-
Technisches Gebiet
-
Die
vorliegende Erfindung betrifft die Verdünnung von Gasen und insbesondere
die Verdünnung von
entflammbaren Gasen, wie Phosphinen, mit Luft.
-
Hintergrund der Erfindung
-
Zahlreiche
Fumigantien (Räuchermitel)
und Sterilisationsgase sind entflammbar. Beispielsweise wird Phosphin
(PH3) als Fumigans gegen Insekten verwendet,
die gelagerte Produkte, wie Getreide, befallen. Phosphin weist zahlreiche
erstrebenswerte Produkteigenschaften als Fumigans auf, einschließlich ein
hohes Eindringvermögen,
eine geringe Sorption an Nahrungsmitteln und eine sehr geringe Rückstandsbildung.
Es ist jedoch an der Luft pyrophor, d. h. selbstentzündlich.
Die Entflammbarkeitsgrenze von Phosphin an der Luft beträgt 1,6 %
bis 100 %.
-
Die
derzeitigen Verfahren zur Verwendung von Phosphin umfassen die Erzeugung
von Phosphin aus Metallphosphid-Tabletten,
indem man diese der Feuchtigkeit in der Umgebung aussetzt (vgl.
z. B. US-Patent 5 573 740).
-
Die
Metallphosphid-Tabletten stellen eine Zubereitung mit langsamer
Freisetzung dar, wobei etwa 2 Tage lang ein stark entflammbares,
hochkonzentriertes Phosphin-Gasgemisch,
d. h. mit mehr als 50 % PH3, freigesetzt
wird. Dieses Verfahren ist mit zahlreichen Problemen behaftet, die
im Zusammenhang mit nicht-umgesetztem Phosphid in verbrauchten Tabletten
stehen. Neben den Kosten, die mit der Entsorgung eines derartigen
gefährlichen
Abfalls verbunden sind, ergeben sich berufsbedingte Gesundheits- und Sicherheitsrisiken
bei der Handhabung der verbrauchten Tabletten und mögliche Rückstandsprobleme.
-
Um
diese Gefahren zu verringern, werden zahlreiche Fumigantien und
Sterilisationsgase mit einer nicht-entflammbaren Flüssigkeit, wie flüssigem Kohlendioxid,
vereinigt. Phosphin wird beispielsweise in flüssigem Kohlendioxid mit einem
Gehalt an etwa 2 Gew.-% Phosphin vermarktet. Eine derartige Phosphinzusammensetzung,
die sich in einem Zylinder mit einem Fassungsvermögen von
48 Liter und unter einem entsprechenden Druck befindet, enthält typischerweise
etwa 16,5 m3 Gas (bei Umgebungstemperatur).
Wenn die Phosphinzusammensetzung verdampft, enthält das verdampfte Gas typischerweise
etwa 2,6 % PH3 in CO2.
Obgleich umfangreiche Untersuchungen über die Entflammbarkeit von
Phosphin Variationen der Entflammbarkeit von Phosphin in Abhängigkeit
von Temperatur und Druck zeigen, wurde als absolute Entflammbarkeitsgrenze
ein Wert von 0,11 % (1 100 ppm) Phosphin in Luft festgestellt. Gemische,
deren Phosphin/Sauerstoff-Verhältnis unter
diesem Wert liegt, sind unabhängig
vom Druck nicht entflammbar. Die höchste empfohlene Dosierung
für Phosphin,
die von der National Registration Authority für die Zulassung von Pestiziden
zugelassen ist, beträgt
700 ppm (entsprechend 1 g PH3/m3).
-
Die
Verwendung des nicht-entflammbaren Gemisches aus Phosphin und flüssigem Kohlendioxid überwindet
einige der Probleme, die mit Metallphosphid-Tabletten verbunden
sind. Jedoch treten bei der Verwendung zur Fumigation (Ausräucherung) von
großen
oder weit entfernten Getreidelagerstätten zusätzliche Kosten bei der Handhabung,
dem Transport und der Verwendung von Zylindern auf.
-
Eine
Lösung
zur Vermeidung der Probleme bei der Handhabung von Zylindern besteht
darin, an Ort und Stelle Phosphin von technischer Qualität (99 Gew.-%)
zu vermischen, was sich als günstig
erwiesen hat. Gemäß einem
Vorschlag wird der Inhalt des Zylinders, der derartiges Phosphin
von technischer Qualität
enthält,
auf einen Nettogehalt von 18 kg erhöht, was einem Wert von 29 der alten
Zylinder mit Phosphin/flüssigem
CO2 entspricht. Die normale Anordnung von
zwei Zylindern, mit einem Gehalt an technischem Phosphin, wobei
ein Zylinder im Einsatz ist und der andere als Vorrat dient, entspricht
einem Wert von 58 der älteren
PH3/CO2-Zylinder,
wodurch sich eine erhebliche Verminderung des Bedarfs an Zylindern,
der Zylinderhandhabung und der Rohrverteiler für die Abgabe von Gas ergibt.
-
Für den Fachmann
ist es jedoch ersichtlich, dass die Versorgung von abgelegenen Orten
mit flüssigem
Kohlendioxid kostspielig ist, da weite Lieferstrecken und eine zu
geringe Ausnutzung der Lagergefäße für flüssiges Kohlendioxid
an Ort und Stelle damit verbunden sind. Diese zusätzlichen
Kosten, die mit der Versorgung von abgelegenen Gebieten, z. B. typischen
Getreideanbauzonen, verbunden sind, führt zu einer Verringerung des
wirtschaftlichen Potentials der Fumigation mit gasförmigem Phosphin. Die
pyrophoren Eigenschaften von reinem Phosphin und auch von anderen
Sterilisationsgasen hat dazu geführt,
dass bisher das direkte Vermischen dieser Gase mit Luft ausgeschlossen
war.
-
Die
vorliegende Erfindung sucht zumindest einen Teil der Nachteile des
Stands der Technik zu überwinden
oder eine wirtschaftliche Alternative hierzu bereitzustellen.
-
Offenbarung der Erfindung
-
Gemäß einem
ersten Aspekt wird erfindungsgemäß ein Verfahren
zur Erzeugung eines nicht-entflammbaren Gasgemisches aus einem ersten
entflammbaren Gas und einem zweiten Gas, in dem das erste Gas entflammbar
ist, bereitgestellt, wobei das Verfahren das Mitreißen des
ersten entflammbaren Gases in einem turbulenten Strom des zweiten
Gases, das mit einer solchen Geschwindigkeit fließt, dass
das entflammbare Gas rasch auf eine Konzentration unterhalb seiner
Entflammbarkeitsgrenze verdünnt
wird, umfasst.
-
Beim
entflammbaren Gas kann es sich um ein Fumigans handeln, das aus
der Gruppe Phosphin, Propylenoxid, Acrylnitril, Schwefelkohlenstoff, Carbonylsulfid, Ethylenoxid,
Ethylformiat, Cyanwasserstoffsäure,
Methylformiat und Gemische davon ausgewählt ist. Gemäß einer
weiteren Ausführungsform
handelt es sich beim zweiten Gas um Luft.
-
In
einer weiteren Ausführungsform
reicht die minimale Strömungsgeschwindigkeit
des turbulenten Gasstroms aus, um etwaige Flammen auszulöschen und/oder
um das gasförmige
Gemisch zu im wesentlichen sämtlichen
Volumenbereichen, die mit derartigen Gasgemischen behandelt werden,
zu bringen. Das entflammbare Gas wird vorzugsweise mit dem zweiten
Gasstrom, der mit einer Geschwindigkeit von etwa 4 m/sec oder mehr
fließt,
vermischt.
-
Die
Anmelderin hat festgestellt, dass es möglich ist, ein Gasgemisch an
Ort und Stelle bereitzustellen, indem man beispielsweise ein entflammbares
Fumigans mit Luft unter Anwendung des vorstehenden Verfahrens vermischt.
Injiziert man beispielsweise Phosphin in einen turbulenten Luftstrom, wird
das entflammbare Phosphin rasch auf eine Konzentration unter seiner
Entflammbarkeitsgrenze verdünnt
und mit der sich rasch bewegenden Luft mitgerissen, wobei jegliche
Möglichkeit
einer Verbrennung vermieden wird. Eine speziell entwickelte, zuverlässige Abgabeeinrichtung
ermöglicht
ferner das Vermischen von Phosphin/Luft an Ort und Stelle unter
manueller oder automatischer Kontrolle. Die Vorrichtung zur Durchführung des
vorstehenden Verfahrens umfasst eine derartige zuverlässige Abgabeeinrichtung, um
den Vorgang abzuschalten, wenn das entflammbare Fumigans oder der
turbulente Gasstrom sich außerhalb
der Kontrollspezifikationen befinden. Das Verfahren liefert eine
nicht-entflammbare Fumigans-Zusammensetzung, die sämtliche
von der NRA zugelassenen Anwendungsraten, einschließlich der Raten
für pyrophore
Gase, wie Phosphin, erfüllt.
Das erhaltene gasförmige
Gemisch ist unter beliebigen Umgebungsbedingungen nicht entflammbar,
da die Zusammensetzung unterhalb der absoluten Entflammbarkeitsgrenze
liegt.
-
Gemäß einem
zweiten Aspekt wird erfindungsgemäß eine Vorrichtung zur Erzeugung
eines nicht-entflammbaren gasförmigen
Gemisches aus einem ersten entflammbaren Gas und einem zweiten Gas,
in dem das erste Gas entflammbar ist, bereitgestellt, wobei die
Vorrichtung folgendes umfasst: eine erste Gaszufuhr, die dazu geeignet
ist, das entflammbare Gas bereitzustellen, eine zweite Gaszufuhr,
die dazu geeignet ist, einen turbulenten Strom des zweiten Gases
bereitzustellen, und eine Mischzone, die zur Aufnahme und zum Mischen
des ersten und zweiten Gases geeignet ist, wobei die zweite Gaszufuhr
zur Steuerung der Geschwindigkeit des zweiten Gasstroms geeignet
ist, um das erste Gas rasch auf eine Konzentration unter seiner
Entflammbarkeitsgrenze zu verdünnen.
-
Sofern
aus dem Zusammenhang nicht in klarer Weise etwas anderes hervorgeht,
sind in der gesamten Beschreibung und den Ansprüchen die Ausdrücke "umfassen", "umfassend" und dergl. in einem "einschließlichen" Sinn zu verstehen,
im Gegensatz zu einem "ausschließlichen" oder "erschöpfenden" Sinn, d. h. im Sinn
von "enthaltend,
jedoch ohne Beschränkung
hierauf".
-
Kurze Beschreibung
der Zeichnung
-
Um
ein besseres Verständnis
der vorliegenden Erfindung zu gewährleisten, wird diese nun nachstehend
unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen
anhand eines Beispiels beschrieben.
-
1 ist
eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zur Erzeugung eines
Gases gemäß einer
ersten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung.
-
2 ist
ein schematisches Fließdiagramm einer
Vorrichtung zur Bereitstellung eines Gases gemäß einer zweiten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung.
-
Beste Art
und Weise für
die Durchführung
der Erfindung
-
In
den 1 und 2 werden das erfindungsgemäße Verfahren
und die erfindungsgemäße Vorrichtung
dazu herangezogen, ein Fumigans in einer Lagereinrichtung, z. B.
einem Getreidesilo, bereitzustellen. Es ist jedoch darauf hinzuweisen,
dass das Verfahren und die Vorrichtung breitere Anwendungsmöglichkeiten
als die Bereitstellung eines Fumigans aufweist und dass die folgenden Ausführungsformen
in keiner Weise als eine Einschränkung des
Erfindungsgedankens anzusehen sind.
-
Breit
ausgedrückt,
beziehen sich die 1 und 2 auf zwei
Variationen zur Bereitstellung eines Fumigans in einem Getreidesilo. 1 eignet sich
beispielsweise (ohne Beschränkung
hierauf) für eine
unbeaufsichtigte automatische Fumigation eines Getreidesilos über eine
längere
Zeitspanne hinweg, während 2 besser
für eine
raschere (1–2 Stunden)
Fumigationstechnik, die manuell gesteuert werden kann, geeignet
ist, ohne dass diesbezüglich eine
Beschränkung
besteht.
-
Gemäß 1 wird
ein typisches Getreidesilo 15 einer Fumigation unterzogen.
Die Vorrichtung 20 zur Zufuhr des Fumigans umfasst ein
Fumigans, in diesem Fall technisches Phosphin in Druckzylindern 1, 2.
Jeder Zylinder wird durch eine entsprechende Ventilbetätigungsvorrichtung 4/5 gesteuert, die
auf herkömmliche
Weise über
einen Rohrverteiler 6 mit der Steuereinrichtung 7 des
Gesamtprozesses verbunden ist.
-
Eine
Spülgas-Zufuhreinrichtung 3 liefert
ein Inertgas, in diesem Fall Kohlendioxid, um die Phosphin-Zufuhrleitung(en) 21 zu
spülen,
wie nachstehend erörtert
wird. Diese Spülgas-Zufuhreinrichtung 3 und
die Phosphin-Zufuhreinrichtung 1, 2 sind
alle über
den Rohrverteiler 6 mit der oder den Phosphin-Zufuhrleitungen 21 verbunden.
Die Prozesssteuerung wird über
die Steuereinrichtung 7 vorgenommen. Diese Steuereinrichtung
ist mit verschiedenen Sensoren für
entflammbares Gas, Rauchdetektoren und Luftstromsensoren 9, 13 verbunden,
um zu gewährleisten,
dass der Prozess streng innerhalb der definierten Parameter bleibt.
-
Die
Phosphin-Zufuhrleitung 21 umfasst ein Steuerventil 10,
einen Strömungsindikator 11 und eine
Phosphin-Injektionsvorrichtung 12.
Die Phosphin-Injektionsvorrichtung 12 umfasst
ein Schaufelradventil 12a, das zusammen mit dem Luftstromsensor 13 die
notwendigen Daten zur Steuerung der Einrichtung 7 liefert,
um die Injektion von als Fumigans wirkendem Phosphingas zu kontrollieren
oder zu verhindern, wenn der turbulente Gasstrom unter eine vorgegebene
Strömungsgeschwindigkeit
abfällt.
Der Luftstrom durch die Leitung 22 wird durch ein Zirkulationsgebläse 14 aufrechterhalten.
Der turbulente Luftstrom wird vorzugsweise ständig aufrechterhalten.
-
Als
weitere Sicherheitsmaßnahme
ist ein Abgasventilator 8 im Fumigans-Zufuhrgehäuse 20 vorgesehen.
-
Die
vorstehend beschriebene Vorrichtung funktioniert folgendermaßen: Zunächst wird
CO2-Gas 3 zum Spülen der
Phosphin-Injektionsvorrichtung 12 und der Zufuhrleitung(en) 21 verwendet.
Das Gebläse 14 wird
betätigt
und die Steuereinrichtung 7 überwacht die Luftstromgeschwindigkeit
in der Leitung 22. Nachdem die Luftstromgeschwindigkeit
den angestrebten Mindestwert erreicht hat und auf diesem Niveau
gehalten wird, werden die Ventile 4/5 geöffnet und
Phosphin wird über
den Rohrverteiler 6 durch die Zufuhrleitung 21 der
Phosphin-Injektionsvorrichtung 12 zugeführt, aus der es im turbulenten
Gasstrom in das Silo 15 zur Fumigation des Getreides oder
eines anderen darin gelagerten Materials mitgerissen wird. Bei dieser
Ausführungsform
ist vorgesehen, dass das Fumigans von im wesentlichen reinem Phosphin von
technischer Qualität
(99 Gew.-%) auf Konzentrationen bis zu etwa 100 ppm verdünnt und über eine längere Zeitspanne,
d. h. eine Anzahl von Tagen oder auch Wochen, in das Innere des
Silos geleitet wird. Das Gebläse 14 kann
das Phosphin/Luft-Gemisch weiterhin im gesamten Silo im Kreislauf
führen,
um einen gründlichen
Kontakt zwischen dem gelagerten Material und dem Fumigans zu gewährleisten.
Durch einfache Berechnungen lässt
sich die angestrebte Menge an Phosphin/Luft-Gemisch berechnen, die dem
Silo 15 für
eine angemessene Behandlung zugeführt werden muss. Nachdem dieser
Wert erreicht ist, wird das Phosphingemisch abgestellt und die Zufuhrleitung
erneut mit CO2-Gas gespült.
-
Die
Geschwindigkeit des turbulenten Luftstroms, in den das entflammbare
Fumigans (in diesem Fall das pyrophore Gas Phosphin) injiziert wird, muss
so rasch sein, dass das Gas auf eine Konzentration unterhalb seiner
Entflammbarkeitsgrenze verdünnt
wird.
-
Ferner
können
das Verfahren und die Vorrichtung zu überraschenden Vorteilen gegenüber herkömmlichen
Techniken führen,
indem man die Injektion des ersten entflammbaren Gases und die Geschwindigkeit
des zweiten Gases zur Bereitstellung eines nicht-entflammbaren gasförmigen Gemisches optimiert.
Beispielsweise befinden sich Getreidelagereinrichtungen, wie Silos,
in entlegenen Bereichen, in denen sich im allgemeinen keine Menschen
aufhalten. Es ist somit erstrebenswert, eine Behandlungsvorrichtung
bereitzustellen, die automatisch ohne Eingriff durch den Menschen
betätigt
werden kann. Wie vorstehend erwähnt,
ist die in 1 dargestellte Ausführungsform
vorwiegend zur Behandlung mit niederen Konzentrationen innerhalb
längerer
Zeitspannen vorgesehen. Um die Lageranlage in angemessener Weise
zu behandeln und um ein sicheres, zuverlässiges Verfahren zu ermöglichen,
das keines Zugriffes durch den Menschen bedarf, kann die Vorrichtung
so optimiert werden, dass die Geschwindigkeit des turbulent strömenden gasförmigen Gemisches
nicht nur das entflammbare Gas rasch unter dessen Entflammbarkeitsgrenze
verdünnt,
sondern auch
- i) das gasförmige Gemisch im wesentlichen
in sämtlichen
Bereichen des zu behandelnden Volumens, z. B. des Silos, zuführt und
- ii) jegliche Entzündungs-/Verbrennungsvorgänge des
entflammbaren Gases auslöscht.
-
Wie
der Fachmann erkennt, ist es offensichtlich wichtig zu gewährleisten,
dass ein gasförmiges Behandlungsgemisch
in Kontakt mit sämtlichen
Bereichen des zu behandelnden Volumens kommt. Ferner ist es wichtig,
dass jegliche Entzündungs-
oder Verbrennungsvorgänge
des entflammbaren Gemisches in der Nähe des Injektionspunkts rasch
ausgelöscht
werden. Überraschenderweise
wurde festgestellt, dass bei einer Konzentration des entflammbaren
Gases um 100 ppm herum ein turbulenter Gasstrom mit einer linearen
Strömungsgeschwindigkeit von etwa
4 m/sec ausreicht, um das erste Gas rasch unter seine Entflammbarkeitsgrenze
zu verdünnen, das
erhaltene gasförmige
Gemisch auf sämtliche
Bereiche des Silos zu verteilen und etwaige Flammen, die in der
Nähe der
Injektionsstelle des entflammbaren Gases auftreten können, auszulöschen. Bezüglich dieses
letztgenannten Punkts hat die Anmelderin verschiedene Strömungsgeschwindigkeiten
des turbulenten Stroms getestet, wobei für eine kontinuierliche Entzündung (Hochspannungsfunken)
direkt neben der Injektionsstelle gesorgt wurde. Überraschenderweise
wurde festgestellt, dass statt einer Mindestströmungsgeschwindigkeit eine lineare
Mindestströmungsgeschwindigkeit
von etwa 4 m/sec jegliche gebildeten Flammen innerhalb weniger Zentimeter
von der Entzündungsstelle
auslöschte.
-
Demzufolge
ist ersichtlich, dass das vorliegende Verfahren und die vorliegende
Vorrichtung in wirksamer und zuverlässiger Weise ein entflammbares
Gas, z. B. ein Phosphin-Fumigans, in ein nicht-entflammbares gasförmiges Gemisch
für Behandlungszwecke
umwandeln, während
gleichzeitig gewährleistet
wird, dass das erhaltene gasförmige Gemisch
sämtliche
Teile des zu behandelnden Volumens erreicht und einen zuverlässigen Mechanismus zum
Auslöschen
von jeglichen Flammen/Brennvorgängen
des gasförmigen
Gemisches bietet.
-
Selbstverständlich ist
die Kontrolleinrichtung 7, wie vorstehend erwähnt, auch
mit verschiedenen zusätzlichen
Gassensoren, Luftstromsensoren und Rauchdetektoren verbunden, um
einen noch sichereren Betrieb der in 1 dargestellten
Vorrichtung ohne Notwendigkeit einer manuellen Betätigung zu gewährleisten.
-
Die
Ausführungsform
von 2 ist vorwiegend auf eine absatzweise Fumigationstechnik
(ohne Beschränkung
hierauf) abgestellt. Diese Technik wird gelegentlich als "Einzelschuss"- oder "Schnellschuss"-Fumigation bezeichnet
und innerhalb einiger Stunden durchgeführt. Bei einem derartigen Einzelschuss/Schnellschuss-Verfahren
werden Volumenflüsse,
die bis zu 20-fach höher
sind und bis zu 10- fach
höhere
Konzentrationen erreichen, eingesetzt. Im Hinblick auf die erhöhte Konzentration
und das höhere
Entzündungsrisiko
wird die 1- bis 2-stündige
Fumigationsdauer zumindest teilweise manuell überwacht.
-
Das
Verfahren funktioniert auf ähnliche
Weise, wie es für 1 beschrieben
wurde. Gleiche Bezugszeichen in 2 bezeichnen ähnliche
Bestandteile wie in 1. Beispielsweise umfasst die
Fumigans-Zufuhrvorrichtung 20 eine Fumigans-Zufuhreinrichtung 1 und
eine Spülgas-Zufuhreinrichtung 3. Verschiedene
Strömungsindikatoren,
Ventile 7 und dergl. können
manuell geöffnet
werden, um die Zufuhr von Fumigans und Spülgas zu steuern, wie nachstehend
erörtert
wird. Ein Gebläse 14 ist
zur Aufrechterhaltung des turbulenten Luftstroms vorgesehen. Ein
Luftstromsensor 13 ist innerhalb der Leitung 22,
in der das gasförmige
Gemisch zirkuliert, unmittelbar stromaufwärts von der Injektionsstelle 12 für das entzündliche
Gas angeordnet.
-
Wie
bei der ersten Ausführungsform
wird nach Spülen
der Zufuhrleitungen mit Inertgas das Fumigans durch die Leitung 11 in
den turbulenten Luftstrom und in das Silo 15 injiziert.
Wie vorstehend erwähnt,
erfolgt dies mit einer wesentlich höheren Geschwindigkeit als bei
der Ausführungsform 1.
Die Konzentrationen gehen typischerweise bis zu 1 000 ppm.
-
Um
eine derart große
Menge eines entzündlichen
Fumigans zu verdünnen,
sind größere Luftmengen
im turbulenten Strom erforderlich. Volumenströmungen bis zu 103 m3 pro halbe Stunde sind typisch, wobei dieser
Wert natürlicherweise
in Abhängigkeit
von der Größe des Lagerbehälters, der
Leitung und dergl. variieren kann. Bei einer derartigen "Einzelschuss"- oder "Schnellschuss"-Fumigation wird das Silo 15 normalerweise
verschlossen. Die erforderliche Konzentration des gasförmigen Gemisches
wird sehr rasch erreicht. Wie bei der ersten Ausführungsform
kann das Gebläse 14 gegebenenfalls
für eine
Kreislaufführung
des erhaltenen Gasgemisches durch das Silo sorgen, um eine gründliche Behandlung
zu gewährleisten.
-
Für den Fachmann
ist es ersichtlich, dass die höhere
Konzentration und die höheren
Strömungsgeschwindigkeiten
des gasförmigen
Gemisches in dieser zweiten Ausführungsform
die Gefahr von Entzündungen/Explosionen
erhöhen.
Aufgrund dieser Tatsache und aufgrund der Tatsache, dass das Behandlungsverfahren
nur 1 bis 2 Stunden dauert, wird die "Einzelschuss"/Schnellschuss"-Behandlung im allgemeinen manuell betätigt. Neben
dieser manuellen Betätigung
werden jedoch weitere Sicherheitsvorrichtungen zur Überwachung/Isolierung
des im Fall einer Entzündung
zugeführten
entflammbaren Gases verwendet. Typischerweise werden verschiedene
Temperatur- und Rauchsensoren verwendet, um die Zufuhr des entflammbaren
Gases abzustellen. Es können
auch thermische Sicherungen verwendet werden. Diese Sicherungen
umfassen Druckleitungen aus wärmeempfindlichem
Material, z. B. aus Kunststoff. Falls es zu einer Entzündung kommt,
wird das wärmeempfindliche
Material abgebaut, wodurch der Druck in den Leitungen abfällt und ein
Ventil 4 sofort die Zufuhr des entzündlichen Gases schließt. Zusammen
damit kann die thermische Sicherung auch die Spülgasleitungen öffnen, wodurch
etwaiges entflammbares Gemisch in der Anlage entfernt wird.
-
Wie
bei der ersten Ausführungsform
wurden Tests durchgeführt,
um die Folgen einer absichtlichen Entzündung des gasförmigen Gemisches
in direkter Nachbarschaft zur Phosphin-Injektionsvorrichtung 12 zu
prüfen.
Es entstanden Flammen mit einer Länge von 10 cm bis 1 m. Dies
war aufgrund der wesentlichen höheren
Konzentration des entflammbaren Fumigans an der Injektionsstelle
nicht überraschend.
Diese Erscheinung kann durch Verwendung von Diffusionsvorrichtungen
verringert werden, die die Verdünnung
des entflammbaren Fumigans erhöhen.
Wie bei der ersten Ausführungsform
kann die Geschwindigkeit des turbulenten Luftstroms ebenfalls optimiert
werden, um die Möglichkeit
von Entzündungen/Verbrennungen
des entzündlichen
Gases zu verringern. Aufgrund der Tatsache, dass das "Einzelschuss"/"Schnellschuss"-Fumigationssystem jedoch im allgemeinen
unter manueller Überwachung
betrieben wird, stellen Entzündungs-/Verbrennungsvorgänge des
entzündlichen
Gases in einem kurzen Abstand von der Entzündungsstelle kein ernsthaftes
Problem dar, ebenso wie die kontinuierliche Verbrennung/Entzündung des
Gases im unbeaufsichtigten Verfahren von 1.
-
Mit
dem vorgeschlagenen Verfahren und der vorgeschlagenen Vorrichtung,
durch die ein nicht-entflammbares,
gasförmiges
Gemisch durch Vereinigen von technischem, 99%igem, entzündlichem
Gas, wie Phosphin, in Zylindern und Luft an Ort und Stelle bereitgestellt
wird, ergibt sich eine erhebliche Verringerung der Kosten, die durch
das beschriebene Verfahren und die beschriebene Vorrichtung entstehen.
Wie vorstehend erwähnt,
hält ein
derartiger Zylinder, der im wesentlichen reines Phosphin enthält, erheblich
länger
als die vorerwähnten
handelsüblichen
Zylinder, die ein Gemisch aus zwei Gew.-% Phosphin/CO2 enthalten,
wodurch der Aufwand für
Wartung, Handhabung und Transport der Zylinder verringert wird.
-
Ein
weiterer erheblicher Vorteil gegenüber dem Stand der Technik besteht
darin, dass die Menge an Phosphin, die dem Silo zugesetzt wird,
im Vergleich zum Luftvolumen des Silos vergleichsweise gering ist,
wodurch die Gefahr eines Überdrucks
im Silo vermieden wird. Bei herkömmlichen
Techniken, bei denen geringe Mengen eines Fumigans in einem inerten
Trägergas
verwendet werden, z. B. PH3 in CO2, müssen
große
Volumina dieses gasförmigen Gemisches
in das Silo eingeleitet werden, um eine angemessene Behandlung zu
erreichen. Bei derart großen
Volumina ist die Möglichkeit
eines Überdrucks,
insbesondere in verschlossenen Lagergefäßen, in starkem Umfang gegeben.
Mit der vorliegenden erfindungsgemäßen Technik wird dagegen das Luftvolumen
der zu behandelnden Lageranlage in einfacher Weise mit einer sehr
geringen Menge an Fumigans versetzt, d. h. nur einige Prozentpunkte. Somit
besteht praktisch keine Gefahr eines Überdrucks durch Zugabe einer
derart geringen Menge an Fumigans. Um ferner eine Lageranlage erneut
zu behandeln, kann das vorhandene Gas entfernt werden, mit einem
Fumigans versetzt und in den Lagerbehälter zurückgeleitet werden. Bei herkömmlichen
Techniken müsste
der gesamte Inhalt der Lageranlage entfernt werden und eine Neufüllung mit
frischem Fumigans vorgenommen werden. Dies stellt nicht nur eine
Verschwendung und einen Zeitverlust dar, sondern es muss auch das
potentiell noch gefährliche Gasgemisch
normalerweise an die Atmosphäre
entlüftet
werden, was zu möglichen
Umweltschwierigkeiten führt.