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GEBIET DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft die Zusammensetzung von gefriergetrocknetem
Kuchen oder "Klumpen" von stabiler Struktur
durch die Verwendung von Glycylglycin als gefriergetrockneten Kuchenformer
oder Formmasse. Die Erfindung betrifft weiterhin eine stabilisierte
gefriergetrocknete Rezeptur, bestehend aus Proteinen und Glycylglycinen.
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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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Proteine
sind im wässrigen
Zustand relativ instabil und durchlaufen eine chemische und physikalische Degradation,
welche einen Verlust der biologischen Aktivität während der Verarbeitung und
Lagerung zur Folge hat. Lyophylisierung oder Gefriertrocknung ist
ein gut etabliertes Verfahren zur Konservierung von Proteinen für die Aufbewahrung.
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Ein
Gefriertrocknungszyklus besteht gewöhnlich aus drei Schritten:
dem Einfrieren, dem ersten Trocknen und dem zweiten Trocknen. Im
Gefrierschritt wird die Proteinlösung
solange gekühlt,
bis sie gleichmäßig gefroren
ist. Der Großteil
an Wasser in der Proteinlösung
bildet in diesem Stadium Eis aus. Dieses Eis sublimiert im ersten
Trockenstadium, was dadurch erreicht wird, dass der Kammerdruck
unter den Dampfdruck des Eises mittels Vakuum gesenkt wird. Zum
Schluss wird das freie oder ungebundene Wasser im zweiten Trocknungsschritt
unter reduziertem Kammerdruck und erhöhter Innentemperatur entfernt.
Dieser Prozess erzeugt ein Material, welches als gefriergetrockneter
Kuchen bekannt ist. Vor Gebrauch ist der Kuchen aufzubacken. Die
Standardpraxis besteht darin, ein Volumen an reinem Wasser zuzufügen.
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Um
die Proteinkonformation, -aktivität und -stabilität zu bewahren,
enthält
die Proteinlösung,
die gefriergetrocknet werden soll, normalerweise Reagentien, die
diesen Vorgang erleichtern, so genannte Lyoprotektoren und Cryoprotektoren.
Cryoprotektoren sind Agenzien, die die Stabilität der Proteine vor dem durch
die Trocknung induzierten Stress bewahren; jedoch beinhaltet der
Begriff ebenso Agenzien, die für
eine Stabilität sorgen,
z.B. für
einen Großteil
an Arzneimittelzubereitungen während
der Lagerung vor nicht durch den Frierungsprozess induziertem Stress.
Lyoprotektoren sind Agenzien, die eine Stabilität der Proteine während des Wasserentzugs
von Systemen während
des Trocknungsprozesses gewährleisten,
vorzugsweise, um die geeignete Konformation des Proteins durch die
Wasserstoffbindung aufrechtzuerhalten. Cryoprotektoren können ebenso
lyoprotektorische Eigenschaften besitzen.
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Nach
Wasserentzug befinden sich die Proteine und Agenzien in Form eines
getrockneten "Kuchens". Dieser Kuchen muss
in Bezug auf Form und Struktur gute Eigenschaften besitzen, d.h.
er darf nicht zusammenfallen, denn solche kollabierten Kuchen werden
hart oder sind sogar vor Gebrauch nicht wieder zu lösen (wiederaufzubacken).
Eine oder mehrere der so genannten Formmassen werden zur Lösung vor
Gefriertrocknung hinzugegeben. Formmassen sind Agenzien, die dem
Kuchen gute gefriergetrocknete Eigenschaften verleihen und dem Protein
helfen, durch verschiedene Stressprozesse zu gehen, die mit der
Gefriertrocknung einhergehen (zum Beispiel Schneiden/Frieren). Formmassen
tragen ebenfalls zur Bildung eines pharmazeutisch geeigneten Produkts
und zur Aufrechterhaltung der Proteinaktivität während des Gefriertrocknungsprozesses und
der darauffolgenden Lagerung bei. Beispiele für häufig benutzte Formmassen sind
Mannit, Glycin, Saccharose, Lactose usw. Diese Agenzien tragen ebenso
zur Tonizität
der Rezeptoren bei.
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Therapeutisch
anwendbare Proteine für
Injektionen oder Infusionen werden oft als gefriergetrocknete Produkte
hergestellt und gelagert. Die gefriergetrockneten Proben können langfristig
gelagert werden und zu einem späteren
Zeitpunkt wieder hergestellt werden, indem eine entsprechende Zugabe
an Lösungsmittel
vor Anwendung am Patienten erfolgt.
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Hohe
Konzentrationen an Salz in einer Probe machen den Wasserentzug normalerweise
zeitaufwendig und schwierig, und es wird problematisch sein, einen
geeigneten gefriergetrockneten Kuchen zu erhalten.
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Somit
existiert eine Nachfrage an Verfahren zur Verbesserung des Gefriertrocknungsprozesses
und von Produkten, wie Formmassen, die die Eigenschaften von gefriergetrocknetem
Kuchen oder "Klumpen" verbessern.
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Es
konnte gezeigt werden, dass Glycylglycin als Formmasse in der Gefriertrocknung
zur Erzeugung der strukturellen Stabilität von gefriergetrocknetem "Klumpens" oder Kuchen eingesetzt
werden kann, und gleichzeitig als Stabilisator in erster Linie gegen
die Aggregation von Proteinen wirkt. Des weiteren will man die Wirkung
als Puffersubstanz (in Lösung
vor Gefriertrocknung) und als Formmasse in einer Verbindung kombinieren,
wodurch die Anzahl an Bindemittel in der gefriergetrockneten Rezeptur
reduziert wird.
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Glycylglycin
kann allein oder in Kombination mit Zuckern, z.B. Saccharose, und/oder
in Kombination mit Zuckeralkoholen, z.B. Mannit, und/oder in Kombination
mit Cyclodextrinen, und/oder Aminosäuren, wie Glycin oder Arginin,
angewendet werden. Es konnte gezeigt werden, dass Glycylglycin bei
der Herstellung von gefriergetrocknetem Kuchen vorteilhaft ist,
wenn es in gefriergetrockneten Rezepturen verwendet wird, die hohe
Konzentrationen an Salz aufweisen (> 5mg/ml an Salz).
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STAND DER TECHNIK
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Flandrois,
C. et al., Annales de Biologie Clinique, Band 47, Seiten 252–270 (1989)
bezieht sich auf den Gebrauch von Glycylglycin als Puffersubstanz.
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Davis,
G. J. et al., Archives Biochem. Biophys., Band 311, Seiten 307–312 (1994)
bezieht sich auf den Gebrauch von Glycylglycin als ein diagnostisches
Reagenz in der Studie von spezifischen enzymatischen Reaktionen.
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Europäisches Patent
Nr.
EP 359 201 B bezieht
sich auf den Gebrauch von Glycylglycin oder Glycylglycylglycin als
ein Stabilisator von Blut oder Plasma.
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Patent
Nr. 5 917 021 bezieht sich auf eine stabilisierte Proteinzusammensetzung,
bestehend aus einem monomeren Protein und einer bei Lagerung stabilisierenden
Menge an Saccharose, Histidin oder Glycin.
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US
Patent Nr.
US 4 777 043 bezieht
sich auf Zusammensetzungen, die einen menschlichem Gewebe Plasminogen-Aktivator
enthalten, der z.B. ein Argininumion als eine im Puffer enthaltende
Komponente besitzt.
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US
Patent Nr.
US 3 773 626 beschreibt
eine Zusammensetzung, bestehend aus r-Glutamyl-p-nitroranilin, Glycylglycin,
einem Puffer, einem oberflächenaktiven
Agens und Polyvinylpyrrolidon als ein stabiles Agens zur Unterscheidung
von r-Glutamyltranspeptidase.
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T-
Morichi (International conference on culture collections. Culture
collections of microorganisms xx, xx (1970), Seiten 351–361) bezieht
sich auf protektive Komponenten in der Gefriertrocknung von Bakterien.
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LISTE DER ABBILDUNGEN
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1 zeigt die Menge an Degradationsprodukten
von drei verschiedenen gefriergetrockneten Rezepturen von FFR-FVIIa.
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KURZE BESCHREIBUNG
DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung stellt eine neue gefriergetrocknete Rezeptur
dar, die Glycylglycin als Formmasse beinhaltet.
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Einerseits
betrifft die Erfindung eine gefriergetrocknete Zubereitung in Form
eines "Klumpens" oder Kuchens, bestehend
aus Glycylglycin als Formmasse.
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In
einer der Ausführungen
besteht die Zubereitung des weiteren aus einer oder mehreren zusätzlichen Formmassen.
In einer Ausführungsform
besteht die Zubereitung des weiteren aus mindestens einem Zucker und/oder
mindestens einem Zuckeralkohol und/oder mindestens einer Aminosäure.
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In
einer Ausführungsform
ist die Formmasse Mannit oder Saccharose oder Histidin oder eine
Mischung von einer oder mehreren von diesen in Verbindung mit Glycylglycin.
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In
einer Ausführungsform
ist die Formmasse Glycylglycin in Kombination mit Mannit. In einer
anderen Ausführungsform
ist die Formmasse Glycylglycin in Kombination mit Saccharose. In
einer anderen Ausführungsform
ist die Formmasse Glycylglycin in Kombination mit Histidin.
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In
einer Ausführungsform
ist die Menge an Glycylglycin zur Gesamtmenge zusätzlicher(en)
Formmasse(n) von 1:2 bis 2:1 (Gew./Gew.).
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In
einer anderen Ausführungsform
enthält
die Zubereitung des weiteren einen nicht-ionischen oberflächenaktiven
Stoff.
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In
einer Ausführungsform
ist der nicht-ionische oberflächenaktive
Stoff ein Polysorbat oder ein Poloxamer.
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In
einer Ausführungsform
wirkt Glycylglycin als ein Stabilisator des "Klumpens" oder Kuchens.
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In
einer Ausführungsform
ist die gefriergetrocknete Zubereitung eine gefriergetrocknete Proteinzubereitung.
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In
einer Ausführungsform
ist der Gehalt an Glycylglycin mindestens 10 mg/ml der zu gefriertrocknenden
Lösung.
In einer anderen Ausführungsform
ist der Gehalt an Glycylglycin mindestens 1% (Gew./Gew.) (der zu
gefriertrocknenden Lösung);
in noch einer anderen Ausführungsform
ist der Gehalt mindestens 2%; in einer anderen Ausführungsform
ist der Gehalt mindestens 3% (Gew./Gew.); in einer anderen Ausführungsform
ist der Gehalt mindestens 4% (Gew./Gew.).
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In
einer Ausführungsform
ist der Gehalt an Glycylglycin mindestens 10 mg/ml, und die Gesamtmenge der
Formmasse beträgt
mindestens 2% (Gew./Gew.) (der zu gefriertrocknenden Lösung). In
einer anderen Ausführungsform
ist der Gehalt an Glycylglycin mindestens 13 mg/ml, und die Gesamtmenge
der Formmasse ist mindestens 2% (Gew./Gew.). In einer anderen Ausführungsform
ist der Gehalt an Glycylglycin mindestens 10 mg/ml, und die Gesamtmenge
der Formmasse ist mindestens 3% (Gew./Gew.). In einer anderen Ausführungsform
ist der Gehalt an Glycylglycin mindestens 10 mg/ml, und die Gesamtmenge
der Formmasse ist mindestens 4% (Gew./Gew.). In einer anderen Ausführungsform
ist der Gehalt an Glycylglycin mindestens 13 mg/ml, und die Gesamtmenge
der Formmasse ist mindestens 3% (Gew./Gew.). In einer anderen Ausführungsform
ist der Gehalt an Glycylglycin mindestens 13 mg/ml, und die Gesamtmenge
der Formmasse ist mindestens 4% (Gew./Gew.). In einer anderen Ausführungsform
ist der Gehalt an Glycylglycin mindestens 13 mg/ml, und die Gesamtmenge
der Formmasse ist mindestens 4% (Gew./Gew.).
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Unter
einem anderen Gesichtspunkt betrifft die Erfindung den Gebrauch
von Glycylglycin als einen gefriergetrockneten Kuchenformer oder
als eine Formmasse.
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In
einer Ausführungsform
betrifft die Erfindung den Gebrauch von Glycylglycin als einen gefriergetrockneten
Kuchenformer oder als eine Formmasse in der Gefriertrocknung einer
Proteinlösung.
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In
einer Ausführungsform
besteht die zu gefriertrocknende Lösung aus mindestens 5 mg/ml
Salz.
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In
einer Ausführungsform
ist das Salz ein Alkalimetallsalz oder ein Calciumsalz wie NaCl
oder CaCl2.
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In
einer anderen Ausführungsform
wird Glycylglycin in Kombination mit mindestens einem Zucker und/oder
mindestens einem Zuckeralkohol und/oder neutralem Salz und/oder
einem nicht-ionischen Detergenz verwendet.
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Unter
einem anderen Gesichtspunkt bezieht sich die Erfindung auf ein Verfahren
zur Herstellung einer gefriergetrockneten Zubereitung eines Proteins,
bestehend aus folgenden Schritten:
- a) Auflösung des
Proteins in Wasser oder einem geeigneten wässrigen Puffer, optional in
Gegenwart von einem oder mehreren Salzen; und
- b) Zugabe von Glycylglycin zur Proteinlösung; und
- c) optionale Zugabe von mindestens einem Zucker und/oder mindestens
einem Zuckeralkohol und/oder einem nicht-ionischen Detergenz und/oder
einem neutralen Salz zur Lösung;
und
- d) Gefriertrocknung der erhaltenen Lösung;
oder - a) Auflösung
von Glycylglycin in Wasser oder einem geeigneten Puffer; und
- b) Zugabe von Protein zur Lösung;
und
- c) optionale Zugabe von mindestens einem Zucker und/oder mindestens
einem Zuckeralkohol und/oder einem nicht-ionischen Detergenz und/oder
einem neutralen Salz zur Lösung;
und
- d) Gefriertrocknung der erhaltenen Lösung;
oder
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- a) Auflösung
von Glycylglycin in Wasser oder einem geeigneten Puffer, optional
in Gegenwart von einem oder mehreren Salzen; und
- b) optionale Zugabe von mindestens einem Zucker und/oder mindestnes
einem Zuckeralkohol und/oder einem nicht-ionischen Detergenz und/oder
einem neutralen Salz zur Lösung;
und
- c) Zugabe von Protein zur Lösung;
und
- d) Gefriertrocknung der erhaltenen Lösung.
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DETAILLIERTE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Glycylglycin
wurde früher
in geringer Konzentration (typischerweise 10 mM – 50 mM, entsprechend weniger
als 7 mg/ml) als eine Puffersubstanz in Proteinrezepturen verwendet.
Jedoch wurde jetzt festgestellt, dass Glycylglycin als Formmasse
verwendet werden kann, wodurch dem gefriergetrockneten "Klumpen" oder Kuchen strukturelle
Stabilität
verliehen wird, und gleichzeitig als ein Stabilisator von Proteinen
wirkt. Glycylglycin kann allein oder in Kombination mit Zuckern,
z.B. Saccharose, und/oder in Kombination mit Zuckeralkoholen, z.B.
Mannit, und/oder in Kombination mit Cyclodextrinen, und/oder Aminosäuren wie
Glycin oder Arginin verwendet werden.
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Glycylglycin
sollte in einer Menge von mindestens 10 mg/ml, vorzugsweise mindestens
13 mg/ml, vorliegen.
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Es
konnte ebenfalls gezeigt werden, dass Glycylglycin als Formmasse
oder als gefriergetrockneter Kuchenformer verwendet werden kann,
wenn hohe Salzkonzentrationen vorhanden sind (> 5 mg/ml Salzen).
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Bei
Kombination der Funktionen als Puffersubstanz (in Lösung vor
Gefriertrocknung) und als Formmasse in einer Verbindung wird die
Anzahl von Inhaltsstoffen in den gefriergetrockneten Zubereitungen
reduziert. Jedoch können
andere geeignete Puffer zur Rezepturlösung vor Gefriertrocknung verwendet
werden.
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In
der vorliegenden Beschreibung haben die unten angegebenen Begriffe
folgende Bedeutung:
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"Stabilisierung" bedeutet Minimierung
der Bildung von Aggregationen (unlöslich und/oder löslich) und/oder
chemische Degradation sowie Gewährleistung
von Lyoprotektion und Cryoprotektion des Proteins, Aufrechterhaltung
des pH-Wertes und eigentliche Konformation des Proteins während der
Lagerung, so dass das substanzielle Vorhandensein der biologischen
Aktivität
und Proteinstabilität
bewahrt werden. Bei "struktureller
Stabilisierung" und "struktureller Stabilität" wird die Fähigkeit
zur Bildung eines gefriergetrockneten "Klumpens" oder Kuchens mit guten Eigenschaften
und Aussehen verstanden, z.B. dass der Kuchen nicht kollabiert und
vor Gebrauch zum Ablösen
fertig ist.
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Proteinstabilität an sich
kann von solchen Faktoren wie ionischer Stärke, pH-Wert, Temperatur, wiederholte Zyklen
von Einfrieren/Auftauen und Aussetzung gegenüber Scherenkräften beeinflusst
werden. Die Aktivität
eines Proteins kann als Folge von physikalischer Instabilität, einschließlich beispielsweise
einer Hydrolyse, Deamidation, Oxidation, um nur ein paar zu nennen,
verloren gehen. Für
einen allgemeinen Überblick zur
Stabilität
von Proteinarzneimitteln siehe z.B. Manning, et al., Pharmaceutical
Research 6:903-918 (1989).
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"Lagerungsstabil" bedeutet, dass das
Produkt für
die Lagerung bei einer Temperatur zwischen 5°C–25°C stabilisiert wird und dies
innerhalb der Produktangaben für
eine geeignete Zeitspanne – oft
mehrere Monate – bleibt.
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"Formmasse" schließt im Allgemeinen
Agenzien ein, die gute gefriergetrocknete Kucheneigenschaften zur
Bildung eines pharmazeutisch geeigneten Produkts haben, um dem Protein
bei der Überwindung
unterschiedlicher Stressarten zu helfen (zum Beispiel Scheren/Frieren),
verbunden mit dem Gefriertrocknungsprozess, und um den Level an
Proteinaktivität
während
des Gefriertrocknungsprozesses und nachfolgender Lagerung aufrechtzuerhalten.
Beispiele von oft gebrauchten Formmassen schließen Mannit, Glycin, Saccharose, Lactose
usw.. Die Agenzien tragen zur Konsistenz der Zubereitungen ein.
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"Cryoprotektoren" schließen normalerweise
Agenzien ein, die die Proteinstabilität vor gefrier-induzierten Stresssituationen
aufrechterhalten; auch schließt
der Begriff Agenzien ein, die die Stabilität bewerkstelligen, z.B. um
Arzneizubereitungen während
der Lagerung vor nicht-gefrier-induziertem Stress zu bewahren. Beispiele
für Cryprotektoren
schließen
Polyole wie z.B. Mannit, und Saccharide wie z.B. Saccharose, ein
sowie solche wie z.B. Polysorbat, Poloxamer oder Polyethylenglycol
und dergleichen. Cryoprotektoren tragen ebenfalls zur Konsistenz
der Zubereitungen bei.
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Der
Begriff "Lyoprotektor" schließt Agenzien
ein, die für
die Stabilität
während
des Wasserentzugs aus dem System während des Trocknungsprozesses
sorgen, vermutlich durch Aufrechterhaltung der richtigen Konformation
des Proteins durch Wasserstoffbindung. Beispiele für Lyoprotektoren
schließen
Saccharide und Di- oder Trisaccharide ein. Cryoprotektoren können auch
lyoprotektierende Eigenschaften haben. Während sich bevorzugte Konzentrationen
zwischen 0,5 und 2% bewegen, sind relativ hohe Konzentrationen (zum
Beispiel 5%) in Bereichen geeignet, die nur bei solchen in der klinischen
Praxis verwendeten limitierten Bereichen Anwendung finden.
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Der
Begriff "Surfaktante" schließt im Allgemeinen
solche Agenzien ein, die das Protein vor Luft-/Lösungsschnittstelle-induziertem
Stress und Lösung-/Oberfläche-induziertem
Stress schützen
(z.B. Proteinaggregation zur Folge) und können Detergenzen wie Polysorbat,
Poloxamer oder Polyethylenglycol und dergleichen einschließen. Optional
sind Konzentrationen von etwa 0,01% bis etwa 1% (Gew./Gew.) für die Aufrechterhaltung
der Proteinstabilität
geeignet, jedoch sind die in der aktuellen Praxis verwendeten Mengen üblicherweise
in der klinischen Praxis eingeschränkt.
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Der
Begriff "Pufferagens" oder "Puffer" umfasst solche Agenzien,
die den pH-Wert
der Lösung
im zulässigen
Bereich vor Gefriertrocknung aufrechterhalten, und können Histidin,
Phosphat, Citrat, Tris, Diethanolamin und dergleichen einschließen. Die
oberen Konzentrationsgrenzen sind im Allgemeinen für Formmasseproteine
höher als
für Dosierungsproteinformen,
wie bereits freundlicherweise von einem Fachmann vermerkt. Während zum
Beispiel die Pufferkonzentrationen von mehreren Millimolar bis zur
oberen Grenze derer Löslichkeit
(z.B. Histidin könnte
an die 200 mM hoch sein) reichen können, würde ein Fachmann auch das Erreichen/Aufrechterhalten
einer angemessenen physiologisch geeigneten Konzentration in Betracht
ziehen. Prozentsätze
sind Gewicht/Gewicht in Bezug auf Feststoffe und Gewicht/Volumen
in Bezug auf Flüssigkeiten.
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Der
Begriff "isotonisch", 300 ± 50 mOsM,
ist als ein Maß für Osmolalität der Proteinlösung vor
Gefriertrocknung gedacht; Wiederherstellung findet üblicherweise
mit Wasser für
Injektion (WFI) statt. Die Aufrechterhaltung physiologischer Osmolalität ist für die Dosierung
von Zubereitungen wichtig. Jedoch können für Volumenzubereitungen viel
höhere
Konzentrationen effektiv verwertet werden, solange die Lösung vor
Gebrauch isotonisch gemacht wird.
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Der
Begriff "Inhaltsstoffe" schließt pharmazeutisch
zulässige
Reagenzien ein, die für
gute Eigenschaften gefriergetrockneter Kuchen (Formmassen) sowie
für Lyo protektion
und Cryoprotektion von Proteinen, für Aufrechterhaltung des pH-Wertes und richtige
Konformation des Proteins während
der Lagerung sorgen, so dass die biologische Aktivität und Proteinstabilität substantiell
aufrechterhalten werden.
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"Proteine" schließen ein,
sind jedoch nicht begrenzt auf Blutkoagulationsfaktoren, z.B. Faktor
IX, Faktor VIII, Faktor VII, aktivierter Faktor VII (FVIIa), Protein
C, Wachstumshormone, z.B. menschliche Wachstumshormone (hGH), Wachstumshormone
vom Rind, Wachstumshormone vom Schwein, GLP-1, Heparinbindendes
Protein (HBP), Insulin oder Insulinvarianten, modifizierter Faktor
VII und nahe liegende Varianten davon, ein.
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"Modifizierter Faktor
VII oder VIIa" ist
ein Koagulationsfaktor VII (in gärungsfördernder
oder aktivierter Form) mit mindestens einer Modifizierung in seinem
katalytischen Zentrum, dessen Modifizierung substanziell die Fähigkeit
des modifizierten Faktors VII zur Aktivierung des Plasma-Faktors
X oder IX besitzt (siehe WO 92/15686, WO 94/27631, WO 96/12800 und
WO 97/47651 (Novo Nordisk/ZymoGenetics).
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In
dieser Anwendung wird die FFR-FVIIa-Konzentration zweckmäßigerweise
in mg/ml oder in U/ml mit 1 mg/ml ungefähr gleich zu 20 U/ml angegeben.
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Abkürzungen
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- FVII Koagulationsfaktor VII in seiner Einzelkettenform
- FVIIa Koagulationsfaktor VII in seiner gespaltenen, aktivierten
Zweikettenform
- rFVII (rFVIIa) rekombinanter Faktor VII (rekombinanter Faktor
VIIa)
- FVIIai modifizierter Faktor VII, der Koagulationsfaktor VII
mit mindestens einer Modifizierung in seinem katalytischen Zentrum
ist, wobei diese Modifizierung substantiell für die Fähigkeit des modifizierten Faktors
VII ist, den Plasma-Faktor
X oder IX zu aktivieren
- RFVIIai rekombinanter modifizierter Faktor VIIa (rekombinanter
FVIIai)
- TF Gewebefaktor
- DEGR-FVIIa
- (DEGR-FVII) Koagulationsfaktor FVIIa (FVII), bei dem das katalytische
Zentrum durch chemische Reaktion von FVIIa (FVII) mit Dansyl-GlyGly-Arg-Chlormethylketon
(DEGR-cmk) inaktiviert wurde
- FFR-FVIIa
- (FFR-FVII) Koagulationsfaktor FVIIa (FVII), bei dem das katalytische
Zentrum durch chemische Reaktion von FVIIa (FVII) mit Phe-Phe-Arg-Chlormethylketon
(FFR-cmk) inaktiviert wurde
- PPA-FVIIa
- (PPA-FVII) FVIIa (FVII) reagiert mit D-Phe-Pro-Arg-Chlomethylketon
(PPA-cmk)
- DEGR-cmk Dansyl-Glu-Gly-Arg-Chlormethylketon
- FFR-cmk D-Phe-Phe-Arg oder Phe-Phe-Arg-Chlormethylketon
- PPACK D-Phe-Pro-Arg-Chlormethylketon (PPA-cmk)
- DFFR-cmk Dansyl-D-Phe-Phe-Arg oder Dansyl-Phe-Phe-Arg-Chlormethylketon
- Ser344-FVIIa
- (Ser344-FVII) Koagulationsfaktor FVIIa (FVII), bei dem das katalytische
Zentrum durch Ersetzen der nativen Aminosäure in Position 344 mit Serin
inaktiviert wurde
- Gly-gly Glycylglycin
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Die
für den
Gebrauch bevorzugten Puffer (zur Zubereitung einer Lösung für Gefriertrocknung)
sind Glycin, Histidin, Arginin, Glycylglycin, Citrat, Carbonat und
Phosphat, bevorzugter sind Glycin, Histidin, Arginin und Glycylglycin,
am mei sten bevorzugt sind Glycylglycine. Die bevorzugte Konzentration
bewegt sich für
den Puffereffekt allein zwischen 0,66 mg/ml und 1,32 mg/ml.
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Eine
weitere Stabilisierung des gefriergetrockneten Proteins kann durch
die Zugabe von oberflächlich aktiven
Stoffen erreicht werden, z.B. Polysorbat oder Poloxamer wie Tween
20TM, Tween 80TM oder
Poloxamer 188. Bevorzugte Detergenzien sind Poloxamere, z.B. Poloxamer
188, Poloxamer 407, Alkylether, z.B. Cremophor A25TM,
Sympatens ALM/230TM und Polysorbate/Tweens,
z.B. Polysorbat 20, Polysrobate 80. Mehr bevorzugt sind Poloxamere,
z.B. Poloxamer 188 und Tweens, z.B. Tween 20TM und
Tween 80TM. Üblicherweise werden die Detergenzien
in einer Menge zwischen 0,005 bis 5 mg/ml zugegeben. Bevorzugte
Mengen bewegen sich zwischen 0,01 bis 3 mg/ml, bevorzugter zwischen
0,01 bis 0,3 mg/ml für
Tween 20TM und/oder Tween 80TM und
von 0,05 bis 3 mg/ml für
Poloxamer 188.
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Bevorzugte
Zucker, Zuckeralkohole und Aminosäuren, die in Kombination mit
Glycylglycin verwendet werden, sind Saccharose, Dextrose, Lactose,
Maltose, Cyclodextrine, Maltodextrine und Dextrane, Mannit und Polyethylenglycole,
Glycine, Arginin und Histidin. Stärker bevorzugt sind Saccharose,
Cyclodextrine, Maltose und Lactose, Mannit, Glycin, Histidin und
Arginin. Noch bevorzugter sind Saccharose, Mannit und Histidin,
allein oder in Kombination. Zusammensetzungen aus Mannit mit Glycylglycin
und Saccharose mit Glycylglycin sind am meisten bevorzugt.
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Eine
Formmasse ist normalerweise in einer Menge zwischen 20 mg/ml bis
ca. 250 mg/ml vertreten. Entsprechend der vorliegenden Erfindung
sollte die Formmasse in einer Menge von ca. 15 mg/ml bis ca. 250 mg/ml
vorhanden sein (in der zur Lyophylisierung fertigen Proteinlösung), bevorzugt
in einer Menge von mindestens 20 mg/ml. Wenn Glycylglycin die alleinige
Formmasse ist, dann beträgt
die Menge an Glycylglycin vorzugsweise ca. 15 bis ca. 250 mg/ml,
bevorzugter ca. 20 bis ca. 250 mg/ml, bevorzugter ca. 25 bis ca.
350 mg/ml, bevorzugter ca. 25 bis ca. 100 mg/ml, bevorzugter ca.
25 bis ca. 40 mg/ml.
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Wenn
Glycylglycin als Formmasse in Kombination mit einem Zucker, einem
Zuckeralkohol oder einer Aminosäure
oder einer Mixtur von allem verwendet wird, sollte die gesamte Menge
an Agenzien von ca. 15 mg/ml bis ca. 250 mg/ml betragen, bevorzugter
von ca. 20 bis ca. 250 mg/ml, bevorzugter von ca. 25 bis ca. 250
mg/ml, bevorzugter von ca. 25 bis ca. 100 mg/ml, bevorzugter von
ca. 25 bis ca. 40 mg/ml. Die Menge an Glycylglycin sollte mindestens
10 mg/ml sein.
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Vorzugsweise
soll das Verhältnis
zwischen Glycylglycin und der Gesamtmenge an zugegebenen Agenzien
(Zucker, Zuckeralkohol und/oder Aminosäure) von 4:1 zu 1:4 betragen,
bevorzugter von 3:1 zu 1:3, sogar noch bevorzugter von 1:2 zu 2:1
(Glycylglycin : anderer (Gew./Gew.).
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Bevorzugt
ist eine Kombination aus Glycylglycin mit Mannit, bestehend aus
mindestens 27 mg/ml an Mannit und aus 13 mg/ml an Glycylglycin mit
insgesamt mindestens 40 mg/ml an Formmasse. Bevorzugt ist ebenfalls
eine Kombination an Glycylglycin mit Saccharose, bestehend aus mindestens
27 mg/ml an Saccharose und aus 13 mg/ml an Glycylglycin mit insgesamt
mindestens 40 mg/ml an Formmasse. Bevorzugt ist ebenso eine Kombination
aus Glycylglycin mit Histidin, bestehend aus mindestens 27 mg/ml
an Histidin und aus 13 mg/ml an Glycylglycin mit insgesamt mindestens
40 mg/ml an Formmasse.
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Es
konnte weiterhin gezeigt werden, dass Glycylglycin allein oder eine
Mixtur davon, die Glycylglycin enthält, in der Anwendung von einem
gefriergetrockneten Kuchenformer von Vorteil ist, wenn die gefriergetrockneten
Rezepturen hohe Salzkonzentrationen enthalten (> 5 mg/ml an Salzen).
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Proteine,
die für
die Gefriertrocknung in Kombination mit Glycylglycin geeignet sind,
sind z.B. die Blutkoagulationsfaktoren (FIX, FVIII, FVII, FVIIa),
Wachs tumshormone (z.B. menschliches GH), GLP-1, Heparin-bindendes
Protein (HBP), Insulin oder Insulinvarianten, modifizierte FVII/FVIIa.
Bevorzugt sind hGH, FIX, FVIII, FVII/FVIIa und modifiziertes FVII/FVIIa,
wobei FVIIa und modifiziertes FVII/FVIIa die am meisten bevorzugt
sind.
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Eine
lagerungsstabile Zusammensetzung nach dieser Erfindung besteht essentiell
aus Protein, Glycylglycin und wahlweise aus mindestens einem neutralen
Salz und/oder aus mindestens einem Zucker und/oder aus mindestens
einem Zuckeralkohol und/oder aus mindestens einer Aminosäure und/oder
einem nicht-ionischen Detergent.
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Zubereitung von gefriergetrocknetem
Protein/Herstellung
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Der
aktive Inhaltsstoff z.B. in Form eines getrockneten Feststoffes
oder einer gefrorenen Flüssigkeit wird
für die
Zubereitung einer formulierten Formmasse für die Gefriertrocknung hergestellt.
Wenn der aktive Inhaltsstoff, hier genannt die Formmasse, eine gefrorene
Flüssigkeit
ist, muss die Flüssigkeit
aufgetaut werden. Die Formulierungszusatzstoffe sind entweder direkt
in der Flüssigkeit
gelöst
oder in einem konzentrierten Verdünnungspuffer, der – die Rezepturzusatzstoffe
enthaltend – mit
der Formmasse gemischt wird. Die Formmasse liegt verdünnt vor,
um die gewünschte
Proteinkonzentration zu erhalten.
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Wenn
die Formsubstanz eine Trockensubstanz ist, muss sie direkt in einer
Lösung
mit den Rezepturzugaben gelöst
werden, um die gewünschte
Proteinkonzentration zu erhalten. Die formulierte Formmasse wird steril
filtriert und in lyophilisierte Gefäße gefüllt, die mit einem Verschluss,
der halb geschlossen ist, versehen werden. Der Kühlvorgang findet nun im Kühlregal
des Gefriertrockners statt, um die Gefäße zu frieren und das Produkt
unter der kritischen Temperatur zu halten. Das Wasser wird durch
Anlegen eines Vakuums entfernt und Wasserdampf kondensiert am Eiskondenser
des Gefriertrockners. Wenn das Produkt trocken ist, beträgt der Restfeuchtigkeitsgehalt
normalerweise 1%, während
die Gefäße geschlossen
und gedeckelt sind. Der Herstellungsprozess ist beendet.
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Pharmazeutische
Zusammensetzungen
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Lyophilisierte
Rezepturen nach vorliegender Erfindung können, wenn sie mit pharmazeutischen
Proteinen formuliert sind, wiederhergestellt und dem Patienten verabreicht
werden. Sie können
aber ebenso in anderen pharmazeutischen Zusammensetzungen konstituiert
und reformuliert werden, z.B. indem sie zusätzlich pharmazeutisch zulässige Hilfssubstanzen,
wie weiter unten beschrieben, enthalten, deren Zusammensetzung,
abwechselnd flüssig
oder gefriergetrocknet sein kann und vor Gebrauch wieder hergestellt
werden kann.
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Die
wiederhergestellten Rezepturen werden für eine parentale Verabreichung
zur prophylaktischen und/oder therapeutischen Behandlung verwendet.
Vorzugsweise werden die pharmazeutischen Zusammensetzungen parental
verabreicht, z.B. intravenös,
subkutan oder intramuskulär,
oder sie werden in einer Art von kontinuierlichen oder einer pulsierenden
Infusion verabreicht.
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Die
Zusammensetzungen werden wiederhergestellt, indem ein zulässiges (steriles)
Verdünnungsmittel
oder eine Trägersubstanz
verwendet wird, vorzugsweise eine wässrige Trägersubstanz. Eine Mehrzahl
von wässrigen
Trägersubstanzen
kann verwendet werden, z.B. Wasser (z.B. Wasser für Injektion(WFI)),
gepuffertes Wasser, Salz (z.B. 0,4% Salzgehalt), Glycin (z.B. 0,3%
Glycin) und dergleichen. Das Wiederherstellungs-Verdünnungsmittel
kann ebenso ein oder mehrere Salze enthalten, z.B. ein Calciumsalz
(z.B. CaCl2) oder eine Kombination von einem
Natrium- und einem Calciumsalz (z.B. NaCl und CaCl2).
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Wenn
das Protein FVIIa oder modifiziertes FVIIa ist, sind bevorzugte
Salze CaCl2 und NaCl, eine bevorzugte Menge
bewegt sich um 1,47 mg/ml für
CaCl2 und um 1,75 bis 2,92 mg/ml für NaCl.
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Die
Zusammensetzungen können
des weiteren pharmazeutisch zulässige
Hilfssubstanzen enthalten, um bestimmte physiologische Bedingungen
zu erreichen, die z.B. den pH-Wert einstellen und puffernde Agenzien,
die Konsistenz justierende Agenzien und der gleichen, zum Beispiel
Natriumazetat, Natriumlactat, Natriumchlorid, Kaliumchlorid, Calciumchlorid
etc.. Die Proteinkonzentration solcher Rezepturen kann weit variieren,
z.B. von weniger als ca. 0,5% normalerweise oder mindestens ca.
1 % bis maximal 15 oder 20 Gewichts-%. In erster Linie werden Flüssigkeitsvolumen,
Viskosität
etc. in Übereinstimmung
mit der ausgewählten
Verabreichungsgabe die Proteinkonzentration bestimmen.
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Folglich
könnte
eine Wiederherstellung einer Zusammensetzung entsprechend der Erfindung
in steriler Ringer-Lösung
eine typische pharmazeutische Zusammensetzung darstellen. Aktuelle
Verfahren zur Herstellung von Zusammensetzungen parentaler Verabreichung
sind bekannt oder erscheinen im Stand der Technik und werden mehr
detaillierter in beispielsweise Remington: The Science and Practice
of Pharmacy, 19. Ausgabe, Mack Publishing Company, Easton, PA (1995)
beschrieben.
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Der
pH-Wert der wiederhergestellten Zusammensetzungen sollte sich im
Bereich von pharmazeutisch zulässigen
Werten bewegen, normalerweise zwischen 5–8. Vorzugsweise liegt der
pH-Wert zwischen 5,5–7,5.
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Die
folgenden Beispiele werden anhand von Illustrationen dargestellt,
nicht anhand von Einschränkungen.
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BEISPIELE
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Beispiel 1
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Screening von Formmassen
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In
diesem Beispiel hatten ALLE Rezepturen die gleiche Zusammensetzung,
bevor die Formmassen hinzugegeben wurden: 1 mg/ml modifiziertes
rFFVIIa, 1,75–2,95
mg/ml NaCl, 1,47 mg/ml CaCl2, Glycylglycin 1,32
mg/ml (Pufferlösung).
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Die
Tabelle zeig des Effekt von Glycylglycin allein und in Kombination
mit anderen Zusatzstoffen. Es zeigt sich, dass sich die Zugabe von
Glycylglycin gegenüber
einigen Aminosäuren
wie Arginin und Histidin positiv auf die Kuchenstrukturstabilität auswirkt
und weiterhin zeigt sich, dass die Zugabe von Glycylglycin zu Saccharose
eine strukturelle Stabilität
bei einem zusammengefallenen Kuchen bewirkt, der durch die Gefriertrocknung
mit Saccharose allein entstanden ist.
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Beispiel 2
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Physikalische
und chemische Stabilität
von Rezepturen, die mit Glycylglycin stabilisiert wurden
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In
diesem Beispiel haben ALLE Rezepturen die gleiche Zusammensetzung,
bevor sie zu der Formmasse hinzugegeben werden: 1mg/ml modifiziertes
rFVIIa, 1,75-2,95
mg/ml NaCl, 1,47 mg/ml CaCl
2, Glycylglycin
1,32 mg/ml (Pufferagens). Sowohl Tween 80
TM als
auch Poloxamer 188 wurden als oberflächenaktive Stoffe hinzugegeben.
Die Rezepturen wurden unter beschleunigten Bedingungen für bis zu
4 Wochen gelagert.
1) Daten
für 0,1
mg/ml Gehalt an Poloxamer 188.
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Beispiel 3
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Weitere
Stabilisierung von Rezepturen mit oberflächenaktiven Stoffen
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Die
Auswirkung der oberflächenaktiven
Stoffe auf die Proteinstabilität
wurde anfänglich
mit den Referenzzusammensetzungen durchgeführt, die in ihrer Rezeptur
Mannit allein als Basisformmasse enthalten haben.
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Die
Auswirkung von Tween 20
TM und Tween 80
TM auf diese Zusammensetzung was fast gleich,
wobei der gleiche Effekt auch mit Poloxamer 188 bei etwas höherer Konzentration
an oberflächenaktivem
Stoff erreicht werden konnte. Die Auswirkungen der oberflächenaktiven
Stoffe scheinen ziemlich gleich auf alle getesteten Zusammensetzungen
zu sein, und der optimale Konzentrationsbereich ist definiert als
von 0,01–0,3 mg/ml
für Tween
20
TM und/oder Tween 80
TM und
von 0,05–3,0
mg/ml für
Poloxamer 188.
pH-Wert=6,5
und oberflächenaktiver
Stoff=0,05 mg/ml von Tween 80
TM
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Beispiel 4
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In
diesem Beispiel sind alle PLACEBO-Rezepturen in der gleichen Zusammensetzung,
bevor die Formmassen hinzugegeben werden: 2,95 mg/ml NaCl, 1,47
mg/ml CaCl2, Glycylglycin 1,32 mg/ml (Pufferagens).
In diesem Fall wurde KEIN PROTEIN zu den Rezepturen hinzugegeben.
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Beispiel 5
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Vier
Rezepturen, die Mannit, Mannit/Glycin (2:1), Mannit/Glycylglycin
(2:1) beziehungsweise Saccharose/Glycylglycin (2:1) als Formmassen
enthalten, wurden zubereitet, und die Mengen an Degradationsprodukten
in Rezepturen, die Glycylglycin enthalten, wurden mit Rezepturen
ohne Glycylglycin verglichen. ALLE Rezepturen hatten die gleiche
Zusammensetzung, bevor Formmassen hinzugegeben wurden: 1 mg/ml modifiziertes
rFVIIa, 1,75–2,95
mg/ml NaCl, 1,47 mg/ml CaCl2, Glycylglycin
1,32 mg/ml (Pufferagens). Sowohl Tween 80TM als
auch Poloxamer 188 wurden als oberflächenaktiver Stoff hinzugegeben.
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Die
Rezepturen wurden unter beschleunigten Bedingungen für bis zu
4 Wochen gelagert, und die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle
nach 4 Wochen Lagerungszeit zusammengefasst.
Dies ist
in
1 illustriert.