DE583979A - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft elektrische Kabel für hohe Spannungen. Derartige Kabel besitzen
meist eine feste Isolation aus Papier, die mit einem flüssigen. Isolationsmittel durchtränkt
ist. Bai solchen Kabeln bilden die in der Isolation eingeschlossenen Hohlräume,
beispielsweise Luftbläschen, eine Quelle der Gefahr. Mat hat deshalb das flüssige Isolationsmittel
unter Druck gesetzt, turn die Luftbläschen zusammenzupressen und ihre Ausdehnung
zu verhindern. Ferner ist der Vorschlag gemacht, derartige Luftbläschen dadurch aus der Kabelisolation zu entfernen,
daß das -flüssige Isolationsmittel vor Fertigstellung des Kabels durch die feste Isolation
hindurchgepreßt wird, derart, daß es die Luftbläschen herausspült.
Die Erfindung betrifft ein Kabel, bei dem ein solches Durchspülen der festen Isolation
mittels des flüssigen Isolationstnittels nach dem Verlegen des Bleikabels und während
des Betriebes möglich ist. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß einerseits das Zusammenpressen
der Luftbläschen bei hohen Spannungen unzulänglich ist und daß andrerseits das Durchspülen der Isolation vor dem
Aufbringen des Bleimantels nicht zu einem vollen Erfolge führt. Denn es besteht bis
zum Aufbringen des Bleimantels die Gefahr, daß sich in der Isolation Hohlräume bilden,
und außerdem können solche Hohlräume während des Betriebes durch die Temperaturänderungen
infolge ungleichmäßiger Belastung des Kabels entstehen. Bei dem neuen Kabel, bei · dem ein Strömen des flüssigen
Isolationsmittels nach dem Verlegen und während des Betriebes möglich ist, werden die
Luftbläschen. aus dem fertigen Kabel ausgespült, und ebenso wenden solche Gasbläschen
entfernt, die sich während des Betriebes bilden. Dadurch wird mit Sicherheit ein Kabel erzielt, dessen Isolation frei von
Hohlräumen ist.
Dieses Durchspülen des fertigen Kabels wird dadurch erreicht, daß es nicht nur, wie
bei bekannten Kabeln, auf einer Seite der Isolation, d. h. innen oder außen, einen Kanal
für den Zutritt des unter Druck stehenden flüssigen Isolationsmittels besitzt, sondern
sowohl auf der Innenseite wie auf der Außenseite mit derartigen Kanälen ausgestattet
ist. Das flüssige Isolationsmittel wird auf
einer Seite der Isolation, beispielsweise auf der Außenseite, unter Druck zugeführt und
kann auf der anderen, also der Innenseite, wo das flüssige Isolationsmittel unter geringerem
Drucke steht, abfließen.
Die Zeichnung veranschaulicht einige Ausführungsbeispiele. Abb. ι ist ein Längsschnitt
durch das Kabel, Abb. 2 ein Querschnitt, Abb. 3 ein Längsschnitt durch eine Verbindungsstelle, Abb. 4 eine andere Ausführungsform
des Kabels und Abb. 5 ein Querschnitt durch ein Kabel einer weiteren Ausführungsform.
In dem Ausführungsbeispiel nach Abb. 1 und 2 ist der von einer Gruppe von Drahtlitzen
gebildete isolierte Leiter 1 auf einen rohrförmigen Kern 6 gelegt, der etwa von
einem schraubenförmig gewundenen Draht oder Bande gebildet wird und durchlässig· für
Flüssigkeit ist. Um den Leiter 1 ist feste Isolation 4 aus Papier gewickelt, die in dem
üblichen Mantel 5 aus Blei oder Bleilegierung liegt.
Durch den Kern 6 wird im Innern des Kabels ein Kanal gebildet. Auf der Außenseite
der Isolation 4, also zwischen dieser und dem Bleimantel 5, werden gleichfalls ein oder
mehrere Kanäle gebildet, die sich über die ganze Länge des Kabels erstrecken. In dem
dargestellten Ausführungsbeispiel sind um die feste Isolation 4 Bänder 7 aus geeignetem
Stoff und von genügender Dicke schraubenförmig gewickelt, durch die schraubenförmige
Kanäle s gebildet werden. Die Bänder bestehen beispielsweise aus Draht oder Bandmetall,
deren Dicke etwa 4 bis 5 mm beträgt, und die die Isolation 4 in einem gewissen Abstand
von dem Bleimantel 5 festlegen. Das fertige Kabel enthält mithin eine den Leiter
umgebende durchlässige Isolation, die auf beiden Seiten zugänglich ist.
Der durchlässige Isolationskörper 4 aus Papier kann bei der Herstellung des Kabels
mit flüssiger Isolationsmasse durchtränkt werden. Man kann aber diese flüssige Isolationsmasse
auch nach Herstellung des Kabels in die Isolation hineinbringen. In beiden Fällen,
mag also die Isolation 4 durchtränkt sein oder nicht, wird flüssige Isolation nach Herstellung
des Blaimantels und dem Verlegen des Kabels unter Druck durch die Isolation 4 hindurchgetrieben. Dies wird zweckmäßig in
der Weise durchgeführt, daß die isolierende Flüssigkeit, beispielsweise Mineralöl, in der
Mitte des Kabels durch die Sehraubengänge 5 hindurch eingepreßt wird. Die flüssige Isolation
füllt mithin die Sehraubengänge ί aus und verdangt die Luft aus diesen. Nun wird
die weitere Bewegung des Öles durch die Kanäle s hindurch dadurch unterbrochen, daß
man die Entlüftungsöffnungen in den Anschluß- und Abschlußkästen verschließt, durch
die die verdrängte Luft vorher entwichen ißt. Von nun an dringt das öl durch den in dem
Schraubengang herrschenden Druck durch die feste Isolation 4 hindurch nach der Mitte des
Kabels, also in den hohlen Kern 6. Es verdrängt aus der Isolation 4 und aus dem Kern 6 die Luft, die an den Enden des Kabels .
entweichen kann. Schließlich füllt das Öl den Innenraum des Kabels vollständig aus, nachdem
es alle Spuren von Luft oder Gas aus der Isolation ausgespült hat.
Wenn der Bleimantel 5 auf die trockne Isolationsmasse 4 gebracht wird, so benötigt
man große Behälter für die weitere Isolierung des Kabels, in denen durch Hitze und
Luftverdünnung die Feuchtigkeit aus dem Papierkörper 4 entfernt wird. Danach wird
die Isolation 4 an den Enden gegen das Eindringen von Feuchtigkeit abgedichtet, worauf
der isolierte.Leiter unmittelbar aus dem Behälter der Bleipresse zugeführt wird. Beim
Aufbringen des Bleimantels läßt man trocfene Luft in den Kern 6 strömen. Nach dem Verlegen
des Kabels erfolgt das Durchtränken mit Mineralöl o. dgl.
Hat man die Isolation 4 vor dem Aufbringen des Bleimantels mit Mineralöl durchtränkt,
so besteht beim Aufbringen des Bleimantels insofern eine Schwierigkeit, als sich
der Aufbau des Kabels nicht leicht unverändert erhalten läßt. Insbesondere läßt sich
schwer verhindern, daß das Öl abfließt, Man muß daher nachträglich Öl zuführen, um Ersatz
zu schaffen für das beim Prüfen, beim Versand und beim Verlegen des Kabele verlorengegangene
öl. Das geschieht in der Weise, daß das Öl unter Druck durch die Isolation hindurchgetrieben wird. In beiden
Fällen muß das Öl nach dem Verlegen des Kabels so lange durch die Isolation 4 hindurchgedrückt
werden, bis mit dem abfließenden öl keine Luft mehr entweicht.
Die Hierstellung von Kabelverbindungen für derartige Kabel erfordert besondere Aufmerksamkeit.
Wenn die Verbindungsstelle durch umgewickeltes Papier gesichert ist, so muß die aufgewickelte Isolation an der Verbindungsstelle
möglichst die gleiche Durch- tio lässigkeit besitzen wie im Kabel selbst. Denn
wenn eine wesentliche Unstimmigkeit vorhanden ist, so fließt der Isolation der Verbindungsstelle
entweder zu viel oder zu wenig Öl zu. Es kann sogar vorkommen, daß die Isolation an der Verbindungsstelle überhaupt
nicht vollkommen durchtränkt wird.
Zweckmäßig besteht die Verbindung aus einer Reihe dünner Rohre aus Kunstharz
o. dgl., welche durch Rippen in gleichem Abstand voneinander gehalten werden.
Bai Herstellung einer Verbindung aus Roh-
ren von großem dielektrischem Widerstand wird das öl durch den Hohlraum im Innern
des Kabels eingeführt, und man hält den Raum auf der Außenseite des Rohres im
Innern des Verbindungsgehäuses unter geringerem Druck. Auf diese Weise gelingt es,
öl durch die Verbindungsstellen zu leiten, an denen die Rohre der Isolation 'der Verbindungsstelle
an der Kabelisolation anliegen. ίο Auf diese Weise kann der ganze freie Raum
im Innern des Verbindungsgehäuses mit Öl angefüllt werden.
Nachdem das Kabel verlegt ist, läßt man das öl durchströmen, bis man sicher ist, daß
das gesamte Kabel mit Öl durchtränkt ist.
Während des Gebrauchs des Kabels empfiehlt es sich, dasselbe unter denselben Druckverhältnissen
zu halten. Man kann dauernd ein starkes Strömen von Öl durch das Papier stattfinden lassen. Jedenfalls aber bleiben die
Druckverhältnisse in dem Maße bestehen, daß im Falle einer Bewegung des Öles infolge
von Undichtigkeiten oder einer durch die Temperaturveränderungen hervorgerufenen
Druckschwankung ölfreie Räume nicht entstehen. Dadurch verhindert man den Zutritt
von Luft und Feuchtigkeit.
An den Verbindungsstellen kann man die in Abb. 3 dargestellte Anordnung verwenden.
Über die Drahtspiralen 6, welche den Hohlraum im Innern des Kabels bilden und den
aus Drähten zusammengesetzten Leiter unterstützen, ist eine Kupferhülse 8 geschoben, die
mit dein Leiter 4 verlötet oder anderweitig verbunden ist. Der innere Hohlraum verläuft
dann ununterbrochen von einem Kabelstück zum andern, so daß das ganze Kaibel oder
ein KaJbelabschnitt der gewünschten Länge einen durchgehenden Hohlraum besitzt. In
dem Gehäuse 9, das den bekannten Ausführungen entspricht, können die Enden des Leiters und die Büchse 8 mit Papier umwickelt
werden, das mit Mineralöl getränkt ist, oder sie können mit einer anderen Isolation
umgeben werden. Das Gehäuse 9 kann oben mit einer durch Überwurfmutter 11 verschließbaren
Füllöffnung 10 versehen werden, so daß beim Einführen des Öles unter Druck
die in den Schraubengängen enthaltene Luft nach der Verbindungsstelle hin und durch die
Füllöffnung abströmt, bis das Gehäuse 9 schließlich ganz mit Öl gefüllt ist, das die
isolierte Verbindungsstelle der Kabelenden umgibt. Dann wird die Überwurfmutter 11
aufgesetzt. Da nun der Weg des Öles durch das Gehäuse abgesperrt ist, dringt das gepreßte
öl durch die Papierhüllte 4. Dies erfolgt über die ganze Länge des Kabels. Das
durch die Papierhülle 4 fließende Öl füllt schließlich den Hohlraum im Innern des
Kabels aus.
An den Enden des Kabels kann das Öl durch U~förmige Röhren Sammelbehältern zugeführt
werden. Die Austrittsstelle kann nach Bedarf derart verengt oder eingestellt werden,
daß die gewünschten Druckverhältnisse in dem in der Isolation enthaltenen öl aufrechterhalten
werden.
Der Druck auf der Außenseite der Isolation kann etwa mittels einer Pumpe oder eines
hochgelegenen Behälters erzeugt werden.
Bei langen Kabeln wird das Mineralöl zweckmäßig an verschiedenen Stellen eingeführt.
Die Erfindung ist an einem Erdkabel erprobt worden, in dem eine Spannung von
132000 Volt bestand. Die Gefährdung der Isolation durch die hohe Spannung wurde
vollständig beseitigt. Die Betriebskosten sind verhältnismäßig geringfügig, wenn man den
Vorteil im Auge behält, der mit der Sicherheit eines Hochspannungskabels verbunden
ist.
Im vorstehenden ist angenommen, daß das öl von außen nach innen strömt. Indessen
kann die Strömungsrichtung auch umgekehrt sein.
Das neue Verfahren läßt sich auch bei solchen Kabeln anwenden, die keinen hohlen
Kern besitzen, sofern die Isolation von gegenüberliegenden Seiten aus zugänglich ist.
Beispielsweise zeigt Abb. 4 ein Ausführungsbeispiel, in dem ein Leiter τα, der etwa von
zahlreichen Litzen gebildet ist, in einer Hülle 4a aus Papier eingeschlossen ist. Der
so isolierte Leiter ist in einem Mantel 5° untergebracht. Zwischen dem Leiter ia und
der Isolation 4" einerseits und zwischen der Isolation 4°- und dem Mantel 5a andrerseits
liegen Abstandskörper, beispielsweise Schraubengänge Ja und yb, durch welche die Isolation
4a von entgegengesetzten Seiten aus zugänglich
gemacht ist, um den Zutritt von Öl zu ermöglichen.
Die Zwischenräume zwischen Bleimantel und Isolation können auch durch Vorsprünge
gebildet werden, die auf der Innenseite des Bleimantels angebracht sind. In diesem Falle
empfiehlt es sich, das Kabel innerhalb des Mantels mit einer genau passenden Hülle von
Drahtgaze zu umhüllen. Beispielsweise besitzt in Abb. 5 die Isolation eine durchlässige,
metallische Oberfläche 12. Der Bleimantel 5 ist auf der Innenseite mit Rippen 13 ausgestattet,
die sich unmittelbar auf die metallische Oberfläche 12 der Isolation 4 legen.
Claims (1)
- .Patentanspruch :Elektrisches Starkstromkabel mit Bleimantel und fester gewickelter durchlässiger Isolation, die mit einem unter Druckstehenden flüssigen Isolationsmittel durchtränkt ist, dadurch gekennzeichnet, daß auf beiden Seiten der Isolation über die ganze Länge des Kabels sich erstreckende Kanäle angeordnet sind, in denen das flüssige Isolationsmittel auf der" einen Seite der festen Isolation zur radialen Durchspülung unter einem höheren Druck gehalten werden kann als auf der anderen Seite.Hierzu ι Blatt Zeichnungen
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