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QUERVERWEIS
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Die vorliegende Anmeldung steht mit
den US-Patentschriften 5,460,728, 5,648,575 und 5,879,561 in Zusammenhang.
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GEBIET DER ERFINDUNG
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Die vorliegende Erfindung bezieht
sich auf die Rückgewinnung
wasserlöslicher
Tenside aus niedrigkonzentrierten Wasserlösungen. Im Speziellen bezieht
sich die vorliegende Erfindung auf eine bestimmte Klasse von Hydratinhibierungsverbindungen,
die zum Inhibieren des Verstopfens von Leitungen mit einem Gehalt an
einem Gemisch aus niedrigsiedenden Kohlenwasserstoffen und Wasser
durch Gashydrate verwendet werden. Im Spezielleren bezieht sich
die vorliegende Erfindung auf ein Verfahren zur Rückgewinnung
und Wiederanwendung von Hydratinhibierungsverbindungen aus den wäßrigen Fluiden,
die aus Rohöl-
und Ergasbohrungen produziert werden.
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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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Grenzflächenaktive Verbindungen oder
Tenside werden in verschiedenen Verfahren mit dem Zweck eingesetzt,
die Oberflächenspannung
zu verringern und unmischbare Phasen oder Verbindungen ineineinander
als z. B. Emulsionen oder Dispersionen zu verteilen, oder zur Trennung
von Phasen aus verteilten Systemen. Die verschiedenen eingesetzten
Tenside schließen
eine Klasse von grenzflächenaktiven
Verbindungen ein, die zum Verteilen von Klathrathydraten von Ergas
(in der Folge als Gashydrate bezeichnet) durch produzierte Bohrfluide
verwendet werden können,
um das Verstopfen von Rohrleitungen und anderen Leitungen durch
diese Hydrate zu vermeiden. Die chemischen, physikalischen und thermodynamischen
Eigenschaften dieser Hy drate werden im Einzelnen in dem Buch von
E.D. Sloan "Clathrate Hydrates of Natural Gases", Marcel Dekker,
NY, 1998, beschrieben.
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Niedrigsiedende Kohlenwasserstoffe,
wie Methan, Ethan, Propan und Isobutan, sowie Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff
liegen in den aus Erdgas- und Rohölgewinnungsbohrungen produzierten
Fluiden vor und sind zur Ausbildung von Gashydraten mit Wasser befähigt, das
ebenfalls typischerweise in den aus Erdgas- und Rohölgewinnungsbohrungen
produzierten Fluiden zugegen ist. Das Gemisch aus Wasser und den beschriebenen
Bohrfluidbestandteilen wird bei den zutreffenden Bedingungen von
hohem Druck und niedriger Temperatur Hydrate ausbilden. Aus praktischen
Gründen
finden sich Gashydrate insbesondere in Tiefsee-Kohlenwasserstoffförderbohrungen, wo niedrige
Temperaturen und hohe Drücke
gewöhnlich
vorkommen. Die Hydrate neigen dazu, diese Rohrleitungen oder Leitungen
zu verschließen
oder zu blockieren. Das aus einer Gewinnungsbohrung produzierte
Fluid steht häufig
unter Bedingungen eines hohen Drucks und einer niedrigen Temperatur,
insbesondere dann, wenn kein Strömen
auftritt, wie dann, wenn die Bohrung abgesperrt wird (Shutin). Shut-in-Drücke können bis
zu 90 MPa betragen. In tiefen Unterwasserbohrungen wird der produzierte
Strom rasch auf die Unterwassertemperatur abgekühlt, die so tief wie –1°C liegen
kann, üblicherweise um
etwa 4°C
beträgt
und über
dieser Temperatur liegen kann. Unter diesen Bedingungen können sich
innerhalb der von Ergas- und Rohölbohrungen
produzierter Fluide Gashydratkristalle ausbilden, sie können wachsen
und innerhalb der Bohrlöcher
der Rohöl-
oder Erdgasbohrungen und innerhalb der Leitungen, wie Rohrleitungen
und anderen Anlageteilen, stromab von den Bohrungen Ablagerungen
ausbilden. Die Ablagerungen beschränken den Strömungsbereich
und somit den Durchfluß.
Darüber
hinaus können
die Ablagerungen örtlich
wegbrechen. Das abgebrochene Stück
oder die abgebrochenen Stücke
wandern stromabwärts
und wirken als ein Kratzer oder Pflug, wobei andere Ablagerungen
mitgenommen werden. Dieser Prozeß führt zu einer steigenden Ansammlung
an Hydraten, die groß genug
anwachsen können,
um die Bohrlöcher
und andere Leitungen zu blockieren oder zu beschädigen. Das Problem ist besonders
schwerwiegend bei Rohöl-
und Erdgasbohrungen, die an solchen Stellen wie im Tiefwasser des
Golfes von Mexiko angeordnet sind, wo das Ausmaß an Unterkühlung typisch zwischen 3°C und 30°C annehmen
kann. Wie hierin verwendet, bezeichnet der Ausdruck "Unterkühlen" den
Unterschied zwischen der Temperatur, bei der sich die Hydrate bei
den herrschenden Drücken
zersetzen würden,
und den in der Bohrung oder Leitung tatsächlich auftretenden Umgebungstemperaturen,
wenn diese unter der Zersetzungstemperatur liegt.
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Zur Vermeidung eines Blockierens
von Leitungen können
mehrere Methoden angewendet werden. Beispielsweise können die
Leitungen isoliert werden, in dem Bemühen, innerhalb der Leitung
eine Temperatur über
der Hydratbildungstemperatur beizubehalten. Diese Methode ist dann
wirksam, solange es in der Leitung eine Strömung gibt, sie schützt aber
nicht vor einem Abkühlen
während
längerer
Absperrungen, die durch Stürme
oder andere Betriebserfordernisse verursacht werden. Darüber hinaus
ist eine Isolierung kostspielig und schwierig anzubringen, sobald
eine Rohrleitung oder eine andere Leitung eingebaut und installiert
worden ist. Dies trifft insbesondere zu für Tiefwasser-Rohölund Ergasbohrungen,
wo die Leitung unter mehreren tausend Fuß Wasser installiert sein kann.
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Das Einschlußproblem kann durch Wärmeüberwachen
der Leitung, entweder elektrisch oder mit einer Leitung, worin ein
erhitztes Fluid strömt,
gelöst
werden. Ein Wärmeverfolgen
steigert jedoch zusätzlich
die Kosten der Konstruktion und des Betriebes des Systems.
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In dem Bemühen, die Ausbildung von Hydraten
zu vermeiden, können
Schmelzpunkterniedriger (Gefrierschutzmittel), wie die niederen
Alkohole, Glycole und anorganische Salze verwendet werden. Bei dem starken
Unterkühlen,
das in Tiefwasser auftritt, müssen
jedoch die Gefrierschutzmittel in erheblichen Mengen zugesetzt werden,
bis zu einer Menge, die dem Ausmaß des produzierten Wassers
gleich ist, um wirksam zu sein.
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Die Anwendung von Kristallwachstumsinhibitoren
oder -modifikatoren, wie in den US-Patenten 5,460,728, 5,648,575
und 5,879,561 beschrieben, kann zur Inhibierung der Ausbildung und/oder
der Agglomeration von Hydratkristallen ausgenützt werden. Die zur Bekämpfung von
Hydraten in den erwähnten
Patentschriften verwendeten Produkte sind alkylierte Ammonium-,
Phosphonium- oder Sulfoniumverbindungen, einschließlich quaternäre Verbindungen.
Diese Produkte sind grenzflächenaktiv,
indem sie Teile aufweisen, die sehr gut wasserlöslich sind (4 bis 5 Kohlenstoffalkyle,
gebunden an einen geladenen Stickstoff, Phosphor oder Schwefel),
und Teile, die es bevorzugen, von flüssigen Kohlenwasserstoffen
umgeben zu sein (organische Reste mit wenigstens 8 Kohlenstoffatomen).
Insgesamt sind diese Verbindungen, mit nicht mehr als zwei 8+-Kohlenstofforganischen Resten, bevorzugt
wasserlöslich,
können
aber auch in die Kohlenwasserstoffphase verteilt werden.
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Es wäre wirtschaftlich vorteilhaft,
diese Verbindungen als eine Maßnahme
zur Beschränkung
der Produktions- und Entsorgungskosten recyclieren zu können. Das
US-Patent 5,648,575 beschreibt eine Methode zum Neutralisieren der
protonierten Verbindung mit einer Base am Ende der Leitung oder
Rohrleitung und zum Gewinnen der neutralisierten Verbindung. Diese
Methode führt
jedoch zu einem Abbau der Tensid-Inhibitorverbindung, sodaß eine Rückgewinnung
der ursprünglichen
Verbindung unmöglich
wird. In Verfahren der vorliegenden Erfindung wird die Verbindung
unversehrt zurückgewonnen
und steht zur immer wieder erfolgenden Wiederverwendung bereit.
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Die vorliegende Erfindung macht die
Anwendung dieser Art von Hydratinhibitor-/Modifikatorverbindungen
wirtschaftlicher. Letztlich verringert die Erfindung auch die mit
einer Entsorgung verbundenen Kosten, indem sie eine Rückgewinnung
und Wiederverwendung der Hydratwachstumsinhibitor-/Modifikatorverbindungen
in Prozeßfluiden
ermöglicht.
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ZUSAMMENFASSUNG
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Es wurde nunmehr gefunden, daß Hydratwachstumsinhibitorverbindungen,
die kationische Tenside oder polymere Tenside umfassen, wie z. B.
alkylierte quaternäre
oder ternäre
Ammonium-, Phosphonium- und Sulfoniumverbindungen, allein oder gebunden
an polymere Verbindungen, aus den Prozeßfluiden einer Kohlenwasserstoffproduktionsbohrung
zurückgewonnen
werden können,
wobei die Prozeßfluide
ein Gemisch aus niedrig- und hochsiedenden Kohlenwasserstoffen,
anderen Gasen, Wasser, Hydratinhibitorverbindung, wenigstens einem
zusätzlichen
polaren Lösungsmittel
und anorganischem Salz umfassen, nach einem Verfahren, das ein Zusetzen
von ausreichend zusätzlichen
Ionen aus einem anorganischen Salz und, falls erforderlich, von
einem Alkohol wie z. B. Isopropanol oder sek.-Butanol zur Ausbildung
einer zweiten Phase, die weniger polar ist als die wäßrige Phase,
umfaßt,
in welche zweite Phase sich das kationische grenzflächenaktive
Mittel verteilt und dann von der Salzsole und flüssigen Kohlenwasserstoffphase
abgetrennt werden kann.
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Weiterhin umfaßt die vorliegende Erfindung
eine Methode zur Rückgewinnung
von ionischen Tensiden oder polymeren Tensiden aus wäßrigen Lösungen oder
Flüssigwasser/Flüssigkohlenwasserstoff-Dispersionen oder
-emulsionen durch Bereitstellen eines zweiten mischbaren, partiell
mischbaren oder unmischbaren po- laren
Lösungsmittels,
das mit flüssigem
Kohlenwasserstoff nicht mischbar ist, und Einstellen der Ionenstärke der Lösungsmittel
durch Zusetzen von ausreichend anorganischen Salzen, um die Ausbildung
von zwei Phasen mit unterschiedlicher Polarität zu verursachen, in einer
Weise, die dazu führt,
daß sich
das ionische Tensid in die weniger polare der beiden Phasen verteilt,
während
sich das anorganische Salz in die stärker polare wäßrige Phase
verteilt.
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KURZE BESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNG
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Die 1 zeigt
ein Blockfließdiagramm
eines Produktions/Trennsystems sowie einen bevorzugten Implementierungspunkt
der Erfindung.
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AUSFÜHRLICHE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Die vorliegende Erfindung betrifft
ein Verfahren zur Rückgewinnung
ionischer Tenside oder polymerer Tenside aus wäßrigen Lösungen oder Wasser-in-Öl-Dispersionen
oder -emulsionen. Im Spezielleren stellt die vorliegende Erfindung
ein Verfahren zur Rückgewinnung
von Hydratwachstumsinhibitoren oder -modifikatoren, wie kationische
Tenside oder polymere Tenside, zur Verfügung, die zum Inhibieren des
Verstopfens von niedrigsiedende Kohlenwasserstoffe, andere Gase
und Wasser enthaltenden Leitungen durch Gashydrate verwendet werden.
Die kationischen Tenside liegen im allgemeinen in einer Menge von
0,05 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise von 0,1 bis 1,0 Gew.-%, bezogen
auf die Menge Wasser in dem kohlenwasserstoffhältigen Gemisch, vor.
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Hydratwachstumsinhibitorverbindungen,
die im Rahmen der vorliegenden Erfindung liegen, sind im allgemeinen
kationische Tenside, einschließlich
langkettiger Fettamine und quaternärer Ammonium- und Phosphormiumsalze
oder ternärer
Sulfoniumsalze. Die bevorzugten Verbindungen werden in den US-Patenten 5,460,728,
5,648,575 und 5,879,561 beschrieben, die alle zur Gänze durch
Bezugnahme hier eingeschlossen sind, sowie derartige, an Polymere
gebundene Verbindungen. Sie sind alkylierte Ammonium-, Phosphonium-
und Sulfoniumverbindungen. Die für
die vorliegende Erfindung bevorzugten Verbindungen können dargestellt
werden durch:
worin X unter S, N–R
4, P–R
4 ausgewählt
ist; wobei S, N und P für
Schwefel, Stickstoff bzw. Phosphor stehen. Die Plus- und Minuszeichen
zeigen Kationen bzw. Anionen an;
worin Y unter Bromid, Chlorid,
Iodid, Fluorid ausgewählt
ist;
worin nicht mehr als zwei der Reste R
1 bis
R
4 unabhängig
voneinander aus der Gruppe ausgewählt sind, die aus normalen
oder verzweigtkettigen Alkylen mit über 3 und bis zu 6 Kohlenstoffatomen
besteht, welche Alkyle eine oder mehrere Etherverknüpfungen
oder Esterverzweigungen aufweisen können und worin ein oder mehrere
Kohlenstoffatome durch ein anderes Atom ersetzt sein können;
worin
wenigstens einer der Reste R
1 bis R
4, aber nicht mehr als zwei, ein organischer
Rest mit einem Gehalt an 8 bis 20 Kohlenstoffatomen ist, der eine
oder mehrere Ethverknüpfungen
oder Esterverzweigungen aufweisen kann und worin ein oder mehrere
Kohlenstoffatome durch Heteroatome ersetzt sein können, und
worin die Kette umfassend unter Alkyl, Alkenyl, Aryl, Arylalkyl,
Arylalkenyl, Alkylaryl und Alkenylaryl ausgewählt sein kann; und
worin
nicht mehr als zwei der Reste R
1 bis R
4 Wasserstoff oder andere organische Reste
bedeuten, die Heteroatome und Etherverknüpfungen und Esterverzweigungen
enthalten.
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Die bevorzugten Verbindungen sind
alkylierte Ammoniumverbindungen (X ist Stickstoff) und Phosphoniumverbindungen
(X ist Phosphor). Die bevorzugten hydratinhibierenden Verbindungen
weisen eine lange Kette mit 12 bis 16 Kohlenstoffatomen oder Substituenten
im Rückgrat
auf. Ein bevorzugter Substituent ist Sauerstoff, gefolgt von Schwefel
und Silizium.
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Die alkylierten Verbindungen können chemisch über irgendeine
der Ligandengruppe (R1 bis R4)
an Polymere gebunden sein. Sie stellen dann Zweige dieser Polymere
dar. Beispiele für
Polymere, an die die alkylierten Verbindungen in geeigneter Weise
gebunden sein können,
sind Polyacrylsäure
und Polymere und Copolymere von N-Vinyl-2-pyrrolidon.
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Die Anionen der alkylierten Verbindungen
können
umfassend ausgewählt
werden. Bevorzugte Anionen sind die Hydroxide, Carboxylate, Halogenide,
Sulfate und organische Sulfonate.
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Im Falle von alkylierten Ammonium-
oder Phosphoniumverbindungen mit drei Alkylgruppen kann die vierte,
an das Stickstoffoder Phosphoratom gebundene Gruppe umfassend variieren,
ohne die hydratwachstumsinhibierenden Eigenschaften dieser Verbindungen
signifikant zu verändern,
wobei durch die vierte Gruppe zusätzliche Vorteile erzielt werden
können.
Beispiele für
derartige vierte Gruppen sind lange Alkyl- oder Alkenylketten, insbesondere
Oleyl, oder an Polymere gebundene Gruppen. Beispielhaft für derartige
Polymere, worin die vorliegenden Verbindungen über ihre vierte Gruppe eingebaut
werden können,
sind Polyacrylsäure und
die Polymere und Copolymere von N-Vinyl-2-pyrrolidon.
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Wenn die vierte Gruppe R4 einer
alkylierten Verbindung eine längere
Alkyl- oder Alkenylkette ist (beispielsweise eine mit mehr als 12
Kohlenstoffatomen), können
ihre grenzflächenaktiven
Eigenschaften der alkylierten Verbindung, zusätzlich zu deren inhärenten hydratkristallwachstumsinhibierenden
Eigenschaften, die folgenden Fähigkeiten
verleihen:
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- 1. Emulgieren der wäßrigen Phase
in die Kohlenwasserstoffphase hinein, wodurch die zur Hydratbildung
verfügbare
Wasserkonzentration an der Leitungswand verringert wird.
- 2. Konzentrieren der vorliegenden Verbindung nahe zu den Wasser-Kohlenwasserstoff-Grenzflächen, wo
die Hydratbildung am stärksten
ausgeprägt
ist, wodurch die lokale Konzentration von Ionen auf ein den Gefrierpunkt
erniedrigendes Ausmaß erhöht wird.
- 3. Modifizieren der Struktur von Wasser in der Nähe zur Kohlenwasserstoff-Wasser-Grenzfläche in solcher Weise,
daß die
Ausbildung von Hydratkristallen behindert wird.
- 4. Erschweren des weiteren Zutritts von Wassermolekülen zu dem
Hydratkristall nach einem Verbinden der alkylierten Verbindung mit
den Hydratkristallen.
- 5. Verhindern eines Agglomerierens von Hydratkristallen, indem
ihre Oberfläche
hydrophobiert wird.
- 6. Anhaften der alkylierten Verbindung an die Leitungswand,
wodurch eine Adhäsion
von Hydraten an die Wand verhindert wird. Alle diese Eigenschaften
sind vorteilhaft.
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Es versteht sich, daß die verwendeten
Verbindungen in Wasser löslich
sein können
und daß sie
sich in die flüssige
Kohlenwasserstoffphase verteilen können, vorzugsweise aber bei
der erforderlichen Konzentration und bei einer Temperatur von etwa –1°C und darüber sich
an der Wasser-Kohlenwasserstoff-Grenzfläche befinden
würden.
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Die in der Erfindung nützlichen
alkylierten Verbindungen können
nach in der Technik bekannten Methoden aus Bestandteilen hergestellt
werden, die einfach und reichlich verfügbar sind.
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Die alkylierten Verbindungen können zusammen
mit den Polymeren und Copolymeren von N-Vinyl-2-pyrrolidon verwendet
werden, die Gegenstand des Patentes WO 93/25798 sind, und der kombinierte
Effekt ist zumindest additiv. Die letztgenannten Polymere werden
vorzugsweise in einer Menge von 0,05 bis 5 Gew.-%, bezogen auf den
Wassergehalt, zugesetzt.
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Die Hydratinhibitorverbindungen,
die zurückgewonnen
und wiederverwendet werden sollen, können in der Praxis der Erfindung
zu dem Gemisch aus niedrigsiedenden Kohlenwasserstoffen und Wasser
als ein trockenes Pulver zugesetzt worden sein, werden aber vorzugsweise
in konzentrierter Lösung,
aufgelöst
in einem von Wasser verschiedenen polaren Lösungsmittel, zugesetzt. Es
ist somit wahrscheinlich, daß ein
zweites polares Lösungsmittel
bei der Rückgewinnung
von wäßriger Phase
aus den produzierten Bohrfluiden vorliegen wird.
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Die vorliegende Erfindung ermöglicht die
Ausbildung von mischbaren, partiell mischbaren oder unmischbaren
Lösungen,
die durch die Einverleibung von zusätzlichen Ionen zur Verteilung
gezwungen werden können.
Um dies zu erreichen, ist die Anwesenheit von zwei oder mehreren
polaren Lösungsmitteln
und von einem nicht-quaternären
Salz in den die Kohlenwasserstoffe und die Hydratinhibitorverbindung
enthaltenden Prozeßfluiden
erforderlich. Zwei oder mehrere polare Lösungsmittel können unter
Wasser, Alkoholen, Glycolen und polaren organischen Lösungsmitteln
ausgewählt
werden. In den meisten Fällen
wird Wasser eines der polaren Lösungsmittel
sein, da es häufig
in den Prozeßfluiden
enthalten ist.
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Geeignete Alkohole enthalten im allgemeinen
weniger als fünf
Kohlenstoffatome. Beispiele umfassen, ohne darauf beschränkt zu sein,
Methanol, Ethanol, Isopropanol, sek.-Butanol, tert.-Butanol usw.
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Geeignete Glycole oder Diole enthalten
bis zu sechs Kohlenstoffatome. Beispiele umfassen, ohne darauf beschränkt zu sein,
Monoethylenglycol, Diethylenglycol und Triethylenglycol.
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Eine Reihe von organischen polaren
Lösungsmitteln
ist ebenfalls geeignet, wie z. B. Aceton, Methylethylketon, Dimethylketon,
Acetate und Formiate. In der praktischen Ausführung der vorliegenden Erfindung können geeignete
Lösungsmittel
bereits in dem strömenden
Gemisch aus Kohlenwasserstoffen und Wasser in der Leitung als ein
Lösungsmittel
für die
quaternäre
Salzinjektion oder als Hydrat-Schmelzpunkterniedriger vorhanden
sein. Der Hydratinhibitor kann in einem geeigneten Lösungsmittel
aufgelöst
und dann in die Leitung eingeführt
werden. In vielen Fällen
ist ein polares Lösungsmittel
vom Gefrierschutztyp in die Leitung eingebracht worden, um das quaternäre Salz
in eine pumpfähige
Form überzuführen. Es
ist wünschenswert,
daß der
Hydratinhibitor in einem organischen Lösungsmittel gelöst wird,
das auch als ein Schmelzpunkterniedriger fungiert.
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Wo ein Gefrierschutzmittel verwendet
wird, kann es unter Alkoholen, Glycolen, Alkylketonen, Alkylacetaten
und anderen organischen Lösungsmitteln
ausgewählt
werden. In der Praxis der vorliegenden Erfindung wird es bevorzugt,
daß das
organische Lösungsmittel
eine zweite Wirkung als ein Gefrierschutzmittel aufweist, weil dies
die Unterdrückung
der Hydratbildung unterstützt.
Sowohl Alkylalkohole als auch Alkylglycole sind hervorragende Lösungsmittel
und wirken auch als Gefrierschutzmittel in wäßrigen Systemen.
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Das organische Lösungsmittel sollte dazu befähigt sein,
eine ausreichende Menge an Hydratwachstumsinhibitor zu tragen, um
die Menge der Lösung
zu minimieren, die in die Leitung eingeführt werden muß. Vorzugsweise
sollte das organische Lösungsmittel
befähigt
sein, eine ausreichende Menge des Hydratinhibitors zu tragen, sodaß die Durchflußrate für die zugesetzte Lösung um
eine Größenordnung
kleiner ist als die Durchflußrate
der Wasserphase in der Leitung oder eine Größenordnung kleiner ist als
dann, wenn die quaternäre
Verbindung abwesend wäre.
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Ein nicht-quaternäres Salz ist ein Schlüsselteil
der vorliegenden Erfindung. Zu geeigneten nicht-quaternären Salzen
zählen
Salze von Elementen der Gruppe IA, IIA, IIB oder VIII des Periodensystems.
Die Salze dieser Verbindungen können
in der Form von Chloriden, Bromiden und Jodiden oder anderen Gruppe
VIIA-Elementen vorliegen. Beispiele umfassen die Chloride, Bromide
oder Jodide von Natrium, Calcium, Magnesium, Kalium, Zink und Eisen.
Die Anionen können
auch unter Nitraten, Nitriten, Acetaten und Thiocyanaten ausgewählt werden.
Die Metallhalogenidsalze werden wegen ihrer Verfügbarkeit bevorzugt. Die Metallchloridsalze
werden in der vorliegenden Erfindung bevorzugt. Der Schlüssel zur
vorliegenden Erfindung ist die Zugabe von ausreichend anorganischem
Salz zu einer Lösung,
zu partiell mischbaren Lösungen
oder zu Dispersionen, die die beiden polaren Lösungsmittel, gegebenenfalls
einen flüssigen
Kohlenwasserstoff und den Hydratbildungsinhibitor enthalten, um
ein wolkiges Gemisch zu schaffen, das sich anschließend zu
zwei polaren Phasen mit unterschiedlicher Polarität und gegebenenfalls
zu einer flüssigen
Kohlenwasserstoffphase absetzt, wobei der Inhibitor/Modifikator
in eine Phase gezwungen wird und wiedergewonnen wird.
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In der vorliegenden Erfindung können mehr
als ein Salz in das Auftrennverfahren am Ende der Leitung eingeführt werden,
und es ist nicht erforderlich, daß das in die Leitung eingeführte anorganische
Salz chemisch das gleich ist wie die in der gebildeten wäßrigen Phase
der Bohrung vorliegenden Ionen. Beim Bestimmen der Menge des einzubringenden
Salzes sollte der Gewichtsprozentsatz von allen nicht-quaternären Salzionen,
die in der Leitung zugegen sind, berücksichtigt werden, um die Menge
des einzubringenden anorganischen Salzes festzulegen.
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Wenn in der Leitung und der damit
verbundenen Verrohrung bereits anorganische Salze vorliegen, dann
sollte die Menge des einzuführenden
anorganischen Salzes um die Menge an bereits vorliegendem anorganischem
Salz verringert werden.
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In der praktischen Ausführung der
vorliegenden Erfindung wird zur Rückgewinnung bei oder nahe zu Raumtemperaturen
oder unter 25°C
ausreichend nicht-quaternäres
Salz eingebracht, damit der Gewichtsprozentsatz sämtlicher
nicht-quaternärer
Salzionen in der wäßrigen Phase
der Leitung wenigstens 4%, vorzugsweise wenigstens 6% und am meisten
bevorzugt 4 bis 12% ausmacht.
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Es ist möglich, den Hydratwachstumsinhibitor
innerhalb einer wäßrigen Phase
oder an der Wasser-flüssiger
Kohlenwasserstoff-Grenzfläche in Abwesenheit
einer ausreichend großen
zweiten polaren Lösungsmittelphase
zu halten.
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Die Menge des in die Leitung eingeführten Hydratwachstumsinhibitor
vom kationischen Tensidtyp hängt
prinzipiell von der in der Leitung strömenden Wassermenge ab und in
zweiter Linie vom Druck in der Leitung und von der tiefsten erwarteten
Temperatur in der Leitung (typisch eine Überlegung bei Einsperrungen).
Die Menge an gebildetem oder eingeführtem Salz oder eingebrachtem
Gefrierschutzlösungsmittel
spielt eine weniger kritische Rolle, wenngleich die Anwesenheit
von etwas anorganischem Salz vorteilhafte Effekte erbringt. Typisch
sollte das Gewichtsverhältnis
von Hydratinhibitor zu Salz innerhalb der wäßrigen Phasen der Leitung von
0,01 bis 0,30 betragen, vorzugsweise von 0,02 bis 0,04. Wenn ein
polares Lösungsmittel-Gefrierschutzmittel
zum Transport des Hydratinhibitors oder Inhibitorgemisches zur Bohrlochstelle
verwendet wird, ist es wünschenswert,
daß seine
Konzentration so klein als möglich
ist, in Übereinstimmung
mit den hydraulischen Erfordernissen, um die Kosten und den Pumpaufwand
zu verringern.
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Die Menge an Hydratinhibitor, anorganischem
Salz und Gefrierschutzmittel (soferne verwendet), die in die Leitung
eingebracht werden sollen, hängt
von der in der Leitung und in damit verbundenen Rohrsystemen unter
Normalbetrieb und Einsperrungen der Bohrung und des Strömungssystems
gebildeten Wassermenge ab. Es ist wünschenswert, eine ausreichende
Menge an Hydratinhibitor vom kationischen Tensidtyp einzubringen,
um ein Verstopfen der Leitung und des verbundenen Rohrsystems zu
inhibieren. Typisch wird für
eine Unterkühlung
um 10 bis 25°C
eine ausreichende Menge Hydratinhibitor eingeführt, damit der Gewichtsprozentsatz
des Hydratinhibitors, bezogen auf Wasser innerhalb der Leitung,
wenigstens 1,0%, vorzugsweise wenigstens 0,75% und am meisten bevorzugt
0,5% beträgt.
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Die vorliegende Erfindung könnte in
jedem Bohrloch angewendet werden, das ein strömendes Gemisch aus Kohlenwasserstoffen
und Prozeßfluiden
enthält,
eignet sich aber besonders zur Anwendung in Unterwasserbohrungen,
die im Abstand von der Bohrplattform in sehr tiefem Wasser angeordnet
sind, wo die Temperaturen niedrig sind (so niedrig wie –1°C) und die
Drücke
hoch sind (bis zu 90 MPa). Die Implementierung der vorliegenden
Erfindung, die Rückgewinnung
des Tensid-Hydratinhibitors, würde
an jener Stelle erfolgen, wo die Kohlenwasserstoffe gewonnen werden,
beispielsweise am Ende der Leitung, wo das strömende Gemisch Kohlenwasserstoffe,
Hydrat/Wasser, ein zweites polares Lösungsmittel, gegebenenfalls
gebildetes oder injiziertes Salz und die Hydratwachstumsinhibitor-Komponente
enthält.
Als zweites polares Lösungsmittel ist
häufig
ein Alkohol oder Glycol zugegen, die auch Gefrierschutzmittel sind,
weil sie zum Auflösen
des kationischen Tensids/Hydratinhibitors von Nutzen sind, der ursprünglich in
Pulverform vorliegen kann. Auf der Bohrplattform können die
Kohlenwasserstoffe in ein Trennsystem geführt werden, um Wasser abzutrennen,
und in ein System zur Reinigung des Öls von Wasser. Obwohl die vorliegende
Erfindung in verschiedener Weise implementiert werden könnte, wie
dem Fachmann ersichtlich sein wird, wird angenommen, daß die bevorzugte Stelle
zur Implementierung des Verfahrens der vorliegenden Erfindung für wasserlösliche Tenside
unmittelbar vor dem Freisetzen des ölfreien Wassers in das Meer
gelegen wäre.
In diesem Stadium kann das Wasser den Hydratinhibitor enthalten,
zusammen mit einem polaren Lösungsmittel
und anorganischem Salz, meistens in Form von NaCl. In Situationen,
bei denen das produzierte Wasser nicht ausreichend Salz oder zweite
polare Phase enthalten könnte,
wäre es
möglich,
Salz und eine zweite polare Phase an der Anlage zu injizieren. Wenn das
Feld Salzsole produziert, kann diese für die gewünschte Menge an anorganischem
Salz genügen.
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Im Falle einer Öl-Verteilung von ionischen
Tensiden erfolgt die bevorzugte Rückgewinnung des Tensids bei
der Freiwasserausschleusung, das ist die erste Stufe in dem Abtrennvorgang,
wo eine wäßrige Phase aus
den geförderten
Fluiden abgetrennt wird. Das benötigte
anorganische Salz und die zweite polare Phase würden unmittelbar vor der Freiwasser-Ausschleusanlage
injiziert werden.
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Wenn das gebildete Gemisch bei Verarbeitungs-
oder Rückgewinnungsanlagen
ankommt, liegen die Hydrate generell in Kristallform vor, vorzugsweise
dispergiert in der wäßrigen Phase.
Die Kristalle können durch
Wärme und
verringerten Druck geschmolzen oder dissoziiert werden.
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In der Rückgewinnungsebene werden die
Phasen in den folgenden vier Stufen getrennt:
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- 1. Hochdrucktrennung, typisch bei 6 bis 15 MPa, wo ein Hochdruckgas
abgenommen wird.
- 2. Mitteldrucktrennung bei 2 bis 4 MPa, wo das Intermediärgas abgenommen
wird.
- 3. Freiwasserausschleusung, wo der Druck in der Größenordnung
von 0,5 MPa liegt. Es werden Gas/flüssiger Kohlenwasser stoff/wäßrige Phasen
getrennt. Der Eingangsstrom würde
auf eine Temperatur über
der Hydratzersetzungstemperatur vor dem Eintreten erhitzt werden
müssen,
falls erforderlich.
- 4. Die endgültige
Wasserabtrennung erfolgt in Rohöl-Entwässerungseinheiten, üblicherweise
als "Chem-electrics" bezeichnet, da in ihnen elektrische Felder
und Chemikalien zur Verringerung der Wassermenge in der Kohlenwasserstoffphase,
die abgenommen wird, zur Anwendung gelangen. Dort wird auch etwas
Restgas abgetrennt.
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Wenn der Druck erniedrigt wird, dissoziieren
die Hydrate, wenn der Strom warm genug ist. Bei etwa 0,5 MPa werden
sich die Hydrate auflösen
oder dissoziieren, wenn die Temperatur über etwa 4°C liegt. Typische Freiwasser-Ausschleusprozeßtemperaturen
werden über
etwa 4°C
liegen, um die Wasserausscheidung zu fördern und mehr Gas freizusetzen
und den Dampfdruck unter annehmbaren Grenzen für den Transport von flüssigem Kohlenwasserstoff
einzuregeln. Dies kann Erhitzer oder Wärmeaustauscher erforderlich
machen.
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Nach der 3-Phasenendtrennung in der
Freiwasserausschleusung und im Chem-electric ist die wäßrige Phase
bereit zur Überbord-Abgabe
durch Wasserreinigungs- oder -aufbereitungsprozesse. Die EPA schreibt vor,
daß die
Gesamtmenge an Öl
und Fett in den Abwässern
unter 29 ppm liegt.
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Das entölte und entfettete Wasser wird
noch den Hydratinhibitor vom kationischen Tensidtyp in einer Menge
im Bereich von 0,5 Gew.-%, bezogen auf Wasserbasis, enthalten. Polare
Lösungsmittel
können
in einem Ausmaß im
Bereich von 2 bis 5% enthalten sein. Ein Salz liegt typisch in einer
Menge im Bereich von einigen wenigen Prozent vor.
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Die bevorzugte Anordnung der vorliegenden
Erfindung würde
nach der Wasserausschleusung, den Chem-electrics und den Entölungs prozeduren
sein, aber vor der Wasserendreinigung oder Endbehandlung, vor der
Abwasserbeseitigung in das Meer, und zwar für wasserlösliche Tenside. Für in Öl verteilende
Tenside ist die bevorzugte Anordnung der vorliegenden Erfindung
bei der Freiwasserausschleusung.
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An diesem Punkt wird in der praktischen
Ausführung
der vorliegenden Erfindung ausreichend zusätzlicher Alkohol, wie Methanol,
Isopropanol oder Butanol, zu der gebildeten wäßrigen Phase zugesetzt, um
eine mischbare, partiell mischbare Lösung oder unmischbare Dispersion
auszubilden. Dann wird zu dieser Lösung Salz zugesetzt, die dann
milchig oder trüb
wird und anschließend
zwei klare Phasen ausbildet, auf der Basis von Wasser bzw. Alkohol.
Wenn sich die beiden Phasen ausbilden, tritt die Hauptmenge des
Salzes in die klare Wasserphase ein, und die Hauptmenge des Hydratinhibitors
tritt in die klare Alkoholphase ein.
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Unterschiedliche Konzentrationen
an Alkohol und Salz ermöglichen
eine Rückggewinnung
von variierenden Prozentsätzen
an Hydratinhibitoren. Es ist erforderlich, eine ausreichend hohe
Konzentration an Alkohol und Salz zu erreichen, damit die Lösung wolkig
wird und sich in zwei Phasen absetzt, wobei der Hydratwachstumsinhibitor/Modifikator
in die weniger polare Phase gezwungen wird.
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In dem Verfahren der vorliegenden
Erfindung kann die Temperatur von Bedeutung sein. Die Tests in der
vorliegenden Erfindung wurden bei Raumtemperatur vorgenommen, doch
kann eine Zunahme oder Abnahme der Temperatur einen signifikanten
Unterschied machen, wie für
den Fachmann erkennbar ist. Beispielsweise können sekundäres Butanol/Wasser-Lösungen in
bestimmten Zusammensetzungen eine einzige Phase bei 37°C sein, sie
können
sich aber durch Absenken der Temperatur um 5°C auf 32°C ohne weiteres in zwei Phasen
aufspalten.
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Da die Phasentrennung nicht augenblicklich
erfolgt, wäre
eine Vorrichtung zum Trennen der Phasen angezeigt. Dies könnte mit
Hilfe eines Absetztanks erfolgen, doch wirken Absetztanks langsam,
sind groß und schwer,
wenn sie mit Wasser gefüllt
sind, alles Eigenschaften, die auf Offshore-Plattformen unerwünscht sind. Eine
andere wirksame Trennvorrichtung würde ein Zyklonseparator oder
Zentrifugalseparator sein.
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In der vorliegenden Erfindung wird
die den zurückgewonnen
Hydratinhibitor enthaltende Phase, beispielsweise Alkohol, zurückgewonnen
und kann zu der in Produktion stehenden Bohrung recycliert werden, nachdem
eine Ergänzungsmenge
an ionischem Tensid der beschriebenen Type zugesetzt worden ist.
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EINGEHENDE BESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNG
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Unter Bezugnahme auf die Zeichnung
umfaßt
das Produktionssystem eine Bohrung, einen Bohrkopf mit zugehörigen Regel-
und Sicherheitseinrichtungen sowie eine Flußleitung zu einer Verarbeitungsanlage,
wo die geförderten
Fluide aufgetrennt und für
den Verkauf gereinigt werden. Das Auftrennsystem gewinnt das Erdgas
aus den Fluiden in einer Reihe von Separatoren, beginnend mit der
Hochdruckauftrennung, übergehend zur
Mitteldruckauftrennung und endend mit einer Niederdruckauftrennung, üblicherweise
bei unter 0,5 MPa, üblicherweise
in Freiwasserausschleusungen und chemisch-elektrischen Rohölentwässerungseinheiten.
Die Gase werden nach für
die vorliegende Erfindung nicht relevanten Systemen abgenommen,
gereinigt und komprimiert. Die letzte Phase der Gasabscheidung trennt üblicherweise
auch Wasser aus flüssigen
Kohlenwasserstoffen, Öl
oder Kondensat ab.
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In Gegenwart von Hydratwachstumsinhibitoren
vom Tensidtyp wird der geförderte
Strom wenigstens einige feste Hydratteilchen enthalten. Eine effiziente
Fest/Flüssig-Trennung
ist schwierig. Daher wird in Betracht gezogen, daß der geförderte Strom
dazu gebracht wird, die festen Hydrate zu schmelzen, indem der Druck
verringert wird, sowie möglicherweise
auch durch Erwärmen.
Falls erforderlich, kann die Wärmezufuhr an
jeder beliebigen Stelle im Behandlungsverfahren erfolgen. Die bevorzugte
Stelle ist unmittelbar vor dem Niederdruck-Freiwasserausschleusseparator.
Dies bildet die wäßrige Phase
unmittelbar, bevor sie benötigt wird,
aus, vermeidet ein Erwärmen
des Gases (was große
Anforderungen hinsichtlich einer Entwässerung von Gas stellt) und
kommt mit dem geringsten Erwärmungsausmaß aus, weil
die Hydratdissoziierungstemperatur an diesem Punkt minimal ist.
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Im Falle von wasserlöslichen
Tensid-Hydratinhibitoren geben die Niederdruckseparatoren zwei flüssige Ströme ab, einer
im wesentlichen Öl,
der andere Wasser und suspendierte und wasserlösliche Komponenten. Die Ölphase wird
in der Anlage, den Chem-electrics, aufgearbeitet, die noch weiteres
Wasser abführen. Die
vereinigten Wässer
aus den Freiwasserausschleusungen und dem Chem-electrics enthalten
etwas mitgeschlepptes Öl
oder Kondensat. Dieses Öl
wird in Wasserreinigungsanlagen wie Wellplatteninterzeptoren, Gasflotationsanlagen
oder Zyklonen zurückgewonnen.
Gelöste
Stoffe bleiben noch immer zurück,
insbesondere gelöste
Hydratwachstumsinhibitoren.
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Im Falle von Hydratinhibitor-Tensiden,
die sich in Kohlenwasserstoffe verteilen, müßte die Auftrennung in Polares
(Wasser, Alkohole, Salze, usw.) und Nichtpolares (Kohlenwasserstoff)
durch die entsprechende Einbringung des polaren Lösungsmittels
und des anorganischen Salzes vor der Freiwasserausschleusung induziert
werden.
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In der vorliegenden Erfindung wird
das gereinigte Wasser oder der produzierte, entgaste Strom mit einem
ausgewählten
polaren Lösungsmittel
und mit ausgewählten
anorganischen Salzen vermischt, um eine Phasentrennung von Wasser
und dem ausgewählten
polaren Lösungsmittel
und dessen assoziierten ionischen Tensiden zu erzwingen. Bemerkt
wird, daß organische
Salze in dieser Hinsicht nicht so geeignet sein könnten, weil
organische Ionen häufig
den gegenteiligen Effekt bewirken, das heißt sie "salzen ein" oder erhöhen die
Löslichkeit
von organischen Strukturen in der wasserreichen Phase.
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Die obere polare Phase wird durch
einen Zyklon zur Aufarbeitung gepumpt und diese Phase wird in einem
Lagertank aufbewahrt, wo sie auch mit einer Ergänzungsmenge an ionischen Tensiden
vermischt werden kann.
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Die nachfolgenden Beispiele dienen
zur Veranschaulichung spezifischer Ausführungsformen der hier geoffenbarten
Erfindung. Diese Beispiele sollen nur als Mittel zur Erläuterung
dienen und sollen nicht als den Umfang der Erfindung in irgendeiner
Weise beschränkend
konstruiert werden. Dem Fachmann wird ersichtlich sein, daß viele
Abänderungen
vorgenommen werden können,
ohne vom Geist der geoffenbarten Erfindung abzuweichen.
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Beispiel 1
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2,04 g Hexadecyltributylphosphoniumbromid,
in der Folge als quaternäres
Salz bezeichnet oder noch einfacher als Quat, wurden bei Raumtemperatur
zu einem Lösungsmittelgemisch,
bestehend aus 96,0 ml Wasser und 4,0 ml Isopropanol, zugesetzt.
Die drei Verbindungen waren mischbar und ergaben eine einzige, klare Phase.
Ein Gemisch aus Natrium- und Calciumchloriden (70% NaCl, 30% CaCl2) wurde zu dem vorhergehenden Gemisch zugesetzt,
mit den in Tabelle 1 angeführten
Resultaten:
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Tabelle
1
Auswirkung von gemischtem Natrium/Calciumsalz auf gelöste quaternäre Salze
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Eine Zugabe von ungefähr 6% normalem
Salz zu ionischem Tensid/Wasser/Isopropanol ergab ein zu Beginn
wolkiges Gemisch, das sich zu zwei klaren Phasen absetzte. Die obere
Phase schien im wesentlichen Isopropanol zu sein und enthielt aufgelöste Feststoffe
in einem Ausmaß von
1,53g. Die Feststoffe waren vorwiegend quaternäre Salze von ionischem Tensid,
was darauf hinwies, daß die
Vorgangsweise ungefähr
75% der ursprünglichen
Quats zurückgewann.
Die Hauptmenge des anorganischen Salzes verblieb in der wäßrigen Phase.
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Beispiel 2
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Die untere Phase aus dem vorstehenden
Beispiel 1, in einem Ausmaß von
etwa 96 ml, wird von der oberen Phase, die 75% des quaternären Salzes
enthält,
abgetrennt und mit einem aliquoten Anteil Isopropanol im Ausmaß von 4,2
ml in Kontakt gebracht, 5 Minuten in Kontakt gehalten und dann 5
Minuten lang unter dem Einfluß der
Schwerkraft oder unter dem Einfluß von erhöhter Schwerkraft 10 Minuten
lang absetzen gelassen. Die Isopropanol (IPA) reiche Phase nahm
auf 4,9 ml zu. Die Analyse auf den Phosphorgehalt durch Flammenionisationsdetektion
zeigt, daß die
IPA-Phase 0,45 g quaternären
Inhibitor enthält.
Das Beispiel zeigt eindeutig, daß eine zweite Extraktionsstufe
die Rückgewinnung
der quaternären
Verbindung auf über
96% erhöhen würde.
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Beispiel 3
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Es wird eine Lösung ausgebildet, die die folgenden
Bestandteile enthält:
1,6 g Hexadecyltributylphosphoniumbromid, 3,1 g IPA, 1, 2 g NaCl
und 3 g CaCl2, alle gelöst in 96 g Wasser. Zu dieser
Lösung
werden 4 g eines Salzgemisches aus Natrium- und Calciumchloriden
und 2 g IPA zugesetzt. Das Gemisch wird 5 Minuten lang in Kontakt
gehalten und in zwei Phasen absetzen gelassen. Die Phosphorbestimmung
der IPA-reichen Phase zeigt, daß sie
1,4 g des Inhibitors enthält,
was zu einer 87%igen Rückgewinnung
führt.
Eine zweite Extraktion mit IPA erhöht die Rückgewinnung der quaternären Verbindung
auf 98%.
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Beispiel 4
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Durch Auflösen von 1 g der gleichen quaternären Phosphoniumverbindung,
die in den Beispielen 1 bis 3 verwendet wurde, in 4,5 g sek.-Butanol
und 95 g Wasser mit einem Gehalt an 4 g Natriumchlorid wird eine klare
Lösung
ausgebildet. Zu dieser Lösung
werden 4 g eines 50/50-Gewichtsgemisches von NaCl/CaCl2 zugesetzt.
Beim Mischen löst
sich das zugesetzte Salz auf und es tritt eine zweite Phase auf,
die im wesentlichen aus sek.-Butanol
und quaternärer
Verbindung zusammen mit kleinen Mengen Wasser besteht. Nach Trennen, Wiegen
und Flammenionisationsdetektion wird geschätzt, daß die obere sek.-Butanolphase
0,7 g enthält,
was eine 70 %igen Rückgewinnung
des Tensids angibt. Beim Kontaktieren der wäßrigen Phase mit einem weiteren aliquoten
Anteil von 2 g sek.-Butanol werden zusätzliche 0,27 g quaternäre Verbindung
extrahiert, wodurch die Rückgewinnung
auf etwa 97% ansteigt.
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Beispiel 5
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In folgender Weise werden zwei Lösungen bereitet:
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Die Lösung A wird durch Auflösen von
1,0 g eines quaternären
Ammoniumsalzes, worin R1 und R2 sek.-Butylgruppen
sind, wogegen R3 und R4 einfach
ungesättigte
Ketten mit 8 bis 12 Kohlenstoffatomen sind, in 4,1 g Triethylenglycol
(TEG) bereitet. Die Lösung
B wird durch Auflösen
eines 50/50-Gewichtsgemisches aus NaCl und CaCl2 in
140 g Wasser ausgebildet.
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Die Lösungen A und B werden durch
Schütteln
während
2 Minuten zusammengemischt, unter Ausbildung einer klaren Lösung C.
Diese Lösungsphase
ist repräsentativ
für die
wäßrige Phase,
die sich als die ölfreie
wäßrige Phase
aus einer Gas- oder Ölbohrung
ergeben würde.
Zu der Lösung
C wird ein 2 g-Anteil von TEG zugesetzt, und auch dieser löst sich
vollständig
auf. In das erhaltene Gemisch werden weitere 6,2 g eines 50/50-Gemisches aus NaCl/CaCl2 eingebracht. Die Lösung wird dann wol-kig. Bei einem Schütteln während 3 Minuten
und Absetzenlassen während
10 Minuten bilden sich zwei klare Phasen aus; eine wasserreiche
untere Phase, die die Hauptmenge der anorganischen Salze enthält, und
eine TEG-reiche obere Phase. Die obere Phase wiegt 7,1 g und eine
Elementaranalyse auf Stickstoff zeigt an, daß sie 89% des quaternären Salzes enthält. Die
obere Phase enthält
auch etwa 0,6 g Wasser.
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Dieses Beispiel zeigt, daß das Verfahren
in wirksamer weise zur Rückgewinnung
von quaternären
Salzen mit zwei langen Ketten verwendet werden kann und daß das TEG
auch als ein Extraktionsmittel für
die quaternären
Salze eingesetzt werden kann.