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Die vorliegende Erfindung betrifft eine Zusammensetzung, die einen
Zucker und/oder ein Zuckerderivat und eine wässerige Suspension von
Partikeln eines zumindest teilweise vernetzten elastomeren
Polyorganosiloxans enthält. Die Erfindung betrifft ferner die Verwendungen und
insbesondere die kosmetischen Verwendungen dieser Zusammensetzung,
insbesondere zur Pflege, zur Reinigung und/oder zum Abschminken der
Haut, der Schleimhäute, der Augen und/oder der Haare. Die Erfindung
betrifft außerdem die Verwendung einer wässerigen Suspension von
Partikeln eines Polyorganosiloxans in einer Zusammensetzung, die
mindestens einen Zucker und/oder ein Zuckerderivat enthält, um den klebrigen
Eindruck zu beseitigen, der von dem Zucker oder dem Zuckerderivat
herrührt.
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Um kosmetischen Zusammensetzungen einen besseren
Anwendungskomfort zu verleihen (Geschmeidigkeit, Weichheit und dergleichen) ist es
heute üblich, Zucker oder Zuckerderivate in die Zusammensetzungen
einzubringen, da diese Verbindungen insbesondere Geschmeidigkeit mit
sich bringen und zu einer besseren Verträglichkeit der Produkte führen.
So sind von Zuckern abgeleitete grenzflächenaktive Stoffe milder und
reizen weniger als herkömmliche grenzflächenaktive Stoffe. Zucker weisen
im übrigen gute hydratisierende Eigenschaften auf und werden daher als
Hydratisierungsmittel in kosmetische Zusammensetzungen
eingearbeitet.
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Zucker und ihre Derivate weisen jedoch den Nachteil auf, dass sie die
Zusammensetzungen, die sie enthalten, klebrig machen.
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Es besteht daher das Bedürfnis nach einer Zusammensetzung zur
topischen Anwendung und insbesondere einer kosmetischen Zusammensetzung,
die einen Zucker und/oder ein Zuckerderivat enthält und die auf
der Haut keinen klebrigen Eindruck hinterläßt.
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Die Anmelderin hat überraschend festgestellt, dass es möglich ist, den
klebrigen Eindruck, den eine Zusammensetzung, die einen Zucker
und/oder ein Zuckerderivat enthält, auf der Haut hinterläßt, durch
Zugabe einer wässerigen Suspension von Partikeln eines zumindest
teilweise vernetzten elastomeren Polyorganosiloxans zu beseitigen.
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In den Druckschriften EP-A-545002, WO-A-97/32561 und US-A-5,266,
321 sind zwar kosmetische Zusammensetzungen beschrieben, die
Partikel eines elastomeren Polyorganosiloxans enthalten und ferner
Zuckerester aufweisen können. Die in diesen Druckschriften beschriebenen
elastomeren Polyorganosiloxan-Partikel liegen jedoch in Form von öligen und
insbesondere siliconhaltigen Gelen vor, in denen die Partikel quellen,
während die gemäß der vorliegenden Erfindung verwendeten Partikel in
einem wässerigen Medium dispergiert sind, worin sie nicht quellen. Die
in den oben genannten Druckschriften beschriebenen öligen Gele werden
in eine Ölphase und nicht in eine wässerige Phase eingearbeitet, weshalb
sie beim Auftragen auf die Haut kein Gefühl von Frische hervorrufen. Im
Gegensatz zu den in der vorliegenden Erfindung verwendeten Partikeln
in wässeriger Suspension bewirken sie auch nicht die Aufhebung der
klebrigen Wirkung von Zuckern oder Zuckerderivaten.
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Die Erfindung betrifft daher eine Zusammensetzung, die in einem
physiologisch akzeptablen Medium mindestens eine wässerige Phase,
mindestens einen Zucker und/oder mindestens ein Zuckerderivat und eine
wässerige Suspension von Partikeln eines zumindest teilweise vernetzten
elastomeren Polyorganosiloxans enthält, wobei die Suspension in der
wässerigen Phase der Zusammensetzung vorliegt.
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Unter "physiologisch akzeptabel" wird ein Medium verstanden, das mit
der Haut, den Augen und den Keratinfasern des Menschen kompatibel
ist.
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Im übrigen werden in der vorliegenden Anmeldung unter "Zucker"
Verbindungen verstanden, in denen mehrere Alkoholgruppen mit oder ohne
Aldehydgruppe oder Ketongruppe vorliegen und die mindestens 4
Kohlenstoffatome und vorzugsweise 5 bis 6 Kohlenstoffatome aufweisen.
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Aufgrund der Tatsache, dass die Partikel eines zumindest teilweise
vernetzten elastomeren Polyorganosiloxans in wässeriger Suspension
vorliegen und daher in eine wässerige Phase eingebracht werden, ist die
erhaltene Zusammensetzung bei der Anwendung wesentlich frischer und
angenehmer, als wenn die Partikel in der Ölphase vorlägen. Die
erfrischende Wirkung wird im Fall von Zusammensetzungen, die eine Ölphase
enthalten und insbesondere im Fall von Öl-in-Wasser-Emulsionen (O/W)
oder Wasser-in-Öl-Emulsionen (W/O), besonders deutlich.
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Im übrigen kann, wie oben angegeben, durch die Anwesenheit der
wässerigen Suspension von Partikeln eines elastomeren Polyorganosiloxans
in der Zusammensetzung die klebrige Wirkung, die durch den Zucker
oder das Zuckerderivat hervorgerufen wird, vermieden werden.
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Die vorliegende Erfindung betrifft daher auch die Verwendung einer
wässerigen Suspension von Partikeln eines zumindest teilweise vernetzten
elastomeren Polyorganosiloxans in einer Zusammensetzung, die
mindestens einen Zucker und/oder ein Zuckerderivat enthält, um das klebrige
Gefühl zu beseitigen, das von dem Zucker und/oder dem Zuckerderivat
herrührt.
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Unter "elastomer" wird ein weiches, verformbares Material verstanden,
das viskoelastische Eigenschaften und insbesondere die Konsistenz eines
Schwammes oder einer weichen Kugel aufweist. Der Elastizitätsmodul
des Materials ist so, dass es gegenüber Verformung beständig und
begrenzt dehnbar und kontrahierbar ist. Das Material ist befähigt, nach
einer Dehnung wieder seine ursprüngliche Form einzunehmen. Das
Elastomer wird von Polymerketten mit hohem Molekulargewicht gebildet,
deren Beweglichkeit durch ein einheitliches Gitter von
Vernetzungsstellen eingeschränkt ist.
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Die elastomeren Polyorganosiloxane der erfindungsgemäßen
Zusammensetzung trocknen die Haut nicht aus und bringen gute kosmetische
Eigenschaften ein, insbesondere in Hinblick auf Geschmeidigkeit und
Mattheit. Die Elastomere führen zu Zusammensetzungen, die angenehm
anzuwenden sind, sich gut verteilen lassen, geschmeidig sind, sich nicht
klebrig anfühlen und nicht fettig sind.
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Die erfindungsgemäßen elastomeren Polyorganosiloxane sind teilweise
oder vollständig vernetzt und weisen eine dreidimensionale Struktur auf.
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Die erfindungsgemäßen Elastomere liegen in Form eines emulgierten
Gels vor, das ein elastomeres Polyorganosiloxan mit dreidimensionaler
Struktur enthält, welches in Wasser dispergiert vorliegt. Die Dispersion
(oder Suspension) von Partikeln ist homogen. Die Elastomere können
insbesondere unter den vernetzten Polymeren ausgewählt sein, die in der
Anmeldung JP-A-10/175816 beschrieben sind. Gemäß dieser
Anmeldung werden sie durch Addition und Vernetzung mindestens
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- (a) eines Polyorganosiloxans (i), das pro Molekül mindestens zwei
Vinylgruppen in α-ω-Stellung der Siliconkette aufweist, und
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- (b) eines Polyorganosiloxans (ii), das pro Molekül mindestens ein
Wasserstoffatom aufweist, das an ein Siliciumatom gebunden ist,
hergestellt, wobei die Umsetzung in Gegenwart eines Katalysators,
insbesondere eines Katalysators vom Platintyp, erfolgt.
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Das Polyorganosiloxan (i) ist insbesondere unter Polydimethylsiloxanen
ausgewählt; es handelt sich spezieller um ein
α-co-Dimethylvinylpolydimethylsiloxan.
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Die in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung verwendete wässerige
Suspension von elastomeren Polyorganosiloxan-Partikeln kann
insbesondere folgendermaßen hergestellt werden:
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- (a) Mischen des Polyorganosiloxans (i) mit dem Polyorganosiloxan (ii),
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- (b) Zugabe der wässerigen Phase, die einen Emulgator enthält, zu dem
Gemisch von Schritt (a),
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- (c) Emulgieren der wässerigen Phase und des Gemischs,
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- (d) Zugabe von warmem Wasser zu der Emulsion von Schritt (c) und
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- (e) Polymerisation des in Emulsion befindlichen Polyorganosiloxans (i)
und Polyorganosiloxans (ii) in Gegenwart eines Platinkatalysators.
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Der Schritt (c) wird vorzugsweise in Gegenwart eines nichtionischen
Emulgators durchgeführt.
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Das Wasser wird in diesem Verfahren vorteilhaft mit einer Temperatur
von etwa 40 bis 60ºC zugegeben. Nach dem Schritt (e) können die
erhaltenen Partikel getrocknet werden, um das in ihnen eingeschlossene
Wasser teilweise oder vollständig zu verdampfen.
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Die Polyorganosiloxane liegen in Form von festen verformbaren Partikeln
vor, die eine definierte, bei Umgebungstemperatur mit einem Shore-A-
Härtemesser (gemäß der Norm ASTM D2240) oder nach dem japanischen
Verfahren JIS-A bestimmbare Härte aufweisen. Die Härte kann an einem
Elastomerblock bestimmt werden, der zu diesem Zweck folgendermaßen
hergestellt wird: Mischen des Polyorganosiloxans (i) mit dem
Polyorganosiloxan (ii); Beseitigen der Luft aus dem Gemisch; Formen und
Vulkanisieren im Ofen bei 100ºC während einer Zeitspanne von 30 Minuten;
Abkühlen auf Umgebungstemperatur und anschließend Bestimmen der
Härte. Die Dichte wird ebenfalls an diesem Elastomerblock bestimmt.
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Die Shore-Härte ist insbesondere kleiner oder gleich 80 und besser noch
kleiner 65. Bei den Polyorganosiloxanen der erfindungsgemäßen
Zusammensetzung handelt es sich beispielsweise um die Produkte, die
unter den Bezeichnungen BY 29-122 und BY 29-119 von der Firma Dow
Corning Electric im Handel sind. Es kann auch ein Gemisch dieser
Handelsprodukte verwendet werden. Ein Elastomerblock BY 29-122 weist
eine Härte von 7, ein Block BY 29-119 eine Härte von 30 auf. Die Dichte
liegt bei 0,97 bis 0,98. Die Suspensionen der Produkte BY 29-122 und
BY 29-119 enthalten ungefähr 63 Gew.-% elastomere Polyorganosiloxan-
Partikel (also ungefähr 63% Wirkstoff), bezogen auf das Gesamtgewicht
der Suspension.
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Die Partikel eines elastomeren Polyorganosiloxans (ausgedrückt als
Wirkstoff) weisen insbesondere eine Größe im Bereich von 0,1 bis 500 um
und besser noch von 3 bis 200 um auf. Die Partikel können kugelig,
flach oder amorph mit vorzugsweise kugelförmiger Gestalt sein.
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Wie in dem obenbeschriebenen Verfahren angegeben können die
Polyorganosiloxan-Partikel mit einem oder mehreren nichtionischen,
kationischen oder anionischen Emulgatoren mit einem HLB-Wert (Hydrophilic
Lipophilic Balance) von größer oder gleich 8 kombiniert werden, damit
sie sich in stabiler Weise im Wasser verteilen. Der Anteil von
Emulgatoren in der wässerigen Suspension liegt vorzugsweise im Bereich von 0,1
bis 20 Gewichtsteilen auf 100 Gewichtsteile der wässerigen Suspension
eines elastomeren Polyorganosiloxans und besser noch im Bereich von
0,5 bis 10 Gewichtsteilen (siehe Beschreibung der Druckschrift JP-A-
10/ 175816).
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Die elastomeren Polyorganosiloxan-Partikel können in der wässerigen
Suspension ferner mit Fettsubstanzen und insbesondere mit Ölen, wie
den Ölen, die in der Druckschrift JP-A-10/175816 beschrieben sind,
Wachsen oder Gummen, die bei Raumtemperatur fest sind, pastösen
Fettsubstanzen, die tierischen, pflanzlichen, mineralischen oder
synthetischen Ursprungs sind, den Gemischen dieser Verbindungen sowie
anorganischen Pulvern, wie den Pulvern, die in dieser Druckschrift
beschrieben sind, kombiniert sein.
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Die elastomeren Polyorganosiloxan-Partikel liegen in der
erfindungsgemäßen Zusammensetzung vorzugsweise in einem als Wirkstoff
ausgedrückten Mengenanteil von beispielsweise 0,1 bis 30 Gew.-% und
vorzugsweise von 0,5 bis 20 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der
Zusammensetzung, vor.
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Von den Zuckern, die in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung
verwendbar sind, können beispielsweise Sucrose (oder Saccharose),
Glucose, Galactose, Ribose, Fucose, Trehalose, Maltose, Fructose, Mannose,
Arabinose, Xylose, Lactose, Derivate und insbesondere alkylierte
Derivate dieser Verbindungen, wie methylierte Derivate, wie beispielsweise
Methylglucose, sowie Verbindungen, die einen oder mehrere Zucker
enthalten, und deren Gemische angegeben werden. Von den Verbindungen, die
einen Zucker oder ein Gemisch von Zuckern enthalten, können
natürliche Verbindungen, wie Honig, und Polymere angegeben werden, wie
beispielsweise das Produkt, das unter der Bezeichnung "Fucogel 1000" von
der Firma Solabia im Handel ist (CTFA-Name: Biosaccharide gum-1), ein
Polymer, das Fucose, Galactose und Galacturonsäure enthält.
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Von den in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung verwendbaren
Zuckerderivaten können insbesondere gegebenenfalls alkoxylierte
(ethoxylierte und/ oder propoxylierte) oder mehrfach mit Glycerin veretherte
Fettester eines Zuckers und Fettether eines Zuckers genannt werden.
Diese Verbindungen können insbesondere als emulgierende
grenzflächenaktive Stoffe verwendet werden.
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Die Ester einer Fettsäure mit einem Zucker, die in der
erfindungsgemäßen Zusammensetzung verwendbar sind, können insbesondere unter
Estern oder Gemischen von Estern von Fettsäuren mit 12 bis 22
Kohlenstoffatomen, die geradkettig oder verzweigt, gesättigt oder ungesättigt
vorliegen, mit Saccharose, Maltose, Glucose, Fructose, Mannose,
Galactose, Arabinose, Xylose, Lactose, Trehalose oder Methylglucose
ausgewählt werden. Die Ester sind vorzugsweise unter Mono-, Di-, Tri- und
Tetraestern, Polyestern und deren Gemischen ausgewählt. Die Ester
können insbesondere unter Stearaten, Behenaten, Cocoaten,
Arachidonaten, Palmitaten, Myrsitaten, Lauraten, Capraten, Oleaten, Lauraten
und deren Gemischen ausgewählt werden.
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Es werden vorzugsweise Saccharoseester verwendet. Beispiele für
Saccharoseester sind etwa Saccharosecocoat, Saccharosemonooctanoat,
Saccharosemonodecanoat, Saccharosemonolaurat, Saccharosedilaurat,
Saccharosemonomyristat, Saccharosemonopalmitat,
Saccharosedipalmitat, Saccharosemonostearat, Saccharosedistearat, Saccharosemonooleat,
Saccharosedioleat, Saccharosetrioleat, Saccharosemonolinoleat und
Saccharosedilinoleat, Saccharosepolyester, wie Saccharosepentaoleat,
Saccharosehexaoleat, Saccharoseheptaoleat oder Saccharoseoctooleat, und
gemischte Ester, wie Saccharosepalmitostearat.
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Als Beispiele für Ester oder Gemische von Estern von Fettsäuren mit
Saccharose können die Produkte genannt werden, die von der Firma
CRODESTA unter den Bezeichnungen F160, F140, F110, F90, F70 bzw.
SL 40 im Handel sind und bei denen es sich um
Saccharosepalmitostearate, die aus 73% Monoester und 27% Di- und Triester, aus 61%
Monoester und 39% Di-Tri-Tetraester, aus 52% Monoester und 48% Di-
Tri-Tetraester, aus 45% Monoester und 55% Di-, Tri- und Tetraester
bzw. aus 39% Monoester und 61% Di-, Tri- und Tetraester bestehen,
bzw. um Saccharosemonolaurat handelt. Es können auch die Produkte
verwendet werden, die von der Firma MITSUBISHI unter der
Bezeichnung Ryoto Sugar esters, beispielsweise unter der Ziffer B370, im
Handel sind und die einem Saccharosebehenat entsprechen, das aus 20%
Monoester und 80% Di-Triester-Polyester besteht. Es kann auch das
Saccharosemono-di-palmitostearat genannt werden, das von der Firma
Goldschmidt unter der Bezeichnung "Tegosoft PSE" im Handel ist.
Außerdem kann auch ein Gemisch dieser verschiedenen Produkte
verwendet werden.
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Der Zuckerester kann auch im Gemisch mit einer weiteren Verbindung
vorliegen, die nicht von einem Zucker abgeleitet ist; so kann
beispielsweise das Gemisch von Sorbitanstearat und Saccharosecocoat genannt
werden, das unter der Bezeichnung "Arlatone 2121" von der Firma ICI im
Handel ist.
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Als weitere Zuckerester können beispielsweise Glucosetrioleat,
Galactosedioleat, Galactosetrioleat, Galactosetetraoleat, Galactosepentaoleat,
Arabinosedilinoleat, Arabinosetrilinoleat, Arabinosetetralinoleat,
Xylosedilinoleat, Xylosetrilinoleat oder Xylosetetralinoleat genannt werden.
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Beispiele für Ester oder Gemische von Estern von Fettsäuren mit
Methylglucose sind etwa das Distearat von Methylglucose und Polyglycerin-
3, das von der Firma Goldschmidt unter der Bezeichnung Tegocare 450
im Handel ist. Es können ferner Glucosemonoester oder Maltosemonoester
angegeben werden, wie 6-O-Hexadecanoyl-D-methylglucosid oder 6-
O-Hexadecanoyl-D-maltose.
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Als Beispiel für ethoxylierte Ester einer Fettsäure mit einem Zucker kann
ethoxyliertes Methylglucosesesquistearat (20 EO) angegeben werden, wie
das Produkt, das unter der Bezeichnung "Glucamate SSE-20" von der
Firma Amerchol im Handel ist.
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Die Ether von Fettalkoholen und Zuckern, die in der erfindungsgemäßen
Zusammensetzung als grenzflächenaktive Stoffe verwendbar sind,
können insbesondere unter Ethern oder Gemischen von Ethern von
Fettalkoholen mit 8 bis 22 Kohlenstoffatomen und Glucose, Maltose,
Saccharose oder Fructose und Ethern oder Gemischen von Ethern von
Fettalkoholen mit 14 bis 22 Kohlenstoffatomen und Methylglucose ausgewählt
sein. Es handelt sich insbesondere um Alkylpolyglucoside.
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Die Fettalkohole mit 8 bis 22 bzw. mit 14 bis 22 Kohlenstoffatomen, die
die Fettgruppe der Zuckerether bilden, besitzen eine gesättigte oder
ungesättigte lineare Alkylkette, die 8 bis 22 bzw. 14 bis 22
Kohlenstoffatome aufweist. Die Fettgruppe der Ether kann insbesondere unter den
Gruppen Decyl, Cetyl, Behenyl, Arachidyl, Stearyl, Palmityl, Myristyl,
Lauryl, Capryl, Hexadecanyl und deren Gemischen, wie Cetearyl,
ausgewählt sein.
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Als Beispiele für Ether von Fettalkoholen und Zuckern können
Alkylpolyglucoside genannt werden, wie Decylglucosid und Laurylglucosid, die
beispielsweise von der Firma Henkel unter den Bezeichnungen Plantaren
2000 bzw. Plantaren 1200 im Handel sind, Cetostearylglucosid,
gegebenenfalls im Gemisch mit Cetostearylalkohol, das beispielsweise unter der
Bezeichnung Montanov 68 von der Firma Seppic, unter der Bezeichnung
Tegocare CG90 von der Firma Goldschmidt und unter der Bezeichnung
Emulgade KE3302 von der Firma Henkel im Handel ist, sowie
Arachidylglucosid, beispielsweise in Form des Gemischs von Arachidylalkohol
und Behenylalkohol mit Arachidylglucosid, das unter der Bezeichnung
Montanov 202 von der Firma Seppic im Handel ist. Es können ferner
Alkylpolyglucoside mit einem HLB-Wert (Hydrophilic Lipophilic Balance)
von kleiner 7 genannt werden, die insbesondere in W/O-Emulsionen
verwendet werden können, wie Isostearylglucosid, gegebenenfalls im
Gemisch mit Isostearylalkohol, das beispielsweise unter der Bezeichnung
Montanov WO18 von der Firma Seppic im Handel ist, und Oleylglucosid,
gegebenenfalls im Gemisch mit Oleylalkohol, das von der Firma Seppic
im Handel ist. Nach einer speziellen Ausführungsform der Erfindung
kann das oben definierte Gemisch des Alkylpolyglucosids mit dem
entsprechenden Fettalkohol in Form einer selbstemulgierenden
Zusammensetzung vorliegen, wie es beispielsweise in der Druckschrift WO-A-
92/06778 beschrieben ist.
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Die Zucker oder Zuckerderivate können in die wässerige Phase oder in
eine Ölphase der erfindungsgemäßen Zusammensetzung eingebracht
werden. Im allgemeinen werden die Zucker in die wässerige Phase
gegeben. Was die Zuckerderivate anbelangt, so werden sie in Abhängigkeit
ihrer hydrophilen oder lipophilen Eigenschaften in die wässerige Phase
oder in eine Ölphase eingearbeitet.
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Der Mengenanteil des Zuckers bzw. der Zucker und/ oder des
Zuckerderivats bzw. der Zuckerderivate in der erfindungsgemäßen
Zusammensetzung kann in Abhängigkeit von dem gewünschten Ergebnis in hohem
Maße variieren. Er kann beispielsweise im Bereich von 0,1 bis 20 Gew.-
% und vorzugsweise von 0,5 bis 10 Gew.-%, bezogen auf das
Gesamtgewicht der Zusammensetzung, liegen.
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Die erfindungsgemäße Zusammensetzung ist insbesondere für eine
topische Anwendung geeignet und sie kann insbesondere eine kosmetische
und/oder dermatologische Zusammensetzung darstellen.
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Die Zusammensetzung kann in beliebigen galenischen Formen vorliegen,
die üblicherweise in der Kosmetik und Dermatologie verwendet werden,
und sie kann insbesondere als gegebenenfalls gelierte wässerige Lösung,
als wässeriges Gel, als Dispersion, als Emulsion, die durch Dispergieren
einer Ölphase in einer wässerigen Phase (O/W) oder umgekehrt (W/O)
erhalten wird, oder als dreifache Emulsion (W/O/W oder O/W/O)
vorliegen. Sie kann auch in vektorisierter Form vorliegen, wie beispielsweise in
Form von Nanokapseln, Liposomen, Nanoemulsionen oder Oleosomen.
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Die Zusammensetzungen werden nach den herkömmlichen Verfahren
hergestellt.
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Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung liegt die
Zusammensetzung als O/W-Emulsion oder W/O-Emulsion und
vorzugsweise als O/W-Emulsion vor.
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Wenn die Zusammensetzung als Emulsion vorliegt, kann die Emulsion
herkömmlich mindestens ein Öl und gegebenenfalls einen geeigneten
Emulgator enthalten, bei dem es sich insbesondere um ein Zuckerderivat
handeln kann.
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Die Art der Ölphase, die in der Zusammensetzung der Emulsionen
enthalten ist, ist nicht kritisch und sie kann aus beliebigen Fettsubstanzen
und insbesondere aus Ölen, die herkömmlich in der Kosmetik und
Dermatologie verwendet werden, bestehen.
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Von den in der erfindungsgemäßen Emulsion verwendbaren Ölen
können beispielsweise pflanzliche Öle (beispielsweise Aprikosenkernöl, Jojobaöl,
Avocadoöl, Sesamöl, Sonnenblumenöl, Maisöl, Sojaöl, Safloröl,
Traubenkernöl, flüssige Fraktion von Sheabutter, pflanzliches
Perhydrosqualen), Mineralöle (Vaseline, Isoparaffine, wie Isohexadecan und
Dioctylcyclohexan), synthetische Öle (Capryl-/Caprin-Triglyceride,
Isopropylmyristat, Cetearyloctanoat, Polyisobutylen, Ethylhexylpalmitat,
Alkylbenzoate), flüchtige (Cyclometicon, wie Cyclohexameticon) oder nicht
flüchtige Siliconöle und fluorierte Öle angegeben werden. Weitere
Fettsubstanzen, die in der Ölphase vorliegen können, können beispielsweise
Fettsäuren, wie Stearinsäure, Fettalkohole, wie Stearylalkohol, und Wachse
sein.
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Die Ölphase der Emulsion kann beispielsweise 1 bis 50 Gew.-% und
besser noch 5 bis 40 Gew.-% des Gesamtgewichts der Emulsion ausmachen.
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Die Emulsionen können mindestens einen Emulgator enthalten, mit dem
die Öl/Wasser-Grenzfläche stabilisiert werden kann. Der Emulgator
kann unter Emulgatoren ausgewählt werden, die von Zuckern abgeleitet
sind, er kann aber auch aus amphoteren, anionischen, kationischen
oder nichtionischen grenzflächenaktiven Stoffen bestehen, die allein oder
im Gemisch verwendet werden. Die Emulgatoren werden in Abhängigkeit
von der Emulsion, die hergestellt werden soll (W/O oder O/W), in
geeigneter Form ausgewählt.
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Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen können ferner in
bekannter Weise in der Kosmetik und Dermatologie herkömmliche Zusatzstoffe
enthalten, wie hydrophile oder lipophile Wirkstoffe, Konservierungsstoffe,
Antioxidantien, Parfums, Füllstoffe, Färbemittel (Pigmente oder
Farbstoffe), Sonnenschutzfilter und auch Lipidvesikel. Die Zusatzstoffe werden in
den in der Kosmetik oder Dermatologie üblichen Mengenanteilen
verwendet, beispielsweise in einem Mengenanteil von 0,01 bis 20% des
Gesamtgewichts der Emulsion, und sie werden in Abhängigkeit von ihrer
Art in die wässerige Phase oder in die Ölphase der Zusammensetzung
oder auch in Vesikel eingebracht. Sie werden in Abhängigkeit von ihrer
Art in die eine oder in die andere Phase der Zusammensetzung oder
auch in Vesikel eingebracht.
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Der Fachmann wird die gegebenenfalls verwendete ergänzende
Verbindung oder die ergänzenden Verbindungen und/oder ihre Menge
selbstverständlich so auswählen, dass die vorteilhaften Eigenschaften der
erfindungsgemäßen Zusammensetzung durch den beabsichtigten Zusatz
nicht oder im wesentlichen nicht verändert werden.
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Von den Wirkstoffen können insbesondere angegeben werden:
Sonnenschutzfilter, Vitamine und insbesondere Vitamin A (Retinol), C
(Ascorbinsäure), E (Tocopherol), B3 (Niacinamid), F und D und deren Derivate,
ungesättigte Fettsäuren, wie Linolsäure und Linolensäure, α-Bisabolol,
die oben bei den Ölen angegebenen Butterarten pflanzlichen Ursprungs,
wie Shoreabutter oder Sheabutter, die die Lipidbarriere der Haut wieder
aufbauen und mit denen trockene Haut behandelt werden kann,
Harnstoff, Rutin, Enzyme, natürliche Extrakte, wie grüner Tee,
Melissenextrakt und Thymianextrakt, Procyanidin-Oligomere (PCO), wie Weißdorn-
PCO, Kiefern-PCO und Trauben-PCO, verschiedene Säuren, wie
Kojisäure, Kaffeesäure, Retinsäure und ihre Derivate,
Benzol-1,4-di(3-methylidencampher-10-sulfonsäure), Carotinoide, wie Carotine, wie
beispielsweise α-Carotin, β-Catorin, γ-Carotin, β,φ-Carotin, ξ-Carotin, β,λ-Carotin,
Lycopin (Ψ,Ψ-Carotin) und die Gemische dieser Verbindungen.
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In Abhängigkeit von der Fluidität der Zusammensetzung, die erhalten
werden soll, können ein oder mehrere Gelbildner zu der
Zusammensetzung gegeben werden, wie Tone, Polysaccharidgummen und ihre
Derivate (Xanthangummi), Carboxyvinylpolymere oder Carbomere,
Polyacrylamide und Acrylamid-Copolymere, wie das Produkt, das unter der
Bezeichnung
SEPIGEL 305 von der Firma Seppic im Handel ist, und das
Produkt, das unter der Bezeichnung HOSTACERIN AMPS von der Firma
Hoechst im Handel ist (CTFA-Name: Ammonium
polyacryldimethyltauramide). Die Gelbildner werden im allgemeinen in Konzentrationen im
Bereich von 0,1 bis 10%, vorzugsweise von 0,1 bis 5% und besser noch
von 0,1 bis 3% des Gesamtgewichts der Zusammensetzung verwendet.
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Von den Füllstoffen, die in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung
verwendet werden können, können beispielsweise angegeben werden:
Polyamidpartikel und insbesondere diejenigen, die unter der
Bezeichnung Orgasol von der Firma Atochem im Handel sind, Polyethylenpulver,
Mikrokugeln auf der Basis von Acrylcopolymeren, wie Mikrokugeln aus
Ethylenglykoldimethacrylat/Laurylmethacrylat-Copolymer, die von der
Firma Dow Corning unter der Bezeichnung Polytrap im Handel sind,
expandierte Pulver, wie Mikrohohlkugeln und insbesondere die
Mikrokugeln, die unter der Handelsbezeichnung Expancel von der Firma
Kemanord Plast oder unter der Handelsbezeichnung Micropearl F 80 ED von
der Firma Matsumoto im Handel sind, Pulver von natürlichen
organischen Materialien, wie vernetzter oder nicht vernetzter Maisstärke,
Weizenstärke oder Reisstärke, wie Pulver von Stärke, die mit
Octenylbernsteinsäureanhydrid vernetzt ist, die unter der Bezeichnung Dry-Flo
von der Firma National Starch im Handel sind, Mikrokügelchen aus
Siliconharz, wie diejenigen, die unter der Bezeichnung Tospearl von der
Firma Toshiba Silicone im Handel sind, und deren Gemische.
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Die Zusammensetzungen, auf die sich die Erfindung bezieht, finden
insbesondere in einer Vielzahl von kosmetischen Behandlungen der Haut,
der Lippen und der Haare, einschließlich der Kopfhaut, Anwendung,
insbesondere zur Behandlung, zum Schutz, zur Pflege, zum Abschminken
und/oder zur Reinigung der Haut, der Lippen und/oder der Haare. Sie
können ferner zur Behandlung trockener Haut und/oder trockener
Lippen und/oder empfindlicher Haut bestimmt sein.
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Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen können beispielsweise als
Pflegeprodukte, Abschminkprodukte und/oder Reinigungsprodukte für
das Gesicht in Form von Cremes oder Milchen verwendet werden.
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Die Erfindung hat ferner die kosmetische Verwendung der oben
definierten Zusammensetzung zur Behandlung, zum Schutz, zur Pflege, zum
Abschminken und/oder zur Reinigung der Haut, der Lippen und/oder
der Haare zum Gegenstand.
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Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur kosmetischen Behandlung
der Haut, einschließlich der Kopfhaut, der Haare und/oder der Lippen,
das dadurch gekennzeichnet ist, dass eine oben definierte
Zusammensetzung auf die Haut, die Haare und/oder die Lippen aufgebracht wird.
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Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist die Verwendung der oben
definierten Zusammensetzung zur Herstellung einer Zusammensetzung,
die zur Pflege trockener Haut und/oder trockener Lippen und/oder
empfindlicher Haut bestimmt ist.
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Die nachfolgend angegebenen Beispiele von Zusammensetzungen dienen
der Erläuterung und sind nicht einschränkend. Sofern nichts anderes
vermerkt ist, sind die Mengenanteile in Gew.-% angegeben.
Beispiel 1: Öl-in-Wasser-Emulsion
Wässerige Phase
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Glycerin 5%
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BY 29-122 (63% Wirkstoff) 5%
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Konservierungsstoffe 0,3%
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Honig 0,5%
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Wasser q.s.p. 100%
Ölphase
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Saccharosepalmitostearat (Tegosoft PSE von
der Firma Goldschmidt) 3%
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Stearinsäure 1%
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Stearylalkohol 3%
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Vaselineöl 10%
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pflanzliches Perhydrosqualen 10%
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Cyclohexameticon 5%
Gelbildner
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Sepigel 305 1%.
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Vorgehensweise: Die beiden Phasen werden getrennt voneinander auf 70
ºC erwärmt, worauf die Ölphase unter Rühren in der wässerigen Phase
dispergiert wird. Anschließend wird bei einer Temperatur von ungefähr
60ºC der Gelbildner zugegeben.
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Es wird eine glatte, sehr reichhaltige, geschmeidige und beruhigende
Creme erhalten. Trotz des hohen Gehalts an Fettsubstanzen ist die
Creme weder klebrig noch fettig.
Beispiel 2: Wasser-in-Öl-Emulsion
Ölphase
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Cetyldimeticoncopolyol (Emulgator) 1,5%
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Polyglyceryl-4-isostearat (Coemulgator) 0,5%
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Isohexadecan 5%
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Cyclohexameticon 10%
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Perhydrosqualen 10,5%
Füllstoffe
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Expancel 551 0,5%
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vernetzte Stärke (Dry Flo) 2%
Wässerige Phase
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Glycerin 5%
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Magnesiumsulfat 0,5%
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Fucogel 1000 (von der Firma Solabia) 3%
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Konservierungsstoffe 0,4%
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BY 29-122 (63% Wirkstoff) 5%
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Wasser q.s.p. 100%.
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Vorgehensweise: Die Füllstoffe werden in der Ölphase dispergiert,
wonach die wässerige Phase sehr langsam unter starkem Rühren in dem
erhaltenen Gemisch dispergiert wird.
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Es wird eine Pflegecreme erhalten, die zur Pflege trockener Haut geeignet
ist.
Beispiel 3: Wasser-in-Öl-Emulsion
Ölphase
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Isostearylglucosid/Isostearylalkohol (15/85)
(0,45% Alkylpolyglucosid, ausgedrückt als Wirkstoff) 3%
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Aprikosenkernöl 8%
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Cyclohexameticon 8%
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Wachs 2%
Wässerige Phase
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Glycerin 5%
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Magnesiumsulfat 0,5%
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Trehalose 1%
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BY 29-122 (63% Wirkstoff) 5%
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Konservierungsstoffe 0,4%
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Wasser q.s.p. 100%.
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Vorgehensweise: Die Ölphase und die wässerige Phase werden getrennt
voneinander auf 75ºC erwärmt, worauf durch Dispergieren der
wässerigen Phase in der Ölphase unter kräftigem Rühren emulgiert wird.
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Es wird eine Creme erhalten, die beim Auftragen glatt, geschmeidig und
reichhaltig ist. Sie dringt leicht ein, wobei sie sofort eine nährende und
beruhigende Wirkung mit sich bringt. Sie ist besonders zur Pflege
trockener und empfindlicher Haut geeignet.