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Vorrichtung zum Zuführen des vom Stapel bereits völlig gelösten und
auf einer Luftschicht schwimmenden obersten Bogens eines Papierstapels Die Erfindung
betrifft eine Bogenanlegevorrichtung insbesondere für Druckmaschinen und andere
Papier, Karton u. dgl. in Bogenform verarbeitende Maschinen, bei denen die Bogen
der Verarbeitungsmaschine staffelförmig zugeführt werden, und bei denen das Trennen
des Bogens vom Stapel und seine Übergabe an die Fördermittel der Druckmaschine o.
dgl. in der Weise erfolgen, daß der oberste Bogen des Stapels an seiner Hinterkante
durch zwei oder mehrere Sauger vom Stapel getrennt wird und durch Vorwärtsbewegung
dieser Sauger, unterstützt durch von hinten eingeblasene, als Tragmittel wirkende
Blasluft, zwischen die Förderrollen, z. B. des Anlegetisches der Druckmaschine,
gebracht wird.
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Bei den bisherigen Ausführungen dieser Art ergibt sich der Nachteil,
daß sich besonders bei schwachen Papieren Wellen und Falten bilden, da der Bogen
nur durch dieSauger an seiner Hinterkante festgehalten und auf dem Luftkissen schwimmend
nach vorn bewegt wird. Die Wellen und Falten führen vor oder auf dem Anlegetisch
sehr oft zu Stoppern, Registerdifferenzen und Fehldrucken. Dies ist auch bereits
erkannt worden, und man hat deshalb versucht, das Vorschieben des Bogens zu erleichtern
und den Bogen widerstandsloser zwischen die Förderrollen zu bringen (s. Patent 531
7o4), durch Stapelanschläge, deren Köpfe beweglich angeordnet sind und beim Anheben
des Bogens an der Hinterkante senkrecht stehen, beim Vorwärtsbewegen des an der
Hinterkante angehobenen Bogens aber nach der Arbeitsmaschine zu abgeschwenkt werden,
so daß die Vorderkante des Bogens wie auf einer schiefen Ebene nach den Transportrollen
hochgeleitet werden soll. Um die immer noch zu große Reibung der Vorderkante des
Bogens auf diesen umgelegten Köpfen der Stapelanschläge zu vermeiden, wurden diese
Köpfe als Blaskörper ausgebildet, so daß der Bogen auch an der Vorderkante hochgeblasen
werden soll. Auch hierdurch läßt sich keine unbedingte Betriebssicherheit erreichen,
weil das Hauptübel nicht beseitigt ist, daß nämlich der Bogen während seiner Bewegung
nach vorn nur an einer Hinterkante festgehalten wird: Es sind außerdem von unten
wirkende, schwingende Sauger bekanntgeworden (Patent 521624), die den vom Stapel
vereinzelten Bogen von unten ansaugen, vorziehen und den Fördermitteln der Verarbeitungsmaschine
übergeben. Diese Sauger treten aber nicht zwischen den Stapel und den über diesem
auf einer Luftschicht schwimmenden Bogen ein, sie sind vielmehr nur verwendbar bei
bereits ausgestrichenen Bogen, d. h. bei Bögen, die durch Streichräder vorher schon
so stark gestaffelt
worden sind, daß die Sauger den vorn überstehenden
obersten Bogen von unten ansaugen und nach vorn abziehen können. Diese Einrichtung
besitzt natürlich alle Nachteile der Apparate nach dem Streichersystem, wie Verschmieren
der Bogen durch die Streichräder bei Mehrfarbendruck, Beschädigen der Papieroberfläche
bei empfindlichen, z. B. gekreideten Papieren und vollständiges Versagen beim Verarbeiten
von Kartons und Papieren, die sich nicht ausstreichen lassen.
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Beim Gegenstand der Erfindung werden die genannten Nachteile der bekannten
Vorrichtungen restlos beseitigt; es ist nunmehr möglich, Bogen der verschiedensten
Beschaffenheit vollständig betriebssicher an die Fördermittel der Verarbeitungsmaschine
zu übergeben. Die Erfindung besteht darin, daß zwischen den in bekannter Weise an
seiner Hinterkante vom Stapel getrennten und auf einer Luftschicht schwimmenden
Bogen und den Stapel eine oder mehrere Saugschieber eingeführt werden, die den Bogen
von unten ansaugen, nach der Freigabe durch die an der Bogenhinterkante angreifenden
Sauger vorziehen und den Fördermitteln der Bearbeitungsmaschine übergeben. Hierbei
ist es besonders vorteilhaft, wenn die Saugschieber beim Vorbringen des Bogens in
an sich bekannter Weise sich gleichzeitig heben, um den Bogen so nahe wie möglich
an die darüber liegende feste Förderwalze zu bringen.
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Um bei Mehrfarbendrucken mit den Transportröllchen und den Saugschiebern
dem frischen Druck der ersten Farbe auszuweichen, werden diese so ausgeführt, daß
jeder Saugschieber und jede Transportrolle einzeln seitlich verstellbar ist.
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Damit bei Formatwechsel nur die benötigten Saugschieber in Tätigkeit
treten, ist jeder Saugschieber mit einem Hahn versehen, so daß jeder einzeln abgestellt
werden kann.
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Auf der beiliegenden Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung schematisch
dargestellt, wobei alle zum Verständnis nicht erforderlichen Einzelheiten weggelassen
worden sind.
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Abb. i bis 3 zeigen die Anlegevorrichtung in drei verschiedenen, aufeinanderfolgenden
Stellungen in Seitenansicht.
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Abb. q. zeigt einen Saugschieber in Vergrößerung.
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In der Ausgangsstellung (Abb. i) eines staffelförmig arbeitenden Bogenanlegeapparates
wird der oberste Bogen von dem Papierstapel i durch zwei oder mehrere Sauger a an
seiner Hinterkante angesaugt und -durch Kippen und Anheben in bekannter Weise vom
Stapel getrennt. Sodann wird durch die Blaseinrichtung 3 Luft unter den angehobenen
Bogen geblasen (Abb. a), so daß er über die ganze Fläche vom nächstfolgenden Bogen
gelöst und gehoben wird. In diesem Moment gleiten ein oder mehrere Saugschieber
¢ unter den angehobenen Bogen und saugen diesen von unten an. Darauf heben sich
der oder die Saugschieber mit dem angesaugten Bogen und gleiten nach vorn, so daß
der Bogen zwischen die angetriebenen, über dem Bogen befindlichen Transportrollen
oder Walzen 5 und die heb- und senkbaren Abnahmerollen 6 gebracht wird. In diesem
Moment schwingen die Rollen 6 nach oben, während das Vakuum in den Saugschiebern
unterbrochen wird. Dadurch wird der Bogen von den Saugschiebern q. losgelassen und
von den Rollen 5 und 6 weiter transportiert und den Transportbändern 7 und den Rollen
8 im Einlegetisch g übergeben. Während dieser Zeit senken sich die Saugschieber
q. wieder und kehren in ihre Anfangsstellung zurück. Unterdessen ist an der Hinterkante
der nächste Bogen angesaugt und getrennt worden, und das Spiel wiederholt sich von
neuem.
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Für den Gegenstand der Erfindung ist hierbei gleichgültig, ob beider
Vorwärtsbewegung der Saugschieber q. der Bogen an der Hinterkante von den Saugern
a sofort wieder losgelassen wird, so daß diese den Bogen nur ansaugen und heben,
oder ob diese sich, wie aus Ab@b. ß ersichtlich, mit nach vorn bewegen, so daß der
Bogen an seiner vorderen und hinteren Kante getragen wird. -Jeder Saugschieber q.
ist, wie an sich bekannt, mit einem Abstellhahn io versehen (Abb. q.), der es gestattet,
jeden einzelnen Saugschieber ganz abzustellen.
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Sowohl die Saugschieberq. als auch die Abnahmerollen sind seitlich
verstellbar angeordnet, um sich dem zu verarbeitenden Format jeweils anzupassen
und dem Frischdruck auszuweichen, wenn bei Mehrfarbendruck oder Widerdruck bereits
bedruckte Bogen weiterverarbeitet werden. Die Saugschieber q. können dann in bekannter
Weise seitlich so eingestellt werden, daß sie den Bogen an den unbedruckten Rändern
anfassen und weiter transportieren.