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Die Erfindung betrifft einen Scherkopf
mit einem Schneidglied, das eine Schneidkante zum Schneiden von
aus der Haut heraus wachsenden Haaren aufweist, und einem Haarmanipulator,
der, in einer Scherrichtung des Scherkopfes gesehen, vor der Schneidkante
angeordnet ist und der in einer nahezu parallel zur Schneidkante
verlaufenden Richtung angetrieben werden kann, um die Haare in einer Richtung
nahezu parallel zur Schneidkante zu bewegen.
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Die Erfindung betrifft auch einen
Elektrorasierer mit einem Scherkopf und einer Antriebseinheit, wobei
der Scherkopf mit einem Schneidglied versehen ist, das eine Schneidkante
zum Schneiden von aus der Haut heraus wachsenden Haaren aufweist, und
einem Haarmanipulator, der, in einer Scherrichtung des Scherkopfes
gesehen, vor der Schneidkante angeordnet ist und der mit Hilfe der
Antriebseinheit in einer Richtung nahezu parallel zur Schneidkante bewegt
werden kann, um die Haare in einer Richtung nahezu parallel zur
Schneidkante zu bewegen.
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Ein Scherkopf und ein Elektrorasierer
der eingangs genannten Art sind aus EP-B-0 855 256 bekannt. Das
Schneidglied des bekannten Scherkopfes und der bekannte Elektrorasierer
umfassen eine gerade Schneidkante, die senkrecht zur Scherrichtung verläuft und
in dem Scherkopf bei einer festen Position angeordnet ist. Der Haarmanipulator
umfasst einen Kamm, der parallel zur Schneidkante angeordnet ist,
mit Zähnen,
die im Wesentlichen senkrecht zur Schneidkante verlaufen. Im Betrieb
werden in einer Richtung parallel zur Schneidkante mittels der Antriebseinheit
relativ zu dem Schneidglied hin und her gehende Verlagerungen des
Haarmanipulators erzeugt. Wenn ein Benutzer den Scherkopf in der Scherrichtung über das
Haar bewegt, werden die Haare zuerst zwischen den Zähnen des
Haarmanipulators eingefangen. Die Zähne haben verhältnismäßig kleine
Zwischenräume,
sodass von dem Haarmanipulator Hin- und Herbewegungen der Haare
in einer Richtung nahezu parallel zur Schneidkante erzeugt werden
und die Haare entlang der Schneidkante beim Schneiden hin und her
bewegt werden. Infolgedessen wird eine in der Scherrichtung zum
Durchschneiden der Haare erforderliche Schneidkraft erheblich verringert, wodurch
die Rasierleistung und der Rasierkomfort, den der Scherkopf bietet,
erheblich verbessert werden. Der Haarmanipulator bietet auch einen
Schutz der Haut gegen Hautbeschädigung
und Hautreizung. Weil der Scherkopf über der Haut in der Scherrichtung
verlagert wird, wird die Haut direkt vor der Schneidkante in einer
Richtung parallel zur Scherrichtung mittels der Zähne des Haarmanipulators
gedehnt, sodass verhältnismäßig große Hautfalten
vor der Schneidkante, die Schnittwunden bewirken könnten, großenteils
verhindert werden. Infolge der genannten Hin- und Herbewegungen
des Haarmanipulators wird die Haut auch vor der Schneidkante parallel
zur Schneidkante gedehnt, sodass auch verhältnismäßig kleine Hautfalten zwischen
den Zähnen
des Haarmanipulators, die kleinere Hautbeschädigungen oder Hautreizung verursachen
könnten,
großenteils
verhindert werden.
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Ein Nachteil des bekannten Scherkopfes
und des bekannten Elektrorasierers ist, dass der dabei verwendete
Haarmanipulator Schnittwunden und Hautreizung nicht vollständig verhindert.
Es gibt nämlich
nur eine begrenzte Reibungskraft zwischen dem Haarmanipulator und
der Haut, mit der Folge, dass der Haarmanipulator zum großen Teil
während der
genannten hin und her gehenden Verlagerungen über die Haut gleitet. Der Haarmanipulator
dehnt die Haut nur in einem begrenzten Ausmaß parallel zur Schneidkante,
sodass Hautfalten vor der Schneidkante nicht vollständig verhindert
werden.
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Der Erfindung liegt als Aufgabe zugrunde,
einen Scherkopf und einen Elektrorasierer der eingangs erwähnten Art
zu verschaffen, mit denen die Haut direkt vor der Schneidkante besser
gedehnt wird, sodass der oben genannte Nachteil des bekannten Scherkopfes
und des bekannten Elektrorasierers weitgehend vermieden wird.
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Zur Lösung dieser Aufgabe ist ein
erfindungsgemäßer Scherkopf
dadurch gekennzeichnet, dass das Schneidglied in einer Richtung
parallel zur Schneidkante angetrieben werden kann, sodass das Schneidglied
und der Haarmanipulator, parallel zur Schneidkante gesehen, sich
im Betrieb für
längere Zeit
in entgegengesetzte Richtungen bewegen als in gleiche Richtungen.
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Zur Lösung dieser Aufgabe ist ein
erfindungsgemäßer Elektrorasierer
dadurch gekennzeichnet, dass der darin verwendete Scherkopf ein erfindungsgemäßer Scherkopf
ist.
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Da das Schneidglied in einer Richtung
parallel zur Schneidkante angetrieben werden kann, liegt zwischen
dem Schneidglied und der Haut infolge von Verlagerungen des Schneidgliedes
relativ zur Haut in der genannten Richtung eine Reibkraft vor, die
par allel zur Schneidkante gerichtet ist. Die Folge ist, dass die
direkt vor der Schneidkante liegende Haut nicht nur von dem Haarmanipulator,
sondern auch von dem Schneidglied in einer Richtung parallel zur Schneidkante
gedehnt wird. Da das Schneidglied und der Haarmanipulator sich,
parallel zur Schneidkante gesehen, im Betrieb für längere Zeit in entgegengesetzte
Richtungen bewegen als in gleiche Richtungen, haben die Reibkräfte, die
von dem Schneidglied und dem Haarmanipulator auf die sich direkt
vor der Schneidkante befindende Haut ausgeübt werden, während einer
zuvor bestimmten Zeitdauer häufiger
entgegengesetzte Richtungen als gleiche Richtungen. Da die Angriffspunkte
der Reibkräfte
des Schneidgliedes und des Haarmanipulators auf die Haut auf Abstand
voneinander liegen, wird eine Schubspannung , die infolge der Reibkraft
des Haarmanipulators in der direkt vor der Schneidkante liegenden
Haut vorhanden ist, durch die Reibkraft des Schneidgliedes vergrößert, wenn über die
genannte Zeitdauer gemittelt wird. Das Schneidglied verstärkt somit
die Dehnwirkung, die von dem Haarmanipulator auf die direkt vor
der Schneidkante vorhandene Haut ausgeübt wird, sodass Hautfalten
direkt vor der Schneidkante weiter begrenzt werden und Schnittwunden
und Hautreizung in stärkerem Maße verhindert
werden. Ein zusätzlicher
Vorteil ist, dass die Haare während
des Schneidens, parallel zur Schneidkante gesehen und über eine
zuvor bestimmte Zeitdauer gemittelt, relativ zur Schneidkante mit
höherer
Geschwindigkeit verlagert werden, sodass die in der Schneidrichtung
erforderliche Schneidkraft zum Schneiden der Haare weiter verringert
wird. Da der Haarmanipulator und das Schneidglied beide in einer
Richtung parallel zur Schneidkante angetrieben werden können, d.
h. in einer Richtung senkrecht zur Scherrichtung, haben eine zwischen dem
Haarmanipulator und der Haut vorhandene Reibkraft und eine zwischen
dem Schneidglied und der Haut vorhandene Reibkraft in einer Richtung
parallel zur Scherrichtung nur verhältnismäßig kleine Komponenten, sodass
der Benutzer bei der Verlagerung des Scherkopfes in Scherrichtung über der
Haut nur eine verhältnismäßig geringe
Reibkraft erfährt. Dadurch
wird der Rasierkomfort weiter verbessert.
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Eine spezielle Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Scherkopfes
ist dadurch gekennzeichnet, dass das Schneidglied und der Haarmanipulator,
parallel zur Schneidkante gesehen, in Schwingbewegungen mit der
gleichen Frequenz und einer gegenseitigen Phasendifferenz zwischen
90° und
270° angetrieben
werden können.
Wenn das Schneidglied und der Haarmanipulator Schwingbewegungen
mit einer gegenseitigen Phasendifferenz zwischen 90° und 270° ausführen, werden
sich das Schneidglied und der Haarmanipulator, über einen Zyklus der Schwingbewegung
gesehen, häufiger
in entgegen gesetzten Richtungen als in gleichen Richtungen parallel
zur Schneidkante bewegen, sodass die einander verstärkenden
Dehnwirkungen des Haarmanipulators und des Schneidgliedes auf die sich
direkt vor der Schneidkante befindende Haut mit Hilfe von Bewegungen
des Haarmanipulators und des Schneidgliedes verschafft werden, die
in einfacher Weise realisiert werden können.
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Eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Scherkopfes
ist dadurch gekennzeichnet, dass die Phasendiffernz nahezu gleich 180° ist. Wenn
das Schneidglied und der Haarmanipulator Schwingbewegungen in einer
Richtung parallel zur Schneidkante mit einer gegenseitigen Phasendifferenz
von 180° ausführen, werden
das Schneidglied und der Haarmanipulator sich ständig in zueinander entgegengesetzten
Richtungen bewegen, sodass die einander verstärkenden Dehnwirkungen des Haarmanipulators
und des Schneidgliedes auf die direkt vor der Schneidkante vorhandene
Haut maximal sind. Die Tatsache, dass sich das Schneidglied und
der Haarmanipulator ständig
in entgegengesetzten Richtungen bewegen, bedeutet, dass Massenkräfte, die
von dem Schneidglied und dem Haarmanipulator infolge der Schwingbewegungen
auf den Scherkopf ausgeübt
werden, bei geeignet gewählten Werte
der verschiebbaren Massen des Schneidgliedes und des Haarmanipulators
einander kompensieren, sodass der Scherkopf nahezu vibrationsfrei
ist.
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Noch eine weitere Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Scherkopfes
ist dadurch gekennzeichnet, dass die Phasendifferenz ungefähr 135° oder ungefähr 225° ist. Bei
dieser noch weiteren Ausführungsform
wird nicht nur eine erhebliche Verbesserung der einanderen verstärkenden
Dehnungswirkungen des Haarmanipulators und des Schneidgliedes auf
die direkt vor der Schneidkante vorhandene Haut erreicht, sondern
es tritt auch eine erhebliche Wahrscheinlichkeit eines vorübergehenden
Einklemmens der Haare zwischen dem Haarmanipulator und dem Schneidglied
auf. Ein solches vorübergehendes Einklemmen
hat zur Folge, dass Haare zunächst
aus der Haut über
einen gewissen Abstand herausgezogen werden, bevor die Haare von
dem Schneidglied durchgeschnitten werden. Hierdurch wird eine erreichbare
Hautglätte
wesentlich erhöht.
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Ausführungsbeispiele der Erfindung
sind in der Zeichnung dargestellt und werden im Folgenden näher beschrieben.
Es zeigen:
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1 schematisch
einen erfindungsgemäßen Elektrorasierer,
der mit einem erfindungsgemäßen Scherkopf
versehen ist,
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2 eine
schematische Draufsicht eines Teils des Scherkopfes des Elektrorasierers
von 1,
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3 schematisch
eine Dehnwirkung, die von einem Haarmanipulator und einem Schneidglied des
Scherkopfes des Elektrorasierers von 1 auf die
vor dem Schneidglied vorhandene Haut ausgeübt wird,
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4 eine
schematische Draufsicht eines Teils einer alternativen Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Scherkopfes
und
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5 die
Geschwindigkeiten, mit denen ein Schneidglied und ein Haarmanipulator
des Scherkopfes von 4 parallel
zu einer Schneidkante des Schneidgliedes verlagert werden.
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Der in 1 gezeigte
erfindungsgemäße Elektrorasierer
umfasst ein Gehäuse 3,
an dem ein Scherkopf 5 gemäß der Erfindung mit Hilfe von
Befestigungsmitteln 7, die der Einfachheit halber in 1 nur schematisch dargestellt
sind und von einer an sich bekannten üblichen Art sein können, lösbar befestigt
ist. In dem Gehäuse 3 befinden
sich ein Elektromotor 9, eine Batterie 11 zum
Speisen des Motors 9 und eine elektrische Reglereinheit 13 zum Regeln
des Motors 9. Der Motor 9 kann mit Hilfe eines
auf dem Gehäuse 3 vorgesehenen
Schalters 15 ein- und ausgeschaltet werden.
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Wie in 1 und 2 gezeigt, ist der Scherkopf 5 mit
einem Schneidglied 17 versehen, das in der dargestellten
Ausführungsform
plattenförmig
und mit einer geraden Schneidkante 19 versehen ist, um
aus der Haut 21 herauswachsende Haare zu schneiden. Die
Schneidkante 19 verläuft
nahezu parallel zu einer X-Richtung, die senkrecht zu einer Scherrichtung
Y des Scherkopfes liegt, in der der Scherkopf 5 über die Haut 21 verlagert
werden muss. Der Scherkopf 5 umfasst weiterhin einen Haarmanipulator 23,
der in der dargestellten Ausführungsform
mit einem Kamm 25 versehen ist. Der Kamm 25 hat
Zähne 27,
die nahezu senkrecht zur Schneidkante 19 verlaufen und
die, parallel zur Scherrichtung Y gesehen, mit regelmäßigen Zwischenräumen direkt
vor der Schneidkante 19 angeordnet sind. Es sei bemerkt,
dass die Zähne 27 über nahezu
die gesamte Länge
der Schneidkante 19 vorhanden sind, aber dass in 2 der Einfachheit halber
nur einige wenige Zähne 27 zu
sehen sind.
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Wie 1 zeigt,
ist das Schneidglied 17 auf einem ersten Träger 29 angebracht
und der Kamm 25 auf einem zweiten Träger 31. Der erste
Träger 29 und
der zweite Träger 31 sind,
parallel zur X-Richtung gesehen, relativ zu einem Rahmen 33 des Scher kopfes 5 verlagerbar
geführt,
und sind hierzu mit ersten Führungselementen 35, 37 bzw.
zweiten Führungselementen 39, 41 versehen,
um mit ersten parallel zur X-Richtung verlaufenden Führungskanälen 43, 45 bzw.
zweiten parallel zur X-Richtung verlaufenden Führungskanälen 47, 49,
die im Rahmen 33 vorgesehen sind, zusammenzuwirken. Die
beiden Träger 29 und 31 können in
Richtungen parallel zur X-Richtung mittels einer Antriebseinheit 51 des
Elektrorasierers 1 angetrieben werden, wobei die Einheit teilweise
in dem Gehäuse 3 und
teilweise in dem Scherkopf 5 angeordnet ist und den genannten
Motor 9 umfasst. Die Antriebseinheit 51 umfasst
weiterhin eine Abtriebswelle 53 des Motors 9,
eine erste Kupplungsscheibe 55, die in Bezug auf die Abtriebswelle 53 konzentrisch
angeordnet ist, einen ersten Antriebsstift 57, der in Bezug
auf die Abtriebswelle 53 exzentrisch angeordnet ist, eine
zweite Kupplungsscheibe 59, die in Bezug auf die Abtriebswelle 53 konzentrisch
angeordnet ist und einen zweiten Antriebsstift 41, der
in Bezug auf die Abtriebswelle 53 exzentrisch angeordnet
ist. Die Abtriebswelle 53, die beiden Kupplungsscheiben 55 und 59 und
die zwei Antriebsstifte 57 und 61 sind, in einer
Drehrichtung des Motors 9 gesehen, in Bezug aufeinander
an festen Positionen angeordnet, wobei der erste Antriebsstift 57 lösbar mit
der ersten Kupplungsscheibe 55 gekoppelt ist, um ein Abnehmen
des Scherkopfes 5 vom Gehäuse 3 zu ermöglichen.
Der erste Antriebsstift 57 und der zweite Antriebsstift 61 arbeiten
mit einem in dem zweiten Träger 31 vorhandenen
ersten Schlitz 63 bzw. einem in dem ersten Träger 29 vorhandenen
zweiten Schlitz 65 zusammen. Der erste Schlitz 63 und
der zweite Schlitz 65 verlaufen in Richtungen senkrecht
zur X-Richtung und haben eine Breite, parallel zur X-Richtung gesehen,
die nahezu einem Durchmesser des ersten Antriebsstiftes 57 bzw.
des zweiten Antriebsstiftes 61 entspricht. Eine Drehung
der Abtriebswelle 53 des Motors 9 wird dadurch
in Schwingbewegungen des Schneidgliedes 17 und des Haarmanipulators 23 relativ
zum Rahme3n 33 des Scherkopfes 5 in Richtungen
parallel zur X-Richtung umgewandelt. Wie 2 zeigt, sind die beiden Antriebsstifte 57 und 61 bei
der dargestellten Ausführungsform
in Bezug auf eine Mittellinie 67 der Abtriebswelle 53 diametral
entgegengesetzt angeordnet, sodass bei der dargestellten Ausführungsform
zwischen den Schwingbewegungen des Schneidgliedes 17 und
des Haarmanipulators 23 eine Phasendifferenz von 180° vorliegen
wird.
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Die Schwingbewegungen des Schneidgliedes 17 und
des Haarmanipulators 23 haben in der dargestellten Ausführungsform
eine Frequenz von ungefähr
100 Hz und eine Amplitude von einigen zehntel Millimetern. Da ein
zwischen dem Schneidglied 17 und der Haut 21 vorhandener
Reibungskoeffizient und ein zwischen dem Haarmanipulator 23 und
der Haut 21 vorhandener Reibungskoeffizient begrenzte Werte
haben, werden das Schneidglied 17 und der Haarmanipulator 23 infolge
der Schwingbewegungen über
die Haut 21 gleiten, parallel zur X-Richtung gesehen, wobei
zwischen dem Schneidglied 17 und der Haut 21 parallel
zur X-Richtung eine maximale Reibkraft F1 und
zwischen dem Haarmanipulator 23 und der Haut 21 parallel
zur X-Richtung eine maximale Reibkraft F2 vorhanden
ist. Da zwischen den Schwingbewegungen des Schneidgliedes 17 und
des Haarmanipulators 23 eine Phasendifferenz von 180° vorliegt,
werden sich das Schneidglied und der Haarmanipulator 23,
parallel zur X-Richtung gesehen, ständig in entgegengesetzten Richtungen bewegen,
sodass die genannten Reibkräfte
F1 und F2 ständig entgegengesetzt
gerichtet sind, wie in 3 schematisch
dargestellt ist. Wenn ein Benutzer des Elektrorasierers 1 den
Scherkopf 5 in Scherrichtung Y über die Haut 21 bewegt,
wird die direkt vor der Schneidkante 19 vorhandene Haut
parallel zur Scherrichtung Y gedehnt, indem die Zähne 27 des Haarmanipulators 23 parallel
zur Scherrichtung Y über
die Haut 21 gleiten. Dadurch werden verhältnismäßig große Hautfalten
direkt vor der Schneidkante 19 verhindert, sodass Schnittwunden
in solche Hautfalten verhindert werden. Da die Zähne 27 des Haarmanipulators 23 auch
parallel zur X-Richtung infolge der genannten Schwingbewegungen
des Haarmanipulators 23 über die Haut 21 gleiten,
wird die direkt vor der Schneidkante 19 vorhandene Haut
auch parallel zur X-Richtung gedehnt. Hierdurch werden verhältnismäßig kleine
Hautfalten, die sich zwischen den Zähnen 27 des Haarmanipulators 23 befinden und
die durch Kontakt mit der Schneidkante 19 kleinere Schnittwunden
oder Hautreizung verursachen, ebenfalls verkleinert. Das Schneidglied 17 hat
auch auf die direkt vor der Schneidkante 19 vorhandene Haut
parallel zur X-Richtung eine Dehnwirkung, weil das Schneidglied 17 infolge
der genannten Schwingbewegung auch parallel zur X-Richtung über die
Haut 21 gleitet. Da die Reibkräfte F1 und
F2 entgegengesetzte Richtungen haben und
die Angriffspunkte der Reibkräfte
F1 und F2, parallel
zur Scherrichtung Y gesehen, in einem geringen Abstand voneinander
liegen, d. h. zu beiden Seiten der direkt vor der Schneidkante 19 vorhandenen
Haut, führen
die Reibkräfte
F1 und F2 zu einer
verhältnismäßig großen Schubspannung σ in der direkt
vor der Schneidkante 19 vorhandenen Haut, wie in 3 schematisch dargestellt.
Die Schwingbewegung des Schneidgliedes 17 verstärkt somit
die Dehnwirkung der Schwingbewegung des Haarmanipulators 23 auf
die direkt vor der Schneidkante 19 vorhandene Haut. Da
die direkt vor der Schneidkante 19 vorhandene Haut somit stark
gedehnt wird, werden Hautfalten zwischen den Zähnen 27 des Manipula tors 23 nahezu
vollständig verhindert,
sodass Schnittwunden und Hautreizung auch nahezu vollständig verhindert
werden.
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Der erfindungsgemäße Elektrorasierer 1 hat den
weiteren Vorteil, dass Schneidkräfte,
die in einer Richtung parallel zur Scherrichtung zum Abschneiden
der Haare notwendig sind, infolge der Schwingbewegungen des Schneidgliedes 17 und
des Haarmanipulators 23 in verhältnismäßig hohem Ausmaß verringert
werden. Wenn der Benutzer den Scherkopf 5 in Scherrichtung
Y über
die Haut 21 bewegt, werden die Haare zwischen den Zähnen 27 des
Haarmanipulators 23 eingefangen und von den Zähnen 27 des
Haarmanipulators 23 parallel zur X-Richtung mitgenommen,
sodass die Haare entlang der Schneidkante 19, parallel
zur X-Richtung gesehen, hin und her bewegt werden. Hierzu befindet
sich zwischen den Zähnen 27 jedes
Mal ein verhältnismäßig kleiner Zwischenraum
von beispielsweise zwischen 0,1 mm und 0,4 mm. Da das Schneidglied 17 parallel
zur X-Richtung gesehen
in einer der Richtung des Haarmanipulators 23 entgegengesetzten
Richtung ständig
verlagert wird, ergibt sich zwischen der Schneidkante 19 und
den durchzuschneidenden Haaren parallel zur X-Richtung gesehen ein
verhältnismäßig großer Geschwindigkeitsunterschied.
Daher hat die von dem Schneidglied 17 beim Schneiden der
Haare erfahrene Reibkraft in einer Richtung parallel zur Scherrichtung
Y eine nur verhältnismäßig kleine Komponente.
Da diese Komponente die von dem Benutzer auf den Scherkopf parallel
zur Scherrichtung Y zum Durchschneiden der Haare auszuübende Schneidkraft
bestimmt, wird diese Schneidkraft im Vergleich zu einer von dem
Benutzer eines vergleichbaren Rasierers mit stationärem Schneidglied
erfahrenen Schneidkraft stark verringert. Weiterhin hat der erfindungsgemäße Elektrorasierer 1 einen ähnlichen Vorteil
hinsichtlich der zwischen dem Haarmanipulator 23 und der
Haut 21 und zwischen dem Schneidglied 17 und der
Haut 21 vorhandenen Reibkräfte, die von dem Benutzer während der
Verlagerung des Scherkopfes 5 über die Haut in Scherrichtung
Y erfahren werden. Da der Haarmanipulator 23 und das Schneidglied 17 beide
in einer Richtung parallel zur X-Richtung
angetrieben werden können,
d. h. senkrecht zur Scherrichtung Y, haben die zwischen dem Haarmanipulator 23 und
der Haut 21 und zwischen dem Schneidglied 17 und
der Haut 21 vorhandenen Reibkräfte in Scherrichtung Y eine
verhältnismäßig kleine
Komponente, sodass die Reibkraft, die von dem Benutzer zwischen
dem Scherkopf 5 und der Haut 21 in Scherrichtung
Y erfahren wird, verhältnismäßig klein
ist. Wegen der genannten Phasendifferenz von 180° hat der Elektrorasierer 1 außerdem den
Vorteil, dass von dem Schneidglied 17 und dem Haarmanipulator 23 auf
den Scherkopf 5 infolge der Schwingbe wegungen ausgeübte Massenkräfte einander
bei einem geeigneten Wert der bewegbaren Massen des Schneidgliedes 17 und
des Haarmanipulators 23 kompensieren, sodass der Scherkopf 5 nahezu
vibrationsfrei ist.
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Eine Verstärkung der Dehnwirkung, die
die parallel zur Schneidkante gerichteten Bewegungen des Haarmanipulators
auf die direkt vor der Schneidkante liegende Haut haben, wird nicht
nur bei einer Ausführungsform
des Elektrorasierers und des Scherkopfes wie oben beschrieben erreicht,
bei der das Schneidglied ständig
in einer der Richtung des Haarmanipulators entgegengesetzten Richtung
bewegt wird. 4 zeigt
eine alternative Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Scherkopfes 5',
mit dem ebenfalls eine solche Verstärkung der Dehnwirkung erreicht
wird. In 4 haben Bestandteile
des Scherkopfes 5', die Bestandteilen des oben beschriebenen
Scherkopfes 5 entsprechen, die gleichen Bezugszeichen.
Der Scherkopf 5' unterscheidet sich vom Scherkopf 5 hauptsächlich dadurch,
dass der Scherkopf 5' mit einer Antriebseinheit 51' versehen ist,
in der der erste Antriebsstift 57 und der zweite Antriebsstift 51 nicht
diametral entgegengesetzt in Bezug auf die Mittellinie 67 der
Abtriebswelle 53 angeordnet sind, sondern, in einer Ebene
senkrecht zur Abtriebswelle 53 gesehen, unter einem Winkel
von ungefähr
135° (225°) relativ
zueinander. Daher führen
das Schneidglied 17 und der Haarmanipulator 23 des
Scherkopfes 5' Schwingbewegungen parallel zur Schneidkante 19 mit
einer Phasendifferenz von 135° (oder
225°) aus. 5 ist eine graphische Darstellung,
die die Geschwindigkeiten V1 des
Schneidgliedes 17 und V2 des
Haarmanipulators 23 in einer Richtung parallel zur Schneidkante 19 während eines
einzigen Zyklus T der Schwingbewegungen zeigt. Aus der Darstellung
ist erkennbar, dass das Schneidglied 17 und der Haarmanipulator 23 sich
bei der genannten Phasendifferenz während ungefähr 75% des Zyklus T in entgegengesetzten
Richtungen bewegen und während
ungefähr
25% des Zyklus T in gleicher Richtung. Da das Schneidglied 17 und
der Haarmanipulator 23 sich somit für einen längeren Teil des Zyklus T in
entgegengesetzter Richtung bewegen als in gleicher Richtung, haben
die Reibkräfte,
die von dem Schneidglied 17 und dem Haarmanipulator 23 auf
die direkt vor der Schneidkante 19 vorhandene Haut ausgeübt werden,
während
des Zyklus T häufiger
entgegengesetzte Richtungen als gleiche Richtungen, sodass das Schneidglied 17 die
Dehnwirkung des Haarmanipulators 23 Bemittelt über den
Zyklus T verstärkt.
Eine derartige Verstärkung
der Dehnwirkung des Haarmanipulators durch das Schneidglied tritt auch
in Ausführungsformen
auf, bei denen die genannte Phasendifferenz zwischen 90° und 270° liegt, wobei
das Schneidglied und der Haarmanipulator wiederum Schwingbewegungen
mit der gleichen Frequenz ausführen.
Erfindungsgemäß wird eine
solche Verstärkung
der Dehnwirkung auch in Ausführungsformen
erhalten, bei denen das Schneidglied und der Haarmanipulator auf
andere Weise parallel zur Schneidkante verlagert werden als mit
Schwingbewegungen oder mit Schwingbewegungen unterschiedlicher Frequenzen
und/oder unterschiedlicher Amplituden verlagert werden und wobei
das Schneidglied und der Haarmanipulator, gemittelt über die
Zeit oder während
einer zuvor bestimmten Zeitdauer, sich parallel zur Schneidkante
gesehen für längere Zeit
in entgegengesetzter Richtung als in gleicher Richtung bewegen.
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Es zeigte sich weiterhin, dass bei
verhältnismäßig kleinen
Geschwindigkeitsdifferenzen zwischen den Schwingbewegungen des Schneidgliedes 17 und
denen des Haarmanipulators 23 eine erhöhte Wahrscheinlichkeit eines
vorübergehenden
Einklemmens der Haare zwischen den Zähnen 27 des Haarmanipulators
und der Schneidkante 19 vorliegt. Das Ergebnis eines solchen
vorübergehenden
Einklemmens ist, dass die Haare zuerst über einen gewissen Abstand
aus der Haut herausgezogen werden, bevor die Haare durchgeschnitten
werden. Hierdurch wird eine mit dem Elektrorasierer erreichbare
Hautglätte verbessert.
Da zwischen dem Schneidglied 17 und dem Haarmanipulator 23 häufiger kleine
Geschwindigkeitsdifferenzen auftreten, je weiter die genannte Phasendifferenz
von 180° entfernt
liegt (tatsächlich ist
die genannte Geschwindigkeitsdifferenz für eine Phasendifferenz von
0° oder
360° gleich
0), ist die Wahrscheinlichkeit, dass Haare eingeklemmt werden, bei
Ausführungsformen
mit einem Scherkopf und einem erfindungsgemäßen Elektrorasierer, bei denen
die genannte Phasendifferenz im Wesentlichen gleich 90° oder 270° ist, maximal.
Bei einer solchen Phasendifferenz ist jedoch die Dehnwirkung des
Schneidgliedes und des Haarmanipulators, die oben erwähnt worden
sind, minimal. Es zeigte sich, dass bei der oben besprochenen Ausführungsform des
erfindungsgemäßen Scherkopfes 5' bei
der die Phasendifferenz nahezu gleich 135° oder 225° ist, zwischen der genannten
Dehnwirkung des Schneidgliedes und des Haarmanipulators und der
genannten Wahrscheinlichkeit eines Einklemmens der Haare ein ungefähr optimaler
Kompromiss erhalten wird, d. h. ein ungefähr optimaler Kompromiss zwischen der
Schutzwirkung gegen Schnittwunden und Hautreizung und der erreichbaren
Hautglätte.