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Die vorliegende Erfindung betrifft
ein Luftfilter für
ein Umluft- und/oder Umwälzluftsystem,
das ein Filtermedium umfasst, das eine biologisch wirksame Menge
eines polymeren Biguanids enthält.
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren für das Reduzieren von Gerüchen und
in der Luft enthaltenen Mikroorganismen, wobei Luft durch ein Filtermedium,
das eine biologisch wirksame Menge eines polymeren Biguanids enthält, geführt wird.
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Luftfilter werden gewöhnlich zum
Entfernen von teilchenförmigen
Stoffen in einer umfangreichen Reihe von Luftzirkulationssystemen
verwendet. Sie können
in Form von Beuteln oder Hüllen
(im Allgemeinen als Sackfilter bekannt), durch die Luft hindurchgeblasen
wird, oder als Kissen oder in Papierform vorliegen, die in einem
Rahmen verwendet werden. Sackfilter haben eine hohe Auffangeffizienz
für das
Beseitigen von Teilchen wie Staub und Verbrennungsprodukten wie
Tabakrauch. Das in Luftfiltern verwendete Filtermedium ist aus einer
Reihe verschiedener Materialien gefertigt, besteht jedoch am häufigsten
aus einem Gewebe oder Vliesstoff.
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Beispiele von Luftsystemen, die diese
Filter enthalten, sind unter anderem die Klimatisierungs- und Zentralheizungssysteme
in Wohn- und Bürogebäuden, Freizeitzentren,
Flugzeugen, Kraftfahrzeugen und Krankenhäusern. Die Filtriererfordernisse
sind in verschiedenen Umfeldern äußerst unterschiedlich.
Das Filtrieren der Luft ist in industriellen Reinräumen und
insbesondere in Krankenhausumfeldern wie Krankenzimmern und Operationssälen besonders
wichtig.
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In der Luft enthaltene Mikroorganismen
können
in Luftfiltriersystemen besondere Probleme hervorrufen, da sie nach
dem Entfernen aus dem Luftstrom auf dem Filtermedium lebensfähig bleiben
können.
Das kann zu einer Proliferation dieser Mikroorganismen und zu einer weitverbreiteten
Kontamination des Umluftsystems führen. Dies kann wiederum weitreichende
Auswirkungen haben, die von einer Reduzierung der Filtereffizienz
bis zur Bildung übler
Gerüche
durch schlechtriechende mikrobielle Nebenprodukte reichen. Außerdem ist
das Vorliegen einer großen
Anzahl von Mikroben in der Umwälzluft
schon als mögliche
Ursache des "Sickbuildingsyndroms" vorgeschlagen worden.
Um diese Probleme zu vermeiden, kann das Filtermedium zum Hemmen
des Wachstums von Mikroben wie Bakterien, Pilzen, Viren, Algen,
Hefen und Protozoen mit antimikrobiellen Mitteln behandelt werden.
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Ein besonderes Problem in Krankenhausumfeldern
ist die Bekämpfung
oder Beseitigung von Krankheitserregern, insbesondere grampositiven
Krankheitserregern, beispielsweise Staphylokokken, Enterokokken,
Streptokokken und Mykobakterien. Viele dieser Krankheitserreger
haben widerstandsfähige
Varietäten entwickelt,
beispielsweise der methicillinresistente Staphylokokkus (MRSA),
die methicillinresistenten, koagulasenegativen Staphylokokken (MRCNS),
der penicillinresistente Pneumokokkus und der mehrfach resistente Fäkalenterokokkus.
Haben sich diese resistenten Varietäten einmal fest niedergelassen,
so sind sie nur schwer zu behandeln und aus dem Krankenhausumfeld
auszumerzen, denn sie sind gegen herkömmliche Antibiotika wie Penicillin
und Methacillin resistent. Das im Luftfiltermedium aufgefangene
teilchenförmige
Material, insbesondere organische Stoffe, kann als Nährstoffquelle
für derartige
resistente Krankheitserreger dienen und zu ihrer Proliferation sowohl
auf dem Filter als auch in dem durch das Filter hindurchgehenden
Luftstrom führen.
Es besteht daher ein Bedarf für
ein Luftfilter, das das Wachstum derartiger Krankheitserreger hemmt oder
eliminiert. Bisher hat sich das als schwierig zu erzielen erwiesen.
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Wir haben festgestellt, dass das
Einarbeiten eines polymeren Biguanids oder Salzes desselben in oder
das Aufbringen desselben auf das Filtermedium, das in Luftfiltern
verwendet wird, dazu führt,
dass das Filtermedium eine ausgezeichnete Aktivität gegen
eine Reihe von Mikroorganismen aufweist und dass Luft, die durch
ein derartiges Filtermedium hindurchgegangen ist, einen reduzierten
Geruch und/oder eine Verringerung der in der Luft enthaltenen Mikroorganismen
aufweist. Diese Biguanide erweisen sich als vorteilhaft im Vergleich
mit alternativen antimikrobiellen Mitteln wegen ihres breiten Wirksamkeitsspektrums,
ihrer geringen Toxizität,
leichten Anwendung und Substantialität auf dem Filtermedium.
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Einer ersten Ausgestaltung der vorliegenden
Erfindung gemäß wird ein
Luftfilter für
ein Umluft- und/oder Luftumwälzsystem,
ein Filtermedium umfassend bereitgestellt, das eine mikrobiologisch
wirksame Menge eines polymeren Biguanids oder Salzes desselben enthält.
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Bevorzugt enthält das polymere Biguanid mindestens
zwei Biguanideinheiten der Formel (1):
die durch eine brückenbildende
Gruppe verknüpft
sind, die mindestens eine Methylengruppe enthält. Die brückenbildende Gruppe kann eine
Polymethylenkette umfassen, die wahlweise durch Heteroatome wie
Sauerstoff, Schwefel oder Stickstoff substituiert sein kann. Die
brückenbildende
Gruppe kann einen oder mehrere cyclische Kerne umfassen, die gesättigt oder
ungesättigt
sein können.
Bevorzugt ist die brückenbildene
Gruppe derart gestaltet, dass mindestens drei und insbesondere mindestens
vier Kohlenstoffatome direkt zwischen zwei nebeneinanderliegende
Biguanideinheiten der Formel (1) eingeschoben sind. Bevorzugt sind
nicht mehr als 10 und insbesondere nicht mehr als acht Kohlenstoffatome
zwischen zwei nebeneinanderliegende Biguanideinheiten der Formel
(1) eingeschoben.
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Das polymere Biguanid kann durch
irgendeine geeignete Gruppe abgeschlossen sein, bei der es sich um
eine Hydrocarbyl- oder substituierte Hydrocarbylgruppe oder eine
Amin- oder eine Cyanoguanidingruppe handeln kann.
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Wenn die endständige Gruppe eine Hydrocarbylgruppe
ist, so kann sie aus Alkyl, Cycloalkyl oder Aralkyl bestehen.
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Wenn die endständige Gruppe eine substituierte
Hydrocarbylgruppe ist, so kann der Substituent irgendein Substituent
sein, der keine unerwünschten
negativen Auswirkungen auf die mikrobiologischen Eigenschaften des
polymeren Biguanids aufweist. Beispiele derartiger Substituenten
oder substituierter Hydrocarbylgruppen sind Aryloxy, Alkoxy, Acyl,
Acyloxy, Halogen und Nitril.
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Wenn das polymere Biguanid zwei Biguanidgruppen
der Formel 1 enthält,
so sind die beiden Biguanidgruppen bevorzugt durch eine Polymethylengruppe,
insbesondere eine Hexamethylengruppe verknüpft und das Biguanid ist ein
Bisbiguanid.
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Die endständigen Gruppen in derartigen
Bisbiguaniden sind bevorzugt C1-10-Alkyl,
das linear oder verzweigt sein kann, und wahlweise substituiertes
Aryl, insbesondere wahlweise substituiertes Phenyl. Beispiele derartiger
endständiger
Gruppen sind 2-Ethylhexyl und 4-Chlorphenyl. Spezifische Beispiele
derartiger Bisbiguanide sind Verbindungen, die durch die Formel (2)
und (3) dargestellt sind, in der freien Basenform.
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Das polymere Biguanid enthält bevorzugt
mehr als zwei Biguanideinheiten der Formel (1) und ist bevorzugt
ein lineares polymeres Biguanid, das eine sich wiederholende polymere
Kette aufweist, die durch die Formel (4) dargestellt ist:
wobei
X und Y brückenbildende
Gruppen darstellen, in denen die gesamte Anzahl von Kohlenstoffatomen,
die direkt zwischen die Paare von Stickstoffatomen eingeschoben
sind, die durch X und Y verknüpft
sind, zusammen mehr als 9 und weniger als 17 beträgt.
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Die brückenbildenden Gruppen X und
Y können
aus Polymethylenketten bestehen, die wahlweise durch Heteroatome,
beispielsweise Sauerstoff, Schwefel oder Stickstoff, unterbrochen
sind. X und Y kann auch cyclische Kerne enthalten, die gesättigt oder
ungesättigt
sein können,
in welchem Falle die Anzahl von Kohlenstoffatomen, die direkt zwischen
die Paare von Stickstoffatomen eingeschoben sind, die durch X und
Y verknüpft
sind, so aufgefasst wird, dass sie das Segment der cyclischen Gruppe
oder Gruppen, das das kürzeste
ist, einschließt.
Die Anzahl der Kohlenstoffatome, die direkt zwischen die Stickstoffatome
in der Gruppe
eingeschoben sind, beträgt daher
4 und nicht 8.
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Die linearen polymeren Biguanide,
die eine sich wiederholende Polymereinheit der Formel (4) aufweisen,
werden typischerweise als Mischungen von Polymeren erhalten, bei
denen die Polymerketten verschiedene Längen besitzen. Bevorzugt beträgt die Anzahl
der einzelnen Biguanideinheiten der Formeln
zusammen
3 bis ca. 80, wobei X und Y die oben angegebene Definition besitzen.
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Bevorzugt stellen X und Y jeweils
unabhängig
voneinander eine Polymethylenkette, noch bevorzugter Hexamethylen
(d. h. -(CH2)6-)
dar.
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Das bevorzugte lineare polymere Biguanid
ist eine Mischung von Polymerketten, die durch die Formel (5) dargestellt
sind, in der freien Basenform:
wobei n 4 bis 40 und insbesondere
4 bis 15 beträgt.
Es wird besonders bevorzugt, dass der Durchschnittswert von n ca.
12 beträgt.
Bevorzugt beträgt
die Durchschnittsmolmasse des Polymers in der freien Basenform 1100 bis
3300.
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Lineare Biguanide können durch
Reagieren eines Bisdicyandiamids der Formel:
mit einem H
2N-Y-NH
2-Diamin zubereitet werden, wobei X und Y
die oben definierte Bedeutung aufweisen, oder durch Reagieren eines
Diaminsalzes oder Dicyanimids der Formel:
mit einem H
2N-Y-NH
2-Diamin, wobei X und Y die oben definierte
Bedeutung aufweisen. Diese Zubereitungsverfahren sind in den Britischen
Patentschriften Nr. 702,268 bzw. 1,152,243 beschrieben und es können irgendwelche
der darin beschriebenen polymeren Biguanide verwendet werden.
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Wie oben bemerkt, können die
Polymerketten der linearen polymeren Biguanide entweder durch eine Aminogruppe
oder durch eine Cyanoguanidingruppe abgeschlossen sein.
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Die Cyanoguanidingruppe kann während der
Zubereitung des linearen polymeren Biguanids eine Hydrolyse durchmachen
unter Bildung einer Guanidinendgruppe. Die endständigen Gruppen können an
jeder Polymerkette gleich oder verschieden sein.
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Ein geringer Anteil eines primären R-NH2-Amins, bei dem R eine 1 bis 18 Kohlenstoffatome
enthaltende Alkylgruppe darstellt, kann bei der Zubereitung polymerer
Biguanide, wie sie oben beschrieben sind, mit dem H2N- Y-NH2-Diamin
eingearbeitet werden. Das primäre
Monoamin funktioniert als kettenabbrechendes Mittel und ein oder
beide Enden der polymeren Biguanidpolymerketten kann bzw. können daher
durch eine -NHR-Gruppe abgeschlossen sein. Diese kettenabbrechenden
polymeren Biguanide können
ebenfalls verwendet werden.
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Die polymeren Biguanide bilden ohne
Weiteres sowohl mit anorganischen als auch organischen Säuren Salze.
Welche Säure
gewählt
wird, hängt
hauptsächlich
davon ab, ob ein wasserlösliches
Salz oder ein wasserunlösliches
Salz des polymeren Biguanids für
die Zubereitung des Luftfilters erwünscht ist. Die Wahl des Salzes
hängt vor
allem vom Typ des als Filter verwendeten Mediums ab. In vielen Fällen ist
es praktisch, ein wasserlösliches
Salz des polymeren Biguanids zu verwenden. Ist das polymere Biguanid
durch eine Verbindung der Formel (2) in der freien Basenform dargestellt,
so besteht ein bevorzugtes wasserlösliches Salz aus dem Digluconat.
Ist das polymere Biguanid durch eine Verbindung der Formel (3) in
der freien Basenform dargestellt, so besteht ein bevorzugtes wasserlösliches
Salz aus dem Diacetat, und ist das äußerst bevorzugte polymere Biguanid
eine Mischung linearer Polymere, die durch die Formel (5) dargestellt
ist, in der freien Basenform, so besteht das bevorzugte Salz aus
dem Hydrochlorid.
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Das polymere Biguanid bildet mit
4 bis 30 Kohlenstoffatome enthaltenden organischen Säuren auch in
Lösungsmittel
lösliche
Salze. Die organische Säure,
die mit dem polymeren Biguanid das in Lösungsmittel lösliche Salz
bildet, kann eine Phosphon-, Phosphor-, Sulfon- oder Sulfatgruppe enthalten, enthält jedoch
bevorzugt eine Carbonsäuregruppe.
Die organische Säure
kann aromatisch sein, ist jedoch bevorzugt aliphatisch, einschließlich alicyclisch.
Ist die organische Säure
aliphatisch, so kann die aliphatische Kette der organischen Säure linear
oder verzweigt, gesättigt
oder ungesättigt
oder in dieser Hinsicht gemischt sein.
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Bevorzugt ist die aliphatische Kette
linear und es wird auch vorgezogen, dass die organische Säure eine
aliphatische Carbonsäure
ist.
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Es wird vorgezogen, dass die organische
Säure,
die mit dem polymeren Biguanid das in Lösungsmittel lösliche Salz
bildet, nicht weniger als acht, noch bevorzugter nicht weniger als
zehn und insbesondere nicht weniger als zwölf Kohlenstoffatome, unter
Ausschluss der Säuregruppe,
enthält.
Bevorzugt enthält
die organische Säure
nicht mehr als 24, noch bevorzugter nicht mehr als 20 und insbesondere
nicht mehr als 18 Kohlenstoffatome, unter Ausschluss der Säuregruppe.
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Die organische Säure, die mit dem polymeren
Biguanid das in Lösungsmittel
lösliche
Salz bildet, kann mehr als eine Säuregruppe enthalten, es wird
jedoch bevorzugt, dass nur eine derartige Gruppe vorliegt.
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Die organische Säure, die mit dem polymeren
Biguanid das in Lösungsmittel
lösliche
Salz bildet, kann durch ein Halogen oder insbesondere eine Hydroxygruppe
substituiert sein. Es wird jedoch bevorzugt, dass die organische
Säure von
Substituenten frei ist.
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Einige aliphatische Carbonsäuren sind
im Handel als Mischungen erhältlich,
wie beispielsweise diejenigen, die aus tierischen Fetten und Pflanzenölen hergestellt
werden, und diese enthalten sowohl gesättigte als auch ungesättigte aliphatische
Ketten. Diese haben sich ebenfalls als nützlich erwiesen, insbesondere
die C14-18-Alkylcarbonsäuren und ihre vollständig gesättigten
oder hydrierten Analoge.
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Beispiele wahlweise substituierter
Carbonsäuren
sind Valerian-, Hexan-, Octan-, 2-Octen-, Laurin-, 5-Dodecen-, Myristin-,
Pentadecan-, Palmitin-, Olein-, Stearin-, Eicosan-, Heptadecan-,
Palmitolein-, Ricinol-, 12-Hydroxystearin- 16-Hydroxyhexadecan-,
2-Hydroxycapron-,
12-Hydroxydodecan-, 5-Hydroxydodecan-, 5-Hydroxydecan-, 4-Hydroxydecan-,
Dodecandion-, Undecandion-, Sebacin-, Benzoe-, Hydroxybenzoe- und Terephthalsäuren. Die
bevorzugte organische aliphatische Carbonsäure ist Stearinsäure.
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Das in Lösungsmittel lösliche,
mit organischer Säure
gebildete Salz des polymeren Biguanids kann durch irgendein im Stand
der Technik bekanntes Verfahren hergestellt werden, wird jedoch
bevorzugt durch Ausfällen
des Biguanids aus wässriger
Lösung
durch Zusetzen der organischen Säure
unter alkalischen Bedingungen hergestellt. Die organischen mit Säure gebildeten
Salze des Biguanids können
durch Lösen
in einer geeigneten organischen Flüssigkeit, die bevorzugt nicht
mit Wasser mischbar ist, und Waschen der organischen Phase mit Wasser
zum Entfernen jeglicher restlicher wasserlöslicher Salze noch weiter gereinigt
werden.
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Das Filtermedium kann aus natürlichem
Polymer oder synthetischem polymeren Kunststoffmaterial gefertigt
sein. Beispiele natürlicher
polymerer Materialien sind Cellulose wie Viskose und Zellstoffe,
Silicate wie Glas, und Wolle. Beispiele synthetischer polymerer
Kunststoffmaterialien umfassen Polyester wie Polyethylenterephthalat,
Polyamide wie Nylon 6.6 und 6.10, Polyurethane, Polyacrylamide einschließlich derjenigen,
die Carboxyl- und Sulfonendgruppen enthalten, und Polyolefine wie
Polyethylen und Polypropylen. Ein bevorzugtes polymeres Material
ist Cellulose.
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Das Filtermedium kann das polymere
Material in irgendeiner geeigneten physikalischen Form enthalten,
die den Durchgang von Luft erlaubt. So kann das polymere Material
in Form von Folien, Fasern, Flocken, Schnitzeln und Granulat, einschließlich Kombinationen
derselben, vorliegen. Ist das Filtermedium aus Fasern gefertigt,
so kann es entweder ein Gewebe oder ein Vliesstoff sein. Die Vliesstoff-Fasern
können
entweder trocken oder nass abgelegt sein und liegen bevorzugt in
Filz- oder Folienform
vor. Es wird bevorzugt, dass die Fasern gewoben sind. Cellulose-,
beispielsweise Baumwoll- oder
Viskosefasern, sind besonders bevorzugte Fasern.
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Die Menge an polymerem Biguanid oder
Salz desselben, die im Filtermedium enthalten ist, kann zwischen
weiten Grenzen liegen. Bevorzugt beträgt die Menge an polymerem Biguanid
nicht weniger als 0,0001%, noch bevorzugter nicht weniger als 0,05%
und insbesondere nicht weniger als 0,3%, auf das Gewicht des Filtermediums
bezogen. Es wird auch bevorzugt, dass die Menge an polymerem Biguanid
nicht mehr als 1 Gew.-%, noch bevorzugter nicht mehr als 5 Gew.-%
und insbesondere nicht mehr als 10%, auf das Gewicht des Filtermediums
bezogen, beträgt.
Nützliche
Wirkungen sind dann erzielt worden, wenn die Menge an polymerem
Biguanid 0,4 bis 2 Gew.-%, auf das Gewicht des Filtermediums bezogen,
beträgt.
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Das polymere Biguanid kann auf das
Filtermedium durch irgendein im Stand der Technik bekanntes Verfahren
aufgebracht werden. So kann das polymere Biguanid oder dessen Salz,
ist es ein Feststoff, dem Filtermedium durch Beimischen, wie beispielsweise
Rühren
oder Schütteln,
zugegeben und gleichförmig
darin verteilt werden. Bevorzugt wird das polymere Biguanid jedoch
dem Filtermedium aus einer Lösung
oder Dispersion in einem geeigneten flüssigen Medium zugegeben. Ist
das polymere Biguanid oder dessen Salz wasserlöslich, so ist das flüssige Medium
bevorzugt Wasser, und ist das polymere Biguanid in einer organischen Flüssigkeit
löslich,
so ist das flüssige
Medium bevorzugt ein organisches Lösungsmittel wie C1-4-Alkanole,
Ketone, Ether, Ester, aromatische und aliphatische Kohlenwasserstoffe,
einschließlich
halogenierter Derivate derselben. Falls erwünscht, kann das polymere Biguanid
auch aus einer Emulsion aufgebracht werden, bei der es sich um eine
Wasser-in-Öl-
oder Öl-in-Wasser-Emulsion
handeln kann. Wird das polymere Biguanid auf das Filtermedium als
Dispersion oder Emulsion aufgebracht, wird es bevorzugt mit Hilfe
eines geeigneten Dispergiermittels oder Emulgiermittels gleichmäßig durch
die kontinuierliche Phase hindurch verteilt. Ist das Filtermedium
ein synthetisches polymeres Kunststoffmaterial, so kann das polymere
Biguanid durch irgendein im Stand der Technik bekanntes Verfahren
wie das Beschichten von Granulat, Schnitzeln oder Flocken mit dem polymeren
Biguanid gleichmäßig durch
das Kunststoffmaterial hindurch verteilt werden. Wird das polymere
Biguanid aus einem flüssigen
Medium aufgebracht, so wird die Flüssigkeit bevorzugt durch Verdampfen
entfernt. Das beschichtete Granulat bzw. die beschichteten Schnitzel
oder Flocken können
durch geeignete Hitzebehandlung wie Schmelzextrusion und Schmelzspinnen
zu Folien oder Fasern verarbeitet werden. Es wird jedoch bevorzugt,
dass das polymere Biguanid auf die Oberfläche des Filtermediums aufgebracht
wird.
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Es wird besonders bevorzugt, dass
das Filtermedium Cellulosefasern umfasst und dass das polymere Biguanid
PHMB in Form seines Hydrochloridsalzes ist. Es wird auch bevorzugt,
dass das PHMB aus wässriger Lösung aufgebracht
wird.
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Bei einer erfindungsgemäßen Ausführungsform
umfasst das Luftfilter des Weiteren ein geruchhemmendes Mittel.
Wir haben festgestellt, dass die Anwesenheit eines geruchhemmenden
Mittels in Verbindung mit dem polymeren Bigunanid zum Hemmen von
Geruch dann besonders wirksam ist, wenn die Luft, die filtriert wird,
durch schlechtriechende Bestandteile kontaminiert ist. Beispiele
derartiger schlechtriechender Bestandteile umfassen Verbrennungsprodukte
wie Rauch, die aus Tabakerzeugnissen gebildet werden, Fette und
Fettverschmutzungen, die bei der Zubereitung von Speisen entstehen,
und gasförmige/flüchtige Emissionen,
die aus dem Handhaben und Verarbeiten von Chemikalien herrühren.
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Geeignete geruchhemmende Mittel umfassen
Altivkohle, Zeolithe, Cyclodextrine und Undecylensäuren sowie
Derivate derselben.
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Das geruchhemmende Mittel kann durch
jegliche brauchbare Methode in das Filter eingearbeitet werden,
beispielsweise durch eines der oben bezüglich des Einarbeitens des
polymeren Biguanids besprochenen Verfahren. Ein bevorzugtes Verfahren
besteht darin, das Filtermedium mit einer das geruchhemmende Mittel enthaltenden
Lösung
oder Dispersion zu imprägnieren.
Die das geruchhemmende Mittel enthaltende Lösung oder Dispersion kann vor,
nach oder gleichzeitig mit dem polymeren Biguanid eingebracht werden.
Es wird jedoch bevorzugt, dass bei Verwendung eines geruchhemmenden
Mittels es getrennt von dem das polymere Biguanid enthaltenden Medium
in das Filter eingearbeitet wird. Das lässt sich beispielsweise durch
Einarbeiten eines zusätzlichen
Filtermediums, das mit dem geruchhemmenden Mittel imprägniert ist,
in das Filter erzielen.
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Ein bevorzugtes Verfahren für das Einarbeiten
eines festen geruchhemmenden Mittels wie Aktivkohle besteht darin,
es als Schicht in das Filter einzuarbeiten.
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Bei einer bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung umfasst das Filtermedium ein oben beschriebenes
Filtermedium, das ein polymeres Biguanid und eine das geruchhemmende
Mittel enthaltende Schicht enthält.
Bevorzugt ist die das geruchhemmende Mittel enthaltende Schicht
zwischen einer inneren und einer äußeren Schicht eingebettet,
die eines oder mehrere der oben beschriebenen Filtermedien umfassen,
wobei mindestens eine oder bevorzugt beide der inneren und äußeren Schichten
das polymere Biguanid oder Salz desselben enthalten. Es wird besonders
bevorzugt, dass die inneren und äußeren Schichten
Cellulosefasern (insbesondere Baumwoll- oder Viskosevliesstoff)
umfassen, die mit PHMB (bevorzugt in Form seines Hydrochloridsalzes)
imprägniert
sind. Es wird auch besonders bevorzugt, dass das geruchhemmende
Mittel unter einer Aktivkohle und einem Cyclodextrin ausgewählt wird.
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Es ist bekannt, dass Mikroorganismen
in Anwesenheit eines organischen Nährstoffs und von Wasser wachsen
und sich vermehren und dass das Wachstum von Mikroorganismen durch
das Kontaktieren des Mikroorganismus mit einer biologisch aktiven
Verbindung gehemmt werden kann. Dieser Kontakt wird im Allgemeinen
durch Wasser vermittelt. Es ist nun festgestellt worden, dass das
Wachstum von Mikroorganismen im Filtermedium eines Umluft- und/oder
Luftumwälzsystems
unter "trockenen" Bedingungen ansteigt,
wobei diese sich vermehren, und durch Kontaktieren des Mikroorganismus
mit dem ein polymeres Biguanid enthaltenden Filtermedium unter "trockenen" Bedingungen gehemmt
werden kann. "Trockene" Bedingungen soll
Luft mit einer relativen Feuchte zwischen 20% und 80% bedeuten.
Das das polymere Biguanid enthaltende Filtermedium hat sich als
zum Hemmen von Gerüchen
und des Wachstums von Mikroorganismen dann besonders wirksam erwiesen,
wenn die relative Feuchte der Umluft 55% ± 15% beträgt.
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Wie oben bemerkt, ist festgestellt
worden, dass das Filtermedium, das das polymere Biguanid enthält, Gerüche in der
Luft, die durch ein das polymere Biguanid enthaltendes Filtermedium
zirkuliert, reduziert und/oder die Menge an in der Luft enthaltenen
Mikroorganismen verringert. Einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung
gemäß wird daher
ein Verfahren für
das Reduzieren von Gerüchen
und/oder in der Luft enthaltenen Mikroorganismen in der Umluft und/oder
Umwälzluft
bereitgestellt, wobei Luft durch ein Filtermedium geführt wird,
das ein polymeres Biguanid enthält.
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Wie oben erwähnt, kann das Wachstum von
Mikroorganismen auf oder in dem Luftfilter eines Umluft- und/oder
Umwälzluftsystems
wiederum die Wirksamkeit des Luftfilters entweder durch Hemmen der
Luftströmung
durch das Filter, das durch das Mikrobenwachstum und/oder den Abbau
des Filtermediums verursacht wird, reduzieren. Das Einarbeiten eines
polymeren Biguanids in das Luftfilter wirkt derartigen Effektivitätsverlusten
entgegen. Einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung entsprechend
wird ein Verfahren geboten für
das Schützen
des Filtermediums eines Umluft- und/oder Umwälzluftsystems gegen mikrobiellen
Angriff, wobei eine mikrobiologisch wirksame Menge eines polymeren
Biguanids oder Salzes desselben in das Filtermedium eingearbeitet
oder darauf aufgebracht wird.
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Das polymere Biguanid kann durch
herkömmliche,
im Stand der Technik bekannte Verfahren auf das Filtermedium aufgebracht
werden, wie sie beispielsweise oben mit Bezug auf die erste Ausgestaltung
der vorliegenden Erfindung besprochen worden sind.
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Die vorliegende Erfindung wird nun
durch folgende nicht einschränkende
Beispiele näher
veranschaulicht, bei denen alle Bezugnahmen auf Teile und Prozentsätze sich
auf das Gewicht beziehen, es sei denn, das Gegenteil ist angegeben.
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Beispiel 1
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Beispiel 1 beweist, dass Bakterien
in der Lage sind, ein "trockenes" Baumwoll-Filtermedium
unter feuchten Bedingungen zu überleben.
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Eine 24 Stunden-Kultur von Staphylococcus
aureus – Oxford-Stamm
(NCTC 6571) in Nährbouillon wurde
mit Hilfe eines Hämozytometers
gezählt
und mit physiologischer Kochsalzlösung auf 107 Zellen
pro ml verdünnt.
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Polypropylenkästchen (ca. 5 cm dicker Boden
und 6 cm hoch mit einem durchsichtigen Deckel) wurden sterilisiert
und mit einer 3 cm tiefen Schicht Vermiculit, das mit sterilem destilliertem
Wasser gesättigt
war, ge füllt.
In der so konstruierten Form funktionierte das System im Wesentlichen
wie eine Feuchtekammer.
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Um den Inokulumvorgang zu überprüfen, wurde
folgender Versuch durchgeführt.
Sieben festes Nähragar
enthaltende Petrischalen wurde auf die Oberfläche des gesättigten Vermiculits in jeder
der beiden Kammern gestellt. Die Deckel der Petrischalen wurden
abgenommen und die Deckel der Kammern dicht geschlossen. Die Deckel
der Feuchtekammern wiesen ein in eine kurze Seite eingeschnittenes
4 cm × 2
cm großes "Fenster" auf. Durch dieses "Fenster" wurde das Inokulum
mit Hilfe einer Druckluft-Spritzpistole eingesprüht. Auf das Beimpfen hin wurden
die "Fenster" dicht geschlossen
und die beiden Kammern 24 Stunden bei 37°C inkubiert. Am Ende dieser
Zeitspanne wurden die Agar-Petrischalen auf das Überleben und die Verteilung
des Inokulums hin beurteilt.
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Tabelle
1: Die Wirksamkeit des Aerosols als Impfmittel
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Die Ergebnisse in Tabelle 1 zeigen,
dass das Inokulum im Versuchsprotokoll gleichmäßig verteilt ist.
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Das Überleben von Mikroben auf einem
Luftfiltermedium aus Baumwolle in diesem System und die Auswirkung
seiner Position innerhalb der Feuchtekammer wurde dann wie folgt
beurteilt. Der Boden von fünf umgekehrten sterilen
Petrischalen wurde in gesättigtes
Vermiculit eingedrückt,
um eine trockene Plattform für die
Baumwolle zu bieten. Ein 5 cm2 (0,24 g)
großes
Stück unbehandelte
Baumwolle wurde auf jeden Petrischalenboden gegeben und der Deckel
der Kammer dicht geschlossen. Es wurden jeweils zwei Kammer vorbereitet.
Die Kammern wurden dann wie oben beschrieben beimpft, geschlossen
und eine Stunde bei Raumtemperatur inkubiert. Die Kammern wurden
daraufhin geöffnet
und die Baumwollstücke
auf eine von zwei Weisen behandelt:
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Verdünnungszählung – Jedes der fünf Baumwollstücke wurde
in 10 ml Inaktivierungsflüssigkeit
(2% Polysorbat plus 0,3% Azolektin-Inaktivierungsflüssigkeit
für PHMB)
eingelegt und eine Serienverdünnungs-Gießplattenzählung wurde
mit physiologischer Kochsalzlösung
in Nähragar
durchgeführt.
Diese Platten wurden daraufhin 24 Stunden bei 37°C inkubiert.
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Auflegemethode – Jedes der fünf Baumwollstücke wurde
auf die Oberfläche
von Nähragar
aufgelegt und noch mehr geschmolzenes Agar daraufgegossen, bis sie
vollständig
bedeckt waren. Diese Platten wurden ebenfalls 24 Stunden bei 37°C inkubiert.
Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 gezeigt.
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Tabelle
2: Das Überleben
von Staphylococcus aureus auf Baumwolle:
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- KBE
- koloniebildende Einheiten
- -
- keine Kolonien sichtbar
- +
- ein paar Kolonien
sichtbar
- ++
- mäßige Anzahl von Kolonien
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Die in Tabelle 2 aufgeführten Ergebnisse
zeigen, dass Mikroorganismen in der Lage sind, auf einem "trockenen" Substrat in der
Feuchtekammer zu überleben
und bestätigen,
dass das Inokulum gleichmäßig durch
die Kammer hindurch verteilt ist.
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Beispiel 2
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Beispiel 2 beweist die Fähigkeit
eines mit 1% PHMB-Hydrochlorid
behandelten Baumwollfitriermediums, Bakterien im Vergleich mit einer
unbehandelten Kontrollprobe zu hemmen.
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Vier Feuchtekammern und ein 107-Zellen/ml-Inokulum von Staphylococcus aureus
wurden wie in Beispiel 1 beschrieben vorbereitet. Drei Proben unbehandelte
Baumwolle (5 cm2) und drei Proben Baumwolle,
die in eine Lösung
von PHMB-Hydrochlorid getaucht und an der Luft getrocknet worden
waren, wurden auf den Boden von sechs umgekehrten Petrischalen in
jeder Kammer aufgegeben. Jede Kammer wurde beimpft und wie in Beispiel
1 beschrieben inkubiert. In Zeitabständen von 15 Minuten, 1 Stunde
und 4 Stunden wurden jeweils zwei unbehandelte und behandelte Baumwollstücke herausgenommen.
Die Baumwollstücke
wurden wie in Beispiel 1 unter Verdünnungszählung und Auflegemethode beschrieben
behandelt.
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Tabelle
3. Vergleich von mit PHMB behandelter Baumwolle mit unbehandelter
Baumwolle
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- +
- weniger als 20 Kolonien
- ++
- mittelmäßiges Wachstum
- +++
- dichtes Konfluenzwachstum
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Die in Tabelle 3 gezeigten Ergebnisse
beweisen, dass PHMB auf ein Baumwoll-Luftfiltermedium aufgeimpftes
Staphyloccocus aureus wirksam ausmerzt.
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Beispiel 3
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Diese Versuche zeigen die antimikrobielle
Wirkung eines mit PHMB-Hydrochlorid behandelten Luftfiltermediums
bei der Beurteilung durch ein alternatives Protokoll.
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Eine Bakterienzellensuspension von
Staphyloccocus aureus wurde in steriler Kochsalzlösung unter Erzielung
einer Nennendkonzentration von 106 Zellen/ml
Suspension zubereitet. Aliquote Anteile (0,1 ml) der Zellsuspension
wurden einzeln über
die Oberfläche
von acht Nähragarplatten
gestrichen und man ließ die
Platten unter sterilen Bedingungen trocknen. Vier unbehandelte Baumwollstücke (2,5
cm2) und vier in 1% PHMB-Hydrochlorid getauchte
und an der Luft getrocknete Baumwollstücke wurden einzeln daraufgelegt
(ein Stück/Platte).
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Nach Kontaktzeiten von 0, 15 Minuten,
1 Stunde und 4 Stunden wurde ein unbehandeltes und ein behandeltes
Baumwollstück
von den Agarflächen
abgenommen. Nachdem alle Baumwollstücke abgenommen worden waren,
wurden die Platten 48 Stunden bei 37°C inkubiert und die Stellen,
an denen die Baumwolle mit der Agarfläche in Kontakt gestanden hatte,
wurden auf lebensfähige
Kolonien von Staphyloccocus aureus untersucht.
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Ein Bakterienwachstum erfolgte an
den Stellen, die mit unbehandelter Baumwolle in Kontakt gewesen waren.
Während
aller Kontaktzeiten wurde das Bakterienwachstum an den Stellen der
Agarfläche
unterbunden, die in Kontakt mit der mit PHMB behandelten Baumwolle
gewesen waren.
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Die Testergebnisse zeigen, dass unter
den Bedingungen dieser Agarkontaktmethode:
- a)
ein unbehandeltes Baumwoll-Filtermedium das Wachstum von Staphyloccocus
aureus nicht verhindert,
- b) ein mit einer 1%igen Lösung
von PHMB behandeltes Baumwoll-Filtermedium eine bakterizide Aktivität gegen
Staphyloccocus aureus aufweist.
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Beispiel 4
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Ein Luftfiltermedium wurde mit einer
wässrigen
Lösung
von 0,4% PHMB-Hydrochlorid getränkt
und man ließ es
trocknen. Die Probe wurde dazu verwendet, zwei Luftfilter anzufertigen,
von denen eines im unbenutzten Zustand aufbewahrt und das andere
zwei Wochen in einer Luftreinigungsmaschine in einem Büro angewendet
wurde. Beide Proben wurden auf den Grad ihrer Kontamination sowohl
durch Bakterien als auch Pilze im Vergleich zu nicht mit PHMB-Hydrochlorid
behandelten Kontrollen durch folgendes Protokoll beurteilt.
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Kleine Proben wurden aus jedem Filter
ausgeschnitten und zum Erfassen von Bakterien auf Nähragar und
zum Erfassen von Pilzen auf Malzagar gelegt. Das Nähragar wurde
48 Stunden bei 37°C
und das Malzagar 7 Tage bei 25°C
inkubiert.
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Tabelle
4: Kontaminierung durch Bakterien
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Tabelle
5: Kontaminierung durch Pilze
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Tabellen 4 und 5 zeigen, dass ein
mit PHMB behandeltes Luftfiltermedium in der Lage ist, das Wachstum
von Pilzen und Bakterien sowohl vor als auch nach der Verwendung
zu hemmen.
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Beispiel 5
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Beurteilung der in Beispiel 4 beschriebenen
Proben durch einen in der Industrie anerkannten Test, d. h. die
AATCC-Testmethode 147. Eine Kultur von Staphyloccocus aureus wurde über Nacht
in Nährbouillon
gezüchtet
und im Verhältnis
von 1 : 10 mit sterilem Wasser verdünnt. Impfschleifen wurden mit
Inokulum beladen und 5 ca. 60 mm lange Streifen wurden im Abstand
von 10 mm über
die Oberfläche
einer Nähragar
enthaltenden Petrischale aufgetragen. Dabei wurde vorsichtig vorgegangen,
um die Agarfläche
nicht aufzureißen
und die Schleifen wurden nicht von Neuem befällt. Man ließ die Platten
unter sterilen Bedingungen an der Luft trocknen. 25 × 65 mm
große
Streifen des Filtermediums wurden unter aseptischen Bedingungen
quer über
die 5 Streifen gelegt und mit einer sterilen Schleife vorsichtig
auf die Agaroberfläche
aufgedrückt.
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Die Platten wurden 24 Stunden bei
37°C inkubiert
und das Bakterienwachstum auf dem Filter und in der das Filter umgebenden
Hemmungszone beurteilt.
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Tabelle
6. AATCC 147-Test mit S. aureus
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Ein mit PHMB behandeltes Luftfiltermedium
hemmt daher das Wachstum von S. aureus sowohl vor als auch nach
der Verwendung in einem Umwälzluftsystem
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Beispiel 6
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Vergleich der antimikrobiellen Wirksamkeit
eines mit PHMB behandelten Luftfiltermediums mit einem mit 3(Trimethoxysilyl)propyloctadecyl-dimethylammoniumchlorid
behandelt unter Zuhilfenahme einer in der Industrie bewährten industriellen
Prüfmethode,
d. h. der AATCC-Testmethode 30.
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Eine Fruchtkultur von Aspergillus
niger wurde mit einem sterilen Wattestäbchen zur Abnahme von Sporen
abgetupft. Die Sporen wurden in einem 50 ml steriles Wasser und
ein paar Glasperlen enthaltenden Erlenmeyerkolben dispergiert. 1
ml der Sporendispersion wurde mit einer Pipette auf die Oberfläche einer
Czapek Dox-Agar enthaltenden Petrischale aufgetragen. Eine (2,5 × 2,5 cm
große)
Probe wurde auf die Oberfläche
des beimpften Agars aufgegeben. Weitere 0,2 ml der Sporensuspension
wurden mit einer Pipette auf die Oberfläche der Probe aufgebracht.
Die inokulierten Platten wurden 7 Tage im Dunkeln bei 25°C inkubiert.
Das Pilzwachstum wurde beurteilt. Drei Proben wurden bewertet: unbehandelte
Baumwolle; Baumwolle, die durch Eintauchen mit 0,25% PHMB behandelt
worden war und die man trocknen ließ; Baumwolle, die durch Tränken mit
0,55% 3(Trimethoxysilyl)propyloctadecyldimethylammoniumchlorid behandelt
worden war und die man trocknen und sich bei 100–120°C aushärten ließ.
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Tabelle
7. Die Aktivität
von PHMB im Vergleich mit einem 3(Trimethoxysilyl)propyloctadecyl-dimethylammoniumchlorid
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Beispiel 7. Die Wirksamkeit
eines mit PHMB behandelten, in einem Krankenhausumfeld benutzten
Luftfiltriermediums
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Luftfilter wurden auf einer Station
mit freier Besuchszeit im Macclesfield General Hospital in England installiert
und betrieben, um die Wirksamkeit eines mit PHMB behandelten Luftfilters
im Vergleich mit einem unbehandelten Filter zu prüfen.
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Die bei den Tests verwendeten Filtermedien
bestanden aus einer Schicht Aktivkohle, die zwischen zwei Schichten
Baumwollgewebe eingebettet war. Die behandelten Filter wurden mit
PHMB durch Aufbringen einer gleichmäßigen Beschichtung aus einer
20%igen Lösung
von PHMB-Hydrochlorid auf den Baumwollstoff auf der Lufteintragseite
des Filtermediums, gefolgt von Trocknen an der Luft, behandelt.
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Luftproben wurden an verschiedenen
Stellen der Station gezogen, wobei eine Luftreinigungs-Filtereinheit
entweder mit einem Standardfilter oder einem mit PHMB behandelten
Filter betrieben wurde. Die Wirkung der Filter auf die in der Luft
enthaltene Mikrobenpopulation wurde mit Hilfe des folgenden Protokolls
beurteilt.
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Bestimmung
der Mikrobenpopulation der Luft
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Die Anzahl kultivierbarer Mikroorganismen
in einem bekannten Volumen Luft, aus der auf der Krankenhausstation
Proben gezogen worden waren, wurde mit Hilfe eines M Air T-Luft-Probenahmegeräts bestimmt.
Das Luft-Probenahmegerät wurde
vorher so eingestellt, dass eine Probe von 1000 Litern (1 Kubikmeter)
Luft gezogen wurde, was ca. 5 Minuten dauerte. Die aufgefangene
Luft wurde über
Tryptonsoja-Agar, einem Allzweckagar, geleitet, das das Wachstum
einer umfangreichen Reihe von Mikroorganismen gestattet. Die beimpften
Platten wurden daraufhin 4 Tage bei Raumtemperatur inkubiert, bevor
sie visuell beurteilt und die Bakterienkolonien gezählt wurden.
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Das Luft-Probenahmegerät wurde
für jeden
Satz Luftproben an den gleichen Stellen innerhalb der Station aufgestellt
und vor Ziehen der Luftprobe 7 Tage ununterbrochen in Betrieb gelassen.
Um eventuelle Auswirkungen des Filters vor Durchführung der
Tests vorübergehen
zu lassen, ließ man
zwei bis drei Tage zwischen den einzelnen Abschnitten des Tests
verstreichen. Für
jedes Filter wurden zwei Luftproben gezogen und jeder Test wurde
wiederholt. Die Durchschnittswerte für die vier Messungen sind in
Tabelle 8 gezeigt:
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Tabelle
8: Mikrobenzahl in der Luft (Mikroorganismen pro Kubikmeter Luft)
in Filtern nach 7 Tage langem Dauerbetrieb
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Tabelle 8 zeigt deutlich, dass mit
PHMB behandelte Filter die Anzahl der in der Luft enthaltenen Mikroben
im Vergleich mit unbehandelten Filtern um ca. 60% reduzierten.
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Anzahl der pro Gramm benutztes
Filter entfernten Mikroorganismen
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Proben der oben beschriebenen behandelten
und unbehandelten Filter von verschiedenen Stellen im Krankenhaus
wurden auf den Grad ihrer Kontamination durch Bakterien nach 7 und
10 Tagen Dauerbenutzung durch folgendes Protokoll beurteilt.
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Kleine Proben wurden aus jedem Filter
ausgeschnitten, auf Tryptonsoja-Agar gelegt und 4 Tage bei Raumtemperatur
inkubiert. Die Bakterienzahl pro Gramm Filter ist in Tabelle 9 gezeigt.
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Tabelle
9: Bakterienzahl pro Gramm benutztes Filtermedium
-
- "-"
- in Tabelle 9 bedeutet,
dass die Bestimmung der Bakterienzahl nicht stattgefunden hat.
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Tabelle 9 zeigt, dass die Anzahl
der Bakterien auf dem mit PHMB behandelten Filtermedium im Vergleich
mit derjenigen auf einem unbehandelten Filtermedium um ca. 98% reduziert
worden ist.