DE58598C - Neuerung an elektrischen Uebungs-Apparaten mit rotirender Dynamo-Armatur innerhalb der Schenkel eines verstellbaren Magneten - Google Patents
Neuerung an elektrischen Uebungs-Apparaten mit rotirender Dynamo-Armatur innerhalb der Schenkel eines verstellbaren MagnetenInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 3O: Gesundheitspflege.
Schenkel eines verstellbaren Magneten.
Patentirt im Deutschen Reiche vom l. Januar 1890 ab.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein elektrischer Uebungsapparat, bei dessen Benutzung
ein elektrischer Strom durch den Körper geleitet wird, so dafs der Apparat nicht
allein die therapeutischen Wirkungen einer körperlichen Uebung ausübt, sondern auch die
Application von Elektricität bewirkt.
Gekennzeichnet ist die neue Einrichtung durch einen Mechanismus, der dadurch bethätigt
wird, dafs der Uebende dem Widerstände eines Gewichtes, einer Feder und einer Dynamomaschine
in der Art entgegenwirkt, dafs hierbei ein elektrischer Strom erzeugt wird, dessen
Stärke verändert und angezeigt werden kann.
Einen weiteren Theil der Erfindung bildet eine Construction, mit deren Hülfe der Strom
unterbrochen bezw. ein intermittirender Strom hergestellt wird. Ferner zeigen die Handhaben
eine Construction, durch welche eine thunlichst vollkommene Leitung des elektrischen
Stromes erzielt wird.
Auf beiliegender Zeichnung zeigt:
Fig. ι den Apparat mit theilweise geöffnetem Gehäuse,
Fig. 2 den im Gehäuse liegenden Mechanismus,
Fig. 3 eine Constructionsabänderung, Fig. 4 einen Querschnitt durch das Gehäuse.
Die Fig. 5 bis 7 zeigen den Commutator in verschiedenen Ansichten, während die Fig. 8
und 9 die Anwendung eines Gewichtes und die Einrichtung der Handhaben darstellen.
In dem Gehäuse A von rechteckigem Querschnitt ist die Welle B horizontal gelagert.
Auf dieser Welle ist die Armatur C, Fig. 2 und 4, angeordnet, welche zwischen den
Schenkeln eines permanenten Hufeisenmagneten D rotirt.
Dadurch, dafs die Armatur in dem magnetischen Felde rotirt, wird der elektrische Strom
erzeugt, welcher abwechselnd in entgegengesetzten Richtungen fliefst. Die Stromstärke
steigt von Null an, wenn der Kern der Armatur mit den Schenkeln des Magneten parallel
liegt, und erreicht das Maximum, wenn der Kern unter einem rechten Winkel zu diesen
Schenkeln steht, worauf sie bei weiterer Drehung der Armatur wieder auf Null zurückgeht.
Die elektrische Kraft dieser Ströme hängt von der Stärke des magnetischen Feldes ab,
in welchem die Armatur rotirt, ferner von der Länge der Drahtwickelung auf dem Kern und
von der Gröfse der Rotation der Armatur.
Um die Stärke des magnetischen Feldes und damit auch die elektrische Kraft des Stromes
nach Bedarf verändern zu können, ist der Magnet D an einem Träger E aus Holz oder
einem anderen geeigneten Material befestigt. Dieser Träger ist durch die Welle F drehbar
mit dem Gehäuse (Fig. 4). verbunden, so dafs die Pole des Magneten nach beiden Seiten hin
so weit von der Armatur entfernt werden können, dafs für. die Praxis kein Strom mehr
erzeugt wird, wenn die Armatur rotirt oder in eine solche Stellung gebracht wird, dafs die
Achse des Magneten rechtwinklig zu derjenigen Achse steht, auf welcher die Armatur
angeordnet ist.
Die Welle F geht durch das Gehäuse hindurch und trägt einen Zeiger G, welcher auf
einer Scala die Stärke des magnetischen Feldes anzeigt (Fig. i). Sind die Pole des Magneten
in solch einer Lage zu der Armatur, dafs das magnetische Feld, in welchem die Armatur
rotirt, das Maximum der Stärke besitzt, so nimmt der Zeiger G die punktirt gezeichnete
Lage ein. Beim Drehen des Zeigers nach einer Seite schwingt der" Magnet dementsprechend,
und die Stärke des magnetischen Feldes fällt ab, bis sie für die Praxis auf ein Minimum reducirt ist, wenn der Zeiger die
voll ausgezogene Lage inne hat (Fig. i).
Es ist somit klar, dafs der die Maschine Benutzende die Stärke des magnetischen Feldes
genau nach Wunsch einstellen kann, und man den Apparat entweder nur als einen gymnastischen
Üebungsapparat oder zum Uebertragen elektrischer Ströme von beliebiger Stärke verwenden
kann.
Geeignete Anschläge begrenzen den Anschlag des Magneten nach beiden Seiten hin.
Die Stärke des elektrischen Stromes kann auch dadurch verändert werden, dafs man die
Armatur von dem Magneten vermittelst Längenverschiebung der Welle entfernt. Vortheilhafter
ist jedoch die vorher beschriebene Ein-' richtung, bei der die Schenkel des Magneten
bewegt werden.
An Stelle eines permanenten Magneten kann man auch einen Elektromagneten anwenden,
welcher durch die Ströme der . rotirenden Armatur erzeugt wird.
Für die dargestellte Armatur kann auch jede andere verwendet werden. Die Armatur kann
von solcher Beschaffenheit sein, dafs ein fortwährender Strom erzeugt wird, und ein geeigneter
Commutator mag dann angewendet werden, um die alternirenden Ströme in einen stets in gleicher Richtung fliefsenden umzuwandeln.
Auf der Welle B der Rollen HH1 sind die Schnüre ö aufgewickelt, welche durch den
Gehäuseboden hindurchgehen und mit dem anderen Ende an diesem Boden befestigt sind
(Fig..).
Die Rollen HH1, auf welche die Schnüre IP
aufgewunden sind, können sich von einander unabhängig drehen. Zu diesem Zweck ist eine
der Rollen auf der Welle fest, die andere dagegen lose angeordnet. Natürlich kann auch
jede Rolle eine besondere .Welle erhalten.
In die von den Schnüren ο gebildeten Schleifen sind die Rollen N gelegt, welche durch die
Spiralfedern KK1 mit dem Querstege L der von dem Gehäuse A niederhängenden Stange M
verbunden sind.
Die Federn KK1 lassen sich auswechseln
und durch stärkere oder schwächere Federn ersetzen.. Sind die Rollen HH1 durchziehen
an den Handhaben JJ1 in Rotation versetzt, so wird Schnur ο auf die Nabe dieser Rolle
aufgewunden und die Feder ausgezogen. Wird dann die Handhabe wieder freigegeben, so
zieht die sich zusammenziehende Feder die Schnur ο wieder zurück und dreht die Rolle H
in entgegengesetzter Richtung, wobei die Zugschnur wieder aufgewunden wird.
An Stelle der Spiralfedern, wie solche in Fig. ι angewendet sind, kann auch eine
schneckenförmige Feder K1, Fig. 3, angewendet werden, deren eines Ende mit dem
Gehäuse und deren anderes Ende mit einem Federgehäuse auf der Nabe der Rolle H1 befestigt ist.
Die auf Zurückziehen wirkende Kraft kann auch durch Gewichte in irgend einer Art, wie
z. B. nach Fig; 8, hervorgerufen werden. Hier werden die abnehmbaren Gewichte P von einer
Platte jR getragen, welche an den Führungsstangen S S gleitet. Die Führungsstangen 5 S
sind an einem von dem Gehäuses! niederhängenden Brette T befestigt und letzteres
ist durch die Schnur U mit der Rolle H verbunden.
Bei den gebräuchlichen elektrischen Apparaten, wie solche zu medicinischen Zwecken
Verwendung finden, werden die Ströme durch die Wirkung einer Inductionsspule erzeugt, in
welche der primäre Strom einer galvanischen Batterie geleitet wird. Dieser primäre Strom
wird durch einen automatischen Strombrecher sehr schnell unterbrochen, so dafs der
secundäre Strom der Inductionsspule in eine Folge von Strömen hoher elektrischer Kraft
zerlegt wird.
Es ist wünschenswerth, dafs der in der Uebungsmaschine erzeugte elektrische Strom
ebenfalls diese Eigenschaften besitzt; da aber die alternirenden Ströme, welche durch die
Dynamomaschine erzeugt werden, nicht intermittirende, so.ndern beständige sind und nicht
genügende elektrische Kraft besitzen, um die gewünschte physiologische Wirkung zu erreichen,
so ist es erforderlich, den Apparat mit einer Einrichtung zum Umwandeln des continuirlichen Stromes in einen intermittirend
wirkenden von hoher elektrischer Kraft zu versehen.
Diese Einrichtung dient dazu, den in der Drahtwickelung der Armatur erzeugten Strom
schneller zu unterbrechen und zu schliefsen,
und so infolge der bekannten Selbstinduction in ,dieser Spule intermittirende Ströme von bedeutend
höherer elektrischer Kraft zu erzeugen, als solche durch die einfache Rotation der
Armatur erhalten werden.
Diese Ströme sind ähnlich denjenigen der Inductionsspulen und haben dieselbe physiologische
Wirkung wie jene.
Der Apparat kann in dieser Ausstattung also auch zur Ausübung wohlthuender physikalischer
Uebungen benutzt werden, und bei Anwendung ,geeigneter Elektroden kann der Strom nach
jedem Theil des Körpers geleitet werden.
Die Einrichtung zum Unterbrechen und Schliefsen des elektrischen Stromes in den
Drahtwickelungen der Armatur besteht aus einem Cylinder A1, Fig. 5, 6 und 7, aus Hartgummi
oder einem anderen geeigneten Material, welcher auf der Maschinenwelle angeordnet
oder mit derselben in der Art verbunden ist, .dafs er mit der Armatur rotirt. Auf der Oberfläche
des Cylinders sind eine Reihe von Metallflächen angeordnet, die durch irgend ein isolirendes
Material von einander getrennt sind. Eine Feder B1, Fig. 2, ruht auf dem Cylinder
A 1 und steht in leitender Verbindung mit der Welle B durch eine Feder C1, welche auf
dieser Welle schleift und mit dem einen Drahtende der Armatur verbunden ist, während
das andere Ende der Armatur mit einer der Metallflächen des Cylinders A1 in Contact steht-
und während auch diese Metallflächen leitend unter sich verbunden sind.
Die Zugschnüre enthalten Leitungsdrähte, welche mit den Handhaben verbunden sind,
die aus Metall bestehen oder mit geeigneten Metallflächen ausgestattet sind. Einer dieser
Drähte ist mit der Welle B in geeigneter Weise, z. B. durch die Feder D J, Fig. 2, verbunden,
und der andere Draht ist mit den metallischen Theilen des Cylinders A1 durch einen Draht JE1
vereint.
Wird nun in jeder Hand eine Handhabe gehalten und ruht die Feder B1 auf einem
isolirten Zwischenraum des Umfanges des Cylinders A', so fliefst der elektrische Strom
von dem einen Ende der Armatur durch den metallischen Theil des Cylinders A1, den
Draht E1, die Schnur /, den Körper der die Handhaben haltenden Person, dann durch
Schnur I1, die Feder D l .Und die Welle B in
das andere Ende der Armatur. Kommt dann aber die Feder B1 mit einer der Metallflächen
des Cylinders A' in Berührung, so wird der
durch die Handhaben fliefsende Strom unterbrochen, und es findet Kurzschlufs zwischen
der Armatur durch die Federn C1 und B"1
und den diese verbindenden Draht statt.
Dieser Kurzschlufs in der Armatur tritt so oft während der Rotation derselben ein, als
Metallflächen auf dem Cylinder A1 angebracht
sind, und jedesmal, wenn der Strom wieder durch die Handhaben oder Elektroden geleitet
wird, entsteht ein indiicirter Strom von höherer elektrischer Kraft als derjenige, welcher von
der Rotation der Armatur im magnetischen Felde hervorgerufen wird.
Die Anzahl der Metallflächen auf dem Stromunterbrecher kann beliebig gewählt werden,
doch hat sich die Anordnung von zwölf solchen Flächen am besten bewährt.
Der Cylinder A1 ist aus Hartgummi oder,
wie bereits erwähnt, aus einem anderen, nichtleitenden Material hergestellt. In diesem Cylinder
sind eine Reihe Stifte α α von Messing oder
dergleichen in gleichen Abständen von einander, parallel und concentrisch zu der Welle, auf
welcher der Cylinder angeordnet ist, eingesetzt. Eine Rinne von hinreichender Tiefe ist in den
Umfang des Cylinders eingedreht, so dafs diese Stifte zum Theil freiliegen und so eine
Reihe leitender und nichtleitender Flächen bilden (Fig. 6).
Diese Stifte α sind an der einen Seite des
Cylinders durch Draht mit einander verbunden, und auf der anderen Seite des Cylinders ist
einer der Stifte durch den Draht c mit dem einen Ende der Drahtwicklung der Armatur
verbunden. Die Handhaben mit der Zugschnur sind in Fig. 9 dargestellt.
Die Zugschnur besteht aus der Schnur d, 1 auf welche drei .oder mehr feine Drähte e
unter Belassung eines Zwischenraumes spiralförmig gewickelt und am Ende durch einen
Metallring M1 mit dem Conductor oder der Handhabe verbunden sind. Die Schnur d mit
den Drähten e ist dann übersponnen. Metallring M1 umgiebt die beiden Theile des ConductorkörpersL1,
welche durch einen Zwischenraum von einander getrennt sind. Die Zugschnur geht durch eine Bohrung der oberen
Hälfte hindurch und ist vortheilhaft von einer Gummihülse g umgeben.
Die Form der Handhaben kann beliebig geändert werden, da es nur darauf ankommt,
eine gut leitende Verbindung in denselben herzustellen.
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:ι . An elektrischenUebungsapparaten mitrotirender Dynamo -Armatur (C) innerhalb der Schenkel eines verstellbaren Magneten. die Anordnung von zwei leitenden Schnurzügen (II1), wobei aber der erwähnte Magnet in der Art verstellbar angeordnet ist, dafs die Stärke des magnetischen Feldes, innerhalb dessen die Armatur rotirt, beliebig geändert werden kann.
- 2. In Verbindung mit dem unter 1. gekennzeichneten Apparat die Anordnung einesStromunterbrechersauf der Dynamo welle (B), gekennzeichnet durch den aus Hartgummi oder anderem geeigneten Material hergestellten, von einer Reihe Metallstifte durchbohrten Cylinder (A 1J, Fig. 5 bis 7, sowie die Federn B1 und C\ welche Stifte zum Theil freiliegen, so dafs eine von nichtleitenden Stellen unterbrochene Reihe von leitenden Flächen gebildet wird, zum Zweck, den durch die Dynamo erzeugten fliefsenden Strom in einen intermittirend wirkenden von hoher elektrischer Kraft zu verwandeln.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE58598C true DE58598C (de) |
Family
ID=332883
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT58598D Expired - Lifetime DE58598C (de) | Neuerung an elektrischen Uebungs-Apparaten mit rotirender Dynamo-Armatur innerhalb der Schenkel eines verstellbaren Magneten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE58598C (de) |
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0
- DE DENDAT58598D patent/DE58598C/de not_active Expired - Lifetime
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