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Rechenvorrichtung Für den Unterricht von Kindern ist allgemein die
sog. Russische Rechenmaschine bekannt, bei der Kugeln als Rechenzeichen auf Drähten
waagerecht verschiebbar sind. Es ist ferner für Rechenvorrichtungen bereits vorgeschlagen,
die Drähte senkrecht anzuordnen, ihren oberen Teil durch eine Tafel zu verdecken
und die Drähte voneinander in solchen Abständen anzuordnen, daß je drei Reihen näher
aneinanderstehen und dann eine größere Lücke ist.
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Statt einzelner Kugeln sind auch bereits Schieber für ähnliche Zwecke
bekannt, auf denen mehrere Rechenzeichen dargestellt sind. Bei einem anderen Vorschlag
sind die Rechenzeichen auf über Rollen laufende Bänder aufgetragen.
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Außerdem ist es für den Unterricht bereits bekannt, Rechentafeln zu
verwenden, auf denen Vertiefungen oder Stifte in ein Quadrat bildenden Reihen zum
Anbringen einzelner Rechenzeichen angeordnet sind.
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Die Erfindung bezweckt, eine Rechenvorrichtung zu schaffen, an der
die Darstellung sowohl des Dezimalsystems und der Dezimalbrüche als auch der vier
Grundrechnungsarten mit Einsatz, Rechnungsvorgang und Ergebnis möglich ist. Dies
wird gemäß der Erfindung im wesentlichen durch die Vereinigung folgender Einrichtungen
an einem einzigen Gerät erreicht: Vier bis zehn Schieber, die je zehn Rechenscheiben
oder Rechenkörper tragen, sind senkrecht, zweckmäßig mittels endloser Bänder, die
durch Bohrungen und über Rollen laufen, über eine waagerechte Grenzlinie verschiebbar
nebeneinander in einem Rahmen angeordnet. Die Rechenscheiben haben auf jedem einzelnen
Schieber dieselbe Farbe, doch unterscheidet sich die Farbe von Schieber zu Schieber.
Die Tafel, die in bekannter Weise die obere Hälfte der Grundplatte abdeckt, ist
als Rechentafel ausgebildet. Diese zeigt zehn Reihen von je zehn Vertiefungen, in
welche Rechenkörper einzusetzen sind, die entsprechend den Rechenscheiben der Schieber
verschieden gefärbt und wie diese zu werten sind. Die Rechentafel ist am Traggestell
lösbar und drehbar befestigt. Sie besitzt zweckmäßig am unteren Rand eine Setzleiste.
Ein senkrecht gestellter Stab kann als Wertgrenze vorgesehen sein. Des weiteren
betrifft die Erfindung Ausbildungen einer solchen Rechenvorrichtung.
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Die Abbildungen zeigen den Gegenstand der Erfindung an einem Ausführungsbeispiel,
und zwar Abb. = die Vorderansicht der Rechenvorrichtung ohne die als Deckplatte
dienende Rechentafel, Abb. 2 die Rechenvorrichtung von vorn gesehen mit einer eingestellten
Zahl, Abb. 3 einen senkrechten Schnitt durch die Einrichtung nach Abb. 2, Abb. q.
eine Ansicht der Rechentafel mit verschieden eingesetzten Rechenkörpern, Abb.5 Rechenkörper
in. Draufsicht und Querschnitt, . Abb. 6 die Rolle mit dem Seil, Abb. 7 eine Scheibe
mit Bohrungen, Abb.8 einen waagerechten Schnitt durch die Einrichtung nach Abb.
2.
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Die Rechenvorrichtung kann aus Holz, Karton, Metall und anderem Material
hergestellt werden. Das Traggestell z hat den Zweck, dem
Ganzen
als Halt und Stütze zu dienen. Am Traggestell i oder an der Grundplatte 2 sind die
Rollen 7 angebracht. Die Grundplatte 2 weist außerdem noch die Bohrungen 8 und g
(Abb. i) auf und wird durch eine waagerechte Grenzbezeichnung (Strich, Draht, Leiste
o. dgl.) io halbiert. Vor der Grundplatte 2 sind Schieber 4 mit Rechenkörpern 3
auf je einem endlosen Seil 6, das oben und unten über je eine solche Rolle 7 läuft
oder durch Bohrungen g geht, in senkrechter Richtung bewegbar. Zur leichten Handhabung
dient ein Schiebergriff 5, der unbeweglich mit dem Schieber 4, den zehn Rechenkörpern
3 und dem endlosen Band oder Seil 6 verbunden ist. Wenn der Schiebergriff 5 nach
unten bewegt wird, so gehen sowohl der Schieber 4 als auch die Rechenkörper 3 und
das Seil 6 mit, und die Rechenkörper 3 erscheinen in der gewünschten Anzahl unterhalb
der waagerechten Grenze io. Die Rechenkörper des ersten Schieberzugs von rechts
sind rot, die des zweiten gelb, die des dritten blau gefärbt. Mit dem vierten Schieberzug
wiederholt sich in größerem Abstand die gleiche Färbung der nächsten drei Schieberzüge.
Das Seil 6 kann aus Schnur, Darm, Leder, Metall, die Rolle aus Holz, Bein, Glas,
Metall u. dgl. hergestellt sein.
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Der Oberteil der Rechenvorrichtung ist durch eine Rechentafel 12 (Abb.
2) abgedeckt. Diese Rechentafel 12 ist lösbar und drehbar, z. B. in Abb. 2 rechts
mittels Scharniere i9 und links mittels Öse und Haken 2o am Traggestell i befestigt.
Zahlenblättchen 18 sind in eine Rinne einer Setzleiste 17 eingelassen. Sie entsprechen
mit ihrem Aufdruck der Anzahl der Rechenkörper 3, die unter ihnen sichtbar gemacht
werden. Ein Dezimalstab il ist nur unterhalb der Setzleiste 17 sichtbar und ist
zwischen dem Traggestell i oben und unten so angebracht, da.ß er leicht entfernt
werden kann.
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Wie Abb. 3 zeigt, können die Rollen 7 im Traggestell i oben und unten
mittels einer Schraube 27 befestigt sein.. Über die Rolle 7 (Abb.6) und vor der
Grundplatte2 (Abb. 8) läuft das endlose Band 6. Abb. 3 läßt auch im oberen Teil
den Schieber 4, den Schiebergriff 5 und den Rechenkörper 3 erkennen. Das Traggestell
la der Rechentafel 12 berührt oben das Traggestell i. Zwischen der Rechentafel 12
und dem Scheibenzug 3 ist ein Hohlraum 26 vorgesehen, der die ungehinderte Bewegung
des Schieberzugs ermöglicht. Die zehn Reihen von Vertiefungen 13 (Abb. 3 und 4)
für die Rechenkörper 14 bis 16 sind in der Lage nach Abb. 3 auf der Innenseite angebracht.
Die Außenseite zeigt noch die Setzleiste 17 mit Jer Rinne.
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Die Durchmesser der Vertiefungen 13 der Rechentafel i2 (Abb. 4) entsprechen
den Durchmessern der einzusetzenden Rechenkörper 14 bis 16. Dies sind, wie Abb.5
zeigt, kreisförmige Scheiben von gleicher Stärke und gleichem Durchmesser.
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Abb. 7 zeigt ein mit Löchern 22 versehenes Plättchen 21, durch das
die beiden Enden geführt und hinter ihm zum endlosen Band verschlungen werden können.
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Anwendungsbeispiele bei einfachsten Aufgaben: i. Zusammenzählen: Aufgabe:
5+3+4+2. Auf der Rechentafel 12 werden von links nach rechts in je eine Reihe rote
Rechenkörper (Einer) gesetzt in folgender Anzahl: 5, 3, 4, 2. Damit haben wir die
Darstellung der Größen. Das Zusammenfügen kann nun auch auf der Rechentafel oder
in dem Schiebezug rechts geschehen. Wir ziehen 5 Einer + 3 Einer 4 Einer, letztere
zerlegt in Teilaufgaben von 2 + 2. Wir sprechen 8 + 2 - io. Wir tun die zehn Einer-
weg und holen dafür einen Zehner, dann noch zwei Einer dazu und dann noch zwei Einer,
gibt vier Einer.
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Ergebnis: iJehner -f- 4 Einer = 14 Einer. 2. Abziehen:. Aufgabe: l1
-3. Zahlenblättchen in der Rinne der Setzleiste 17 zeigen die Aufgabe. Es wird auf
der Rechentafel i2 die erste Lochreihe ganz gefüllt, in die zweite Lochreihe noch
eins gesetzt. Ein Rechenkörper und zwei Rechenkörper --- drei Rechenkörper werden
wieder entfernt in eine Reihe gesetzt. Der am Platz bleibende Rest beträgt B. Machen
wir die Aufgabe am Zehnerzug, so muß bei der Darstellung der Zehner in zehn Einer
vertauscht werden.
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Ergebnis: i Zehner + i Einer = il Einer weniger 3 Einer = 8 Einer.
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3. Teilen: Aufgabe: go : 2.
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Wir stellen die Aufgabe mit den Zahlen- und Zeichenblättchen in der
Setzleiste 17 auf, holen aus dem Zehnerkasten neun Zehner heraus, verteilen sie
sooft als möglich auf je zwei Felder einer Lochreihe und finden, daß dies viermal
möglich ist. Ein Zehner bleibt übrig. Das Teilergebnis zeigen wir am vierten Schieberzug
mit vier Zehnern an: Den übriggebliebenen Zehner tauschen wir für zehn Einer (rot)
aus, verteilen diese wieder sooft aixf je zwei Felder einer Reihe, als möglich ist
und erhalten fünf Zweierreihen (rot). Als Ergebnis stellen wir am Einerzug 5 ein.
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Ergebnis: 4 Zehner + 5 Einer = 45.