maßnahmen in der Lage ist, alle vorgenannten Nachteile zu überwinden und eine effiziente Abdichtung des Fluids mit guter Widerstandsfähigkeit gegen verschiedene Arten von Belastungen sicherzustellen.
  • Die Erfindung erzielt die vorgenannten Aufgaben, indem ein Rohr von der eingangs genannten Art behandelt wird, bei dem die Innen- und/oder Außenfläche behandelt wird/werden, um eine Zunahme bei der Härte und/oder mechanischen Festigkeit des Rohrs im Hinblick auf sowohl radiale und tangentiale als auch axiale Belastungen zu erzielen. Man hat nämlich herausgefunden, wie in der Beschreibung der beigefügten Zeichnungen noch ausführlicher beschrieben wird, dass insbesondere im Falle von Rohren mit einem hohen K-Koeffizienten, d.h. einem großen Verhältnis zwischen Außen- und Innendurchmesser, wie im vorliegenden Fall, die Belastung aufgrund des an- und abschwellenden Innendrucks nur in dem Bereich der Oberflächenschichten nahe der Innenwand beträchtlich und im Falle von geringen Tiefen drastisch reduziert ist. Anders ausgedrückt ist die Wirkung des Drucks im Bereich der Innenwand des Rohrs und den unmittelbar angrenzenden Schichten am größten und nimmt in einer hyperbolischen bzw. exponentiellen Weise, d.h. sehr schnell ab, um auf einen niedrigen Wert, der im Wesentlichen konstant ist, oder in der Richtung nach außen sogar auf Null zu gehen. Es kann deshalb als gute Annäherung festgestellt werden, dass die Belastung aufgrund des an- und abschwellenden Drucks des Fluids einen im Wesentlichen oberflächlichen Effekt hat, so dass die Behandlung zur Stärkung der Innenwand des Rohrs ausreicht, um dessen Auswirkung effizient entgegenzuwirken.
  • Ähnlich wurde herausgefunden, wie in der Darstellung in den begleitenden Zeichnungen noch ausführlicher beschrieben ist, dass die axiale Belastungswirkung, d.h. das Durchbiegen des Rohrs aufgrund von Vibrationen, ihre größte Intensität im Bereich der Außenfläche und der unmittelbar angrenzenden Schichten entfaltet und wenn auch auf eine im Wesentlichen lineare Weise nach innen hin auch schnell abnimmt. Es kann deshalb mit einem guten Grad an Gewissheit festgestellt werden, dass der axiale Belastungseffekt hauptsächlich oberflächlich ist, und dass eine Behandlung zur Stärkung der Außenwand des Rohrs ausreicht, um dessen Auswirkung effizient entgegenzuwirken.
  • Mit Bezug auf die allgemeinen Merkmale des Rohrs kann dieses aus einem oder mehreren Materialien (mehrlagig), insbesondere Metall und speziellem Kohlenstoffstahl hergestellt sein, Stählen, die durch Nitrieren (legierte Stähle) oder dergleichen hergestellt werden.
  • Die Maße der Dicke der Rohrwand können viel größer sein als das Maß des Bohrungsdurchmessers, und zwar kann das Rohr einen Außendurchmesser haben, der viel größer ist als der Innendurchmesser.
  • Der Innendurchmesser des Rohrs, und zwar der Durchmesser der Bohrung, kann sehr klein sein und insbesondere im Bereich von 1 bis 3 Millimeter liegen.
  • Mit Bezug auf die vorgenannten Probleme bezüglich der Auswirkungen der verschiedenen Belastungen kann zumindest die Innenfläche einer Nitrier- bzw. Carbonitrierbehandlung unterzogen werden.
  • Vorteilhafter Weise können aus den vorerwähnten Gründen beide Flächen, d.h. die Innen- und Außenfläche, einer Nitrier- bzw. Carbonitrierbehandlung unterzogen werden.
  • Überraschender Weise kann das Verfahren auch auf die Innenfläche des Rohrs wirksam angewandt werden, etwas, was angesichts des geringen Innendurchmessers des Rohrs, von Fachleuten auf dem Gebiet als unmöglich erachtet wurde. Deshalb zeigt die vorliegende Erfindung, dass es mit besonderen Maßnahmen möglich ist, auch die Innenwand des Rohrs einer stärkenden Behandlung zu unterziehen.
  • Die vorliegende Erfindung baut auf der Erkenntnis des wirklichen technischen Problems und dem Mechanismus auf, der in Brennstoffzuleitungsrohren verursachten Rissen oder undichten Stellen zugrunde liegt. Die Gründe, warum diese Risse auftreten, sind nämlich klar definiert, formuliert und in Worte gefasst, wodurch der Fachmann auf dem Gebiet eine klare Sicht der Lage haben und die geeigneten technischen Maßnahmen für die Lösung ergreifen kann. Da die Auswirkung und die Belastungen der radialen/tangentialen und axialen Effekte – die sich auf die Mantelfläche des Rohrwandquerschnitts beschränken – bekannt sind, baut die vorliegende Erfindung auf der Tatsache auf, dass es möglich ist, sowohl für Risse aufgrund axialer Belastung als auch Risse aufgrund radiler/tangentialer Belastung, nämlich den Rissen aufgrund von Vibration und den Rissen aufgrund von an- und abschwellendem Innendruck, mittels einer einzelnen stärkenden Behandlung Abhilfe zu schaffen, die eine im Wesentlichen oberflächliche Wirkung hat und trotz des sehr kleinen Durchmessers der Bohrung auch auf der Innenwand des Rohrs ausgeführt werden kann.
  • Nitrier- oder Carbonitriervorgänge bewirken ein Härten oder Vorbelasten der Oberflächenschichten des Materials, d.h. erzeugen permanente Druckbelastungen, die sich den dynamischen Belastungen aufgrund von an- und abschwellendem Druck und Vibrationen entgegensetzen, was zu einer allgemeinen Zunahme der Ermüdungsfestigkeit führt. Diese Behandlungen ermöglichen eine Senkung der Bearbeitungszeit und Kosten und stellen eine volle Zuverlässigkeit sicher. Bei Nitrier- oder Carbonitriervorgängen lassen sich deren Wirkung und genaue Einstellung gut abstimmen. Indem der Druck und die verschiedenen Parameter variiert werden ist es nämlich möglich, konstante und wiederholbare Ergebnisse zu erzielen, die insbesondere im Hinblick auf die Eindringtiefe der Behandlung in das Material des Rohrs steuerbar sind. Diese Behandlungen sind kostengünstig. Sie ermöglichen eine vollständige Behandlung aller Rohrflächen, einschließlich der Innen- und Außenfläche der geformten vorderen Enden, unabhängig von ihrer Form. Insbesondere kann im Falle dieser geformten Teile die herkömmliche Belegungsbehandlung nicht auf eine kostengünstige und einfache Weise angewandt werden, während die Verfahren nach der Erfindung wirksam sind und kostengünstig angewandt werden können, um zumindest die Stärke wenigstens der Oberflächenschichten – wie erforderlich und ausreichend ist, um das Problem zu lösen – auf Werte zu erhöhen, die sich mit denjenigen anderer Bestandteile eines Hochdrucksystems vergleichen lassen. Darüber hinaus zeigen die verfügbaren Versuchsdaten, dass Haarrisse in den behandelten Materialien weniger gefährlich sind, so dass die Nitrier- oder Carbonitrierbehandlung den weiteren Effekt hat, die Kräftekonzentration zu verringern, die mit den von der maschinellen Bearbeitung herrührenden Haarrissen oder Sprüngen verbunden sind, die in der Innenwand des Rohrs vorhanden sein können. Diese letztgenannte Eigenschaft spielt eine entscheidende Rolle bei der Erhöhung der Festigkeitseigenschaften der Rohrwand, insbesondere im Hinblick auf radiale und tangentiale Belastungen, wodurch auch Herstellungsunregelmäßigkeiten, die sich aus dem Ziehvorgang ergeben, behoben werden.
  • Sowohl Nitrier- als auch Carbonitrierbehandlung verbessern das ästhetische Erscheinungsbild des behandelten Materials, geben diesem einen anziehenden, homogenen Farbton. Dieser Faktor kann auch einen positiven psychologischen Effekt auf den Käufer beispielsweise eines Kraftfahrzeugs haben, der sich eine positive Meinung über die Qualität eines Produktes, insbesondere eines Autos bilden kann, indem er auch das ästhetische Erscheinungsbild des Motors und seiner Teile berücksichtigt. Ein ästhetisches und gut gepflegtes Aussehen dieser Teile bietet auch ein Bild von konstruktionstechnischer Präzision und Sauberkeit und von daher von einer Betriebszuverlässigkeit der mechanischen Teile.
  • Die Nitrier- oder Carbonitrierbehandlung stellt eine ausgezeichnete Festigkeit gegen Verschleiß, Ermüdung und Korrosion sicher, verursacht keine Verformung, und kann aufgrund ihrer hohen Wiederholbarkeit auf fertige Teile angewendet werden, was Bearbeitungszyklen und Produktionskosten verringert.
  • Nach der vorliegenden Erfindung umfasst die Nitrier- oder Carbonitrierbehandlung Zyklen, um den Druck einer gesteuerten Stickstoff- bzw. Kohlenstoff- und Stickstoffatmosphäre auf eine gepulste Weise zu erhöhen oder zu senken. Anders ausgedrückt wird der Druck der Nitrieratmosphäre zyklisch eine bestimmte Zeit lang erhöht und dann lässt man ihn eine weitere Zeit lang auf einen niedrigeren Pegel abfallen. Diese Maßnahme erleichtert das Eindringen des Gases in die Rohrbohrung trotz ihres kleinen Durchmessers und trägt zur Behandlung der Innenfläche des Rohrs bei.
  • In Kombination mit der Nitrier- oder Carbonitrierbehandlung ist es möglich, den Schritt vorzusehen, der darin besteht, das Rohr einem Vorspannungsprozess, insbesondere dem vorher erwähnten Prozess der „Autofrettage" zu unterziehen.
  • Und zwar erzeugt die Nitrier- oder Carbonitrierbehandlung eine Vorspannung in den Oberflächenschichten. Dies hat einen Effekt, der ähnlich demjenigen ist, der mit der „Autofrettage"-Behandlung erzielt wird, kann aber nichtsdestoweniger damit kombiniert werden. In diesem Fall kann eine doppelte Abstimmung der Wirkung erzielt werden, indem die Hauptparameter beider Prozesse modifiziert werden, wie etwa der Autofrettage-Druck und die Nitriertiefe.
  • Das nach der vorliegenden Erfindung behandelte Rohr kann ein rohrförmiges Element oder einen Teil eines pulsierenden, unter Druck stehenden Fluidzuleitungssystems sein, das eine Anzahl von Funktionen aufweist, die größer ist als lediglich Fluid zu transportieren, wie zum Beispiel ein Verteilerelement oder dergleichen, insbesondere ein Verteiler in sogenannten „common rail"-Zuleitungssystemen für Dieselmotoren. Das zugrundeliegende Prinzip nach der vorliegenden Erfindung kann auch vorteilhafter Weise in rohrförmigen Elementen dieser Art eingesetzt werden.
  • Natürlich ist es in Kombination mit der Innen- und/oder Außenflächenbehandlung des Rohrs möglich, auch die Autofrettage-Behandlung und/oder in Kombination mit zumindest einem dieser Behandlungsverfahren das Aufbringen einer oder mehrerer Belegungsschichten vorzusehen, die aus verschiedenen Materialien bestehen, wie Innen- oder Außenumhüllungen aus metallischem oder nichtmetallischem Material oder Abscheidung von Materialschichten.
  • Die vorliegende Erfindung bezieht sich somit auf ein Verfahren zum Behandeln eines Rohrs oder rohrförmigen Elements, das gezogen, geschnitten und maschinell in Form gebracht wurde, folgende Schritte umfassend:
    Ausführen einer Innen- und/oder Außenflächenbehandlung, um eine Zunahme bei der Härte und/oder mechanischen Festigkeit des Rohrs in Hinblick auf sowohl radiale/tangentiale als auch axiale Belastungen zu erzielen,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    zumindest die Innenfläche des Rohrs einer Nitrier- bzw. Carbonitrierbehandlung unterzogen wird; und
    die Nitrier- bzw. Carbonitrierbehandlung Zyklen umfasst, um den Druck einer gesteuerten Stickstoff- bzw. Kohlenstoff- und Stickstoffatmosphäre auf eine gepulste Weise zu erhöhen oder zu senken.
  • Vorteilhafter Weise können beide Flächen, d.h. Innen- und Außenfläche, einer Nitrier- bzw. Carbonitrierbehandlung unterzogen werden.
  • Diese Behandlung kann auch auf die Innen- und/oder Außenfläche der vorderen Enden des Rohrs ausgedehnt werden.
  • Der Nitrier- bzw. Carbonitrierprozess kann mit einer Behandlung zum Vorspannen des Rohrs wie beispielsweise einem weiteren Schritt kombiniert werden, der ein Rohr betrifft, das bereits einer anderen Art von Behandlung, insbesondere dem „Autofrettage" genannten Prozess unterzogen wurde.
  • Das Verfahren nach der vorliegenden Erfindung kann vorteilhafter Weise auf ein Rohr angewendet werden, das ein rohrförmiges Element oder ein Systemteil bildet, das eine Anzahl von Funktionen aufweist, die größer ist als lediglich Fluid zu transportieren, wie beispielsweise ein Verteilerelement oder dergleichen, insbesondere ein Verteiler zur Verwendung in einem System mit gemeinsamer Druckleitung für Dieselmotoren.
  • In Kombination mit dem Schritt der Innen- und/oder Außenflächenbehandlung ist es möglich, Schritte vorzusehen, die eine Innen- und/oder Außenbelegung des Rohrs mit einer oder mehreren Schichten aus metallischem oder nichtmetallischem Material oder mit Kombinationen aus metallischen und nichtmetallischen Schichten mit sich bringen. Diese Schichten können sowohl vor als auch nach dem Nitrier- bzw. Carbonitrierprozess aufgebracht werden, d.h. sie können, oder auch nicht, den vorher erwähnten Prozessen sowohl während der Anwendung auf das Rohr als auch gesondert unterzogen werden.
  • Die Vorteile der vorliegenden Erfindung sind aus dem vorstehend Dargelegten offensichtlich und bestehen vor allem darin, auf einfache und kostengünstige Weise ein unter Druck stehendes Fluidzuleitungsrohr erhalten zu können, das wirksam hohen an- und abschwellenden Drücken mit starken radialen/tangentialen Belastungen und starken Vibrationen bei signifikanter axialer Belastung widerstehen kann. Die Erfindung überwindet ein technisches Vorurteil hinsichtlich der Möglichkeit, die Innenwand eines Rohrs trotz dessen kleinen Durchmessers der Bohrung einem Nitrierprozess unterziehen zu können. Darüber hinaus zeigt die Erfindung, wie das Verfahren, das ihren Gegenstand ausmacht, weitere positive und vorteilhafte Effekte hervorbringt, wie insbesondere eine Verringerung der Auswirkung von Haarrissen und eine Verbesserung im ästhetischen Erscheinungsbild des Rohrs.
  • Die weiteren kennzeichnenden Merkmale und Weiterentwicklungen der Erfindung bilden den Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
  • Die kennzeichnenden Merkmale der Erfindung und die sich daraus ergebenden Vorteile gehen deutlicher aus der folgenden ausführlichen Beschreibung der beigefügten Figuren hervor:
  • 1 zeigt den Intensitätsverlauf der auf die Rohrwand wirkenden radialen/tangentialen Belastungen; und
  • 2 zeigt den Intensitätsverlauf der auf die Rohrwand wirkenden axialen Belastung.
  • Mit Bezug auf 1 bezeichnet 1 die Innenwand des Rohrs, während 2 die Außenwand bezeichnet. Die Werte des Rohrradius sind auf der Abszissenachse 3 gezeigt, die entlang des Durchmessers des Rohrs eingezeichnet ist, wobei der Wert 0 dessen Mitte, d.h. seiner Achse, entspricht. Die Werte, die sich auf die Belastungsstärke oder -intensität beziehen, sind auf der Ordinatenachse 4 gezeigt. Der Druck des Fluids erzeugt eine radiale Belastung, die durch die mit der Zahl 5 angegebene Kurve dargestellt ist, und eine tangentiale Belastung, die durch die mit der Zahl 6 angegebene Kurve dargestellt ist. Die Wirkung des Drucks des Fluids auf das Material des Rohrs ergibt sich im Wesentlichen aus einem nicht gleichwertigen, nicht ausgeglichenen anisotropischen Ansprechen auf die radiale Belastung 5 und die tangentiale Belastung 6. Die Belastung, die auf das Material wirkt, ist sowohl durch die Belastung 5 als auch die Belastung 6 bestimmt; die gleichwertige „Von Mises"-Belastung ist durch die Kurve 7 dargestellt. Wie aus der grafischen Darstellung ersichtlich ist, hat diese Streckbelastung 7 ihre höchste Stärke an der Innenfläche 1 des Rohrs, während sie nach außen hin abrupt abfällt, und zwar im Bereich der tiefsten Schichten und zu einem sehr niedrigen, im Wesentlichen konstanten Wert tendiert. Diese Tatsache gibt Anlass zur Schlussfolgerung, dass die Wirkung des Fluiddrucks nur auf der Innenfläche 1 des Rohrs und den unmittelbar angrenzenden Schichten erheblich ist, so dass sich die vorstehend beschriebene Stärkungs- und Vorspannungsbehandlung empfiehlt.
  • Die durch die Zahl 8 angegebene Kurve zeigt den qualitativen Verlauf der Stärke und Festigkeit des Materials nach dem Nitrieren bzw. Carbonitrieren an, namentlich und analog die Höchstbelastungsfähigkeit des Rohrs in Bezug auf die Höchststreckbelastung, die es nach der Behandlung auszuhalten in der Lage ist. Wie zu sehen ist, sind die mechanische Festigkeit und die Härte des Materials im Vergleich zum Verlauf vor der Behandlung (Kurve 9) drastisch erhöht. Indem die Behandlungsparameter geeignet eingestellt werden, ist es möglich, eine Zunahme der Härte/Festigkeit zu erzielen, um die Streckbelastung bei den gegenwärtig erforderlichen Pegeln zu überwinden (Kurve 7). Der Verlauf der Kurve 8 ist im Bereich des Innendurchmessers ähnlich demjenigen der Kurve 7, d.h. die Zunahme bei der Festigkeit ist proportional zur Zunahme bei den Belastungen. In 1 ist der axiale Belastungseffekt nicht sichtbar, da es sich um eine Kraft handelt, deren Richtung senkrecht zum Zeichnungsblatt ist.
  • Mit Bezug auf 2 ist der Verlauf der Biegebelastung schematisch in einer Längsschnittansicht des Rohrs gezeigt. Wie deutlich zu sehen ist, ist die stärkere Wirkung der Biegebelastung im Bereich der äußersten Schichten offensichtlich und erreicht ihren Höchstpegel auf der Außenfläche 2. Diese Schlussfolgerung bildet die Basis für die Gültigkeit der vorliegenden Erfindung, nämlich der Tatsache, erkannt zu haben, dass es ausreicht, beide Rohrflächen, d.h. die Außen- sowie die Innenfläche eines Rohrs, einer Nitrier- bzw. Carbonitrierbehandlung zu unterziehen, um dessen Härte und mechanische Festigkeitseigenschaften im Hinblick auf sowohl an- und abschwellenden Druck als auch Vibrationen zu erhöhen. Mit Bezug auf 2 ist die zu 8 in 1 analoge Kurve darin nicht gezeigt, um die Figur nicht unübersichtlich oder unverständlich zu machen.
  • Alle Erwägungen, die sich aus der Darstellung der Zeichnungen ergeben, gelten auch in Bezug auf andere rohrförmige Elemente von Zuleitungssystemen für Dieselmotoren und insbesondere für die Verteiler von Systemen mit gemeinsamen Druckleitungen, sogenannten „common rail"-Systemen. In diesem Fall reicht auch die Nitrierbehandlung der Innen- und Außenwände allein aus, um deren Härte und mechanische Festigkeitseigenschaften auf eine zufriedenstellende Weise zu erhöhen.
  • Selbstverständlich soll die Erfindung nicht als auf die beschriebene Rohrart beschränkt aufgefasst werden, sondern lässt sich vorteilhafter Weise auch auf andere Arten von Rohren, beispielsweise der mehrlagigen Art, anwenden. Darüber hinaus soll die Erfindung nicht als auf den Sektor von Dieselmotoren beschränkt angesehen werden, sondern lässt sich auch vorteilhafter Weise auf jeden Sektor anwenden, wo dieselben Probleme vorkommen, denen sich die vorliegende Erfindung zuwendet und die sie löst. Und all dies, ohne vom zugrungeliegenden Prinzip abzuweichen, das vorstehend angegeben und nachstehend beansprucht ist.

Claims (10)

  1. Verfahren zum Behandeln eines Rohrs oder rohrförmigen Elements, das gezogen, geschnitten und maschinell in Form gebracht wurde, folgende Schritte umfassend: Ausführen einer Innen- und/oder Außenflächenbehandlung, um eine Zunahme bei der Härte und/oder mechanischen Festigkeit des Rohrs in Hinblick auf sowohl radiale/tangentiale als auch axiale Belastungen zu erzielen, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die Innenfläche des Rohrs einer Nitrier- bzw. Carbonitrierbehandlung unterzogen wird; und die Nitrier- bzw. Carbonitrierbehandlung Zyklen umfasst, um den Druck einer gesteuerten Stickstoff- bzw. Kohlenstoff- und Stickstoffatmosphäre auf eine gepulste Weise zu erhöhen oder zu senken.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Außenfläche des Rohrs einer Nitrier- bzw. Carbonitrierbehandlung unterzogen wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Nitrier- bzw. Carbonitrierbehandlung auf zumindest einen Teil der Innen- und/oder Außenflächen der vorderen Enden des Rohrs ausgedehnt wird, indem die Teile, die nicht behandelt werden sollen, abgedeckt werden.
  4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei in Kombination mit mindestens einem vorhergehenden und/oder mindestens einem nachfolgenden Schritt das Verfahren einen zusätzlichen Schritt umfasst, der darin besteht, das Rohr einem Vorspannungsprozess zu unterziehen.
  5. Verfahren nach Anspruch 4, wobei es sich bei dem Vorspannungsprozess um einen Prozess handelt, der „Autofrettage" genannt wird.
  6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, das auf ein Rohr angewendet wird, das ein rohrförmiges Element oder ein Systemteil bildet, das eine Anzahl von Funktionen aufweist, die größer ist als lediglich Fluid zu transportieren.
  7. Verfahren nach Anspruch 6, bei dem das Rohr ein Verteilerelement oder dergleichen zur Verwendung in einem System mit gemeinsamer Druckleitung für Dieselmotoren ist.
  8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, einen oder mehrere Schritte, um das Rohr vor oder nach dessen Oberflächenbehandlung innen und/oder außen zu belegen, und/oder einen oder mehrere Schritte zur gesonderten oder gleichzeitigen Oberflächenbehandlung für die Innen- und/oder Außenbelegungsschicht(en) des Rohrs umfassend.
  9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, einen Oberflächenoxidationsschritt umfassend, der ein anziehendes, ästhetische Erscheinungsbild und eine hohe Korrosionsfestigkeit bereitstellen soll.
  10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei das Rohr einen Bohrungsdurchmesser vom 1 bis 3 Millimeter hat.
DE60022310T 1999-12-01 2000-11-28 Unter druck stehende fluidleitung Expired - Lifetime DE60022310T2 (de)

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