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TECHNISCHES
GEBIET
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Die
vorliegende Erfindung betrifft im Allgemeinen das Formen und im
Besonderen ein Verfahren bzw. eine Vorrichtung zum gasgestützten Formen.
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TECHNISCHER
HINTERGRUND
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Formen
ist eine Herstellungstechnik, wobei ein Polymer unter Druck in ein
Formwerkzeug eingespritzt wird und aushärtet. Das Formwerkzeug ist
im Wesentlichen ein Negativ des Formteils, der hergestellt werden
soll. Herkömmliche
Einspritzdrücke schwanken
von 350 bis 1400 bar. Da diese hohen Drücke auftreten, muß das Formwerkzeug,
das häufig
aus zwei Formhälften
besteht, während
der Einspritzung und des Abkühlens
in einem eingespannten Zustand gehalten werden. Die Einspannkraft muß beträchtlich
hoch sein.
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Die
Formungstechnik kann zum Herstellen einer großen Anzahl von Formteilen mit
einer sehr hohen Genauigkeit verwendet werden. Toleranzen, die besser
als 0,0025 mm sind, werden durch Verwenden einer geeigneten Kombination
aus der Formgestaltung, dem Material und der Formteilgestaltung leicht
erzielt. Ferner ist das Formen ein Hochleistungsvorgang. Die Zykluszeiten
schwanken abhängig
von der Größe und der
Form des geformten Formteils zwischen wenigen Sekunden und mehreren
Minuten.
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Die
Formwerkzeuge sind verhältnismäßig teuer
und müssen
so gestaltet sein, dass sie die hohe Genauigkeit bieten und gleichzeitig
ausreichend robust sind, um den auftretenden hohen Drücken standzuhalten.
Sie können
aus Aluminium gefertigt sein, sind jedoch vorzugsweise aus gehärtetem Werkzeugstahl
gefertigt, um während
einer langen Zeit verwendbar zu sein. Somit ist die Formungstechnik
besonders vorteilhaft, wenn eine große Anzahl an Formteilen herzustellen
ist.
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Das
gasgestützte
Formen (das auch GAM, gasgestützter
Spritzguss, oder GID, Gasinnendruck genannt wird), das eine Verbesserung
der Formungstechnik ist, und das seit verhältnismäßig kurzer Zeit kommerzialisiert
ist, gestattet, dass Abschnitte des Inneren eines Produkts entfernt
werden, oder einfach, dass hohle Produkte hergestellt werden können. Die
Technik, die im Folgenden als gasgestütztes Formen bezeichnet wird,
ist zur Herstellung von dickeren Produkten wie etwa Griffen, wie
auch von Produkten, die dünnere
Wände aufweisen,
geeignet.
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Die
Technik umfasst, dass ein geformtes Teil über ein Netz von Stromkanälen oder
direkt im geformten Teil mit einem Gas druckbeaufschlagt wird, bevor
dem eingespritzten Material ein Abkühlen gestattet wird. Das druckbeaufschlagte
Gas stellt die Verdichtungskraft bereit, die zur Herstellung eines hohlen
geformten Qualitätsteils
benötigt
wird.
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Ein Überblick über das
gasgestützte
Formen einschließlich
Besprechungen der Technik wie auch ihrer Anwendungen findet sich
in "Gas Assisted Moulding", T. C. Pearson,
Rapra Review Report Nr. 103, 1998. Im Überblick wird die Auswahl der
Ausrüstung
einschließlich,
z. B., der Positionierung und der Zeitabstimmung der Gaseinspritzung
und der Ausmaße
und der Positionierung von Gaskanälen besprochen.
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Die
Vorteile das gasgestützten
Formens beinhalten, dass zur Herstellung des Formteils weniger Material
verbraucht wird (bis zu 45% geringerer Verbrauch), dass eine bessere
Maßstabilität erzielt
werden kann, dass Schrumpfspuren, d. h., heiße Flecken, beseitigt werden
können,
dass Formteile hergestellt werden können, die eine höhere Festigkeit und
Starrheit aufweisen, dass die Zykluszeiten verringert werden können, dass
durch das Formen bewirkte Beanspruchungen im Material des Formteils stark
verringert werden können,
und dass eine geringere Einspannkraft benötigt wird.
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Es
wird angenommen, dass die Verwendung eines druckbeaufschlagten Gases
zur Unterstützung während des
herkömmlichen
Polymerformens durch eine Erfindung von Friedrich, die 1978 patentiert
wurde, siehe das Dokument
US
4,101,617 , kommerziell anwendbar wurde. Die Erfindung betrifft
das Formen von hohlen Artikeln in einem einzelnen Schritt, wobei ein
Druckgas zusammen mit oder direkt nach der Einspritzung des geschmolzenen
Polymers in die artikeldefinierende Form eingebracht wird.
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Ferner
wurden während
späterer
Jahre unterschiedliche besondere Gesichtspunkte des gasgestützten Formens
patentiert, siehe z. B. die Patentschriften
US 5,728,329 ;
US 5,662,841 ;
US 5,558,824 ;
US 5,705,201 ;
US 5,411,685 ;
US 5,110,553 ;
US 5,069,858 ; und,
US 5,204,050 ; und Verweise darin.
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Die
ersten drei erwähnten
dieser Patente betreffen die Druckbeaufschlagung eines Gases in
der Form vor der Einspritzung des geschmolzenen Polymers in diese
und die Erzeugung eines statischen Drucks mit dem geschmolzenen
Polymer. Insbesondere das dritte beschreibt eine Technik zum Steuern des
Ausstoßes
des anfänglichen
Gases, wobei die Strömungsfront
und die Ausdehnungsgeschwindigkeit des eingespritzten geschmolzenen
Polymers moduliert werden, um einen gleichmäßigen Materialstrom in der
Form zu erzielen, um Spuren aufgrund eines nicht gleichmäßigen Stroms
auf ein Mindestmaß zu
verringern, um sicherzustellen, dass im Materialstrom keine Gasblasen
auftreten, und um Artikel zu erzielen, die eine gleichmäßigere Wandfestigkeit aufweisen.
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Ferner
offenbart das vierte Patent ein schwingungsgestütztes Verfahren, um den Spritzguss
und/oder die Eigenschaften des Formmaterials abzuändern.
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Das
fünfte
Patent beschreibt eine Gassteuereinheit für ein gasgestützten Formsystem,
wobei während
des Spritzgusses eine Menge an Gas in Verbindung mit einer Menge
an Polymermaterial in die Form eingebracht wird.
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Das
sechste und das siebente Patent zeigen Prozeßverfahren, um die Oberflächenqualität der hergestellten
Artikel zu erhöhen.
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Das
zuerst erwähnte
dieser Patente umfasst zuerst das Einspritzen einer deutlichen Menge
an Polymer in die Form und danach das gleichzeitige Einspritzen
druckbeaufschlagten Gases und einer weiteren Menge an Polymer. Die
Einbringung des druckbeaufschlagten Gases verhindert zuerst, dass
der erste Polymerstrom angehalten wird, und danach, im Anschluß an die
Einbringung der zusätzlichen
Menge des Polymers, verteilt das Gas die gesamte Menge des geschmolzenen
Polymers in der artikeldefinierenden Form. Besondere Bereiche für den Gasdruck und
für die
gegenseitige Beziehung zwischen den beiden Polymermengen werden
gegeben.
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Das
letztere dieser Patente beschreibt ein Formverfahren, wobei eine
erste Menge druckbeaufschlagten Gases während des Formens hilft, aber nicht
in die artikeldefinierende Form eintritt, sondern in einen Raum
eintritt, der sich im Wesentlichen neben der Form befindet, um beim
Ausfüllen
der Form zu helfen.
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Schließlich beschreibt
das achte Patent ein Verfahren bzw. eine Vorrichtung, wobei ein
Artikel durch Einspritzen von geschmolzenem Polymer in eine Form
und durch Einspritzen einer Menge druckbeaufschlagten Gases in das
Polymer, um die Form auszufüllen
und einen Hohlraum in der Form zu erzeugen, hergestellt wird. Danach
wird Gas an einer zweiten Stelle in das Polymer in der Form eingespritzt,
was entweder einen gesonderten Hohlraum im Polymer bildet oder einen
Durchgang durch das Polymer in den ersten Hohlraum bildet. Das erste Gas
wird vorzugsweise an der gleichen Stelle wie das Polymer eingespritzt,
und das letztere Gas kann an einer Stelle eingespritzt werden, die
eine direkte Verbindung mit der Form aufweist. Das Gas wird abgelassen,
wenn der Artikel ausreichend ausgehärtet ist, dass vorkommende
Ventile, Ausstoßauslässe oder
dergleichen nicht verstopft werden. Dieses Ablassen kann aus jeder
der Einspritzstellen oder aus beiden, gleichzeitig oder in einer
aufeinanderfolgenden Reihenfolge, durchgeführt werden. Diese Technik zeigt
Vorteile, die u. a. kurze Zykluszeiten, eine Verringerung der Betriebsunterbrechungen
auf ein Mindestmaß,
einen geringen Materialverbrauch und eine Herstellung von Artikeln
mit hoher Qualität
umfassen.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine weitere verbesserte Technik
während
der Herstellung durch gasgestütztes
Formen, die die Vorteile der oben erwähnten Technik zeigt, aber gleichzeitig
noch weiter verringerte Zykluszeiten bereitstellt.
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KURZDARSTELLUNG
DER ERFINDUNG
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Somit
ist es eine Hauptaufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren
für ein
wirksames, schnelles und verläßliches
gasgestütztes
Formen bereitzustellen, das deutlich verringerte Zykluszeiten aufweist.
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Eine
weitere Aufgabe der Erfindung ist, ein Verfahren bereitzustellen,
das ein Herstellen von hochwertigen Produkten bereitstellt, die
eine hohe Festigkeit und Starrheit ohne jegliche Schrumpfspuren
oder durch das Formen bewirkte Beanspruchungen aufweisen.
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Noch
eine weitere Aufgabe der Erfindung ist, ein Verfahren zum Formen
von Produkten bereitzustellen, wobei der Grundmaterialverbrauch
gering ist.
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Noch
eine weitere Aufgabe der Erfindung ist, ein Verfahren bereitzustellen,
wobei das Abkühlen des
geformten Produkts gesteuert werden kann.
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Noch
eine weitere Aufgabe der Erfindung ist, eine Vorrichtung bereitzustellen,
worin das Verfahren zum Formen ausgeführt werden kann.
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Diese
und andere Aufgaben der Erfindung werden durch ein Verfahren und
eine Vorrichtung nach den beiliegenden Patentansprüchen erfüllt.
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Ein
Vorteil der Erfindung ist, dass die Zykluszeiten verglichen mit
den Techniken des Stands der Technik deutlich verringert werden
können,
möglicherweise
um zumindest bis zu 30%.
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Weitere
Vorteile der Erfindung und Eigenschaften davon werden aus der folgenden
Beschreibung offensichtlich werden.
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KURZE BESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
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Diese
Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf 1 bis 9,
die nur zur Veranschaulichung der Erfindung gezeigt sind und diese
daher keineswegs beschränken
sollen, näher
beschrieben werden.
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1 ist ein Ablaufschema,
das ein schematisches Verfahren beim gasgestützten Formen nach einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung zeigt.
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2 bis 8 zeigen eine Vorrichtung zum gasgestützten Formen
während
unterschiedlicher Phasen des in 1 gezeigten
erfinderischen Verfahrens schematisch im Querschnitt.
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9 zeigt ein erfinderisches
Beispiel zum Steuern des Abkühlens
des geformten Produkts.
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AUSFÜHRLICHE
BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSFORMEN
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In
der nachfolgenden Beschreibung werden zum Zweck der Erklärung und
nicht der Beschränkung
der Erfindung bestimmte Einzelheiten wie etwa besondere Anwendungen,
Techniken usw. bekannt gemacht, um ein gründliches Verständnis der
vorliegenden Erfindung bereitzustellen. Fachleuten wird jedoch offensichtlich
sein, dass die Erfindung in anderen als diesen Ausführungsformen
praktisch ausgeübt
werden kann.
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Die
Erfindung wird unter paralleler Bezugnahme einerseits auf 1, die ein Ablaufschema
eines Verfahrens zum gasgestützten
Formen ist, und andererseits auf 2 bis 8, die eine Vorrichtung zum
gasgestützten
Formen während
unterschiedlicher Phasen des erfinderischen Verfahrens von 1 veranschaulichen, näher beschrieben
werden.
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Das
Bezugszeichen
21 in
2 bezeichnet einen
Formhohlraum eines Formwerkzeugs, das zum gasgestützten Formen
bestimmt ist. Im veranschaulichten Fall ist ein Formhohlraum gezeigt,
der zum Formen von hohlen Griffen bestimmt ist, doch ist die vorliegende
Erfindung auf das Formen einer großen Vielfalt von Produkten
einschließlich
sowohl breiterer als auch dünnerer
Teile anwendbar. Es sollte sich verstehen, dass jede beliebige Art
von Formwerkzeug, die innerhalb des technischen Gebiets bekannt
ist, abgeändert
werden kann, um die vorliegende Erfindung aufzunehmen. Zum Beispiel
kann für diesen
Zweck ein wie in der Patentschrift
US 5,204,050 offenbartes
Formwerkzeug verwendet werden.
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Das
Formwerkzeug umfasst eine Öffnung
im einen Ende des Formhohlraums, in der eine ventilgesteuerte Düse 22 angeordnet
ist. Ferner steht die Düse
mit einem steuerbaren Zuführungsystem
einer Standardart (nicht gezeigt) zum Einspritzen des Rohmaterials
in Verbindung.
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In
einem Schritt 11 (1)
wird eine Menge geschmolzenen Polymers mit einer typischen Temperatur
von etwa 200°C
durch die oben erwähnte Düse 22 in
den Formhohlraum 21 eingespritzt. In 2 ist das Polymer durch 23 bezeichnet,
und reicht seine Front hier etwa bis zur Hälfte in den Formhohlraum 21.
Der Umstand, dass das Einspritzen im Gange ist, wird durch den Pfeil
POLY angezeigt. Ferner umfasst das Formwerkzeug eine zweite Öffnung,
worin ein zweites Ventil 24 angebracht ist, wobei dieses
Ventil bei der vorliegenden Erfindung eine wichtige Funktion aufweist,
die weiter unten in der Beschreibung ausführlich beschrieben werden wird.
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Anschließend, vorzugsweise
nach dem völligen
Abschluß des
Einspritzens des geschmolzenen Polymers, wird in einem Schritt 12 eine
vorherbestimmte Menge druckbeaufschlagten Gases, vorzugsweise ein
träges
Gas wie etwa Stickstoff oder ein stickstoffhaltiges Gasgemisch,
durch die gleiche Düse 23 in
das geschmolzene Polymer im Formhohlraum eingespritzt. Die Düsen sollen
dann mit einem steuerbaren Gassystem für eine gesteuerte Zuführung von
Gas verbunden sein. Alternativ ist das Formwerkzeug mit einer gesonderten
Gaszuführungsdüse an einer
gesonderten Öffnung
für die
Zuführung
des druckbeaufschlagten Gases versehen. Die Zeitabstimmung, der
Druck, die Temperatur und die Geschwindigkeit des zugeführten Gases
sind kritische Parameter, die genau gesteuert werden müssen.
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Das
druckbeaufschlagte eingespritzte Gas ist in 3 mit 25 bezeichnet. Ein mit
GAS bezeichneter Pfeil zeigt an, dass die Gaseinspritzung im Gange
ist. Da das Polymer von der Innenwand des Formhohlraums her abgekühlt wird,
entsteht senkrecht zur Strömungsrichtung
ein Temperaturgradient mit der höchsten
Temperatur und daher der geringsten Viskosität im Zentrum. Somit wählt das
Gas den natürlichen
Weg durch die niedrigviskösen
und heißeren
Abschnitte des Polymers zu Bereichen, die einen geringen Druck aufweisen.
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Auf
diese Weise erzeugt das Gas einen Hohlraum, der sich entlang einer
zentralen Achse von der Düse 22 und
zum Frontende des Polymers erstreckt und das geschmolzene Polymer
dadurch zur Innenwand des Formhohlraums drückt. Dieser Schritt ist in 1 mit 13 bezeichnet.
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In 4 ist das Verfahren in einem
Stadium gezeigt, in dem das Einspritzen des Polymers beendet ist
und in dem das Polymer auch das Ende des Formhohlraums bei 24 erreicht
hat. Das Gas wird dennoch immer noch eingespritzt, was erneut durch einen
mit GAS bezeichneten Pfeil angezeigt wird, und das Gas hat eine
wesentliche Entfernung im Formhohlraum erreicht. Durch Steuern der
Menge des in den Hohlraum eingespritzten Gases wird der Druck, der
eine Last auf das abkühlende
Polymer legt, gesteuert. Vorzugsweise wird eine weitere Zuführung von
Gas durch die Düse 22 angehalten, wenn
das Gas eine vorherbestimmte geschätzte Entfernung wie z. B. die
in 4 veranschaulichte
erreicht hat.
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Ferner
wird in einem Schritt 14 eine vorherbestimmte Menge druckbeaufschlagten
Gases durch die Düse 24,
die verglichen mit der Düse 22 an
der gegenüberliegenden
Seite des Formhohlraums gelegen ist, und in das abkühlende Polymer
eingespritzt. In 5 ist
dieser Schritt durch einen mit GAS bezeichneten Pfeil, der anzeigt,
dass die Gaseinspritzung durch die Düse 24 im Gange ist,
und durch eine Gasmenge 26 veranschaulicht, die sich entlang
der oben erwähnten
zentralen Achse von der Düse 24 und
in die Richtung des durch die frühere
Menge an Gas definierten Hohlraums erstreckt. In dieser Hinsicht
wird ein weiterer Druck zum Polymer erzielt, der die Herstellung
hochwertigerer Formteile, welche eine genauer definierte Form und
gleichmäßigere Oberflächen aufweisen,
gestattet.
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Durch
das Steuern der Zuführung
bei 24, so dass der Druck im Gas 26 höher als
der Druck im Gas 25 ist, wird ein Druckgradient entlang
der Achse erzielt. Hiermit kann in einem Schritt 15 ein
Durchgang zum Hohlraum 25 erzielt werden. In 6 ist dies deutlich veranschaulicht,
wobei der Durchgang mit 27 bezeichnet ist.
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Während des
andauernden Aushärtungs- und
Abkühlvorgangs
ist es wichtig, dass im Formhohlraum 21 ein gleichmäßiger Druck
erhalten wird, um ein hochwertiges Formteil herzustellen. Die Zeit für diesen
Abkühlvorgang
liegt normalerweise in der Größenordnung
von 75% der gesamten Zykluszeit. Wie oben erwähnt ist die Zykluszeit ein
sehr kritischer Parameter für
die Produktivität
eines Werkzeugs und kann sie abhängig
von u. a. dem Werkzeug, dem Formhohlraum, der Formteilgestaltung,
dem Rohmaterial und dem Abkühlen
enorm schwanken. Typische Werte für Zykluszeiten sind 90 bis
120 Sekunden. In Versuchen hat der Anmelder festgestellt, dass es
möglich
ist, die Abkühlzeit
mit bis zu 50% zu verringern, was eine verkürzte Zykluszeit von bis zu etwa
35% ergeben wird. Auch wenn bei der Herstellung viel geringere Werte
erzielbar sind, ist jede mögliche
Verringerung der Zykluszeit wünschenswert.
In dieser Hinsicht wird auch eine Verringerung von 5 bis 10% als
beträchtlich
erachtet.
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Um
diese Abkühlzeiten
und dadurch die Zykluszeiten zu verringern, wird zur gleichen Zeit,
zu der einer Menge in der gleichen Größe ein Ausströmen durch
die Düse 22 aus
dem Formhohlraum gestattet wird, eine weitere gesteuerte Menge druckbeaufschlagten
Gases durch die Düse 24 zugeführt. Die Temperatur
des zugeführten
Gases sollte geringer als die Temperatur des entnommenen Gases sein,
so dass Wärme
im Formhohlraum über
den erhaltenen Gasstrom aus dem Formhohlraum transportiert werden
kann. Dieser Schritt ist in 1 mit 16 angegeben.
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Auf
eine solche Weise wird Gas beim gasgestützten Formen für zwei unterschiedliche
Hauptzwecke benutzt: teilweise als ein Mittel zum Liefern der notwendigen
Verdichtungskraft des Polymers nach dem herkömmlichen gasgestützten Formen,
teilweise als ein Mittel zum Transportieren von Wärme durch
z. B. Konvektion aus dem Formhohlraum zum Zweck des Beschleunigens
des Abkühlens.
Im letzteren Fall ist das druckbeaufschlagte Gas als ein Wärmeaustauscher
tätig.
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Um
eine solche Funktion in der Praxis zu betreiben, ist eine genaue
Steuerung erforderlich, um den Druck im Formhohlraum während eines
solchen Stroms durch den Formhohlraum innerhalb annehmbarer Toleranzen
zu halten. Parameter, die gesteuert werden können, beinhalten die Menge
des durch den Hohlraum geführten
Gases, seine Geschwindigkeit und die Temperatur des zugeführten Gases.
In 7 ist der Strom durch
den Formhohlraum durch mit GAS bezeichnete Pfeile an den jeweiligen
Düsen 22, 24 angezeigt,
ist die transportierte Wärme
durch einen mit Q bezeichneten Pfeil angezeigt, und ist der durch
das druckbeaufschlagte Gas gebildete Durchgangshohlraum mit 28 bezeichnet.
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Danach
wird das druckbeaufschlagte Gas in einem Schritt, der in 1 mit 17 bezeichnet
ist, aus dem Formhohlraum abgelassen. Dies ist auch in 8, erneut durch einen mit
GAS bezeichneten Pfeil an der Düse 22,
veranschaulicht.
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Das
Ablassen kann sicherlich auch durch die Düse 24 durchgeführt werden,
doch das Polymer sollte am Ende bei 22 am kühlsten sein,
wodurch es ein Vorteil sein sollte, das Gas dort abzulassen, da die
Gefahr des Verstopfens der Düse
dort am geringsten ist.
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Schließlich wird
der Formhohlraum in einem Schritt 18 geöffnet und das fertige geformte
Teil entnommen.
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Die
vorliegende Erfindung kann alternativ in Schritt 16 umfassen,
dass Gas bei 24 zugeführt
wird und bei 22 entnommen wird, so dass statt dessen ein Strom
in die entgegengesetzte Richtung erzielt wird. Normalerweise ist
es jedoch am vorteilhaftesten, das Gas bei 24 zu entnehmen,
da das Polymer am kühlsten
ist und beim Vorgang des Aushärtens
am weitesten fortgeschritten ist. Je geschmolzener das Polymer ist,
desto höher
ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Auslaßventil verstopft werden wird
oder dass Polymerteilchen durch den Auslaß nach außen folgen werden. Dies ist
sicherlich nicht wünschenswert.
Zur Verhinderung des Auftretens dieses Vorgangs sind der Hohlraum
und die Düsen
danach gebildet und muß ferner
der gesamte Vorgang genau gesteuert werden.
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Ein
anderer kritischer Punkt betrifft das Durchbohren, d. h., die Bildung
des Durchgangs zum Hohlraum 25 von der Düse 24,
der in 5 und 6 gezeigt ist. In der Praxis
kann das Polymermaterial die Größe des Durchgangs
beschränken,
so dass ein Durchgangshohlraum erzielt wird, der einen Aufbau aufweist,
welcher dem in 6 (25, 26, 27)
gezeigten ähnlicher
ist, als dem in 7 (28)
gezeigten. Wenn der Durchgang eine kleinere Querschnittsfläche als
die Querschnittsfläche
der Öffnung
der Düse 24 aufweist,
können
Probleme auftreten, da in einem solchen Fall der Flusswiderstand
im Formhohlraum unbekannt ist.
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Um
dies zu vermeiden, muß so
weit wie möglich
eingerichtet werden, dass dieser Durchgang mit einer kleinsten Querschnittsfläche erzielt
wird, die größer, vorzugsweise
deutlich größer, als
die Querschnittsfläche
der Öffnungen
der Düsen 24, 22 ist. Zweitens
muß man
versuchen, diesen Durchgang mit einer kleinsten Querschnittsfläche zu bilden,
die wiederholbar erzielt werden kann, so dass in jedem Zyklus der
gleiche Flusswiderstand erhalten wird. Der Zweck dieser Vorgangsweise ist,
von Zyklus zu Zyklus ein wiederholbares Abkühlen des Polymers im Formhohlraum
zu erzielen, was durch einen wiederholbaren Gasstrom durch den Formhohlraum
erzielt wird, was wiederum durch einen wiederholbaren Flusswiderstand
im Formhohlraum erzielt wird.
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Ferner
ist es möglich,
zuerst das druckbeaufschlagte Gas in eine Richtung und dann in eine
entgegengesetzte Richtung zu führen.
Da das zugeführte
kalte Gas am Einlaß am
wirksamsten kühlen
wird, wird hierdurch eine gleichmäßigere Abkühlung erzielt, was die Abkühlzeit weiter
verringert und die Qualität
des geformten Produkts verbessert. Es ist sogar möglich, den
Gasstrom wiederholt und abwechselnd in entgegengesetzten Richtungen
einzurichten, z. B. zwei bis sechs Mal.
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Das
Gasstromsystem zur Zuführung
und Entnahme von druckbeaufschlagtem Gas kann durch eine Durchflussmengenregelung
gesteuert werden.
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Die
Menge druckbeaufschlagten Gases, die durch den Formhohlraum 21 strömt, die
Geschwindigkeit dieses Stroms und die Temperatur des zugeführten Gases
werden in einer Ausführungsform
so gewählt,
dass zumindest im Wesentlichen so viel Wärme Q über das druckbeaufschlagte
Gas vom Formhohlraum transportiert wird, wie durch Wärmeleitung
in das Formwerkzeug transportiert wird.
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Die
Temperatur des zugeführten
Gases kann von 10 bis 30°C
, vorteilhafter von 20 bis 25°C,
reichen, und am vorteilhaftesten liegt diese Temperatur bei der
Raumtemperatur.
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In
einer anderen Ausführungsform,
bei der das Abkühlen
eher langsam durchgeführt
werden muß,
reicht die Temperatur des zugeführten
Gases von 30 bis 80°C,
vorteilhafter von 40 bis 70°C,
und am vorteilhaftesten von 50 bis 60°C. Innerhalb dieser Temperaturbereiche
wird das Formwerkzeug typischerweise bei einem herkömmlichen
gasgestützten Formen
gehalten, um dem Polymer zu gestatten, ausreichend "auszufließen", so dass Formteile,
die gleichmäßige Oberflächen ohne
Wellen oder dergleichen aufweisen, erhalten werden. Ferner können die Gefahren
des Verstopfens der Düsen
verringert werden.
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In
einer weiteren Ausführungsform,
bei der die Stromgeschwindigkeit gering sein muß (z. B., um die Probleme des
Verstopfens zu vermeiden), kann das zugeführte Gas durch flüssigen Stickstoff
auf eine Temperatur unter der Raumtemperatur, z. B. eine sehr niedrige
Temperatur, abgekühlt
werden. In dieser Hinsicht kann durch Verwendung einer viel niedrigeren
Stromgeschwindigkeit der gleiche Wärmetransport erhalten werden.
Es ist auch möglich, ein
anderes Gas, z. B. Helium, zu wählen,
das unterschiedliche Wärmeleitungseigenschaften
aufweist.
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Der
Druck des druckbeaufschlagten Fluids muß während des Formens genau gesteuert
werden. Typische Drücke
reichen von 50 bis 200 bar.
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Ferner
kann das Formwerkzeug für
eine weitere Zuführung
und/oder Entnahme von druckbeaufschlagtem Gas zusätzliche Öffnungen
in das Formwerkzeug aufweisen. Man kann sich, insbesondere für die Herstellung
komplizierterer Produkte, eine willkürliche Anzahl von Öffnungen
vorstellen, die als Einlässe
und/oder Auslässe
für das
hindurchströmende Gas
dienen.
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9 zeigt schematisch ein
erfinderisches Beispiel zur Regulierung des Abkühlens des geformten Produkts.
Ein ventilgestütztes
Röhrensystem, das
Ventile 29 bis 32 und Röhren 33 bis 36 umfasst, kann über Schalter 37, 38 an
ein steuerbares Gasstromsystem (nicht gezeigt) angeschlossen werden. Druckbeaufschlagtes
Gas wird in einer regulierten Weise bei 37 zugeführt und
bei 38 entnommen, so dass im Röhrensystem ein gleichmäßiger Strom druckbeaufschlagten
Gases erzielt wird und im Formhohlraum 21 ein im Wesentlichen
konstanter Druck erzielt wird.
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Die
oben beschriebenen Änderungen
in der Strömungsrichtung
durch den Formhohlraum 21 können durch Öffnen und Schließen der
Ventile 29 bis 32 in der folgenden Weise erzielt
werden. Zuerst werden die Ventile 29 und 30 geschlossen
gehalten, während die
Ventile 31 und 32 geöffnet gehalten werden. Das bei 37 eintretende
druckbeaufschlagte Gas wird durch die Röhre 33, durch die
Düse 22,
durch den Hohlraum 28 in den Formhohlraum 21 und
durch die Düse 24 heraus,
durch die Röhre 34 und
schließlich bei 38 aus
dem System gedrückt.
Somit wird die Strömungsrichtung
durch ein gleichzeitiges Öffnen
der Ventile 29 und 30 und Schließen der
Ventile 31 und 32 im Formhohlraum 21 geändert. Das
Gas strömt hier
bei 37 ein, durch die Röhre 35 und
durch die Düse 24 herein,
durch den Hohlraum 28 im Formhohlraum 21 und durch
die Düse 22 heraus,
durch die Röhre 36 und
bei 38 heraus. Durch ein Öffnen der Ventile 31 und 32 und
synchron ein Schließen
der Ventile 29 und 30 wird die Strömungsrichtung
erneut geändert.
Der Vorgang kann eine geeignete Anzahl von Malen wiederholt werden.
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Nach
der vorliegenden Erfindung wird eine Technik erzielt, die das Ausfüllen des
Polymers im Formhohlraum erhöht,
um die Qualität
des geformten Teils zu erhöhen,
während
gleichzeitig die Zykluszeit äußerst deutlich
verkürzt
werden kann.
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Zusammengefaßt beinhaltet
die Technik die Verwendung eines druckbeaufschlagten Gases beim gasgestützten Formen
für ein
herkömmliches
inneres Druckbeaufschlagen von Polymer, das in einen Formhohlraum
eingespritzt ist, und ferner als ein Transportmedium, um, deutliche
Mengen an Wärme aus
dem Formhohlraum zu entnehmen.
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Die
wie hierdurch beschriebene vorliegende Erfindung löst die Probleme,
die mit dem Stand der Technik ver bunden sind. Sicherlich ist sie
nicht auf die oben beschriebenen und in den Zeichnungen veranschaulichten
Ausführungsformen
beschränkt,
sondern kann sie innerhalb des Umfangs der beiliegenden Ansprüche abgeändert werden.